hûben
swV.
‘(einen Falken) mit einer Haube versehen, häuben, verkappen’
ich het yn [den Falken] auch gehuͤbet / und
beschuhet also weydenlich / daz er wol erkant daz ich / in hete in allen sinnen holt
MinneR 503
230;
MinneR 53
51
MWB 2 1762,11; Bearbeiter: Richter
hûbenhüetel
stN.
eine Kopfbedeckung (?):
was ich meiner veindt ie mocht erlangen, / die loff ich an, recht als ich wer
verprant, / mein haubenhútel hat siben raif der besten, / die behalt ich mir
zu fremden gesten, / den slah ich tief flarren [breite
Wunden] auf den zant Neidh (S)
2,41 c13:14,7
MWB 2 1762,16; Bearbeiter: Richter
hûbennestel
stF.
hier haubnestel.
Schnürriemen an der Kopfbedeckung:
sein haubnestel die sein lanck, / zwu múscat dran gepunden, / die
haben alle zu weiten swanck Neidh (S)
2,149 c73:7,1
MWB 2 1762,22; Bearbeiter: Richter
hûbensloufe
stF.
Schleife, Schnürriemen an der Schutzhaube, die unter dem Helm getragen
wird:
der helm und diu goufe [
‘Bundhaube, Coiffe’; La. huben
slaufe
] / wart ûf gestricket und ab gezogen
Wh
92,12
MWB 2 1762,26; Bearbeiter: Richter
hûbensmit
stM.
‘Helmschmied’
Vlrich Herman des haubensmids bruder NüAchtb
73
MWB 2 1762,31; Bearbeiter: Richter
hübesch-, hübsch-
→
hövesch
-
MWB 2 1762,33;
hubîsen
stN.
→
huofîsen
MWB 2 1762,34;
hûc
stN.
→
houc
MWB 2 1762,35;
huchboum (?)
stM.
eine Baumsorte:
vrrus: huchboͮn VocOpt
48.236
MWB 2 1762,36; Bearbeiter: Richter
1hûchen
swV.
‘hauchen, leise Atemluft ausstoßen’
dû [
eins ungevierten
‘unbeständigen’
mannes muot
] blæsest kalt unt hûchest warm / ûz eines
mannes munde: stæter triuwen bistû arm RvZw
61,4;
daz er die hende in den munt / vor frost beide samt bot / und
huchte dar an; des gie in not StrKD
62,16;
der slangen âtem und ir
hûchen [Zischen] ist sô schedleich BdN
275,12
u.ö.
– von sprachlichen Äußerungen ‘flüstern, zischen’
latîn [...] vellet schôn vorn ûz dem munde, / jüdisch
hûchet in der kele grunde, / kriechisch stœzet ûf an den goumen
Renner
22334;
eyns [ein Kritikpunkt] was, als
Helyu duchte, / daz Job setzte unde huchte / ungerechtekeit in gote
Hiob
12638
MWB 2 1762,38; Bearbeiter: Richter
2hûchen
swV.
‘kauern, schleichen’
got di selben [...] unbarmherzik
nennet / wan sy uz dem wege huchen / und gar grymmeclich gebruchen / der gewalt di
in geben ist Hiob
12865;
grôzer nâtern und starker slangen / kam vil gegen in gegangen. / sie sâhen umb
sich hûchen / vil der grôzen ûchen [Kröten]
UvEtzAlex
25825.
–
kumst dû [bei der Jagd im Wald] von dînen hunden, /
ich fürhte, daz die wolfe dar ûf hûchen [lauern?]
Hadam
31,7
MWB 2 1762,52; Bearbeiter: Richter
huckære
stM.
‘Kleinhändler, Höker’
ze vasten [gibt dem Burggrafen]
ieglich hucker der oel veile hat zwai phunt oels StRAugsb
201,1;
waz rehtes die huckaer habent gen dem purgraven ebd.
201,4;
gewander, kramer, gastgaebe, hucker, vlaismanger ebd.
22,2
u.ö.
MWB 2 1762,61; Bearbeiter: Richter
hucke
swMF.
nur md. ho(c)ke belegt.
‘Kleinhändler(in), Höker(in)’
die liute, die dar hoken heizen, brechen sie oder missetuͦn sie waz an
meinkoufe; [...] sie muͦzen wetten hût vnde har
UrkBresl
18
(a. 1261);
waz kouferige [Waren] czu marte [l.
markte
] kumet, dy ensullin die hocken noch
vort-vorkouffere [Weiterverkäufer] des ersten tages nicht
vortzuvorkouffene durch gewin nicht kouffen, bie funf schillingen
StRMühlh
105;
nymande sal man czu eyme lugere [Marktaufseher]
nemen, der da hat eyne hocken zcu eyner husvrouwen ebd.
135;
StRGörlitz
449
MWB 2 1763,3; Bearbeiter: Richter
hücken
swV.
→
hügen
MWB 2 1763,15;
huckenære
stM.
hier md. hökener.
‘Kleinhändler, Höker’
ist ovch daz ein gast her chvmet mit visshen vnd slêt vf, dî inschol kein
hökener chovfen, er instê drî tage dâ mite UrkZeitz
80
(a. 1322)
MWB 2 1763,16; Bearbeiter: Richter
hudel
swM.
‘Lumpen’
wære iezont hie ain armir mensche, der niht enhetti wan ermiv claidir unde
hudilan PrGeorg (Sch)
24,48
MWB 2 1763,20; Bearbeiter: Richter
hudelbette
stN.
‘(provisorisches) Kindbett, Wochenbett’ (?):
ir kindelpett [Hs.
hudelpett
] was so gut, /
[...], / es hette Sigell mit genomen, / das sy was kindes
nider komen [es hätte auch Sigelint gefallen, als sie niedergekommen
war]
HvNstAp
2774
MWB 2 1763,23; Bearbeiter: Richter
hudeler
Subst.
→
hüetelærinne
MWB 2 1763,29;
huderlutte
swM.
‘Tuchfetzen, Lumpen’, abwertend für einfache, grobe
Kleidung:
sæh ich alle münich tragen / gewant mit silber beslagen / und die leien
kutten, / sæh ich in huderlutten / alle rîche fürstinne gân, / und die gebûren
scharlach an / trüegen, daz geviel mir wol Helbl
3,286
MWB 2 1763,30; Bearbeiter: Richter
huderwât
stF.
‘zerlumpte, verschlissene Kleidung’
Tristan sâ von danne gie. / [...] / er slouf in
bœse huderwât, / diu vromen man doch missestât UvTürhTr
2231
MWB 2 1763,36; Bearbeiter: Richter
hüebel
stN.
Dimin. zu
huobe
.
‘Hufe, Stück (Acker-)Land’
[ein rîter überlegt, wie er einen anderen]
müge geswechen / unde dem sîn guot abe brechen, / ein hüebel ode einen acker
WälGa
8717.
3142;
im hat daz [den Mangel an Kühnheit] nimant vir
ubil; / bewart er sich vf sinem hubil / vor bozim gluke da heime wol Dalimil
(B)
18,10;
KLD: Schulm
5:19;
Teichn
304,24
MWB 2 1763,40; Bearbeiter: Richter
hüel
stF. , hüelich
Adj.
→
hülwe
, hülwic
MWB 2 1763,48;
hüenechîn
stN.
Dimin. zu huon.
‘Hühnchen’, hier ‘Brathuhn’
das gefulte [gefüllte] hûnchin [Hs.
hunichin
] tanzet MinneR 27
9
MWB 2 1763,49; Bearbeiter: Hansen
hüenel, hüendl
stN.
→
hüenenlîn
MWB 2 1763,52;
hüenelîn, hüenel
stN.
Dimin. zu huon.
‘Küken, Vogeljunges’ (bes. des
Haushuhns):
in dem roten tutter [Dotter] lit daz huͤnlin
PrGeorg
283,28;
sei daz man si [Hühnereier] werm
sänfticleich pei dem feur, sô werden hüendl dar auz ân der muoter pruot
BdN
195,30;
des adelars hüenl sint in dem nest ân winseln und ân rüefen
ebd.
166,30;
die vogel, die vil hüenl pringent mit ainander, die gepernt
oder prüetent gar haimleich ebd.
165,31
u.ö.;
Ottok
6926;
Ipocr
99.
– häufig im Bild der fürsorgenden Glucke:
als vor dem wilden arn / daz huon der hüenel hüetet, / swenn
ez si ûz gebrüetet, / als huot diu herzogin gedrût / der zweier kinde
Ottok
2645;
reht als ein huon ir hüenelîn / hât under den vetachen sîn /
gezogen und gebrüetet, / also hât si mîn gehüetet EnikWchr
7073.
16209;
wie dicke kinder din wolde ich / gesamnet han zu mir durch gut, / rehte als
ein hene ir hunelin dut / vnd faszet sie vnder flugel ir [Mt
23,37]
EvStPaul
1166;
EvWM
329.
– astronom. vom Sternbild der Plejaden (vgl. die Bez.
‘Gluckhenne’ DWB 4,1,5,305):
so get Thaurus nider, da dy henne mit den huenlein inne stet
Sphera
77,7
MWB 2 1763,53; Bearbeiter: Hansen |