1ban
stM.
‘Bann’ (vgl. 2HRG 1,429-436, LexMA 1,1414ff.)
1 kirchl. Bann, Ausschluss aus der christl. Gemeinschaft als Strafe für schwere
kirchl. Vergehen 1.1 großer Kirchenbann ( excommunicatio maior ) 1.2 kleiner Kirchenbann ( excommunicatio minor ) 1.3 ohne Differenzierung 2 weltlicher Bann 2.1
‘Gerichtsgewalt, Gerichtshoheit’ ; das Recht, Gebote und Verbote auszusprechen und durchzusetzen 2.2
‘Vorrecht, Sondernutzungsrecht’ (z. B. Monopole für Wein, Wald) 2.3
‘Gemarkung’ , Herrschafts-, Zuständigkeitsgebiet (i.d.R. mit Ortsangabe) 3 im weiteren Sinne 3.1 metonymisch ‘Gebot, Verbot’ (und die auf die Übertretung stehende Strafe) 3.2 zur Bildung von Gen.-Umschreibungen (nicht immer deutlich zu trennen von
bane ) 4 in Paarformeln mit âhte, gebot, geriht, schutz und twinc , i.d.R. in Rechtstexten
1
kirchl. Bann, Ausschluss aus der christl. Gemeinschaft als Strafe für schwere
kirchl. Vergehen
1.1
großer Kirchenbann (excommunicatio maior):
wan der grozz pan schaidet den menschen von allen sacramenten
[...] vnd schaidet in auch von der gemain der
heiligen christenhait [...] wer auch in dem grozzen
pann ist, der ist vnwirdig aller wirdikhait, aller ampt vnd aller lehen
RechtssA
B1,5
u.ö.
1.2
kleiner Kirchenbann (excommunicatio minor):
wan der chlain pan verpewtet dem menschen die heiligen sacrament daz er
der niht enpfahen sol. jedoch mag der mensch der in dem chlainen pann ist ze
kirchen gen, vnd gotez dienst da hörn RechtssA
B17,5
u.ö.
1.3
ohne Differenzierung:
jâ flouch des bâbes pan / allenthalben in die cristenhait
Kchr
16853;
da wolt ers nit thun, uncz die pfaffen daten yn und
alles sin lant zu banne Lanc
535,26;
ich [...] absolviere dich von
dem banne da du inne bist ebd.
538,26;
so sol er mainaidich sin vnd sol in der ertzbischolf oder der bischolf, in
des pistum er sitzet, ze pann tuͦn UrkCorp (WMU)
879Sa,12;
BrZw
23;
Spec
84,5;
PrMd (J)
354,15;
BdN
193,11.
– öffentlich verkündeter Bann:
swelich graf, frei oder dienstman, iar vnd tach in offen banne ist,
den sol man in die æht tuͦn UrkCorp (WMU)
475AB,42;
bennigen lûten, unde die offenlîche zu banne gekundet
sint, den sal dekein brûder gemeinsamen geturren an den dingen, die
unreloubet sint StatDtOrd
50,45;
swer mich hât gezigen ê, / daz ich in offen bannen sî, / der ist
unwârheit niht frî Ottok
59987.
– Kirchenbann in Verbindung mit der (weltlichen) Acht (s.a.
5; vgl. âhte 2):
alse der man in der æhte ist sehs wochen und einen
tac, sô sol der rihter sîne gewisse boteschaft dar senden ze dem geistlîchem
rihter, daz er in in den ban tuo SpdtL
187,6
u.ö.;
ich wolde ins rîches âhte sîn / und vallen in des
bâbstes ban, / daz ich der lieben frouwen mîn / solde heizzen werder man
SM:Gl
1: 13,14;
der hat den lantfride gebrochen, vnd vmb den bruch so ist er in der
ahte vnd in des babestes banne UrkCorp (WMU)
1401,23
u.ö.
2
weltlicher Bann
2.1
‘Gerichtsgewalt, Gerichtshoheit’; das Recht, Gebote und Verbote
auszusprechen und durchzusetzen:
swer des bannes niht enhât von dem künige, der enmac niht
gerihten SpdtL
164,1;
die leienherren die bedurfen des niht, daz ir rihter den
ban enphâhen von dem künige. daz ist dâ von daz der leie selbe urteile gibet
über den tôtslac ebd.
198,6;
mit al deme rechte, daz mir das lantvolk irteilet oder die schepphenen, ob
iz vnder kuͦninges banne ist UrkCorp (WMU)
606,44
2.2
‘Vorrecht, Sondernutzungsrecht’ (z. B. Monopole für Wein, Wald):
den ban, so wir úber den win dristunt in dem jare
[...] vor iêclichem hohgezit vierzehen naht haton
UrkCorp (WMU)
1854,29;
uz deme holze, daz daz dorf in ban hat gelegit ebd.
1149,40;
das gotzhuss zu Engelberg hat den dritten ban in dem holtze,
[...] vnd die andern zwenne teil des waldes sind
des gotzhuss ze sant Bläsi WeistGr
1,36
(a. 1347)
2.3
‘Gemarkung’, Herrschafts-, Zuständigkeitsgebiet (i.d.R. mit
Ortsangabe):
das eigin, das jch han in dem banne und in dem dorf ze Brunstat
UrkCorp (WMU)
2162,7;
ein halb manwerch reben lit in dem banne von Eymuͦtingen ebd.
2350,13;
von ainem richen manne, / der hett in sinem banne / ainen wingarten
KvHelmsd
1806
3
im weiteren Sinne
3.1
metonymisch ‘Gebot, Verbot’ (und die auf die Übertretung stehende
Strafe):
da zebrach er [der Teufel] den
ban / an dem aller ersten man / unde an sinem wibe Hochz
966;
wan manz mit banne gebot, / also dicke ist er
[der Wucherer] zebanne chomen StrKD
138,162.
138,156;
und danne vone swanne der bischof einen voget setzet, so sol im der keiser
setzen, daz da heizzet der ban, das ist die rache mit dem swerte
StRStrassb
51,11;
RvEWchr
23439;
Tauler
209,21.
–
‘Verfolgung, Friedlosigkeit, Verbannung’
diz gebot und dirre ban / der gie vür sich sô sêre, /
daz nieman keine kêre / [...] / dâ hin gehaben
kunde Tr
7212;
swer der vrouwen / hüetet, dem künde ich den ban; /
wan durch schouwen / sô geschuof si got dem man MF:Mor
18: 3,2;
wer Tyrum den weygandt / doten pracht, zu der stund /
man gab im goldes hundert pfundt [...]. / sust ward
gelegt der achte pan / uber den Tyrlander HvNstAp
868
3.2
zur Bildung von Gen.-Umschreibungen (nicht immer deutlich zu trennen von
bane):
doch entstan / sal er [Christus] von des todes
ban / an deme dritte tage Daniel
4452;
wan der totlichen sunde ban / den sunder scheide verre dan / von salden
und von genaden Hiob
4261;
o meit, du bist der se, / [...]
/ (wer in den quam, der wart von we / enbunden und von süche bann)
Mügeln
157,4.
59,9;
KvHelmsd
2447
4
in Paarformeln mit âhte, gebot, geriht, schutz und twinc,
i.d.R. in Rechtstexten:
daz er ze banne vnd ze ahte were getan UrkCorp (WMU)
981,14;
MF:KaiserHeinr
3:4,7;
noch sol her Ortolf nit haben deheinen twing noch ban UrkCorp (WMU)
327,4;
bi unsirme gebotte vnd banne ebd.
93,24
u.ö.
MWB 1 419,22; Bearbeiter: Schnell
2ban
stswM.
‘Untergang, Verderben’
→
bane
MWB 1 420,61;
banbe, baube (?)
stSubst.
(fällbares) Totholz:
duͦrre baube [...] filin, die duͦrrin banbe und zele
[minderwertiges Holz (das zu Wellen gebunden werden
konnte)] suͦllen wir undir uns deilin UrkDOHess
2:451,13
(a. 1335)
MWB 1 420,62; Bearbeiter: Schnell
banbërc
stM.
‘Bannberg’, hier: Weinberg unter bes. rechtl. Regelung:
driezehen schazze rebin ligent in dem bamberge [l.
banberge
] nebent dem ritter, heizet der Gyr UrkCorp (WMU)
1431,17
MWB 1 421,3; Bearbeiter: Schnell
banboum
stM.
durch ban festgesetzte Holzabgabe:
omnes [...] debent dare annuatim panwerch, et debent
eciam ire ad panwerch, hoc est I. panpom UrkTirol
1:3,143
(a. 1239)
MWB 1 421,7; Bearbeiter: Schnell
banbrief
stM.
‘Bannbulle’
ouch ist geredt, ob die selben lantlute [...]
deheinen botten des abbtes [...] ergriffen in ir
lantmarchen, mit ladebrieven oder mit bannebrieven AbschEidgen
251
(a. 1320);
UrkBern
5,732
(a. 1330)
MWB 1 421,11; Bearbeiter: Schnell
banc
stFM.
1
‘Bank’
1.1 meist allgemein ‘Sitzbank’
1.2 phras. (vgl. TPMA 1,334-336) 1.3
‘Gerichtsbank (der Schöffen oder Richter)’ , im Pl. übertr.
‘Gericht’
1.4
‘Folterbank’ (?) 2
‘Verkaufstisch, -stand’ (vgl. die entsprechenden Komposita wie
brôtbanc , vleischbanc etc.) 3
‘Flurstück’ oder ‘Verkaufsstand’ (dann zu 2) (?)
1
‘Bank’
1.1
meist allgemein ‘Sitzbank’
stul, tische vnde banc / von grozzer zirheit
Herb
9243;
nu habe michelen danc, / siz widere an dinen banc
Rol
1323;
si muosen pflegen / truhsæzen unt schenken, ze rihten
manige banc NibB
776,3.
– übertr.:
durch daz solde er sizzen / uffe der eren banke
GrRud
δ 45;
ez nimt im selde und eren banc Frl
5:89,18;
sich stiez ein bein an schanden banc ebd.
5:26,17
1.2
phras. (vgl. TPMA 1,334-336):
–
durch die ~
‘alle, jedermann’
rîche und arme durch die banc / der pflac man vollenclîch alsô, / daz
sie alle in gote wâren vrô LivlChr
944.
–
‘etw./jmdn. verbergen, unter den Tisch kehren, übergehen’
sie stossend got under ain banck, die also vil wysen wellen hon
[Gott auf unterschiedlichste Weise
wahrnehmen]
Eckh
1:82,10.
1:91,7.
–
‘von der Bank auf den Schemel zu sitzen kommen, gesellschaftlich
absteigen’
swâ die frouwen nider sîgent / von werdikeit unde stîgent / ab der
banc ûf den schamel / und ab irem hôhen hamel / ûf die erden nider
Ottok
18237.
8491;
nu sitze ich ûf dem schamel unde er oben ûf der bank Neidh
WL 26:3,9.
–
pei dem tier verstên ich all verkêrt ordenung, als
wenn die tôren die weisen lêren wellent und dâ die schämel über die penk
hupfent BdN
238,16
(vgl. TPMA 11,197).
–
in winkeln und under benken
‘an verborgenen Stellen’
suochent, guote liute, / in winkeln und under benken
Iw
1287.
1376;
ez [das Katzenauge] begonde
her unde dar / in winkelen und under benken / nach den muͤsen vaste wenken
StrKD
2,73;
und hiez in under eine banch / in einen winchel ligen
gan ebd.
58(A),126
1.3
‘Gerichtsbank (der Schöffen oder Richter)’, im Pl. übertr.
‘Gericht’
swer so einen schephenen beschildet
[beschimpft] uf der banc UrkCorp (WMU)
51,22;
der aver ze den benken niht geborn ist, der sol des
stuoles bitten mit urteile ze vinden SpdtL
200,6;
vor gerichte in den vir benken StRFreiberg
173,25.
–
‘vor Gericht kommen, bringen’ phras. (?):
daz ein man vil tritet in die benke unde machet anspreche eines guten
mannes erbe StRFreiberg
64,13;
wenne daz geschit, so sullen si iz wider brengen in di vir benke
ebd.
81,17
1.4
‘Folterbank’ (?):
galle wart im
[Christus] geschenket. / gezogen an dez cruces banc
HvNstGZ
3045
2
‘Verkaufstisch, -stand’ (vgl. die entsprechenden Komposita wie
brôtbanc, vleischbanc etc.):
von einem banche, da man brôt uffe verkouffet vnd von der hofstat, da derselbe
banch uffe lit UrkCorp (WMU)
889,7;
ez sol auch nieman dehainen schrein noch panc noch schragen in die straz
setzen NüP
156;
StRMünch
203,13.
–
‘Wechseltisch’
swilichirhande silbir, daz man wechsilt an deme banke UrkCorp (WMU)
1161AB,15
3
‘Flurstück’ oder ‘Verkaufsstand’ (dann zu 2) (?):
sechzehen schilling phenning geltes von Peters Buͥrstlis banke, der gelegen
ist an dem orte niden an Heinrich Techans banke UrkZofingen
62
(a. 1338).
63
(a. 1338)
MWB 1 421,16; Bearbeiter: Diehl
bancgëlt
stN.
‘Abgabe für Verkaufsstände’ (zu banc 2):
habent [...] censum dictum bancgelt ad 1 marcam
annuatim se extendentem LehnbMeissen
9
MWB 1 422,11; Bearbeiter: Diehl
bancgenôʒe
swM.
‘Mitschöffe’ (zu banc 1.3):
ob ein schepphe in gehegeteme dinge uf der bank [...]
missehandelet worde, vollenkumt des der schepphe mit ander sinen bankgenozen, daz
sie iz gehort auen [haben] , iener muͦz deme schepphen
verbuͦzen UrkCorp (WMU)
2265,12
MWB 1 422,15; Bearbeiter: Diehl
banc|hart
stM.
‘uneheliches Kind’ (auf der Bank und nicht im Ehebett gezeugt):
du hast nicht deins vattern syn. / du würdt nie sein kyndt von artt. / du
muͦst sein ain banckhartt Teichn
717,14;
du pist sein svn. dein pluͦt ist auz dem pain geflozzen. dein pruͤder sint
ruschard. daz ist als vil als panchart. von einem vater vnèlichen geporn
GestRom
52;
UrkBern
5,314
(a. 1323 kopial)
MWB 1 422,21; Bearbeiter: Diehl
banc|härtel
stN.
Dimin. zu banchart:
diu asp schadet den läuten von dem land Africa niht
[...], und dar umb legent die läut iriu kint für derlai
slangen. ist dan daz si die slangen laidigent, sô habent si si niht für ireu kint
und mainent, diu kindel sein pankhärtel BdN
263,2
MWB 1 422,29; Bearbeiter: Diehl
banchen
swV.
→
baneken
MWB 1 422,35;
banclachen
stN.
‘Tuch zum Bedecken von Bänken’
ein bette man dar truok / und ein bank lachen RvMunre
191;
pancale: banklachen VocBV927
3:358,17
MWB 1 422,36; Bearbeiter: Diehl
bancpolster
stM.
‘Polster für eine Bank’
alle meine panchpoͤlster und chuͤssein [Kissen]
genet und ungenet UrkEichst
2,402
(a. 1352)
MWB 1 422,40; Bearbeiter: Diehl
bancschillinc
stM.
‘Abgabe für Verkaufsstände’ (zu banc 2):
dis sint die nuͥtze, die der zoller hat, [...]: der
zol, die muntze, banchschilling und vronwage UrbHabsb
1:338,2
MWB 1 422,43; Bearbeiter: Diehl
banczins
stM.
‘Abgabe für Verkaufsstände’ (zu banc 2):
ez sind die puͤrger zuͤ rat worden mit der flaschechell
[Fleischhauer] willen, daz man an dem panchkzins in
ab sol slahen ein wag unslidtz fuͤr 10 sol[idos] allew jar StRMünch
536,27
(kopial);
mülgelte, vischentze, benkezinse UrkHohenb
471
(a. 1355)
MWB 1 422,47; Bearbeiter: Diehl
bande
swF.
‘Dienerschar’ (aus afrz. bande):
aber die hern von diesen landen / sint nit also mit yren banden / und sint
auch nit also getan; / dan so sij me diener han, / so sij merer hern wollen sin
Pilgerf
1236
MWB 1 422,54; Bearbeiter: Diehl
bandekeit
stF.
→
bangecheit
MWB 1 422,59;
banden
swV.
auch benden ( Martina ,
Tauler ).
1
‘jmdn. binden, in Fesseln legen’
2
‘etw. (Vieh) als Pfand einbehalten’
1
‘jmdn. binden, in Fesseln legen’
so scouwe alle mine note, / mit den ich pin bevangen, / e mich, herre, gebande
/ dehein nitlich rat FrauGeb
2,4;
so sol der rihter, in des gebiet er gefvͤrt oder gebandet wird, schaffen, daz
er in vierzehen tagen ledich werd UrkCorp (WMU)
1800AB,41;
sô hiezet ir si banden / und smæchlichen handeln Ottok
14622.
6219;
StRAugsb
181,21;
daz hastv frowe erwendit / dur dich ist er [der
Teufel] gebendit / da sin gewalt ein ende hat Martina
3,6.
116,92.
126,38.
– mit Refl.-Pron. ‘sich an eine Ordnung binden, sich einfügen’
und wel mensche sich mit willen und mit beratenem muͦte in dise ordenunge
gebent: bricht es dis bant, des nimet sich die heilige kilche an ze richtende
Tauler
242,26
2
‘etw. (Vieh) als Pfand einbehalten’
swer sein vihe treibet auf ein andern marche an gemaine waide. wirt ez
gepandet ez geit sechs pfenning SpdtL(E)
Ldr 160,1.
Ldr 159,2.
3
MWB 1 422,60; Bearbeiter: Diehl
bandich
stN.
→
bandinc
MWB 1 423,16;
bandinc
stN.
‘gebotenes Gericht’; die für ein bestimmtes Gebiet geltende, an festgesetzten
Tagen gebotene Gerichtsversammlung (vgl. banteidinc):
tempore sessionis iudicii [...] quod dicitur bandinc
DRW
1,1205
(Elsaß; 13. Jh. kopial);
bandich JelinekWB
48
(a. 1264)
MWB 1 423,17; Bearbeiter: Schnell
bane
stswM.
‘Untergang, Verderben’ (nicht immer deutlich zu trennen von
1ban 4):
sine wolten durch den tôt / noch durch dehaine werltlîche nôt
/ von der walstat chêren / noch verlâzen ir hêrren, / [...]
/ daz was ir aller bane Kchr
7107;
daz wart ze banne manegen liben. div rache sine gestilte den
gotes zorn VMos
75,28;
der engel allezane / tet michelen bane / uehe unde liuten Exod
2668;
in nâhet der bane / [...] / in nâhet der tôt ebd.
3042;
daz du dehainem christen man / niemir mere wurdest zeban!
Rol
6818
u.ö.;
SAlex
1166;
HeslApk
7242
MWB 1 423,23; Bearbeiter: Diehl
banec
Adj.
→
bennec
MWB 1 423,35;
baneken
swV.
auch banken, benken.
‘(sich/etw.) zur Übung oder zur Erholung, zum Zeitvertreib bewegen; spazieren
gehen; ausreiten’ (vgl. Vorderstemann, Fremdw., S. 49f.):
1 absolut 2 mit Akk., auch Refl.-Pron. 3 subst. (oft durch ~
‘zum Zeitvertreib’ )
1
absolut:
dar uͦf saz der cuͦne degen / unde reit banechen an daz velt
GrRud
I 46;
eteslîche banken wâren geriten / durh kurzwîle mit vederspil
Wh
236,2.
305,16;
sumliche gent zen brunnen, / die andern ritent schouwen
[...] / die banekent bi den frouwen
Tannh
13,8;
Lanc
297,30
2
mit Akk., auch Refl.-Pron.:
dise sprâchen wider diu wîp, / dise banecten den lîp, / dise
tanzten, dise sungen, / dise liefen, dise sprungen, / dise hôrten seitspil
Iw
66;
die ê lâgen sam die wîp / die wolden banchen nû den lîp UvEtzAlex
2344.
–
daz si eines morgenes frû / in den walt rîten wolde / und sich banechen
solde / und hôren die hunde / und korzen die stunde En
1674;
hie banket er sich ofte mite / wol schirmen, starke
ringen, / wol loufen, sêre springen, / dar zuo schiezen den schaft
Tr
2112.
– übertr.:
vnde baniche minen sin dar ane, / daz ich in bekere deste
baz Herb
88;
Tr
8022;
ist ieman dem diu Minne / gebænket
[umhertreibt] ie die sinne, / der ist gelæubig
dirre magt: / si wart gebænket und gejagt / von der Minne sus und so
WhvÖst
6950.
–
so mögent ir mynen ritter trösten und er uch
[...] und mögent uch banichen mit uwern worten
Lanc
300,36
3
subst. (oft durch ~
‘zum Zeitvertreib’):
es waren vierzehen tag / das ditz ritterleiche her / nie was
komen von dem mer, / da von tet daß panichen wol HvNstAp
6477;
der herzoge und diu herzogîn / die ahten eine reise / durh banekens eise
[Behagen] / niuwan durch kurzewîle: / dâ bî in einer
mîle / si wolten birsen unde jagn UvTürhTr
376;
RvEAlex
21211
MWB 1 423,36; Bearbeiter: Diehl
banekîe
stF.
‘Vergnügen, Zeitvertreib’
swaz ir aller vröude was, / daz was ir banekîe
Tr
8057;
si üebeten, [...], / den bracken
unde daz armbrust / mê durch ir herzen gelust / und durch ir banekîe / danne durch
mangerîe [Nahrungserwerb]
ebd.
17269;
dorch ritters banchenije Krone
25876;
Gauriel
3864
MWB 1 424,7; Bearbeiter: Diehl |