hârslihtære
stM.
‘ Haarkämmer, -glätter’
enruochet, lât sîn: waz denne, / sint uns die
hârslihtære [diejenigen, die nicht kämpfen wollen]
entriten? Wh
322,21
MWB 2 1215,21; Bearbeiterin: Herbers
hârslihten
swV.
‘glätten von Haaren’, subst.:
die [...] hârslihtens phlâgen
Kreuzf
2616
MWB 2 1215,24; Bearbeiterin: Herbers
hârslihtic
Adj.
→
hërzslehtic
MWB 2 1215,26;
hârsnuor
stF.
‘Band zum Zusammenhalten der Haare’; auch als Schmuck:
ietweder wintprâ [der hässlichen
Cundrîe] sich dranc / mit zöpfen für die hârsnuor Parz
313,25;
eine jungvroͤwe, die niht mannes hat, die mag wol ein schappel dragen unde ire
zoͤphe unde harsnuͤre lassen hangen SpeyrerP
59.
– im Vergleich:
dine lippen luchten san / also zwei rote harsnure
Brun
245.
2977
u.ö.
MWB 2 1215,27; Bearbeiterin: Herbers
hârsnuorærin
F.
‘Haarschnürerin’ (Haarbandmacherin?):
horsnurern BerufeFrankf
59b
MWB 2 1215,35; Bearbeiterin: Herbers
harst
stM.
1
‘Rost, Grill’
2
‘Braten’
1
‘Rost, Grill’
craticula : harst SummHeinr
1:344,437.
2:315,83;
etewenne wart ich entzündet / ouf einem glüegenden harste Serv
3481;
si netuont einiz noch daz andere uf deme harste gerostet
Himmelr
9,19.
–
‘Scheiterhaufen’
pyra : harst SummHeinr
1:347,474
2
‘Braten’
von dem ber und von dem schwin sol man unserm herren dem abbas den harst geben
UrkEls
2,164
(a. 1339)
MWB 2 1215,37; Bearbeiterin: Herbers
hârstranc
stM.
‘Haarstrang’ (Pflanze):
peucedanum : harstranc Gl
3:544,24;
weitere Glossenbelege des 13./14. Jh.s vgl. AWB 4,728f.
MWB 2 1215,45; Bearbeiterin: Herbers
hart
stMN.
stF. WeistGr .
1
‘Heide, unbebautes Land’
2
‘Wald’
1
‘Heide, unbebautes Land’
wis gegrüezet, spica nardes, / veldes bluome, klê des hardes MarGr
18
198;
chreftic velt unde hart, / gebirge unde heide, / manic tacweide / zwischen den
landen wüeste lac, dâ niemen deheines bûwes phlac KvFuss
1334.
–
‘dürrer Boden’ (s.a.
1herte
2
):
man vindet sie [
wurze
] uf harte / wachsen mit irme crute. / salbei, myncelin, rute /
wellen haben milde lant Daniel
1834
2
‘Wald’
ein holtz daz do haizzet daz mitter hard UrkHeil
2,1
(a. 1300);
wer in der hart fert, er sye arm oder rich, den soll nieman pfenden
WeistGr
1,729
(a. 1338 kopial);
vúnf vnd zwenzig march silbers, da mitte wir Heinriche Manessen im Harde
gulten UrkCorp (WMU)
1844,3
MWB 2 1215,48; Bearbeiterin: Herbers
harte
Adv.
auch herte.
1 (selten) als Begriffsadverb (s. Kip, Steigerungsadv., 166) ‘hart, schwer’ ,
der Übergang zum Steigerungsadv. ( 2 ) ist fließend 2 (häufig) als Steigerungsadverb ‘höchst, sehr’
2.1 bei Verben und verbalen Ausdrücken; die belegspezifische Bedeutung von
harte ist von der jeweiligen Verbbedeutung abhängig (bspw.
harte slâfen
‘(sehr) tief schlafen’ , harte loufen
‘(sehr) schnell laufen’ ) 2.1.1 alleinstehend 2.1.2 in Verbindung mit einem weiteren Steigerungsadv. sô, vil,
ze 2.1.3 in Verbindung mit (s)wie 2.2 bei Adverbien 2.3 (seltener) bei Adjektiven 3
‘ganz nahe, dicht’ mit Präp. an (örtlich)
1
(selten) als Begriffsadverb (s. Kip, Steigerungsadv., 166) ‘hart, schwer’,
der Übergang zum Steigerungsadv. (2) ist fließend:
er lebete vil harte mit luzeleme zarte AvaJo
25,6;
des libes harte / lebete vrowe Marthe Pass III
335,21;
bî dem worte gegreif er in vile harte Gen
930;
ist aber er [der Fuchs] hart
gevangen, sô stift er sich tôten, unz man in auz der
drawhen [Falle] gezeucht BdN
164,9;
der edle mit dem parte, / ja vellet er nicht harte, / ob er
wirt ab gestochen / [...] zwischen zwain leylachen
HvNstAp
5688
2
(häufig) als Steigerungsadverb ‘höchst, sehr’
2.1
bei Verben und verbalen Ausdrücken; die belegspezifische Bedeutung von
harte ist von der jeweiligen Verbbedeutung abhängig (bspw.
harte slâfen
‘(sehr) tief schlafen’, harte loufen
‘(sehr) schnell laufen’):
2.1.1
alleinstehend:
von dem selben warte erchomen si so harte / daz si
zerukke vielen AvaLJ
133,3;
GenM
51,8;
uuárt íh [...] so hárto
gesêrot: dáz ál mîn iâmer de absentia sponsi uuárt gemániguáltot
Will
84,11;
den künec daz müete harte, / daz der werde Gâwân /
niht schiere kom ûf den plân Parz
703,18;
ich fürht hart sîn drô EnikWchr
7086;
er hantilôte si zarte, er froute sich ire harte
Gen
2668;
der so herte in bat Pass III
194,43;
Glaub
502.
– im Komparativ oder Superlativ:
dem marcgraven wart so ger
[verlangend] , / daz er harter lief danne er
gie Dietr
5452;
swer ie kumber erleit, / den erbarmet des mannes
arbeit / michels harter dan den man / der nie deheine nôt gewan
Iw
4391.
2906.
5011;
Ottok
2348;
iz sie smarz aller harteste Gen
1638;
si hartest machten riten Rol
6157
2.1.2
in Verbindung mit einem weiteren Steigerungsadv. sô, vil,
ze:
er slief so harte, / daz er sin bi der warte / niet ne
sach vor ime stan Eilh
St,7479;
[
er
] versneit in dâ sô harte / daz sich daz houbet zarte / und
tôt viel ûf daz gras StrDan
3067;
Iw
4621;
AHeinr
898;
En
10971;
ich weiz er si ûz deme paradîse liez / vile hart
âmerende in ditz ellende Gen
501;
er clagte vil harte / dem kvnige von Reinharte
ReinFu
K,1735;
Gunther der edele vil harte sorgen began
NibB
441,4;
Tr
6828;
SAlex
2083;
dû minnest ouch ze harte / der dinge widerwarte
Tr
9909;
idoch sol sich nehein man / ze harte missetrosten
Wahrh
140;
VMos
84,7;
Spec
135,8
2.1.3
in Verbindung mit (s)wie:
wie harte er si
geneizte [plagte] , vil lute er si reizte
AvaLJ
99,2.
131,3;
wie harte ez got erbarmet VMos
40,10;
wie harte du sin do vorhtest SüklV
93;
Tr
14886
2.2
bei Adverbien:
si îlten harte balde, dâ der künec saz / bî der küneginne
NibB
1408,1.
1526,4;
Parz
124,23;
Herb
2046;
dô gâht er harte starke StrAmis
1534;
sus liez ouch hie durchstrichen / iren louf die barmherzekeit / und
begreif harte breit / an gotes kinden einen roub Pass III
4,28;
dâ mit zeigt er den brief dô. / des wart der bischof
hart frô. / er sneit in ûf mit sîner hant EnikWchr
A II,330;
di sele sal harte luter sin Parad
115,34;
so sullen si sich besprechen darumme herte ebene
StRFreiberg
100,8;
Martina
130,12;
KvWTroj
18502;
Pass III
369,85;
AHeinr
928.
– häufiger mit guot oder wol verbunden:
mir was der wille harte guot Iw
759;
harte guot was sîn gemach Parz
426,13;
NibB
85,3;
Tr
8552;
di scrift er harte wol vernam SAlex
319;
der bâbst enphienc in harte wol Ottok
133;
Iw
920
2.3
(seltener) bei Adjektiven:
du bist ein harte wîs man, / der sih wol versinnen kan
SAlex
4798;
ein harte schœniu maget Iw
4471;
CarmBur
172a,5;
der harte schone iungelinc Herb
11211.
546;
diz sint harte tôrehte liute Eckh
1:8,5;
VAlex
491;
ein harte scône velt SAlex
5528.
5066;
ob dem brunne stât ein / harte zierlîcher stein
Iw
582;
dit sint harte kvrze wort: / ich spreche, daz sie schone
was Herb
8570.
1152;
Iw
7238;
GrRud
E 14
3
‘ganz nahe, dicht’ mit Präp. an (örtlich):
das daz gerichte zcu deme Rode mit vnser guͦnst ist geleit geyn Howinden, wan
syͤ [diese beiden Dörfer] hard an eynandir fluͦren
[grenzen]
UrkCorp (WMU)
N407,27;
hertt ligent [...] an der waid ebd.
67,3
MWB 2 1215,63; Bearbeiterin: Herbers
harteleben
stN.
‘Leben in Buße’
[Frau Buße:] die mich aber gewinnent,
[...] / in wird umb ain kurczes harteleben / hie nach daz
ewig gegeben HvBurg
1345.
1947
MWB 2 1217,15; Bearbeiterin: Herbers
harten
swV.
1 intr. 1.1
‘hart, fest werden’
1.2 übertr. 2 tr., übertr. ‘jmdn. streng, unnachgiebig machen’
3 refl. ‘sich verhärten’
1
intr.
1.1
‘hart, fest werden’
mache wir ein tuͦrm von ciegele und bestriche wir die vuͦge mit einer
slachte erden die [...] ist also lote
[beschaffen] , swane sie gehartet, daz si weder
vuͦer noch wazzer geweichen enmach PrLpz
100,13
1.2
übertr.
–
‘beständig bleiben’
uuîe ir dîe bíderbechêit ána uînget unte vuîe ír
dâr ána gehártôtet Will
31,7.
–
‘stark, schlimm werden’
dirre grozen suche [Aussatz] leit / an im
begonde harten Pass III
65,57
2
tr., übertr. ‘jmdn. streng, unnachgiebig machen’
der [Zorn] in begonde harten / uf
den ewarten Pass I/II (HSW)
38845
3
refl. ‘sich verhärten’
an zwen sunen er [Herodes] entsub,
/ daz sie sich kein im karten [La. hartten
] / und im leides warten [zufügten]
Pass I/II (HSW)
4003;
den gotes zwen aposteln gut / hub sich da ein nuwe strit, /
wand sie [die beiden Apostel und die beiden
Zauberer] wolden alle zit / sich kein einander harten ebd.
33835
MWB 2 1217,19; Bearbeiterin: Herbers
harteslaht
stF.
‘ Herzschlächtigkeit’ (Pferdekrankheit):
[das Pferd] enhâte harteslaht noch
spat [Geschwulst]
UvZLanz
1466.
– vgl. →
hërzslehtic Adj.
MWB 2 1217,37; Bearbeiterin: Herbers
hart-, hartenhöuwe
stN.
‘Hartheu’ (Hypercium, vgl. Marzell 2,940f.):
hartouwe HvBPhys
1,215
(vgl. HvBPhys., Register S. 152);
weitere mhd. Glossenbelege s. AWB 4,733
MWB 2 1217,40; Bearbeiterin: Herbers
hartmânde
swstM.
→
hertemânôt
stM.
MWB 2 1217,44;
hartruore
stF.
zu
hart
stMN. 2.
‘Jagd, Hatz im Wald’ (?):
wir sprechen ouch das zu rechte, dass die hartrure von sanct Rickart und Bidig
eigen syge des closters vonn Andelahe, und wer in der hart fert
[...], den soll nieman pfenden WeistGr
1,729
(a. 1338 kopial)
MWB 2 1217,45; Bearbeiterin: Herbers
hartsinnic
Adj.
‘unverständig’
bi der hartsinnigen zit HeslApk
8285
MWB 2 1217,51; Bearbeiterin: Herbers
harttrügel
stM.
‘Roter Hartriegel’ (Pflanze; vgl. AWB 4,854, Marzell 1,1173f.):
sanguinarius arbor: hartrugil SummHeinr
2:469,222
MWB 2 1217,53; Bearbeiterin: Herbers
harttrügelîn
Adj.
‘ den Roten Hartriegel betreffend’
sanguinarius: harterugeliniz Gl
4:94,51
MWB 2 1217,56; Bearbeiterin: Herbers
harttrügelîn
stN.
‘ Roter Hartriegel’ (vgl. AWB 4,854):
sanguinarius arbor: [...] harttrugelin
SummHeinr
2:469,222
MWB 2 1217,58; Bearbeiterin: Herbers
harttrügelînboum
stM.
‘Roter Hartriegel’ (s.a. AWB 4,742):
hartdrugelenboum HvBPhys
3,46
MWB 2 1217,61; Bearbeiterin: Herbers
hâr|tuoch
stN.
‘feines Tuch aus (Tier)Haaren’
[ die zwei Mönche] giengen, [...] /
da sie daz houbt [Johannes] ouch vunden / mit har tuchen
bewunden Pass I/II (HSW)
39272;
nu seht, wie er verarmete, [...] / er enlege al offenbar
/ uf hartuche unde uf erden Pass III
610,89
MWB 2 1217,63; Bearbeiterin: Herbers
hârûʒrîsen
stN.
‘Haarausfall’
des paums öl und sein saf und sein wazzer
[...] hilft für daz hârauzreisen BdN
333,5
MWB 2 1218,5; Bearbeiterin: Herbers
hârvlëhte
swF.
‘geflochtenes Haar’
ez sol auch dhaine burgerin [...] kaine horeflehten
fuͤrbaz mer tragen die gemachet sein mit geslagem golde oder mit silber
NüP
184
MWB 2 1218,8; Bearbeiterin: Herbers
hârvlëhterinne
stF.
‘Haarflechterin’, bildl.:
gîtikeit hât [...] / mit aller missetât gemeine: /
[...] untriuwe ist ir râtgebîn, / unkust
[Falschheit, Hinterlist] ist ir hârflehterîn
Renner
4570
MWB 2 1218,12; Bearbeiterin: Herbers
harwe
stF.
→
herwe
MWB 2 1218,16; |