b – bachhelling bächîn – backwërc bacolôn – badestubære badestube – balde baldecheit – balmunden balmunt – balsamtrôn balsamtropfe – ban, bane 1ban – banekîe banël – bänkelîn banken – bantac bant|âder – banzins banzûn – bârbrët 1barc – bârkleit barkorn – barmhërzeclîche barmhërzege – barten bartenære – base Baseler, Basler – bate bate, pate – bearbeiten bearren – bechersamenære becherweide – beckenknëht beckenkol – bedancheit bedarf (?) – bedingen bedirmen – bedrangen, bedrengen bedrât – begâben begâbunge – begelimpfen begenagen – begin begîne – beglîmen beglîmunge – begrîflich begrîflîcheit – behaft behaftec – behaltunge behandeln – beheimsuochen beheiʒen – behern behêrren – behoven behten – behuoflich behuoren – beie beie – beinîn beinîsen – beiʒe 1beiʒe – bekantlicheit, bekentlicheit bekantnisse, bekentnisse – bekerzen bekicken – beklipfen beklocken (?) – bekorunge bekorungnisse – beküelen bekumberhaft – belæren belasten – belîbelich belîben – belônære belônen – bemaln bemangen – bemurmeln bemüseln – benedîunge benediz – bennen bennige – bequâme bequæme – bërc|êrîn bërcgar – bërcphenninc bërcrëht – beredenunge beredet – 1berennen 2berennen – bërhtnaht berhtram – berillîn berîmeln – bërlich bërlîn – bernisch bërnklâ – bêrswîn bertenære – beruofære beruofen – besamentlîchen besamenunge – beschatzære beschatzen – beschemen beschemenisse – beschînen beschirm – beschouwunge beschremen – besebelicheit beseben – besetzunge besëʒ – besîtes besitzære – beslîʒen besloʒ – besnöuwen besnüeren – besprëchære besprëchen – beste bestëchen – bestiure bestiuren – bestürzen bestutten – besuochnisse besuochunge – bët betagen – bëtelære bëtelærinne – bëtemësse betemmen – bëtewîn bëtewîp – betrahtegen betrahten – betrogenlich betrônen – betrûren betrûrigen – bettemunt betten – betûchen betüemen – betwungenheit betwungenlich – bevellicheit bevern – bevliehen bevlieʒen – bevür bevürhten – bewærnüsse bewarsam – bewëlgen bewëllen – bewindeln bewinden – bezâfen bezaln – beziln bezimbern – beʒʒer beʒʒerære – bî bestân bîbilde – bíderben, bedérben biderbenen, bederbenen – bîenkar bîenswarm – bieʒenblat bieʒenkrût – bîhtât bîht(e) – bilchmûs bildære – bildoht bildunge – bilsensaf bilsensâme – bineʒ binide – birden bir(e) – birnwîn birsære – bischolf bî schrîben – bî slâfen bî|slëht – bît bitære – bittern bitternis – biurlîn biuschen – bîvilde bîvilden – bîzeichenen bî zëmen – blahsen 1blæjen – blâsehorn blæselîn – blatengîr blatenrinc – blëchhantschuoch blëchrinc – bleichvëlt blende – blîche blîchen – blîkloz blîkolbe – bliuclich bliuge – blôdern blotschen – blüemunge blotschen swV. blouwen stV. blôʒ Adj., Adv. (selten). blôʒe stN. (?) blœʒe stF. blôʒeclîche(n) Adv. blôʒen swV. blœʒen swV. blôʒheit stF. blœʒlich Adj., Adv. blûc Adj., Adv. blûcheit stF. blûclich Adj., Adv. blûdemic Adj. blüegeln swV. blüegen swV. blüejelich Adj. blüejen swV. blüejunge stF. blüemekîn stN. blüemelîn stN. blüemeln swV. blüemen swV. blüemîn Adj. blüemunge stF. blüetebërnde – bluomental bluomenvar – bluotgieʒen bluotgieʒende – bluotstürzunge bluotsûgende – bobenthalben boc – bogelîn bogen – 2bolle bollen – 3bor bor-, enbor- – (borliep,) enborliep bormære – bortengewant bortiure – bote botech – bou bouc – boummate boum|öle – bôʒwurz brâ – brâ|hâr bræhen – brantlich brantreite – brâwelîn bræwen – brëhenen brëhentac – brenken brenn-, bern(e)-, birnschatz – bretsche brëtsnîdære – brieschen brievære – brionie brîsære – briulêhen briumeister – briuwe briuwe – brohsen bronie – brôthalle brôtheit – bruch bruch – bruckenambet bruckenære, bruggenære – brüeterîn brügel – brünnære brunne – brünselbërc brünseln – bruoderhûs bruoderkint – brust brust – brûtdëgen brûtdrüʒʒel – brûtsanc brûtschaft – buckel buckelære – büellîn büeʒære – buhsboum bühse – bûlslac bulzen – buoben buobengâbe – buochisch buochkamere – buoliân buollîn – buppe bur – burcgrâvenambet burcgrâvenrëht – burcmeisterlêhen burcmeisterschaft – burcstal burcstat – bürde bürdelîn – burgergemeine bûr|gerihte – Burgunder Burgunjoys – bursenære bursît – büschelîn buschoff – bütelin bûtelîn – bûvëlt bûvisch – buʒʒel
|
blotschen
swV.
‘platschen’ (vom Wasser), nur subst. Inf.:
daz wasser ob den wolken rant, / daz ez ergallmt und erdos. / ez bracht und
tet manigen stos / uber der stein rotschen. / gar grulich waz sin blotschen, / daz
ez an steinen tet wider Minneb
34
MWB 1 889,43; Bearbeiter: Tao
blouwen
stV.
→
bliuwen
MWB 1 889,48;
blôʒ
Adj., Adv. (selten).
mit verstärkendem al
Parz
801,17;
RvEBarl
5127.
1 Adj. ohne Gen.-/Präp.-Erg. 1.1 bezogen auf Menschen, Tiere und Pflanzen 1.1.1
‘unbedeckt, entblößt, nackt’
1.1.2
‘ungepanzert, unbewaffnet, ungeschützt’ (Ggs.
gewâfent ) 1.1.3
‘ohne Haare, ohne Federn, kahl’
1.1.4 Weiteres 1.2 bezogen auf unbelebte Dinge (Waffen, Sattel, Feld, Berg, Gefäß, Münzen usw.) 1.2.1 (Waffen:) ‘blank, gezückt’
1.2.2 (Schildriemen der zerhauenen Schilde:) ‘unbedeckt’
1.2.3 (Sattel:) ‘ohne Reiter’
1.2.4 (Wiese, Feld, Berg:) ‘kahl, leer’
1.2.5 (Hofstätte, Burg, Land:) ‘unbebaut, leer’
1.2.6 Weiteres 1.3 übertr. 1.3.1
‘unverhüllt, rein von Kreaturhaftem, lauter’ , in mystischen Texten 1.3.2
‘unverhohlen, deutlich, offen, offenbar’ (v.a. in Verbindung mit
Verben sîn, sagen/sprechen, machen ; teilweise als Adv. auffassbar) 1.3.3
‘schlicht, einfach’
1.3.4
‘einfältig, schwach’
2 Adj. mit Gen.- oder Präp.-Erg.: ‘ohne etwas; entblößt von etw., frei von etw.,
einer Sache beraubt’ (vgl. 1 ), oft präd. in Verbindung mit
den Verben sîn, werden, stân, vinden
2.1 mit Gen.-Erg. 2.2 mit Präp.-Erg. 3 Adj., Adv. ‘bloß, nichts anderes als, nur, allein’
1
Adj. ohne Gen.-/Präp.-Erg.
1.1
bezogen auf Menschen, Tiere und Pflanzen
1.1.1
‘unbedeckt, entblößt, nackt’
des gestuont dâ vil der degene von milte blôz âne
kleit NibB
1370,4;
swâ ir der lîp blôzer schein Iw
1331;
Kam vant sîn vater blôzen KLD:Kzl
1: 1,9;
KvWHvK
582;
RvEBarl
5127;
dô machten si den herren blôz [beraubten ihn der
Kleidung]
EnikWchr
A I,93;
dô truoc der reine gotes trût / ze lîche an sîner
blôzen hût / ein hertez tuoch, hærîn / halp und halbez wüllîn
RvEBarl
6474.
14954;
SM:Ta
3:1,6;
her Brvn [der seine Ohren und den Hut
verloren hatte] qvam ze hove bloz ReinFu
K,1607.
K,1598;
daz die vrouwen daz houbet bedecket hânt und die
mannesnamen blôz nâch sant Paulus lêre [vgl. I Cor
11,4]
Eckh
5: 114,2;
als er endahte mich, / sô wolt er sunder wât / mîn
arme schouwen blôz MF:Mor
30: 4,6;
(vor jmdm.) ûf sîne blôzen knie vallen
RvEBarl
14773;
MarLegPass
21,102.
–
blôze hant:
swer in [Stein] hât in
blôzer hant, / den mac niemen, al die vrist / unz er in blôzer hant ist, /
gesehen noch gevinden Iw
1204;
ir sült die kel ouch jucken niht, / so ir ezzt, mit
blozer hant TannhHofz
110.
80;
BdN
301,10.
– in Vergleichen:
~ sam ein hant u.ä.:
er [...] zarte abe sîn
gewant, / daz er wart blôz sam ein hant Iw
3236;
Er
5401.
651.
–
mit blôzen handen
‘mit bloßen Händen, ohne Waffen in den Händen’
StrKD
9,16;
RvEWchr
20564
1.1.2
‘ungepanzert, unbewaffnet, ungeschützt’ (Ggs.
gewâfent):
der [...] wolde Alexander
geben ainen slach, / dâ er im den hals plôz gesach VAlex
1284;
mir ist als mære, da si gewâfent sîn, / als ob si blôze stüenden
NibC
458,2.
1944,1;
NibB
2249,1;
Herb
13594;
sî wâren gewâfent sêre / sô daz an in niht mêre /
blôzes wan daz houbet schein Iw
6681;
her Gwîgâlois hie blôzer stêt; / niht mê er ze
schirme hêt / niwan sîn barez îsengwant Wig
6987;
die gewâpenden und die blôzen Wh
417,6;
sunder harnasch blôz ebd.
324,23.
408,5;
HvNstAp
8623.
–
diu blôze sîte
‘die nicht durch den Schild gedeckte Seite’
swâ man se wolt an rîten, / daz was zer blôzen sîten Parz
257,22;
sus was der wol gelobte man / gerant zer blôzen sîten an / mit
rede [mit Worten]
ebd.
299,14.
674,6.
– im Vergleich:
Êrec was blôz als ein wîp Er
103
1.1.3
‘ohne Haare, ohne Federn, kahl’
merretich mit honege gestossen unde an daz houbt
gestrichen, daz schurfhalp bloz ist, machet har Macer
90,3;
Barth
143,36;
diu nase als einem ohsen grôz, / kurz, wît, niender
blôz Iw
448;
sô der habich sein alt federn wirft, sô strekt er
sein plôz flügel gegen suden BdN
170,1.
223,28
1.1.4
Weiteres:
–
‘ohne Laub’
der [Baum] wart blôz /
und loubes alsô lære / als er verbrennet wære Iw
660;
manic hundert zwîer wâren blôz / und daz
sîn [Josephs Stab] was geloubet
KvHeimUrst
460.
–
‘ohne Hülle, frei, offen’
im was sin houbet so gar zv slagen, / daz im daz
blozze hirn bein / in der wunden vz schein Herb
12503;
wenne dû mit dem vinger rüerst den wunden menschen
auf sein plôz hirn BdN
6,33;
dar nâch schol man in die rinden abziehen und
schol die plôzen kern in ain wazzer legen und schol si gar wol sieden
ebd.
339,21.
–
‘ohne Besitz, mittellos’
stichet ab in der wirt nider, / sô muoz er danne
blôzer wider / scheiden gar ân sîne habe Wig
1952;
nimbt [...] ain witib ainen man und
pringt in des gewalt nichts [...] und chumbt
also plosse [ohne Mitgift] in sein gewalt
StRWien
30;
Ottok
876;
RvEBarl
704
1.2
bezogen auf unbelebte Dinge (Waffen, Sattel, Feld, Berg, Gefäß, Münzen usw.)
1.2.1
(Waffen:) ‘blank, gezückt’
ein vil starkez wâfen daz truog er blôz an sîner hant
NibB
1951,4;
ähnl.
SSpAug
175,18;
wir heizen gewâfente hant blôziu swert in der hant
oder [...] ander gewâfen SpdtL
191,22;
KvWLd
24,27;
ein swert [...], / blôz âne
scheide Volmar
953;
ein sper scharph unde blôz KvWLd
1,108;
BdN
275,16
1.2.2
(Schildriemen der zerhauenen Schilde:) ‘unbedeckt’
ir schiltriemen sint nacket blôz / und unverdecket
von den breten Wh
242,18
1.2.3
(Sattel:) ‘ohne Reiter’
man sach dâ vor ir handen vil manegen satel blôz
NibB
233,1
1.2.4
(Wiese, Feld, Berg:) ‘kahl, leer’
dâ man bluomen sach ûf dringen, da ist ez blôz: nu
schouwet wie diu heide lît KLD:GvN
5: 1,4;
da daz felt was bloz, / e ez wurde mitten tag, / daz
velt von toten vol lag Herb
7570.
12881;
daz blôze gevilde Greg
2763;
ainen perg, der was ploß HvNstAp
10296
1.2.5
(Hofstätte, Burg, Land:) ‘unbebaut, leer’
wenne der hvͦber bvwen wil sinen blossen hvͦp hof, so sol man ime gen
fvnf holzer UrkCorp (WMU)
N816,22;
ez en wær danne daz divͤ hevser ab brunnen vnd daz die hofstete bloz
wurden ebd.
1399,41.
– (eine Burg)
~ (ver)brennen
‘niederbrennen’
LivlChr
6873.
11600.
11413;
NvJer
1587.
– etw.
~ machen
‘ausplündern, -rauben’
daz man darumbe machte blôz / des von Wirzpurg eigen, / ûf huoben
und ûf sweigen / sîn guot man im nam Ottok
33443
1.2.6
Weiteres
– (Zelt, Tisch:) ‘offen, unbedeckt’
gegen der sunnen stuont ez [
gezelt
] blôz Wig
10851;
er sal vasten [...] unde
sal sunderlîche in einer cameren ûf eime thislachene ezzen, âne die
tage, sô ime ze wazzere unde zu brôte gevellet ze vastene, sô sal er ûf
einer blôzen tavelen ezzen StatDtOrd
88,22.
– (Gefäß:) ‘ohne Inhalt, leer’
daz vaz muoz blôz und îtel werden
Eckh
5: 28,5;
(übertr.:)
allez, daz nemen sol und enpfenclich sîn, daz sol
und muoz blôz sîn ebd.
5: 28,9.
– (Münzen:) ‘rein, pur, unvermischt’ (s. a. DRW
2,374):
SchweizId
5,156;
daz an ekchern oder an gerihten leit, daz blozze phenninge genant
sint, sol er abslahen [aufrechnen (s.
Regest)] fver sehs phvnt UrkCorp (WMU)
1472,6
1.3
übertr.
1.3.1
‘unverhüllt, rein von Kreaturhaftem, lauter’, in mystischen
Texten:
blôze und lûter güete Eckh
5: 10,4;
dem reht wære [mit wem es recht
stünde] , in der wârheit, dem liuhtet got als blôz in dem
werltlîchen als in dem aller götlîchesten, dem got alsô wære worden ebd.
5: 210,15
so bút die hant us diner begerunge alleine zuͦ dem úberweselichen
blossen luterme wesende das got alleine weselichen ist Tauler
152,8.
426,10;
von der blossen gotheit Seuse
178,6.
186,2
1.3.2
‘unverhohlen, deutlich, offen, offenbar’ (v.a. in Verbindung mit
Verben sîn, sagen/sprechen, machen; teilweise als Adv.
auffassbar):
nû wizzit blôz, / sulch gelt sult ir mir gebin, / odir ich wil ûwir
lebin / âne vrist vorschrôtin NvJer
10352;
Ottok
23223;
si widersagten in daz blôz ebd.
38580;
daz wunder, daz ist bloz Frl
6:2,2;
unde gotes rat [...] unde dem alle ding sin
bloz Hiob
4707.
– (jmdm.) etw.
~ sagen/sprechen:
Ottok
7667
u.ö.;
Hiob
8725.
2009.
– formelhaft daz ist (offenbar und) bloz:
Hiob
3427.
2592.
11681;
HistAE
269.
426.
– jmdm. etw. (mit rede) ~ machen
‘jmdm. etw. eröffnen, mitteilen’
ê ich mit rede machte blôz / manic tât und geschiht Ottok
984;
bescheiden und ~ machen
ebd.
46797;
doch was dî sache stille, / durch dî er sich der ê intslôz
[auf die Ehe verzichtete] , / dî er ouch
darnâch machte blôz / etslîchin sînen tougin NvJer
9494
1.3.3
‘schlicht, einfach’
die rede ist ernestlîch gevar, / des rede ich ernestlîchen dar / mit
blôzen worten unde bar [im Ggs. zu geblûmet rede (V.
89) ]
Erlös
103
1.3.4
‘einfältig, schwach’
gotes wunder sint sô grôz, / des menschen sin ist gein in blôz
Freid
9,4
(zit. im
Renner
18864 ).
2
Adj. mit Gen.- oder Präp.-Erg.: ‘ohne etwas; entblößt von etw., frei von etw.,
einer Sache beraubt’ (vgl. 1), oft präd. in Verbindung mit
den Verben sîn, werden, stân, vinden
2.1
mit Gen.-Erg.:
er lief nacket unde blôz / aller hande kleider, / niwan
dirre beider: / zweir schuohe und einer niderwât Wig
9806;
ich hêt ungerne ‘decke blôz!’ / gerüefet, dô ich si nacket sach
Walth
54,21;
KLD:UvL
41:5,4.
29:5,9;
er [Wald] muoze ze jungeste siner
tolden werden bloz Wahrh
66;
valwet nu heide, / stênt ouwen bluomen blôz
SM:Ro
1: 1,2;
krûtes wart diu erde blôz UvZLanz
2574;
vnd wrdin die vorgenanden hofstette bar vnd bloz der hvͥser
UrkCorp (WMU)
753,26;
Schoyûse [Schwertname] wart der
scheiden blôz / und manlîch gezucket Wh
77,14;
sus lac er sinne und guotes blôz Wig
5429;
her Salomon wart bloß / von minne witze
Mügeln
220,1;
alles liebes blôz SM:Te
1: 2,6;
freuden blôz SM:KvT
2: 1,4;
SM:Had
17:1,2;
MF:Mor
7:5,9;
vreude und helfe blôz Wh
51,10;
ir trôstes [...] blôz
KLD:UvL
15: 2,3;
der vorhte blôz und eine KvWTroj
802;
alles valsches blôz Wig
1561;
svnden bloz TannhBu
44;
der [...] tugende blôze
KvWLd
25,76;
dar umbe, wiltû ganze vröude und trôst haben und vinden in
gote, sô sich, daz dû blôz sîst aller crêatûren, alles trôstes von den crêatûren
Eckh
5: 29,15.
5:298,1.
5:42,22
2.2
mit Präp.-Erg.:
aber ich wæn, daz si
[Lunge] truckner sei und plœzer von pluot wan diu
leber, dar umb, daz si den luft in sich gevazzen müg BdN
30,16;
von silber was si [
schîbe
] niender blôz KvWTurn
462;
an êren blôz KvWLd
25,37;
sîn sældehafter lîp / ist blôz vor âküste
UvZLanz
1335;
stêt dîn tugent vor wanke blôz, / dû solt an mir niht
wenken Wh
456,6
3
Adj., Adv. ‘bloß, nichts anderes als, nur, allein’
– Adj.:
mein claid was ain plosser rock HvNstAp
8633;
dar uber warf der reine man / einen blozen surkot Elis
3209;
sol ich sô verderben / und alsô gar ersterben, / daz von
mir niht werde / wan ein blôziu erde? RvEBarl
1338;
ein holz, ein stein, ein erde blôz / ist
er [Götze] ; er wuohs in wilde, / ê daz in zeinem
bilde / gemachet eines menschen hant ebd.
12812;
im [Käfer im Rosenhaus] enwart
nih wan der bloze dorn StrKD
29,47;
er enhâte doch niht mêr gelâzen dan ein blôz netze und
sîn schiffelîn Eckh
5: 195,2.
5:17,6;
ich sanc hie vor den frowen umbe ir blôzen gruoz Walth
49,12;
sô vil sô ich gesanc nie man, / der anders niht enhete wan
den blôzen wân MF:Reinm
8: 1,2;
sich blôzen nuz behaben
‘sich nur die Nutzung vorbehalten’
UrkCorp (WMU)
727,33.
– Adv.:
[
der wîse mensche
] ensiht weder uf dis weder uf das, danne blos uf got on allen
zuͦval Tauler
108,1;
des selben solt du ledig sin und enkein sehen haben uf nút denne blos in
den willen gotz ebd.
152,28
MWB 1 889,49; Bearbeiter: Tao
blôʒe
stN. (?)
‘freier Platz’ (?):
ez trâten die genôze / alle ze einem klôze [Hs. blosse
] / und drungen mit kreftiger kêr / durch die vînde gein dem mer
ErnstD
3122
MWB 1 892,60; Bearbeiter: Tao
blœʒe
stF.
1
‘ offene Stelle, freier Platz’
2
‘unbedeckter, ungeschützter Teil des Körpers’
1
‘ offene Stelle, freier Platz’
als der homutige man / an die bloze quam hervor PassI/II
159,35;
dhein blosz man vermeit, / die man kund erdencken, / da man jne wande wencken
Krone
25522.
– Waldlichtung:
diu selbe stimme wîst in / durch michel waltgevelle hin /
dâ er an einer blœze ersach / wâ ein grimmer kampf geschach Iw
3837.
– vom Wasser freie Fläche, Festland:
die filosophi ahtent den manen alse breit alse die blóze
dirre welte vnz an daz mer, vnde daz sintgewege bedecket hat
Lucid
49,3
2
‘unbedeckter, ungeschützter Teil des Körpers’
Rebecca nam das kitzi vel: / swa Jacobe ir sune dú kel / oder die hende waren
bar, / die bloͤze dahte si vil gar / und liez ez niender schinin bloz RvEWchr
5723;
WernhMl
5778;
des mundes wil ich hie gedagen / und von der andern blœze sagen / des
minniclîchen wîbes HeidinII
1220;
swa in daz swert erlangen / an der bloͤzze moht / und im ze sniden toht, / daz
rert er in dem bluͦt WhvÖst
12083.
–
‘glattes, bartloses Kinn’
morphea ist ein siehtuom, dâ von chumet vil dike daz dem
manne diu barthâr ûz vallent. wil dû des helfen, sô rîb zem êrsten die blœze,
daz si nâhen beginne bluoten Barth
147,25;
die [Bartträger] dannoch gebaren, / alsam ir
blöze sin noch blanc, daz zimt nicht guten sinnen Frl
5:27,6;
KLD:LvS
8:2,8.
–
‘Nacktheit, Mangel an Kleidung bei Bedürftigen’
die hie vil eben / teilen mitte den armen / ir brot und sich irbarmen /
lazen alle ire not, / die en armut, crankeit bot, / hunger, bloze, ellende
Daniel
2497
MWB 1 893,1; Bearbeiter: Tao
blôʒeclîche(n)
Adv.
auch blœzencliche.
1
‘unverhüllt, offen’
2
‘frei (von Materiellem, Weltlichem), rein’
3
‘bloß, ausschließlich’
1
‘unverhüllt, offen’
waz got an im wolde, / daz wisete er blozeclichen genug Pass III
354,5;
da mit enschlief do sant Johan / uf Ihesus hercze zuͦ der stunt / und ward
verzuket, und wart im kunt / gottes werdú toͮgenhait /
[...] in sinen zwain naturen, / blosklich an allen
figuren [(l. alle?) ohne jede Symbolik]
WernhMl
8290
2
‘frei (von Materiellem, Weltlichem), rein’
so man dich [Gott] ie bloͤsklicher von aller materi
entwiset, so man dich ie minneklicher in luter froͤdenbernder wunne schowet
Seuse
378,7;
unz daz der nidersenkend lip wirt ab geleit und daz gelútert oge der sele
vernúnftikeit in der ewigen sunnen rad blosklich wirt gesteket ebd.
387,11;
wan aber dú sele von dez sweren libes krankheit dem lutern guͦt in
entbiltlicher wise nit mag blosseklich alle zit an gehaften, so muͤsse si etwas
biltlichs haben ebd.
391,2
3
‘bloß, ausschließlich’
daz her Johannes [...] vnde juncfrowe Fine
[...] hant verluhen ir ouenhus
[...] vnd die houestat, do daz ouenhus vffe stat, als
ez iezunt mit buͦwe begriffen ist bloͤzencliche [Bezug
unklar] Johannese Vendenheime UrkCorp (WMU)
3514,42
MWB 1 893,32; Bearbeiter: Tao
blôʒen
swV.
1
‘bloß, nackt sein’
2
‘arm sein, werden’
1
‘bloß, nackt sein’
ich schricke, so dir blozent [Hs.
bloezent
] dine zehen; / die sint wol gestellet Tannh
11,26.
– übertr.:
der ungetouften liute schar, / der [deren] muot
an eren blozet [(: genozet) dem Ehre fehlt,
abgeht]
KvWGS
1445
2
‘arm sein, werden’
got der nympt nur daz er leicht. / ainer plosset, der ander reichet
Teichn
263,32
MWB 1 893,56; Bearbeiter: Tao
blœʒen
swV.
1 tr. 1.1
‘jmdn./etw. entblößen’
1.2
‘einen Zweig entrinden’
1.3
‘etw. verwüsten, zerstören’
1.4
‘etw. enthüllen, bekannt machen’
1.5 umschreibend für ‘töten, sterben lassen’ 1.6 bildl. in myst. Texten: ‘jmdn. (die Seele) von Kreatürlichem, Weltlichem
befreien’
2 refl. 2.1
‘Laub abwerfen’
2.2
‘sich zeigen, sichtbar werden’
2.3
‘sich nicht schützen’
1
tr.
1.1
‘jmdn./etw. entblößen’
ir muose ein arm geblœzet sîn Parz
375,10;
sich, wie er [Christus] vor dir ûfgezogen, /
geblœzet unde nacket stêt, / sîn haubet unde lîp gebogen VilwerdeSele
102;
hals und achssel gar geplozzet Teichn
547,47;
tochtir Edom, [...] du wirst trunkin und geblosit
Cranc
Kl. Jer 4,21
1.2
‘einen Zweig entrinden’
vnd kleyde das gebloste teyl mit eyner ryndin eynis
vremdin boumis Pelzb
121,2;
vnd stoz di gancze rinde an den geblostin czwik des boumis
ebd.
121,18.
122,7
1.3
‘etw. verwüsten, zerstören’
die vorburc si blozten Serv
1795;
set, der herre wirt di erde blosen und zustoren
[...] und ire woner zustrouwen Cranc
Jes 24,1
1.4
‘etw. enthüllen, bekannt machen’
diuͤ selb scham diuͤ geit im schmerczen, / wer sin altez uͤbel bloͤsset /
und ims vnder augen stoͤzzet Teichn
499,25
1.5
umschreibend für ‘töten, sterben lassen’:
manic hals wart dâ geblôzet / des houbtes, daz ê darûf was Ottok
7295;
wann in got dez lebens bloͤsset Teichn
514,56
1.6
bildl. in myst. Texten: ‘jmdn. (die Seele) von Kreatürlichem, Weltlichem
befreien’
ez ist zweierleie geburt der menschen: ein ín die werlt und ein ûz der
werlt, daz ist: geistlîche in got. wilt dû wizzen, ob dîn kint geborn werde und
ob ez geblœzet sî, daz ist, ob dû gotes sun sîst gemachet? Eckh
3:325,4;
in der worheit, wilt du haben den schoͤppfer der creaturen, so muͦst du
enberen der creaturen, wanne es enmag nút anders sin, also vil also din sele
gebloͤsset ist und geteilet Tauler
425,32;
Seuse
279,8
2
refl.
2.1
‘Laub abwerfen’
jarlanc bloezet sich der walt, / und ouch diu heide /
valwet von dem kalden sne Tannh
8,1
2.2
‘sich zeigen, sichtbar werden’
nu blœzen selten sich ir zane / gein mir ûf minneclîchen gruoz
KLD:WvMezze
7:5,9
2.3
‘sich nicht schützen’
sie hatten dar ûf keinen wân, / daz iemant solde schiezen, / des wolden
sie geniezen. / sie blôsten sich deste baz LivlChr
8699
MWB 1 894,1; Bearbeiter: Tao
blôʒheit
stF.
‘Freisein, Reinheit (von Kreatürlichem)’, in myst. Texten:
und als vor ist gesaget von îtelkeit oder blôzheit, daz, nâch
dem als diu sêle durnehtiger, blœzer und ermer ist und minner hât der crêatûren und
îteler ist aller dinge, diu niht got ensint, dar nâch nimet si got lûterlîcher
Eckh
5: 32,8.
5:209,1
u.ö.;
abgescheidenheit [...],
[...] luterkeit, blosheit, unverbildete friheit und
einikeit Tauler
55,25
u.ö.;
Seuse
174,7
u.ö.;
HvFritzlHl
150,16
MWB 1 894,40; Bearbeiter: Tao
blœʒlich
Adj., Adv.
1
‘nackt, unverhüllt, rein’ , bildl. 2
‘offen, klar, deutlich’
3
‘gänzlich, völlig, ohne Einschränkung’
4
‘bloß, nur, allein’
1
‘nackt, unverhüllt, rein’, bildl.:
wisheit und kunst der seligin lit daran daz si got bloizlich bekennen alse he
ist, on allis mittil Parad
36,5;
und daz uns geoffinbarit worde fon gode, daz solde wir fort gemenin den di ez
nicht blozlich inphahin ebd.
66,15;
o du edele sele, o edele creature, waz gest du uz dir suchen den der alzuͦmole
und aller werlichest und bloͤslichest in dir ist [...]?
Tauler
10,6;
so man dich ie bloszlicher von aller materi enbloͤsset, so man dich ie
minneclicher in lutrer froͤdenbernder wunne schowet Seuse
450,28
2
‘offen, klar, deutlich’
in deme evangelio, / da sin lere sprichet also, / die man blozlich horet lesen
Pass III
314,47;
sit daz so blozlich ist beschriben ebd.
73,55;
dar nach er bloslich in bat / daz er queme zu der stat / und sie mit gotes
helfe an gote / brechte von des duvels spote Vät
31031;
Eckh
5:60,12
3
‘gänzlich, völlig, ohne Einschränkung’
das ich ze vil mins aigens willen bin, das ist wa ich mich selber bruch in
aigenschaft rainer dinge, da ich gottes er [= êre
] nit bloͤslich inn main [„wofern ich mich verhalte wie
etwas Selbständiges, ohne dabei lediglich Gottes Ehre im Auge zu haben“, Glossar
z.St.]
Lilie
77,4;
unde da von so enist niht blöslich [
absolute
] zesprechen, daz Christus si ein „creaturen“ oder „minre denne der
vatter“, sunder mit beterminierunge, daz ist „nach menschlicher nature.“
ThvASu
98,18.
112,18
4
‘bloß, nur, allein’
der arm mit güetiger gedult / gerte [...] von dem
künige nihtes mêr / dann eines phenninges blœzlich HvBer
6410;
aber die heidenen die hettent enkeinen enhalt daruf sú buwetent, denne uf
gottes gnode bloͤslichen in sine barmherzikeit Tauler
64,16
MWB 1 894,50; Bearbeiter: Tao
blûc, blûwec
Adj., Adv.
unsicher, ob blûc aus blûwec verkürzt ist.
1
‘schüchtern, verlegen; schamhaft; demütig’
2
‘peinlich, unangenehm’
3
‘traurig, unmutig’
4
‘schwach, gering’
1
‘schüchtern, verlegen; schamhaft; demütig’
daz ist ir aller [
der megde
] site / daz si zem êrsten schamic sint / unde blûc sam diu kint
Er
1325;
swanne ich sprechen sol ze nôt, / [...] sô wird ich
blûc, von schamen rôt MF:Gottfr
2:3,9;
er het ê die getürstekeit, / daz er mit grimmen löuwen streit, / und was nû
worden von der scham / sô blûc und alsô vorhtesam, / daz er niht einer megde guot /
getorste künden sînen muot / und sînes herzen ungemach KvWTroj
15560;
ein magt solt also blug und also schämig sin das si keinen man mit vollen
ougen niemer solt an gesehen PrEngelb
203,77;
Seuse
481,10.
263,22;
EbnerMarg
90,16;
swer got liep hât, den kiuset man tougen / an senften gebêrden, an bliugen
ougen Renner
4502.
12519.
12639.
16661;
dez buchelînes anevanc / daz ich wol erkenne cranc / ergie mit blugem
sinne [in bester Absicht] / in sant Martinvn minne
Martina
291,89;
so wurde iv hie entslozzin / min name vnde doch vil bluc [ohne
Autorenstolz] : / ich bin geheizin brvder Hvc / ze nachnamen von
Langenstein ebd.
292,35;
der plügen junckfrawen Marien HvNördlBrf
5,2;
nun han ich ain blüg begird und ain minendes getruwen und ein diemuttiges
aischen zu dem aller barmhertzigisten Jhesu ebd.
16,82.
15,20
u.ö. (s. SchwäbWB 1,1183f.)
2
‘peinlich, unangenehm’
doch enlebet dehein man, / der ie gewan zer welte muot, / ern
habe gerne selbe guot, / wand ez erlât in blûger bete UvZLanz
8049;
vil blûge’z wart ze hove gesagt [sie wagten es kaum dem Burgherrn
zu sagen] : / der wirt vor schame was nâch verzagt Parz
164,9
3
‘traurig, unmutig’
vor leide blûwec wart der man Bit
4151;
wand langez klagen stêt niht wol, / swer liut und lant verrihten sol: / die
werdent blûwic dâvon Ottok
22862
4
‘schwach, gering’
– von der Freude:
des hat sich gemert / da von ir freude [...], /
die vor was blowig vnd lasz Krone
13541.
– von der Fähigkeit zur Abwehr:
dô was daz liut an witzen kranc. / ir vreise, ir
zouberlist sie twanc, / daz ir wer was gên in blûc RvEBarl
13133;
dêswâr ir muot ist alsô swach / daz sie an wer verdorben sint / noch
herter danne ein bliugez kint RvEAlex
6672.
– von der sozialen Stellung:
von den brusten sîner guote / liez er die gnâde sûgen /
die armen unt die blûgen Wernh
5484;
swie rîch, swie arm, swie bliuge wir sîn, / doch hœre wir alle ein lobelîn
/ vil lieber denne ein schelten: / daz hœrt gern ieman selten, / er si mehtic
oder kranc Renner
15421.
– Lit.: Palmer, Shame
MWB 1 895,21; Bearbeiter: Tao
blûcheit, blûkeit
stF.
1
‘Ängstlichkeit, Unsicherheit, Furcht’
2
‘Schamgefühl, Schüchternheit; Demut’
3
‘Zahmheit’ (vom Beizvogel)
1
‘Ängstlichkeit, Unsicherheit, Furcht’
vnde davon mit etslicher blvchait [
scrupulositas
] von uns di mazze der spise der andro wirgisazte [(wird)
das Maß der Nahrung für andere bestimmt]
BrZw
40;
nu wais der minneklich got, / daz der rain sel ist not, / daz si zu dirre
großen gob / plaukait, vorht und demut hab MvHeilGr
1090;
ein siech sol alle blugkeit hin werfen und sol dem arzade nahen, des bisin sin
genesen ist Seuse
301,12
2
‘Schamgefühl, Schüchternheit; Demut’
Parzivâl der clâre / wart des âne vâre / überparlieret, / daz wart
gecondwieret / elliu scham ûz sîme herzen dô: / âne blûkeit wart er vrô Parz
696,20;
blukait und kindes scham / twanc und der
megliche [= magetliche
] nam / die suͤzen und die claren / baide das si warent / ain tail vil
lihte schamerot, / als ir kinthait gebot RvEWh
13915
u.ö.;
diu junge süeze künigîn / was ein lützel worden balt. / si twanc diu minne und
ir gewalt, / daz si dô liez ir blûcheit KvWTroj
8535;
minn unde scham, die beide / twingent mich [...] /
diu scham, diu wil mîn êre, / diu minne mîn unwerdikeit. / owê minn unde bliucheit,
/ wie tuont ir mir sô leide! ebd.
8726;
schemelîchiu blûcheit ebd.
8797;
wîplîchiu blûcheit ebd.
21492
u.ö.;
KvWPart
15649;
Crispinn girlich sinne / uz bluͤchait da traten WhvÖst
13035.
7201.
10676;
Minneb
4872;
daz sie [Maria] nie man rehte under ougen an gesach
von schamede unde von blûkeit PrBerth
1:256,6;
du solt dine oͮgen behuͦten, das sie sich nit wildicklichen hin und her
werffen, und aller meist, so ein man gegenwúrtig ist oder mit dir redt
[...], das du mit froͤwlicher blukeit dine oͮgen nider
werffest Seuse
481,4;
des [...] got ergebenen hertzen Marien rainigkeit und
plugkeit HvNördlBrf
16,5
3
‘Zahmheit’ (vom Beizvogel):
der dem grimmen vederspil die gir / verhabt
[...], / man muoz im dâ nâch bluwikeit jehen
Wh
317,8
MWB 1 896,9; Bearbeiter: Tao
blûclich, bliuclich,
blûweclich
Adj., Adv.
1
‘schüchtern, verschämt, verlegen; ängstlich; demütig’
2
‘besonnen, zurückhaltend’
3
‘traurig, unmutig’
1
‘schüchtern, verschämt, verlegen; ängstlich; demütig’
ir gebærde was vil bliuclîch, / einer megede gelîch Er
1320.
1489;
Iw
2254;
Parz
33,20.
633,28;
Tr(M)
743
(La. zu schemelîche);
bliuclicher schame güete KvWTroj
8822.
8709.
8038.
16132;
RvEAlex
1050;
RvEWh
13815;
PleierMel
914;
GTroj
8821;
ain magtt one schande, / [...] für den küng
bluglichen gie ebd.
20133;
des muͦz ich uz den hælmen lesen / min tihten als ein stupfelman, / der
bluͤglich [ohne Selbstbewusstsein] nach hin slichen kan,
/ swaz in da spruͤch entrise, / daz min zunge unwise / samen und fuͤge WhvÖst
1498;
Flegetânîs der heiden sach, / dâ von er blûweclîche [mit großer
Scheu (Nellmann, Parz)] sprach, / im gestirn mit sînen ougen /
verholenbæriu tougen Parz
454,18;
ein teil si blœdeclîchen [La. bluglichen;
besorgt] sprach KvFuss
2796;
bluglich und hinderkomen GTroj
6843;
swaz guotes der mensch hât, daz er niht diemüeteclîchen üebet unde blûclîchen
behüetet, daz nimt vil selten guot ende DvASchr
334,17;
swer nu gotez leichnam wirdicleich enpfâhen wil der schol seinen gaist uben in
sehslai andaht. [...], cze dem vierdem mâl in bluchleicher
dimut MvHeilFr
59.
62;
Renner
12072;
Seuse
42,20.
49,31
2
‘besonnen, zurückhaltend’
unrehtez gâhen sûmet dich. / [...] vil schône der
ersprenget, / als state ims verhenget, / mit vil bliuclîchen siten, / und hât den
gâhen schiere erriten HartmKlage
1561;
ein teil blûweclîche / antwurte der videlære KlageB
3566
3
‘traurig, unmutig’
herr, geruochet ir / eine rede bescheiden mir, / umb waz die liut in Ôsterrîch
/ gebâren alsô blûclîch? Helbl
15,40;
darzuo sach man in gebârn / blûclich âne mâzen, / daz er solde lâzen / sîn
vînde underwegen Ottok
30780;
frô und niht blûwiclich ebd.
95802.
62698
MWB 1 896,48; Bearbeiter: Tao
blûdemic
Adj.
‘weich von Charakter’
ein blûdemigez wîp, / diu von ungebærd ir lîp / ze der zît niht enthalten kan,
/ sô diu gnâde sie bestêt LvRegSyon
2857
MWB 1 897,20; Bearbeiter: Tao
blüegeln
swV.
‘brüllen’
des er blüegelte als ein ber Virg
635,4
MWB 1 897,24; Bearbeiter: Tao
blüegen
swV.
Oder ist belüegen, -lüejen anzusetzen?
‘brüllen’
er begunde sêre blüegen [
: vüegen
]
Virg
631,8
MWB 1 897,26; Bearbeiter: Tao
blüejelich
Adj.
‘blühend’
kunftiger salden bluwelich, / ewic vreude dir schenkende, / unser stete
gedenkende / behalden vurbaz dir suze / die gotliche gewalt muze Macc
260
MWB 1 897,29; Bearbeiter: Tao
blüejen
swV.
auch blüegen
(
KvWPart
3758
), blüewen, blû(w)en.
1 intr. ‘blühen, Blüten treiben’
1.1 von Pflanzen 1.2 vielfältig übertr. ‘in voller Kraft stehen; erblühen, sich zur höchsten
Vollkommenheit entfalten; gedeihen; von etw. erfüllt sein’ usw. 2 tr. ‘etw. zum Blühen bringen, (als Blüte) hervorbringen’ , übertr. 3 Part.-Adj. gebluot, geblüejet : ‘aufgeblüht, blühend’
1
intr. ‘blühen, Blüten treiben’
1.1
von Pflanzen:
dô sach ich drî wînrebe / brozzen unde bluon, zuo zîtigen
berigen sich machen Gen
1950;
dâ stuont manic boum sô frumer, / der aldaz jâr obez
truoc, / [...] und anderhalp doch bluote
UvZLanz
3947;
Macer
53,3.
76,5;
Pelzb
121,8;
die blüenden vier wochen, / sô der vil süeze meie în gât /
unz an daz, dâ er ende hât Tr
538.
– in Vergleichen und bildlichen Ausdrücken:
alse div lilie unde div rôse uz den dornen bloͮt,
same wart div unser rôse, .s. Maria, uon den iuden geborn
Spec
96,25;
ir antlütze wart missevar, / daz ê in hôhem gemüete /
baz danne ein rôse blüete Wig
7608;
daz spil [...], / dar inne
der tôt als ein dorn / in dem meien blüete ebd.
7629;
der was der minne ein blüender stam Wh
88,12;
o frouwe, / aller tugent ein blüende ouwe, / rôsegarte
dornes ân SM:EvS
1: 7,7
1.2
vielfältig übertr. ‘in voller Kraft stehen; erblühen, sich zur höchsten
Vollkommenheit entfalten; gedeihen; von etw. erfüllt sein’ usw.:
–
in sîner blüenden jugent Tr
295;
RvEWchr
21600;
HvNstAp
13014;
sin minnekliches junge bluͤiendes leben Tauler
231,30;
diu wunderlîche schœne / der blüejenden Îsôte
Tr
17805.
16007;
dô Jêsus mennischeit / der tôt an dem kriuze müete, /
innen des sîn leben blüete / ûz der gotlîchen sterke Wh
219,26.
–
sîn herze an vreuden bluote UvZLanz
7794;
fröiden hôchgemüete blüet mir an der selben stunt, / dô
si sprach daz süeze wort KLD:UvL
44: 4,4.
53:7,2;
in freuden swebt und bluot / sîn herze und sîn muot Ottok
90145;
des sîn sælde immer blüete / und sîn unverswigeniu güete
Wh
463,9.
–
unte íh ôuh dés uváre tûo, óbe dîu plebs catholica
[...] blûoie in studio uirtutum Will
107,17;
diu was ein bluome der güete, / ir herze in tugent blüete
Wig
6117;
wie er an tugenden blûnde was Kreuzf
316;
wand ir reinez gemüete / ie nâch êren blüete
Wig
3186;
LvRegSyon
1620;
Tristant, der triuwen blüende, / der ie durch êre müende / was sînen
ritterlîchen lîp HvFreibTr
6513.
–
‘entstehen’
ein leit von dem sheiden bluͤt, / daz kan langen kummer bern Rennew
33546.
– von rhetorischer Ausschmückung:
wâ nu rîcher künste hort, / wâ schœne rede, wâ blüende wort
[...]? HvFreibTr
2;
zu volbringene diz mêr, / daz sô blüende hât unz her / mit schœner rede
betichtet / mîn hêrre meister Gotfrit von Strâzburc ebd.
12;
ein lob mit blünder sprüche ris Mügeln
116,6
u.ö.
2
tr. ‘etw. zum Blühen bringen, (als Blüte) hervorbringen’, übertr.:
diu [
kemenâte
] was alsô gehêret / mit einem bette gêret, / daz mich mîn armuot immer
müet, / sît d’erde alsölhe rîchheit blüet Parz
242,30;
ob sie [Sarazenen] der walt noch kunde blüen, / wir
suln sie doch mit strîte müen UvEtzAlex
9947;
daz mich ir sterben muͤwet / und ymmer sende swære bluͤwet Rennew
9230;
daz muͦz [...] herzebernden kummer bluͤwen ebd.
11896.
16364
3
Part.-Adj. gebluot, geblüejet: ‘aufgeblüht, blühend’
ez tuont diu vogelîn schîn, / daz siu die boume sehent gebluot MF:Veld
18,2;
ir lant was über allez jâr / als miten meien gebluot
UvZLanz
205;
swie diu heide stêt gebluot SM:KvT
7: 1,9;
unsen wingarten der gebluet stat Brun
605
u.ö;
[sie] kâmen hin gegangen / vil vruo und in dem touwe / ûf
die gebluoten ouwe / und ûf daz wunneclîche tal Tr
17352;
daz sol diu werde mir vertragen / daz ich ir lop sol hôhe sagen, / si wol
gebluotez meienrîs KLD:WvM
5:2,10
MWB 1 897,33; Bearbeiter: Tao
blüejunge
stF.
‘Blühen’
du bist, herre, min labunge und ich din bluͤjunge
Mechth
5: 20,4;
die lúhtende bluͤjunge ir
[Marias] schoͤnen oͮgen ebd.
5: 23,69
MWB 1 898,39; Bearbeiter: Tao
blüemekîn
stN.
‘Blümchen’
ich hân ein plüemikîn / gebrochen UvLFrd
244,21.
568,10
MWB 1 898,43; Bearbeiter: Tao
blüemelîn
stN.
auch blüemelî, blüemel.
‘kleine Blume, Blüte’
maniger hande blüemelîn / lachent ûz des meien touwe / gên der
liehten sunnen schîn SM:JvW
1: 2,1;
nû ist heide wol geschœnet / mit vil manigen blüemelîn gemeit
SM:KvL
7: 1,2.
15:1,9;
dú bluͤemel der gamillen SHort
8379.
5379;
Wig
4992;
Frl
5:77,2;
PrGeorg
264,26;
dîn liehter schîn muoz iemer sîn / mîn meie und mîniu blüemelîn
SM:Ta
1: 5,4;
eya wer gehilfet mir des, das ich noch an der cronen ein
klein bloͤmelin moͤge sin [...] ? Mechth
7: 1,127.
– übertr. zur Bezeichnung des kleinen Flecks auf der Stirn der
Bienenkönigin:
er [Bienenkönigin] hât auch an der
stirn ain weiz plüemel [vgl. in fronte macula quedam, quasi quodam
diademate candidatus
] , dâ mit hât in diu nâtûr gekrœnet vor den andern peinen
BdN
288,27.
– bildl. für ‘Jungfräulichkeit’ (vgl. bluome):
sie wolde daz blüende blüemelîn / irs blüenden magettuomes wern
HvFreibTr
702.
– spez. ‘Vergissmeinnicht’ (s.a. bluome):
blumelin [vgl. Anm. z.St.] daz erste ist, / wechset
uf gar ane mist Daniel
1693.
2578
MWB 1 898,45; Bearbeiter: Tao
blüemeln
swV.
nur Part.-Adj., ‘mit Blumen bestanden’:
eine heide breite [...], / diu schône geblüemet
[La. geblumelt
] was Mai
70,5;
ûf daz geblüemete [La. geblumelt
] velt / sluogen si ûf ir gezelt ebd.
70,9
MWB 1 899,3; Bearbeiter: Tao
blüemen
swV.
s. a.
bluomen
und
geblüemet
Part.-Adj.
1
‘etw. mit Blumen schmücken’
2
‘jmdn./etw. (mit etw.) schmücken, verzieren’
2.1 konkret 2.2 übertr. ‘jmdn./etw. mit Lob schmücken, preisen’
3
‘(in Vollkommenheit) erschaffen’
1
‘etw. mit Blumen schmücken’
v́nser bétte ist uuóla geblûomet Will
24,1;
dâvon siht man nû die heide / wol geblüemet und den walt
SM:HvT
2: 1,3;
wie der meie blüemet manig velt SM:KvL
19: 1,4;
der meie het dâ wol sîn gras / gerœset und geblüemet
KvWKlage
2,8;
der naturlich gebluͤmter anger Seuse
374,23.
– refl.: ‘Blüten treiben, blühen’
swâ diu rebe sich blüemet, / dâ fliuhet daz gewürme dan
KvWLd
32,243
2
‘jmdn./etw. (mit etw.) schmücken, verzieren’
2.1
konkret:
manec storje dort geblüemet reit, / gelîch gevar der heide
Wh
20,8;
der samît geblüemet was / mit dem golde von Kaukasas
Wig
10695;
ir kleider sint gezieret, / gebluͤmet und florieret
HvNstGZ
7559;
ob iuwer lîp nu kamphes ger, /
[...] sô werdent hie geblüemet / in
wâpencleider [so kleidet Euch in Eure Rüstung]
wünniclich, / sô zierent iuch KvWSchwanr
966
2.2
übertr. ‘jmdn./etw. mit Lob schmücken, preisen’
ein wîp, diu ir wîpheit / wider ir selber liebe treit
[...], / die sol diu werlt alle / wirden unde
schœnen, / blüemen unde crœnen / mit tegelîchen êren Tr
18056;
daz er geblüemet wart mit lobe KvWTurn
1099;
ir lop blüemen unde rœsen / solten alle zungen
KvWLd
1,231.
–
‘ etw. rhetorisch kunstvoll ausschmücken’
die brief mit grammaticâ het meisters kunst geblüemet Loheng
7577;
ob ich daz sunderlichen gepruͤven kunde mit gebluͤmten worten
JTit
897,2;
mit geblumter rede Minneb
469;
Frl
11:1,9;
Cranc
Vorr. Dn 271,15.
– refl. ‘sich selbst loben, sich (einer Sache) rühmen, prahlen’
des wil ich offenlîche mich / vor al den Criechen rüemen / und des
mich selben blüemen / daz ich ander valscheit nie / mit untriuwen gen dir
begie RvEAlex
20156;
er liss hoffertigen man / sich selber hoche blümen / und och mitt
güfte rümen GTroj
8231;
wan si wolden sich ho blumen / ob alle lute und dor an / daz nymant
mochte wan sy han / von gote bekentnisses waz Hiob
4820
3
‘(in Vollkommenheit) erschaffen’
e daz Adam ward geplumet, / da waz ich vor gotez augen Teichn
354,38
MWB 1 899,8; Bearbeiter: Tao
blüemîn
Adj.
‘aus Blumen, reich an Blumen’
ieslîchiu ob ir hâre truoc / ein kleine blüemîn schapel Parz
234,11;
bluomîniu schapel ebd.
776,7;
Wig
10520.
11300;
der turnei al stille stêt / ûf einem blüemînen plân Parz
386,29;
sus zinste man im blüemîn velt ebd.
544,11;
ûz dem her sîn cundewieren was / ab dem blüemînen gras / von
manegem rîter sêre wunt Wh
467,10
MWB 1 899,50; Bearbeiter: Tao
blüemunge
stF.
‘Ausschmückung (der Rede)’
unde dovon ist iz ouch, daz unse tolkunge der blumunge sinir rede vor nicht
gehossen [laufen] kunde den andirn [vgl.
unde accidit, ut prae ceteris florem sermonis eius translatio non
potuerit conservare
]
Cranc
Vorr. Jes 7,11
MWB 1 899,58; Bearbeiter: Tao |