hâ – haber- haberlîte – hachelen hachelwërc – hage hage- – 2hagen hagen- – halbe halbe – hallergëlt hallergülte – halphimel halp|hunt – halpvaste halpvierteil – halser halsgebeine – halsveste halsvlinken – hamerslac hamerslahen – hanef hanef|âkambe – 1hansen 2hansen – hantgiften hantgiftphenninc – hantsalbe hantschmänt – hantvestlich hantvestunge – hârbendelîn hârblôʒ – hârlouf harm – harnaffe harnasch, harnas – 1harre 2harre – hartruore hartsinnic – haselbir haselbluome – hasenvleisch hasenwint – havendierne havengazzer – haʒʒiclich haʒ|zorn – heberînmelwer hebesal – 3hecken heckenjeger – hegelîn hegeln – heidenisch heidenischheit – heilalle heilant – heilige heiligeistlîcheit – heilvuorlich heilwâc – heime suochen hei|metze – heimvart heimvartlich – heitber, heidelber heiter – heiʒmuot heiʒsühtic – hëlfebære hëlfebërnde – hëlkleit helle – helleglocke hellegluot – hellemunt hellemünzer – hellerigel hellerîs – helle- hellesun – hellevreisærin hellevunke – hëllunge helm – hëlmschîn hëlmschirbe – helwërtwitze hely – hendewinden hendewringen – hennenvuoʒ hentschuocher – herbërgen herbërgerîe – hêre herebërge – hergesidele hêrgesidele – hêrischheit hërkêre – Herodære Herodiane – hêrrennôt hêrrenphruonde – herschrîære hêrschunge – hertes hërtgëlt – hërverloufen herverten – hërzeblüete hërzebluot – hërzekrachen hërzekranc (?) – hërze|nabele (?) hërzenandâht – hërzenvride hërzenvrô – hërzestôʒ hërzesüeʒe – hërzevrouwelîn hërzewaʒʒer – heselîn heselîn – hîbære hichela – hierunder hiesch – himelbalsem himelbære – himelgesanc himelgesinde – himelknabe himelknolle – himelpalas himelphat – himelschheit himelschlich – himelstîge himelstîgunge – himelval himelvane – himelvürste himelvürstin – hinde hinden – hindergêunge hindergrîfen – hindernisse hinderrât – hinderstelle hinderstellic – hinderwërtlingen hinder wîchen – hinker hinkêre – hinnëben hin nëmen – hînt hintber – hinwërt hinwësunge – hirngupfe hirnhût – hirtelîn hirtelôs – hirʒmilch hirʒ- – hiu hiubelhuot – hiuten hiutezucker – hôchgebirge hôchgebluomet – hôchgenant hôchgenende – hôchgewaltic hôchgewîht – hôchmeister hôchmësse – hôchvart hôchvart – hôchzîtkleit hôchzîtlich – hœhe hôheclich – holde hölde – hol|loch hol|louch – holzapfelîn holzban – holzheit holzhërre – holzschuoherin holzstîc – honec honec|bluome (?) – honec|tranc honec|triefende – hônheit honic – hopfenziech hopferebe – horgen horgewat – hornicsprenget (?) hornîn – horten hortgadem – hospitâl hossen – houbeten houbet|êre – houbetkleit houbetklôster – houbetman houbetman|ambet – houbetsachwaltære houbetschande – houbetsünde houbetsündic – houbetwaʒʒer houbetwëgen – höuptinc höurëht – höuwezëhende houwic – hovegeselle hovegesinde – hovelich hovelîche – hovephenninc hovephliht – hoveschar höveschære – hovestatzins hove|stetære – hovezins hovezorn – 1hûchen 2hûchen – hüenerhirne hüenerhûs – hûfeht hufel – hügenisse hügenumft – hüllenwëbære hüllenwëbærinne – humerâl hummen – hundertweide hundesber – hungergîtic hungerhâr – hunt huntaffe – huobdinc huobe – huof huofblat – huorgelust huorgelustic – huotelôs huote|strëbe (?) – hurmelen hurnaʒ
– hurticlich hurtieren – hûs|êre hûsgëlt – hûslode hûslôs – hûsvrouwe hûswer – hûwen hûwen – hy
|
hanttuoch
stN.
‘ Handtuch’
mantelia: hanttuͦch SummHeinr
1:325,146;
zu hant trug man die peken dar, / man pot der frewdenreichen schar / das
wasser zu den henden; / manch hanttuch fein [...] / den
herren man da dare trug Virg (St)
362,4;
daz hantuch zu dem bade Erz III
40,107
MWB 2 1192,13; Bearbeiter: Tao
hanttwehele
swF.
s.a. → hantele F.
‘Handtuch’
allewege vor dem tissche vnd nach sol man ieslichem siechem
[...] wazer gewen, daz si die hende waschen vnd
hanttwehelen pieten SpitEich
40,28;
erbegut ist: [...] aigen in der
stat, [...] aigen uf dem lande,
[...] unde alle tische unde alle tafeln unde
tischlachen unde hantweheln unde hantfaz StRAugsb
151,10;
vor jamer wart er weinen / so lange untz dem reinen / sine
hantwele wart vollen naz Vät
29531;
sô einer trinket, sô sol der ander ein tüechelîn für in heben, ein
hanttwehelen PrBerth
2:179,7;
in Glossen des 12. Jh.s für lat. manutergium, mappula s. AWB
4,696
MWB 2 1192,19; Bearbeiter: Tao
hanttwinc
stM. , hanttwinge
F.
‘Armreif, Armband’ oder ‘Handfessel’, mhd. Glossenbelege s. AWB
4,696
MWB 2 1192,32; Bearbeiter: Tao
hantvane
swM. , -van
stM.
1
‘Serviette, Handtuch’ , in mhd. Glossenbelegen des 12. Jh. für lat.
mappa, mappula, mantile u.a. s. AWB 4,697 2 liturgisches Gewandstück: ‘Manipel’
1
‘Serviette, Handtuch’, in mhd. Glossenbelegen des 12. Jh. für lat.
mappa, mappula, mantile u.a. s. AWB 4,697
2
liturgisches Gewandstück: ‘Manipel’
mit der stôl unt mit dem hantvanen Priesterl
256;
waz betútet, daz men den hantfan treit an der linken hant?
Lucid
87,20.
88,1;
daz gewant daz der priester an leit [...], daz hât
alles bezaichnunge. [...] der hantvan bezaichet sine
demuͦtkait PrGeorg
9,2;
PrBerth
2:683,36;
manipulus: hantvan VocOpt
19.010;
stolen unde hantvan, / kasukkel unde borten kluok / kan ich von künsten machen
genuok Bussard
680;
Messgebr
327.
331
MWB 2 1192,34; Bearbeiter: Tao
hantvaʒ
stN.
‘Waschbecken, Waschschüssel’
du lagil undi du hantvaz, / di viole undi du lichtvaz, / du
rouchvaz undi du cherzistal, / daz roti golt was iz al LobSal
127;
waz erbegut ist: daz ist aigen in der stat, daz ist aigen uf
dem lande, [...] alle tische unde alle tafeln unde
tischlachen unde hantweheln unde hantfaz unde beckin unde golter unde lilachen
StRAugsb
151,11
MWB 2 1192,47; Bearbeiter: Tao
hantveste, hantvast
Adj.
1
‘schriftlich fixiert, rechtsgültig’
2
‘auf eine bindende Versicherung hin freigelassen’ ? 3
‘gefangen, in feste Hand genommen’
1
‘schriftlich fixiert, rechtsgültig’
sid dhain gewerft vor menschlicher chranchait an [
= âne
] prief vnt hantfest vrchvnt mach stet weleiben, dar vmb wir
[...] tven chunt allen den, die disen prief sehent
[...], daz [...]
UrkCorp (WMU)
2077,41
2
‘auf eine bindende Versicherung hin freigelassen’?:
die ellenden geste / warin hanfeste [l.
hantfeste (vgl. Anm.z.St. mit verschiedenen
Erklärungsversuchen)] / biz an den anderen dath
Roth
2486
3
‘gefangen, in feste Hand genommen’
knechte unbehende, / hantvast [bez. auf das Akk.-Obj.
si
] ane gebende [Fesseln] , / mit zuͦwornen
haren / inde mit grozen varen [zerzaust und geängstigt] /
leiden si [Galie (als Angeklagte)]
[...] als ein meindedich wif MorantGalie
3710
MWB 2 1192,55; Bearbeiter: Tao
hantveste
stF.
zu möglichen sw. Formen s. hantvestene
1
‘Urkunde’
1.1 allg. 1.2 näher bestimmt durch ein Adj. ( êwic, grôz, guot, gewis, valsch usw.) 1.3 oft verbunden mit brief 1.4 in Verbindung mit bestimmten Verben ( geben, lesen, machen,
schrîben ) 1.5 übertr. 2 wohl totum pro parte, ‘Siegel’ , übertr. 3
‘Bekräftigung (eines Vertrages, eines Eides), Bestätigung’
4
‘Gültigkeit’
1
‘Urkunde’
1.1
allg.:
swaz diu hantvest seit, / daz wolt er für die wârheit /
haben unde rihten EnikFb
1849;
daz brieve bezer sint danne geziuge. wan geziuge die sterbent: sô belîbent
die brieve immer stæte (diz heizent hantfeste), unde hilfet ein tôter geziuge
als wol dir als ein lebendiger SchwSp (W)
34,12;
ein hantveste wirt enwicht von dem getichte [Betrug,
Fälschung]
ebd.
419,5;
der ~ kraft
KvWSchwanr
573;
StRBrünn
399.
400;
alles daz [...], daz vmb andern raub vnd prant
vor an dirre hantfeste geschriben stet UrkWittelsb
1,422
(a. 1287);
sein insigel an die ~ henken
UrkHohenz
1,115
(a. 1303);
geben
UrkÖsterrM
289
(a. 1300);
eine Sache mit ~ bestæten
Ottok
4891;
bevesten
Renner
15162;
stæten
EbvErf
1077;
stæte machen
Ottok
2477;
bringen
StRAugsb
147,30
1.2
näher bestimmt durch ein Adj. (êwic, grôz, guot, gewis, valsch
usw.):
von ewigen hantvesten StRBrünn
224;
do schreib an [an das Buch mit den sieben
Siegeln (vgl. Apc 5,1)] der beste [d.i.
Christus] / die ewigen hantveste / menschlichen heiles
HeslApk
9090;
er gab in hantveste guot EbvErf
4323;
Ottok
5910;
wan si unz bewiͤst habent mit gewizzen hantuesten, daz
[...]
UrkCorp (WMU)
3443,13;
si zaigtn auch mir brief vnd gross hantvest, do mit si ir sache wolten aus
pringen vor dem chunig ebd.
67,21;
dî nutzstin unde bestin / pêbistlîchin hantvestin
NvJer
1076;
ob ein hantveste falsch sei SchwSp (W)
419 Überschrift.
– durch ein Gen.-Atttr.:
[falls] daz aigen also verkauft wirt mit friunde rate,
da mak man der stet hantfeste [mit dem Stadtsiegel beglaubigte, von
der Stadt ausgestellte Urkunde] wol uber gaeben dem der ez da
kauft hat StRAugsb
142,26;
ez suͤllen auch die
gelter [Gläubiger] den erben
vorvarn [den Vorrang haben] umb ir gelt, als der
stat hantfest [das Stadtrecht] sait
StRMünch
333,13.
348,6;
wen der richter wandel [Geldbuße] nimt und
[und diese] in der stat hantvest nicht mit namen
ste geschriben StRBrünn
396;
dar nach liezzen vns ouch des hertzogen schidleute sehen hantueste [
hantfesten
1276A,15, hantvestene
1276B,20
] der bæbst, der cheiser, der ertzbischoͤlf von Salzburg
[...] vber di selben vogtey des gotshous guͦt von
Admund UrkCorp (WMU)
1276C,44.
N376,26;
als it an keiser Otten [...] hantveste steit
HagenChr (G)
679
1.3
oft verbunden mit brief:
PrSchw
1,27;
StRAugsb
157,21;
UrkHohenz
2,213
(a. 1292);
HvNstAp
4771;
StRBrünn
399
1.4
in Verbindung mit bestimmten Verben (geben, lesen, machen,
schrîben):
den tag, da di hantvest an gegeben ist StRBrünn
399;
vnd ist diser chovf geschehen vnd oͮch disiv hantveste darvber geben
UrkÖsterrM
289
(a. 1300);
Ottok
5892;
des gab er uns ain hantfest HvBurg
6195;
die hantveste ich hân gelesen EbvErf
2019;
StrKD
13,160;
Ottok
2192;
daz disiu svͦne vnd dise sætzze also stæte vnd vnzerbrochen beleiben, dar
umbe haben wir haizzen machen dise hantfeste UrkWittelsb
1,413
(a. 1287);
PrBerth
1:575,17;
hantveste man des nam / von dem bâbest EbvErf
2014;
StRAugsb
155,36;
daz man eine ieglîche hantveste schrîbet ûf kalpvel oder ûf schâfvel
PrBerth
1:575,18;
Brun
6220;
Hadam
205,3
1.5
übertr.:
ist es aber ieman toͤtlichem menschen vf erde gegeben, das
er got mohte sehen [...], das mvͤste sin von besvnderre
heinlicheite hantfeste DvAStaff
498;
des gap er [Gott] in hantveste durch sine milden
gute, / an zahen [= ein zeichen
] wol daz peste, daz niemer gar div werlt van watzer flvete /
verderben sol. den regenbogen er vmbe / kert, als ob ein schvze mir but dev
senewe vnd gaf em selbe daz krumbe JTit
Regenb. 2,1;
daz unschuldige blût mîn: / daz sol ein hantveste wesen, / dâ man sol
immer an lesen, / daz des menschen missetât / die martir mîn gebezzert hât
VierTöchter
416;
he dreit noch under ougen / [...] die rechte
strîdens zeichen [Narben] , / ingesigel unt hantveste
Göllh
192;
von nâtûre minnet ein ieclich dinc selben sich und sîne nâtûre. alsô ist
diu menscheit [Christi] ein stætiu hantveste sicherre
suone unde ganzer liebe von dir DvAOff
24;
[Maria] di allir gute eine hantveste
Brun
189
2
wohl totum pro parte, ‘Siegel’, übertr.:
[Laudatio auf Ither: ] ein slôz ob dem prîse. / sîn herze
an zühten wîse, / obem slôze ein hantveste Parz
160,19;
manec leben wart dâ übersigelt / mit des tôdes hantveste
Wh
391,27;
doch heten sie vor lebens vil versigelet / mit des tôdes hantvesten, die
nieman kan gebrechen, / als man eteswâ hantveste tuot Loheng
4627;
JTit
4157,3
3
‘Bekräftigung (eines Vertrages, eines Eides), Bestätigung’
vnde ze urchuͥnde disses dinges so gaben wir vnser insigele an disme brieue
[...] ze einer hantfesti vnd ze einer stetj
UrkCorp (WMU)
106,6
u.ö.;
uon einem vicetoͮme, der [...] gotes
uerloͮgenote unde deme leidigen tieuele ze hantueste einen brief screib
Spec
99,4;
diu mort [Missetaten (Adams und Evas)? La.
wort
] schreip der tievel an, / do er den menschen gwan, / ze einer ewigen
hantfeste StrKD
13,95;
ze wortzeichenne beide / und ze hantveste der eide / wart dú
groze heiligheit [Reliquie] / in die arche
[Bundeslade] geleit RvEWchr
11915;
[die hl. Martina] treit an ir milte hant / des kvnges
ingesigel von Engellant, / ganzes gewaltes hantfeste, / daz si die ellenden geste /
zvo sinen genaden enpfahe, / swer mit gebet zvo ir gahe Martina
286,7.
– übertr.:
du maht an im nu tuon / dîner triwe hantveste
Parz
345,7
4
‘Gültigkeit’
daz dis stete belibe vnd hantvestj heige, so henken wir v́nser jngesigele ze
eime vrkv́nde an disen brief UrkCorp (WMU)
443,14;
hantvesti und kraft haben WeistGr
5,92
(a. 1343);
daz der wideme, den er geben hat [...] sinre elichen
wirtin, vf dem [...] houe bliben vnd sin sol vesticlich in
sinre krefte vnd hantueste UrkRapp
478,20
(a.1350)
MWB 2 1193,7; Bearbeiter: Tao
hantvestene
stF.
Formen auf -en auch als sw. Flexion von hantveste
auffassbar.
1
‘Urkunde’
2
‘Gültigkeit’
1
‘Urkunde’
so hant die Romer uf gesezzit daz dekein privilegium, daz ist
hantvestene, frome were, man enschribe danne [...] welhes
iares der brief wurde gegebin MNat
13,1;
alle hantvesten sint enwiht / und habent si rehter insigel niht
Renner
18779;
mit hantvestinon besigelten mit sinem jngesigel UrkCorp (WMU)
1978,36;
BgRIglauD
20.
– näher bestimmt durch ein Gen.-Attr.:
die selbe hantvestin keser Frideriches UrkCorp (WMU)
1653(6), 40, 42;
mit des kuniges hantvesten ebd.
N408,37.
– verbunden mit brief:
KvWSchwanr
149;
UrkCorp
156,43;
StRMosb
547
(a. 1337).
– in Verbindung mit Verben:
die selbe hantuesten wart gesriben vnde geben UrkCorp (WMU)
1126AB,30;
dâ schreib der almehtige got sîne hantvesten ûf sîn selbes hût
PrBerth
1:575,20;
HvFritzlHl
89,19
2
‘Gültigkeit’
vnd daz diz ganzze hantfestin vnd stetikeît habe, so han ich disen brîef deme
abbete [...] gigeben bisigilt mit mineme jngesigele
UrkCorp (WMU)
107,19.
N715,15;
sol doch die verbuntnisse stete bliben und hantfestin haben
UrkBasel
4:154,29
(a. 1345)
MWB 2 1194,59; Bearbeiter: Tao
hantvestenunge
stF.
‘Urkunde’
wir [...] duͦen kuͦnt allen den gienen
[...], die diese hantuesteninge ane gesient inde
gehorent, dat [...]
UrkCorp (WMU)
380,40;
sine zveilf burgen, der namen in der hantvesteninge bescrieuen steint ebd.
3469,7;
jnde han och unse ingesigele [...] jn
vestenicge [l. -incge
] diesir hantvestenincge an diesin brif gehangin ebd.
62,5
MWB 2 1195,19; Bearbeiter: Tao
hantvestlich, -lîche
Adv.
‘urkundlich, rechtsgültig’
wann wir der vorgenanten stett insigel bestetigend mit gewalt koniglicher
maiestat hantfestlich zuͦ vergehend alle geschiht und sachen und zu kreftigend und
zu bestetigend alle [...] brief, daran es hanget
StRSchlettst
45;
was moht er ir gegeben me / wan herze, lip, sin und muͦt, /
sich selbe, lant, lút und guͦt? / hantvestliche in ir gewalt / braht es gar der
degen balt RvEWh
14049
MWB 2 1195,27; Bearbeiter: Tao
hantvestunge
stF.
‘Urkunde’
in alle deme rechte inde in der vriheide inde in den guͦden gewoneden, die si
van alders mit haintvestingen in geschrichte inde sunder geschrichte here haint
bracht UrkCorp (WMU)
3485,12;
so wa der stede reht van Colne, vriheide, guͦde inde redelighe gewoneden jnde
hantuestingen vnzwiflig sint ebd.
43AB,46,42,41;
[Kaiser Konstantin] gaff [...]
sente Silvester dat roymsche rich / ind hantfestinge, dat alle
paise [Päpste] weren / vuͦrwert des roymschen riches
heren HagenChr (G)
559
MWB 2 1195,36; Bearbeiter: Tao
hantvingerlîn, -vingerl
stN.
‘Ring, der an der Hand getragen wird, Fingerring’
dise vrowe hate siben meide [...]. di sechste di tet
ir ane daz hantvingerlîn an di hant HvFritzlHl
238,10;
daz man ez [das durch Essig weich gemachte
Ei] leiht mit der hant [...] müg
[...] sô lang geziehen, alsô daz man ez durch ain
hantvingerl zieh BdN
352,33.
–
‘(königlicher) Siegelring’
mit unserm grossen ingesiegel versiegelt und unserm handvingerlin und auch
unser selbes hendeschrift gezeychnet DRW
5,47
(a. 1349)
MWB 2 1195,47; Bearbeiter: Tao
hantvol
stF.
1
‘soviel eine Hand fassen kann’ ; mit Gen.d.S. 2
‘eine kleine, unbedeutende Anzahl (von Leuten)’ ;
1
‘soviel eine Hand fassen kann’; mit Gen.d.S.:
man sal nemen ein hantuol sabenboumes vnde zwo hant uol
saluei vnde ander halbe hant uol ruten SalArz
115,57;
eyne hantfol weyssenre [wächserner] kerzen
UrkGerKöln
364
(a. 1336);
drî hant vol [...] / des korns Philipp
4475;
Ipocr
55;
BenRez
25;
Seuse
214,2.
– ohne Gen.d.S.:
von siner gæhe kam im daz / daz er [...] vergaz /
bî dem mülsteine / melwes alsô kleine, / ez fulte kûme eine hant. /
[...] unde gâhte hin wider / da er die hantvol hete
verlân Bîspel (Pf)
17,15.
17,31.
– personif.:
sage ane, muntvol, wiltû dich / hantvol gelîchen? daz ist doch vil
ungelich: / wil danne hantvol schôzvol übermenegen, des enmac niht sîn
RvZw
97,2.3.7
2
‘eine kleine, unbedeutende Anzahl (von Leuten)’;
mit Gen.d.P.:
ein hant vol rîter Wh
107,21;
unser ist kume ein hantvol Rennew
31477;
ir hantvol gein unser menige niht enwigt Loheng
2835;
Martina
281,92;
Brun
11143.
– ohne Gen.d.P.:
man sach mit manlîcher wer / des marchgrâven Willelms her,
/ die hant vol als er mohte hân Wh
13,9;
waz touc diu hant vol genant / gein dem her ûz al der
heiden lant? ebd.
328,29
MWB 2 1195,58; Bearbeiter: Tao
hantvölleht
Adj.
‘die Hand füllend, soviel eine Hand fassen kann’
sie wurffen den bruͦch hantvollecht off yn und wuczeten uff
yn, als er ein dieb were und man yn zum galgen furen solt Lanc
605,15
MWB 2 1196,17; Bearbeiter: Tao
hantvöllic
Adj.
‘die Hand füllend’
sam gelw, sidin risten [Haarzöpfe] ,
/ gros, hanpfollige, linde / hat [l. hant
] aller kaiser kinde / gevlohten noch enpflohten SHort
5811;
unde sol er in siner hant haben einen aichinen stap, der sol
einer dumellen lanch sin unde sleht [...] unde hantvollic
StRAugsb
89,31.
–
‘soviel eine Hand fassen kann’
er want sin hend [...], er rauffte
sin har uß hantvöllig, er reiß sin cleider Lanc
69,23
MWB 2 1196,22; Bearbeiter: Tao
hantvride
stM.
sw.
KarlGalie
12172.
‘mit Hand und Mund gelobter Friede, Friedensgelöbnis’
jst aber der hantfride mit dem toͤtslage gebrochen, so sol des mage einer, der
da erslagen wart, clagen UrkCorp (WMU)
879HKSa,19;
StRAugsb
122,5;
KarlGalie
12172;
UrkWittelsb
2,115
(a. 1300);
mag in [den Friedensbrecher] danne
der clager beziugen mit drin mannen [...], daz er den
hantfride gaeben hat in des mannes hant, der im den fride chunte, so sol im der vogt
rihten mit der aehte StRAugsb
122,28;
unde wirt under den ein rehter hantfride gemachet ebd.
85,13;
UrkWittelsb
1,141
(a. 1255).
1,344
(a.1281);
MGHConst
2:596,27
(a. 1256);
UrkWittelsb
2,115
(a. 1300);
von den herren wart dô sâ / ein hantvride genomen dâ
RvEAlex
2366;
des heten hantvride getân / Gramoflanz und Gâwân
Parz
691,3
MWB 2 1196,31; Bearbeiter: Tao
hantvridebrëche
Adj.
‘den hantvride brechend’
vnd sol der rihtær den gewalt haben, daz er selb dritte bewær di schuld ovf
den fridbrechen man. ob der hantfridbræch man ehaft not bewæret, daz er ze dem tag
niht chomen moͤht [...], so sol man im ze reht einen andern
tach geben UrkCorp (WMU)
475AB,23
MWB 2 1196,48; Bearbeiter: Tao
hantvridehaft
Adj.
‘durch einen hantvride gebunden’
ist daz, daz der hantfridehafte man ehaft not bewæret, daz er ze dem tage niht
mohte chomen UrkWittelsb
1,141
(a. 1255)
MWB 2 1196,55; Bearbeiter: Tao
hantwërc
stN.
vgl.
antwërc
.
1
‘Arbeit mit Händen, Handarbeit’
2
‘Handwerk’ (vgl.
antwërc
2 ) 2.1
‘(berufsmäßig ausgeübte, gewerbliche) Tätigkeit eines Handwerkers’
2.2
‘Recht, ein Handwerk auszuüben’
2.3
‘ Handwerkszeug, Gerätschaft’
2.4
‘Handwerkerschaft, Zunft’
3
‘mit der Hand Geschaffenes’
4 für antwërc
1
‘Kriegsgerät, Belagerungs- und Wurfmaschine’
1
‘Arbeit mit Händen, Handarbeit’
mvzzicheit ist ein viint der sele [...] so werdin di
brvdere becunberit mit hanwerkin BrHoh
48
2
‘Handwerk’ (vgl. →
antwërc
2)
2.1
‘(berufsmäßig ausgeübte, gewerbliche) Tätigkeit eines Handwerkers’
so svns [sollen sie (die
Handwerker)] mit allir diemvͦti an ir hantwerche sin [
cum omni humilitate faciant ipsas artes
]
BrEng
57;
daz her ein gantz jar blibe in der stat an sime hantwercke
StRSchweidn
523
(a.1328);
hot hantwerg aber hoͤher krafft, / so muͤßen die wappen wir begeben / und
lernen an dem stule weben MinneR 410
282.
299.
– in Verbindung mit kunnen, trîben, üeben, wirken:
ich bin ein man / der niht hantwerkes kan WälGa
8166;
Ottok
35025;
BuchdRügen
569;
zu Nazareth, da er
[Joseph] bleib / und sin hantwerc aber treib
Pass I/II (HSW)
4396;
daz di hantwerke gar / mochtin [...] ir
hantwerc ubin PfzdHech
236,16;
daz daz selbe hantwerch redleich und recht wiert geworcht
StRBrünn
395.
– übertr.:
des [des ungeschlachten
Benehmens] he [der Riese Witold]
immir began / ze wilichen hantwerke he quam Roth
4669;
daz man in [den Ritter] sihet triben / sin
hantwerg, daz er treiben sol HeinzelRitt
213
2.2
‘Recht, ein Handwerk auszuüben’
wer wider den rat tut [...], deme sal man syn
hantwerk eynen monden niderlegen UrkBresl
103
(a. 1342);
das der sin antwerck hier und an allen stetten verloren haben sol
DRW
5,148
(Schmoller, StraßbTucherZft.; a. 1350)
2.3
‘ Handwerkszeug, Gerätschaft’
irn schepfer [...], / der alle
dinc an siner craft / hat von nichte geschaft: / himel, erden, tiere, berk / ane
vorligen hantwerk HeslApk
17922;
bi weme man dazselbe hantwerc begrifet di wage, di man heizet seiger,
[...] wirt he verwunden mit dem richter
[...], man slet im abe di hant
StRFreiberg
76,14
2.4
‘Handwerkerschaft, Zunft’
zevht sich ein man in den marht, [...] vnd
gewinnet purchreht da inne, ist er vleischer eder ledrer, er sol niht sten zv
den anderen maisteren des selben hantwerches UrkCorp (WMU)
3068,28;
swelich recht und gewonhait die schuester und elliu
hantwerih ein [in] unserr stat ze Munichen untzher
gehabt habent StRMünch
134,4;
si schullen auch uber ieglich hantwerch [...]
besunder maister setzen StRBrünn
395;
StRSchweidn
522
(a. 1328);
Köditz
93,28.
93,32;
HvFritzlHl
158,11;
PfzdHech
236,14
3
‘mit der Hand Geschaffenes’
die vorworchten heiden, / die ir hantwerk an beten
HeslApk
15587.
– ein Gestell, auf dem Götzenbilder stehen:
ain hantwerc heten si erhaben / alnach der chuͦnige gebot
Rol
3490.
– Schöpfung Gottes:
got, [...] irbarme dich ubir din
hantwerk / zum jungesten herze sere HeslApk
110;
wen du Crist [...] din hantwerk
hast irlost ebd.
9812
(vgl. Apc 5,9);
her [Gott] sazte in
[den Menschen] uf sin hantwerg [vgl.
V. 6790f.: constituisti eum super opera manuum tuarum Ps
8,7]
Brun
6802
4
für antwërc
1
‘Kriegsgerät, Belagerungs- und Wurfmaschine’
er ne darf in sinin mangen / niemir sail gespannen, / noch
gerichten sin hantwerc / an dehainen hohen berc Rol
7661;
sie triben ir hantwerke dar Herb
3672;
stellinde dâ vur den berc / manchirleige hantwerc, / dâ man
vestin mit brechin pflît NvJer
6688;
kunst, / sturmis hantwerc zu bûwin ebd.
19562;
Kreuzf
5337;
UvEtzAlex
9256.
9276
MWB 2 1196,59; Bearbeiter: Tao
hantwërcknëht
stM.
‘Handwerksgeselle’
man verbuͤtt auch allen hantwerkknehten und fremden knehten,
die nit behuset sint, swert und mezzer WüP
82,2
MWB 2 1197,61; Bearbeiter: Tao
hantwërcliute, hantwërkesliute
st.Pl.
‘Handwerker’
von dis chlostirs hantwerchlutin [
de artificibus monasterii
]
BrEng
57;
ovch hat min herre in dem dorf zv Masbach vier vnd zwenzek markethuͤs. dar
inne sulen alle die luͤte sizze, di veilen kovf wollen habe, vnd hantwercluͤte
UrkCorp (WMU)
3318,8,9;
von dem [l. den
] hantwerchluten, dir ir innunge gewinnen sullen
StRSchweidn
522
(a. 1328);
StatDtOrd
106,17;
Renner
16070;
RvBib
168,26.
–
die hantwerchslaͤwt StRMünch
456,4
MWB 2 1198,1; Bearbeiter: Tao
hantwërcman, hantwërkesman
stM.
‘Handwerker’
ez haben ouch geboten di burger vom rat, daz dhein gewantsneider, noch kein
kramer noch dhein hantwerkman, [...] kein sein kram noch
gadem niht offenn sol haben an dheinem veirtag NüP
162;
so mag auch nyemant datz kainem goltsmit noch datz kainem
andern hantwerchman [...] chainerlay
werck [Werkstoff]
verpieten [beschlagnahmen] , daz im geantwurtt ist ze
wuͤrchen StRMünch
416,13;
ich râte, daz der hantwercman, / ê daz er vâh ze reden an, / von êrsten reden
lerne HvBer
9630.
9639.
–
ouch tar keyn koufman odir hantwerkis man haldin eyn hunt odir eyn krymmenden
vogil bi xx tage reyse no dem herren MarcoPolo
25,18;
ez sol chain hantwerchsman daz werck, daz im ze wuͤrchen ist
geben, nicht tewrer versetzen [...] dann umb als vil, als
sein lon ist StRMünch
416,24.
416,19
MWB 2 1198,11; Bearbeiter: Tao
hantwërcmeister, hantwërkenmeister
stM.
‘Meister einer Zunft’
mit rate der eldisten und der hantwerchmeister StRSchweidn
520
(a. 1328);
diz sint die ammecht der hantwerkenmeister aller gemeyne, welchen man in eyme
hantwercht zcu meister kuist, daz sie den anderen iren gewerken vor sullen sin
ebd.
522
(a. 1328);
wer der drier rete ist, der ensal kein schultheyze, colner nach keinreley
hanthwerg meyster sij, die wyle her der rete ist StRMühlh
89
MWB 2 1198,29; Bearbeiter: Tao
hantwërkære
stM.
‘Handwerker’
wir verbieten ovch bi fvmf phunden alle gesworn ainung an des pischofes willen
vnd wizzen zwischen purgærn wider purgær, hantwercher wider hantwercher
UrkCorp (WMU)
888,10,11;
daz sint hantwerkære: / smid und bogenære, / slôzær und
goltsmit, [...]
Ottok
65663;
daz der kunic hiez ritter tuon / maniges hantwerkæres sun
ebd.
64981.
14213.
– hierher oder allgemeiner ‘jmd., der Handarbeit verrichtet’
swer hantwercher gewinnet in sein weingarten, oder ze welcher hant aribait daz
ist, daz tagwerich haizzent StRWien
65
MWB 2 1198,39; Bearbeiter: Tao
hantwërkic
Adj.
‘mit der Hand arbeitend’
ir sult wizzen, daz man di aposteln nimmet in mangerleie wesen. zu deme
êrsten: [...]. zu deme anderen mâle: alse si hantwerkige
lûte wâren und erbeiteten umme nôtdurft HvFritzlHl
158,10
MWB 2 1198,51; Bearbeiter: Tao |