besamenunge
stF.
1
‘innere Sammlung, Konzentration’
2
‘Vereinigung’
1
‘innere Sammlung, Konzentration’
in offenung [Offenbarung] muͦs sin heimlich wonunge
vnd besamnung des gemvͤtes vnd einunge RvBib
130,17
2
‘Vereinigung’
dasz wir alle teyding, die [...] von der selben
vnserr elichen besamnung wegen, geschehen sein [...], stet
halten UrkHohenz
3,324
(a. 1357)
MWB 1 623,58; Bearbeiter: Diehl
besan
stM.
‘Besinnung, Eingebung’ (fraglich, Neumann, Teichn., S. 162 konjiziert
ein ban):
der heilig gaist mit seim ganch / ist [...] / aller
guter werch besan Teichn
280,3
MWB 1 624,1; Bearbeiter: Diehl
besarken
swV.
→
beserken
MWB 1 624,5;
besârt
Adj.
→
liart
MWB 1 624,6;
besastecheit
stF.
‘Lage, Anordnung’
wisheit, gerechtigkeit und stercke und messikeit; dis heissent ordenunge
[Kardinaltugenden] , die sol alle dis lieht der
bescheidenheit [...] berichten und ordenen, und in einer
rehten besastikeit und in eine goͤtteliche ordenunge setzen Tauler
93,9
MWB 1 624,7; Bearbeiter: Diehl
besaz
stM.
‘Besetzungsrecht’ (vgl. besëʒ):
vmbe daz gvt von Gobulspurch [...] vnd swaz dar zv
gehoret mit der chirchen besazze UrkCorp (WMU)
N206,38
MWB 1 624,13; Bearbeiter: Diehl
besâʒen
swV.
‘jmdn. festhalten’
wil er sich lâzen kristen, / daz ervar mir mit listen. / wir sul in alsô
besâzen, / ê wir in mit fride lâzen, / daz wir niht enzwîveln mê StrKarl
1805
MWB 1 624,17; Bearbeiter: Diehl
beschaben
stV.
‘etw. abschaben’
ein vil armez rockelîn / beschaben und verslizzen, / wâ unde
wâ zerizzen Tr
3997;
von der wurme manchvaldekeyt / sich beschebet gar min cleyt Hiob
11434;
Pass III
667,39;
man sach ez [das Pferd] selten
switzen. / ez enwas zerbrochen noch beschaben / und enkonde ouch anders traben
UvZLanz
1461;
begast du sie [die Tat] , so wirt beschaben
[getilgt] din nennen Frl
13:31,6;
StRBrünn
368.
– Part.-Adj. ‘befreit, ledig’
ob wol der schaz dir si begraben, din schrin beschaben
[leer]
Frl
5:31,15;
mit Gen.d.S.:
sus wart ir herze ein lûter glas, / der erren sorgen beschaben / unde wol ze
liehte erhaben Er
5624;
nach den puechstaben / pin ich aller chuͤnst beschaben Teichn
442,212.
– übertr.:
wer got lieb wil haben, / der sol dw worhait nicht beschaben Teichn
113,66.
–
‘jmdn. (an seinem Besitz) schädigen’
maniger umb sein guͤt / wirt gar suntichleich beschaben Teichn
442,243.
349,3.
408,19
MWB 1 624,21; Bearbeiter: Diehl
beschaden
swV.
‘etw. beschädigen’ (vgl. bescheden):
worde abir die grafschaft von der borgere echteren odir von icheynire
andirleye andir lutin vorstoret an brande unde beschadet oder an ichte geergert
UrkEinl
295
(a. 1327)
MWB 1 624,40; Bearbeiter: Diehl
beschaffære
stM.
‘Schöpfer’
beschaffer aller creatur FrSchw
6855
MWB 1 624,45; Bearbeiter: Diehl
beschaffen
stV.
1
‘jmdn./etw. erschaffen, ordnen, einrichten’ (überw. im Hinblick auf das göttl. Schöpfungswerk) 2
‘jmdn./etw. für jmdn. bestimmen, vorsehen’ (mit Dat.d.P.)
1
‘jmdn./etw. erschaffen, ordnen, einrichten’ (überw. im Hinblick auf das
göttl. Schöpfungswerk):
das beschaffen chümpt von got, / das er schafft mit seinem pot / etwas da vor
nichts an lag Teichn
693,7;
got der beschuof mit sîner hant / den nagel zuo der krinnen
KLD:Kzl
17: 4,3;
dar nâch got der reine / beschuof al eine / daz di sleg muosten ergên
EnikWchr
7658;
got beschuof den menschen an dem sehsten tag BdN
3,4;
dô got himelrîche und ertrîche beschuof und alle crêatûre
Eckh
5: 413,7;
Mügeln
319,10.
–
nû erz dâ beschuof alsô, / von Babilônje kêrter dô RvEAlex
13387;
daz er [...] ein herre wesen wolde /
[...] / daz beschuof der phaffe Amis StrAmis
1702
2
‘jmdn./etw. für jmdn. bestimmen, vorsehen’ (mit Dat.d.P.):
ob mir got noch hausvrowen beschaffen hat UrkCorp (WMU)
1669,19;
daz iu diu magt beschaffen ist Wig
1002;
ez wær im niht beschaffen, / daz er wurde erhangen EnikWchr
11090;
in wâren nû beschaffen / mit gemach diu lant Ottok
232.
56194
MWB 1 624,47; Bearbeiter: Diehl
beschaffenheit
stF.
‘Schöpfung’
dâ ist diu sêle ein ûzfliezender fluz der êwigen gotheit
[...]. dar umbe bekennet si, daz si ist ein
beschaffenheit gotes Eckh (Pf)
582,35
MWB 1 625,4; Bearbeiter: Diehl
beschaffenlich
Adj.
‘von Gott erschaffen, ursprünglich zur Schöpfung gehörig’ (im Ggs. zu
‘entstanden’):
mit dem gescheppf er [Gott] wunders pfligt / alle
tag. wer das nu wigt / für beschaffenlichen funt, / der verstet nit recht den grunt.
/ was beschaffen mag gesein / das cham allesampt zw schein / in der wochen
[der Schöpfung]
Teichn
693,57
u.ö.
MWB 1 625,8; Bearbeiter: Diehl
beschaffunge
stF.
‘Schöpfung’
es wirt wol ein dinck lebent / zaichenlichen von natur, / aber die bschaffung
di ist für Teichn
693,64
MWB 1 625,16; Bearbeiter: Diehl
beschaft
stF.
‘Schöpfung’ (?):
alle ding an beschaft / beweisen einen warn Got Vät
40520
MWB 1 625,19; Bearbeiter: Diehl
beschaft
stF.
→
bíschaft
MWB 1 625,21;
beschalken
swV.
1
‘jmdn. betrügen, überlisten’
2
‘jmdn. in Verruf bringen, schmähen’
3
‘jmdn. zum schalc machen’
1
‘jmdn. betrügen, überlisten’
swer tiuveln vil getruwet / und uf regenbogen buwet, / zejungst er ie
beschalket wirt, / ob sin sin ez niht verbirt WhvÖst
10981;
swâ ein schalc wird beschalket, / ich wæn, daz sî ân sünde, / der schalkes
fuore walket / und vindet schalclîch niuwes schalkes fünde Hadam
431,1.
492,4;
ElsLA
379,31
2
‘jmdn. in Verruf bringen, schmähen’
daz sú in doch an der fúrnemekeit siner eren vor der welt groͤsslich woltin
beschalken Seuse
115,23;
mir weri ein wip ze toͤden als ein man, dú mich also woͤlt beschalken ebd.
123,12
3
‘jmdn. zum schalc machen’
owê leider! dô wurden wir beschalket unde mit rehtem urteile wurden wir dem
tiuvel ze frône veste geantwurtet PrBerth
1:100,2
MWB 1 625,22; Bearbeiter: Diehl
beschalten
stV.
‘jmdn./etw. wegstoßen’
kein zwifel sol die rede nicht beschalten Frl
9:8,10;
Karlle heysch do de zwene halden / in starcke yseren beschalden
[in Ketten legen?]
KarlGalie
8083
MWB 1 625,37; Bearbeiter: Diehl
beschamen
swV.
‘sich schämen’ (überw. mit Gen.):
so endarf sich en hain mensche beschamen PrHvKonst
34.
–
enkain engel sich sin beschempt SHort
3456;
got [...] sol si [die
Seele] sin so wol behuͦt / daz er sich ir nit mug beschamen ebd.
1465;
swer sich cristenlîches namen / niht enwolte beschamen MargAntiochIV
82.
–
bescham dich niht ze bihtende und ze clagende dine suͥnde PrSchw
2,75
MWB 1 625,41; Bearbeiter: Diehl
bescharben
swV.
→
bescharn
swV.
MWB 1 625,50;
bescharn
stV.
→
beschërn
MWB 1 625,51;
bescharn
swV.
‘sich zu einer Schar zusammentun’
die kristen sich beschartent: sy trungen vf daz felt WolfdD
2181,1.
– reimbedingte Schreibung (?):
uns hat [Gott] geben di vernumphnt, / der di andern
tyre darben, / di naturlich sich bescharben Hiob
13276
MWB 1 625,52; Bearbeiter: Diehl
beschatewen
swV.
auch beschetewen; beschaden
Brun
2363.
1
‘jmdn./etw. beschatten’
2 übertr. 2.1
‘jmdn./etw. bedecken’
2.2 häufig als Bild für die Empfängnis Mariens (vgl. Lc 1,35 obumbrabit
tibi )
1
‘jmdn./etw. beschatten’
die sternen [...], / die vil lucel
liehtes paren, / [...] / wanda sie beskatwota / diu
nebilvinster naht SEzzo
59;
VEzzo
115;
dis boum is so breit ind ho, / dat he dich hat beschedwet
MarlbRh
9,10;
disin tac megin die wolchin niht uertunchiln, dehein vinster
beschâtwin Spec
61,1;
EvStPaul
10
2
übertr.
2.1
‘jmdn./etw. bedecken’
hie bescetwet diu mennischait / sîne vil hêren gotehait
Kchr
9064.
–
daz er von der gotlicher helfe gerihtet werden unde beschetwet werde
wider die anvehtun der bekorunge ThvASu
208,22;
PsM
90,4
2.2
häufig als Bild für die Empfängnis Mariens (vgl. Lc 1,35 obumbrabit
tibi):
des hosten craft beschedewet dich EvStPaul
5672;
der heilige spiritus sanctus der bephiench ir die wambe. /
er bescatewet ir den lichnamen, do wart si swanger ane man AvaLJ
4,6;
AvaJo
8,1;
gods geist sal kumen in dich, / ind dich sal beschedwen
godes kracht, / dat du salt dragen diͤ heilich dracht MarlbRh
106,1;
RvEBarl
2583;
Wernh
A 2194;
PrGeorg
49,9
u.ö.
MWB 1 625,58; Bearbeiter: Diehl
beschatewunge
stF.
‘Schatten, Schattenbilder’
wan anders so ensprech man nit, daz diz ding unmittelich gesehen werde, sunder
etlichü siner beschetwunge [
umbra ejus
]
ThvASu
324,13;
dirre beschetwunge [
obscuratio
] der enist doch die sunne dekein sache ebd.
182,10;
da sicht er daz lebendig liecht, want er hat getretten vnder sin fuͤsse vnd
versmahte alle wandellicheit vnd beschatwnge RvBib
155,27
MWB 1 626,16; Bearbeiter: Diehl
beschatzære
stM.
→
beschetzære
MWB 1 626,25; |