bruckenære, bruggenære
stM.
‘Brückenwächter, Brückenzöllner’
vmme den bruggener ist also gerêth [=
gerihtet
] , daz im der herzoge wider
legen [erstatten] sol, swas er den herzogen siner
gv̆lte bewisen mach UrkCorp
1728,32;
so ist vmme den von Nidelingen vnd den bruggener also gereth ebd.
1728,36
MWB 1 1041,3; Bearbeiter: Hoffmann
bruckenmachære
stM.
‘Brückenbauer’
wo brucke odir bret da gebresten, / die bistu schuldig zu
machen zu dem besten. / dar umb bistu bruckenmacher genant Pilgerf
566
MWB 1 1041,10; Bearbeiter: Hoffmann
bruckenmeister
stM.
‘Brückenverwalter, -zöllner’
von eime huse uf me Kornmarkete, da Walther becker, Hartman bruckenmeisters
eiden, inne wonet, eine mark UrkFrankf
2,181
(a. 1323)
MWB 1 1041,14; Bearbeiter: Hoffmann
bruckentor
stN.
‘Tor an der Fallbrücke’
des berges was dennoch me / oberhalb dem sewe; / eines visches
chewe / was des sewes bruggen tor WhvÖst
1199
MWB 1 1041,18; Bearbeiter: Hoffmann
bruckenzol, bruckzol
stM.
‘Brückenzoll’
swer sô bruckenzol oder wazzerzol entvûret [nicht
bezahlt] , der sal in vîrvalt gelden SSp(W)
2:27,1;
SchwSp
90b;
der prugkzol uͤber die Yser, der uͤnsern gnaͤdigen
herren, den bischof von Freysingen, angehoͤrt ze Muͤnchen
StRMünch
232,16;
daz fuͦder weins oder metes geit zewen pfenning ze brugkzolle, daz man
in di stat fuͤret oder daraus ebd.
233,18
MWB 1 1041,22; Bearbeiter: Hoffmann
bruckheie
swM.
zu →
1heien swV. ( ‘hüten,
pflegen’).
‘Brückenwächter, Brückenzöllner’
sogtan clage [...]hince Hermanne vnserm bruggehaien
zu Wæ̂rtahprugge, daz er vnrehten zol næ̂me UrkCorp
548A,8;
ez sol auch der bruggehaie machen brugge vnde stæ̂ge vber die Wæ̂rtach ebd.
548A,23;
verfvret aber iemen dem bruggehaien sinen zol ebd.
548B,26;
wo prugk sind, die man zollen sol und die prugkheyn habent OberBairLdr
77;
ob dez [Ausbesserung der Brücke] der prugkhey nicht
taet in der zeit, die im genent wirt StRMünch
354,7;
swer mit holtz oder mit floͤzzen ein die prugk vert,
[...] so sint diu holtz dez prugkhain ebd.
354,17.
– als Bestandteil von Personennamen:
Diepolt der bruggehai UrkCorp
2079,13;
Vͦlreich der prukhai ebd.
2903,13
MWB 1 1041,31; Bearbeiter: Hoffmann
bruckholz
stN.
‘Holz zum Brückenbau’
ez sol auch nieman hauwen clobeholtz noch prugkeholtz, unde allez stegeholtz
sol man segen NüP
175;
und darauz nemen sol zimmerholtz genuͤg, liehtholtz,
pruͤgkholtz, gruͤns und tuͤrs FWB
4,1261
(Thiel u.a., Urk. Münchsm.; a. 1343)
MWB 1 1041,47; Bearbeiter: Hoffmann
bruckisch
Adj.
‘von Brügge’
er truoc ouch umb den hals sîn / ein vil guot væl sîdîn / und
truoc zwô Bruckisch hosen an EnikFb
2741
MWB 1 1041,53; Bearbeiter: Hoffmann
bruckkorn
stN.
‘Getreide als Brückenzoll’
man nimet ouch jerlich von bruggekorne da gegen 6 muͥt habern und gegen
6 muͥt dinkeln UrkAargau
2,1:15,34
(a. 1306)
MWB 1 1041,56; Bearbeiter: Hoffmann
brucklade
swM.
‘Brückenbohle’
daz all prugk, die der zolner sol machen, sechs
enspaem [Träger] sol haben und prugkladen von
sechzehen schuͦchen StRMünch
353,26.
354,3
MWB 1 1041,60; Bearbeiter: Hoffmann
brucklêhen
stN.
‘Brückenlehen’
pruklehen in Brittelbach, tenet Hainricus filius aduocati UrbBayS
5,510;
aber daselb ein pruklehen giltet vi schilling UrbBayJ
449
MWB 1 1042,1; Bearbeiter: Hoffmann
bruckmetze
swM.
Maß für Obst, das als Brückenzoll gefordert wird:
swer obs in die stat fuͤret, ez sei gruͤn oder duͤrr,
traet der wagen einen mutte oder mer, do von gibt man einen prugkmetzzen ze zolle
StRMünch
236,14;
und der prugkmetze sol nicht merer sein dann ein viertail von einem rechten
galvay ebd.
236,16
MWB 1 1042,5; Bearbeiter: Hoffmann
brucknagel
stM.
‘Brückenschmied’ (vgl. Nölle-Hornkamp, Handwerkerbez., S.
286f.), nur als Personenname belegt:
Heinreich der prukenagel, Wernhart der schriber, Otte der Halebrukker vnd
ander zeuge UrkCorp
3378,19
MWB 1 1042,12; Bearbeiter: Hoffmann
bruckrëht
stN.
‘Brückenzoll’
welch burger von F. chumt gegen P. mit ainem wagen, der sol geben 4 ß ze
pruckrecht DRW
2,536
(SteirGBl; a. 1342)
MWB 1 1042,17; Bearbeiter: Hoffmann
bruckslac
stM.
‘Brückenbau’
man sol auch di prvk von dem zolle slahen [...], wær
aber daz ein newer prvkslag mvͤst geschehen, daz sol mit dez hertzogen hilf
vnd genaden geschehen UrbBayS
4,193;
von dem prugkslag StRMünch
353,22;
LügenrS
7
(Hs.)
MWB 1 1042,20; Bearbeiter: Hoffmann
bruckwëc
stM.
‘Brückenweg’
vnde ein zweiteil an den bruckewege bi jvncherre Wiriche UrkCorp
N722,3
MWB 1 1042,26; Bearbeiter: Hoffmann
brüederlîn
stN.
Dimin. zu
bruoder
stM.:
sich den guͦten nehesten dîn / rehte als dîn bruͦderlîn / unde
als dû dich selben tuͦst Kröllwitz
196;
dru des kunges bruderlin Macc
11807;
Jhesu, zartes bruderlin! / aller selikeit ein stift!
HvNstGZ
2074.
–
‘Ordensbruder’
ein brûdirlîn, ein knottir [Franziskaner; vgl.
Anm.z.St.] , / daz was genant der Ottir NvJer
26064
MWB 1 1042,29; Bearbeiter: Hoffmann
brüeje
stswF.
‘heiße Flüssigkeit, (Fleisch-)Brühe’
der vuchs dem stork ein schalkheit bôt: / die spîse er dô gar versôt, / daz dâ
nicht wan ein brüege wart Boner
37,11;
das huon mit der warmen brüegen MerswBgR
165;
neme sur wiseln [Kirschen] vnd brech
in die stile abe vnd siede sie in eynem hafen mit ir eigin bruͤ
BvgSp
84
u.ö.
MWB 1 1042,37; Bearbeiter: Hoffmann
brüejen
swV.
1 tr. 1.1
‘jmdn. ansengen, verbrennen’
1.2
‘etw. (geschlachtete Tiere) mit kochendem Wasser übergießen,
brühen’
2 intr. ‘brennen, glühen’
1
tr.
1.1
‘jmdn. ansengen, verbrennen’
do des der arm man enbeiz, / do bruͦt ez in an den
munt StrKD
62,25;
daz in daz fiur niht bruote, / daz von im [dem
Drachen] dranc besunder, / daz was ein vremdez wunder
KvWTroj
9858;
man hiez och ysen glüegen / da mitte nitlich brüegen / mengen werden gotis
trut Martina
101,100.
211,28
u.ö.;
EbvErf
1578;
RvEWchr
9075;
Teichn
10,11.
– übertr.:
des brut die afterruwe sam ein nessel min herze
sunder wan Mügeln
402,6.
– mit Refl.-Pron.:
heit un dan goit
[Gott] unsculdic gimachit [beim
Feuerordal] , daz he sich nicht gibruit inheit
Mühlh
112,24;
wie stark und wie heiz her
[
Cerberus
] was? / daz Sibille und
Ênêas / sich von der hitze brûten En
3217
1.2
‘etw. (geschlachtete Tiere) mit kochendem Wasser übergießen,
brühen’
verher diu mag er
[
fleismanger
] daheime wol brvͤn
in sime huse unde staechen StRAugsb
200,6;
nim ein verkelin, daz drier wuͦchen alt si, vnd
bruͤ daz kuͤle vnd zvͤhe im daz har allez abe
BvgSp
8
2
intr. ‘brennen, glühen’
got tuot in [den Marienverehrer] vrî / der helle,
diu dâ brüejet LobGesMar
37,14;
wie daz fure da [in der Hölle] bruoget / daz da niht
endes pfliget Martina
217,82.
– übertr.:
und dar nach die minne minr und me bruͤget
Tauler
230,9.
– subst.:
swer linin tuch mit viure / leget uf ez [das
helfenbein
] , zu stiure / mit kalder art sin
helfe tut brüen dem tuche tiure [macht das Verbrennen unmöglich;
vgl. Anm.z.St. u. BdN
135,24
]
Frl
5:24,5
MWB 1 1042,44; Bearbeiter: Hoffmann
brüel
stM.
auch bruͤgel u.ä. (WMU, S. 300); von mlat.
bro(g)ilus; wohl stammverwandt mit
bruoch
‘Sumpfland’ (Kluge, S. 154).
1 eigentl. ‘Brühl; feuchte Wiese, eingefriedetes Wiesengelände, das zum
Herrenland gehörte’ (vgl. LexMA 2,751) 2 übertr.
1
eigentl. ‘Brühl; feuchte Wiese, eingefriedetes Wiesengelände, das zum
Herrenland gehörte’ (vgl. LexMA 2,751):
woldet ir [Geiß] volgen mîner lêre, / ich
[Löwe] bræhte iuch zeinem brüele. / dâ ist luft und
küele, / gras, bluomen unde klê Bîspel(Pf)
20,9;
her Jûpiter, [...] / der hete sînen hof geleit / ûf
eine wisen liehtgevar: / dâ von was er der êrste dar / zuo dem erwelten
brüele [
: gestüele
]
KvWTroj
939.
3872;
KvWKlage
4,8;
KvWPart
16496;
so sint die gruonen brvole / gevalwet vnd die heiden / von lihter wæte
gescheiden Martina
250,18.
47,96
u.ö.;
EckenlE2
229,10;
JTit
6110,3;
Neidhc
17:5,14.
– in Urkunden:
habet etiam ibi archiepiscopus .ii. prata que dicuntur brule
UrkMittelrhein
2,395
(a. 1220);
an wise, diu haisset der stûche [...] vnd lith
indem bruel des hofes ze Ammern UrkCorp
2326,29
u.ö.;
unse [der Gemeinde gehörende] zwo weiden, die da
heissen die zwen brüle, die da gelegen sint hinder dem hof zu Nennich
UrkMoselQ
199,33
(a. 1348).
– als Bestandteil von Ortsbezeichnungen:
die mattun die heizet des vassers bruͤgel UrkCorp
2909,40;
dim conuenth der swestervn andem Brvͤle ze sant Gallin ebd.
278,24
2
übertr.:
daz ich der tugende cleider / so lüzil han an mich gesnitten / dez muoz ich
nach toren sitten / erfrorn wan [l. varn?] vnd
kvele / uf dirre welte brvele Martina
73,20;
jn ir brüel [bildl. für die weibliche Scham]
zefuort er daz broz, / daz mit blüete was entsprungen Krone
11726
MWB 1 1043,10; Bearbeiter: Hoffmann
brüelen
swV.
‘brüllen’
reht als ein ohse brüelen [
: erküelen
] /
begunde er mit der stimme KvWTroj
27320;
man hôrte in [den Bären] brüelen als ein rint / von
sîner angestlichen nôt KvWPart
18366;
diz sprach mit lutem ruofe / [...] brüelende mit
clagelicher luot / [...]der tievil varnde dur den luft
Martina
13,39.
97,32.
190,82;
er luote [Hs. brügelt; l.
brüelte
] alsam ein ohse Virg
527,8
(vgl. Anm. zu
WolfdD(J)
8:308,3 )
MWB 1 1043,42; Bearbeiter: Hoffmann
bruesam
Adj.
‘abschreckend’
ich bitte die diz buch lesen, / daz sie en niht lazen wesen / bruesam
[
ne abhorrescant
] dirre buche schrift
/ durch mancherleie sache stift; / sie sullen die sache uben / niht zu verderbnisse
pruben / sunder daz sie uns ein vorbint / allen zu bezzerunge sint Macc
8697
MWB 1 1043,51; Bearbeiter: Hoffmann
brüet|ei
stN.
‘Brutei’
ez verderbent auch diu prüetair dicke von ainem gæhen donr
oder von des habichs stimme BdN
194,25
MWB 1 1043,57; Bearbeiter: Hoffmann
brüeten
swV.
1 tr. 1.1
‘etw. erwärmen, erhitzen; etw. (Eier) ausbrüten’
1.2
‘jmdn. aufziehen, erziehen’
1.3 übertr. ‘etw. ersinnen, aushecken; hervorbringen’
2 intr. ‘brüten’
1
tr.
1.1
‘etw. erwärmen, erhitzen; etw. (Eier) ausbrüten’
so salbent si ir diu ougen unt bruͦtent
[
fouent
] sia, unze si gesehent
wirdit JPhys
25,5;
jz ist deme magin gut wan iz prutet in
SalArz
22,25;
brvͤtend [interl. zu fouendo
]
PsM
H 5,2.
–
si legit ir eier in die hizze unte
bruͦttet [
excoquat
] si
in der wirme des sunnen JPhys
24,13.
–
siu nimit einer ander perdice ir eier unt
bruͦtet [
fouit
] siu
JPhys
23,7;
der vogel wont in dem mer und prüett seineu air siben
tag BdN
172,6
u.ö.;
ich brüet mîn eiger [...] als mîn geslecht
tuot anderswâ Boner
49,49;
swenn er sîn eiger hât verlorn, / dar ûz er brüetet sîne fruht
KvWTroj
34133.
–
von imbin ein michil swarn, / der drin durch nisten
was gevarn / und hate [...] / gebruͤtet
drinne honegis vil RvEWchr
20587
1.2
‘jmdn. aufziehen, erziehen’
als ein vogel sîn vogelîn / ammet unde brüetet, / alsô het
si dich behüetet, / almeistic an ir arme erzogen Wh
62,27;
reht als ein huon ir hüenelîn / hât under den vetachen
sîn / gezogen und gebrüetet, / also hât si mîn gehüetet EnikWchr
7075;
ErzIII
116,3.
– mit erspartem Obj.:
du [Gott] zvhis vnde
bruͦtis, / du sterkis vnde behutis Litan
155
1.3
übertr. ‘etw. ersinnen, aushecken; hervorbringen’
alsus enliez sîn gedanc / brüeten deheinen kranc / in sînem reinen herzen
LvRegFr
2250;
dar na sol wir uns hudin, / dat wir die sunden anderwerf brueden
Lilie
73,35;
minn alle tugende brüetet, / sam sîniu kindelîn daz huon KvWTroj
2542;
er sælic man, / [...]der reine schame brüete
RvZw
198,12;
ein schalchait pruten Teichn
398,52.
189,39;
valsch brüeten WernhSpr
35,12;
Eracl
2642
2
intr. ‘brüten’
die vogel, die vil hüenl pringent mit ainander, die gepernt
oder prüetent gar haimleich BdN
165,32;
si prüetent auch paideu, er und si, in zwain zeiten ebd.
181,1;
HvBurg
850;
do diu krâ ûz [fertig] gebrüetet hât Boner
49,57.
–
‘brütend sitzen’, übertr.:
ich gibe den edelen rat vil guten, / daz sie mit williglichen sinnen
brüten / ob ritterschaft und minnen spil [sich ernsthaft darum
bemühen] , / so daz die wolgemuten / wip freischen reine tat in
ir handelunge Frl
11:14,2
MWB 1 1043,60; Bearbeiter: Hoffmann
brüeterîn
stF.
‘Brüterin’
diu krâ mocht in nicht spîse geben, / des muoste si verliern ir leben: / die
[von der Krähe ausgebrüteten] jungen hebke griffens
an. / [...] sus starp diu arme brüeterîn Boner
49,82
MWB 1 1044,38; Bearbeiter: Hoffmann |