hâ – haber- haberlîte – hachelen hachelwërc – hage hage- – 2hagen hagen- – halbe halbe – hallergëlt hallergülte – halphimel halp|hunt – halpvaste halpvierteil – halser halsgebeine – halsveste halsvlinken – hamerslac hamerslahen – hanef hanef|âkambe – 1hansen 2hansen – hantgiften hantgiftphenninc – hantsalbe hantschmänt – hantvestlich hantvestunge – hârbendelîn hârblôʒ – hârlouf harm – harnaffe harnasch, harnas – 1harre 2harre – hartruore hartsinnic – haselbir haselbluome – hasenvleisch hasenwint – havendierne havengazzer – haʒʒiclich haʒ|zorn – heberînmelwer hebesal – 3hecken heckenjeger – hegelîn hegeln – heidenisch heidenischheit – heilalle heilant – heilige heiligeistlîcheit – heilvuorlich heilwâc – heime suochen hei|metze – heimvart heimvartlich – heitber, heidelber heiter – heiʒmuot heiʒsühtic – hëlfebære hëlfebërnde – hëlkleit helle – helleglocke hellegluot – hellemunt hellemünzer – hellerigel hellerîs – helle- hellesun – hellevreisærin hellevunke – hëllunge helm – hëlmschîn hëlmschirbe – helwërtwitze hely – hendewinden hendewringen – hennenvuoʒ hentschuocher – herbërgen herbërgerîe – hêre herebërge – hergesidele hêrgesidele – hêrischheit hërkêre – Herodære Herodiane – hêrrennôt hêrrenphruonde – herschrîære hêrschunge – hertes hërtgëlt – hërverloufen herverten – hërzeblüete hërzebluot – hërzekrachen hërzekranc (?) – hërze|nabele (?) hërzenandâht – hërzenvride hërzenvrô – hërzestôʒ hërzesüeʒe – hërzevrouwelîn hërzewaʒʒer – heselîn heselîn – hîbære hichela – hierunder hiesch – himelbalsem himelbære – himelgesanc himelgesinde – himelknabe himelknolle – himelpalas himelphat – himelschheit himelschlich – himelstîge himelstîgunge – himelval himelvane – himelvürste himelvürstin – hinde hinden – hindergêunge hindergrîfen – hindernisse hinderrât – hinderstelle hinderstellic – hinderwërtlingen hinder wîchen – hinker hinkêre – hinnëben hin nëmen – hînt hintber – hinwërt hinwësunge – hirngupfe hirnhût – hirtelîn hirtelôs – hirʒmilch hirʒ- – hiu hiubelhuot – hiuten hiutezucker – hôchgebirge hôchgebluomet – hôchgenant hôchgenende – hôchgewaltic hôchgewîht – hôchmeister hôchmësse – hôchvart hôchvart – hôchzîtkleit hôchzîtlich – hœhe hôheclich – holde hölde – hol|loch hol|louch – holzapfelîn holzban – holzheit holzhërre – holzschuoherin holzstîc – honec honec|bluome (?) – honec|tranc honec|triefende – hônheit honic – hopfenziech hopferebe – horgen horgewat – hornicsprenget (?) hornîn – horten hortgadem – hospitâl hossen – houbeten houbet|êre – houbetkleit houbetklôster – houbetman houbetman|ambet – houbetsachwaltære houbetschande – houbetsünde houbetsündic – houbetwaʒʒer houbetwëgen – höuptinc höurëht – höuwezëhende houwic – hovegeselle hovegesinde – hovelich hovelîche – hovephenninc hovephliht – hoveschar höveschære – hovestatzins hove|stetære – hovezins hovezorn – 1hûchen 2hûchen – hüenerhirne hüenerhûs – hûfeht hufel – hügenisse hügenumft – hüllenwëbære hüllenwëbærinne – humerâl hummen – hundertweide hundesber – hungergîtic hungerhâr – hunt huntaffe – huobdinc huobe – huof huofblat – huorgelust huorgelustic – huotelôs huote|strëbe (?) – hurmelen hurnaʒ
– hurticlich hurtieren – hûs|êre hûsgëlt – hûslode hûslôs – hûsvrouwe hûswer – hûwen hûwen – hy
|
halber
stM.
‘Halbbauer’, ein Lehensmann, Pächter, der eine →
halbe swstF. 1.2 bewirtschaftet (s.a. SchweizId
2,1170):
das ein stoz [Streitigkeit] waz zwischen den
erberen vrowen, der ebtissin vnd dem conuent der swestron von Seldenôwe, einhalb vnd
Jacobe von Valtersbach, der ir lenman vnd ir halber ist vf ir guͦte
[...], anderthalb UrkCorp (WMU)
2054,5;
ein halber, der uf eins burgers wingarten sizzet, der sol
[...] alles das recht han, das ein ander gesessen
lenman der burger hat StRZürich (B)
166,30;
ist aber, das der halber [...] sin halbun uf wil
geben, die sol der herre, des die reban sint, nit uf nemen, e im der halber git von
ieglicher iucherte ein pfunt ebd.
168,21;
swa ein burger einen halber hat ze sinen rebon ebd.
167,9;
RbrfSchaffh
123,1.
124,2
MWB 2 1109,23; Bearbeiter: Bohnert
halbes
Adv.
erstarrter Gen. Sg. Neutr. von halp Adj.; teilw. ist auch Auffassung
als halbpräd. Adj. halbez möglich. –
‘halb, zur Hälfte’
guͦter brot fumf hundert [...], di von fumf
mutten halbes waize halbes rokken gebachchen werdent UrkCorp
N749B,28.
N748,22;
und kom doch niht halbes dar [es kam nicht
einmal zur Hälfte dazu, wurde nicht einmal halb erreicht] , / daz
den heiden gar / aller hande hab / wart gebrochen ab Ottok
84823;
ræche er [Gott] halbes, daz er mac, / sô stüend diu
werlt niht einen tac Freid
3,25.
–
solt ich dir halbes [auch nur zur Hälfte] han
geseit, / wie rein sin leben were [...], / daz wer ein
langes mere HeinzelJoh
34,1;
ichn mac ez halbez niht gesagen, / waz wirtschaft in dâ wart
geboten KvWTroj
7380;
Reinfr
23534;
HvNstAp
7098.
–
~ als vil:
daz fiwer het ze leide brâht / [...]
wîp und kint niun hundert. / der manne zal wart gesundert, / daz der wol halbes als
vil wære Ottok
9172;
BairFärb
14,1;
SchwSp (R)
79,133
MWB 2 1109,39; Bearbeiter: Bohnert
halbieren
swV.
1
‘etw. in zwei Hälften teilen, halbieren’ , nur Part.-Adj.
gehalbieret
‘zweigeteilt’
1.1 eigentl. 1.1.1 bezogen auf eine Sache, die je zur Hälfte unterschiedlich gestaltet,
gefärbt ist. 1.1.2 bezogen auf zwei Sachen, die je unterschiedlich beschaffen sind 1.2 übertr., vom Willen, ‘zwiespältig, uneinheitlich’
2
‘etw. um die Hälfte verringern’ , nur Part.-Adj. gehalbieret
‘halb: nicht ganz, unvollkommen’
3
‘etw. zur Hälfte erreichen’
1
‘etw. in zwei Hälften teilen, halbieren’, nur Part.-Adj.
gehalbieret
‘zweigeteilt’
1.1
eigentl.
1.1.1
bezogen auf eine Sache, die je zur Hälfte unterschiedlich gestaltet,
gefärbt ist.
– Wappenschild:
ich sagiu, wie er fuort den schilt. / gehalbirt nâch dem swerte
zetal. / daz ober teil daz was gemâl / reht als ein lieht saphîre plâ
[...]. / daz nider teil
[...]
UvLFrd
171,5;
daz [...] die schilte / geteilet wâren in
zwei vach, / von obene dur des randes tach / gehalbieret dur den spiz
Reinfr
835;
RvEWh
6006.
– Pferdedecke, Kleidung (vgl. Brüggen, Kleidung S. 65ff.):
sîn decke was gehalbieret
[...] : / blâ zendâl unde rôt
EnikFb
3139;
scharlach, rôt und brûn, / was sîn mantel gehalbieret Wigam
(B)
4685;
ein überzogen huot / von zendal
[...], / gehalbieret wîz und rôt
Ottok
7854;
hüete [...] / mit zendal
gehalbieret ebd.
8134
1.1.2
bezogen auf zwei Sachen, die je unterschiedlich beschaffen sind:
mit zwein sùlen süszen / was iglich venster geziert, / an der varbe
gehalbiert: / es waren zwen vnglich steine, / ein emetin was der ein, / der
ander ein grüner iaspis Krone
15778
1.2
übertr., vom Willen, ‘zwiespältig, uneinheitlich’
und sol aber [der Wille, nicht mehr zu
sündigen] ein ganzer wille sîn, nit ein gehalbierter
[La. halber
] wille: ‘ich enweiz
ob ich ez aber morne tuon.’ den willen meine ich nit; ez muoz ein stêter
wille sîn PrNvStr
273,21
2
‘etw. um die Hälfte verringern’, nur Part.-Adj. gehalbieret
‘halb: nicht ganz, unvollkommen’
swes minne mit der liebe hat / staͤte geselleschaft, /
da genzet sich der minne kraft: / ane liebe ist ir gewalt / gehalbieret und ainvalt
RvEWh
5006
3
‘etw. zur Hälfte erreichen’
manne bluͦtiger su̍nden vnd die trieglistigen su̍lent
nu̍t halbeieren ir tage [
non dimidiabunt dies suos,
werden die Hälfte ihrer Lebenstage nicht erreichen]
PsAlem
54,24
MWB 2 1109,59; Bearbeiter: Bohnert
halde
swstF.
auch helde und assimiliert halle.
‘(Berg-)Abhang, abschüssiges Gelände’
clivus: halda / helda SummHeinr
1:228,382.
2:226,260;
VocOpt sigle>
53.021;
der kuninc [...] betwanc die werlt alle, / ez were
berc oder halle Macc
776;
der templeis / von dem orse in eine halden
[Schlucht] reis, / sô verr hin ab (diu was sô tief)
Parz
444,24;
eins tages gieng er [Parzival] den
weideganc / an einer halden, diu was lanc ebd.
120,12.
445,9
u.ö.;
ane halden und an ouwen / hiez er stille haben sîn her
Wh
319,8;
Ottok
15934.
77255;
in der halden lit ein garte UrbHabsb
1:89,4
u.ö.;
UrkCorp (WMU)
1737,33
u.ö.;
ûf der halde KLD:GvN
46: 2,1.
–
sô sich muoz diu werlt verkêren, / erde neben himel valden, / dû
[Maria] bist sicher in den halden MarGr 18
484
MWB 2 1110,32; Bearbeiter: Gärtner
halden
swV.
‘sich als Halde erstrecken’
vnd dannan vf diͤ richte vnz an dc gvͦt von Vlmiz, vnd denne,
als ez ze beide siten von den Eggea nider haldet in den bach UrkCorp (WMU)
460,15;
MWB 2 1110,48; Bearbeiter: Gärtner
1hæle
Adj.
1 eigentl., ‘glatt, rutschig, schlüpfrig’
2 übertr. 2.1
‘sich hin und her bewegend, unstet, unbeständig’
2.2
‘bedenklich, gefährlich’ , subst.
1
eigentl., ‘glatt, rutschig, schlüpfrig’
lubricum: hæle, sliphich [Doppelgl.]
PsWindb
34,6;
si fuͦrent slifend uf dem grase / als uf ainem haͤlen glase
EckenlE2
126,5
(weitere Vergleiche mit glas:
Parz
566,13;
Krone
6795;
JTit
6152,4
);
ûf hælem îse Litschauer
1:4,1;
kain wafen in [einen
Edelstein] verkretzet, / so hæl ist er und so glat
WhvÖst
13867;
gedenk wie gar kurtz daz leben ist und wie haͤl
[rutschig] der weg ist PrGeorg
332,12;
sine [des Löwen] clawen waren hæle Martina
181,70;
den helen [schlüpfrigen] visch, der
da heisset ein al Seuse
9,16;
[Malven] machen den buch wich vnde hel
SalArz
85,5.
84,50;
Eracl
3885;
BdN
321,15.
– hierher oder zu hël Adj.? von einer Person,
‘geschniegelt’
wol gevalten, sôst er [ein Modegeck] in dem
roke, / vil ebene geschürzet. / nieman sol in ungetwagen rüeren! / er ist so
hel, o wurra wei, / wer kunde im gelîchen? SM:Go
4:3,7
(Haupt konjiziert
hæle, wurrâ wei Neidh (HW)
24,13
)
2
übertr.
2.1
‘sich hin und her bewegend, unstet, unbeständig’
oculi [...] lubrici: div ovgen
[...] hæ̂le PsM
H 22,3;
minn ist ein sache hæle / alsam ein schalelôsez ei Reinfr
10810;
scham unde maget [...], / diu
sint ein alsô hæle dinc, / sô kurze wernde ein ursprinc: / sin habent sich niht
lange wider Tr
11833
(oder zu
2hæle Adj. 1? vgl. Tr
(BG) z.St.; viell. Sprichw. oder Sentenz, vgl. Scholz, Tr.
z.St.)
2.2
‘bedenklich, gefährlich’, subst.:
discedat omne lubricum: entwiche allez hæle PsM
H 28,1
MWB 2 1110,52; Bearbeiter: Bohnert
2hæle
Adj., Adv.
auch hël (vgl. hëln stV.)?
EnikWchr
17972.
‘verborgen, heimlich, geheim’
1 allg. 2 jmd./etw. hât/ nimt sich ~
(vgl.
2hæle
stF. 2 ) 3 jmdm. ist ~
mit Gen.d.S. ‘jmd. hält etw. geheim’
1
allg.:
ez inist nit so hæle, ez inwerde wol uffinbære JGerichtH
4,5;
du selbe hâst getân / offen mînen hælen rât LBarl
9775;
bildl.:
ir [der merkære
] hæler
[schleichender] gang ist tuginde frî. / si sehent umb
sam diu katze nâch der mûs SM:Had
3: 5,4.
– hierher oder zu →
1hæle Adj. 2.1?
scham unde maget [...], / diu
sint ein alsô hæle [rätselhaftes] dinc
Tr
11833.
– Adv.:
[in erotischem Zusammenhang:] wie do yman hele / in
ir duphus [‘Diebshaus’ oder
‘Taubenhaus’?] sliche ZweiMaler
254,11
2
jmd./etw. hât/ nimt sich ~
(vgl.
2hæle
stF. 2):
ich wil mich niht haben hel [verborgen
halten]
EnikWchr
17972;
do im Sigun enblenken solt ir lip biz dar sich leit der borte. / daz ander was
verhullet mit der fæle / von Teserat der siden, daz sich da nimt mit namen gerne
hæle JTit
4159,4.
– mit Gen.d.S.:
des nam er hêle sich [das hielt er
geheim]
Kreuzf
7604;
etwenne hât er grôze andâht [...], unde des nimt
er sich hæle [stellt sich, als suche er es zu
verbergen] , alsô doch daz manz merke, wie diemüetic er sî
DvASchr
313,5.
– mit Präp. vor:
hohiu kunst, diu nimt sich vor mir hæle JTit
4890,2
3
jmdm. ist ~
mit Gen.d.S. ‘jmd. hält etw. geheim’
nû lât iu wesen hæle dirre worte [haltet diese W.
geheim]
Kchr
11786
(oder zu
2hæle stF. 3?)
MWB 2 1111,18; Bearbeiter: Bohnert
1hæle
stF.
zu
1hæle Adj.
‘glatter, schlüpfriger Ort’
ein vogel an dem perge pechleben mag nicht von der hæle slichte JTit
6152,4(App.);
als er sî an einer hæle, dâ er hin und her slîfet DvASchr
389,7
MWB 2 1111,46; Bearbeiter: Bohnert
2hæle
stF.
md. auch umlautlos hâl(e);
eine Variante hël (vgl. hëln stV.) scheinen
die Reime auf snel, kastel
TürlArabel
*R 34,31.
*A 238,24
zu zeigen.
– zu
2hæle Adj., Adv.
–
‘Verheimlichung, Heimlichkeit, Geheimnis’
1 allg. 2 jmd./jmdn. hât ~
, jmdn. nimt ~
mit Gen.d.S. ‘jmd.
verheimlicht etw., hält etw. geheim’
3 jmdm. ist ~
mit Gen.d.S.
1
allg.:
unse hale worde offenbare KarlGalie
8841;
si aliquis nostrum prodiderit secreta sive hele littere nostre presentis
UrkKölnAmtl
25.
– mit Präp. (âne/ sunder, in):
nv wart dvͥ rede schier ane
hel [öffentlich, bekannt] , / daz dvͥ
kvͥnegin wunschte min TürlArabel
*A 238,24;
[Darius] gebot gar ane hel / en
[Daniel] uz nemen [aus der
Löwengrube]
Daniel
5440.
7355;
HvNstAp
18734;
sin tat sich zeiget svnder hel TürlArabel
*R 34,31;
gesell, ich sag dir sunder hæl, / für die wârheit dûz vernim Helbl
8,102;
[die spröde Geliebte] wer ein diep, wann zwor sie stel
/ synne und muͦt und hertz in hel [heimlich]
Minneb
1374
2
jmd./jmdn. hât ~
, jmdn. nimt ~
mit Gen.d.S. ‘jmd.
verheimlicht etw., hält etw. geheim’
(s.a. Grimm, Dt. Gr. 4,286f.; vgl.
2hæle Adj.
2):
swer des tiuvels werc begât / und des hæle niht enhât Freid
70,13;
daz si [
di vrowen
] vor deheinem man / jr
red wellent hæl han Krone
3471;
si [Sg., Nom. oder Akk.] hetes
vaste hæle NibB
1371,3;
der wunden zeichen barc er under / und [
er oder
in
] het ir grôze hæle LvRegFr
3436;
Bit
2188;
HagenChr (G)
3322.
–
daz si [
diu
kint
] niemen sageten, / wannen si komen wæren. / des nam si
[die Kinder] grôz hæle Kchr
1426;
des nam in michel hâle En
5634.
859.
10585.
10811;
nimts iuch niht hæl, gern ich vernim / waz ir kumbers
unde sünden hât Parz
467,20;
der batschaft nam in hâle, / als her zu rechte tete Eilh (L)
6822.
2031.
8226;
Tit
158,2;
RvMunre
1109;
WhvÖst
7000
3
jmdm. ist ~
mit Gen.d.S.:
nû lât iu wesen hæle dirre worte [haltet diese W.
geheim]
Kchr
11786
(oder zu
2hæle Adj. 3?)
MWB 2 1111,50; Bearbeiter: Bohnert
hale, hal
stF.
‘Hülle, Schale’
die hal, dâ die nüze inne sint Barth
147,15.
– bildl.:
diu nuz [die den weltlichen Menschen
bezeichnet] hât zwô hûte [...] swaz
weteres in ane gêt [...] der dekket sînen rîchtuͦm
dar ubere unde sîne chreftigen friuunt. die scirmint in alsô die hale unde diu scale
die nuz dekkęt TrudHL
101,30
MWB 2 1112,23; Bearbeiter: Gärtner
halfter
F.
‘Halfter’ (bes. von Pferden):
succinctorium vel brachiale: halftra SummHeinr
1:332,238;
capistrum: quo equi capiuntur: halftra ebd.
2:236,406.
2:36,117;
capulum: halfter VocOpt
26.011;
‘hettestu den zoum vermiden / und weres mit der halfter geriten / da
heim, so enwerestu nicht besenget [...]’
Brandan
610;
ein bästîn halfter Parz
256,21;
die halftern lôster vome pfert ebd.
514,12;
der brûder von dem satelhûs sal den brûderen geben riemen zu
stegereifen, zugele, halfteren, darmgurtelen [...]
StatDtOrd
110,12.
118,1;
MarcoPolo
21,6
MWB 2 1112,30; Bearbeiter: Gärtner
halgrâve
swM.
‘Hallgraf’, Vorsteher oder Richter in Sachen des Salzwesens(?):
a domino Dieterico quondam halgravio UrkEnns
1,259
(a. 1182).
Weitere Belege DRW 4,1478.
MWB 2 1112,41; Bearbeiter: Gärtner
hælinc
Adj. , hælinge(n)
Adv.
‘heimlich, im Geheimen’
1 Adj. 2 Adv.
1
Adj.:
der selbe hât betwungen mich / gar âne hælingen slich
Parz
222,4
2
Adv.:
dem andern sô enbiute dâ, / daz er ze mitter naht nu sâ / kome hart hælinge /
und ouch sîn silber bringe Niemand
173;
si gie helingen in daz gadem HlReg
34,7.
– etw. ~
sagen:
‘[...] dû salt ir daz vingerlîn / zu einem
wortzeichen bringen / und salt gar hêlingen / dîn zûkunft dîner tochtir sagin /
[...]’ Eilh (L)
9300.
9324;
~
sprechen
ebd.
1426
MWB 2 1112,45; Bearbeiter: Gärtner
hælinc
stM.
‘Geheimnis’
der gotes hælinc / selben wart offenbære KvFuss
270;
WhvÖst
15995;
sîn tougen was vermæret, / sîn hælinc goffenbæret
Tr
13636;
si verswigen ouch ir dinc / und hâlen ir hælinc ebd.
13084
u.ö.;
ein heling riche, den solte ich dir sagen WolfdD
116,3;
WolfdB
111,3;
vernim den helinc uber lut / aller der geschihte Elis
5288;
KvWTroj
15756.
4946;
ich wil [...] en nemen sonder heling
MinneR 481
573
MWB 2 1112,55; Bearbeiter: Gärtner
halle
stswF.
1
‘Halle’
1.1
‘Verkaufshalle’
1.2
‘Vorhalle des Tempels’
2
‘Siedehaus’
1
‘Halle’
1.1
‘Verkaufshalle’
cum obumbraculis que vulgo hallen appellantur UrkKölnSchr
1,16
(a. 1135–1142);
ouch sollen si nicht vinnecht [mit Finnen
behaftete] suͤwen adder wandelbar fleichs vorkoffen, si
en vorkouffen eß dan puͤßen den hallen StRHeiligenst
69.
67;
von den [den
burgærn
] si in der hal / kouften ir gewant
Ottok
76346
1.2
‘Vorhalle des Tempels’
in der tur des templis des herren zwuschen der hallen des templis und dem
altir [
inter vestibulum et altare
]
Cranc
Ez 8,16
u.ö.
2
‘Siedehaus’
vendidi [...] quartam partem unius domuncule dicte
teutonice halle, que vocatur Struvelle halle UrkWürtt
8,109
(a. 1278)
MWB 2 1113,1; Bearbeiter: Gärtner
hallekirche
stF.
(s.a. halle 1.2 )
‘Kirche mit Vorhalle’
der tempil hatte dry teyl: das ist dy vorloube adir dy
halle, daz heilige und daz heyligiste, daz man etzlichir maze nennen mag als mit uns
hallekirche Cranc
Uzl 259,35
MWB 2 1113,15; Bearbeiter: Gärtner
hallen
(?) swV.
‘hallen, tönen’
strich an genaden hitze, / so daz min sin nu scheftig
[‘geschäftig, tätig wirkend’] / halle in
gotlicher gerde, / wan sie uns rechte riset Frl
12:1,13
(vgl. Komm. z.St.)
MWB 2 1113,20; Bearbeiter: Gärtner
haller
Adj.
‘hallisch, aus Hall’
vmme zwene schillinge haller mv́nse UrkCorp (WMU)
2148,25.
– subst. als Bestandteil von Personennamen:
her Cuͦnr. der Haller UrkCorp (WMU)
2822AB,37
MWB 2 1113,24; Bearbeiter: Gärtner
Haller, Heller
stM.
1
‘Heller’ , nach der Reichsstadt Schwäbisch Hall benannte
Pfennigmünze (vgl. LexMA 4,2122; DRW 5,704) 1.1 allg. 1.2 rechtsspr. in Festlegungen über Abgaben, Bußen usw. (s. Belege WMU 1,787; DRW 5, 704-707) 1.3 mit Adj.-Attr. zur Bezeichnung der Münzqualität oder Münzsorte 2
‘Hellergewicht’
3 übertr. für etwas Kleines, Geringes, Wertloses
1
‘Heller’, nach der Reichsstadt Schwäbisch Hall benannte
Pfennigmünze (vgl. LexMA 4,2122; DRW 5,704)
1.1
allg.:
mit bîgurteln
[Geldbeuteln] swæren / und mit hellæren, / mit silber
und mit golde Ottok
94111;
gent [gebt] armen verzerten
krancken kinder vier haller oder sehsse Tauler
67,24;
gent mir ain haller umb ain brot, / wann ich bin nach von hunger tot!
MinneR 439
913;
FrSchw
2383.
6601.
– im Vergleich:
swer in disen grunt ie geluogete einen ougenblik, dem menschen sint tûsent
mark rôtes geslagenen goldes als ein valscher haller Eckh
1:90,11;
Tauler
68,5
1.2
rechtsspr. in Festlegungen über Abgaben, Bußen usw. (s. Belege
WMU 1,787; DRW 5, 704-707):
daz er von sime gesinde und huzgenoͤzzen die vor
geschriben heller vorder und neme WüP
97,17;
der sol 2 h [=
haller
] zuͦ buͦzze geben ebd.
97,9
u.ö.;
[sie] gabent nit me durch recht / denn zwen ain
gantzen haller Bauernh
441.
– meist in Verbindung mit übergeordneten Münzeinheiten:
hundert phund haller StRAugsb
44,9;
UrkWittelsb
2,387
(a. 1347);
der sol geben [...] einen
schilling heller WüP
66,3
u.ö.
– in Relation zu anderen Münzsorten:
tusent mark [...] koͤlnischer phenninge,
dri haller vor einen phennik UrkCorp (WMU)
2070,39
1.3
mit Adj.-Attr. zur Bezeichnung der Münzqualität oder
Münzsorte:
breite haller [...] die heten ein kriuze, daz
stuont enbor / und ein hant gar gelîche geslagen [Kreuz und Hand:
die auf den beiden Seiten aufgeprägten Symbole der Stadt Hall]
Renner
18632f.;
wertvolle silberhaltige alte haller
ebd.
18565;
minderwertige kupferne niuwe haller
ebd.
18571;
daz kein kieser [amtlich bestellter
Schätzer] keinen
boͤsen [minderwertigen] heller wehseln sol
oder kauffen WüP
63,3
u.ö.
2
‘Hellergewicht’
tweyer heller gewychte scamonee OvBaierl
125,18
u.ö.;
3
übertr. für etwas Kleines, Geringes, Wertloses:
diz wesen ist alsô edel und alsô gemeine, daz dû ez niht endarft koufen umbe
einen haller noch umbe einen helbelinc Eckh
2:80,6.
5: 304,4.
– phras. (vgl. Friedrich, PhrasWB, S. 191): niht eines ~
wërt sîn
‘nichts wert sein’
der mvnch oder div nvnne, div eines helblinges wert hat an
vrlavp, div ist vor got eines hallers niht wert PrBerthKl
4,94;
der ritter mit den roten wapen,
[...] der was nit eins hellers wert gegen dißem
Lanc
272,2
MWB 2 1113,28; Bearbeiter: Gärtner
hallergëlt
stN.
‘Grundrente in Hellern’
(vgl. DRW 5,707):
so sol man sie ie fuͤr ein pfunt herrengelcz anderhalb pfunt
hallergelcz an bereitschaft beweysen UrkHohenz
3,98
(a. 1342)
MWB 2 1114,12; Bearbeiter: Gärtner
hallergülte
stF.
‘Grundrente in Heller’
(wie hallergëlt):
daz wir vnsers rechten eigens haben uͦf gegeben dem erberen fursten
[...] drizzec phunt heller gulte UrkWürzb
39,143
(a. 1319).
41,245
(a. 1346).
41,253
(a. 1346)
MWB 2 1114,16; Bearbeiter: Gärtner
hallermünze
stF.
Heller als Münzsorte:
wir [...] veriehen offenbar mit diesem brieff, das
wir [...] erlaubt haben [...]
heller müntz ze schlagen DRW 5,708
(Böhmer-Ficker; a. 1329)
MWB 2 1114,21; Bearbeiter: Gärtner
hallerwërt
stNM.
kontrahiert auch helwërt, helbërt.
1
‘Gegenwert für einen Heller’
2
‘Brot(-laib) im Wert eines Hellers’
1
‘Gegenwert für einen Heller’
zwei haller wert was [Wachs]
UrkCorp (WMU)
1391,23;
ieglich hucker [Kleinkrämer]
[
sol geben
] alle wochen ein helbert des er vor
im hat StRAugsb
200,37.
– übertr.:
swaz got durch sîner güete êre gnaden gît, die stilt im unser hôhvart unde
verkoufen sie umbe ein helwert valscher êren DvASchr
322,34.
–
ein helwert witze
‘ein Hellerwert an Verstand’, daraus ein zur Verfremdung gebildetes Kompositum
diu helwertwitze:
nim hin an dirre frist / einen helblinc und niht mêr / unde kouf mir, als ich
ger, / dar umb ein helwertwitze! [sagt die Ehefrau zu ihrem törichten
Mann, der das Wort auf seiner Kaufreise lange nicht durchschaut und für eine
Sache hält, bis er nach vielen Prüfungen schließlich zu Verstand
kommt]
Fressant
235
u.ö.
2
‘Brot(-laib) im Wert eines Hellers’
[ein fremder Bäcker] sol driu helbert umbe einen phennink
geben StRAugsb
195,29
MWB 2 1114,25; Bearbeiter: Gärtner
hællîche
Adv.
vgl. auch hëllîche.
‘heimlich’
sô underwîlen daz geschiht / daz er sîne frouwen siht / unde er des sol vâren
/ unt sô hællich gebâren, / daz er gefuoge unt tougen / aller liute ougen / triege
Bîspel (Pf)
35,38
MWB 2 1114,45; Bearbeiter: Gärtner
halm
stM.
auch swM. ( HeslNic ), Pl. auch helmer (
HvNstGZ ).
1
‘Gras- oder Getreidehalm’
2
‘Schreibrohr’ (s.a. schrîbehalm ) 3 rechtssprachl., der Halm als Rechtssymbol bei Liegenschaftsübertragungen in der
Formel mit halme
‘Halmwurf’
und mit hande
‘Handschlag’
und mit munde
‘mündliche Entsagung’ (weitere Belege DRW 4,1480-1484) 4 in Sprichwörtern und Redewendungen (vgl. TPMA 5,356-358; Friedrich, PhrasWB, S. 191f.) 5 phras. für etwas Schmales, Geringes, Wertloses ‘nicht(s), in keiner
Weise’
1
‘Gras- oder Getreidehalm’
culmus: halm SummHeinr
1:207,466;
VocOpt
13.164;
ein halm ist creftec unde guot, / waz er uns allen liebes tuot! / er fröit vil
manigem sînen muot. / wie danne umbe sînen sâmen? / von grase wirdet halm ze strô, /
er machet manic herze vrô [bezogen auf das Halmorakel 66,5ff.,
s.u.] , / er ist guot nider unde hô Walth
17,31;
daz [
ros
] lief so wol von
rehter art / berge, velt an allen pfat, / und doch nit helmer nider trat
HvNstGZ
916;
ich sâhe [Joseph in seinem Traum] ,
dâ ûzze an der sâte, / in dem twalme, wahsen an einem halme / siben eher scôniu unde
volliu Gen
2035;
RvEWchr
7341;
EnikWchr
5539.
5648;
da si [die Ameise] den weizze
uindet. so uert si ûf den halm. unt nimet daz chorn. unt tregit iz zeloche
JPhys
17,34;
[wenn die Gerste reif ist] hat der halm herwe
grete [scharfe Grannen]
Daniel
2311;
dú breiti eins geschlichten
[geglätteten] halmes Seuse
16,25.
–
‘Stoppel’
der [Zorn Gottes] besovfte siv als den halem: que
deuorauit eos sicut stipulam PsM
C 4,7;
stipula: halm SummHeinr
2:487,01.7;
Parz
379,16.
–
uf hevet er den armen, / den suntigen von der erde, / sam der
stain [
Calcedonius
] tut di halme
HimmlJer
208;
Ottok
22344.
–
‘Trinkhalm’
gif et eme drynken myt twen halmen OvBaierl
116,43;
ez sint auch läut, die sô klain münd habent, daz si neur mit
aim klainen halm saufendz dinch in sich ziehent und anders niht ezzent
BdN
490,10.
– als pars pro toto ‘Getreidefeld’
ich bin ze disem strîte komen / so der schûr an die halme
Wh
390,27;
als ein wolkendonre wilde / den halm âhtet, niderslât / mit
craft, wie ofte er uns hât / zuströut menlîcher vare! Kreuzf
7671;
UvEtzAlex
24542.
– als Bezeichnung von Heilpflanzen:
calamus aromaticus haizt der wolsmeckend halm und haizt nâch
aim gemainen halm, wan dem ist er geleich. der halm ist ain staud und wechset in dem
land India BdN
365,3.
419,14.
– in Zeitangaben:
nach halme nach howe [nach der Getreide- und
Heuernte]
UrkCorp (WMU)
N109AB,7;
WeistGr
1,673
(a. 1320).
– im Halmorakel:
mich hât ein halm gemachet frô. / ich wæne, ich sül genâde vinden: / swie
dicke ich maz daz selbe strô, / als ich gewon was her von kinden Walth
66,5;
ich tuon, ich entuon. ich mezze ein halm zuo lange Meissner
14:4,3
2
‘Schreibrohr’ (s.a. schrîbehalm):
got gab Johanne den halm [um das Evangelium
aufzuschreiben] / glich einer gerten gestalt
HeslApk
15440.
15429;
Davit / [...] schribet mit sinem halmen / an dem
zwenzigisten psalmen HeslNic
2037;
swaz ich húte predigen pflege, / daz vergêt mit dem galme. / swaz aber
ich mit dem halme / – mit der vederen maine ich – schribe, / daz hoffe
ich ie ez blibe / nútze úber manigen tac Pass I/II(HSW)
42302
3
rechtssprachl., der Halm als Rechtssymbol bei Liegenschaftsübertragungen in der
Formel mit halme
‘Halmwurf’
und mit hande
‘Handschlag’
und mit munde
‘mündliche Entsagung’ (weitere Belege DRW 4,1480-1484):
auch hat sich vnser svn [...] des vorgenanten
gvͦtes verzigen vnde verschozzen mit hanten vnde mit halmen UrkCorp
(WMU)
1764,38;
also haben wir vns verschossen vnd verschisent vns des mitt hant vnd halm
UrkWürzb
39,14
(a. 1315);
mit munde mit hande vnd mit halm ebd.
39,352
(a. 1328)
u.ö.;
UrkFrauensee
107
(a. 1342);
UrkWorms
2:154,18
(a. 1327);
UrkDOKobl
2,360
(a. 1322)
4
in Sprichwörtern und Redewendungen (vgl. TPMA 5,356-358; Friedrich, PhrasWB, S.
191f.):
jmdm. den ~ vür rücken/ ziehen
‘jmdn. täuschen’ (s.a. halmel 2):
ir [der Welt] lon ist ein kazzen
spil: / si zeiget vnd zvkket / gelich als swer den halm rvkket / dvrch schimpf den
ivngen katzen vor TürlArabel
*A 69,14;
ir ist der halm vor gezogen / als einer jungen katzen Renner
12158;
RvMunre
1257;
werlt, dú zuhes dén halm vur dem giefe [dem
Toren] / unde spíles mit im Meissner
2:2,9.
–
von einem halme kumt ein viur, der niht sîn zünden understât, / dâ von ein hûs
enbrinnet gar und an die schiuren gât WernhSpr
35,13
5
phras. für etwas Schmales, Geringes, Wertloses ‘nicht(s), in keiner
Weise’
si ahten nvͥt vmbe einen halm / zages tat
TürlArabel
F 836;
daz [Schläge auf das Haupt] was im
unnütze / und was im als mære, / sam ez ein halm wære Eracl
1322;
eines halmes vürbaz StrAmis
145;
halmes breit WvRh
14989;
Pass III
246,96;
MinneR 272
24.
– ein ~ fällt/ liegt entwerhes
‘wenn eine Kleinigkeit in die Quere kommt’
[Helena zu Paris] geviele ein halm entwerhes, / mir würde
manic bœse hût / von iu stille und überlût / gesprochen und gemezzen
KvWTroj
22222;
sô in iendert ein halm entwerhes lît, sô scheltent, sô fluochent, sô roufent,
sô slahent, sô lüejent sie [die dem Zorn nicht widerstehen
können] rehte als die tiuvele in der helle mit den sêlen
PrBerth
2:179,31;
die beiden Belege hierher oder zu #/-1#/+ (Halmorakel)?
MWB 2 1114,50; Bearbeiter: Gärtner |