b – bachhelling bächîn – backwërc bacolôn – badestubære badestube – balde baldecheit – balmunden balmunt – balsamtrôn balsamtropfe – ban, bane 1ban – banekîe banël – bänkelîn banken – bantac bant|âder – banzins banzûn – bârbrët 1barc – bârkleit barkorn – barmhërzeclîche barmhërzege – barten bartenære – base Baseler, Basler – bate bate, pate – bearbeiten bearren – bechersamenære becherweide – beckenknëht beckenkol – bedancheit bedarf (?) – bedingen bedirmen – bedrangen, bedrengen bedrât – begâben begâbunge – begelimpfen begenagen – begin begîne – beglîmen beglîmunge – begrîflich begrîflîcheit – behaft behaftec – behaltunge behandeln – beheimsuochen beheiʒen – behern behêrren – behoven behten – behuoflich behuoren – beie behuoren swV. behuorunge stF. behuot stM. (?) behuotsameclîche Adv. 1behûren swV. 2behûren swV. behurt stM. behurten swV. behûsen swV. behûsunge stF. beide, bêde Num. beidenthalbære stM. beidenthalben Adv. beidenthalp, beiderhalp Adv., Präp. beidenthanderinne swF. beidentsamen beidentsît Adv. beiderhalber Adv. beiderleie beidersît, beidensît, beidesît Adv., Präp. beiderthalp Adv. beiderwentlîche Adv. beide samen, beide samt beidesîte Adv. beie swF. beie – beinîn beinîsen – beiʒe 1beiʒe – bekantlicheit, bekentlicheit bekantnisse, bekentnisse – bekerzen bekicken – beklipfen beklocken (?) – bekorunge bekorungnisse – beküelen bekumberhaft – belæren belasten – belîbelich belîben – belônære belônen – bemaln bemangen – bemurmeln bemüseln – benedîunge benediz – bennen bennige – bequâme bequæme – bërc|êrîn bërcgar – bërcphenninc bërcrëht – beredenunge beredet – 1berennen 2berennen – bërhtnaht berhtram – berillîn berîmeln – bërlich bërlîn – bernisch bërnklâ – bêrswîn bertenære – beruofære beruofen – besamentlîchen besamenunge – beschatzære beschatzen – beschemen beschemenisse – beschînen beschirm – beschouwunge beschremen – besebelicheit beseben – besetzunge besëʒ – besîtes besitzære – beslîʒen besloʒ – besnöuwen besnüeren – besprëchære besprëchen – beste bestëchen – bestiure bestiuren – bestürzen bestutten – besuochnisse besuochunge – bët betagen – bëtelære bëtelærinne – bëtemësse betemmen – bëtewîn bëtewîp – betrahtegen betrahten – betrogenlich betrônen – betrûren betrûrigen – bettemunt betten – betûchen betüemen – betwungenheit betwungenlich – bevellicheit bevern – bevliehen bevlieʒen – bevür bevürhten – bewærnüsse bewarsam – bewëlgen bewëllen – bewindeln bewinden – bezâfen bezaln – beziln bezimbern – beʒʒer beʒʒerære – bî bestân bîbilde – bíderben, bedérben biderbenen, bederbenen – bîenkar bîenswarm – bieʒenblat bieʒenkrût – bîhtât bîht(e) – bilchmûs bildære – bildoht bildunge – bilsensaf bilsensâme – bineʒ binide – birden bir(e) – birnwîn birsære – bischolf bî schrîben – bî slâfen bî|slëht – bît bitære – bittern bitternis – biurlîn biuschen – bîvilde bîvilden – bîzeichenen bî zëmen – blahsen 1blæjen – blâsehorn blæselîn – blatengîr blatenrinc – blëchhantschuoch blëchrinc – bleichvëlt blende – blîche blîchen – blîkloz blîkolbe – bliuclich bliuge – blôdern blotschen – blüemunge blüetebërnde – bluomental bluomenvar – bluotgieʒen bluotgieʒende – bluotstürzunge bluotsûgende – bobenthalben boc – bogelîn bogen – 2bolle bollen – 3bor bor-, enbor- – (borliep,) enborliep bormære – bortengewant bortiure – bote botech – bou bouc – boummate boum|öle – bôʒwurz brâ – brâ|hâr bræhen – brantlich brantreite – brâwelîn bræwen – brëhenen brëhentac – brenken brenn-, bern(e)-, birnschatz – bretsche brëtsnîdære – brieschen brievære – brionie brîsære – briulêhen briumeister – briuwe briuwe – brohsen bronie – brôthalle brôtheit – bruch bruch – bruckenambet bruckenære, bruggenære – brüeterîn brügel – brünnære brunne – brünselbërc brünseln – bruoderhûs bruoderkint – brust brust – brûtdëgen brûtdrüʒʒel – brûtsanc brûtschaft – buckel buckelære – büellîn büeʒære – buhsboum bühse – bûlslac bulzen – buoben buobengâbe – buochisch buochkamere – buoliân buollîn – buppe bur – burcgrâvenambet burcgrâvenrëht – burcmeisterlêhen burcmeisterschaft – burcstal burcstat – bürde bürdelîn – burgergemeine bûr|gerihte – Burgunder Burgunjoys – bursenære bursît – büschelîn buschoff – bütelin bûtelîn – bûvëlt bûvisch – buʒʒel
|
behuoren
swV.
‘jmdn. vergewaltigen (und damit zur Hure machen)’
swer eines mannes wîp behuoret oder ledic wîp oder maget
nôtzoget, nimet er sî dar nâch ze ê, êkint gewinnent si niemer bî ein ander
SpdtL
117,7;
SchwSp
149a;
si wuosten daz rîche, / si gebârten harte ungezogenlîche: /
diu gotes hûs si zevuorten, / diu wîp si behuorten, / diu kint si kolten / mit fiure
unt mit swerten Kchr
15929;
Erinn
356;
GestRom
44
MWB 1 521,43; Bearbeiter: Diehl
behuorunge
stF.
‘Vergewaltigung’
von behûrunge eines mannes wîb. von wîbes oder maget nôtunge SSp(W)
1:37 Überschrift
MWB 1 521,52; Bearbeiter: Diehl
behuot
stM. (?)
‘Schutz’ (vgl. Anm.z.St.):
Johannes, nim sie [Maria] mit dir hin / (und wis ir
gut) in din behut FrlSuppl
5:203,19
MWB 1 521,55; Bearbeiter: Diehl
behuotsameclîche
Adv.
‘mit Bedacht, sorgfältig’
sine werk sol er [der Mensch] tuͦn vil
behuͦtsamklich Tauler
178,26
MWB 1 521,58; Bearbeiter: Diehl
1behûren
swV.
1
‘jmdn./etw. überwältigen, besiegen’
2
‘jmdn. fangen, gefangen nehmen’
1
‘jmdn./etw. überwältigen, besiegen’
[Christen] , die der Babylôn behûret / het vor mit sîns
hurtes stôz Loheng
4606;
hertzen sendes trurren / begonde da behurren / baide man unde wib GTroj
24554;
der haß in dann behuret: / so senget in sin eigen brant
Mügeln
273,11;
Minneb
Prolog 3,1.
–
‘jmdn./etw. schädigen’
als ain fuͦchs dem huͦn nach schlicht, / also kan er [ein
Wucherer] die luͤt behuͤren Teichn
515,15.
– hierher oder zu
2behûren (vgl. Glr.z.St.) ?:
si [die Heiden] heten daz gevilde wit / alles
uͤberspraitet; / [...] / des was auch erde und gras /
von in da gar behurt [zertrampelt?]
WhvÖst
17307
2
‘jmdn. fangen, gefangen nehmen’
wirt ainer erslagen [...] und wirt der schuldig
flüchtig und chümpt in eins purger haus, den schol der lantrichter behawern vor dem
haus WeistÖ
9:510,16
(um 1340)
MWB 1 521,61; Bearbeiter: Diehl
2behûren
swV.
‘erwerben, gewinnen’ (von hûr), oder zu behiuren
‘angenehm, gefällig (gehiure) machen’ (?) (vgl. Anm.z.
Frl
1:10,29
):
min [Marias] behuren / muste er [der
friedel
] vlechten unde ziunen Frl
1:10,29.
1:17,19;
die zal und word, acht ist der daill, / die allu red behuren FrlSuppl
11:206,4
MWB 1 522,14; Bearbeiter: Diehl
behurt
stM.
→
bûhurt
MWB 1 522,21;
behurten
swV.
→
bûhurten
MWB 1 522,22;
behûsen
swV.
1
‘ jmdn. beherbergen, in den Hof aufnehmen’
2
‘jmdn. mit einem Haus versehen, belehnen, jmdn. ansässig machen’
1
‘ jmdn. beherbergen, in den Hof aufnehmen’
so sol si der hertzog [...] niht behalten noch
beschermen noch behousen UrkCorp (WMU)
1274AB,32;
swer êre noch guot niht enhât, / kein man sold in behalden
noch behûsen KLD:Kzl
16: 21,16;
wie habe ich verlorn den helt uz Oesterriche, / der mich so
wol behuset hat nach grozen sinen eren Tannh
14,29.
– übertr.:
der jâmer unde jâmers hort / behûset hête in herzen HvFreibTr
6703;
wer hie gut vf erden / behuset vnd zusamen lyset [
qui sibi thesaurizat
]
EvStPaul
8276;
nu gib mir herberge / in dines hertzen clusen! / tu mich da inne behusen
Minneb
2546.
– in der rechtssprachl. Wendung
~ unde/oder behoven:
swer ouch den, der von bruchen des lantfridis meineidic, bennic und ehtic
wirt, behaltet, behuset oder behovet ahte dage dar nach MGHConst
3:376,15
(a. 1287);
swer si auch daruͤber behauset und behoft und in zessen oder ze trinchen
geit StRMünch
89,8;
OberBairLdr
258
2
‘jmdn. mit einem Haus versehen, belehnen, jmdn. ansässig machen’
daz si [...] ersam prister vnd ander person, als vil
als vf die selbn stift ze Spalt gehoͤren sol, behausin vnd bestatigen svln
UrkHohenz
2,320
(a. 1314);
man verbuͤtt auch allen hantwerkknehten und fremden knehten,
die nit behuset sint, swert und mezzer WüP
82,3.
82,10;
Kreuzf
5706;
belêhent unt behûst vor manegen jâren RvZw
153,7;
sit daz der selbe Stetwalt des selben bischofs Emchen behuster man niht ist,
noch in sinen steten noch auf sinen vesten gesezen ist UrkCorp (WMU)
687,15;
UrkKlostern
1,300
(a. 1344);
herzog Heinrich sich den an nam / und behûst in hinz Karlsteine Ottok
19542.
27840.
–
heimelich si [...] sich di wîle behûsten
JvFrst
8202
MWB 1 522,23; Bearbeiter: Diehl
behûsunge
stF.
‘Wohnung, Anwesen’
darzuͦ sol er auch haben die behuͦsung und daz gemach ob
maister Wernhers gemach in dem dinkhuͦs StRAugsb
250,37;
StRMünch
424,21;
wie vil ein herr behausung hat, / so hat er doch ein haupt stat / da man in
vindet aller maist Teichn
323,39;
UrbSteierm
278
MWB 1 522,58; Bearbeiter: Diehl
beide, bêde
Num.
i.d.R. st. flektiert (auch in Kombination mit anderen determ. Wörtern, vgl. aber
z.T. sw. Flexion bei →
beide samen
); nachgestelltes b. kann, durch andere Satzteile und Nebensätze
getrennt, sehr weit vom zugehörigen Subst. stehen.
–
‘beide’ (zur Bezeichnung der kollektiven Zweizahl)
1 adj. 1.1 attr. Erg. eines Subst. im Pl. 1.1.1 ohne weitere Ergänzungen des subst. Ausdrucks (immer vorangestellt) 1.1.2 mit einer weiteren Ergänzung des subst. Ausdrucks ( b . i.d.R.
nachgestellt) 1.1.2.1 durch den Artikel oder ein Dem.-Pron. 1.1.2.2 durch ein Poss.-Pron. (oder ein Pers.-Pron. in dessen Funktion) 1.1.2.3 durch einen attr. Gen. 1.2 attr. Erg. eines Pron. 1.2.1 zum Dem.-Pron. 1.2.1.1 Pron. nimmt Substantive oder Sachverhalte außerhalb des Satzzusammenhangs auf 1.2.1.2 innerhalb des Satzzusammenhangs 1.2.1.3 vorausweisend 1.2.2 zum Pers.-Pron. 1.2.2.1 wiederaufnehmend 1.2.2.2 vorausweisend 1.2.2.3
b. ist dem Pers.-Pron. vorangestellt (selten) 1.2.3 zum Rel.-Pron. 2 subst. 2.1 zwei Größen (i.d.R. Subst.) innerhalb eines Satzes zusammenfassend 2.1.1 wiederaufnehmend 2.1.2 vorausweisend 2.1.3 nachgestellt 2.2 zwei außerhalb des Satzzusammenhangs stehende Größen wiederaufnehmend 2.3 als attr. Gen. 3 Partikel 3.1 die Zweiheit ankündigende Partikel 3.1.1 mit der Konj. unde (selten erweitert durch ouch vgl.
3.1.1.3
SM:UvS , 3.1.1.5
UvZLanz , 3.1.1.6
Will ), bei Will auch als lat. et
3.1.1.1 Subst. 3.1.1.2 Adj. 3.1.1.3 Adv. 3.1.1.4 Verben 3.1.1.5 Pron. 3.1.1.6 präp. Erg. 3.1.1.7 Nebensätze 3.1.2 mit der Konj. ioh 3.1.3 verneint, mit der Konj. noch 3.2 mehr als zwei Glieder einer Aufzählung ankündigend 3.2.1 dreigliedrig 3.2.2 viergliedrig 3.3 im BdN tritt die Partikel in der Form beidez auf
1
adj.
1.1
attr. Erg. eines Subst. im Pl.
1.1.1
ohne weitere Ergänzungen des subst. Ausdrucks (immer
vorangestellt):
so gebristet imo des gesûnes án béden ougon
ÄPhys
12,3;
Wh
82,6;
so nym beyde stocke vnd spalde si Pelzb
131,6.
– besonders häufig in den Verbindungen: –
ze/von beiden sîten:
die quamen von beiden siten Herb
7892;
Tr
5595;
Wig
10941;
NibB
1306,1.
–
ze beider sîte (singularisch?):
si vâhten wol ze beider sît
UvZLanz
4490;
diz was ze bêder sîte ir trôst Wh
10,30
u.ö.; (vgl.
beidersît
)
–
mit beiden handen/henden:
mit beiden handen er in sluͦch
VMos
74,11;
Herb
5588;
Lanc
66,2;
Pelzb
122,21.
– selten (veraltend?) die adv. Wendungen: –
von beiden halben
‘von beiden Seiten’
edel kint van beiden halven MarlbRh
2,5;
von beidenthalben flouch daz scoz / alsô dicke sô der snê
SAlex
3235;
Lanc
237,23;
(vgl.
beidenthalp
Adv.).
–
in beiden halben
‘auf beiden Seiten’ (oder Adv.? vgl.
beidenthalp
Adv.):
da uon inbeidinhalbin sich / der kuͦnin scade
gemerte Athis
C 50;
nû lâze wir di here stân / und in beidenthalben fride hân
SAlex
4627;
Aneg
761
1.1.2
mit einer weiteren Ergänzung des subst. Ausdrucks (b. i.d.R.
nachgestellt)
1.1.2.1
durch den Artikel oder ein Dem.-Pron.:
duo worht er ime die fuoze bêde eben grôze
Gen
185;
jene geverten beide, / Tristan und Îsôt kêrten
hin Tr
13430;
Lanc
59,15;
ein man mag die abenture uberein nit enden beide
ebd.
617,30.
– mit Art. und weiterer Ergänzung:
die jungen künege er bêde sluoc
Wh
56,9;
Rol
3590.
– vorangestellt (selten ):
stoz di beyde ende in den stam
Pelzb
122,20;
NibB
315,4;
beidiu wâr / sint diu mære
KLD:UvL
7: 3,4
1.1.2.2
durch ein Poss.-Pron. (oder ein Pers.-Pron. in dessen
Funktion):
dô bevalch der sweher Jacobe bêda sîne tohter /
ze triuwen unte ze gnâdun Gen
1477;
ich sah es mit beiden mynen augen
Lanc
167,3.
–
unte fullit sine fedrach beidiu
JPhys
27,8.
–
daz vil leide scheiden / von ir gevriunden
beiden Tr
16666
1.1.2.3
durch einen attr. Gen.:
der herren schilte bêde Wig
7136;
Acastis svne beide Herb
17950;
Lanc
87,1;
des wâren gotes wîgant / erbeizten bêde sâ zehant
Eracl
5070
1.2
attr. Erg. eines Pron.
1.2.1
zum Dem.-Pron.
1.2.1.1
Pron. nimmt Substantive oder Sachverhalte außerhalb des
Satzzusammenhangs auf:
wîb und êre ich meine guot: / hôhen muot / füegent
disiu beide SM:KvT
7: 2,7;
der beider neme sî daz eine SM:Had
49: 5,7;
Wh
27,5;
Tr
16671.
6386;
RvEBarl
331
1.2.1.2
innerhalb des Satzzusammenhangs:
– Pron. ist Proform für Subst.:
Sem und Japhet die beide / im leiten uber ir
kleit KLD:Kzl
1: 1,13;
NibB
1835,2;
ez waren zwo gotes gescephede, die beide
gesunten Spec
100,22;
lîbes unde guotes / der gebristet mir beider
Iw
3583;
Tr
12359.
– Pron. ist Proform für adj. Ausdrücke:
daz iuwer got Saturnus / getriuwe unde
gewaltic sî; / der beider ist sîn name vrî RvEBarl
9894.
– Pron. ist Proform für Sätze:
der riuspet, swenne er ezzen sol, / und in daz
tischlach sniuzet sich, / diu beide ziment niht gar wol
TannhHofz
59
1.2.1.3
vorausweisend:
er lief nacket unde blôz / aller hande kleider, /
niwan dirre beider: / zweir schuohe und einer niderwât
Wig
9808;
daz merken die beide, / den kindes liebe ist erkant, / man oder
wîp genant Ottok
1154
1.2.2
zum Pers.-Pron.
1.2.2.1
wiederaufnehmend:
ich diene ir sît daz wir beidiu wâren kint
SM:Had
2: 1,1;
KvWSchwanr
556;
uns armen beiden Tr
12094;
ez ist uns sô rehte nâhen beiden
KLD:UvL
42: 3,6;
swâ ich iuch bêde in strîte weiz
Wh
347,24;
Eracl
759;
sô gebe iu unser herre Krist / beiden sælde und
êre Wig
1004;
so si beidiu der mandragoren gezzent
JPhys
8,8;
sie ranten zv beide Herb
6747.
8788;
Mühlh
164,11;
AvaJG
28,7;
Tristan und sîn vrouwe Îsôt / si nigen mit
mæzlîcher nôt, / mit küelem herzeleide / dem künege ir hêrren beide
Tr
16626.
– zum Pers.-Pron. in der Funktion des Poss.-Pron.:
unser beider missetât / sult ir an mir einer
rechen Eracl
4234;
des hilf uns durh di minne, / daz unsir beider
vientscaf / zv waren svnen werde bracht Litan
431;
NibB
43,2.
– refl. (i.d.R. Pron. vor b.):
dâ wir uns beide / versuochen aller unser
maht MF:Reinm
67: 4,3;
sô zimt in daz beiden wol Iw
6978;
Tr
19298;
Konr
6,53;
Herb
8292;
Lanc
422,22;
–
si hâten beide sich bewegen
MF:Wolfr
7: 3,5;
Herb
8790;
daz si mit ir valschen ræten / beide ein ander
pfanden sich KLD:UvL
23: 7,4
1.2.2.2
vorausweisend:
nu lâ dich erbarmen unser beider sêr, / mîn unde
ouch des küneges NibB
2162,2;
fröit iuch beide, junge und alt
SM:WvT
3: 1,1;
da habent si bede unreht, / beidiu meister unde
chneht VRechte
339
1.2.2.3
b. ist dem Pers.-Pron. vorangestellt (selten):
baide si sprancten, / ain ander si an ranten
Rol
4263;
bêde wurfen si sich abe UvZLanz
4511;
beidiu wâren si nachent Gen
306
1.2.3
zum Rel.-Pron.:
ez waren zwo gotes gescephede, die beide
gesunten [sündigten]
Spec
100,22;
den zweyn koniginnen, die beid unfro sint
Lanc
42,11;
UrkCorp (WMU)
1747,24
2
subst.
2.1
zwei Größen (i.d.R. Subst.) innerhalb eines Satzes zusammenfassend
2.1.1
wiederaufnehmend:
wan siht anger und den plân / beide sunder bluomen
stân SM:KvL
20: 1,7;
Wh
303,15;
her hete sie vnde Adromacham / da heime gelazzen
beide Herb
18152;
da er und Lancelot beide waren Lanc
500,17;
so sollen ich und ir, beyd mit einander, hinweg farn
ebd.
185,4.
–
nein unde jâ sint beidiu dâ Tr
16326;
crêatiuren zam und wilden beiden tet der arge
winter wê KLD:Kzl
7: 2,1;
sie kan dehsen swingen beide als si sol
KLD:GvN
24: 4,5.
– in der Wendung ~
samen
→
beide samen
/samt
2.1.2
vorausweisend:
er lief nû nacket beider, / der sinne unde der
cleider Iw
3359;
Wh
253,10;
do irschienen ime die herren, / die gotis boten bede, /
sente Peter vnde sente Paulus TrSilv
129;
Herb
3259
2.1.3
nachgestellt:
der lôn ist alze ringe / vür spîse und vür cleider: /
des sîn wir ouch der beider / vil rehte dürftiginne Iw
6402
2.2
zwei außerhalb des Satzzusammenhangs stehende Größen wiederaufnehmend:
dar nâch sprâchens ir gebet / und bevulhen got beide ir
nôt Wig
3500;
da rieff sie Lanceloten, und rytten beyd ußer wege
Lanc
94,17;
BdN
207,28;
der trumzûn schilt noch harnasch meit: / des rôres
scherpfe beidiu sneit Wh
362,26.
–
geet beide hienweg Lanc
366,4.
609,13;
Tr
16596
2.3
als attr. Gen.:
des nicht verdriuzzet / beider lîb so lobesan
SM:Had
51: 2,6.
51:3,9
3
Partikel
3.1
die Zweiheit ankündigende Partikel
3.1.1
mit der Konj. unde (selten erweitert durch ouch vgl.
3.1.1.3
SM:UvS , 3.1.1.5
UvZLanz , 3.1.1.6
Will ), bei Will auch als lat. et
3.1.1.1
Subst.:
do gelac beider sit / beide zorn vnd nit
Herb
8304;
Wig
3324;
ir tuot leider wê / beide mîn sprechen und mîn
singen MF:Mor
2: 1,10.
–
beide nein vnde ia Herb
3882
3.1.1.2
Adj.:
beidiu trüebe unde rôt / wurden ir ougen an der
stat Wig
1070;
umb allen fleischkauf beide
gruͤn [frisch] und durre
WüP
24,2;
díu uuâron bêide. fortia et recta
Will
94,4.
–
waz sol der rede mere, / wen daz ir vil were,
/ beide genant vnde vngenant Herb
3295.
–
mir ist beide liep und herzeclîchen leit
MF:Reinm
37: 4,1
3.1.1.3
Adv.:
diu wâren âne valsch geworht beidiu ûzzen und och
innen SM:UvS
29: 2,3;
guote liute man ich dar zuo / beidiu spât unde fruo
SpdtL
76,28;
do berichte in Thelogonus / beide so vnde sus, /
von magen vnde von frunden Herb
18401
u.ö.;
wer ewrn gottern dien da pey, / dye sind pede dort und hye / an
ende gar verlorn Märt
2808;
LvRegSyon
3048.
–
wankende beidiu an und abe Tr
8100.
–
daz ich dir beide guot singe al kurz oder
wiltu lanc MF:Wolfr
6: 4,6.
– adv. Bestimmungen:
des guotes güete sanfte tuot / beide den âbent
unde vruo SM:UvS
35: 4,4;
vondu wistin sie wole / beide heime vnde zo
hofe Roth
4922
3.1.1.4
Verben:
si begonden gegen den gesten beidiu rîten unde
gên NibB
1301,4;
Iw
4508;
StrAmis
2281;
der beide reden und ezzen wil
TannhHofz
65
3.1.1.5
Pron.:
er sol die vürsten sunder biten, / beidiu jene
unt dise Wh
233,15;
ach waz vlust in beiden / an mir wuohs, bêde in
und uns ebd.
253,13.
–
die schilte für sich twungen / beidiu die
sîne und ouch er UvZLanz
3243.
–
und sint under derlai kräutern paideu er und
si, aber diu si hât praitereu pleter wan der er BdN
414,25
3.1.1.6
präp. Erg.:
dornoch wirt is wyn beyde an dem smacke vnd an der
varbe Pelzb
134,29;
des waren sie sin vngemeit, / beide durch in vnde
durch sich Herb
4121;
dar nâch bettet man in / under daz gezelt hin /
beidiu ûf loube und ûf gras Wig
3477;
Lanc
386,28;
Tr
15438.
–
swaz vihes man zuͦ dem dritten mol begrifet,
beide an dem velde oder in den wingarten WüP
50,4
3.1.1.7
Nebensätze:
mir ist leide, / so mir got, beide / daz wir die
vnsen han verlorn / vnd auch vm den alden zorn, / daz ich daz wip
verlorn han Herb
5201;
darnach solt ir einen getruwen ritter súchen der
beide, zu den wapen gut sy und auch getruwes herczen sy
Lanc
246,2.
–
álso díu uuóla geórdinêton uuv́rzbétte. bêide
nîetsam sínt áne ze séhene: unte ôuh sûozen stánk uérro uón ín
drâhent Will
90,11
3.1.2
mit der Konj. ioh:
er íst ôuh aller nîetsam. bêidu in diuinitate. ióh in
humanitate Will
96,6.
97,5;
dîe der mít lacte diuini uerbi zîehent bêide iudaicum
populum ióh gentilem ebd.
59,4
u.ö.
3.1.3
verneint, mit der Konj. noch:
und solt dînen sin dar an / legen, daz dâ nieman / snîd ze dem tempel
dheinen stein. / beide grôz noch klein / mit dheinem wâfen snîden: / daz
heiz die mûrer mîden EnikWchr
12044
3.2
mehr als zwei Glieder einer Aufzählung ankündigend
3.2.1
dreigliedrig:
– Adj.:
alsus wart daz chint Alexander / beide listich unt
geweltich unt balt VAlex
223;
Lanc
48,26.
– präp. Erg.:
est [es ist] bezzer
bilde an dem genomen, / der beide an sælden, an êren und an guote ist
vollekomen SM:UvS
28: 3,5;
ich gedencke mir leide, / her Antenor, beide / vm
daz uwer leit / vnde vmbe mine smacheit / vnde vmbe die alden vehe
Herb
2097
3.2.2
viergliedrig:
loup gras bluomen vogel beide, / diu man sach in
mangem leide, gar verswunden ist ir leit KLD:GvN
6: 1,4
3.3
im BdN tritt die Partikel in der Form beidez
auf:
der aineu würkt manneszaichen und diu ander
frawenzaichen: die machent ain purt, diu paidez hât volkomen BdN
487,28.
82,25
MWB 1 523,1; Bearbeiterin: Baumgarte
beidenthalbære
stM.
‘jmd., der auf beiden Seiten ist, Opportunist’
von paidenthalbern: / ainer vragt mich der maͤr, / wem ein man geleich waͤr /
der mit allen lauten lachet / und sich allenthalben machet / als ein vreunt mit
worten guͤt / und doch nieman in dem muͤt / hat mit rechter vreuntschaft
Teichn
404 Überschr.;
die aber wâren kranc / gewesen unde lusmære, / als noch tuont die
beidenthalbære, / [...] mit lôser gebâr / wolden si ez heln
Ottok
57684;
qui favit utrisque (metecus, bedintalbere), perdit utrosque Volucr(W)
352
MWB 1 526,21; Bearbeiterin: Baumgarte
beidenthalben
Adv.
→
beidenthalp
MWB 1 526,32;
beidenthalp, beiderhalp
Adv., Präp.
auch beden(t)-, beidert-, -halbe,
-halben, -halber.
1 Adv. 1.1 lokal ‘auf beiden Seiten’ , auch übertr. ‘bei jeder von zwei
Parteien, beiderseits’
1.2 direktional (?) 2 Präp. mit Gen.
1
Adv.
1.1
lokal ‘auf beiden Seiten’, auch übertr. ‘bei jeder von zwei
Parteien, beiderseits’
Joseph dei chint stalte zuo sîneme vater beidenthalbe : /
Manassen ze der zesewen, Effraîm zi der winsteren Gen
2669;
mit den handin er begreif / beidinthalb die sathilbogin
Athis
E 59;
WhvÖst
3768;
diu mezzer beidenthalben sniten UvZLanz
1123;
HeslApk
2132;
Iw
453;
Brun
255.
–
Nachor von Jôsaphâte gie. / sie bâten beidenthalben
got, / daz er geruochte sîn gebot / ir ietwedern lêren
RvEBarl
11249;
enthunt ir des nit, so muß hie groß schad geschehen
beyderhalb und groß mort Lanc
64,36
1.2
direktional (?):
sî vâhtens bêdenthalben [von beiden
Seiten?] an, / hie der lewe, dort der man Iw
5405;
er raufft das schwert und schlug
beidenthalben [nach beiden Seiten?] umb sich
Lanc
181,13
2
Präp. mit Gen.:
daz sie durch Athisin / beidinthalb des vanin stritin
Athis
A* 139;
NibB
1522,3.
1601,1;
wie möht ein wunder grœzer sîn, / ez regent beidenthalben mîn, / daz mir des
alles niht enwirt ein tropfe Walth
20,35;
Parz
20,5;
swa die von Tennibach bedunthalb der wasser guͦt hant UrkCorp (WMU)
271,15.
N787,1;
Lanc
240,7
MWB 1 526,33; Bearbeiterin: Baumgarte
beidenthanderinne
swF.
‘unzuverlässige Frau’
Metz und Gret / daz sint zwuͦ baidenthanderin. / die gehoͤrnt nit ze stæter
min. / wie gar schoͤn und starck sy sint, / so sint sy ungezogniuͤ kint
Teichn
506,77
MWB 1 526,58; Bearbeiterin: Baumgarte
beidentsamen
→
beide samen
MWB 1 526,62;
beidentsît
Adv.
→
beidersît
MWB 1 526,63;
beiderhalber
Adv.
→
beidenthalp
MWB 1 527,1;
beiderleie
→
leie
stF.
MWB 1 527,2;
beidersît, beidensît, beidesît
Adv., Präp.
auch beidert-, beident-, beder(t)-,
beden(t)-, bede-; -site,
-sîten.
1 Adv. 1.1 lokal ‘auf beiden Seiten’
1.2 direktional ‘von beiden Seiten’
2 Präp.
1
Adv.
1.1
lokal ‘auf beiden Seiten’
so di spie si uon der svarzin colera, so setze im
uentosen beider sit an den hals SalArz
49,26;
daz blut im bedersit vz wiel Herb
18386;
mit Got unde mit den luten / mac ich niht beidersite gesin Vät
22945;
Pass III
128,28
1.2
direktional ‘von beiden Seiten’
do quam in auch beider sit / hie vnde da mere, / waz diz
vnde daz were Herb
2448;
do Macharius, der Gotes knehte, / beidersit ir wort virnam, / hin mitten
under sie er quam Vät
12537.
–
‘nach beiden Seiten’ (?):
ir itweder ein ander gap / guten morgen, guten tag. /
sie ilten faste beidersit Herb
2417;
ouch het den sic / lantgrâve Herman unverzaget / an Lêvi mit strîte
bejaget. / beidersît sie fluhen nu, / an beiden teilen in starke zû / die
Cristen und vîntlich sazten Kreuzf
2339
2
Präp.:
bringet den [Dat. Pl.] holz des lebenes, / daz
beident sit des flumen stat HeslApk
22623
MWB 1 527,3; Bearbeiterin: Baumgarte
beiderthalp
Adv.
→
beidenthalp
MWB 1 527,23;
beiderwentlîche
Adv.
übers. aequivoce
‘gleichlautend’
aequivoce: beidirwentlîch, vngewissis namen, gemeine der namen VocAbstr
359
MWB 1 527,24; Bearbeiterin: Baumgarte
beide samen, beide samt
auch bede samen, bede samt, beidesam(p);
beide ist immer flektiert (i.d.R. st.), auch beident samen
(sw., hier alle Akk.) steht in Kongruenz zu einer genannten Zweiheit.
‘beide(s) zusammen’
– betontes beide, ‘alle beide’
beide samt sie stunden / in sulchen gebaren, / als sie
vurzaget waren Herb
8424;
Iw
6533;
Pass III
105,82;
er sprach ‘ir vursten bêdesant, / mich hât her ze iu gesant / ein rîchiu
küneginne’ Virg
229,1.
– als Anrede zweier Personen (hier an Vater und Mutter):
nuͦ gebit im beidin [sw.]
samit [gebt ihm, (ihr) beiden,] / mine swestir zuͦ
wîbe Athis
F 122.
– mit Betonung des Gemeinsamen ‘beide gemeinsam’
da der meistir unde der chneht / bede samt hin gant / unde die
routin [das Roden] bestant VRechte
126.
97
u.ö.;
UvZLanz
9425;
ein ros sî beidesamet truoc, / arbeite hetez an in genuoc Virg
291,4;
Athis
F 83;
auch beide ensamt:
sie begunden vaste warmen / bî ein ander beidiu ensamt
Eracl
4003.
– mit Betonung der gleichartigen Verteilung ‘beide(s) gleichermaßen, jeder
einzelne von beiden’
swaz ich dar an missetuͦ [auch die Feinde zu
lieben] , / da nekan ich anders niht mêr zuͦ, / wan daz mir got verlie
die sinne, / daz ich sie beidentsamen geminne, / beide die lieben unde die leiden
Kröllwitz
3303;
daz er nicht mochte ebbin / dî lant vorwesin beidintsamt, / des lîz er ûf daz
eine amt NvJer
17087;
Krone
16546;
beidersampt Lanc
32,14;
utrumque: beidesam VocAbstr
359.
–
‘beides, sowohl... als auch’
daz si rîchiu cleit und îsenwât / beidiu sament brâhten
UvZLanz
8931;
und [erg. dass
Du] mich [Christus] mit truwen
beidensamen / ubes an werken und an namen [an der Bezeichnung
‘Christ’]
HeslApk
2851
MWB 1 527,27; Bearbeiterin: Baumgarte
beidesîte
Adv.
→
beidersît
MWB 1 527,62;
beie
swF.
‘Fensternische’ (aus afrz. baie):
die in den peyen lâgen und heten wunden nôt NibC
270,1
MWB 1 527,63; Bearbeiter: Schnell |