Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
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hâ – haber-
haberlîte – hachelen
hachelwërc – hage
hage- – 2hagen
hagen- – halbe
halbe – hallergëlt
hallergülte – halphimel
halp|hunt – halpvaste
halpvierteil – halser
halsgebeine – halsveste
halsvlinken – hamerslac
hamerslahen – hanef
hanef|âkambe – 1hansen
2hansen – hantgiften
hantgiftphenninc – hantsalbe
hantschmänt – hantvestlich
hantvestunge – hârbendelîn
hârblôʒ – hârlouf
harm – harnaffe
harnasch, harnas – 1harre
2harre – hartruore
hartsinnic – haselbir
haselbluome – hasenvleisch
hasenwint – havendierne
havengazzer – haʒʒiclich
haʒ|zorn – heberînmelwer
hebesal – 3hecken
heckenjeger – hegelîn
hegeln – heidenisch
heidenischheit – heilalle
heilant – heilige
heiligeistlîcheit – heilvuorlich
heilwâc – heime suochen
hei|metze – heimvart
heimvartlich – heitber, heidelber
heiter – heiʒmuot
heiʒsühtic – hëlfebære
hëlfebërnde – hëlkleit
helle – helleglocke
hellegluot – hellemunt
hellemünzer – hellerigel
hellerîs – helle-
hellesun – hellevreisærin
hellevunke – hëllunge
helm – hëlmschîn
hëlmschirbe – helwërtwitze
hely – hendewinden
hendewringen – hennenvuoʒ
hentschuocher – herbërgen
herbërgerîe – hêre
herebërge – hergesidele
hêrgesidele – hêrischheit
hërkêre – Herodære
Herodiane – hêrrennôt
hêrrenphruonde – herschrîære
hêrschunge – hertes
hërtgëlt – hërverloufen
herverten – hërzeblüete
hërzebluot – hërzekrachen
hërzekranc (?) – hërze|nabele (?)
hërzenandâht – hërzenvride
hërzenvrô – hërzestôʒ
hërzesüeʒe – hërzevrouwelîn
hërzewaʒʒer – heselîn
heselîn – hîbære
hichela – hierunder
hiesch – himelbalsem
himelbære – himelgesanc
himelgesinde – himelknabe
himelknolle – himelpalas
himelphat – himelschheit
himelschlich – himelstîge
himelstîgunge – himelval
himelvane – himelvürste
himelvürstin – hinde
hinden – hindergêunge
hindergrîfen – hindernisse
hinderrât – hinderstelle
hinderstellic – hinderwërtlingen
hinder wîchen – hinker
hinkêre – hinnëben
hin nëmen – hînt
hintber – hinwërt
hinwësunge – hirngupfe
hirnhût – hirtelîn
hirtelôs – hirʒmilch
hirʒ- – hiu
hiubelhuot – hiuten
hiutezucker – hôchgebirge
hôchgebluomet – hôchgenant
hôchgenende – hôchgewaltic
hôchgewîht – hôchmeister
hôchmësse – hôchvart
hôchvart – hôchzîtkleit
hôchzîtlich – hœhe
hôheclich – holde
hölde – hol|loch
hol|louch – holzapfelîn
holzban – holzheit
holzhërre – holzschuoherin
holzstîc – honec
honec|bluome (?) – honec|tranc
honec|triefende – hônheit
honic – hopfenziech
hopferebe – horgen
horgewat – hornicsprenget (?)
hornîn – horten
hortgadem – hospitâl
hossen – houbeten
houbet|êre – houbetkleit
houbetklôster – houbetman
houbetman|ambet – houbetsachwaltære
houbetschande – houbetsünde
houbetsündic – houbetwaʒʒer
houbetwëgen – höuptinc
höurëht – höuwezëhende
houwic – hovegeselle
hovegesinde – hovelich
hovelîche – hovephenninc
hovephliht – hoveschar
höveschære – hovestatzins
hove|stetære – hovezins
hovezorn – 1hûchen
2hûchen – hüenerhirne
hüenerhûs – hûfeht
hufel – hügenisse
hügenumft – hüllenwëbære
hüllenwëbærinne – humerâl
hummen – hundertweide
hundesber – hungergîtic
hungerhâr – hunt
huntaffe – huobdinc
huobe – huof
huofblat – huorgelust
huorgelustic – huotelôs
huote|strëbe (?) – hurmelen
hurnaʒ – hurticlich
hurtieren – hûs|êre
hûsgëlt – hûslode
hûslôs – hûsvrouwe
hûswer – hûwen
hûwen – hy

   hantleiten - hanttræge    


hantleiten swV. ‘mit der Hand wohin führen’ die formen der berschrecken, / die gotes cristenheit muen, / die suln glichnisse tuen / den rossen die man hantleitet / und zu den striten bereitet HeslApk 14043. – übertr.: und alsô wirt diu sêle gehantleitet in das bekennen der êrsten nâtûre PrEkkewint 227

MWB 2 1186,6; Bearbeiter: Tao

hantlich Adj. ‘mit den Händen’ und swen ir hantlich ärebeit / w art von dien mägden hin geleit, / sô was nit anders ir ambaht, / swen eht si lie des slâfes maht, / wan daz si alle stunde / [...] got lobeten WvRh 1137

MWB 2 1186,13; Bearbeiter: Tao

hantlidesuht stF. ‘Handgicht’ cyrogra, cirargra: hantlidsuht, handlidsucht VocOpt 43.098

MWB 2 1186,18; Bearbeiter: Tao

hantlôn stMN. ‘Abgabe bei Besitzwechsel eines geliehenen Gutes’ vnd ist auch gewonlich vnd reht, daz nieman anders kein hantlon sol nemen, hie zv der stat [[...] denne als vil als daz gut giltet vnd giltet daz gut ein pfunt haller so ist daz hantlon, auch ein pfunt haller vnd auch furbaz also StRRotenb 492; auch sol her Heinrich [...] vnd alle sin nachkumen an der vorgnanten vicarien herberg haubtreht vnd hantlon haben vf dem vorgnanten hof, als sulcher guͤt gewoͤnlich vnd reht ist UrkWürzb 41,382 (a. 1349); weitere Belege DRW 5,88

MWB 2 1186,20; Bearbeiter: Tao

hantmâl stN. ‘durch die Hand dem Körper zugefügtes Zeichen’ oder ‘Handzeichen, handgezeichnete Urkunde’ (s.a. hantgemâl 1 und 2), hier im Wortspiel mit beiden Bedeutungen: do quam einer, der die schusseln trug; / der hatte valscheit genug / an syme herczin vorborgin: / den stis her [der unsichtbare Zwerg] [...] / vnd gab jm ein hantmal, / das von Rome ein cardenal / des nicht vulschriben kunde AnteloyeD 451 vgl. ebd. 243ff.

MWB 2 1186,32; Bearbeiter: Tao

hantmælic Adj. ‘mit einem Mal, Fleck versehen’ daz dutet: habe des hute / mit genzelicher stete / daz du dine guten tete, / der du dich hast gevlizzen, / mit bosen itewizzen / maches icht hantmelic, / so wirstu dort vil selic HeslApk 4485

MWB 2 1186,41; Bearbeiter: Tao

hantreich stM. , -reiche stF. ‘Darreichung der helfenden Hand, Hilfeleistung’ daz wir im [...] ze staten komen [...] nâch unsern staten: mit guote, mit râte, mit hantreiche, mit gebet, mit aller helfe DvASchr 340,24; swer klainen hantreich tuͦt in der mvͤl, [...] dem sol man des lonen StRAugsb 48,22; wir schullen auch weder apt, noch chelner, noch prior, [...] weder steuer noch erung noch chainerlai hantraich geben noch raichen UrkHeil 2,183 (a. 1343)

MWB 2 1186,46; Bearbeiter: Tao

hantreichen swV. ‘jmdm. etw. aushändigen, geben’ item ist zu wissen des der dechen vnd das capittel der oberster kirchen von Triere sint schuldich jerlich den dieneren derselben kirchen von Triere zu hantreichen 50 pont Trierscher penninge DRW 5,111 (TrierArch.; 13. Jh.)

MWB 2 1186,56; Bearbeiter: Tao

hantros stN. wohl Lehnbildung zu mlat. dextrarius (vgl. MLatWB 3,545), eigentlich ‘Pferd, das mit der rechten Hand geführt wird’ (vgl. Palander, Tiernamen, S. 81). – ‘Schlachtross’ durch das was ain schöne gewonhait in Ynndia [...], das der künig ze ainem mal in dem jare erschain vor seinenn leüten, unnd sas gar edelich in chünigklicher weraitschaft mit gewaffentem here auf seinem hantroß schon getzieret mit gewaffenter getzierde HvHürnh 11,3. – überhaupt ‘Reitpferd’ dô sach man füeren über den hof / vil manig schoenez handros Orend 3064

MWB 2 1186,62; Bearbeiter: Tao

hantsalbe swF. ‘Handsalbe’, hier übertr. ‘Bestechungsgeld’ wis vorsprech gotes halben / und niht durch hantsalben Erz III 36,60 (oder liegt hier ein subst. Inf. zum mhd. sonst nicht belegten swV. hantsalben vor? Vgl. Glossar z.St. s.v. salben swV.); daz sîn der phalzgrâve hât / genozzen beidenthalben, / daz er die hantsalben / reite ûf ein guot starc, / ûf vierzic tûsent marc [er hatte von beiden Parteien Bestechungsgelder bekommen] Ottok 12418

MWB 2 1187,10; Bearbeiter: Tao

hantschmänt stN. zu afrz. hachement mit epenthetischem n (Suolahti 1,103). ‘Helmdecke’ het ir gesehen / sin hantschmänt, ir muͤstent jehen, / daz auf helm nie wurd gedent / zwen braune flugel so rich verwent, / dar durch ein bar tiuwer rich Hirzelin 296

MWB 2 1187,20; Bearbeiter: Tao

hantschuoch stM. , -schuohe swM. auch umgelautet hent-; sw. Sg. Akk.: hantschuͦn Rol 1417 (La.); hentschen Karlmeinet A441,2. A441,7; sw. Pl. Akk.: hantzgin Athis C* 74; hantschuͦn UrkCorp (WMU) 51,37; hantschen Pass III 531,52; hanzckin PfzdHech 218,30; hentschen Elis 860. – vereinzelt auch mit Anlehnung an schœne: die hantschoͤne Priesterl 709 (Pl. Nom.; vgl. Anm.z.St.). – ‘Handschuh’ 1 allg.
2 Teil der Rüstung
3 symbolisch (vgl. 2 HRG 2, 749-751, DRW 5,126-131 und Schwineköper, Handschuh)
3.1 als Botenzeichen
3.2 bei der Übertragung des Lehens, Eigentums
3.3 als Zeichen königlicher Gewalt bei Verleihung des Marktrechtes
3.4 als Pfand für Erfüllung von Pflichten
4 als Anerkennungsabgabe für das bestehende rechtl. Abhängigkeitsverhältnis (vgl. Schwineköper, Handschuh, S. 105-112)
   1 allg.: zwêne wullene hantschû und ein mistgrape ist des tageworchten bûze, sîn weregelt ist ein bark vol weizes von zwelf rûten SSp (W) 3:45,8; man gap in dô ze lône / hantschuoch alsô niuwe EnikWchr 12947; sie wirken sîdîn gewant oder wullînz [...] gewant oder schuohe oder hentschuohe PrBerth 1:146,7; er [...] hete hantschen an Pass III 531,52; dünne hirzhiute / sint ze hantschouhen guot, / der dem leder rehte tuot Quodlibet (W) 1160,24; ciroteca: hentschuͦch, henscha VocOpt 22.004; da waz diu hant, diu da haizet der gotez sun. diu waz bedechet mit dem häntschuͦhe der menschhait PrSchw 1,158. 1,159; von dem magischen Handschuh für die Tugendprobe: Krone 23092. 23104 u.ö. – als Teil weiblicher Accessoires, als Schmuckstück (auch der Männer): hantschuohe von sîden wol geworht / ich [als Königin Venus verkleidet] fuort UvLFrd 166,29; snüer unde kleine hüllen, / hentschuohe, borten, stûchen, / die vrouwen solten brûchen, / hiez er dar în [in die Reisekisten] gewinnen KvWTroj 27487. 28299; ir hentschen si niht ane endet Elis 860; ir hantzgin an gestrichen Athis C* 74; die handschûch wol ginæt / ziehent si [Pfaffendirnen] an mit vlîzzen; / [...] si biginnent sich vaste brîsen; / die hantschoͤne! unt die spiegel!: / ûf einen itniwen friedel / stêt aller ir gedinge Priesterl 704; zwêne niuwe hantschuoh er [beim Tanz] unz ûf den ellenbogen zôch Neidh WL 24:10,5; dez siht man suͥ [ die minner ] dike tragen: / von golde schoͤne vingerlin, / [...] hentschvͦhe wisse, / ir guͥrtel vnd ir seckelin / von siden svnt gemachet sin JvKonstanz 492; da sind inne ir hantschuech weis, / dew perlein und dew portlein / sullen auch in der lad sein, / da sy sich mit solde / so sy hochfertig wesen wolde, / ziren und auf machen HvBurg 5468. – im Zusammenhang mit Etikette und Bekleidungvorschriften: swâ man dinget bî kunges banne, dâr en sal noch schephen noch richter kappen an haben noch hût noch hûtechîn [...] noch hantschû SSp (W) 3:69,1; hantschuch, swert, mantel, hut / treit er [der ungezogene Knabe] bi gesten und bi kunden Jüngl 724; sît er [Bauer] zem phluog ist erkorn, / sô gieng er billîch âne sporn / und underm huot ân hærîn tuoch, / für Venedier hantschuoch / trüeg er hendlinge baz Helbl 2,68. – als Teil der liturg. Bekleidung: jr [der Bischöfe] hantschuhe sint geflohten [d.h. aus nahtlosem Gewebe] Lucid 91,8    2 Teil der Rüstung: zwêne hantschuohe des selben [der selben Machart] dran [(waren) am Waffenrock] Wh 406,11; zwên hantschuoch stechlîn EnikWchr 9856; zwên hantschuoch wol geschicket, / mit îsen underspicket Helbl 2,1229; an beidin hendin sin / trug he hanzckin iserin PfzdHech 218,30; an den henden sullen si [beim Zweikampf] niht wan dünne hantschuohe hân SSpAug 175,17; SpdtL 175,15; UrkCorp (WMU) 51,37; ez ensol auch nieman furbaz auf unser tæidinch fuͤrn armbrost, sper, pantzier, pechelhauben, verborgen hantschuch, verborgen huͤt ebd. 737,11; ez sol niemant [...] bey der nacht chainerlay waffen nicht tragen, weder pantzier, hantschuͦch noch hauben, newr des richters knecht StRMünch 384,20    3 symbolisch (vgl. 2HRG 2, 749-751, DRW 5,126-131 und Schwineköper, Handschuh)    3.1 als Botenzeichen: der kaiser bot ime ie den hantscuch [La. hantschuͦn ] Rol 1417. 1430. 1435; StrKarl 2024. 2039. 2042; den hentschen hey eme do reckde Karlmeinet A441,2. A441,7; werbet mîne botschaft / ze Marsilien [...]. / füeret im disen hantschuoch dar StrKarl 8681 (vgl. Rol 7244); hantschuohe wîze / hêt er an den henden Wig 1428; UvZLanz 2599; [ein Engel zu Karl:] nu nim ouch disen hantschuoch / und stôz den an dîne hant StrKarl 382    3.2 bei der Übertragung des Lehens, Eigentums: ez sulnt ouch sin erben diz selbe guͦt nach sime tode nuͦnt [= niuwan ] mit zwain wissen handschuͦhen enphahen unde niht anders UrkRottw 23 (a. 1300); [sie] gab in daz [ wînwahs ] vf mit eim hentschuͦ, ledeklich vnd frilich mit allem rehte UrkWürzb 40,Praef. 7 (a. 1336); daz ich die eigenschaft, die ich hatte an disen nachgeschribnen lüten und an der geburt, so von inen kumet [...] han ufgeben uf den fronalter der vorgenanden chilchen Zürich mit minem hantschuo, also das ich mir selben nicht behaben han wan die vogtei über die lüte und über ir nachkomen, die in miner vogtei wonhaft sint ald werdent SchweizId 8,468 (ZGrossmünster; a.1314); DRW 5,129 (Bluntschli, ZürichRG.; a. 1327). – für das Leben als Lehen Gottes: den hantschuͦch er [der totwunde Roland] abe zoch, / in gegen dem himel er in bot; / den nam der urone bote uon siner hant Rol 6889    3.3 als Zeichen königlicher Gewalt bei Verleihung des Marktrechtes: nieman en mûz cheinen markt noch munze erheben âne des richtêres willen, in des gerichte ez ligt. ouch sal der kung sînen hantschû durch recht dar zû senden, zû bewîsene, daz ez sîn wille sie SSp (W) 2:26,4 (nach Ausweis der Ssp.-Bilderhss. hängt der Handschuh an einem Marktkreuz, vgl. 2HRG 2,750); SpdtL (E) Ldr 132,1; SchwSp 90a    3.4 als Pfand für Erfüllung von Pflichten: – beim Ehegelöbnis: da ein fri swebenne ewet ain swab, der ist ain fri man, da moͮz er im siben hantscoͮhe han: mit ten git er siben wete nach dem swabeschen rehte. [...] div wete elliu, diu niemet diu froͮwe unde dir voget Trauformel 3. – beim gerichtl. Zweikampf: sînen hantschuoch zôher abe; / er bôt in Môrolde dar Tr 6454; ‘her konig, des wil ich vollen sprechen’, sprach Banin, ‘des geben ich uch mynen hentschuch, das ich es wil bezugen off synen lip mit dem mynen das ich han gesehen und gehort das er synen gerechten herren verriet.’ Lanc 11,4 (vgl. Steinhoff, Lanc. S. 802f.); das ir ytwiedder synen hantschuch gab Claudas in syn hant zu eim urkund das sie beyd fechten wolten ebd. 11,17; und gab dem konig einen hantschuch in die hant und sprach, er wolt selb fechten ebd. 24,19    4 als Anerkennungsabgabe für das bestehende rechtl. Abhängigkeitsverhältnis (vgl. Schwineköper, Handschuh, S. 105-112): da wider sol man den, die div lehen hant, gen von eime ganzen lehen eine wannvn vnd zwene hentschvͦhe [...] ze sant Martins mes UrkCorp (WMU) 383,14. 1944,9. 2219,9. N815,26; umb einen jerlichen zins zwier weisser hantschuhe UrkBern 5,664 (a. 1328); SchweizId 8,467 (a.1332; Z.). 8,467 (a.1341; AJahn 1857). 8,467 (a.1344; LBer); do wart ertailt [...], das der selb Uolrich von Ainwile dem vorg. waibel, an mines vorg. des abtes stat von S. Gallen, vor gericht mit zwain hantschuohen dienoti, das tet ouch der selb Uolrich und dienot vor gericht GrimmRA 1,211 (a. 1341). – für die Zollfreiheit: daz dieselben burger ze Muͤnchen soͤllen in unser stat ze Nuͤrenberg zolfrei sein gelicher wize als unser burger, [...] daz ze ainen urkuͤnde derselben gnade alleu jar der erste burger von Muͤnchen, der nach sant Michels tage in unser stat ze Nuͤrenberg koͤmet, ze ainer present geben soͤlle dem zolner ain pfunt pfeffers und zwen wizze hantschuche und ein wizzes stebelin StRMünch 108,14

MWB 2 1187,26; Bearbeiter: Tao

hantschuoher stM. hentschuocher

MWB 2 1189,46;

hantschuoster stM. zur Wortbildung vgl. Nölle-Hornkamp, Handwerkerbez., S. 461. – ‘Handschuhmacher’ her Rudiger der hantschuster UrkCorp (WMU) 2923,42; der selbe schade ouch besaz / gurtlær und irhære, / hantschuostær und buochlære, / kompær [...] Ottok 65692; weitere Belege s. Matzel, Wortschatz, S. 124

MWB 2 1189,47; Bearbeiter: Tao

hantsëhen stN. (Chiromantie) ‘Handlesen’ daz [Zelt des Glaubens] sol alsô gedenet sîn daz ez nieht intreiffe uon dîner hailgescouwunge deweder des fiursehennes oder des hantsehennes odir der agelsteren oder des mûsâres odir sô dich dîn ôre iucket odir dîn ouge TrudHL 95,14

MWB 2 1189,54; Bearbeiter: Tao

hantslac stM. 1 ‘Händeklatschen’
2 (Klagegebärde) ‘ das Zusammenschlagen der Hände, Händeringen, Sich-Schlagen’
3 (Rechtsgebärde) ‘Handschlag’ , zur Bekräftigung eines Versprechens, einer Versicherung
4 ‘Schlag mit der Hand gegen jmdn.’
5 ‘Berührung, Streicheln mit der Hand’
   1 ‘Händeklatschen’ plausu: mit hantslage PsWindb 64,Oratio    2 (Klagegebärde) ‘ das Zusammenschlagen der Hände, Händeringen, Sich-Schlagen’ swaz in ze leide geschiht, / dâ wider tuont die guoten niht, / wan daz siz phlegent enblanden / ougen unde handen / mit trehenen und mit hantslegen, / wan si anders niht enmegen Er 5768    3 (Rechtsgebärde) ‘Handschlag’, zur Bekräftigung eines Versprechens, einer Versicherung: die sinne / [...], / die kêr ich alle dar an, / [...] daz ich im ir [seiner Herrin] zornmuot / vertrîbe, ob ich iemer mac. / des enpfâch mînen hantslac Iw 7894; enpfâch dû mînen hantslac / daz ez [das Land] dîn eigen iemer sî StrDan 8394; cze dem drittenmâl gemainsamt uns dise heilichait [Eucharistie] geselleschaft aller engel, alsô daz wir marchtenrechte und hantslac enpfâhen, daz wir mit den engeln cze himel hawsgenozzen und purger werden ewicleich MvHeilFr 27; si sprach: ‘so gelobe mir, / daz du ez mit trewen verdagest [...] !’ / des tet si ir einen hantslac StrKD 5,251    4 ‘Schlag mit der Hand gegen jmdn.’ dô spîeten si ûz in sîn [Jesu] antlitze und slûgin en mit halslegen. abir di anderen gâbin ime hantslege [ palmas ] in daz antlitze EvBeh Mt 26,67    5 ‘Berührung, Streicheln mit der Hand’ geneme [ keinem (Kranken)] wart der hantslach Roth 3232

MWB 2 1189,60; Bearbeiter: Tao

hantslagen swV. auch -slahen (stV.? nur Part. Präs. und subst. Inf.). – im subst. Inf. auch mit Umlaut hent-, hend-. 1 ‘in die Hände klatschen, die Hände zusammenschlagen’ ,
2 (Klagegebärde) ‘die Hände zusammenschlagen, ringen; sich mit der Hand schlagen’ ,
3 ‘das Schlagen mit der Hand (gegen jmdn.)’ , nur subst. Inf.
4 ‘etw. beschlagnahmen’ (vgl. DRW 5,121)
   1 ‘in die Hände klatschen, die Hände zusammenschlagen’, Glosse zu lat. conplodo SummHeinr 2:233,363 (vgl. Bd. 3, S. 69 s. v. hantslagen; Varianten: ih sameneslaho, zesameneslahe). – als Ausdruck der Freude: plavdite manibvs: hantslahet mit den hanten PsWindb 46,1 (vgl. hantslagent PsTr 46,1 ); von froden er hantslagete SHort 990    2 (Klagegebärde) ‘die Hände zusammenschlagen, ringen; sich mit der Hand schlagen’, meist in Doppelformeln: do begunden si wæinen unde hantslagen Serv 2835; Roth 2883; KarlGalie 11688; Eilh (L) 2632; da horde man vluͦchen inde geschelt / inde over den dief [den verleumderischen Ankläger] clagen, / har roufen inde hantslagen MorantGalie 3372; KarlGalie 4177; hey begonde weynen ind clagen, / sich ryssen ind hantslagen ebd. 4520; (Part. Präs.:) junc, alt, arm unde rîche / brâchen und zarten alle für wâr, / ab in gewant, hût unde hâr / schrîende unde wuofende, / clagende unde ruofende, / hantslahende hende und denne brust KvWTroj 42117. brust ~ ‘sich an die Brust schlagen’, Part. Präs.: KvWTroj 42117. – subst. Inf.: grôz weinen unde hantslagen / ir megde triben unde ir wîp KvWTroj 22656; grisgrammen unde hantslagen / wart dô beschouwet ebd. 36472; Phariens und alle die mit im waren machten großen jamer, das Claudas und die mit im waren horten das geschrey und das hantschlagen das sie machten Lanc 69,29; owe hendschlagen, owe grisgramen, súfzen und weinen! Seuse 238,28; die bleich varw, die geswullnen oͮgen, [...] daz hentslahen, daz hertzklopfen und sin selbes von bitterm hertzleid vergessen ebd. 453,14    3 ‘das Schlagen mit der Hand (gegen jmdn.)’, nur subst. Inf.: daz sich di werren [zanken, streiten] mit einander mit worten, mit stozene, mit hantslane, mit roufene, mit mezzerruckene StRFreiberg 83,18    4 ‘etw. beschlagnahmen’ (vgl. DRW 5,121): off einich vaidtman [= voget-man ] , idt were weiff oder man, ruymich [= rûmic ‘flüchtig’ ] wurden off sturffen ayn leiffs eruen [ohne leibliche Erben] , in welche hoeue dat das geschege, dae sall ein hoiffs scholtiss [...] vnd der meier nit hantschlain an der leude goitt, idt sey varend haue off ligen haue WeistGr 2,518 (a. 1298 kopial)

MWB 2 1190,24; Bearbeiter: Tao

hantslegelen swV. ‘ in die Hände klatschen’ plaudo: hantschlegolon GlGerm 18,68

MWB 2 1191,8; Bearbeiter: Tao

hantsnîder stM. Händler, der Tuch ellenweise abschneidet und verkauft: ist, daz ein man chaufet gwant wider ein hantsneider, vier ellen, oder schechs, oder swie vil er dann chaufet, und geit im einen gotzphenning daran, und chumpt darnach hinwider nicht, also daz in der chauf leicht gerawen hat, ist daz dann der hantsneider daz tuech nicht hat abgesniten, so chümt der dez chaufs wol wider. hat aber er daz tuech abgesniten, so mues der chauf für sich gen StRWien 72; sneider leineins und wolleinz tuͤchez und gewandez, hantsneider, watmanger StRWienerNeust 55; die chaufleut, di da haisent hantsneider oder chramer dicz landes, di geben ein phenning czu igleichem slag und sint vurbas ledick StRBrünn 372

MWB 2 1191,10; Bearbeiter: Tao

hantspil stN. wohl ‘praktisches Musizieren’ (im Ggs. zur Theorie der schuollist, s.a. Scholz, Tr., S. 455): daz beste daz er kunde, / sô schuollist, sô hantspil, / [...] daz leite er ir besunder vür Tr 7967; si kunde schœniu hantspil, / schœner behendekeite vil ebd. 8137

MWB 2 1191,25; Bearbeiter: Tao

hantstarc Adj. ‘mit starker Hand, stark, gewaltig’ Dauîdis námo uuírt gántfrístet manu fortis. daz quît. ármstrenger [La. hantstarcher ] Will 58,11; Dâuîd daz chît sterche, hantstarcher TrudHL 49,23; vnser herre ist der wâre Dauît, der hantstarche, der chom her in dise werlt mit dem leidigen tieuele ze uehtenne Spec 101,25; Davit daz spricht in unser zungen ‘ein hantstarcher man’ [...]. Davit haizzet ain hantstarcher man dar umb daz er den risen Goliat ersluch PrOberalt 18,6; der [Gottessohn] ist hantstarcher, wan er dem tiufel an gesigt hat und uns auz siner gewalt erledigt hat ebd. 18,10. nu sich, daz ist gotes sun! / wiltu gegen im icht tun / und ist din ubel wille und arc / gegen im also hantstarc / daz du im wollest widerstan, / daz laz alhie zugan! Pass III 410,96

MWB 2 1191,31; Bearbeiter: Tao

hantstunde F. die Zeit, die man braucht, um die Hand umzudrehen, ‘Moment, Augenblick’ (vgl. hantwîle): [bei Gott] ist tûsent jâr als ein hant stunde DvASchr 361,11

MWB 2 1191,47; Bearbeiter: Bohnert

hanttât stF. 1 mit der Hand Geschaffenes
1.1 ‘Geschöpf (Gottes)’
1.2 ‘Werk des Menschen’
2 ‘frische Tat’
   1 mit der Hand Geschaffenes    1.1 ‘Geschöpf (Gottes)’ auch edelst du [Gott] den leip, wann du sein czuchtmaister pist [...], daz er [...] sich ôn widersacz beraitet und peutet czu gotez dinst allezeit: sô wenn daz geschicht, sô ist er geedelt, daz er aller hanttât auf erd herre ist MvHeilFr 16    1.2 ‘Werk des Menschen’ der dach, in deme du salt arbeiden, is din leven; [...] dat sal man dir lonen na der arbeit dine handait Lilie 5,21    2 ‘frische Tat’ tuont si [Diebe] daz an geweichten steten, ein chirchen oder auf freithœven und begreift man si an der hanttât, [...] man sol in den daumen abslahen an der gerechten hant RbRupr 88

MWB 2 1191,51; Bearbeiter: Tao

hanttætic Adj. ‘Gewalttat begehend’ dat wir darumbe die gemeinde der ioitschaf [die Gesamtheit der Juden] neit ainspreghen nogh ainzalen [= anzalen ‘anklagen’ ] in sulen dan diegeine ove [oder] dengenen, de hantdedigh is UrkKöln 4,175 (a. 1330)

MWB 2 1192,1; Bearbeiter: Tao

hanttræge Adj. ‘mit träger Hand, langsam’ ein hanttræger gîgær, / ein alter holerphîfær, / ein singer ungedœnet, / [...] ein râtgeb âne triuwe / ein übeltæt âne riuwe, / [...]. / daz allez ist für niht guot: / alsô ist ouch ze niht / ein lant unverriht / an sîner ordenunge Helbl 2,1439

MWB 2 1192,7; Bearbeiter: Tao