hœnunge
stF.
1
‘Schmach, Schande’
2
‘Gegenstand von Hohn und Spott’
1
‘Schmach, Schande’
er lebte ouch nach der kronunge / holt mid keiner honunge Dalimil
(B)
0-4,134
2
‘Gegenstand von Hohn und Spott’
du wirst zu gelechte und zu honunge [
eris
in derisum et in subsannationem
]
Cranc
Ez 23,32
MWB 2 1686,13; Bearbeiter: Hansen
hopelrei
M.
ein bäuerlicher Tanz (vgl. Harding, Dancing Terms, S. 113f.):
sus machent umbe den giegen / ie zwei und zwei / ein hopelrei / reht sam si
wellen fliegen Neidh (S)
1,456 C189:1,16
MWB 2 1686,18; Bearbeiter: Hansen
hopfe
swM.
‘Hopfen’
humulus haizet hopf. daz ist gar ain langez kraut und
praitet sein arm auf die paum und auf die mauren, dâ pei ez wechset
BdN
404,13
u.ö.;
vlihtet der hopfe sich über den zûn, swer die wurzen in dem
hove hât, der grîfe dem zûne sô er næhste müge unde ziehe den hopfen
SpdtL
208,20.
208,24;
NüP
175.
169;
humulus vel lupulus: hophe Gl
3:579,55
(BStK926);
VocOpt
50.152.
50.174;
mercurialis: hopfe ebd.
50.175;
vincella [l. viticella
] , humulus: hophe
Gl
3:546,2
(BStK947).
– Hopfen(dolden) als Ware bzw. konservierende Zutat v.a. alkoholischer
Getränke (vgl.
hopfenbluome
):
nim denne ein halp mezzigen hafen vnd tvͦ in halp vol
hopphen vnd ein hant vol salbey vnd siede daz mit der wirtz [des
Mets] gein einer halben mile BvgSp
14;
das see wir an dem wassir, das der hoppe vrisch beheldit, als
in dem bire. vil bas mak her das tun in dem wyne Pelzb
140,9
u.ö.;
Eitendorf dri mvͦl die geltint
[...] dri schephel hopphen UrbBayÄ
907;
UrkBresl
114
(a. 1327).
– metonymisch für alkoholische Getränke überhaupt:
swer trinket biz im die widehopfen / in dem hirne beginnent klopfen / von dem
mergel und von dem hopfen Renner
9517
MWB 2 1686,22; Bearbeiter: Hansen
hopfegarte
swM.
eingehegter Bereich für den Hopfenanbau, ‘Hopfengarten’
dû lîhest im zehen pfenninge: dâ muoz ez dir zweinziger wert drumbe arbeiten
oder dienen, ez sî an spinnen oder an wîngarten arbeiten oder an dînem hopfgarten
PrBerth
1:108,17;
iiii huffen landes an dem Ettersberge bi dem Hunegraben gelegen mit etzlichen
hopffgarten UrkBürgel
161
(a. 1318);
umme allerhande sache und crig [...] umme hophgartin
und lant UrkMühlh
303
(a. 1314).
– im Vergleich (vgl. Anm.z.St.):
ich tet unrecht: hophgarten nant ich grüebelîn KLD: Hetzb
2:2,2
MWB 2 1686,46; Bearbeiter: Hansen
hopfen
swV.
auch hoppen.
‘hüpfen, springen’ (oft von oder im Vergleich mit
Tieren):
in haße er [der Aar] balde gein
mir [der Krähe] hopfte; / miner freuden vedern er mir
ropfte Minneb
5235;
dû [
schiltkneht
] hopfest ouch als ein
heuschrecke ûf dîme gürrelîn [schmächtiges, minderwertiges
Pferd]
PrBerth
1:368,36;
Reinfr
4884
– auch ‘in Sprüngen tanzen’ (vgl. Harding, Dancing Terms,
S. 117f.):
nu lâzen reien an der strâzen: / [...] / hoppen und
zoppen zer stuben dâ wir vinden die: / gesungen gesprungen wirt dâ baz danne hie
KLD: UvW
Leich 3,101
MWB 2 1686,58; Bearbeiter: Hansen
hopfenbluome
swF.
‘Hopfendolde’
si [die Hopfendolde] durchsneit
unde behelt die flüzling, die ze latein liquores haizent, in kreften, alsô daz si
niht prechent noch faulent, wenn man die hopfenpluomen dar zuo mischet
BdN
404,23
MWB 2 1687,6; Bearbeiter: Hansen
hopfengëlt
stN.
Abgabe in Hopfen:
Fridericus de Wirczeburg habet a domino bona feodalia
[...] ii modios videlicet hopphengeldes
UrkJena
202
(a. 1348/49)
MWB 2 1687,11; Bearbeiter: Hansen
hopfenkorn
stN.
‘Hopfenkorn, Hopfensamen’ (hier als Mengenangabe):
unden dâ der stein [in dem
Ring] liget, / dâ sol niht sîn verborn / dan sî [l. dâ
sî
] tiseme [Moschus] als ein hophenkorn, /
unde daz dâ bî / ein wênic âlûnes sî Volmar
848
MWB 2 1687,15; Bearbeiter: Hansen
hopfenscheffel
stM.
Hohlmaß für das Messen einer Menge Hopfen(dolden):
ouch sullin die hopfen scheffiele geticht [geeicht]
sij nach dem scheffele, den vnsir herrin dar zcu beschremet
[festgelegt] habin StRMühlh
39
MWB 2 1687,20; Bearbeiter: Hansen
hopfenziech
stM.
ein Sack Hopfen(dolden):
uon dem hopfenziech hinein 2 pfenning UrbBayJ
433
MWB 2 1687,25; Bearbeiter: Hansen
hopferebe
swFM.
Ranke der Hopfenpflanze (nur als Bestandteil von Personennamen):
Cvͦnrat Hoppherebe vnd sin svn Diepolt, vnser bvrger von Kirchain
UrkCorp (WMU)
3172,5;
Eberhart Hoppherebe ebd.
1679,1
MWB 2 1687,27; Bearbeiter: Hansen
hopfestange
swstF.
Rankstab für Hopfenpflanzen, ‘Hopfenstange’
ez sol auch niemant kein hopfestangen weder stozzen noch hawen auz beden
welden [...] hewer ditz iar; und nach disem iar sullen alle
hopfestangen abesein und wer hoppfen haben wil, der sol in an stangen haben
NüP
176.
– wohl als Behelfswaffe:
die kneht er alle hiez, / daz ir deheiner liez, / si næmen
sperlange / in die hant hophstange Ottok
61962
MWB 2 1687,32; Bearbeiter: Hansen
hoppel
stM.
(verächtlich) ‘Körper’ (vgl. noch DRW 5,1547):
wizz daz ich daz haubt mit sampt dem fuͦzzen dez pilgreims ze samen
gelegt han in den sakh. daz ander tayl dez hoppels han ich in den stadel begraben
GestRom
40
MWB 2 1687,41; Bearbeiter: Hansen
hoppelære
stM.
Mensch mit hüpfendem, hinkendem Gang (als Bestandteil von Personennamen):
Stephan der Hoppeler UrkCorp (WMU)
1900,44
MWB 2 1687,46; Bearbeiter: Hansen
hoppelêren
swV.
‘hüpfen, springend tanzen’
nvͦ ist der lvde leider vil, / die kristenlichen namen hant, / die in
daz spilhvs lieber gant, / da man den dvͦfel erit, / mit hohfart hoppelerit,
/ an deme danze springit / vnde auch von minnen singit PrHess
12,190
MWB 2 1687,49; Bearbeiter: Hansen
hoppen
swV.
→
hopfen
MWB 2 1687,54;
hoppenîe
stF.
‘dummes Getue’
alsô müete sî der gouch mit sîner hoppenîe Neidh
WL 16:4,10
MWB 2 1687,55; Bearbeiter: Hansen
hopt-
→
houbet-
MWB 2 1687,57;
hor
stN.
auch har (
Hiob
11436 ),
hur (
Martina
109,110. 167,106 );
flekt. horw-, auch hor- (z.B.
Lilie
74,41 ).
‘(feuchter) Schmutz, Dreck’
diu cleider edel unde rîch / trag vorne mit der hende enbor,
/ daz si niht hangen in daz hor KvWTroj
15136;
nah im warf der unreine / beidú hor und steine
RvEWchr
29614;
der brunne waschet ab daz hor Brun
4050;
Lilie
74,41;
Erz III
98,138.
–
‘Schlamm, Matsch’
von wazzer und erden kumet hor Renner
6066;
dône tete er [Jesus] mir anders niht
/ wan daz er speicheln twar [vermengte] / ûf der erde und
mir dar / daz hor mit dem vinger streich, / daz was linde unde
weich [vgl. lutum Io 9,6]
KvHeimUrst
607;
er viel in einen graben, / daz imz hor durch die ringe dranc
UvZLanz
2921;
daz hor der straze [interl. zu lutum
platearum
]
PsM
17,43;
Renner
18224;
di snaterent den abent unde den morgen / alse der froske in
deme horewe [Sumpf]
VMos
38,19;
als die krotten in dem horwe Mechth
3: 15,33;
WhvÖst
4579;
vgl.:
ich bitte dich vil verre / daz du gedenkest herre / daz dv mich vmbe timbert /
uz horwe hast gezimbert / vnd mich och kerest wider / hie zerehtem stovbe
nider [vgl. formavit igitur Dominus Deus hominem de limo
terræ Gn 2,7]
Martina
118,82.
–
‘Kot, Mist’ (vgl. noch
horlade
,
rinderhor
,
tûbenhor
):
swer daz hor vnd den mist / rüeret, daz ervulet ist, / der vindet niht wan
stanch Krone
1486;
da von flúgit das herce hin vnd her vnd svͦchet
ital gelúste alse der kever in dem horwe DvAStaff
118.
– spez. auch ‘Ton, Lehm’ (vgl. lat. lutum, s.a.
horvaʒ
):
ist er [das Götzenbild] silber oder golt, / vil
starke dû sîn hüeten solt; / ist er steinîn oder von hor, / so enbesliuzestu niht
daz tor LBarl
13260;
dû heizest mich ein toubez hor / anebeten und einen stein
RvEBarl
12854;
der kúnig Nabuchodonosor / in einem troͮme sach / ein bilde
hohe stan enbor. / daz hoͮbt was guldin, als er jach, /
[...], / die fuͤsse waren schirbin
hor [tönerner Lehm]
Marner (W)
7:11,6.
– übertr./bildl.:
also sach vnz got ligen in deme horwe vnserre súnden
Lucid
158,6;
kunst treit manigen hôhe enbor, / si wirfet ouch manigen in schanden hor, /
der velschlich mit ir werben wil Renner
17708.
16596;
ein maget iunge / so zart vnd also murwe [fein,
zart] / ane sünde schimels hurwe Martina
167,106.
109,110;
waz ist diseu werlt wan weinen und chlagen und vil manich
tiffes hor PrOberalt
38,15.
38,14.
– im Vergleich:
daz irdisch guot und urbor / was im reht als ein hor LvRegFr
2385;
ia his der schaz alse ein hor / leider unreine
Roth
5151;
Hiob
11436;
Wig
121.
– sprichw.:
ob maniger vellet in ein hor, / der andern liuten lieht treit vor, / sô
hüetent si sich dester baz / daz si mit schanden iht werdent naz
Renner
8645
vgl. ähnl.:
daz sie daz liecht uns tragen vor, / daz wir nicht vallen in
daz hor HeslApk
1174
MWB 2 1687,58; Bearbeiter: Hansen
hœrâ
Interj.
→
hœren
swV.
MWB 2 1688,51;
hœrære
stM.
1
‘Zuhörer’
2 rechtssprachl. ein Amt bezeichnend (vgl. WMU 2,881; DRW 1,1551)
1
‘Zuhörer’
daz sint die bœsen lêrære / die die verworchten
hœrære / mit in läitent in den êwigen val Erinn
262;
sente Gregorius sprichet: ‘ daz heiz ich unnuze wort der daz mensche
nicht indarf zu rechter notdurft, eder da van got nicht gelobet wirt und di horere
gebezsert’ HlReg
54,13;
der namen ich aller muoz gedagen, / dâ von daz [...]
sîn lîht verdrüzze die hoerer harte Loheng
4970.
4267;
lâ die hôrære jehen alle, / ob ih dîner rede / geantwurten
kunne ode mege Kchr
2326.
2476.
3223
u.ö.;
Aneg
298
2
rechtssprachl. ein Amt bezeichnend (vgl. WMU 2,881; DRW 1,1551):
hern Vlrichen van Wolfgerstorf, den lantrihter, der diser sache hoͤrer
vnd rihter was UrkCorp (WMU)
3310,5;
ich Johans, lantschreiber in Steyr, vergich [...],
daz mich mein genediger herr, [...], zu einem hoerer geben
hat WeistÖ
6:160,9
(a. 1330)
MWB 2 1688,52; Bearbeiter: Hansen
hôrchære
stM.
‘Zuhörer’ (vgl.
hœrære
1):
wer gybt myr eynen horcher nu, / der myner clage horchte zu
Hiob
11905;
wen sie sint selic beide / mit glichem underscheide, / der
lerer der die wort leret, / der horcher der sich bekeret HeslApk
744.
726.
738
MWB 2 1689,5; Bearbeiter: Hansen
hôrchen, horchen
swV.
1
‘jmdm. (jmds. Worten, Gesang o.ä.) aufmerksam zuhören,
lauschen’
1.1 mit Dat. (vgl. 2 ) 1.2 mit Gen. 1.3 mit Obj.-Satz 1.4 unter Ersparung des Obj. 2
‘auf jmdn. (jmds. Befehle, Ratschläge o.ä.) hören, jmdm.
gehorchen’ (mit Dat., vgl. 1.1 ) 3
‘etw. hören, vernehmen’ (mit Akk.)
1
‘jmdm. (jmds. Worten, Gesang o.ä.) aufmerksam zuhören,
lauschen’
1.1
mit Dat. (vgl. 2):
hort, ir wisen, myne wort, / und ir gelarten, horchet
mir, / dy sache sult ouch wizzen ir! Hiob
12649;
sin [Silvesters] heilic begerunge / was an der
samenunge, / daz si im ot gehorchten Pass III
82,9
1.2
mit Gen.:
Thomas was des vil gereit, / daz er des sanges horchte Pass
I/II
246,52
vgl. auch
ebd.
23,50
1.3
mit Obj.-Satz:
ô libe Marîâ, wes sûmest du? di heilige drîvaldikeit hôrchit waz du
sprechen wollist HvFritzlHl
112,27;
er vaste horchte / wie si sich vreuten beide / zv des keiseres leide
Pass I/II
157,18
1.4
unter Ersparung des Obj.:
horche, so machstu vernemen Hiob
7166;
dor uf er bytet sunder spil / Job ebene horchen ebd.
12189.
13993
u.ö.;
Iacobus enpor trat / vf des tempels schranc; /
[...] daz volch gemeinliche erbot / sich zu
horchene da hin Pass I/II
264,25.
– wohl hierher, in Verschreibung:
dû dâ bûwest in den garten dîner friunde der
hôrichait [La. dîne frunt hôrechent vgl. amici
auscultant Ct 8,13]
TrudHL
143,5
2
‘auf jmdn. (jmds. Befehle, Ratschläge o.ä.) hören, jmdm.
gehorchen’ (mit Dat., vgl. 1.1):
der heilige engel Cherubin / der lazet uns dar in / vnde offenet vns di
porten, / wolle wir Cristo horchen Glaub
894;
nu horche mjnem rate / unde buze dine sculde ebd.
2861.
823;
wan Hêrôdes vorchte Jôhannem [...] und ime horchinde
tet her vile und her hôrte en gerne EvBeh
Mc 6,20.
– überw. mit ge-Präfigierung:
Job, gehorche gote / und ste zu synem gebote!
Hiob
9105;
in den zîtin Bonislaw, / der herzoge von Masaw, / dem tûvele gehorchte
NvJer
20228;
ein romischer keiser pflac / alle der werlt mit herschaft
[...] / wande man sînen worten / mit dienste
gehorchte, / vnde in dar an vorchte, / daz man tet swaz er hiez Pass
I/II
17,20.
202,30;
ElsLA
144,24;
PrMd (J)
344,10
3
‘etw. hören, vernehmen’ (mit Akk.):
die das sahen vnd horhton, das was der herre Albreht
[usw.]
UrkCorp (WMU)
1955,13;
swâ er indirt horchte / der dûtschin brûdre namin NvJer
7856.
– unter Ersparung des Obj.:
dô der vride was geworcht, / als ir itzunt hât gehorcht
NvJer
26273
MWB 2 1689,10; Bearbeiter: Hansen
hordære, hortære
stM.
auch hurtære.
‘Schätzesammler’, hier spez. ‘Geizhals,
Raffzahn’
dem horter wirt des hordes niht, / wan ob er^$’n weiz und ob
er^$’n siht [der Geizige hat nichts von seinem Schatz, außer dass
er um ihn weiß und ihn sieht]
Freid
147,15;
ein man milt und strîtpære / wær bezzer denn ein hurtære /
ze houbtman einem lande Ottok
22351.
– übertr.:
Barrabas was ein schacher vnd ein morder / vnd vbiltete ein horder
Martina
34,100
MWB 2 1689,53; Bearbeiter: Hansen
hördelære
stM.
‘Schätzesammler’, hier spez. ‘Geizhals,
Raffzahn’
pfî, hördeler, wie tiure dir diu tugent ist, diu dâ heizet miltekeit!
PrBerth
1:60,1
MWB 2 1689,63; Bearbeiter: Hansen |