bilsensâme
swstM.
‘Samen vom Bilsenkraut’
dem dehein ziter werre, der nem wegerich und pilsensamen
BenRez
30.
55;
Macer
57,10;
OvBaierl
83,19;
mit smer unde mit pilzenzome gestozen Albrant
3,6;
daz si ezzent den sâmen iusquiami, daz haizt pilsensâm
BdN
220,22.
206,11;
wir sæjen bilsensâmen dar / und wellen danne, daz uns der /
liljen unde rôsen ber Tr
12228
MWB 1 808,42; Bearbeiter: Tao
bîlslac
stM.
‘Schlag mit dem Beil’
daz nimmer wirt gehort / hamerslac noch bilslac Pass III
267,13
MWB 1 808,50; Bearbeiter: Tao
bîlstat
stF.
Ort, an dem sich das von der Verfolgung erschöpfte Wild (Hirsch) den Hunden stellt
und verteidigt:
et tunc [
cervus
] aufvleucht vel anstêt an eynen auflauff, ascendit super aliquam
rupem, quod dicitur anlauf vel peylstat aput venatores, et [tunc] circumdant eum
canes, et ibi defendit se Jagdpredigt
72
(vgl. Glossar z.St.)
MWB 1 808,52; Bearbeiter: Tao
biltbehegede
stN.
‘Wohlgefallen an der Gestalt’
des vater zorngejeide / und unser biltbeheide / den sun treip zu der meide
Frl
2:10,2;
lob si dir, wib, durch vreuden namen / und durch din biltbehegede! ebd.
5:102,12
MWB 1 808,59; Bearbeiter: Tao
biltsam
Adj.
1
‘ein Gleichnis gebend’
2
‘ein Vorbild gebend’
3
biltsame ding
‘bildliche, sinnenhafte Vorstellung’
1
‘ein Gleichnis gebend’
wie biltsam [wohl auf wort zu
beziehen] uz des herzen schrin / sich daz wort in willen dringet,
swinget, slinget Frl
2:3,4
2
‘ein Vorbild gebend’
Adam biltsam vernam Frl
2:15,1
(gemeint wohl: „Adam kam zur Vernunft und gab damit ein Vorbild“; viell. als
Subst. anzusetzen, vgl. Anm. z.St.)
3
biltsame ding
‘bildliche, sinnenhafte Vorstellung’
zv̍hest dv̍ din sinne von vsern dingen, vu̍rgast dv̍ behendelich vnd lichtlich
dv̍ bildsame ding RvBib
79,10
MWB 1 809,1; Bearbeiter: Tao
biltsame
stF.(?)
hierher viell. auch
Frl
2:15,1
(s.u.
biltsam
Adj.).
‘Vorbild’
dar vmbe ist der obren geisten minne worden dien nideren biltsam vnde ein
vrsach, zvͦ ganne zvͦ den obren sachen RvBib
122,3
MWB 1 809,11; Bearbeiter: Tao
bilwiʒ
Subst.
auch pilwiht.
‘dämonisches Wesen’ (Hwb. dt. Abergl. 1,1308-1324):
si wolten daz kein bilwiz / si dâ schüzze durh diu knie
Wh
324,6;
die an zouberîe geloubent [...] an nahtfrouwen und an
sô getân gespüc und an pilwiz PrBerth
2:70,32;
schrawaz [Waldgeist, Kobold] , pilwiz wart nie so
snel so des mastboumes ende und orte [im Seesturm]
JTit
2583,4;
von schrabaz, pilwihten, / fumf tusent imbe der pien so vil der ruch
[Gen. Pl. von ruoch ‘Saatkrähe’] in walde
niht enpflihten / moht in aberillen ir gedoͤze ebd.
4171,1;
RvMunre
1003;
Segen1
11
MWB 1 809,16; Bearbeiter: Tao
bîminze
stswF.
bî- wohl angelehnt an bîe ( ‘Biene’) und bîmente
(aus lat. pigmentum).
–
‘Katzenminze’ (Nepeta cataria, vgl. Marzell 3, 152 und 310ff.):
nepita zu latine, calamentum in chrieschen, biminze zu dute
Macer
11,1;
swer das kalde hat, der neme biminze ebd.
11,5.
der rouch von der biminzen ebd.
11,17
MWB 1 809,28; Bearbeiter: Tao
bîminzensaf
stN.
‘Saft aus
bîminze
’
an swem sich di [
miselsuht
] erst erhebt, der trinke biminzen saf Macer
11,8.
11,10.
11,11.
MWB 1 809,35; Bearbeiter: Tao
bimʒ
stM.
‘Bimsstein’
sô brenne einen bumez ze pulver Barth
147,14;
daz ich ez sô besniten habe / daz mir iemen iht dar abe / mit
pumz oder mit mezzer / schabe und mir bezzer KvHeimUrst
15;
gar spehe mit vernuͤnfte pims / waren ecken und sims / der sule wehen durch
graben / mit erholtem werk erhaben Minneb
171.
– bildl. für etwas von geringem Gewicht:
daz min kunst ringer, den ein pims, / wige Damen
6,1;
mit lastes bimz Frl
5:19,8.
5:117G,1
MWB 1 809,38; Bearbeiter: Tao
bin
Präp.
mit Dat. (Ausnahme bin des); md. aus der Zusammenrückung von
bî/be und in; vgl.
binnen
.
1
‘innerhalb, während’
2 Phras.
1
‘innerhalb, während’
bin dem graben sie mohten gân, / war sô sie wolden dâ Kreuzf
5250;
is daz ein mensci diz andiri totit bin disimi wiepbildi
[innerhalb des Geltungsbereichs des Stadtrechts] hie
zu Mulihuisin Mühlh
95,5;
bin demi tagi noch bin dir nacht ebd.
104,4;
bin zwein tagen oder drin Kreuzf
7141;
bin den zîten, / dâz mit den Amalêchîten / streit dî israhêlische schar
NvJer
2184
2
Phras.:
–
bin jmds. brôte
‘zur Hausgemeinschaft gehörig’
ein man der mach wol sinen sone v̂z ziehen, der bin sinen brote ist
UrkCorp
606,26.
–
bin des
‘währenddessen, inzwischen’
unde geit he bin des inwec ani loibi dis richteris undi
des clegeris Mühlh
169,5;
bin des [...] / der lantgrâve was ouch geriten /
uf die warte Kreuzf
1530;
bin des und allez diz ergie, / die ebenhôhe hêten die / cristen beriht
gegen der stat ebd.
2819;
NvJer
19145
MWB 1 809,48; Bearbeiter: Tao
bînâch
Adv.
vgl. auch nâhe, nâch.
‘beinahe, fast’
daz man [...] den lîp der dinge nœte, / diu dem lîbe
nâch [La. bi nach
] tœtic sint RvZw
263,6;
der konig was so unfro das im syn hercz bynach gebrochen was
in sym libe Lanc
279,25.
394,24
u.ö.;
ahte er [der Mensch] gotes, als er solte, ez wêre
bî nâhe unmügelich, daz er iemer geviele Eckh (Pf)
262,19
MWB 1 810,4; Bearbeiter: Tao
bîname
swM.
‘Beiname’
marschalc was brûdir Friderîch, / der von Holdinstête / den bînamin hête
NvJer
12847
MWB 1 810,12; Bearbeiter: Tao
bînamen, benamen
Adv.
1
‘mit Namen, namentlich’
2
‘wirklich, tatsächlich’
3
‘besonders, vor allem’
1
‘mit Namen, namentlich’
benamen er [der Engel] mich nante
Rol
6865;
ir muget wol sîn geheizen benamen Amelrîch
NibB
1556,1;
welich durft waz des daz er Petrum benamen nante?
PrOberalt
86,7
2
‘wirklich, tatsächlich’
daz er nimmer deheinen eit / bî sînes vater sêle swuor / wan
des er benamen volvuor Iw
896.
154;
Tantris, nu wis an mir gewis, / daz ich dich binamen neren
sol Tr
7789.
803;
si was benamen âne strît / diu schœnest die er ie gesach
Wig
726
3
‘besonders, vor allem’
got halde iuch hêrren alle, / benamn den künec und des wîp Parz
148,1;
unser herre der ist ein warer hyrt, er behuͤtet und bewart
bienamen die einvaltigen PrOberalt
18,15;
allen den, die die straze ze Kvrwal varent vnd binamen svnderlich vnd ze
vorderst dien von Lvzerren UrkCorp
357,12
MWB 1 810,15; Bearbeiter: Tao
bindære
stM.
zu binden.
‘jmd., der etw. bindet, etw. durch Binden herstellt’ (die Belege erlauben
keine genaue Angabe über die Tätigkeit):
–
‘Fassbinder’ (?), als Beiname:
Cvͤni der binder UrkCorp
1103,24.
1191,42;
UrkHeil
1,267
(a. 1290);
UrkKlostern
1,78
(a. 1302).
–
‘Bürsten- und Besenbinder’(?):
ouch sach man dô mit kummer leben / wollær, lodnær
[...], / huotær, [...]
schiltær, bindær Ottok
65681.
– im Weinbau: ‘jmd., der Reben an Rebstöcken befestigt’ (?):
voͤr derselben glocken sol ein ieglich wingartman haben
gewunnen hecker, sniter oder binder und auch uzfuͤren WüP
71,5
MWB 1 810,32; Bearbeiter: Tao
binde
swstF.
1
‘Band, Binde’
2
‘Verband einer Wunde’
3
‘Ring an den Hörnern (einer Kuh)’
1
‘Band, Binde’
dîne léfsa sint sámo êin rôtiv bínta unte dîn gekôse íst
sûozze Will
56,1;
alse dîu bínta zesámene duînget dîe ménige déro lókko ebd.
56,7;
Helbl
1,669;
Lanc
191,17
2
‘Verband einer Wunde’
von diu bite wir uns an den buochen / die arzat suochen, / diu
getranch, ouch die binden Wahrh
119;
Êrec eine binden brach / abe sînem wâpenrocke sâ Er
4481.
4484;
er dete ir die binde von dem heubt und zeugt yn allen die
wunden Lanc
90,24.
199,28
3
‘Ring an den Hörnern (einer Kuh)’
eine kuo / [...] von siben binden [Kuh,
die sieben Hornringe aufweist, d.h. siebenmal gekalbt hat (vgl. Anm.
z.St.)]
Helmbr
1830
MWB 1 810,45; Bearbeiter: Tao
bindelôn
stN.
‘Lohn für Auf- und Zubinden von Warenballen’
so muz der zolner daz bindelon gelden StRFreiberg
237,16.
238,10
MWB 1 810,59; Bearbeiter: Tao
binden
stV. (IIIa)
1
‘jmdn./etw. festbinden, etw. zusammenbinden’
1.1
‘jmdn./etw. (mit etw., an/auf/um etw.) festbinden’
1.2
‘etw. in etw. einwickeln’
1.3
‘etw. zusammenbinden’
1.4
vaz ~
‘ein Fass anfertigen, Reifen um ein Fass legen’
1.5 bildl. 2 jmds. zungen / jmdm. die zungen ~
‘jmdn. stumm machen’
3
‘etw. von jmdm./etw. losbinden, lösen’ , mit von 4
‘jmdm./sich einen Kopfschmuck, eine Kopfbedeckung (gebende,
schapel u.ä.) anlegen’ (von Frauen)
5
‘jmdm. eine Wunde verbinden, einen Verwundeten verbinden’
6
‘jmdn./sich zu etw. verpflichten, sich jmdm. verpflichten’
7
‘etw. verbindlich erklären, anordnen’
8 von der Schlüsselgewalt 9
gebundene tage
‘befriedete Tage’ (s.a. vridetac ; zur Sache vgl. HRG 1, 1424-1426) 10 jmdm. von/mit sippeschaft gebunden sîn u.ä. ‘mit jmdm. verwandt
sein’
1
‘jmdn./etw. festbinden, etw. zusammenbinden’
1.1
‘jmdn./etw. (mit etw., an/auf/um etw.) festbinden’
der herre wart gebunden von Dietrîches hant, / swie
künege niene solden lîden solhiu bant NibB
2361,1.
2355,4;
die vüeze wâren in unden / zesamene gebunden / und die
hende vaste / ze rücke mit baste Iw
4938;
BdN
268,28;
sîn ors daz was gebunden / vil vaste an einer linden ast
Wig
9951;
Herb
17439.
–
ir helme und ouch ir brünne si bunden ûf diu marc
NibB
891,1;
vil schilte sach man glîzen, / mangen helm wîzen /
gebunden ûf die soume Wig
10653;
sô nim chrût unde wurzen unde mule unde bint ez uber
die wunden Barth
142,31;
Parz
521,22.
– (jmdm.) den helm ûf/ze houbet ~
:
VAlex
1292;
Parz
210,21.
346,6;
UvLFrd
186,18.
–
[...] truc er [...] ein
guldin harbant / [...] / vm sin houbet gebunden
Herb
8202;
den kinden, di daz vallende ubel han, den binde man
di wurzele umme den halz: iz vergeit in Macer
60,11.
– mit Angabe des Raumes:
einen wil ich binten in den charchâre finsteren
Gen
2179.
2886;
wærer zuo den stunden / in daz bat gebunden
Tr
10234
1.2
‘etw. in etw. einwickeln’
er wart gebunden in ein / harte tiure rêgewant
KvHeimUrst
814;
nim latichen samen vnde bint in in ein tuch
SalArz
32,32
1.3
‘etw. zusammenbinden’
nu muͦssent aim jeglichen korn sechs ding e geschehen e es zuͦ brot werde.
daz erst daz man es snidet; daz ander daz man es bindet; daz dritte daz man es
droͤschet PrGeorg
29,5;
der ieslîcher fuorte her / in sîner hant driu grôziu sper, / gebunden zuo
einander wol UvLFrd
165,31;
BdN
23,30
1.4
vaz ~
‘ein Fass anfertigen, Reifen um ein Fass legen’
ich bin ein büttenære: / swer mir des gunde, / sîn vaz
i’im bunde KLD:GvN
39: 2,5;
dô si dô gebunden dem wirte sîn vaz / neben unde ouch
unden ebd.
39: 5,1
1.5
bildl.:
der [Eneas] ir herze vaste / hâte gebunden /
[...] mit der minnen stricke En
1639;
Tr
12084.
15788;
KvWHerzm
184;
vrou Minne nam die obern hant, / daz sî in vienc unde bant
Iw
1538;
minne het mich ir gebunden unde lie si bande frî
KLD:UvL
23: 5,1;
SM:Had
13:2,9;
ich bin gebunden / in ir ginâde: wil si, sô wirde ich
irlôst ebd.
25: 3,5;
die demut er an sich bant Vät
11672.
15228;
Eckh
5:237,6
2
jmds. zungen / jmdm. die zungen ~
‘jmdn. stumm machen’
[der Engel zu Zacharias:] din zunge si gebunden
AvaJo
4,4;
div zunge in deme munde / div wart ime gebunden, / daz er ne
mahte fluͦchen / den der got selbe wolte ruͦchen VMos
75,21;
di gebunden zungen / di lost er dem stummen
VEzzo
225.
–
‘seine Zunge zügeln’
din zungen zu allen ziten bint! / der worte an dime zorn irwint!
Vät
11657
3
‘etw. von jmdm./etw. losbinden, lösen’, mit von:
dô bant der wol geborne gast / der frouwen pfärt von dem ast Parz
522,18;
den verhouwen helm er von im bant Wh
61,27.
127,12;
der minnende mensche hat oͮch einen nútzen munt; er leret und
berihtet [...] und sin zunge ist von allen schedelichen
worten gezogen und gebunden Mechth
4: 18,62
4
‘jmdm./sich einen Kopfschmuck, eine Kopfbedeckung (gebende,
schapel u.ä.) anlegen’ (von Frauen)
– jmdm./sich ~
(mit Ersparung des Akk.-Obj.):
lege dich an unt bint dir schône! KvFuss
1758.
1783;
des wart ein michel strîten, / wie sî der briute bunden
SM:UvS
30: 2,4;
ir [sich] het diu reine, wol gemuot / gebunden
in ein rîsen guot UvLFrd
348,9.
–
gebunden (sîn):
magede unde frouwen, / [...] gezieret unde
gebunden En
721.
1727;
Walth
46,11;
TürlArabel
*A 298,14;
ich wolte, daz si [Homosexuelle] solten gên
gebunden / alsam die vrowen mit gebenden RvZw
183,8.
–
ir houbet ~
, eine Frau nâch der briute site ~
, als Zeichen des Verheiratetseins:
die künegîn er maget liez. / si wânde iedoch, si wær sîn wîp: / durch
sînen minneclîchen lîp / des morgens si ir houbet bant Parz
202,25;
sie nam Tristandes wânbrût / und legete ir rîche cleider an, /
[...] und bant sie nâch der briute site
HvFreibTr
853.
312
5
‘jmdm. eine Wunde verbinden, einen Verwundeten verbinden’
daz sî im sîne wunden / salbeten und bunden Iw
5616;
sîne wunden wuosch unde bant / der wirt mit sîn selbes hant Parz
165,14;
her Gâwein dô gebunden wart / und manic rîter von hôher art,
/ der rîterlîch was worden wunt Wig
11201.
11206
6
‘jmdn./sich zu etw. verpflichten, sich jmdm. verpflichten’
wen swels mensche dar zuͦ betermet oder gebunden ist, vnde
der die siben zit nith begat, der ist gote sines denestes gebrosten
Lucid
78,6;
KvWTroj
17803;
doch sint sî des niht gebunden, daz sî dise pater noster
vastende sprechen StatDtOrd
37,26.
107,24;
vnd dar uͤber geben wir vns gebunten den [...] herren
[...] des: [...]
UrkCorp (WMU)
2382,30;
wer gâbe enpfât, der bindet sich / dem, der si gît Boner
27,31;
betwungen eit sol binden nicht ebd.
35,57
7
‘etw. verbindlich erklären, anordnen’
wir binden vnd setzen ouch in disen aufsatz [...],
daz diu selben gelubde vnd dev selben bant gar ledich sein UrkCorp (WMU)
467,14
8
von der Schlüsselgewalt:
[Jesus Christus zu Petrus:] ich bevilhe dir
[...] ze losene unde ze bindene AvaLJ
76,5;
swaz du gebindist, Petir, ûf der erde, daz wirt gebundin da ze
himele, vnde swaz du zerlosest ûf der erde, daz wirt oͮch zerloset in deme himele
Spec
5,4;
daz sie [Priester] hant gewalt ze
enbindende vnde zuͦ bindende Lucid
89,2;
BdN
211,27.
214,35
9
gebundene tage
‘befriedete Tage’ (s.a. vridetac; zur Sache vgl. HRG 1,
1424-1426):
heilige tage und gebundene tage, die sint allen lûten zu vridetagin gesaczt,
dar zû in ieclîcher wochen vîr tage, der dunrestag, vrîtag, sunâbent und suntac
SSp(W)
2:66,2;
man sol in den gebunden tagen einen æhter wol ûz der æhte
lâzen, unde wære es joch in den drin heiligen tagen: wîhennahten, ôstern, pfingesten
SpdtL
189,10.
194,20;
StRFreiberg
62,15.
–
bundene zît
‘befriedete Zeit von Septuagesima bis Ostersonntag’
UrkCorp (WMU)
51,41
10
jmdm. von/mit sippeschaft gebunden sîn u.ä. ‘mit jmdm. verwandt
sein’
ez si vatter oder muter, bruder oder swester oder von swelher
sippe er im gebunden ist StRAugsb
150,21;
alsô was er in allen drîn / mit sippeschaft gebunden KvWTroj
1605;
daz si also verre zu im gebunden si an sippeteil oder an mageschaft, daz si zu
rechte vor in antwerten sulle umme di wunden oder umme den totslac
StRFreiberg
141,19.
141,23
MWB 1 810,62; Bearbeiter: Tao
bin dës
Adv.
→
bin
Präp.
MWB 1 812,60;
bîn(e), bin
stswF.
M.
PrGeorg
204,26
(La. G);
vgl. auch bîe.
‘Biene’
der bîn ir zagel Parz
297,12;
swer sich bestrichet mit papeln saffe den stechen di binen
noch di wespen nicht SalArz
75,10;
Macer
61,8;
die pijn [: hin
]
Krone
17807;
die bin [: gewin
]
Renner
19746;
so ist auch sichtig an den pein / das sy auch ein fursten hannt / der ir
weysel ist genannt Teichn
620,94;
Mügeln
261,9;
der peinen künig BdN
290,36.
– in Vergleichen:
si wârn gelîch [...], / reht als ein
bin einer geiz Wig
6339;
als gein einem helfande ist ein bin, / noch kleiner ist aller der werlde maht
/ gein im, der alliu dinc hât gemacht Renner
18714;
sam die bine verjaget der rouch, / sus jagent den heiligen
geist / übel gedanke RvEBarl
6986;
als diu bin der bluͦmen / uz suget alle ir suͤzzekait, / also het er in gelait
/ die prislichen getat WhvÖst
7268;
Teichn
668,26.
668,70
MWB 1 812,61; Bearbeiter: Tao
bînenbic
stM.
‘Stich von einer Biene’
froͤd von dem suͤssen binen bick / den mir din munt kan bicken / vil mit vil
suͤssen stricken KonstBrf
55,33
MWB 1 813,14; Bearbeiter: Tao
bîne(n)korp
stM.
‘Bienenkorb’
zu leste quam er in eine stien, / dar uz gesast waren bien, / und kroch in
einen binenkar [La. benenkorpp
]
SalMark
1205;
rehte also binnen die zuͦ iren loͤchern in iren binnekorp vs vnd in fliegende
sint MerswZM
16,32
MWB 1 813,17; Bearbeiter: Tao
bînenwurm
stM.
‘Biene’
ûf der plâniure grüene / wart von in ein gestürme, / als ob
die binenwürme / sturmten umbe ein honecvaz KvWTurn
842;
KvWTroj
34656
MWB 1 813,22; Bearbeiter: Tao
bînevluc
stM.
‘(Recht zur) Imkerei’
den bineflug vnde das geiegetze [= gejageze
‘Jagdrecht’] vnde swas ich zvͦ lehenne von deme herzogen habe
UrkCorp
N279,5
MWB 1 813,26; Bearbeiter: Tao
bineʒ, binʒ
stM., swF.
‘Binse’
ûzzer binezze si worhte / eine zeinen Exod
213;
VMos
32,12;
PrSchw
2,111;
grüene binz, von touwe naz, / dünne ûf die tepch geströut Parz
83,28.
549,13;
von der pinzen [Überschr.] .
cirpus haizt ain pinz oder in anderr däutsch ain semd und wehset gern in pfüeln und
an mosigen steten BdN
390,21.
– Phras.:
wenne gîtige liute und nîdes boten / suochent an slehten binzen knoten: / des
entuont einveltige liute niht Renner
5110
(vgl. TPMA 1,485 und nhd. Binsenwahrheit, -weisheit)
MWB 1 813,30; Bearbeiter: Tao |