briumeister
stM.
‘Braumeister’
caupo vel cauponarius: privmaister VocBV926
3:659,14;
daz her Pernolt Noͤzel hat verlihn hern Rvdeger dem prevmeister vnd
sinen zwein svͤnen [...] dri ækher UrkCorp
768,27
MWB 1 1017,47; Bearbeiter: Hoffmann
briumeisterin
stF.
‘Braumeisterin, Frau des Braumeisters’
daz frowe Magdalen Volchmares chon gegen frowen Jevten der prevmaisterin von
Passowͤ gechlaget hat vmb einen weingarten UrkCorp
2329,5
MWB 1 1017,52; Bearbeiter: Hoffmann
briune
stF.
‘Bräune, dunkle Farbe; Glanz’
dú brúni im von der sunnen kam, / wan er vil wandlot dar an / mit blossem
hoͮpte unverdacht WernhMl
5787;
lieplîch priune, rôter rôsen rœte, snêwes wîze hât ir lîp
KLD:UvL
39: 7,1;
di [...] da namen war
[erkannten] des moren mit der bruͤne
JTit
3510,2;
in brûner brûne purpervar der meie sich nu gestet KLD:HvW
5:1,8;
swie kranc die fiole si, / [...] ir
smac und ir brune / vrowet daz gesune HeslApk
22065;
sin [des Smaragds] gruenliche brune
ebd.
7935.
– in Bezug auf die weibl. Scham (s.a.
brûn
1.6
und [mit späteren Belegen] Wießner, Komm., S. 249):
hâstû dol / nû mit dîner briune, / sô wizze, dîner schanden werden niune
Neidh(HW)
53,29.
53,18;
si liez ot aber vallen die cleider von dem libe, /
[...] ein væle was von Teserat der siden, / die hienc
si vur di bruͤne JTit
2553,4.
– übertr. ‘Dunkelheit’
swer an im treit sunden icht / in sines herzen brune
HeslApk
21675
MWB 1 1017,57; Bearbeiter: Hoffmann
briunen
swV.
‘etw. (jmdn.) braun, glänzend machen; etw. (aus)schmücken’
ich bin schone und doch sal: / die sonne hat mich
gebruͤnet HvNstGZ
7594;
sus [wie der Glaser] , werder man,
dins herzen faß / kler unde brün mit steter tugent füre Mügeln
42,14.
–
den [
knecht
] sal man
slan. / [...] man sal sine blanke hut brunen / mit
geiselstebe sere alunen Brun
9012.
–
ein mære ~
:
sol ich dir daz mere bruͤnen, / Willehalm edeler markys, / so ist
Rennewart gar ane pris Rennew
6766;
lat iu diu mær briunen Dietr
7219;
Neidh
WL 36:7,1;
Neidh(HW)
16,27
MWB 1 1018,12; Bearbeiter: Hoffmann
briuphanne
swF.
‘Braupfanne’
sartago: briuphanna / bruphanna SummHeinr
1:344,435
u.ö.; in Unsinnsdichtung:
do gewunnen sie kinde, / [...] einen drihavbtigen
tvrsen / vnde eine wol gesliffene kvrsen [einen geschliffenen
Pelzrock] / vnde eine mederine prevpfanne [Braupfanne
im Marderfell]
Wachtelm
119
MWB 1 1018,24; Bearbeiter: Hoffmann
briuphenninc
stM.
‘Brauzins, Abgabe auf Bier’
vort van den brupenningen sagin wir alsus [...]
UrkCorp (WMU)
83,35;
bruͦpennynge ind wintol, / weder spraichen sy [die Kölner
Bürger] also wol, [...] sy weder
spraichen myne [des Bischofs] assise HagenChr(G)
2804
MWB 1 1018,31; Bearbeiter: Hoffmann
briustadel
stM.
‘Brauhaus, Brauerei’
swer im [dem Herzog] in seinem prevstadel ze
Lantshvͦt piͤr prewet UrbBayS
4,209;
dez Tanners priustadel UrbBayJ
437
MWB 1 1018,37; Bearbeiter: Hoffmann
briustern
swV.
refl.
‘anschwellen, sich aufplustern’
sô diu [
henne
] an der sunne gât / und
siht neben sich ir schat, / [...] vor zorne schütt sie ir
gevider, / sô briustert sich der schat hinwider Helbl
2,1244
MWB 1 1018,41; Bearbeiter: Hoffmann
briute
stF.
‘Hochzeitsfeier, Hochzeit’
sô man ze tôde snîdet / mit swerten unser liute, / sô müezen wir der
briute [Hochzeit zwischen Paris und Helena] / engelten
alsô sêre KvWTroj
23264;
uß wasser machtent ir [Gott] wyn / zu den
bruͤden des fursten fin Pilgerf
1488;
DRW
2,465
(Lothr./ ZBergGesch.; a. 1302)
MWB 1 1018,46; Bearbeiter: Hoffmann
briutegëbe
swM.
‘Bräutigam’
vnser herr Ihesus Christus der der [...]
præuͦtgeb ist der sel GestRom
12;
dô gap man im sîn liep ze der ê. / ez ist kein brûtgebe mê / volleklîcher, ein
mahelschaz, / er schutte pfennige ûf den plaz, / dâ man im die vrouwen gap
Bussard
1034
MWB 1 1018,53; Bearbeiter: Hoffmann
briutegewant
stN.
‘Brautgewand’
Gotelint verlôs ir briutegewant [La. preuͤtlich
gew.
]
Helmbr
1631;
unde leite ir brûtgewant ane, / daz was mit golde wal beslagen JJud
1139
MWB 1 1018,59; Bearbeiter: Hoffmann
briutegom(e), briutegoum(e)
stswM.
häufig auch briutegam(e), -gum(e), vereinzelt
-gan ( StRAugsb , Teichn ), -gon (
PsM ), -gun ( WhvÖst ),
-goͮn ( WernhMl ), -gæu/gæwe (
StRAugsb ).
Pl.
brútgoͮmen Mechth
7: 35,38.
–
‘Bräutigam, Neuvermählter’
1 eigentl. 2 übertr.: Bezeichnung für Christus (Gott) als Bräutigam der Seele des Menschen
1
eigentl.:
der brutegoum cumet mit einer menie siner riter, so er sine
brut enphahit vnde si mit gesange fúr leitet Lucid
123,3;
Vät
35858;
swen ein wert bruteguom / mit sinir brut zu hove reit
Athis
C* 48;
her Pêleus, der briutegoum, / und sîn âmîe Thêtis KvWTroj
4564;
swenne so ein brutegoum / durch sinen brutlichen rum / geseze
in sinem brutestul HeslApk
3219;
der bræutgæwe oder diu braut StRAugsb
242,35;
bræutgæu [Dat.]
ebd.
242,8.
–
vnd gevrevt sich brvt[e]gon vber brvt sine [interl. zu
Et gaudebit sponsus super sponsam suam
]
PsM
Per 24,5;
wer eyne brut hat, der ist eyn brutegum [
Qui habet
sponsam sponsus est Io 3,29]
EvBerl
95,7;
EvAug
215,20
2
übertr.: Bezeichnung für Christus (Gott) als Bräutigam der Seele des
Menschen:
daz di sele si gotes brut, / got ir brutegom und trut
Brun
7358;
Jesus, der selen brutgoum Vät
27585;
Tauler
431,26;
PrGeorg
263,16;
SHort
5558.
– der frommen Christen (bes. der gottgeweihten Jungfrauen):
die heiligen megde [...], die
dise werlt [...] durch diu lieb vnd durch diu minne ir
gemaheln, ir brutigaumes des heiligen Cristes, mit ir broden libe vberchomen
Konr
22,14;
Hochz
711;
Agnes heilige magit, / [...] dv
di werlt fru lieze / unde dinen magittum gehieze / deme himelischen brutegume
Litan
1040;
PrGeorg
42,19;
Mechth
1:44,74.
–
den magtduͦm erent alle luͥde, /
[...] diͤ in dinen
[Marias] vuͦzsporn sint kumen / zuͦ
dinem sun, uͥrm brüdegumen MarlbRh
63,10;
muͦder ind brut des brüdegumen ebd.
130,14;
WernhMl
1367.
– der christlichen Kirche:
die brutluͤft da got selber der bruͤtgam
ist, da die hilig christenheit diu brut ist PrOberalt
34,35;
dú hailig cristenhait: dú sol gezieret sin alz ain brut engegen dem
brútgom PrGeorg
208,7;
HeslApk
9071
MWB 1 1018,63; Bearbeiter: Hoffmann
briute|labe
stF.
‘Frühstück, das den Neuvermählten nach der Hochzeitsnacht gereicht
wird’
und gab in beiden [...] / zu briutelabe stiure / ein
petit menschiure. / daz âzen vor dem bette sie HvFreibTr
857.
– Zur Sache vgl. GrimmRA
1,609f.; Bauernh
293f.
MWB 1 1019,40; Bearbeiter: Hoffmann
briutelbette
stN.
‘Hochzeitsbett’
do fuort man Betzen uf die fart / und stalt in zu dem preutelpett: / zwen
grosz stifel er an het. / als man im nun die Metzen pracht, / sprang er frölich ins
pett und lacht MeierBetz
85
MWB 1 1019,46; Bearbeiter: Hoffmann
briutelgewant
stN.
‘Hochzeitsgewand (des Bräutigams)’
ez sol auh niemen mer ze kainer hohzæit kain læinin gwant
geben wan dem bræutgæu [Bräutigam] zwai bræutelgwant und
ain badlachen StRAugsb
242,8
MWB 1 1019,51; Bearbeiter: Hoffmann
briutelhuon
stN.
‘Huhn, das am Morgen nach der Hochzeitsnacht verzehrt wird’
dô wakten sî den brûtegum / vil unsanft und ouch dî bruit
[...], / in brenginde daz brûtilhûn NvJer
18754;
daz briutelhuon daz truoc man în, / dâ mit sô quam der keiser und diu keiserîn
Loheng
2398;
daz briutelhuon mit vreuden wart / hie verzert ebd.
2401.
– Zur Sache vgl. GrimmRA
1,521 u. 609; TürlArabel
*A 305,19. *A 306,15 (der minne
hvͦn).
MWB 1 1019,56; Bearbeiter: Hoffmann
briuteln
swV.
1
‘jmdn. mit jmdm. vermählen’
2
‘mit jmdm. Beilager halten’
1
‘jmdn. mit jmdm. vermählen’
mit siner elichen kun / brutilt her
[Gottvater] die cristenheit, / do sin sun nam
ummecleit / in Marien buche HeslApk
9937
2
‘mit jmdm. Beilager halten’
under minem houbete / sine linken hant her leget, /
[...] und sin zeswe wirt mich trutilnde / swen her
wirdet mit mir brutilnde HeslApk
20746
MWB 1 1020,1; Bearbeiter: Hoffmann
briutelouft
stM.
→
brûtlouf
MWB 1 1020,8;
briutelstücke, brûtstücke
stN.
‘Mitgift’
dotes: lîbgedinge, morgingâbe, brûtilstucke VocAbstr
361,
brutstuckel VocAbstr(B)
55,4
MWB 1 1020,9; Bearbeiter: Hoffmann
briutelstuol
stM.
s.a.
brûtstuol
.
‘Sitz der Braut oder des Bräutigams am Hochzeitstag’;
phras. den/an/ûf ~ sitzen
‘sich im Brautstand oder im (jungen) Ehestand befinden’ (ähnlich
witewenstuol
; vgl. Schmeller, BWB 2,752):
do brachte man einen toten, [...] und was ein mant
daz er an bruͦtelstule hatte gesezzen, und was nuͦwelich tot
PrLpz
186,24;
und do man die hohzeit haben solt und si den preutelstuel sazz
AdelhLangm
1,17.
–
daz si [die Kleider] roͤmischem keiser wern
gemeze / swenn er in concilio uf bruͤtel stuͦl zem hoͤhsten
werde sæze JTit
1538,4
MWB 1 1020,12; Bearbeiter: Hoffmann
briuten
swV.
1
‘Beilager, Hochzeit halten; sich mit jmdm. vermählen’ 2
‘(eine Frau) schänden, missbrauchen’
3
‘sich (wie eine Braut) schmücken’ (vgl.
brût
1.3)
1
‘Beilager, Hochzeit halten; sich mit jmdm. vermählen’:
– meist ohne Obj.:
Ênêas der mâre / enbôt offenbâre, / daz her brûten solde En
12769.
12655;
über vierzehen naht [...] wolder
offenlîchen briuten Eracl
2357;
nû was ouch briutennes zît Er
1887.
1891.
2195;
wie Kriemhilt und Ezele brûten in der stat ze Wienne NibC
1363 (Überschr.).
699(Überschr.);
EbvErf
884;
ErnstB
485.
–
wan si warn in den tagen Noe vor der sintflvt ezzend vnd trinkend vnd
pravtend vnd zv hohziten gebend [
nubentes et nuptum
tradentes Mt 24]
EvAug
61,11
u.ö.;
diu werlt mit valsche wirbet: / einer briut, der ander stirbet
Freid
177,20;
GenM
39,20;
UvZLanz
5528.
– mit Präp.-Obj. mit:
wie der künic Gunther ze Wormze mit frou Prünhilt prûtte NibC
585(Überschr.);
daz man Pârîsen hiute siht / hie mit Helênen briuten KvWTroj
23257;
RvEAlex
18096;
HeslApk
20754.
– im Passiv mit Dat.-Obj. ‘mit jmdm. vermählt
sein/werden’
der [Christus] uns alse sîn êlîchen kune /
minnet unde trûtet, / wende wir sîn ime gebrûtet Kröllwitz
878;
der wolde des kvͦniges tochter nemin die gote do gebruͦtet
was vnd gewilet JenMartyr
65;
die wart von sente Clemens gote gebruͦtet ebd.
31
2
‘(eine Frau) schänden, missbrauchen’
er [
Reinhart
] brvtet
sie, daz erz [
Isengrin, ihr Ehemann] ansach
ReinFu
K,1176.
K,589;
do sprach der wirt zcu deme gaste / zcwischen vch vnd mir vil vaste / sal myn
vrowe sitzin hute / die sult ir trvwen nicht gebrute HeidinI
392
(App.);
WolfdB
570,1
(La.)
3
‘sich (wie eine Braut) schmücken’ (vgl.
brût
1.3):
wænen wir, daz iz immer sô sul varn, daz wir suln brûten und zerten unsern
lîp? PrStPaul
53,24;
ich will mich gein der myniglichen brauten / sprach Megenbrecht Neidhc
79:7,1;
(= Neidh
WL 6:6,1; z.St. s.a. brütten)
MWB 1 1020,24; Bearbeiter: Hoffmann
briutestuol
stM.
→
brûtstuol
MWB 1 1020,60;
briutewirde
stF.
‘Brautwürde’
fruͤnt, wie bist du her [zur
Hochzeit] komen? / du hast nit bruͦte wirde
kleit [
vestem nuptialem Mt 22,12] : /
daz mag dir wol werden leit HvNstGZ
7246
MWB 1 1020,61; Bearbeiter: Hoffmann
briuwære
stM.
‘Brauer’
caupo: broͮwer VocBV927
3:357,17;
si [
gîtikeit
] füert ouch an irm reien /
[...] pfister, smide, fleischslehter, / mülner,
briuwer, kürsener Renner
4395.
– als Teil von Personennamen:
Ezelinus (bruere) et uxor sua UrkKölnSchr
2,100;
Ott der priwær von Zirtenarn UrkCorp
N434,14;
Heinrich briwer ebd.
1210,39;
nach der vmseczzn rat [...], Stephans des preuer vnd
Tristrams des smyds UrkStVeit
62
(a. 1345)
MWB 1 1021,1; Bearbeiter: Hoffmann
briuwe
stF.
‘das Bereiten, Anstiften’ (zu
briuwen
2
):
mit stetir [
= stæter
] minne truwe / stet
[steht] ane meines brvwe / alhie gezeichint
[mit dem Ring] sine brvt Martina
48,82;
dem fúrsten her ich knúwe, / sin lop ich gerne schrúwe, / wan es ist stête
núwe. / mit gantzer trúwen brúwe / er stiftet sunder rúwe MinneR 471(Pf)
6,44
(Syntax unklar; vgl. Anm. z.St.)
MWB 1 1021,11; Bearbeiter: Hoffmann |