hâ – haber- haberlîte – hachelen hachelwërc – hage hage- – 2hagen hagen- – halbe halbe – hallergëlt hallergülte – halphimel halp|hunt – halpvaste halpvierteil – halser halsgebeine – halsveste halsvlinken – hamerslac hamerslahen – hanef hanef|âkambe – 1hansen 2hansen – hantgiften hantgiftphenninc – hantsalbe hantschmänt – hantvestlich hantvestunge – hârbendelîn hârblôʒ – hârlouf harm – harnaffe harnasch, harnas – 1harre 2harre – hartruore hartsinnic – haselbir haselbluome – hasenvleisch hasenwint – havendierne havengazzer – haʒʒiclich haʒ|zorn – heberînmelwer hebesal – 3hecken heckenjeger – hegelîn hegeln – heidenisch heidenischheit – heilalle heilant – heilige heiligeistlîcheit – heilvuorlich heilwâc – heime suochen hei|metze – heimvart heimvartlich – heitber, heidelber heiter – heiʒmuot heiʒsühtic – hëlfebære hëlfebërnde – hëlkleit helle – helleglocke hellegluot – hellemunt hellemünzer – hellerigel hellerîs – helle- hellesun – hellevreisærin hellevunke – hëllunge helm – hëlmschîn hëlmschirbe – helwërtwitze hely – hendewinden hendewringen – hennenvuoʒ hentschuocher – herbërgen herbërgerîe – hêre herebërge – hergesidele hêrgesidele – hêrischheit hërkêre – Herodære Herodiane – hêrrennôt hêrrenphruonde – herschrîære hêrschunge – hertes hërtgëlt – hërverloufen herverten – hërzeblüete hërzebluot – hërzekrachen hërzekranc (?) – hërze|nabele (?) hërzenandâht – hërzenvride hërzenvrô – hërzestôʒ hërzesüeʒe – hërzevrouwelîn hërzewaʒʒer – heselîn heselîn – hîbære hichela – hierunder hiesch – himelbalsem himelbære – himelgesanc himelgesinde – himelknabe himelknolle – himelpalas himelphat – himelschheit himelschlich – himelstîge himelstîgunge – himelval himelvane – himelvürste himelvürstin – hinde hinden – hindergêunge hindergrîfen – hindernisse hinderrât – hinderstelle hinderstellic – hinderwërtlingen hinder wîchen – hinker hinkêre – hinnëben hin nëmen – hînt hintber – hinwërt hinwësunge – hirngupfe hirnhût – hirtelîn hirtelôs – hirʒmilch hirʒ- – hiu hiubelhuot – hiuten hiutezucker – hôchgebirge hôchgebluomet – hôchgenant hôchgenende – hôchgewaltic hôchgewîht – hôchmeister hôchmësse – hôchvart hôchvart – hôchzîtkleit hôchzîtlich – hœhe hôheclich – holde hölde – hol|loch hol|louch – holzapfelîn holzban – holzheit holzhërre – holzschuoherin holzstîc – honec honec|bluome (?) – honec|tranc honec|triefende – hônheit honic – hopfenziech hopferebe – horgen horgewat – hornicsprenget (?) hornîn – horten hortgadem – hospitâl hossen – houbeten houbet|êre – houbetkleit houbetklôster – houbetman houbetman|ambet – houbetsachwaltære houbetschande – houbetsünde houbetsündic – houbetwaʒʒer houbetwëgen – höuptinc höurëht – höuwezëhende houwic – hovegeselle hovegesinde – hovelich hovelîche – hovephenninc hovephliht – hoveschar höveschære – hovestatzins hove|stetære – hovezins hovezorn – 1hûchen 2hûchen – hüenerhirne hüenerhûs – hûfeht hufel – hügenisse hügenumft – hüllenwëbære hüllenwëbærinne – humerâl hummen – hundertweide hundesber – hungergîtic hungerhâr – hunt huntaffe – huobdinc huobe – huof huofblat – huorgelust huorgelustic – huotelôs huote|strëbe (?) – hurmelen hurnaʒ
– hurticlich hurtieren – hûs|êre hûsgëlt – hûslode hûslôs – hûsvrouwe hûswer – hûwen hûwen – hy
|
hagenholz
stN.
wohl ‘Zaunholz, Bauholz für eine Einfriedung’
(vgl. SchwäbWB 3,1040 s.v. Hagholz):
ligna, que vocantur haynholcz WeistErf
44
MWB 2 1098,41; Bearbeiter: Bohnert
hagenhuof
stM.
wohl zu
1hagen stM. (s. Eis, Med. Fachprosa S.
172).
wohl ‘mit Haaren krankhaft umwucherter Huf’ (zur Sache s. bei
hagenhuof Adj.):
wor [für] dy haynhuwe breyte werk
dicke unde flosse dor in pech unde lege daz heys uf den
wuͤs [Fuß]
Albrant
3,62
MWB 2 1098,44; Bearbeiter: Bohnert
hagenhuof, agenhuof
Adj.
wohl zu
1hagen stM., die Form agen- viell. durch
Umdeutung im Anschluss an agene F. zu erklären (s. Eis, Med. Fachprosa S.
172). –
‘einen →
hagenhuof stM. habend’ (zu möglichen Identifizierungen der betr.
Hufkrankheit [Entzündung der Hufkrone, Hufknorpelfistel, Hufspalt?] s. die Hgg.
z.St.):
swelich ros hagen huof ist, so mach ein chalchez [=
kaltguz
] von aschen aus magen halm
[Mohnhalmen] und wasch iz da mit
Albrant
1,20
(vgl. Ausg. S. 36f.);
an den huf es nyrgent trat, / es gie vf den ballen. / an sinen fu̇szen
allen / was es hart agenhuf Krone
19852
(vgl. Anm. z.St.)
MWB 2 1098,50; Bearbeiter: Bohnert
hagenstûde
swF.
‘Dornstrauch, -staude’
dan vz [aus dem Acker (der Christenheit)] hat Krist
gehaben / die dvrren baume, ir mistele, / henstvden, bremen, distele PrHess
19,224
MWB 2 1098,63; Bearbeiter: Bohnert
hager
Adj.
‘abgezehrt, knochig, hohlwangig’
der eine [
bruder
] harte
cranc schein, / truric, durre unde hager Vät
16403.
34271;
ir herte leben [...] / hete sie
gemachet hager ebd.
28897;
der [
lîp
] was im lanc
unde hager ebd.
14705;
dîn lîp ist dürre unde mager, / dîn antlitz bleich unde hager
HvFreibTr
5110
MWB 2 1099,3; Bearbeiter: Bohnert
hage|stalt, -stolt,
-stolz
stM.
auch hei-, hai-;
heilstalt UrbBayS
4,48.
– die Formen mit -stolz beruhen auf volksetym. Umdeutung des im Dt.
isolierten Zweitgliedes -stalt (zu germ. *stalda- stV. [VII]
‘besitzen’, vgl. Etymol.Wb.d.Ahd. 4,742f. s.v. hagustalt,
hagastalt).
– ursprünglich Bez. für den Besitzer eines eingefriedeten Grundstücks ( →
hac), „das zu klein war, um auf ihm einen eigenen Herd, Haushalt oder
Hof zu unterhalten. Die schlechte wirtschaftliche Lage zwang den H., sich in den Schutz
eines älteren Bruders, der nach germ. Erbfolge den väterlichen Hof erhielt, oder eines
anderen Mächtigen zu begeben und diesem Dienstleistungen, namentlich solche
militärischer Art, zu erbringen” (HRG 1,1910). –
unverheiratete Person ohne eigenen Hausstand, meist hörig:
ein hagestolz, ein getling, der ane wip ist und an ê WeistGr
1,366
(a. 1341);
wer vierzehen iâr alt ist ald darob und niht êwibs gehept hât, und dem sin
vatter von todes wegen abgangen ist, das der ain hagstoltz ist StRStGall
69,19.20;
welher ain hagestoltz ist, er sy wyb oder man, wen der abgät, so ist das
varend guot geuallen dem gotzhus DRW
4,1426
(SchrBodensee; Ende 13. Jh., kopial);
UrkCorp (WMU)
1453ABC,13,12,39;
WeistGr
1,240
(14. Jh.).
1,294
(nach 1330).
–
haistaldi vocantur manentes in villa, non tamen habentes hereditatem de curia,
nisi areas tantum et communionem in agris et pascuis UrkMittelrhein
1,153
(a. 1222);
dc er sin tivrste lebindis gvͦt ze valle gebin sol, vnd obe er dez nit
hat, ist er ein hagistolz [wenn er ein h.
ist] , dc er [...]
UrkCorp (WMU)
173,33.
–
dasz wir [...] verkoͧphet han daz eigen ze
Wigehein [...] mit den hagestolcen, es sin man oder
froͧwen, die zuͦ dem guͦte hoͧrent UrkWürtt
8,258
(a. 1281);
daz der selbe Egilolf sich het vúrzigin [...]
teilis [auf seinen Anteil verzichtet hat]
[...] an den hagistolzin zi Rorschach mit wibin vnd mit
kindin UrkCorp (WMU)
N95,20;
UrbBayS
4,63.
–
do was aller ire [der Israeliten in der Wüste]
menegen alsus vile: sehs hundert tusende, sehzeg tusende, sehs unde sehzeg tusende
wighaphter manne ane wib unde chint unde ane hagestolte PrWack
10,33
MWB 2 1099,10; Bearbeiter: Bohnert
hagestaltliute
stSubst. (Pl.)
als Pl. zu →
hagestalt:
haistaltleute sveln dem rihter geben zv dem chotemperen
[Quatember] , dreistunt in dem jare, ie der man drei
phenninge UrkCorp (WMU)
3068,29
MWB 2 1099,54; Bearbeiter: Bohnert
hagetûbe
swF.
→
hegetûbe
MWB 2 1099,58;
hâhære
stM.
‘Henker, Scharfrichter’ (s.a. Angstmann, Henker S. 23ff.):
den hals sî dar strahte / und hiez sich slahen den hâher MargAntioch II
702;
wide unde seil / schaffe unser einem der hâher morne her Wartb
Fl 2,16.
Fl 8,4;
wir [...] wellen nicht, daz es [das
redern, houptnn und brennen
] fiurbas iemman anders
tuͦ danne der haher, wer danne haher ist in der stat ze Regenspurg
UrkRegensb
406
(a. 1334);
der an ern noch an wird niht ze achten ist [...], der
sol geslagen [gezüchtigt] werden niht von dem haher
[
a suspensore
]
[...], sunderleich sülln in die schergen slachen
StRWienerNeust
21.
–
die dâ lebent alsam ir, / die [...] sint wîbe und
manne / ze genôze alsô mære / als ein hâhære Helmbr
1018
MWB 2 1099,59; Bearbeiter: Bohnert
hâhel
stswFM.
auch hâhela, -e ( SummHeinr ); kontr. hâl,
auch hæl, hel(l).
– vgl. ahd. hâhal stM., hâhala, -ila stF. (AWB
4,604f.).
Vorrichtung zum Aufhängen, bes. des Kessels über dem Feuer,
‘Kesselhaken’
swer viurær in der chuchen ist, [...]
[der soll] diu cuchen berihten mit halen
[lat. Parallelurk.: cum appensoriis
] , mit
hævenn, mit muͦltern UrkGeisf
436
(13. Jh.);
heͣl, chessel und phannen HvBurg
5675;
der koch gab [als Hochzeitsgeschenk] ain hell
Bauernh
394;
hoheln und brantreiden / hant sich gar von mir gescheiden KgvOdenw
13,29;
als Übers. von lat. cramacula:
hahel Gl
3:639,55;
SummHeinr
1:344,438.
2:40,161;
VocOpt
10.061
MWB 2 1100,10; Bearbeiter: Bohnert
hâhen
stV. (VII)
Präs. auch mit Schwund des inlautenden h: 2. Sg.
hais Roth
4547;
3. Pl.
heint UrkCorp
53,7,
hein Seuse
29,1
(oder zu haben?); Inf.
hâen SAlex
1391,
hai Mühlh
112,13,
hein UrkCorp
44,9,
kontrahiert
hân SAlex
3960;
Roth
3161
u.ö.,
hen UrkCorp
N282,35.
– Prät. mit gramm. Wechsel hienc, hiengen, Part. Prät.
gehangen;
statt hienc obd. auch hie (z.B.
Aneg
3141;
Greg
2625;
RvEWchr
27628;
Dietr
2475;
s. 2
5Mhd. Gr. § M 109 Anm. 1).
1 tr. 1.1
‘etw. (jmdn.) aufhängen, wohin hängen’
1.1.1 ohne Präp. 1.1.2 mit Präp. 1.2 als Tötungsart (meist Todesstrafe), ‘jmdn. (an den Galgen, einen Baum, ans
Kreuz) hängen (um ihn zu töten)’
1.2.1 ohne Präp. 1.2.2 mit Präp. 1.3
‘etw. (houbet, brâwen) hängen lassen, senken’
1.4 vereinzelt ‘etw. anheften, festmachen’ (vgl. 3.4 ) 2 refl. 2.1
sich an etw./jmdn.
~
‘hängen; anklammern, festhalten’
2.2
‘sich aufhängen, erhängen’ ; 3 intr. 3.1
‘hängen, niederhängen’
3.1.1 ohne Präp. 3.1.2 mit Präp. 3.2 mit präd. Adj. vol und Gen.d.S.: ‘über und über mit etw. behangen
sein’
3.3
‘(in der Luft) hängen, schweben’
3.4
‘haften, festgemacht sein’ (vgl. 1.4 ); 3.5
‘hängen-, haften-, klebenbleiben (und nicht mehr loskommen)’ , nur
präfigiert gehâhen , mit Präp. ( an, bî ) 3.6
‘sich an etw./jmdm. festhalten’
3.6.1 eigentl. 3.6.2 übertr., ‘an etw. festhalten, bei etw. (jmdm.) bleiben, verweilen’ ,
mit Präp. an/ûf 3.7 jmdm. an dem herzen ~
‘jmdm. im Gemüt haften, in jmds. Gedanken sein’
3.8
‘eine Bitte (Gen.) gewähren; jmdm. etw. gestatten, jmdm. (in Bezug auf etw.)
zustimmen’ (vgl.
hengen )
1
tr.
1.1
‘etw. (jmdn.) aufhängen, wohin hängen’
1.1.1
ohne Präp.:
als Moyses einen slangen
hiench [
exaltavit Io 3,14] in
der woste, same moͮz der gotes sun gehohet werden Spec
101,7;
dâ ir swert wârn gehangen Parz
429,1;
er traf in dâ man hæht den schilt ebd.
444,21
1.1.2
mit Präp.
–
an:
an eine hohe gerte wart gehangen der êrin slange
Spec
101,28;
sîn swert [...] / man
vorn an den satel hienc Parz
274,9;
[Brunhilde] truoc in
[Gunther] z’einem nagele unt hienc
in an die want NibB
637,2.
649,4;
haben wir gehangen vnser beder insigel an disen brief
UrkCorp (WMU)
1104B,28;
man hienc ouch ander kleit an
in [legte sie ihm an]
Parz
401,3
(ähnl.
EnikWchr
1175
);
daz peyonyen korne den kinden an den hals
gehanghen groze helfe bringen OvBaierl
87,25;
daz armbrost hûb ein Same ûf / unde hîng
[...] / iz an den hals NvJer
11838;
Herb
14694;
Jüngl
694;
SM:Had
1: 1,11;
sprichw.:
er kunde niht geswîgen. / die Gumpoltes gîgen / wolt er hâhen stæt
an mich [ mich andauernd zum Besten haben, zum Narren
halten mit seinem Geschwätz ]
Helbl
9,143
(vgl. DWB 4,1,2,2574 s.v. Geige
4: Anhängen einer Geige als Ehrenstrafe);
übertr.:
got gotheit an sie [Maria] hienc
Kelin
1:4,8.
–
in:
wir sulen [...] in die
clâren brunnen / hâhen guttrel von glase Wh
326,17;
wer ez [ein Kraut]
nimt [...] und hæht ez in ain haus an den luft
BdN
412,6;
die [Verwundeten] ir
hende hiengen in diu bant [Schlingen]
Parz
20,14.
–
über:
vil manic kezzel was / über starkiu viuwer
gehangen Wh
285,29;
daz [
swert
]
bant der künic [...] / an ein vil cleinez
rossehâr / und hienc ez über den spilman KvWTroj
5525;
und hîngin in sam einin sac / ubir ein pfert dî
twere NvJer
17553;
BdN
421,35.
–
vor, vür:
sus vuoren si [...] / unz
an daz palas. dâ vor / was gehangen ein slegetor Iw
1080;
daz enimi man wurdi
[...] ein briph vur sini turi gihangin
Mühlh
174,21;
den [
schilt
] er fùr sich zü
wehr hing Krone
13289;
si liez ot aber vallen die cleider von dem libe
[...]. / ein væle was von Teserat der
siden, / die hienc si vur di bruͤne JTit
2553,4;
MfrkReimb
331;
Parz
51,17;
KLD:Alex
2:16,10.
–
ze:
dô er den schilt zer sîten hienc
Tr
7888;
swenn er den schilt zehalse / hienc JTit
4033,3;
Wh
386,26;
bertram gehangen den kinden zu dem halse hilfet
di wider daz vallende ubel Macer
79,6
1.2
als Tötungsart (meist Todesstrafe), ‘jmdn. (an den Galgen, einen Baum, ans
Kreuz) hängen (um ihn zu töten)’
1.2.1
ohne Präp.:
den phister hiez er fâhen, houbeten unde hâhen
Gen
1986;
daz man dinen sun hie SüklV
117;
er hienges alle viere Iw
4953;
diebe sol man hâhen Freid
47,19;
swenne in sîne vînde vâhen, / stümbeln unde hâhen Helmbr
1114;
SAlex
1391;
WälGa
8416;
Loheng
7495;
StRBrünn
359
1.2.2
mit Präp.
–
an:
alzuhant / hîngen sî in hô inpor / an einen
galgin vor daz tor NvJer
14939;
[
si
] hiengen in an einem boum
Helmbr
1909;
wer hæht die rouber an die wid?
EnikFb
2042;
den [Christus] man
durch uns anz kriuze hienc Parz
448,12;
MfrkReimb
347;
UrkCorp (WMU)
N282,35.
–
ûf:
er solte Alexander ûf einen poum hâhen, / daz inz
gevugel êze VAlex
1412;
si [...] hingen sie alle
ûf ein zwîch ebd.
758;
der in [...] uf einen galgen hienc
Pass III
490,64;
zu jungest sie in hingen / uf ein cruce Pass I/II (HSW)
8050;
GrRud
Eb 53;
ReinFu
K,1842.
– mit anderen Präp.:
sint hinc man in mit der wide Herb
17443;
inzwischen zwen meintæten / hiengen si den gotes
sun VEzzo
256;
AvaLJ
151,6;
dem ersten [Schächer] brachen sie die
bein / und auch dem andern, die mit ein / zu cruce da gehangen waren
EvStPaul
14422;
dô sî ir sun lieben / sach hâhen zuo den dieben Aneg
2934
(oder intr.?)
1.3
‘etw. (houbet, brâwen) hängen lassen, senken’
sî hienc daz houbet unde sprach / trûreclîchen
Iw
2221;
mit adv. Best.:
daz houbet er dâ nider hienc KvWTroj
15570;
die brâwen hienc er hin ze tal ebd.
28402;
Ottok
45698;
Heidin IV
1371;
HeslNic
944.
– mit Präp. ûf:
daz hovbet er vf die valle hieng ReinFu
K,365
1.4
vereinzelt ‘etw. anheften, festmachen’(vgl. 3.4):
were, dat [...] eynich stritlich schif
[...] vp den vluͦsz des Rijnes
[...] gehangen [d.h. vor Anker
gelegt] wuͦrde UrkCorp (WMU)
3470,44
2
refl.
2.1
sich an etw./jmdn.
~
‘hängen; anklammern, festhalten’
[der Fuchs] enpfleucht den hunden etswenn mit dem,
daz er pillt sam ain hund, oder er hæht sich an ainen ast, unz die hund daz spor
verliesent BdN
164,6;
die tuvele [...] sich selben hiengen dran
[an die Waagschale mit den bösen Werken] / und
wolden zihen her dan / ir teil in di tufe nider Pass I/II (HSW)
15165;
dâ wart grôz umbevâhen. / ieslîchz sich weinende an in
hienc Parz
429,15;
KvWPart
21492.
– übertr.:
ich inrûchte nicht, / in welchir wîs
[...] / ich mich an sî hînge [sie
verfolgte]
NvJer
17243
2.2
‘sich aufhängen, erhängen’;
Selbstmord:
dô er [Judas] sich vor leide hie
Greg
2625;
[Judas] sich selber hienc an einen stric
Pass I/II (HSW)
34995;
RvEWchr
29857;
Helbl
7,178.298;
Renner
14273;
EvBeh
Mt 27,5.
– scherzhaft (vgl. 1.2):
Parzivâl eins zêders ast / begreif mit sînen handen.
/ nu jehts im niht ze schanden, / daz er sich âne schergen hienc
Parz
445,3
3
intr.
3.1
‘hängen, niederhängen’
3.1.1
ohne Präp.:
dâ hieng ich angestlîchen NibB
650,1;
also hiengen si
[Gehenkte] untz an den abent
PrOberalt
74,11;
wan er [der Gekreuzigte] ir ze hôhe hienc:
/ sî mohte niht gerüeren in MarienklUVr
1081;
si hienc [ihn umarmend] alsam ein klette
Pass III
650,27;
jr leip hie als ein sak / geruntzelt vnd gevalten Krone
9404;
daz houbt [des kopfüber Gekreuzigten] hienc
dar nider Pass I/II (HSW)
32369;
der [
bart
] im verre nider hienc
ebd.
32123.
– mit präd. Adj.:
das [
swert
] hing
[...] bar Krone
14244;
sus wurden alle die seiten slaf, / wand sie zubrochen hiengen
Pass I/II (HSW)
7269
3.1.2
mit Präp.
–
an:
[Jesus] an dem kriuze hienc Wh
303,29;
Spec
102,1;
nû hienc ein tavel vor dem tor / an zwein ketenen
enbor Iw
299;
daz swert [...] / ob im
an einem hâre hienc KvWTroj
5565;
der [
kolbe
]
im an dem arme hienc Wig
6670;
der [
schilt
]
an der mûre bî im hienc ebd.
7142;
Winsb
19,10;
und hienc an sînem nacke / ein grâwer mantel
KvWTroj
1654;
der mantel der an im hienc Martina
160,58;
und zerhiwen
die [
schilte
] sô gar, / daz si
an in kûme gehiengen UvZLanz
2565;
in allem dem reht, als ob min insigel an dem brief hinge oder wer
UrkCorp (WMU)
3428,35.
53,7;
vnder disen jnsigeln, die an disem brief gehangen sint ebd.
3185,33;
[eine in der Luft schwebende Krone] was an
nihte gehangen KvHeimHinv
676;
Parz
313,13;
Wig
7137;
Pass I/II (HSW)
34217;
übertr.:
waz gesindis an in hînc [von ihnen
abhing, zu ihnen gehörte]
NvJer
20957;
swer dâ ze einem mâle wirt berüeret von der wârheit
[...], wære, daz alliu pîne der helle dar
ane hienge [damit verbunden wäre] , der
mensche enmöhte sich niemer [...] dâ von
gekêren Eckh
2:27,12.
1:200,17.
–
in:
di [Flaumfeder] nider
[...] ginc, / dâr si in der wâgen hinc /
unde ûf zuckete den stein SAlex
7200.
–
über:
ein vels hette gehangen / vber den stat manic iar
Herb
17183;
von einem boum ein grôzer ast / über daz wazzer
hienc Ottok
18853.
–
ûf:
[dem wilden Weib] hiengen nider auf daz
chinne / zwen gerüntzelt kinnebachen Krone
9376;
Eugenia von obene brach / den roc enzwei. diz ergienc, / unz daz
er uf den gurtel hienc / und man sach die bruste Pass III
476,86;
mit präd. Adj.:
sin kleit hienc uf dem marcte veil ebd.
141,2.
–
von:
sin herte herin hemde [...] zurizzen von
im hienc Pass III
57,91;
von einem boum ein grôzer ast / über daz wazzer
hienc Ottok
18853;
übertr., jmdm. hæhet daz ôre von jmdm. ‘jmd. neigt
sich von jmdm. weg, wendet sich von jmdm. ab’
den herren hienc daz ôr / von dem kunic von
Bêheim ebd.
14098;
sumlichen Bêheim daz ôr / von im hienc mit dem
herzen ebd.
15611.
85347.
–
vor:
gespenge [d.h. Schilde] , daz in dâ hie
vor handen Kudr
647,3;
er nam war, wie der seraf / vor im gekruziget hienc Pass
III
530,39;
Er
7743;
UvZLanz
5910.
–
ze:
swem dâ schilt ze halse hienc Wh
384,14;
als eim leitbrachen / hiengen ir [dem wilden
Weib] div oren ze tal Krone
9379;
Wig
7411
3.2
mit präd. Adj. vol und Gen.d.S.: ‘über und über mit etw. behangen
sein’
der [Baum] hienc süezes obzes vol
Philipp
2826;
guldîner schellen hienc
ez [Fliegennetz] vol Wig
10390;
[aus der Nase des Bauern] ein lock hares reit
[= ragete
]
[...] / vnd hing auch al zijt vol / tropfen von dem
vnflat, / das der lip dorch die nase lat Krone
19669;
KvWPart
2325.
–
all liut [...] / voll
blâtern hiengen [d.h. ihr Leib war mit Blattern
übersät]
EnikWchr
7998
3.3
‘(in der Luft) hängen, schweben’
uf drin beinen was sin [Löwe] ganc, / daz
vierde bein enpor hienc Pass III
509,91;
Vät
27201.
– mit Präp.:
swaz man [...] / stralen unde pfile / gegen
dem heiligen geschoz [...], / die hiengen alle in
der luft / und trafen nindert in sin leben Pass III
353,8.
533,7;
übertr.:
in zwîvel ~
‘in Angst, Besorgnis schweben’
Krone
11196
3.4
‘haften, festgemacht sein’ (vgl. 1.4);
mit Präp. (an, bî):
[Tristan zerlegt den Hirsch:] den herzeric er dô
gevienc / (ich meine, an dem daz herze hienc) / und enblôztin aller sîner
habe Tr
2972;
das rosz er von der linden bant, / da es hing an dem ast Krone
12372;
jr pfert sie vil snelle fing, / da es by dem zaume hing ebd.
19998;
WhvÖst
1147.
– mit präd. Part.-Adj.:
daz ein ast den zoum gevie / und daz ros behabte hie, / daz ez stille
stuont Wigam (B)
M 819
3.5
‘hängen-, haften-, klebenbleiben (und nicht mehr loskommen)’, nur
präfigiert gehâhen, mit Präp. (an, bî):
do Absalon, Davides sun, gehie bi dem hare an einem aste SeckauBrev
174;
daz im ein ast den helm gevienc /
und [er] bî der gurgeln gehienc Iw
4674;
schier er [
hirz
] gehieng / an sînen
hornen Boner
56,39;
die hende bis an den elenbogen / ime zv hant virlamet waren / vnd gehingen
an der baren / daz er bit keinen dingen / sich mohte her abe gewinnen
MarHimmelf
1260;
PleierGar
602
3.6
‘sich an etw./jmdm. festhalten’
3.6.1
eigentl.:
dô truoc daz wazzer enwec / beidiu man unde stec. / vil kûme gehienc
er dar an [konnte er sich daran festhalten]
GFrau
1797;
dirre in helsende ummevienc / unde der an sine cleider hienc: / si
gerten siner gruze Elis
4308;
do ward Tyrus inne / das er pey der
schwartzen [Frau] lag. / er ruckte hin dan und
erschrack, / si hieng [ihn umarmend] an im als ain
hartz HvNstAp
14229
3.6.2
übertr., ‘an etw. festhalten, bei etw. (jmdm.) bleiben, verweilen’,
mit Präp. an/ûf:
[die Heiden] hiengen vesteclich dar an, / daz sie
[...] unselic bliben [sich nicht
taufen lassen wollten]
Pass I/II (HSW)
34296;
Pass III
156,68.
673,34;
sus waren disses herren kleit / nicht zu bose, nicht zu gut, / uf daz
niemannes mut / mit ergerunge hienge dran [daran Anstoß
nähme]
ebd.
429,91.
–
wand er uf dem wane hienc [...], / die
muter mit den brudern zwein / were in dem mere ertrunken Pass III
647,64;
sin herze allez hienc / uf gotes kint, daz milde ebd.
382,70
3.7
jmdm. an dem herzen ~
‘jmdm. im Gemüt haften, in jmds. Gedanken sein’
an deme herzen stete im hienc / daz schone antlitze iener maget
Pass III
671,88;
waz im an dem herzen hienc, / daz barc er Pass I/II (HSW)
38416;
Vät
30756
3.8
‘eine Bitte (Gen.) gewähren; jmdm. etw. gestatten, jmdm. (in Bezug auf etw.)
zustimmen’ (vgl. →
hengen):
der pâbist williclîch gehînc / der reinen hêrrin bete
NvJer
538;
[der Legat nimmt Swantopolk wieder in die Kirche
auf:] darumme er in dô enpfînc, / als im der brûdre rât gehînc,
/ zu gnâdin der cristinheit ebd.
6934
MWB 2 1100,24; Bearbeiter: Bohnert
hahse, hehse
swF.
auch hasse, hesse
(Minneb).
1
‘Kniekehle’
2
‘Kniebug des Hinterbeins’ , meist von Pferden
1
‘Kniekehle’
[die Figuren des Säulenreliefs waren so
gesniten,] daz knie, bein und hessen / heten so recht
gelenke gar Minneb
194
2
‘Kniebug des Hinterbeins’, meist von Pferden:
si [
Berhtunc und sîn hêrre
] sluogen
[...] den rossen die hahsen abe WolfdA
343,4;
diu ros gelîchen wanc / an die hahsen tâten nider
Wig
6656;
die rosze vielen vf den sand / bisz an die hehszen hinden Krone
15503;
diu tjost wart sô krefteclich / daz diu ros hinder sich / an die hehsen
gesâzen Er
776.
4392;
ir beider ros gesâzen / ûf die hassen dar neder En
7369;
ietweder ors ûf hähsen saz Parz
197,8;
UvLFrd
87,15;
Loheng
2110;
Bit
11971;
RvEAlex
21237;
diu orse bugen sich / zuo ir hehsen beiden Reinfr
17349.
– von andern Tieren, jägerspr. ‘Hinterlauf’
ein warte [Lauern auf ein zu erlegendes Wild] , diu
bedarf wol winde, / die im [dem Wilde] die hähsen rüeren
Hadam
434,6
MWB 2 1104,9; Bearbeiter: Gärtner
haich
stM. → hâke swM.
MWB 2 1104,28;
hâke, hacke
swM. , hâc
stM.
swM. auch hag(g)e, stM. haich, hach.
1
‘Haken’
1.1 allg. 1.2 ein hakenförmiges Werkzeug oder Gerät bezeichnend, auch pars pro toto 1.3 bildl. und übertr. 1.4 übertr. 2
‘aus einer Astgabel bestehendes landwirtschaftliches
Gerät’
2.1
‘zweizinkige Gabel’
2.2
‘Hakenpflug’
3 als Flächenmaß, hier ‘Pflugacker’
4
‘Fischreuse (?)’
1
‘Haken’
1.1
allg.:
uncinus: krapho vel hako SummHeinr
1:372,419;
[der Adler] kürzt den hâken seins snabels
BdN
166,29.
– Sprichw. ‘was ein guter Haken werden will, krümmt sich
beizeiten’, um bestimmte Dinge zu erreichen, muss man sich schon
frühzeitig darum bemühen (vgl. Friedrich, PhrasWB, S. 191, TPMA
5,351):
man gicht, swaz werden welle ze hage, daz crümme sich bezite. / ein
jungeling sol in der jugent heben an, / waz gut getan / si, secht, des sol er
remen JMeissn
A1:2,6;
swaz z’eime haggen werden sol, / daz krümbet sich
vil vrüeje KvWTroj
6400;
Marner (W)
7:13,10
1.2
ein hakenförmiges Werkzeug oder Gerät bezeichnend, auch pars pro
toto:
sulch droich dat bette, sulch den pot, [...]
sulch droich den haich [Kesselhaken] ind die
brantreide HagenChr (G)
1343;
ain hacken [Enterhaken] ward
gehaft / in Absolon mit starcker krafft. / er ward auß dem scheff gezogen
HvNstAp
3270;
mit hâken und mit rechen grôz / zugen si die tôten
[aus dem Fluss] ûf Ottok
17284;
UrkAargau
1,6:17,1
(a. 1347);
GenM
65,26.
– als Straf- oder Folterinstrument:
daz man einen isenen haken machen svͦl vnde slahen in den stoc vmme
daz, ob keiner boser, lichter [leichtfertiger] man
[...] spreche die wort, die an gotes oder an der
heiligen ere ge, daz man den selben an den haken mit der zvngen oder mit dem
oren henke UrkCorp (WMU)
2302,18;
er [der Teufel] het vil hende, / an des lîbes
ende / einen vreislîchen zagel, / der het manegen îsnînen nagel, / manegen hâken
krumben, / dâ mit er die tumben / quelt unde stichet Tund
1305
1.3
bildl. und übertr.:
der sunden haken Pass I/II (HSW)
14777;
zornes haken ebd.
38924.
17656;
Pass III
21,84
u.ö.;
Vät
36046;
des tiuvels haken [...] sint rîchtuom, maht, /
adel, name, gelust, hêrschaft WälGa
5919;
der dorn sine bluet schire birt, / des dornes bluet drate
vorwirt, / mit sines sures stiftes hach [stechenden
Spitze] , / sich, seret her hindenach. / recht also tut di
werlet [Übers. von spina floret cito arescit aculeis pungit
sic facit gloria mundi
]
Brun
10242;
der [Gen. der werlde
] hacchen hân
ich manigen tac / geloufen nâch MF:Hartm
5:3,5
(vgl. MF:Anm z.St.: möglich auch zu →
1hacke swF.)
1.4
übertr.:
ein Prûze in Samelande / [...]
hatte einin hâkin [eine bedenkliche Eigenart] / an im
sulchir irrekeit, / daz er nicht wîzir pferde reit NvJer
4268
2
‘aus einer Astgabel bestehendes landwirtschaftliches
Gerät’
2.1
‘zweizinkige Gabel’
furca: hakko SummHeinr
2:296,55
2.2
‘Hakenpflug’
über sîn hâken leinte er
[Adam] sich HvFreibKr
165;
du [
buman
] hast dich
ouch verzigen / des haken und der eyden [Egge]
Daniel
2695
3
als Flächenmaß, hier ‘Pflugacker’
von iglichem dutschem pfluge ein scheffel weizzes
[...] gelichet ist. vnde von dem polenisschen pfluge
der hake heiset ein scheffel weizzes HandfKulm
142
4
‘Fischreuse (?)’
item piscatores de Tekkendorf non frangent glacies et haken in prediis
ecclesie pro piscibus capiendis UrkNAltaich
1,246
(a. 1271)
MWB 2 1104,29; Bearbeiter: Gärtner
hâkeht
Adj.
‘hakenförmig’
[der nahtrab
] hât hâkot zehen gar scharpf an
den füezen BdN
208,33.
237,29.
277,8
MWB 2 1105,27; Bearbeiter: Gärtner
hækelîn, hækel,
heckel
stN.
auch hakkel stM.
Dimin. zu hâke
1
‘kleiner Haken’
1.1 allg. 1.2 als Strafwerkzeug (vgl. hâke 1.2 ) 2 übertr. (vgl. hâke 1.4 )
1
‘kleiner Haken’
1.1
allg.:
ein krumber steft an der geisel, der waz gestalt als ein
heggli Seuse
43,19.
–
ein
~ in etw. slahen
‘etw. festhalten’
waiz er indert ain gewin, / so slecht er sein haekel drin
Teichn
83,36
1.2
als Strafwerkzeug (vgl. hâke 1.2):
swer got oder die hæiligen schildet oder vater vnd mvͦter, dem sol
man div zvnge an daz hækel legen UrkCorp (WMU)
3452,21
2
übertr. (vgl. hâke 1.4):
ich ahte, daz sie [die Frau] biderb sî / und doch
niht arger liste frî, / dâ sî vil lîht ein hekel [verborgener
Nachteil] bî Helbl
1,1092;
valsch [Betrug] ist gemischet ze manigen dingen, /
diu heil und sêlde uns sölten bringen: / predigen und messe sint niht frî / da ensî
etswâ ein hêkelin [Fehlerhaftes] bî Renner
13646;
so ist daz der hakkel [Nachteil,
Schaden] dran / daz dw miet hintz hell trait Teichn
302,38
MWB 2 1105,30; Bearbeiter: Gärtner
hal
stF. →
hale
MWB 2 1105,48;
hal
stM.
‘Hall, Schall’
der [Daniel] dir
[Nebukadnezar] sal / kunden dines
troumes [von den vier Weltreichen] hal
[Getöse]
Daniel
718;
gedrenge der heiden in der erden vor der schendvnge des mires
hal vnd der flüzze [
prae confusione sonitus maris et fluctuum
Lc 21,25]
EvAug
196,10;
da was von vröuden michel schal / der tamburn gen der videlen hal
RuprvWü
199;
schon [lass sein] , wachter, schon den hal, / was
hilft dich sölichs schimpffen? Hätzl
1:23,10;
ze glîcher wîs, als ob einer stüende vor einem hôhen berge und ruofte:
‘bistû dâ?’ der gal und der hal ruofte wider: ‘bistû dâ?’
Eckh
1:383,2
MWB 2 1105,49; Bearbeiter: Gärtner
hal
stN.
‘Salzquelle’
der selbe berc, / dâ des bischolfs hal / in dem Kucheltal /
ûz rint und fluz gît Ottok
67587;
ze guotem gewinne / lît daz lant über al, / beidiu ûf unde ze tal: / wilt zam
und verderspil, / des mac man hie haben vil. / hal sint ouch dar inne Bit
13319
MWB 2 1105,62; Bearbeiter: Gärtner
halbe
Adv.
→
halp
Adj.
MWB 2 1106,4;
halbe
Präp.
→
halp
Präp.
MWB 2 1106,5;
halbe
swstF. , halp
stF.
selten st. flekt. (-e
SAlex
3324;
UrkCorp (WMU)
2054,13-15;
endungslos
Spec
84,8;
En
7687,
vgl. dazu Etymol.Wb.d.Ahd. 4,757 s.v. halb3
und hier →
halp, halbe Präp.).
1
‘Hälfte’
1.1 eigentl. 1.2 übertr., ‘Gut, Grundstück, wovon die Hälfte des Ertrags vom
Pächter (dem halber) als Zins zu entrichten ist’
2
‘Seite’ , 2.1 eigentl. 2.1.1 allg. 2.1.2 mit den Zahlwörtern beide , vier
verbunden 2.1.3 in Verbindung mit al
2.2 übertr., fast ausschließlich in der Verbindung von ...
halben
2.2.1 auf Verwandtschaft (väterlicher-, mütterlicherseits) bezogen 2.2.2
‘von Seiten jmds., von jmdm.’
2.2.3
‘in jmds. Namen, Auftrag’
2.2.4
‘durch jmds. Zutun, Wirken’
2.2.5
‘wegen einer Sache, durch etw.’
2.2.6
‘in Bezug, im Hinblick auf etw.’
3 selten ‘Gegend’ ;
1
‘Hälfte’
1.1
eigentl.:
die brâhten ime an einer schar / vünfhundert covertiure
dar [...]. / die halben [La.
halbe
] er ze Karke liez Tr
18801;
die [Lehen] solen halbe [halbpräd.
Adj. ‘zur Hälfte’
] weesen des graven und die ander halbe
des, an deme der brech geschiit UrkCorp (WMU)
904,3
(oder beide Belege zu halp Adj.? s. dort unter
1.3)
1.2
übertr., ‘Gut, Grundstück, wovon die Hälfte des Ertrags vom
Pächter (dem halber) als Zins zu entrichten ist’
dc wir den wingarten unde unser reben [...]
fuͥrluͥwen han ze rechter halben Ruͦdolfe deme Klingenower
unde Felix sime sun, [...] also dc si den wingarten
umbe den halben teil des wines buͥwen sun UrkZürich
7,188
(a. 1301);
ist aber, das der halber [...] sin halbun uf wil
geben, die sol der herre, des die reban sint, nit uf nemen, e im der halber git
von ieglicher iucherte ein pfunt StRZürich (B)
168,22.
167,38;
das er [
der halber
] denne ane alle
widerrede von der halbe vnd von dem guͦte gienge noch niemer
[...] kein ansprache [...]
drumbe gehette, weder vmb die halbe noch vmb besserunge der halbe, in swelhem
buwe das guͦt were UrkCorp (WMU)
2054,13-15
2
‘Seite’,
nur mit Präp. oder in erstarrten adv. Kasusformen, artikellos außer
SalArz
29,23.
39,52;
HeslNic
1983
(s. unter 2.1.1, 2.1.2 und
2.2.6)
2.1
eigentl.
2.1.1
allg.:
unde laz denne den dunst also warm in daz ore gen.
unde decke daz houbit an der halben [wo das kranke Ohr
ist] gar, daz in [den Kranken]
swizzinde werde von deme dunste SalArz
39,52;
si [...] sturben durh ir
vehten / in Darien halbe [weil sie auf Darius’ Seite
gekämpft hatten]
SAlex
3324.
– adv. Akk. Sg.:
selbe nehast du
[Gott] anegenge noch
[...] ente, / dannen nemagen dich die stete
noch die wente / deheine halben [auf irgendeiner
Seite] umbegeben noch umbescriben
Himmelr
2,3
2.1.2
mit den Zahlwörtern beide, vier
verbunden
(s.a. beidenthalben Adv. und Präp. unter →
beidenthalp [auch frmhd.:
Anno
34,12.19;
SAlex
1744.
2393.
3216
] und s.a. →
vierhalben Adv.):
nû lâze wir di here stân / und in beidenthalben fride
hân SAlex
4627.
1320;
[Gott] het ez dort unde hie [im
Himmel und auf Erden] / enbêdenthalben sô bedâht
Aneg
761;
von beidenthalben flouch daz scoz [flogen
die Geschosse]
SAlex
3235;
En
7959.
8879;
Athis
C 50;
Lanc
237,23.
–
allen vierhalben [auf/ von
allen vier Seiten] si siu an ranten Kchr
5332;
[aus der Paradiesquelle] fluzzen vier wazzer
vͦz en vier halben in das paradyse Konr
17,17;
[in das himmlische Jerusalem] gent von vier
halben zwelf burgetor Himmelr
3,15;
von den vir halben des libes kumit in di lute vir
suche SalArz
29,23
2.1.3
in Verbindung mit al
(s.a. →
allenthalben Adv.).
–
an/ in allen halben
‘auf allen Seiten, allerseits, überall’
dô gesach ich / in allen enden [La.
an allenthalven
] umbe mich / wol tûsent
tûsent blicke Iw
648;
[ein Edelstein ist purpurn gesprenkelt] in
allenthalben hie und dar Brun
1715;
SAlex
2189.
2441;
(bildl.:)
geruͦch min dürre herze salven, / dat ich
[...] entgruͦn in allen halven
MarlbRh
2,8;
mit Gen.d.P.:
di toten lagen in allenthalben
sin [um ihn her]
Rol
4146.
4478.
6665.
–
von allenthalben liute kâmen / ze Marîen Philipp
8998;
sô gar het er
[König] sich wîten / gesamt
[Streitkräfte um sich gesammelt] von
allenthalben Ottok
15381
2.2
übertr., fast ausschließlich in der Verbindung von ...
halben
(selten von ...halp, s. unter 2.2.2; vereinzelt
von den halben, s. unter 2.2.6)
mit Gen. oder Poss.-Pron., nur unter 2.2.1 auch mit attr.
Adj.
– daneben vereinzelte Belege mit Präp.
in:
wil dû nû wizzen rehte, / waz diu buhse bedûte
[...], / merke in allenthalben
[höre genau zu] : / si bezeichent
[...]
En
9941;
man sal got in beiden halve [l. halven (Dat.),
‘auf beide (nachfolgend genannte) Arten’
] minnen
Lilie
53,29
2.2.1
auf Verwandtschaft (väterlicher-, mütterlicherseits)
bezogen:
edel kint van beiden halven MarlbRh
2,5;
sie ist von zwein halben kebschkint
Lanc
494,4;
von wes halben mocht er syn nefe syn? ebd.
95,34.
–
alle die von riter art nicht ne sin von irs vater halven noch von
ir eldirvatir [
ex parte patris eorum et
avi
] , die ne haben nehein lenrecht
RbGörlitz
21.
110;
[Kinder eines der Mutter nicht ebenbürtigen
Vaters] nemen [...] der mûter
erbe nicht noch niemannes, der ir mâc von mûter halben ist SSp
(W)
3:73,1;
der Swâb en mag ouch von wîbes halben chein erbe nemen, wenne
[...]
ebd.
1:17,2;
Lanc
92,26
2.2.2
‘von Seiten jmds., von jmdm.’
sogetanin gewalt habint die bischoffe
[...] von s. Petirs halb [vom hl.
Petrus her]
Spec
84,8;
vort so suͦlen die buͦrgere van Kolne beide in dem
waszere inde vͦppe deme lande van des bischofs halven vngetollit sin
UrkCorp (WMU)
78,42;
[Einlager] in zwein husen ce Kolne, da si inde
wir jn bewisit werden van ierent haluen ebd.
76,25.
268A,19;
En
7687;
Yolande
3751.
–
von gerichtes halben:
swer sînes vormunden zu hant nicht enhât, der sal in bringen zû
deme nêsten tage, der ûz geleget wirt von gerichtes halben umbe sîne
clage SSp (W)
1:42,1;
der vormunde von gerichtes halben [vom Gericht
bestellte Vormund (einer Frau)] sal ouch gewere vor
sie geloben und entphân, und sider cheine nôt dâr umbe lîden, wen daz
her der wârheit bekenne, swenne ers von gerichtes halben gevrâget werde
ebd.
1:47,2.
1:41.
3:82,2
2.2.3
‘in jmds. Namen, Auftrag’
dú rede [Scheltrede des Semei
gegen David] wart genomen / von gote: er hat die warheit /
von gotis halbin mir geseit [vgl. II Sm 16,5-10]
RvEWchr
29632;
dar wart he [Joseph] geweldich imme lande
von Pharaones halven SächsWchr
71,29;
ez ensal ouch der meister noch niman von sînenthalben
[...] des hûses eigen verkoufen
StatDtOrd
102,6;
daz ich in [Gott den
Hiob] nu han [...] betrubet / von
dinenthalben [auf dein (Satans) Betreiben hin]
Hiob
971;
UrkCorp (WMU)
255,39;
SSp (W)
2:58,3.
3:85,4
2.2.4
‘durch jmds. Zutun, Wirken’
ich hân [...] kint, / diu
mîn von gotes halben sint Tr
4130;
[ein Kranker hofft auf Heilung durch Jesus:] daz
ich von sinenhalben genise HeslNic
3871;
daz die brudere vurbaz an dem guͦte von miner swager halben iht
schadehaft mvͤgen werde UrkCorp (WMU)
124,20;
SSp (W)
Reimvorr. 157
2.2.5
‘wegen einer Sache, durch etw.’
solt ieman ûf der erden / von triuwen halben werden /
künic oder künigîn, / binamen daz möhten si wol sîn Tr
1812;
an dem houbte [...] di
vlecke [kahlen Stellen] , da hars von sers
halben gebrichet Macer
25,27;
wir suln haben die barmherzichait, von der halben wir erlost sin
PrLpz (L)
30,8.
29,26
2.2.6
‘in Bezug, im Hinblick auf etw.’
so bin ich [Jesus am Kreuz] wol vorlazen /
von den halben des vleisches, / wen du
[Gottvater] iz niht irvreisches / noch
intsebes des smerzen, / den ich in mime herzen / lide durch Adames mein
HeslNic
1983
3
selten ‘Gegend’;
auf den Himmel bezogen:
plaga: pars celi, pars halba SummHeinr
1:93,819.
–
in halben adv.:
[...] v̂f den bergin Ararat. / man sagit, daz
dar in halvin [in dieser Gegend, in diesen
Landstrichen] noch sîn, / die dir diutischin sprecchin
Anno
20,21
MWB 2 1106,6; Bearbeiter: Bohnert
halben
Präp.
mit vorangestelltem Gen.
erstarrter Akk. Sg. oder Dat. Pl. von →
halbe swstF.
– Verbindungen von halben mit artikellosem oder pronominalem Gen.
können als Kompos. gelten und erhalten eigene Wortartikel.
1 mit Gen.d.P. 1.1 räuml., ‘an jmds. Seite, neben jmdn./jmdm.’
1.2 auf eine Partei eines Kampfes, einer rechtl. Vereinbarung bezogen,
‘auf/ von jmds. Seite, seitens jmds.’
1.3
‘um jmds. willen, im Hinblick auf jmdn.’
1.4
‘in jmds. Namen, Auftrag’
1.5 in Kompos. mit pron. Erstglied, s.
mîn-, sîn-, unserhalben
2 mit Gen.d.S. 2.1
‘auf der Seite von etw.’ , nur in Kompos.; 2.2
‘betreffs einer Sache, mit Bezug, im Hinblick auf etw.’
2.3
‘wegen/ infolge einer Sache’ ,
1
mit Gen.d.P.
1.1
räuml., ‘an jmds. Seite, neben jmdn./jmdm.’
[
ein suntigez wip
] brahte ir salbe, si gie
Christes halbe [La. halben
] . /
[...] mit trahenen si si [seine
Füße] badete, mit der salben salbete [vgl. Lc
7,37f.]
AvaLJ
79,1.
– übertr., etw. stât jmds. halben, übertr.,
‘etw. steht bei jmdm., hängt von jmdm. ab’
Artus und Ginover [...], / diu waren vol der
wirde. / dar an si niht enirde / swa ez ir halben stuont, / wan ez
[die Ausrichtung eines Hoffestes] manec
tusent phunt / koste zem ringesten Mantel
212
1.2
auf eine Partei eines Kampfes, einer rechtl. Vereinbarung bezogen,
‘auf/ von jmds. Seite, seitens jmds.’
sie sahn harte ungewegin / den strit irs herrin halbin
wesin / vndaz er mochte nicht genesin Athis
C 83;
mit gemach si wider kômen / der Franzois halben
ungestriten Ottok
395.
–
vmb den gebresten, der des hertzogen Ludwigs halben von dem vitztum,
dem Chrandorfer, vnd des hertzogen Otten halben von dem Schenchen von
Fluͤgelsperch gewesen ist UrkCorp (WMU)
1274A,10
1.3
‘um jmds. willen, im Hinblick auf jmdn.’
wis vorsprech gotes halben / und niht durch hantsalben
[Bestechung] . / [...]
riht nach dem der dich [beim Jüngsten Gericht] rihten
sol Erz III
36,59
1.4
‘in jmds. Namen, Auftrag’
er muß faren vechten myns herren halben fur die frauwen
von Noaus Lanc
139,4
1.5
in Kompos. mit pron. Erstglied, s. →
mîn-, sîn-, unserhalben
2
mit Gen.d.S.
2.1
‘auf der Seite von etw.’, nur in Kompos.;
räuml.,
s. →
rückes-, vëldes-, zëswenhalben.
– übertr.,
s. →
brôtes-, swërteshalben
2.2
‘betreffs einer Sache, mit Bezug, im Hinblick auf etw.’
den kunic begunde rüeren / zorn unde unmuot; / er jach,
si [Boten] müesten unbehuot / sins geleites halben
kêren Ottok
1633.
– in den Kompos. →
dës-
(
GTroj
235
), geistes-, gerihtes- (
Ottok
17251
), lîbes-, tôdes-, viures-, vleischeshalben
2.3
‘wegen/ infolge einer Sache’,
nur im Kompos. →
dëshalben (
HeslApk
4431
)
MWB 2 1108,23; Bearbeiter: Bohnert
halben
swV.
1 tr. 1.1
‘etw. in zwei Hälften teilen, halbieren’
1.2
‘etw. entzweibrechen, zerschlagen’
2 intr.
1
tr.
1.1
‘etw. in zwei Hälften teilen, halbieren’
vor im fuort man ein banir, / zetal gehalbet wîz unde rôt UvLFrd
246,23;
[auf einem Wappen ist] ein gelwes kunder, / tier und
vogel beide, gehalbet vogel uf und tier hin under JTit
4682,4;
in der naht gehalbet [La. enmitten, ‘mitten in
der Nacht’
]
ebd.
6210,4.
1694,1.
– interl. für lat. dimidiabunt:
halbent, teilent [Doppelglossierung]
PsWindb
54,24;
gehalbent PsM
54,24;
PsTr
54,28
1.2
‘etw. entzweibrechen, zerschlagen’
die vyol ist vervalwit, / ir
stift [Stengel] entzwei gehalwit
Daniel
2606;
bildl.:
mit vleglen muz man halben / bosheit in kestigunge ebd.
2352
2
intr.:
vil nach [...] gehalbet ir walap in rabine
[fast halbierte sich ihr Galopp in der Karriere, d.h. erschien nur
halb so schnell wie diese]
JTit
Strophe hinter 3938,4(App.)
MWB 2 1109,3; Bearbeiter: Bohnert
halbenunge (?)
stF.
Bed. unklar (Verschreibung?), in der Übers. des Namens Munt
Salvasch
(vgl.
JTit
305,2
):
Berk der Behaltenunge [La. halbenunge
]
JTit
6294,3
MWB 2 1109,19; Bearbeiter: Bohnert |