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ABCDEF s.VGHIJKL
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hâ – haber-
haberlîte – hachelen
hachelwërc – hage
hage- – 2hagen
hagen- – halbe
halbe – hallergëlt
hallergülte – halphimel
halp|hunt – halpvaste
halpvierteil – halser
halsgebeine – halsveste
halsvlinken – hamerslac
hamerslahen – hanef
hanef|âkambe – 1hansen
2hansen – hantgiften
hantgiftphenninc – hantsalbe
hantschmänt – hantvestlich
hantvestunge – hârbendelîn
hârblôʒ – hârlouf
harm – harnaffe
harnasch, harnas – 1harre
2harre – hartruore
hartsinnic – haselbir
haselbluome – hasenvleisch
hasenwint – havendierne
havengazzer – haʒʒiclich
haʒ|zorn – heberînmelwer
hebesal – 3hecken
heckenjeger – hegelîn
hegeln – heidenisch
heidenischheit – heilalle
heilant – heilige
heiligeistlîcheit – heilvuorlich
heilwâc – heime suochen
hei|metze – heimvart
heimvartlich – heitber, heidelber
heiter – heiʒmuot
heiʒsühtic – hëlfebære
hëlfebërnde – hëlkleit
helle – helleglocke
hellegluot – hellemunt
hellemünzer – hellerigel
hellerîs – helle-
hellesun – hellevreisærin
hellevunke – hëllunge
helm – hëlmschîn
hëlmschirbe – helwërtwitze
hely – hendewinden
hendewringen – hennenvuoʒ
hentschuocher – herbërgen
herbërgerîe – hêre
herebërge – hergesidele
hêrgesidele – hêrischheit
hërkêre – Herodære
Herodiane – hêrrennôt
hêrrenphruonde – herschrîære
hêrschunge – hertes
hërtgëlt – hërverloufen
herverten – hërzeblüete
hërzebluot – hërzekrachen
hërzekranc (?) – hërze|nabele (?)
hërzenandâht – hërzenvride
hërzenvrô – hërzestôʒ
hërzesüeʒe – hërzevrouwelîn
hërzewaʒʒer – heselîn
heselîn – hîbære
hichela – hierunder
hiesch – himelbalsem
himelbære – himelgesanc
himelgesinde – himelknabe
himelknolle – himelpalas
himelphat – himelschheit
himelschlich – himelstîge
himelstîgunge – himelval
himelvane – himelvürste
himelvürstin – hinde
hinden – hindergêunge
hindergrîfen – hindernisse
hinderrât – hinderstelle
hinderstellic – hinderwërtlingen
hinder wîchen – hinker
hinkêre – hinnëben
hin nëmen – hînt
hintber – hinwërt
hinwësunge – hirngupfe
hirnhût – hirtelîn
hirtelôs – hirʒmilch
hirʒ- – hiu
hiubelhuot – hiuten
hiutezucker – hôchgebirge
hôchgebluomet – hôchgenant
hôchgenende – hôchgewaltic
hôchgewîht – hôchmeister
hôchmësse – hôchvart
hôchvart – hôchzîtkleit
hôchzîtlich – hœhe
hôheclich – holde
hölde – hol|loch
hol|louch – holzapfelîn
holzban – holzheit
holzhërre – holzschuoherin
holzstîc – honec
honec|bluome (?) – honec|tranc
honec|triefende – hônheit
honic – hopfenziech
hopferebe – horgen
horgewat – hornicsprenget (?)
hornîn – horten
hortgadem – hospitâl
hossen – houbeten
houbet|êre – houbetkleit
houbetklôster – houbetman
houbetman|ambet – houbetsachwaltære
houbetschande – houbetsünde
houbetsündic – houbetwaʒʒer
houbetwëgen – höuptinc
höurëht – höuwezëhende
houwic – hovegeselle
hovegesinde – hovelich
hovelîche – hovephenninc
hovephliht – hoveschar
höveschære – hovestatzins
hove|stetære – hovezins
hovezorn – 1hûchen
2hûchen – hüenerhirne
hüenerhûs – hûfeht
hufel – hügenisse
hügenumft – hüllenwëbære
hüllenwëbærinne – humerâl
hummen – hundertweide
hundesber – hungergîtic
hungerhâr – hunt
huntaffe – huobdinc
huobe – huof
huofblat – huorgelust
huorgelustic – huotelôs
huote|strëbe (?) – hurmelen
hurnaʒ – hurticlich
hurtieren – hûs|êre
hûsgëlt – hûslode
hûslôs – hûsvrouwe
hûswer – hûwen
hûwen – hy

   hir - hirnsuht    


hir stF. ‘Gewalt’ daz er [Gott] uns scheide von helle hir [vgl. Anm.z.St. mit Hinweis auf ahd. hir(i)lîh Adj.] Loheng 7658

MWB 2 1589,52; Bearbeiter: Tao

hîrât stMF. ‘Heirat, Vermählung’ 1 allg.
2 mit Adj.-Attr.
3 mit ~
4 in Verbindung mit Funktionsverben
   1 allg.: daz si die hîrât dulten Gen 1618; sô ist der hîrât stâtic, / êwic unde hailic Kchr 9540; do wart si [Maria] swanger ane man. / da newas hirat noch manlich rat AvaLJ 5,1; der hirat was widir gote RvEWchr 28856; der hîrât beider wart gesworn / von den fursten hôchgeborn Ottok 17823. 41140; ob leiht [...] des edelen graven Albrest tohter von Hohenberch oder min svn, dev ze der e zvͦeinandr sint gelobt, ir eintwederz stvrbe vnd daz der heirat ab gieng UrkCorp (WMU) 470,25; daz er mit dem selben man / ein hîrât trüege an Ottok 74658; Dietr 2218; ein hîrât er schôn an gevie EnikFb 2447; AvaJo 22,2; VMos 60,15; KvHeimHinv 1014; EnikWchr 26943    2 mit Adj.-Attr. – sehr häufig mit êlich: alle die sich in elîcheme hirate uon uberhoͮre behaltent Spec 98,23; unde die rehte witewen waren / unt da mit ewichlichen gnaren, / olde die diu eliche hirat / hin ze got braht hat Litan (M) G,733; daz elich hirat dem almæchtigen got lip ist PrOberalt 34,33; die tumben megde, die versmehent die elichen hïrat Konr 22,58; wir suͤllen och niemen hie ze Muͤnichen, weder wip noch man, ze elichen hyrat dwingen, ez si dann ir beider wille StRMünch 43,10; ez sol och chain frow [...] ziuch sin uͤber dehain dinck, wan uͤber elichen heirat, notnunft und uber daz lest geschaeft an dem tod ebd. 46,31; Greg 2222; GFrau 2266; RvEWchr 5272; Dietr 1772; HvBurg 4020. – mit anderen Adj.: dv vermonetis kuninclichen hirat Litan 1045; ich gevüege dir / ein alsô rîche hîrât Greg 1661; unrehter hîrat LBarl 11516; darumbe soltu selten / den rehten hîrât schelten ebd. 12713    3 mit ~ : sich mischen, zueinander/  zesamen kêren, sich samenen: zwei geslehte wâren duo: / [...] harte mischten si sich sint / mit ir hîræte Aneg 1782; swa vnser levte vnd die seinen mit heirat zvͦeinander gecheret habent, dev chint suln wir mit einander tailen UrkCorp (WMU) 1574,15; daz si ze sæmmen cheren mit elichem hirat ebd. N 462,25; swenn wir uns gesamnet haben mit hierat unser tochter und mit dez durchluchtigen marchgrafen von Mysen suͦn MGHConst 5:564,8 (a. 1323). von, zuo jmdm. kêren, meist ‘sich durch Heirat von einem (geistlichen) Herren abwenden, einem anderen Herren zuwenden’ vnd suͤlln auch dem vorgnantn vnserm herren dem bischof vnd sinem gotzhaus fuerbaz mit trewn immer mer diͤnen vnd mit heirat von im noch von sinem gotzhaus niht cheren UrkCorp (WMU) 2775,30. 937,3. 1833,36. 2180,27; ob einer vnsers gotzhaus man mit hæirat kertt zvo ierem gotzhaus ebd. 3584,7. 1229,36,38; mit hîrât wold er kêren / zder frouwen Margreten [d.h. ihr einen Heiratsantrag machen] Ottok 1826. in die gewalt eines Herren (zuo) kêren: vnd daz ich [...] in die gewalt mines herren des vorgenanten vnd sines gotshouses von Salzburch mit heirat chern sol UrkCorp (WMU) 2380,42; daz ich an seinen willen vnt an seinen rat niht zvͤ cheren shul mit heyrat in dehains herren gewalt ebd. N625,36. – jmdn. von einem Herren entvremden: daz ich vnd min liebev hovsfrowe [...] alle vnser erben, [...] von dem gotshouse ze Salzburch mit dahainer heyrat nimmer enpfremden also, daz si mit triwen vnd mit dienst nah rehter aigenschaft in des gotshouses gewalt ebichlich beleiben UrkCorp (WMU) 1743,23    4 in Verbindung mit Funktionsverben: mir ist liep ûf mîne triuwe, daz ie diu hîrât ergie NibB 2172,4; Dietr 1789; dâ was manic krumber stap, / dô diu hîrât geschach Mai 87,5; also daz der hyrat und zulegung zwischen in niht geschehen sol MGHConst 6,2:231,23 (a. 1332); do der hirat vollefuͦr RvEWchr 9346. die unêlîche gebornen gewinnent ir reht, ob si êlîchen hîrât tuont SpdtL 117,16. ein iglich man, der zuͦ elichem heyrat greift OberBairLdr 107

MWB 2 1589,55; Bearbeiter: Tao

hîrâten swV. 1 ‘heiraten; sich verheiraten’
1.1 ohne weitere Erg.
1.2 mit einer Richtungskonstr. ( in, zuo; dar ), ‘sich durch Heirat einer anderen Herrschaft unterstellen’
1.3 mit/  zuo jmdm.: ‘sich mit jmdm. verheiraten’
2 ‘durch Heirat mit jmdm. verwandt werden’
3 ‘jmdm. zu einer Heirat verhelfen’
   1 ‘heiraten; sich verheiraten’    1.1 ohne weitere Erg.: daz ich an [= âne ] sinen rat dehainen weis niht heiraten sol UrkCorp (WMU) 1158,18; wil awer der chinder ains heiretten StRWien 83    1.2 mit einer Richtungskonstr. (in, zuo; dar), ‘sich durch Heirat einer anderen Herrschaft unterstellen’ so svlen si heiraten in Nidermvnstrær gewalt UrkCorp (WMU) 937,5; di burch [...], di meín herre mír vnd minen erben, di zu dem gotteshause heiratent, gelihen hat ebd. 2035,16; die levte [...], die sich hinz Oͤsterreiche habent gehabt vnt dar geheiræt habent ebd. N355A,29    1.3 mit/  zuo jmdm.: ‘sich mit jmdm. verheiraten’ daz vnsers getriwen Vlrichs von Abensperch mann einer hat geheirat mit des sneiders tohter von Abach UrkCorp (WMU) 2431,34; ist aber, daz laẃt zuͦ einander heyraten, die weder aigen noch lehen habent OberBairLdr 96    2 ‘durch Heirat mit jmdm. verwandt werden’ daz si irm herren rieten / ze hîrâten kurzlich / mit dem kunic von Francrîch Ottok 74667    3 ‘jmdm. zu einer Heirat verhelfen’ daz vnser herre [...] dem æltern bruder von dem Schoͤnperge zergetzunge heiraten sol in des gotshaus gwalt ze Frisingen mit einem guͤt UrkCorp (WMU) 1355,32

MWB 2 1591,3; Bearbeiter: Tao

hîrâtguot stN. Zuwendung an jmdn. anlässlich seiner Verheiratung, ‘Ausstattung, Aussteuer, Mitgift’ swo ein man oder ein fraẃ heyratguot inn habent und daz an wellent werden und aintweders tot ist an erben, so mag daz ander daz heyratguͦt, daz von dem toten her komen ist, nicht [...] verchauffen [...] OberBairLdr 106; wir süllen auch vnsern lieben mümel frawn Angesen, chüniging von Vngern irs heẏrat gütes vnd morgengab verrichten UrkWittelsb 2,287 (a. 1324); daz mich mein lieber sweher her Fridræch [...] verriht und gewert hat alles des heirat gutz, daz er mir gehaizzen und gelobt hat zu frawen Peterns meiner hausfrawen, seiner thoter UrkRegensb 531 (a. 1342); [ die Geldsumme,] die er [mein Vater] mir gelobt hat ze geben ze heyratguͦt zuͦ Luͦcein der Hiltpraͤntinne, meiner hausfrawen ebd. 589 (a. 1344); ich [...] tuen chunt [...], das ich [...] gegeben han [...] alles, das ich han und hinder mein lass noch meinem tod, [...] meinem wirt und seinen erben zu einem rechten heiret gütt UrkPölt 426 (a. 1349)

MWB 2 1591,27; Bearbeiter: Tao

hîrâtliute, hîrâtsliute st.Pl. ‘Zeugen des Eheversprechens’ wen daz ist, daz ain man ain jungfrawn oder vittewen nemen wil, so schol er vnd sie von paiden tailen ir frunt bitten oder ander piderb gesessen leute zu heirez leuten, vnd daz sint recht heyrez leute, vor den daz gelub geschicht StRPrag 40; leukaftleut, totpetleut oder heratleut ebd. 47; testes idoneos, qui nuptiales homines dicuntur, hoc est vulgariter dicendo rinklewt oder heurathlewt StRBrünn 99. 391; SchöffIglau 63. 64. 125 u.ö

MWB 2 1591,48; Bearbeiter: Tao

hîrâtman, hîrâtsman stM. ‘Zeuge des Eheversprechens’ das eyn elicher sun seyner muter nicht gesten mochte als eyn heyratman SchöffIglau 122. 63; zwen heirezman die mugen zeugen vm morgengab ain iar vnd ain tag vnd nicht lenger StRPrag 40

MWB 2 1591,59; Bearbeiter: Tao

hîrâtstiure stF. ‘Ausstattung (für ein Kind anlässlich seiner Verheiratung), Aussteuer, Mitgift’ ich [...] han meinem sun zu der selben junchfrawen Elspeten ze heyratstewr gelobt ze geben hundert phunt R. phenning UrkRegensb 449 (vor 1338? kopial); ich Karl [...] und ich Dyemut [...] veriehen [...] daz wir uns [...] mit friuntschaft gesomt haben zu herm Symon [...] und haben Michahelem unsern sun gelobt und gesworen ze geben zu einem rehten êkon junchfrawe Annen seiner tohtter und haben im dar zu gelobt ze geben hundert pfunt R. pfenning ze heyratstewer ebd. 629 (a. 1342-1346 kopial); ich Symon [...] han mein tahtter junchfrawen Annen gelobt und gesworen ze geben ze einer rehtten efrawn Michahelem irem sun. dar zu han ich meiner tohtter gelobt ze geben ze heiratstewer zu irem wiͤrt Michahelem funftzich pfunt R. pfenning ebd. 630 (a. 1342-1346)

MWB 2 1592,1; Bearbeiter: Tao

hirdersen stF. hirtærsen

MWB 2 1592,19;

hirmen, hërmen swV. gehermen MarSp 2739; MinneR 239 91; 1 ‘ruhen, aufhören, (von etw.) ablassen’
1.1 ohne Negation
1.2 meist mit Negation
2 ‘standhalten’ , mit vor
   1 ‘ruhen, aufhören, (von etw.) ablassen’    1.1 ohne Negation: der helige geist sal an din herzen gihirmin, / des vorsten craf sal dich biscirmin WernhvN 191; an den urteilichen tach, / da niemen nemach / sin unreht bescirmen. / da muzen si gehirmen, / die hie ir antsage / mit ir spæhlichen rede / da vure bietent SüklV 603; dâ mûzet ir rednære gehirmen Erinn 956; Ottok 11225    1.2 meist mit Negation: ja newolten niht gehirmen / die wuotigen Bêhaime Kchr 15835; soͤ wollen wir dar noch [näml. vrede allen luten czuͤ geweren ] jagen / ymmer in allen tagen / und nymmer gehirme MarSp 2899; Kröllwitz 2536. – hierher? Bedeutung unklar: wand dô er enphant der wirm, / dô moht er niht gehirm – / daz selbe sprichwort / hân ich ê gehôrt Ottok 40343. – in der Konstr. mit lâzen: hern liez nie gehirmen [zur Ruhe kommen (im Kampf)] / Lausum den jungelink En 7854. 12527; her ni lîz si nî gehirmin, / vnz er gewan ci sîner hant / elliu asiânischi lant Anno 9,6; BFrau 522; Virg 361,3; MinneR 239 91. – mit einem eingeleiteten Nebensatz: vnde enwil nimmer mere / gehirmen noch erwinden, / e ich gnade finden Herb 9448; do enwolt er nie gehirmen, / ê im niht dar an war UvZLanz 280; in [ ich ne/  en ] gehirme niemer, unz ich den [den Wiener Hof] verdiene, / sît er sô maniger tugende mit sô stæter triuwe pflac Walth 84,11; als das fu̍r niemer hirmt noch ab lat an wu̍rkende, die wil es glinphig materie het [ dum invenit materiam aptam ] , die es brennen mag RvBib 122,16.18. – mit einem uneingeleiteten, exzipierenden Nebensatz: die da niene gehirmen, / si nebringen [erg. mich ] ze bosheit FrauGeb 4,6; ich gehirme niht, ez si, daz wir / kvmen zv samne beide Herb 6088; ze kampf lern och schirmen, / sit Sathanas nit hirmen / wil, er well dich bestan SHort 4746. 3487. MarSp 2739; mit Refl.-Pron. im Dat.: sine wolden in nie gehirmen, / ir laster enwurde bræiter Serv 2306; mit Gen. des vorausweisenden Dem.-Pron. (des): diu [ des rîches phaht ] lêrte inz rîche schirmen / und nimmer des gehirmen, / ern wurbe des rîches êre Wh 182,22    2 ‘standhalten’, mit vor: daz sol mich beschirmen / daz ich müge gehirmen / vor des tieveles kraft / und aller sîner meisterschaft LBarl 8300; niemen mohte gehirmen / vor des herzogen zorn. / si wâren alle verlorn / und heten ouch verlorn daz leben, / hieten si sich niht ergeben Ottok 30315

MWB 2 1592,20; Bearbeiter: Tao

hirmen swV. hermen

MWB 2 1593,6;

hirnbein stN. Knochen, der das Hirn bedeckt, ‘Hirnschale’ im was sin houbet so gar zv slagen, / daz im daz blozze hirn bein / in der wunden vz schein Herb 12503; wir nâmen den karfunkelstein / ûf des selben tieres hirnbein, / der dâ wehset under sîme horn Parz 482,30

MWB 2 1593,7; Bearbeiter: Tao

hirnbolle swF. ‘Hirnschädel’ den sol man zem besten / slahen an die hirnbollen / mit disem slegel envollen, / daz im daz hirn mit alle / ûf die zungen valle Schlegel 1142

MWB 2 1593,13; Bearbeiter: Tao

hirne, hërne stN. herne Rumelant 3:63b; OvBaierl 11,5. 141,6. 162; KarlGalie 4105. 5344 u.ö. 1 ‘Hirn, Gehirn’
1.1 als Organ bei Mensch und Tier
1.2 Hirn der Tiere als Heilmittel
1.3 Hirn der Tiere als Nahrungsmittel
1.4 als Sitz der Empfindungen, des Gemüts
2 metonym. ‘Kopf, Schädel; Stirn’
   1 ‘Hirn, Gehirn’    1.1 als Organ bei Mensch und Tier: [Gott] gab dem weichen hirne den gebel ze scirme Gen 118; daz hirne ist geteilt in drie cameren Lucid 63,7; daz mensch hât ain grœzer hirn nâch seinr grœzen wan kain ander tier, und ain man hât ain grœzer hirn wan die fraw BdN 7,7; und ist der suht alsô / daz sî von dem hirne gât Iw 3421; er sluoc im obene ze tal / beidiu hirne und hirneschal Tr 5452; si schriͤten hiͤrn unde verch / durch helm und durch patwat Dietr 9047; dem zvrspielt er die schalen, / daz daz hirn dar vz floz Herb 7633; schedel vnd hirne ebd. 5854; Martina 136,28. – in Gen.-Verbindungen: des hirnes sichtum SalArz 22,3; des hirnes krancheit ebd. 106,3; BdN 409,23; hirns march GvJudenb 1899; WhvÖst 12182    1.2 Hirn der Tiere als Heilmittel: nehein ercenîe ist, chümt des gîers hirn dâ zuo, sin habe sô grôze chraft, daz si nimer misserætet Barth 154,32 u.ö.; vor di uallinde sucht ist gut rosen ole gemischit mit hirzes hirne SalArz 35,7; des kämels hirn dürr gemacht und getrunken in ainem ezzich hailt die vallenden sucht BdN 124,24    1.3 Hirn der Tiere als Nahrungsmittel: wirt, bisende uns würste, / dâbî schæfîn hirne SM: Had 18: 1,8; man slecht nû so manig vê, / des vint man / guotiu krœsiu, houbt und vüezze / und och süezze hirn und die [= diech ] ebd. 20: 2,10; ein hirn sol man nemen vnd mel vnd epfele vnd eyer BvgSp 6    1.4 als Sitz der Empfindungen, des Gemüts: dô wart sîn riuwe alsô grôz / daz im in daz hirne schôz / ein zorn unde ein tobesuht Iw 3232; und schôz im in daz hirne sîn / ein vil wüetender pîn WvRh 5566; ûz der platten im brach / und ûz dem hirne ouch / ein tamph und ein rouch / als ûz einer kolgruoben Ottok 36044; erwuoten mueze im daz herne Rumelant 3:63b; mit vil beswertem hirne [mit betrübtem Gemüt] Pass III 484,51; er fleuht des tôdes pein in dem hirn mit seinem süezem gesang BdN 174,21; niuwen wîn / trinkent siu, derz hirne rüeret / und ouch vüeret ir muot hô SM: Had 20: 1,9; Renner 9448; Seuse 127,28. – der Wahrnehmung, der Gedanken, des Verstandes: ich enpfind an dem hirn / und sich daz von der wârheit wol, / daz ein kint von mir komen sol, / daz wirt gewalticlîch / in dem künicrîch EnikWchr 19872; daz er vil lihte ein tor / in sime hirne wirt Wartb (H) 561:4,8; daz sie hete ein so wise hirn Vät 16014; swaz guter lere [...] in wisem hirne lag Frl 8:11,3; siner witzen hirne Pass III 481,50; swer nu dâ vürbaz sinnen wil, / dem mac der hame rîzen ûf des hirnez zil, / unde wirt vor allen witzen gar der vrîe Wartb Rs 12,9; ich wird da von unsynnig / und tobig in dem hirne, / wenn ich daz selbe durch kirne / und reht tu bedenken Minneb 4399; seit dv an hirne bist FabelCorp 21,5; du pist blede, / dir ist das haubt ede, / das hiern ist dir worden wan HvBurg 3173    2 metonym. ‘Kopf, Schädel; Stirn’ diu [Kröte] treit einen stein guot / obe in ir hirne / nâch bî der stirne Volmar 463; sein haupt trug es [Tier] schon enpar, / auff seinem hirne da vor / ain krone HvNstAp 6630; dîn houbt ist geschaffen wol, / als einer schœnen frouwen sol. / dîn hirn ist lieht, dîn wengel klâr, / dîn mündel ist rôsenvar EnikWchr 12477. 14295; ich sluoc den künic zwâr, / daz im daz hirn und daz hâr / vor mir ûf dem gras lac. / ich traf in reht an sînen nac ebd. 11064; manic druc und stôz / wart dâ enphangen, / an hirne und an wangen Ottok 67956; RvEWchr 19310; BdN 444,9

MWB 2 1593,17; Bearbeiter: Tao

hirngeil Adj. ‘übermütig’ spricht einer, der ist hirngeil Helbl 2,725

MWB 2 1594,24; Bearbeiter: Tao

hirngupfe swF. ‘Bedeckung des Hirns, Hirnschale’ ich trûwe es mînem swerte, ez schrôte die hirngupfen sîn Neidh WL 32:7e,14

MWB 2 1594,26; Bearbeiter: Tao

hirnhût stF. ‘Hirnhaut’, Glossenbeleg des 13. Jh.s s. AWB 4,1135

MWB 2 1594,29; Bearbeiter: Tao

hirn-, hërnenkopf stM. ‘Hirnschale’ do blies der edele Ruͦlant, / daz im der hirn kopf [La. hiern rebe ] zespielt / unt daz herce chume ganz behielt StrKarl (S) 6977; by des helmes luminere [Helmfenster] / stach hey en durch der [l. den ] heyrnen kopp, / dat hey tirvelde als eyn dop KarlGalie 12711

MWB 2 1594,31; Bearbeiter: Tao

hirnlôs Adj. ‘hirnlos’ du bist betrogen alder hiernlôs alder hohvertich PrSchw 1,69

MWB 2 1594,38; Bearbeiter: Tao

hirnribe, -rëbe swFM. ‘Hirnschale’ cerebella, cerevella: hirnireba, hirneschala SummHeinr 2:217,161; er zesluͦc im di hirnreben Rol 4731; StrKarl (S) 5647; di hirnribe sich im entrante / dem chunen wigante Rol 6061; do blies der edele Ruͦlant, / daz im der hirn kopf [La. hiern rebe ] zespielt / unt daz herce chume ganz behielt StrKarl (S) 6977

MWB 2 1594,40; Bearbeiter: Tao

hirn-, hirneschal stF. vereinzelt swF. ( Neidh WL 14:6k,12 ). ‘Hirnschale’ cerebella, cerevella: hirnireba, hirneschala SummHeinr 2:217,161. 1:124,127. 2:4,53; zcerende ougen werden von der vuchte, di da rinnet in di ougen durch di adern, di da gent vnder di hirnschale SalArz 38,48; des menschen hirnschal ist auz hertem pain gemacht BdN 4,14; diu hirnschal hât dreu kämerlein ebd. 4,22; er sluoc im obene ze tal / beidiu hirne und hirneschal Tr 5452. 7057; und gap im aber einen slac / dur den helm und durch die hirnschal StrKarl 5017; Neidh WL 32:6,14; sînes kopfes hirneschal KvWTroj 36017; Macer 17,20; LvRegFr 4687; KvWPart 10547; Rab 659,4. 824,1; Renner 9557; HvNstAp 10742. 19514. – verbunden mit Synon. (gebel, schedel): alsô daz im diu hirneschal / und der gebel spielten KvWTroj 25710; die beckenhûben [...], / diu [...] im verbarc / den schedel und die hirneschal ebd. 31071; daz [Schwert] dem rîlichen künige dranc / dur schedel und dur hirneschal ebd. 40039. – metonymisch für eine Art Kopfschutz: umb daz houbt ist er niht kal, / er hât ein veste hirnschal / zwischen zwên hüet gemachet Helbl 2,1234

MWB 2 1594,47; Bearbeiter: Tao

hirn-, hërnschëdel stM. ‘Hirnschädel’ caluaria: gibilla, gebil [La. herneschedel, s. Bd. 3,77] SummHeinr 1:124,126; de hernschedel OvBaierl 141,2; sin vngetovfter hirneschedel Martina 181,75; deme [ houbet ] was der hirnschedel gespalden mit eime swerte HvFritzlHl 224,13; mit ainer spieszstang / gab er im dennocht ainen straich, / daz im der hirnschedel waich Bauernh 558; ParzRapp 753,44; contra houbetsich nym eynis hundis hyrnschedil unde puluer den unde bloz dem pherde in dy nazeholer Albrant 3,57; craneum: hirnschedel VocOpt 1.019; cereuella ebd. 1.020; caluaria ebd. 1.021. – ‘Kopfhaut’ (?, vgl. HvBPhys., Register, S. 162): in cute capitis, id est in hirneschedele HvBCC 129,13

MWB 2 1595,6; Bearbeiter: Tao

hirnschidunge stF. ‘Hirnkammer’ (?): cellula cerebri: hirnschidung VocOpt 1.025

MWB 2 1595,21; Bearbeiter: Tao

hirnschiel stM. ‘Hirnschale’ mit ainem staine sy in slug / oben auff den hiren schiel, / das er für sy nider viel, / das er nicht hort noch gesach HvNstAp 10802

MWB 2 1595,23; Bearbeiter: Tao

hirnstal stN. ‘Stirn’ ir brân wârn brûn unde smal, / wol getân ouch das hirnstal Philipp 839

MWB 2 1595,27; Bearbeiter: Tao

hirnsuht stF. ‘Krankheit des Gehirns, Wahnsinn’ dâ ist ez umbe [ umbe die Salbe] sô gewant / daz niemen hirnsühte lite, / wurd er bestrichen dâ mite, / erne wurde dâ zestunt / wol varende und gesunt Iw 3427

MWB 2 1595,29; Bearbeiter: Tao