betrûrigen
swV.
‘jmdn. betrüben’
svelh bruͦder von geschihte von im ettewaz vnredlih vorderet, den sol er niht
versmahen noh betrourigen BrAsb
31.
34.
36
u.ö. (immer für contristare)
MWB 1 720,10; Bearbeiter: Hoffmann
betschelier
stM.
auch beschelier, ba(t)schelier, bachelier,
zahlreiche weitere Formen (bacheler, batzillier,
bascelier, beczel(i)er u.a.) im Lanc ; aus afrz.
bachelier. Zu Herkunft und Formen s. Suolahti 62; Rosenqvist 1,82f.;
Vorderstemann, Fremdw. 59-61.
–
‘Knappe, junger Ritter’
ich [Rennewart] bin ein armer
betschelier, / und doch vil werder liute vruht Wh
290,24;
ich bin ein armer beczeler, und erkennet mich licht
etschlicher von synen [Artus’] rittern Lanc
239,3;
dirre betschelier gemeit UvZLanz
2695.
–
ir edelen betscheliere, / vüerent her an schiere / rosse und swaz dar ûfe lît
UvTürhTr
915;
alle jung batschelier die der jost gerten
Lanc
380,24;
ich [
Pêleus
] bin ein junger betschelier / und hân gevohten selten KvWTroj
3638.
–
manig werder wetschelir, / ameral und cavalier HvNstAp
4020;
wol hundert soldenier, / sarjant und baschelier Ottok
45016
MWB 1 720,14; Bearbeiter: Hoffmann
bëtstuol
stM.
‘Betstuhl’
(s.a.
bettestuol
):
dô gienc daz münechlîn [...] unt vant daz kindelîn
enbor / ûf dem betestuole sîn Mönchl
234
MWB 1 720,32; Bearbeiter: Hoffmann
bëtswëster
stF.
‘Begine’
die begin von der stat, die man petswester heizzet UrkEichst
2,36
(a. 1307).
MWB 1 720,35; Bearbeiter: Hoffmann
bette
stN.
1
‘Bett, Nachtlager; Sitzbett, Diwan; Federbett, Bettpolster; Lager,
Liegestatt’
1.1
‘Liegebett, zur Nachtruhe bestimmtes Bett’
1.1.1 allgemein 1.1.2 verbale Wendungen 1.1.3 übertr.; 1.2
‘gepolsterter Sitz, Sitzbett, Diwan’
1.3
‘Unterbett, mit Federn oder Stroh gefülltes Bettpolster’ (Teil von
1.1 ) 2
‘Beet, Ackerstück, Feldmaß’
1
‘Bett, Nachtlager; Sitzbett, Diwan; Federbett, Bettpolster; Lager,
Liegestatt’
1.1
‘Liegebett, zur Nachtruhe bestimmtes Bett’
1.1.1
allgemein:
stratus ab sternendo dictus betti SummHeinr
1:369,387;
stratus: bette vel lectus ebd.
2:85,201;
lectus: bette VocOpt
20.005;
thorus: bette ebd.
20.006.
–
Möbelstück, das - im Gegensatz zu dem leichteren spanbette
- aus einem hohen hölzernen Gestell mit Bretterboden, Kopf-, Fuß- und
Seitenbrettern (vgl. bettebret) und Bettpfosten
(stollen) bestand und mit Vorhängen versehen sein konnte
(vgl. Heyne, Hausaltertümer 1, 265-268):
ein bette [...] ûf vier guldînen stollen
ErnstD
2377;
Parz
561,23;
ir bette [...] was vil
senfte und hoh. / dar uf moht ein sneller floch / mit sprungen niht
gelangen. / ez was vil wol behangen / alumbe und umbe fur den stoup
StrKD
145,366;
ein hôhez bette Boner
48,18;
ein schœne bette [...] drumbe swief / ein
wol getâner umbehanc Flore(G)
5953.
– häufig Beschreibungen der kostbaren Ausstattung des ~ mit
Polstern, Kissen und Decken (vgl. auch
bettewât
):
den [
sal
] funden si berihtet [...] mit vil
rîchen betten, lanc unde breit. / [...] vil
manigen kolter spæhe von Arraz man dâ sach / der vil liehten pfellel und
manec bettedach / von arâbîschen sîden, [...] /
diu declachen härmîn [...] und von swarzem
zobele NibB
1824,3;
ein kulter wart des bettes dach, / [...]
mit einem pfellel, sunder golt / [...]
gesteppet ûf palmât. / dar über zôch man linde wât, / zwei lîlachen
snêvar. / man leit ein wanküssen dar, / unt der meide mantel einen, /
härmîn niwe reinen Parz
552,13.
– weitere ausführliche Beschreibungen von Prunkbetten
En
1265;
Er
374;
Tr
18146;
Warnung
2953;
Schlegel
688
1.1.2
verbale Wendungen:
daz ~ bereiten / machen (vgl. auch
betten
swV.) ‘das Bett herrichten’
ein bette was da bereitet, / mit phellele wol
bebreitet GrRud
Ib 22;
ir bette hiez sie ir bereiten, / daz was schiere
getân Eracl
3104;
er hieß ein bette machen in die schonsten kamern
die da was Lanc
127,23.
–
ze ~ / an daz ~ gân
‘miteinander ins Bett, zu Bett gehen’
do begonden sie zu bette gan. / des nedarf nie man
vragen, / ob sie icht liepliche insamet lagen GrRud
Ib 29;
denne sol man des abendes gar zitlich ze bette gon, zehant nach
der complete Tauler
384,22;
der künic gienc an sîn bette wider / unde leite sich dâ nider
HvFreibTr
2961;
so si denne gazzen harte wol, / so begundens an
ein bette gan / und begunden da churtz wile han StrKD
58(A),25.
–
an (seltener in / ûf) dem ~ ligen
‘im Bett liegen’
ir iegelich an sin bette lac / vnde ruweten biz
an den tac Herb
7845;
so íh in súlehemo bétte gelígon mit mîne wíne
Will
32,1;
Hestor lag eins nachtes off sim bette, und
traumet im [...]
Lanc
319,26
u.ö.
–
ze ~ ligen
‘krank im Bett liegen, das Bett hüten’
sie lag auch alles zu bett und stanck so das
nymant bi ir beliben kund Lanc
537,15
u.ö.;
den swestern, die staiteclich ze béth ligenth UrkCorp
1624,23.
N756,12.
– die Ehefrau an daz ~ geben /
legen:
diu iuncvrouwe nû an daz bette wart gegeben, / dar an sie muoste
der minne bûhurt lîden Loheng
2359;
darnâch diu kuniginne / schœne und gehiwer / zuo dem fursten tiwer
/ wart gelegt an ein bette Ottok
90533
1.1.3
übertr.;
‘Lager, Liegestatt’
under der linden / an der heide, / dâ unser zweier bette was
Walth
39,13;
TürlArabel
*A 163,19;
sein kunigleiches pette was / laub, kle, blumen
und graß HvNstAp
6783;
KvWTroj
16484;
SM:Had
41:2,2;
tracken galle ist unser [der
Verdammten] trank, / [...] die
wurme sullen unser bette sin ErzIII
6,381.
– in Hoheliedauslegungen:
daz bétte ueri Salomonis. [Ct
3,7] daz íst ęcclesia. in íro rûouuet ér. also der mán
in sînemo bétte Will
51,6;
got unse̜r allir herre
[...] rvͦwete̜ aller êrest an deme bette
daz was mîner trût froͮwun sêle TrudHL
41,8;
Maria di were gotis bette, / dar in er sich legete durch libe /
der tochtere Jherusalem Brun
1552.
– als Ort der unio mystica:
daz bette da únser herre und dú sele an ruͦwen sont PrGeorg
20,23;
Mechth
7:21,39;
Tauler
279,25
1.2
‘gepolsterter Sitz, Sitzbett, Diwan’
mit pfelle von Kaukasas / vil bette wârn gedecket wol; /
diu sâzen edler vrouwen vol Wig
10854;
sie saßen alle dry nieder off ein bette und begunden von
manigerhande ding zu reden; [...] uber ein wil stund
die konigin off und ging schlaffen Lanc
297,31.
257,30.
633,12
u.ö.;
KvWTroj
22783;
UvLFrd
347,23.
– bei der Bewirtung von Gästen ausgelegte Sitzgelegenheit:
des wirtes sun, ein knappe, truoc / senfter bette dar genuoc / an der
want gein der tür: / ein teppich wart geleit derfür. / dâ solte Gâwân sitzen
Parz
549,24.
229,28;
swie wunneclîch der garte was, / [...] dâ
wurden bette în getragen / mit phellînen ziechen KvFuss
2350.
– in Doppelfunktion als Sitz- und Liegebett:
ûf einem strô was ir baz, / dâ sie bî im
lac ode saz, / danne mit aller der zierheit, / die
ûf des keisers bette was geleit Eracl
4398;
UvLFrd
348,14;
PrOberalt
37,4
1.3
‘Unterbett, mit Federn oder Stroh gefülltes Bettpolster’ (Teil von
1.1):
culcitra: bette VocOpt
20.010;
abir dv bettv [
lectisternia
] . dv svns [= suln si
] han nah ir wandlunga vnde nah der gesezida ir aptis
BrEng
22
(in anderen Übers. stattdessen bettegewant).
–
zwei bette wâren drûf [auf das spanbette
] geleit, / mit rîchem pheller wol bezogen ErnstB
2600;
ouch was daz bette [Bettgestell] wol beriht
/ mit betten [Bettpolstern] lieht gemâle, /
bezogen mit zindâle, / dar obe zwei lîlachen klâr ErnstD
2391;
daz stroͮ ist umbe kornes willen und nit me, man welle denne ein bette
daruz machen do du uffe ruͦwest Tauler
20,8;
En
1275.
– im Sprichw.:
ich wæne, daz iht bettes sî, / dâ sî ein bœsiu veder bî Freid
120,21
2
‘Beet, Ackerstück, Feldmaß’
areola lectulus: lectus in horto id est bette, diminutivum ab area
SummHeinr
2:103,70.
2:161,200;
areola: bet VocBV927
3:351,35;
dar nâch dô stacte̜ er die̜ edilen planze in,
[...] dô was daz pette wol gebouwen
TrudHL
81,16.
– in elsäss. Urkunden (nur hier stF.):
zweî bette dez aggkerz, der da lit vf der burstat UrkCorp
2260,45;
die zwenzig fuͤder wingeltes, die ich der fuͥr habe vf der bette ze
Mollesheim ebd.
N778,7.
N609,13
MWB 1 720,37; Bearbeiter: Hoffmann
bette
swF.
→
gebette
swF.
MWB 1 722,32;
bettebodem
stM.
‘Bretterboden des Bettes’
pluteus: bettebodym VocAbstr
360
MWB 1 722,33; Bearbeiter: Hoffmann
bettebrët
stN.
‘Seitenbrett des Bettgestells’, metonym. für ‘Bett’
spondea: bettebret VocBV926
3:621,11;
daz er durch got nine git, / biz er bi dem bettebret
gelit [auf dem Krankenbett liegt]
Hochz
631;
meister Cunrat selbe quam / zu der frouwen lobesam / sitzen fur ir bettebret
Elis
8967.
1633.
8895;
ErzIII
40,63;
Bauernh
380;
Reiher
351;
StRFreiberg
274,31
MWB 1 722,35; Bearbeiter: Hoffmann
bettedach
stN.
‘Bettdecke’
manec bettedach / von arâbîschen sîden NibB
1825,2
MWB 1 722,43; Bearbeiter: Hoffmann
bettegegate
swM.
‘Bettgenosse, Ehegatte’
swer wer so ungehure, / der do wold virvratin [quälen,
plagen] / sinen betgegatin PfzdHech
189,5
MWB 1 722,45; Bearbeiter: Hoffmann
bettegëlt
stN.
‘Bezahlung, die im bettespil geleistet wird’
daz ez ê selten sî geschehen, / daz ie sô schœne messinc /
vür guldîniu teidinc [die unterschobene Braut statt der
richtigen] / ze bettegelte würde gegeben Tr
12609
MWB 1 722,48; Bearbeiter: Hoffmann
bettegenôʒ, bettegenôʒe
stswM.
‘Bettgenosse, Ehepartner’
als on got gewirdigit hat in disem leben zu einem elichin bettegenozin der
heiligen frouwen Elyzabeth Köditz
18,6;
in daz ellende [...] wart er gestozen / mit sinem
bettegenozen HistAE
5932;
iuwer bettegenôz HvFreibTr
4837
MWB 1 722,53; Bearbeiter: Hoffmann
bettegeræte
stN.
‘Bettzeug’
zim bette gerethe [
stramenta lectorum
] ist ez gnvͦch an einr mattvn. vnde an eim vilze. vnde an eim
bettvͦche vnde an eim chvssin BrEng
55;
vnd [
ich
] hatte [früher] bette von golde, vnd waren
mit gar edelem gewete, da fúr het mir got dis betgerete [
stramentum hoc
] gegeben VitasPatr
318,18
MWB 1 722,59; Bearbeiter: Hoffmann
bettegeselle
swM.
‘Bettgenosse’
der liebe man, daz liebe wîp, / die lieben bettegesellen / nu pflegen, swes
sie wellen HvFreibTr
5429
MWB 1 723,1; Bearbeiter: Hoffmann
bettegespil
swF.
‘Bettgenossin’
daz ich [...] nitt enberen wil / sin tochter sy min
bett gespil GTroj
23442
MWB 1 723,4; Bearbeiter: Hoffmann
bettegewant
stN.
‘Bettzeug’
lectisternium: betgewand VocOpt
20.001;
thoral: betgewand ebd.
20.002;
lectisternia: betgewant VocBV927
3:358,29.
–
daz bettegewant, / dâ si ûffe lâgen / und ir minne pflâgen, / si und der hêre
Ênêas En
2328.
1288;
daz keiserliche bettegewant von purpura siden daz da wart gesant mit anderm
edelme turen husrate Köditz
14,14;
StRPrag
41.
38;
Eracl
3962;
NvJer
26040.
– im monastischen Bereich:
jr betgewant [
stramenta lectorum
] sal sin ein bambest vnd ein matte ein lilachen vnd ein heubit pulbe
BrEb
55;
Vät
219;
Seuse
44,28.
45,3;
SpitEich
6,11
MWB 1 723,7; Bearbeiter: Hoffmann
bettegewæte
stN.
‘Bettzeug’
der blôze himel was ir tach, / und was ir bette gewaete / blôzer hert ze
staete WvRh
5106;
schœnez bette gewæte / und ander guot geræte CrescC
229
MWB 1 723,19; Bearbeiter: Hoffmann
bettekamerære
stM.
‘für das Schlafgemach zuständiger Diener, Kammerdiener’
cubicularius: bettekamerari [Laa. betchamerer,
bettekamerere
]
SummHeinr
1:286,241.
2:19,357
MWB 1 723,23; Bearbeiter: Hoffmann
bettekamere
stF.
‘Schlafkammer’
cubiculum quod eo cubamus: bettikamera SummHeinr
1:263,201.
2:82,105;
dy bettekamirn der phortin [
thalami portae
]
Cranc
Ez 40,10;
diͤ beddecamere des svzen brudeguͦmen FünfzGrade
5r,2
MWB 1 723,27; Bearbeiter: Hoffmann
bettekleit
stN.
‘Bettlaken’
zu den bettecleideren an eime sacke, einem
carpitele [= kapît
] , eime lîlachen, einer kolten [...] unde ab
eime kussene lâze im igelich brûder genûgen StatDtOrd
39,12;
waschen di chöpfe vnd di aimer vnd di ereinen vaz vnd di pettchleider
EvAug
93,6;
RvEWchr
34401
MWB 1 723,32; Bearbeiter: Hoffmann
bettelachen
stN.
‘Bettlaken’
bette unde bettelachen / diu missevarte daz bluot
Tr
15194;
von bettelachen, richer wat / vnd spise, [...] die
gab man taugen im TürlArabel
*R 63,11
MWB 1 723,38; Bearbeiter: Hoffmann
bettelîn
stN.
Dimin. zu bette:
do ich zwene schone man / vor minem bettelin sach stan
Albert
1429;
sin bettlin waz ain kriplin PrGeorg
261,27
(= PrWack
56,42);
Mechth
7:21,31;
WvRh
14713.
14736.
– als Übers. für
lectulus:
unser bettelin daz ist gebluͤmet Seuse
496,3;
Daniel
3504
(Ct 1,15);
Eckh
3:219,4
(Ct 3,1);
Hiob
2517
(Iob 7,13)
MWB 1 723,42; Bearbeiter: Hoffmann
betteloch
stN.
‘Bettgestell’
sponda (betteloch sicut habent monachi vel sponda [
Gestell
] ) dicitur exterior pars lecti. pluteus autem interior pars lecti
SummHeinr
1:370,390
MWB 1 723,49; Bearbeiter: Hoffmann
bettemære
stN.
‘Bettgespräch’
des nahtes, dô Marke aber lac, / sîner bettemære mit ir
pflac, / er leite ir aber mit vrâge / sîne stricke und sîne lâge Tr
14028
MWB 1 723,53; Bearbeiter: Hoffmann
bettemunt
stM.
Bedemund, "Heiratsabgabe an den Grundherrn einer unfreien Frau, die ein Mann aus
einer fremden Grundherrschaft ehelichte" (LexMA 1,1781), v.a. in Westfalen und
Niedersachsen gebräuchlich, jedoch auch in Thüringen (zahlreiche Belege DRW
2,1343f.):
omnia iura utpote bettemunde, erbelose [...]
supradictis canonicis [...] tradidimus UrkErf
1,33
(a. 1210);
bettemunt datur cuius filia nubit DRW
1,1343
(ZHarz 22; a. 1340).
– jährlich zu entrichtende Abgabe (s.a. Anm.z.St.):
homines Slavi [...] dant dominica Letare vicedomino x
sol. denar. nomine betemunt singulis annis WeistErf
56
(a. 1332)
MWB 1 723,57; Bearbeiter: Hoffmann |