betriuwen
swV.
1
‘jmdn./etw. beschützen’
2
‘jmdn. betreuen’
1
‘jmdn./etw. beschützen’
der [deren] helfe vns zwei betruͥwet hat
TürlArabel
*R 294,20;
sîn gewalt doch al daz lant betriuwet Loheng
3233
2
‘jmdn. betreuen’
wand sie mich von einem chlain schueler betreut vnd erzogen habent
UrkEnns
5,471
(a. 1327);
ich wil dich betreuwen hie und dort ewiclîchen und besorgen als des dir not
ist AdelhLangm
70,17
MWB 1 716,27; Bearbeiter: Gärtner
betroc
stM.
‘teuflisches Blendwerk’
der goͮkelare betroc Spec
144,35;
si sâzen in grôzer swære / mit chlage wîs ob ir getroge [La.
betroge
]
KvFuss
2003;
ewer gotter dy sint torn / und betrok und stumme Märt
2811
u.ö.;
Ottok
62834
MWB 1 716,35; Bearbeiter: Gärtner
betrogen
Part.-Adj.
1
‘(be)trügerisch, falsch’
2
‘verblendet, eingebildet’
1
‘(be)trügerisch, falsch’
ein betrogen glas SM:UvS
35: 2,3;
ein so betrogen ding Seuse
228,7;
ein betrogen ere StrKD
3,749;
geistliche hochfart und ein betrogen leben und gross irrunge in eime
geistlichen schine Tauler
422,32;
die betrogene minne ebd.
335,21;
Seuse
216,10
u.ö.;
mit betrogner súessakait SHort
10218;
betrogene vroude StrKD
75,38;
betrogeniv wisheit DvAPatern
304
2
‘verblendet, eingebildet’
ist der meister iht betrogen, / so wirt der chneht ungezogen
VRechte
427;
dû [Herz] bist weizgot vil betrogen
HartmKlage
75;
Greg
1307.
1535;
EnikWchr
10112;
Helbl
1,16
MWB 1 716,40; Bearbeiter: Gärtner
betrogenheit
stF.
1
‘Verblendung, Torheit’
2
‘Blendwerk’
1
‘Verblendung, Torheit’
doch vürhte ich ir [der Gedanken]
betrogenheit, / daz sî mich dicke noch bestân MF:Reinm
31: 3,9;
ach blinthait vnd betrogenhait, wie haͮst du so menig hercz begriffen!
Gnadenl
1,715;
StrKD
93,50;
PrBerth
1:398,4;
LivlChr
1624
2
‘Blendwerk’
du [zum wundertätigen Jesusknaben] macht ain zobrer
wol sin, / ain túvel oder ain betrogenhait WernhMl
5025
MWB 1 716,53; Bearbeiter: Gärtner
betrogenlich
Adj., Adv.
auch betrügelich, betrügenlîche.
1
‘töricht, eitel’
2
‘betrügerisch, täuschend’
1
‘töricht, eitel’
dâ heldet [...] Betrugelîcher [La.
betroguntlicher
] Wân, / der nîman wil vur nicht hân Widerstr
1090;
Neidhc
107:3,11.
–
Adv.:
dú [die Selbstüberhebung] unz her betrogenlich
waz in dir mit einem geischlichen schine betrochen
[bedeckt]
Seuse
363,17;
PrBerth
1:515,7
2
‘betrügerisch, täuschend’
di vîr figûren di niht betrogelich sint EvBeh
8.
– Adv.:
stirbet disú triegerin [...] dú so betrogenlichen
saget / sich muͦter wesen und maget WernhMl
13607;
Schachzb
104,24;
Pilgerf
3001
MWB 1 716,62; Bearbeiter: Gärtner
betrônen
swV.
‘jmdn. mit einem Thron versehen’
do got sin eingebornez kint, / den waren Salomonen, / behusen unt betronen /
mit flize wolte uf erden KvWGS
1755
MWB 1 717,10; Bearbeiter: Gärtner
betrôren
swV.
1
‘jmdn. (mit Erde) beschütten, jmdn. begraben’
2
‘jmdn./etw. (mit Blut, Tau) beträufeln’
1
‘jmdn. (mit Erde) beschütten, jmdn. begraben’
daz er in dâ ze lante begruobe. / swenne er in dâ betrôrte
daz er wider zime chêrte Gen
3004;
ir scult iz [
mîn gebeine
] mit iu fuoren, heime mit erde bitrôrin ebd.
3032
u.ö.
2
‘jmdn./etw. (mit Blut, Tau) beträufeln’
manic wîgant [...] betrôret mit dem
bluote Kchr
5298;
Rol
8228;
TürlArabel
*A 44,3;
wie er daz velt betroͤret ebd.
*A 10,29;
do ich roͤt, wiz, bla, gruͤne, gel / mit tauwe vant betroret Baldem
39
MWB 1 717,14; Bearbeiter: Gärtner
betrœsten
swV. refl.
‘seine Hoffnung auf etw. setzen’, mit Gen.d. S.:
die min hertze hat verrost [La. sich mins lebens hat
betrost
]
SchondochKvF
529
MWB 1 717,24; Bearbeiter: Gärtner
betroufen
swV.
‘etw. (mit etw.) beträufeln’
mit bluote wart sîn lîb betrouft KvWSchwanr
1244;
der sacke wart bedreuffet / und mit dem blude besprewet Pilgerf
3514;
KvWTroj
13687;
daz du dich harter denne ein chint / betroufet mit dem muse hast StrKD
95,19.
95,4;
betrauf in [Fisch] veizt mit butern BvgSp
20;
Herbst
144
MWB 1 717,27; Bearbeiter: Gärtner
betrûb-
→
betrüeb─
MWB 1 717,34;
betrüebære
stM.
‘Störer, Bedrücker’
daz sie sich also schirment gegen iren anvechtern und betruͤberen
MGHConst
8:413,5
(a. 1347);
ein mayliger des frides oder ein betrueber des landes HandfWien
89;
UrkCorp (WMU)
2345,8;
Eckh (Pf)
368,29.
368,31
MWB 1 717,35; Bearbeiter: Gärtner
betrüebe
stF.
‘Betrübnis’
von der czukumphtigen betrube des Senacherib PsMb
27(Glossar)
MWB 1 717,41; Bearbeiter: Gärtner
betrüebec
Adj.
‘betrübt’
nâch des nidern teiles [der Seele] art / begunde
Christ, der mensche zart, / trûric und betrûbic sîn JvFrst
3305
MWB 1 717,43; Bearbeiter: Gärtner
betrüebecheit
stF.
‘Betrübtnis, Trübsal’
betrûbekeit ist mir geschehen Erlös
1570;
wande in was druweliche leit / ir swere unde ir bedrubekeit, / ir jamer unde
ir ruwe Elis
1262
u.ö.
MWB 1 717,46; Bearbeiter: Gärtner
betrüebeclich
Adj.
‘betrübt, traurig’
Elizabeth di here / in ruwelicher sere / jemerliches smerzen, betrubecliches
herzen / folgete irme herren nach Elis
4398
MWB 1 717,50; Bearbeiter: Gärtner
betrüebede
stF.
1
‘Betrübnis, Trübsal’
2
‘Drangsal, Not’
1
‘Betrübnis, Trübsal’
er [Hl. Geist] sol úns troͤsten in der betruͤbde
und in arbaiten dirr welt PrGeorg
68,19
u.ö.;
Seuse
253,19
u.ö.;
Eckh
5:16,11
(La.);
BdVollk
5,1
u.ö.
–
ir betrubede [...] nach iren lieben kinden
[Jammer um ihre K.]
Pass III
644,34;
ane betrubede underbruh [ungehindert von
Trübsal]
Vät
9197;
verre von alle betruͤbde der ungedult BdVollk
155,5;
er wirt betrüebet von eins andern gebresten übermitz betrüebde
ThvASu
276,18
2
‘Drangsal, Not’
nach der betrubede lere [wie die Not lehrte] / an
Franciscum man do schre / ‘hilf, heiliger Francisce, / dem brudere in der grozen
not’! Pass III
538,94;
da ir hilf und rat soͤltind han, da heind ir betruͤbde und unrat Seuse
381,15.
462,16;
NvJer
23292
MWB 1 717,54; Bearbeiter: Gärtner
betrüebelich
Adj., Adv.
‘betrübt, traurig’
du kelnersen des closteres sal gecorn werden von der samenungen wise vnd guder
sidde, reine vnd cusche, nit homudig, nit betrubelich, nit wedermudich BrEb
31;
des hertzen schrik, der augen regen / hulfen im mit ser wegen / betrublich
geperd [traurige Gebärden hervorbringen]
Vät
39737;
PassI/II
86,49.
– Adv.:
ir versmehekeit, / di si bedrubeliche leit Elis
1176;
das es dem David und seinen helfferen betrublich ging PsMb
27(Glossar)
MWB 1 718,6; Bearbeiter: Gärtner
betrüebelîcheit
stF.
‘Traurigkeit’
waz ist daz leben? / der seligen freude ane leit, / der armen betruplichkeit [
miserorum moestitia
]
Secundus
494
MWB 1 718,16; Bearbeiter: Gärtner
betrüeben
stN.
‘Betrübnis’
herr ich arbayt mit waynen in grossem betrueben PsMb
27(Glossar);
er tut / das er kain betroͤben hat Teichn
582,95
MWB 1 718,19; Bearbeiter: Gärtner
betrüeben
swV.
(st. Part. Prät. betroben
Minneb 5341).
1
‘etw. (Klares) trübe machen, verunklaren’
2
‘jmdn./etw. betrüben’
2.1
‘jmdn. traurig machen, bekümmern, stören’ , nur mit Akk.d.P. 2.2
‘(jmds. oder jmdm.) abgescheidenheit, gehirn, geist usw. trüben,
stören, beschweren, erzürnen’
2.3 refl. ‘sich betrüben’ , häufig bei Mechth 3
‘jmdn./etw. beeinträchtigen, schädigen; etw. zerstören’
1
‘etw. (Klares) trübe machen, verunklaren’
der luft der wart betrüebet KvWTroj
12900;
man si [Augen] leiht betrüeben mag
BdN
10,16
u.ö.;
daz si [...] sîne wîze gar
betrüebete Tr
12822.
– übertr.:
ir vrouden luter brunne mit sorge wart betruͤbet JTit
146,1;
dâ mit well wir unser red niht betrüeben
BdN
54,10
2
‘jmdn./etw. betrüben’
2.1
‘jmdn. traurig machen, bekümmern, stören’, nur mit Akk.d.P.:
du ensolt dinen vater und muter niht betruͤben
PrOberalt
67,16;
nû hâst dû sô betrüebet mich, / daz mîn vreude ist
geneiget RvEBarl
8178;
bis niht betrubt EbnerChrist
17,34;
die ware schult betruͤbet in so Mechth
4: 4,48
u.ö.
– mit Akk. und präp. Bestimmung:
man sol si ouch nimmer betruben an irm mute
SalArz
65,21;
Tr
8322;
EckenlE2
226,8;
JTit
3195,1;
er hât mir daz herze guot / betrüebet mit unmuot ErnstB
1360;
Greg
2294;
KvWTroj
22674;
ich bin nie von euch betrubt worden EbnerChrist
41,1;
PrBerthKl
1,12.
7:65,20;
BdVollk
8,4
u.ö.;
wie grôzlîchen swêre / um in betrûbet wêre / die lobelîche cristenheit
Kreuzf
194;
2726;
BdVollk
63,1.
– mit Akk.d.P. und Gen.d.S.:
der rede doch betrüebet wart / ein herre KvWTroj
19226;
daz volc der mêre betrûbet wart Kreuzf
489
u.ö.;
Manasses des betrüebet wart UvEtzAlex
17842;
Eckh
5:13,18;
LancII
348,16.
– Part.-Adj.:
der betrûbte kunic Kreuzf
733;
betrûbter der soldân von im reit ebd.
8049
u.ö.;
ein betruͤbet mensche Mechth
4: 6,3.
– subst.:
er troͤstet die betruͤbten Mechth
4: 18,63
u.ö.
2.2
‘(jmds. oder jmdm.) abgescheidenheit, gehirn, geist usw. trüben,
stören, beschweren, erzürnen’
abegescheidenheit Eckh
5: 408,9;
gehirne Pelzb
136,23;
gaist BdN
8,28.
8,23;
gemüete UvEtzAlex
9822;
gewissede Mechth
7: 27,10;
hirne MNat
8,10;
herze NibB
1919,3;
KvWEngelh
5274;
8,8;
UvEtzAlex
4934;
lîp NibB
1762,4;
minne KvWLd
20,17;
häufig: den muot ~
:
GrRud
C 36;
NibB
473,1
u.ö.;
Eracl
205;
Renner
21115;
sêle KvWAlex
1048;
mîn sêle ist betrüebet biz in den tôt Eckh
5: 419,6;
ThvASu
48,20;
EvBerl
47,21;
sin Eracl
3030;
HvNstGZ
4344;
UvEtzWh
5143;
verstandenhait HvHürnh
7,2.
– Part.-Adj.:
ein betruͤbtú sele Mechth
4: 18,2
u.ö.
2.3
refl. ‘sich betrüben’, häufig bei Mechth :
so du súnde wider mich tuͦst, so solt du dich betruͤben
von herzen Mechth
1: 32,4.
nu betruͤbent úch nit ze sere! ebd.
1: 44,76
u.ö.;
PrBerthKl
1,13;
Renner
23606
3
‘jmdn./etw. beeinträchtigen, schädigen; etw. zerstören’
daz allez rœmesch rîche / von dir wirt vil grôzlîche / betrüebet und beswæret
StrKarl
3849;
KvWSilv
900;
UrkCorp (WMU)
2417,24
MWB 1 718,22; Bearbeiter: Gärtner
betrüebenisse
stFN.
fast ausschließlich in relig. Texten, in Bibelübersetzungen für tristitia,
tribulatio, conturbatio.
1
‘Betrübnis’
1.1 allgem. 1.2
‘Trübsal, Traurigkeit, Kummer’
1.3
‘Drangsal, Not’
2
‘Beeinträchtigung, Schädigung’
1
‘Betrübnis’
1.1
allgem.:
der [Gott] uns trœstet in allen
unsern betrüepnissen Eckh
5: 8,5
1.2
‘Trübsal, Traurigkeit, Kummer’
ir sult uch vrouwen / di in dem betrubnisse gewesin sit Brun
3539;
leit betrupenisse unde not / sich dem herren do erbot PassI/II
379,80;
betrubnisse und vorchte MarLegPass
25,245;
22,317;
Elis
944;
PfzdHech
316,37.
–
der betrupnisse cleit [Trauerkleidung]
Hester
1029;
zuͦ einem urkunde / sines herzen leide / vloz durch die ougen beide /
der betruͦbnisse ein bach Vät
4385.
23792;
PfzdHech
379,1.
1.3
‘Drangsal, Not’
daz [...] deme here von in iht
kume betrûbnisse StatDtOrd
114,9;
80,32;
ez wirt bedrubnisse also groz, / nie wart beschauwet sin genoz
EvStPaul
1255
u.ö.
2
‘Beeinträchtigung, Schädigung’
si zirgezind [l. ze ergetzende
] der selbin bitroͤpnuzze mit allim vlisse UrkCorp (WMU)
1829,32
MWB 1 719,12; Bearbeiter: Gärtner
betrüebesal
stN. , betrüebesale
stF.
1
‘Betrübnis, Trübsal’
2
‘Beeinträchtigung’
1
‘Betrübnis, Trübsal’
dv solt gedultich sin gein got, swenne er vber dich verhenget
siechtvmes betrvͤbsal PrBerthKl
5,53;
Sente Johane deme zoigete och got sine heimelichkeit, do er in bedrubesale waz
HlReg
55,34;
PrGeorg
122,9
u.ö.;
BdVollk
3,1
u.ö.
2
‘Beeinträchtigung’
an allez betruͤbsal von vns vnd von vnsern erben UrkCorp (WMU)
N550,1
MWB 1 719,32; Bearbeiter: Gärtner
betrüebetlîche
Adv.
‘betrübt’
betruͤptlich sy zuͦ im gieng FrSchw
5427
MWB 1 719,40; Bearbeiter: Gärtner
betrüebunge
stF.
1
‘Störung, Verwirrung’
2
‘Traurigkeit, Trübsal’
1
‘Störung, Verwirrung’
er hiez in in der celle wesen / und sine gebet zu Gote lesen / ane betrubunge
Vät
9267;
iz geschit dikke, daz von der wiungen der probsten grozze betrubunge wassent
in den clostern BrEb
65;
69;
BdVollk
211,13;
VitasPatr
306,4.
320,23
2
‘Traurigkeit, Trübsal’
owe die selben mere / waren Petro vil swere / mit betrvbunge zvplicht
PassI/II
58,83
MWB 1 719,42; Bearbeiter: Gärtner
betrüejen
swV.
‘gedeihen’
sô betrüejete er [Mensch] dester
baz und wüehse ûf ze gote, des sâme er ist Eckh
5: 111,12;
das unße stadt vnnd vnsre koeffluthe zcu Ilmene, by frede, bie eynunge, bie
ere, vnde bie guthe mogen bedrue vnnd beste UrkIlmenau
44
(a. 1330, kopial 15. Jh.)
MWB 1 719,50; Bearbeiter: Gärtner |