hebenisch
Adj.
→
ebenisch
MWB 2 1236,62;
hebenussede
stFN.
‘Wohnung’
habitatione: hebenusside PsWindb
22,Oratio
MWB 2 1236,63; Bearbeiter: Tao
heberëht
stN.
Lohn der Eichmeister von Weinfässern, in Entnahme einer Quantität Wein bestehend?
(DRW 5,503):
ad rectum hebereth UrkSüdtirol
2:166
(a. 1334)
MWB 2 1237,1; Bearbeiter: Tao
heberîn
Adj.
auch hebrîn.
‘aus Hafer’
der meyger [...] git danne jegklichem schniter nüt,
wann ein heberin garben WeistGr
1,35
(a. 1347);
als ein garbe häberîn / vastern under de arme swanc
Parz
265,14;
suͥmeliche luͥte, die gessent dc dinchelin vnd gebent dc ruggin alder dc
heberin. vnd dc ist unreht, wan der mensch, der soͤlte ie dc besti [als
Opfergabe] geben PrSchw (St)
3,95;
heberîn brôt Renner
4002;
daz hebrin mel WüP
78,2.
100,1;
StRMünch
209,9.
265,4.
– in einer Nonsensdichtung:
hie vor bi alten geziten / an einer heberinen liten / in einem hvltzinen lande
/ vf einem stroͤynem sande, / do saz ein richer ezzich krvc Wachtelm
2
( →
haberlîte
swF.)
MWB 2 1237,5; Bearbeiter: Tao
heberînmelwer
stM.
‘Hafermehlhändler’
dc hus, da Ruͦdolf selig Haldahuseli, der hebrinmelwer, ir vater, inne was
UrkCorp (WMU)
2779,31
MWB 2 1237,19; Bearbeiter: Tao
hebesal
stNF.
‘Sauerteig’, bildl.:
ir [der Äbtissin] gebot vnd ir lerunge sal
getemperet werden in den gedenken der iungersen alse ein hebesal [
fermentum
] des gotlichin rechtes BrEb
2
MWB 2 1237,22; Bearbeiter: Tao
hebestange
stswF.
‘Brecheisen, Hebel’
nû wâren mit ir houwen / und mit îserînen zwickeln, / mit scharphen
steinbickeln, / mit starken hebstangen, / vesten unde langen, / komen an die mûre /
die ungefüegen gebûre UvEtzAlex
3677;
nû wâren dô bereitet wol / ebenhœh, trîbocke, mangen, / pheterære, katzen,
hebstangen ebd.
14966
MWB 2 1237,26; Bearbeiter: Tao
1hebic
Adj.
‘ besitzend’, präd.:
sollen wir syͤ irs zuͦgeltes [Morgengabe] bewisin,
[...] daz syͤ hebig syͤ, als vorgeschriben stete
UrkHohenb
411
(a. 1349).
– mit Präp. an:
unser herre sal in [...] als vile gulden bewysen, da
sie 300 marg lodigis silbirs sichir und hebig ane sin DRW
4,1376
(Mainz hschr./ReichsArch München; a.1347)
MWB 2 1237,33; Bearbeiter: Tao
2hebic
Adj.
1
‘groß, stark’ ; von Wassermassen 2
‘hoch, erhaben’ , von Christus 3
‘vorzüglich’ , wohl von Sachen
1
‘groß, stark’; von Wassermassen:
hévigiv wázzer [
aquae multae Ct 8,7] ne móhton írléskan dîe mínna
Will
139,1.
– von Worten, Reden:
ob der, der hazzete mih, uber, uf mih michiliu, grozlichiu, hebigiu
geredet, gesprochen hiete [interl. zu et si is, qui oderat me,
super me magna locutus fuisset
]
PsWindb
54,13.
– von Taten:
wie hebigiu er getan hat sele miner [interl. zu quanta
fecit animae meae
]
PsWindb
65,16.
– von der Herrlichkeit Gottes:
wir digen so hebiger eren ubertreffente tugent, chraft, daz wir
[...] beschirmet werden [interl. zu
precamur tantae gloriae excellentem uirtutem
] ut [...] tueamur PsWindb
138,Oratio
2
‘hoch, erhaben’, von Christus:
mîn sponsus ist álso héuig unter ánderen hêiligon sámo
hôch libanus íst vor ánderen bergon Will
95,3;
sûo hébig ér [Christus] sî bêide
per diuinitatem ioh per uirgineam natiuitatem ebd.
36,2.
– von der Kirche:
wîe héuig síu [
ecclesia Christi
] íst unte wîe sîu dîhet álliz ána de uirtute in uirtutem
Will
106,6.
135,3
3
‘vorzüglich’, wohl von Sachen:
precipuus: hebeger SummHeinr
2:426,01.67
MWB 2 1237,40; Bearbeiter: Tao
hebîsen
stN.
1 eiserner Bügel, in den man die Frauen treten lässt, um ihnen vom Pferde zu helfen (vgl. Schultz, Höf. Leben 1,502 und Weinhold, Dt. Frauen 2,194) 2 ein Gerät zum Festhalten
1
eiserner Bügel, in den man die Frauen treten lässt, um ihnen vom Pferde zu helfen
(vgl. Schultz, Höf. Leben 1,502 und Weinhold, Dt. Frauen 2,194):
die vrowen hiez man dô abe heben. / ich bat mir daz hebîsen geben: / ich huob
die vrowen abe vil gar UvLFrd
37,6
(vgl. Anm.z.St.);
daz hebîsen ich dar truoc. / si sprach: ‘ir sît niht starc genuoc: / ir mügt
mich abe geheben niht [...].’ /
[...] dô sî her von dem satel sleif, / bî mînem hâr si
mich begreif ebd.
37,13. 18
2
ein Gerät zum Festhalten:
tenaculum: hebisen VocOpt
23.050
MWB 2 1237,62; Bearbeiter: Tao
hêbrêisch
Adj. , hêbrêischen
Adv.
s.a. →
êbrêisch
.
1
‘hebräisch, jüdisch’ . 2 Adv. ‘in hebräischer Sprache, hebräisch’
1
‘hebräisch, jüdisch’.
– auf Sprache und Schrift bezogen:
Michahel ist ein hebreisscez wort unde chût tutisken ‘wer
alse got’ Spec
111,26;
wie wil dû bewæren / ainen got sô mæren? / hâst dû in von
hebrêisker scrifte? Kchr
2349;
div überschrift geschriben über in mit chrichischen
bvchstaben vnd latinvs vnd hebraischen EvAug
204,11;
Jesus, der heilge name, [...] der wart
gantfristet uͦz der hebræischen zungen in die latine zungen salvator
PrHoff
96,18;
Himmelr
1,30;
PrOberalt
53,31;
BdN
271,20.
– auf Leute und Brauch bezogen:
daz er gewan einen hebrêisken ambtman Gen
1907.
2001;
der hebrêiske man [der jüdische Gelehrte
Abiathar]
Kchr
8762;
wand er sie [Aaron Maria] uor
dûtte / dem hebreiskem lîvte Wernh
D 2550;
ub die man sich besniten nâh hebreiskeme site / forne an
der scante Gen
1631
2
Adv. ‘in hebräischer Sprache, hebräisch’
ez ist ze Iervsalem ein weiere, der da genant wirt
hebraischen Bethsaida EvAug
220,7;
geschryben was daz brieuelin / hebreysch, criesch vnd auch
latin EvStPaul
14353
(Io 19,20; vgl.
geschriben hebraischen, chriechischen vnd latinischen
EvAug
269,2);
sô künd ain stumme von gepurt hebraischen sprechen
BdN
15,8
MWB 2 1238,10; Bearbeiter: Tao
hêbrêisch
st.Subst.
s.a. →
êbrêisch
Subst.
‘das Hebräische’
Caluarie [...] in hebreysch Galgatha
EvStPaul
14336.
11603;
EvAug
268,20.
268,12;
ez truog Jeronimus von hebraisch in lateines wort ganz waz diu
wibel sinnes hât und auch von andern zungen BdN
Reimvorr. 5,2;
dar umb missagent die juden, die dâ sprechent: züg man ain
kint an ainer ainœd, sô künd ez hebraisch. wær dem also, sô künd ain stumme von
gepurt hebraischen sprechen ebd.
15,6
MWB 2 1238,35; Bearbeiter: Tao
hebunge
swF.
1
‘das Erheben (der Hände)’
2
‘Beweiserhebung, Feststellung’
1
‘das Erheben (der Hände)’
elevatio manuum mearum: div hebunge hende miner PsTr
140,2
2
‘Beweiserhebung, Feststellung’
daz [...] alle die vorgeschriben hebungen geschehen
sint mit sime gehelle vnd mit sinem willen UrkCorp (WMU)
N109B,21
MWB 2 1238,45; Bearbeiter: Tao
hechel
stF.
→
hachel
MWB 2 1238,51;
hechel
swF.
Dimin. zu mhd. nicht belegtem hache MF. (DWB 4,2,97).
‘Kupplerin’
we, was grosser boßhait / trüg die haͤchel jn jr ArmKonr
36c(App.);
do was der alten hähelen / ir hant so wol beraten ebd.
78
MWB 2 1238,52; Bearbeiter: Tao
hecheler
stM.
‘jmd., der mit einer hachel Flachs oder Hanf bearbeitet’,
bildl.:
wizzet daz valsche lecheler / sint des tiufels hecheler, / die pfaffen und
leien und hôhe fürsten / hecheln künnen und ouch bürsten / und dar zuo mit affen
salben / sô gar durch smirwen allenthalben, / daz si wênent si sîn die, / die si
nimmer werdent und wurden nie Renner
1138
MWB 2 1238,57; Bearbeiter: Tao
hecheln
swV.
→
hacheln
MWB 2 1239,1;
hechet
stM.
‘Hecht’
lucius: hechit SummHeinr
1:156,593;
lucius haizt ain hecht. [...] der
auch ain wazzerwolf haizt, [...]. er izt auch ainen andern
hecht, alsô gräuleich ist er von nâtûr und sô girig auf den raup.
[...] pei dem hecht verstên ich all wüetreich, die arm
läut frezzent und auch ir aigen mâg und freunt verderbent BdN
254,3;
mich dunkt ez si der hechet / der die guoten vische az
HvPforzen
356;
nim daz [...] bli,
[...] des hæcchedis chinnebrachin, des crebzes bein
Ipocr
166;
zwei soumlegel [...] gestandenre
[ausgewachsene, große] hechede vol
Herbst
137;
ein geriht von eime hechde BvgSp
36
u.ö.;
des gastis grosse vassunge mit hechtin gibt czwei scoth [als
Zoll]
UrkSchles (B)
53:18,10
(a. 1327);
StRMünch
442,24;
Rennew
11010;
HvNstAp
8887.
18044.
– als Personenname:
das koͮfte er [...] von dem Hechte UrkCorp
(WMU)
N675,17
MWB 2 1239,2; Bearbeiter: Tao
hechethoubet
stN.
Ansatz nicht ganz sicher.
‘Hechtkopf’
hebich houbt [Laa. hecht, hechte
] , juncfrouwen laden / und ritter biutel sint geladen / mit hübscher
habe Renner
919;
vgl. TPMA 3,272f. mit Verweis auf Hwb. dt. Abergl. 3,1608f.
MWB 2 1239,20; Bearbeiter: Tao
hechtel
stN.
Dimin. zu
hechet
.
‘kleiner Hecht’
gespreite hechtl – gesotten hechtl UrkKlostern
1,Einl. 45 Anm. 8
(14. Jh.)
MWB 2 1239,25; Bearbeiter: Tao
hecke
M.
‘Hieb, Stich’
du [mein Herz] verst mir in der
bruste lehtzen, / sam ein meßer in dir stecke. / [...] was
ist der hecke / dar umb du bist so gar betrubt? Minneb
5030;
des tarant angel hecke JTit
6037,2.
6038,4
MWB 2 1239,28; Bearbeiter: Tao
hecke, hegge
stswF. , hecke
stN.
auch hege.
1
‘dorniges Gebüsch, Gesträuch, Hecke’ (nicht immer sicher von 2 zu unterscheiden) 2
‘Einfriedung, Absperrung, Zaun’
3 (jägerspr.) dauerhaft angelegte, lebende Hecke oder vorübergehend errichtete Barriere, Absperrung aus Strauch-, Flechtwerk mit Öffnungen, in denen Fallen angebracht sind, zu denen das Wild getrieben wird (vgl. Dalby, Mediaeval Hunt, S. 84); diese Jagdmethode wird als unweidmännisch betrachtet, auch verboten 4 Bedeutung unklar
1
‘dorniges Gebüsch, Gesträuch, Hecke’ (nicht immer sicher von 2
zu unterscheiden):
beyde haͤcken vnd dorn / kerte er dar vil vnerkomen, / da er die ritter hatt
vernomen Krone
13973.
14121;
der gie fur eine hecke JTit
4967,4;
swaz [Wild] vinster hecke sliefet / und mîdet liehte
genge / und sich ân nôt vertiefet / in dornic hecke, nâch dem niht
enhenge [jage]
Hadam
41,1. 3;
bildl.:
als eines igels borster scharf / im daz [...]
ach [Weh, Schmerz] sîn hâr gein berge warf, / sus wart
sîn herze in zornes hec verdürnet Loheng
5730.
– als Schutz und Sicherheit bietender Ort:
svenne ime die nacht virgienc / unde ime die tach ane
vienc, / so muste die wol geborne / sich heben zu eime dorne / etuwa zu einer
hecke GrRud
H 51;
daz her von im wancte / als cleine vogele von dem arn: /
di enwænent niender sich bewarn / ê si erstieben in die hecke
UvZLanz
3307;
bî ir muomen hûse und [La. vnder
] einem hecke / kom ich zir: des was si geil Neidh
WL 8:5,7.
– in Flurbeschreibungen:
vnd von dann avzerhalp eins grozzen pirpavms in der hegge vnder den
Vͤdelhers prvnn UrkCorp (WMU)
462,44;
jtem ein acker nebent der hege ebd.
3037,5
u.ö.
2
‘Einfriedung, Absperrung, Zaun’
maceriam: hegen PsTr
79,13;
ich hain in [
wîngart
] vmbgrauͦen vnd eyne hecke druͦmme, eynen tzuͦn gemacht vnd eynen
kelter drin gebuͦwit vnd die steyne druͦys geleysen Tauler (C)
1:166,21
(vgl. Is 5,2);
ir guten werfet nuwen segen / mir hin obir mine hecke
Brun
30;
bildl., hierher oder zu 3:
fur jamer starke hecke sluͦg [pflanzte an] er in mit
triwen JTit
279,2
3
(jägerspr.) dauerhaft angelegte, lebende Hecke oder vorübergehend errichtete
Barriere, Absperrung aus Strauch-, Flechtwerk mit Öffnungen, in denen Fallen
angebracht sind, zu denen das Wild getrieben wird (vgl. Dalby, Mediaeval Hunt, S.
84); diese Jagdmethode wird als unweidmännisch betrachtet, auch verboten:
swer iagt gerehticlîchen / den sol man guotes wîsen, / swer aber wil
erslîchen, / an hecken vâhen, des sol nieman prîsen Hadam
216,4;
nu slahent [legen an] si die hecke sô verborgen, /
[...] ein edel wilt sich dar inn mac erworgen ebd.
321,5.
215,2;
das niman in dem selbin wiltbanne jagen sal, dan ein keiser
[...], der sal jagen âne hecken und âne garn zu zeichen
[wohl = ziehen
] . wer dar ubir jagit zur heckin und begriffen wirt, der hat eine hand
virlorn WeistGr
6,396
(a. 1338);
item soe en sall nemands vp des richswalde ze hege iagen noch mit
strueppen [Schlingen ] noch mit winden ebd.
2,776
(a. 1342)
4
Bedeutung unklar:
jâ tuont uns die dörpel vil ze leide, / gewinnent si
heggen [Anm.z.St.: ‘Rückendeckung’, oder eher
‘Sticheleien’? ] / hiure under einander vil gelîche
SM:Go
3: 1,5;
NeidhWB, S. 120 stellt es mit Verweis auf Egi, Hegi SchweizId 1,143
mit der (mhd. nicht belegten) Bedeutung ‘Ordnung; Gleichgewicht’ zu
ege stFM. und übers.: „falls sie sich unter einander
vertragen”
MWB 2 1239,33; Bearbeiter: Tao
heckedorn, heckendorn
stN.
‘Dornstrauch’ (vgl.
hagendorn
):
alle kurtzewile hat mir din tot erlenget, / in hecke dornes zile hat jamers
druch mir hohen muͦt vertwenget JTit
5216,2;
jetzunt ich gienge vnd danne croͤch. / hin an des berges climme, / da
heckendorne grimme / mir min geuerte ruͤchten. / zwar wilde wolfe schuͤchten / al
sulche hecken vnde dorn Hornb
2:76
MWB 2 1240,29; Bearbeiter: Tao
heckehol
stN.
‘Höhlung in einer Einfriedung’
mîn tûba, dú der nístest in stêinlócheron unte in den
héggehóleron [
in caverna maceriae Ct 2,14]
Will
43,3.
43,14
MWB 2 1240,37; Bearbeiter: Tao
heckeloch
stN.
wie →
heckehol:
díu tûba, díu da nístet in dén stêinlócheron unte ín den
héggehóleron [La. heggelócheron
]
Will
43,14
MWB 2 1240,41; Bearbeiter: Tao |