Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
  Ansicht: Standard Gliederung    |     Zusatzinformationen   Links      |     Portion: Artikel pro Seite

b – bachhelling
bächîn – backwërc
bacolôn – badestubære
badestube – balde
baldecheit – balmunden
balmunt – balsamtrôn
balsamtropfe – ban, bane
1ban – banekîe
banël – bänkelîn
banken – bantac
      banken swV.
      bankert stM.
      bankorn stN.
      banlêhen stN.
      banlich Adj.
      banliute stM. (Pl.)
      banloup stM.
      banmarket stM.
      banmeise swF.
      banmiete stF.
      banmîle stF.
      banmüle swF.
      bannen stV. (VII)
      bannigwagen (?) stM.
      banovære stM.
      banoven stM.
      banphenninc stM.
      banritzer stM.
      banschaz stM.
      banscheide stF.
      bansëhster stM.
      banstat stF.
      banstücke stN.
      bant stN.
      bantac stM.
bant|âder – banzins
banzûn – bârbrët
1barc – bârkleit
barkorn – barmhërzeclîche
barmhërzege – barten
bartenære – base
Baseler, Basler – bate
bate, pate – bearbeiten
bearren – bechersamenære
becherweide – beckenknëht
beckenkol – bedancheit
bedarf (?) – bedingen
bedirmen – bedrangen, bedrengen
bedrât – begâben
begâbunge – begelimpfen
begenagen – begin
begîne – beglîmen
beglîmunge – begrîflich
begrîflîcheit – behaft
behaftec – behaltunge
behandeln – beheimsuochen
beheiʒen – behern
behêrren – behoven
behten – behuoflich
behuoren – beie
beie – beinîn
beinîsen – beiʒe
1beiʒe – bekantlicheit, bekentlicheit
bekantnisse, bekentnisse – bekerzen
bekicken – beklipfen
beklocken (?) – bekorunge
bekorungnisse – beküelen
bekumberhaft – belæren
belasten – belîbelich
belîben – belônære
belônen – bemaln
bemangen – bemurmeln
bemüseln – benedîunge
benediz – bennen
bennige – bequâme
bequæme – bërc|êrîn
bërcgar – bërcphenninc
bërcrëht – beredenunge
beredet – 1berennen
2berennen – bërhtnaht
berhtram – berillîn
berîmeln – bërlich
bërlîn – bernisch
bërnklâ – bêrswîn
bertenære – beruofære
beruofen – besamentlîchen
besamenunge – beschatzære
beschatzen – beschemen
beschemenisse – beschînen
beschirm – beschouwunge
beschremen – besebelicheit
beseben – besetzunge
besëʒ – besîtes
besitzære – beslîʒen
besloʒ – besnöuwen
besnüeren – besprëchære
besprëchen – beste
bestëchen – bestiure
bestiuren – bestürzen
bestutten – besuochnisse
besuochunge – bët
betagen – bëtelære
bëtelærinne – bëtemësse
betemmen – bëtewîn
bëtewîp – betrahtegen
betrahten – betrogenlich
betrônen – betrûren
betrûrigen – bettemunt
betten – betûchen
betüemen – betwungenheit
betwungenlich – bevellicheit
bevern – bevliehen
bevlieʒen – bevür
bevürhten – bewærnüsse
bewarsam – bewëlgen
bewëllen – bewindeln
bewinden – bezâfen
bezaln – beziln
bezimbern – beʒʒer
beʒʒerære – bî bestân
bîbilde – bíderben, bedérben
biderbenen, bederbenen – bîenkar
bîenswarm – bieʒenblat
bieʒenkrût – bîhtât
bîht(e) – bilchmûs
bildære – bildoht
bildunge – bilsensaf
bilsensâme – bineʒ
binide – birden
bir(e) – birnwîn
birsære – bischolf
bî schrîben – bî slâfen
bî|slëht – bît
bitære – bittern
bitternis – biurlîn
biuschen – bîvilde
bîvilden – bîzeichenen
bî zëmen – blahsen
1blæjen – blâsehorn
blæselîn – blatengîr
blatenrinc – blëchhantschuoch
blëchrinc – bleichvëlt
blende – blîche
blîchen – blîkloz
blîkolbe – bliuclich
bliuge – blôdern
blotschen – blüemunge
blüetebërnde – bluomental
bluomenvar – bluotgieʒen
bluotgieʒende – bluotstürzunge
bluotsûgende – bobenthalben
boc – bogelîn
bogen – 2bolle
bollen – 3bor
bor-, enbor- – (borliep,) enborliep
bormære – bortengewant
bortiure – bote
botech – bou
bouc – boummate
boum|öle – bôʒwurz
brâ – brâ|hâr
bræhen – brantlich
brantreite – brâwelîn
bræwen – brëhenen
brëhentac – brenken
brenn-, bern(e)-, birnschatz – bretsche
brëtsnîdære – brieschen
brievære – brionie
brîsære – briulêhen
briumeister – briuwe
briuwe – brohsen
bronie – brôthalle
brôtheit – bruch
bruch – bruckenambet
bruckenære, bruggenære – brüeterîn
brügel – brünnære
brunne – brünselbërc
brünseln – bruoderhûs
bruoderkint – brust
brust – brûtdëgen
brûtdrüʒʒel – brûtsanc
brûtschaft – buckel
buckelære – büellîn
büeʒære – buhsboum
bühse – bûlslac
bulzen – buoben
buobengâbe – buochisch
buochkamere – buoliân
buollîn – buppe
bur – burcgrâvenambet
burcgrâvenrëht – burcmeisterlêhen
burcmeisterschaft – burcstal
burcstat – bürde
bürdelîn – burgergemeine
bûr|gerihte – Burgunder
Burgunjoys – bursenære
bursît – büschelîn
buschoff – bütelin
bûtelîn – bûvëlt
bûvisch – buʒʒel

   banken - bantac    


banken swV. baneken

MWB 1 426,51;

bankert stM. banchart

MWB 1 426,52;

bankorn stN. ‘Bannkorn’, Getreideabgabe an den Bannherren: so man denne den ersten ban gesnidet, so soͤlent sie anegan ir bankorn samenen von der iucharten eine garbe UrkCorp (WMU) N815,37; et dingsilber, bannkorn possessores persolvent, census vero numerales fratrum universitas UrkStraßb 4,1:13,30 (a. 1225 kopial)

MWB 1 426,53; Bearbeiter: Schnell

banlêhen stN. ‘vom Bannherrn erteiltes Lehen’ so giltet [...] das banlen fuͥr kese 7 s[chilling] und 9 haller UrbHabsb 1:460,2; item de feodo, quod dicitur banlen, pro 10 caseis s[chilling] 6 minus 2 d[enarii] Constantienses ebd. 2:167,1. 2:220,4

MWB 1 426,60; Bearbeiter: Schnell

banlich Adj. ‘schrecklich, verderblich’ (zu bane stswM.): als aber eteswer / in dem her, [...], / von den slangen wart wunt / und in icht war zu keiner stunt / von würmen vergifte vol, / daz si banlîchen dol / liten dort oder hie HvFreibKr 482

MWB 1 427,1; Bearbeiter: Diehl

banliute stM. (Pl.) ‘Bannleute’, Hintersassen eines Bannherren, Bewohner in einem Gerichtsbezirk: vnd sollent des [Diebes] siben naht hvͤten ein vron banwart vnd hvͦbere vnd lehenlúte vnd darnah die banlúte, vnz abe imme gerihtet werde UrkCorp (WMU) 679,15; des selben dages sol der kelnere rihten von huͦberen und von banlúten ebd. N816,34

MWB 1 427,6; Bearbeiter: Schnell

banloup stM. ‘Verleihung des Gerichtsbannes’ eynir, der bie konigis banne dingit unde den ban loube nicht hat enpfangin RbNeumarkt 145

MWB 1 427,13; Bearbeiter: Schnell

banmarket stM. ‘Bannmarkt’, Markt einer Gemeinde mit eigener Gerichtsbarkeit: swer vf den andern chlagt vmb gvlt vnd sin reht erlanget, der, gegen dem daz reht erlanget ist, sol [schuldet] dem rihtær fier vnd zwaintzich phenning vnd in dem panmarchtt zwen vnd sibenzikch UrkCorp (WMU) 3452,47

MWB 1 427,16; Bearbeiter: Schnell

banmeise swF. ‘Meisenart’ nisi capiat meisam, que dicitur: banmeisa WeistGr 4,588 (13. Jh.); were da fehet eyn bermeysen [l. banmeise ] , der sall geben [...] ebd. 1,499 (a. 1338)

MWB 1 427,23; Bearbeiter: Schnell

banmiete stF. ‘Bannmiete’, Einkünfte aus der Verpachtung eines Sondernutzungsrechts (vgl. 1ban 2.2): uf dem Riet ist oͧch ein gelt, das heisset banmiet UrbHabsb 1:411,5; item obventiones dicte banmiete in pratis iuxta opidum ebd. 2:225,11

MWB 1 427,27; Bearbeiter: Schnell

banmîle stF. ‘Bannmeile’; Bezirk, in dem besondere Vorschriften galten (in dem z.B. keine fremden Händler ihre Ware feilbieten durften, vgl. 2HRG 1,441-443): in iurisdictione ipsius, que banmile vulgariter dicitur MGHConst 2:276,28 (a. 1237); item nullus opidanus infra terminum qui dicitur banmile sive bivanc occupari poterit sive arrestari per aliquem judicem extraneum WeistGr 2,735 (a. 1279); vomme zolle sol der bischof vride bern menlickeme in dem sime geleite oder der banmile RbBasel 10,2. – humorvolle Beschreibung des Geltungsbereichs: in der banmyle: vnd daz ist eyns hornes geschelle, / eynes hundes gebelle, / eynes hamers wurf / vnd eyns schalkes furtz UrkWürzb 39,278 (a. 1326)

MWB 1 427,32; Bearbeiter: Schnell

banmüle swF. ‘Bannmühle’, Mühle mit Mahlzwang für ein bestimmtes Gebiet: dc er vns deheine wiz irren oder besweren sol ze Sexowe [...] an vnseren ban mulin UrkCorp (WMU) 1106,22; banmulin [Akk.Sg. oder Pl.] Andlau ebd. 679,45

MWB 1 427,47; Bearbeiter: Schnell

bannen stV. (VII) (selten swV., vgl. WeistGr und UrkCorp (WMU) 1797B) 1 ‘jmdn. bannen, den Kirchenbann über jmdn. verhängen’
2 ‘jmdn. vor Gericht bringen, laden’
3 ‘jmdn./etw. (durch magische Kraft) vertreiben, fernhalten’
4 ‘jmdm. etw. (unter Strafandrohung) befehlen, gebieten, vorschreiben’
4.1 in der Wendung: (jmdm.) vride
4.1.1 ‘(jmdm.) Frieden gebieten’ (vgl. vrideban )
4.1.2 ‘jmdm. Frieden gewähren’
4.2 in den Wendungen gebannener vîretac/ vastetac/ tac ‘ vorgeschriebener Feiertag/ Fasttag/ Tag’
4.3 mit Akk.d.P.
5 etw. mit besonderen Rechten versehen
5.1 in der Wendung gebanneniu stat ‘Stadt mit eigener Gerichtsbarkeit’ (zu 1ban 2.1 ; vgl. banstat )
5.2 ‘etw. mit einem Vorrecht, Sondernutzungsrecht belegen’ (zu 1ban 2.2 )
   1 ‘jmdn. bannen, den Kirchenbann über jmdn. verhängen’ aber ib anders er tuͦt er werde gibannun BrZw 51; ob min herre der bischof [...] si vil leihte drvmbe bannen wolt UrkCorp (WMU) 2399,15; si [die Geistlichen] bienen, die si wolten, / und niht, den si solten Walth 9,32. 11,1; kristen laͤut sol man tuͦn in den pan. vnd ein iegleich obrister mag sein vndertaͤnig pannen [ excommunicare ] RechtssA B15,10; Ottok 49017. – mit Ersparung des Obj.: swer under stôle vluochet, schiltet, bennet / unt under helme roubet unde brennet, / der wil mit beiden swerten strîten RvZw 127,7. 127,1; da sol der abt nach clagen als nach des closters aigenem guͦt vnd darumbe bannen UrkCorp (WMU) 1435/1,35. – ‘Zwang ausüben’ der [das Amulett] ist guot wider der teufel pannen BdN 470,33    2 ‘jmdn. vor Gericht bringen, laden’ sollen sy ihre undertanen mit auswendigen rechten nit furnemen, wider laden noch bannen WeistRh 2,2:98,27 (a. 1336/1356 kopial); so sol im [dem Kläger] der amman den, der da beclegt wirt, bannen und och gebieten, daz er in rihti StRRavensb 118,19    3 ‘jmdn./etw. (durch magische Kraft) vertreiben, fernhalten’ wie sie [die Schlange] der meister bennet MügelnII Gr 1,10; laß zwivels orden bannen Mügeln 15,17; vnd wil in aller fröuden bannen Orend 2692 (App.); UvZLanz 731; Teichn 210,27. 336,45. 325,17; Minneb Prolog 2,10    4 ‘jmdm. etw. (unter Strafandrohung) befehlen, gebieten, vorschreiben’ swer vlaehsch [l. vleisch ] tiurer geit denne ez im gepannen oder gesetzet ist, der geit judici 60 dn [Denare] StRMünch 252,8. 199,1    4.1 in der Wendung: (jmdm.) vride ~    4.1.1 ‘(jmdm.) Frieden gebieten’ (vgl. vrideban): swer avch in vnser chamer ist [...], dem pannen vnd gebieten wir frid [Friede zu halten] von dem gewalt vnser fvͤrstlichen ern UrkCorp (WMU) 2237B,20; so vride ie wart gebannen vur strit zu beiden siten JTit 939,1; Rab 468,5    4.1.2 ‘jmdm. Frieden gewähren’ so sal umi dan di sculteizi vride banne zu sineme liebi unde zu sinemi gute Mühlh 163,14. 113,6; ist daz ein man den andern [in Notwehr] ze tode sleht, [...] der ist dem vogte noh sinen friunden nihtes niht schuldic, unde sol im der vogt fride unde gnade bannen StRAugsb 112,28; vride sei iu gebannen / [...] / vor allen minen mannen / sit ane sorge sicherlich Rab 227,1; HvFritzlHl 194,32; LBarl 10560    4.2 in den Wendungen gebannener vîretac/ vastetac/ tac ‘ vorgeschriebener Feiertag/ Fasttag/ Tag’ swas tage dc sie, ane die súnnentage vnd gebannene virtage UrkCorp (WMU) N238B,25; ez sol auch kein jude noch nieman von sinen wegen an dem vritage noch an andern gebannen vastagen vische kauffen WüP 59,3; ez si denne ein gebanne vast tag den nieman brechin sol BrEng 53; mit den gepannen tagen Teichn 266,65    4.3 mit Akk.d.P.: der [Bischof] solt in [den Pfarrer] auf di chirchen pannen / als dw chon zu iͤr mannen. / [...] / also solt der pharrer wonnen / auf der chirchen spat und fruͤ Teichn 236,29    5 etw. mit besonderen Rechten versehen    5.1 in der Wendung gebanneniu stat ‘Stadt mit eigener Gerichtsbarkeit’ (zu 1ban 2.1; vgl. banstat): wir suͤlen [...] niemen chainen gewalt geben uͤber ir lip und uber ir guͦt, als verre der stat geriht get, wan nach der stat saettz [Satzung] und nach ir reht, wan ez ein gebanniu stat ist und hat geschribeniu reht StRMünch 43,24; daz man in sin stat ze Eystet noch in ander sin gepannen stet, iht rihten suͦl UrkEichst 2,123 (a. 1316)    5.2 ‘etw. mit einem Vorrecht, Sondernutzungsrecht belegen’ (zu 1ban 2.2): wan sol oͮch den hoͮ wider banan [den Weidgang im Kahlschlag verbieten] , wen dz holz dar ab kunt UrkThurgau 5,272 (a. 1349). 5,282; auch behalten wir [...] vnser gebennete boische [Wäldchen] , vnd vnser wiesen in allem recht WeistGr 2,4 (a. 1321); swa oͮch die bvrger gebannenvͥ [ gebannetv́ 1797B,36 ] hoͤlzer hant UrkCorp (WMU) 1797AB,35,36. – wohl hierher: nâch über drî wochen / ist der turnei gesprochen / ûf den Gebannenen clê / bî der niwen stat ze Djoflê UvZLanz 2669

MWB 1 427,52; Bearbeiter: Schnell

bannigwagen (?) stM. oder bennic wagen. ‘Lehenswagen ?’ currum unum feodalem vulgariter dictum bennichwayn DRW 1,1216 (Lacomblet, UB; a. 1328)

MWB 1 429,7; Bearbeiter: Schnell

banovære stM. ‘Eigentümer eines banovens wer auch brot ußbucke [...] ane erleubniß der bannober vnd die fryheit der bannoͤber breche DRW 1,1219 (St. Avold; a. 1302)

MWB 1 429,11; Bearbeiter: Schnell

banoven stM. Backofen mit Backmonopol für ein bestimmtes Gebiet: drie bann ofen [...], der sint zwene deß byschofs, der dritte des fogdes, der inne sollent alle inburger backen myt gebotte DRW 1,1219 (St. Avold; a. 1302); item fragt der schultis, wie viel bannofen zu Hornbach sein sollen WeistGr 5,687 (a. 1354 kopial)

MWB 1 429,15; Bearbeiter: Schnell

banphenninc stM. ‘Bannpfennig’, Gebühr an den Richter: undi sulin dan vieri banphennigi geibi mi richteri. undi daz sulin die luiti tu, die demi man gibezzirit habin Mühlh 113,8; so sal he dan mi sculteizin sini banphennigi gebi ebd. 163,19. – ‘Gewerbeabgaben an den Richter’ panphenning, zolvlaissch sult ir geben, als in der stat Judenburch gewonleich ist UrkCorp (WMU) 3068,33; alle leitgeben und prewen suͤllen dem richter ze drein chottemper [Quatemberfasten] in dem iar panpfenning geben StRMünch 385,25 u.ö.

MWB 1 429,22; Bearbeiter: Schnell

banritzer stM. ‘Bannerherr’, Adeliger mit dem Recht, ein eigenes Banner zu führen (vgl. Rosenqvist 2,176): nobis tamquam banrothec duodecim marcas [...] pro stipendio ad mensem dabunt DRW 1,1230 (Lacomblet, UB; a. 1271); eteslîche banken [La. banrizzer ] wârn geriten / durh kurzwîl mit vederspil Wh(L) 236,2; darumb gebieten wir allen fursten, geistlichen und werntlichen, graven, fryen herren, banritzern, den burgmannen zu Frideberg UrkFriedb 208 (a. 1356)

MWB 1 429,33; Bearbeiter: Diehl

banschaz stM. 1 ‘Geldbuße für Übertretung eines Bannes’ (z.B. für Baumfrevel)
   1 ‘Geldbuße für Übertretung eines Bannes’ (z.B. für Baumfrevel): von dem gelt muͦs der convent gelten eweklich bischoflichú reht dem bischof und banschaz UrkThurgau 7,885 (a. 1332); den banschacz mag er [der Meier] [...] nemmen WeistGr 4,277 (14. Jh.)

MWB 1 429,43; Bearbeiter: Schnell

banscheide stF. ‘Bannscheide’, Grenze eines Banngebietes: unde het och darumbe eine juchart reben in Altenberge bi der muren [...] bi der banscheide WeistGr 1,665 (a. 1320)

MWB 1 429,49; Bearbeiter: Schnell

bansëhster stM. ein bestimmtes Weinmaß als Abgabe: so mach hie heischen eichgenhoultz zuͦ sime buͦwe, ind dat sal man yme gieven, ind sal dan ave gieven den vorsteren eynen banseister wintz UrkDüren 71,20 (a. 1342)

MWB 1 429,53; Bearbeiter: Schnell

banstat stF. ‘Bannstadt’, Stadt mit eigener Gerichtsbarkeit: swem sin eigen man oder sin lehen man in ein panstat vert, voligt er im in einem iar nach, man sol in lazzen varn, versoumet er sich ein iar, so beleibet er der stat UrkCorp (WMU) 475AB,47. 1800AB,39

MWB 1 429,58; Bearbeiter: Schnell

banstücke stN. ‘Bannstück’, Grundstück an der Banngrenze: vnd anderhalbe juchert mattan ligent ze dem banstucke in dem banne ze Slatte UrkCorp (WMU) 2733,23

MWB 1 430,1; Bearbeiter: Schnell

bant stN. Pl. auch bander [einander] HeinzelRitt 126 ; im Dat. bandern [andern] Minneb 1893 ; (Umlautpl. ?) bende z.B. Herb 302; Mechth 7:23,7. 1 etw. zum Binden
1.1 ‘Band’ (aus verschiedensten Materialien)
1.2 ‘Fessel’ , übertr. auch ‘Haft’
1.3 ‘Halsband’
1.4 ‘Binde, Verband’
2 ‘Muskelstrang, Sehne’
3 als Maßeinheit, Gebinde
4 übertr. ‘Bindung’
4.1 ‘rechtl. Gebundenheit, Verpflichtung’
4.2 ‘Verbindung’
4.3 ‘vorgegebene Stellung, Ordnung, Beschaffenheit’
4.4 ‘(zwingendes) Argument’
5 Einzelnes
5.1 ‘Zaun’
5.2 Bed. unklar ‘Quer-, Verbindungsbalken’ oder bildl. für ‘Haus’ (vgl. FrlWB)
   1 etw. zum Binden    1.1 ‘Band’ (aus verschiedensten Materialien): der smit sol si [die Stange] vaste / beslahen mit starken banden Wh 196,29; bint beyde teyl czu samen mit bandin Pelzb 131,1; und schluͦgend zuͦ die tor zehant / und beschlussend die mit festem band KvHelmsd 2820; den bogen hapt diu winster hant, / diu zesewe ziuht daz senewen bant LvRegSyon 3673. – als Teil von Kleidung und Rüstung: da waren bant sidin / geworcht zu einem borten GrRud Ab 23; [er] zv schriet im die bant, / die den helm bunden Herb 6738; er sloz die hend in swertes bant WhvÖst 8565; si truogen ûf ir houbte von golde liehtiu bant / (daz wâren schapel rîche), daz in ir schœne hâr / zefuorten niht die winde NibB 1654,2; Suchenw 24,183    1.2 ‘Fessel’, übertr. auch ‘Haft’ zwei jar lag er in panden AvaLJ 34,2; in kerchere oder in benden SüklU 64; âne sloz und âne bant Iw 505; dô lôst er im diu bant / von fuoze und ouch von munde NibB 958,1; sô hiez er zwei kint zehant / ledic lâzen ûz dem bant EnikWchr 28074; och [Weh!] der unmilder hende, / diͤ diͤ iserne bende / dir hant angelacht MarlbRh 25,39; Wh 457,29. – bildl. für einen Zwang, dem man unterliegt: löse mir des todes pandt! HvNstAp 7043; sît ich bin gebunden mit den banden daz die senden heizent minnebant KLD:GvN 2: 5,1; dâ lâ mit dînen hulden / brechen sîner sünden bant RvEBarl 14417; den sit man oft in lasters banden siechen Mügeln 338,12. 138,12 – phras. (?): daz sie des vor gut bilde tragen / und selben sich in banden [unter Kontrolle] haben HeslApk 8179    1.3 ‘Halsband’ vreche rüden, den meisters hant / abe stroufet ir bant Parz 281,4; swer einen hasen drizech iar / an einem bande behabe / und ziehe er im daz selbe abe, / er werde dannoch wilde StrKD 44II,3. 44I,3; BdN 131,12    1.4 ‘Binde, Verband’ vor ungedolt er sich sô want / daz brast etslîch sîn wunden bant Parz 587,24; sie machten im sin wunden und bundens im zusamen mit starcken banden Lanc 68,34; ErzIII 75,31; PrGeorg 9,35; dor no bewind is mit eyme tuche [...]. vnd loz den ast an dem boume, bis das her eyn huyt vndir dem bande gewinne Pelzb 122,10; BdN 346,6    2 ‘Muskelstrang, Sehne’ sy lïss uff sines ruggen band / die vinger schlichen hin ze tall / an den lib über all, / ob der fürst ichtt were wund GTroj 1284; ain mäuslein [...] ist gesamnet auz flaisch und auz âdern und auz nâtürleichen panden BdN 20,14. 15,10 u.ö.    3 als Maßeinheit, Gebinde: zvei vischlehen diu geltent: 160 bant vische, und islich bant hat 9 vische UrbTirol 30; UrkCorp (WMU) 584,46. – bei Salz (Fass einer bestimmten Weite): daz furbaz nieman dhein saltz in vassen oder in andern banden hinnan fur die Tuͤnawe herauffuͤr StRMünch 144,2; ain pfundt salz weites bandts vnd vier pfund enges bandts UrkEnns 6,504 (a. 1345); UrkCorp (WMU) 641,37    4 übertr. ‘Bindung’    4.1 ‘rechtl. Gebundenheit, Verpflichtung’ mit eiden oder mit gelubden oder mit brieuen oder mit widerwette, oder swie die bant heizzen, die von ieman auf ein einunge ergangen sein UrkCorp (WMU) 467,16; da dich dú dienstlichen bant / bunden mit eigenschaft gebote RvEWchr 11641; bi dem bande unsers ordens und bi der satzunge unser jargezit UrkBern 6,728 (a. 1343); mit ungefueger stewr pant Teichn 207,13    4.2 ‘Verbindung’ daz naturliche bant, daz da ist schussin [zwischen] deme geiste und deme libe Parad 45,7; daz du in mir und ich in dir mit vestem band der minne vereinbert eweclichen beliben Seuse 537,15; was ist verainunge denne da zwai ains werdent. vnd die ainunge ist ain band vnd ain schlosse zwaier Gnadenl 1,342    4.3 ‘vorgegebene Stellung, Ordnung, Beschaffenheit’ und wel mensche sich mit willen und mit beratenem muͦte in dise ordenunge gebent: bricht es dis bant, des nimet sich die heilige kilche an ze richtende Tauler 242,26; dennoch hiet dw werlt iren schein / und stund in dem alten pant Teichn 322,23; da wirt dez menschen sel bechant / daz sew ist von anderm pant / denn dw sel der andern chunder ebd. 324,154. 53,72. 320,128    4.4 ‘(zwingendes) Argument’ in disir predigade dispitirit brudir Gisilher [...] widir di barfuzin [...] und brichit di bant der barfuzin id est argumenta meisterliche Parad 5,5    5 Einzelnes    5.1 ‘Zaun’ das wir sun rumen vnd abeslan, es sin boͮme, bender, stude alde hêge UrkCorp (WMU) 1151,1    5.2 Bed. unklar ‘Quer-, Verbindungsbalken’ oder bildl. für ‘Haus’ (vgl. FrlWB): san ist enbrant / des wirtes want. / man leschet, e daz ganze bant / verbrinnet Frl 5:78,17

MWB 1 430,5; Bearbeiter: Diehl

bantac stM. ‘Frontag’, Tag an dem Frondienst geleistet wird: vortme so sint die gemeinen lude âne amptlude und scheffen dem grebe und den vaiden schuldig drü bandage mit iren plugen [...] und sint sie den luden schuldig broit zu gebin zu diesen bandagen WeistGr 6,766 (a. 1315 kopial)

MWB 1 431,36; Bearbeiter: Schnell