birnkumpost
stM.
‘eingemachte Birnen’
sô si guoter spîse sint vol, / dennoch ezzent si doch wol / birnkumpost und
rüebelîn Renner
9839
MWB 1 817,26; Bearbeiter: Tao
birnküten
Subst.
‘birnenförmige Quitte’
der [
kütenpaum
] tregt lenklot küten, gestalt sam die pirn, und haizent pirnküten
BdN
319,31
MWB 1 817,29; Bearbeiter: Tao
birnmuos
stN.
‘Birnenmus’
ein birnmuͦs [Überschr.] . wilt du
machen ein birnmuͦs, so nim birn vnd besnit die schone vnd suͤde sie in einem hafen
mit eyme wine vnd mit smaltze [...]
BvgSp
81
MWB 1 817,32; Bearbeiter: Tao
birnstil
st.Subst.
‘Stiel der Birne’, nicht ein ~
‘nicht das Geringste, gar nichts’
wie man aynem setzet nach, / die weil in got behuten wil, / so gaͤb er nicht
ein piren stil / umb all untrew di da waͤr Teichn
73,44;
so gicht maniger, umb all schant / gaeb er nicht ein pirn stil, / hiet er nur
phenning vil ebd.
176,39
MWB 1 817,36; Bearbeiter: Tao
birnwîn
stM.
‘Birnenmost’
wy do wirt appilwyn odir birn-, pflumen-, malagranatinwyn
Pelzb
119,8
MWB 1 817,43; Bearbeiter: Tao
birsære
stM.
‘Jäger’
und kêrden sâ dannen / die fremeden birsâre En
4727;
Apollô, der ungewære, / der was ein birsære / durch lôch,
durch wälde und durch zîl RvEBarl
10154;
LaurinA
89;
swâ ein birsær mûzet / bî wilde in einer dicke Hadam
543,1
MWB 1 817,45; Bearbeiter: Tao
birsarmbrust
stN.
‘Armbrust zum Jagen’
dar zuo sô brâhte man im dar, / des er zer verte hæte gert: /
sîne harphen und sîn swert, / sîn pirsarmbrust und sîn horn Tr
16645
MWB 1 817,50; Bearbeiter: Tao
birse
stF.
‘Jagd’
ein weidemann der pirse hie brahte rich presente JTit
4942,1;
swenn er niht lazen wolte, riten, pirse jagende ebd.
6018,1
MWB 1 817,54; Bearbeiter: Tao
birsemeister
stM.
‘Jägermeister’
darnach vil weidenliche die pirsemeister randen JTit
4860,1
MWB 1 817,57; Bearbeiter: Tao
birsen
swV.
aus afrz. berser (Palander, S. 107).
–
‘Wild mit Spürhunden jagen’
dô solde Ascânjûs sîn sun / eins tages birsen rîten En
4543.
4612;
Tr
13255.
17247;
EnikWchr
19862;
man sach sî birsende gân RvEBarl
10272;
birsen vnde iagen Herb
17952;
Tr
2118.
13102.
18684;
RvEWchr
5485;
Ottok
87000;
birsen beizen unde jagen UvZLanz
290
ähnl.
RvEWh
10063;
KvWWelt
26;
HvFreibTr
4294;
SHort
189.
– übertr.:
ze pirsen ûf die wârheit Tr
13803.
– subst.:
wâ daz birsen ergienk En
4564;
Gunther und Hagene [...] lobten mit
untriuwen ein pirsen in den walt NibB
916,2.
967,2;
der het an birsen und an jagen / meistic sînen vlîz bewant
UvZLanz
1542;
RvEWchr
551;
WhvÖst
640;
Hadam
46,1.
510,5;
Seifrit
4959
MWB 1 817,59; Bearbeiter: Tao
birseweide
stF.
sîne ~ rîten
‘auf die Jagd reiten’
aines sites er dô phlac, / da er gerne aine / rait sîne
birsewaide Kchr
16797
MWB 1 818,10; Bearbeiter: Tao
birsgeræte
stN.
‘Jagdausrüstung’
sy hies ir pald beraitten / all ir gerett [La. pirs
geret
] / und ir rais phert Seifrit
7415
MWB 1 818,13; Bearbeiter: Tao
birsgewant
stN.
‘Jagdkleidung’
dô was nu ûf gesoumet sîn edel pirsgewant NibB
918,2.
975,3;
SalMor
223,3
MWB 1 818,16; Bearbeiter: Tao
birsgewæte
stN.
‘Jagdkleidung’
von bezzerm pirsgewæte gehôrt’ ich nie gesagen
NibB
952,1
MWB 1 818,19; Bearbeiter: Tao
birshunt
stM.
‘Jagdhund’
hüfschiu dinc, vederspil, / pirshunde, swer diu geben wil, / der solz offen,
swennerz gît WälGa
14602
MWB 1 818,21; Bearbeiter: Tao
bîsamen
Adv.
→
besamen
MWB 1 818,24;
bîsant
stM.
(selten sw.
MorantGalie
4494;
Rol
477).
‘byzantinische Goldmünze, Byzantiner’
charren mit bisanten / bietet ir den Uranchen
Rol
621;
kan iemen golt enpfâhen, / [...] ich
teile durh dich, liebez kint, / swaz ahtzehen merrint / bisande mugen geziehen
Wh
161,3;
daz er gekoufet wære / umbe tûsent bîsande
Eracl
859;
umb guldîn bisande Ottok
45044;
StatDtOrd
104,13
MWB 1 818,25; Bearbeiter: Tao
bîsantinc
stM.
‘byzantinische Goldmünze’
man verchouft aines eseles houbet / umbe drî bîsendinge
Kchr
16654;
swaz uunfzich garren mugen getrage / der guͦten bisantinge
Rol
751
MWB 1 818,33; Bearbeiter: Tao
bîsanzer
stM.
‘byzantinische Goldmünze’
daz im ieglicher sendet dar / tusent guldin fuͤr bar / haidnischer bysanzer
WhvÖst
6169;
vierzec tusent guldin / bysantzer der Sarrazin ebd.
6194.
6202
MWB 1 818,37; Bearbeiter: Tao
bî schaffen
V.
jmdn. jmds. vane (Dat.)
~
‘jmdn. unter jmds Fahne stellen’
ich schaffe dînem vanen bî / den sun des künec Anchî
Wh
351,11
MWB 1 818,41; Bearbeiter: Tao
bîschaft
stF.
1
‘belehrendes Beispiel, Vorbild’
2
‘belehrende Geschichte (Gleichnis, Parabel, Fabel), Sprichwort’
3
‘Ausdeutung, Auslegung, Lehre’
4
‘Vorbedeutung; Zeichen’
1
‘belehrendes Beispiel, Vorbild’
sage mir der [
bîspel
] noch mêre, / daz mir ir lêre bîschaft gebe, / wie ich in dirre welte
lebe RvEBarl
4763;
von âventiuren wilde, / dâ bî man sælic bilde / und edel bîschaft nemen sol
KvWTroj
285;
PrGeorg
283,26;
[Helena zu Paris:] ir næment dar an bîschaft, / daz ich
hæt iuwer hie gegert / und woltent wænen, daz ich wert / dâ von hæt alle werde man
ebd.
22242;
von guͦter bischaft also: swaz es [Mensch] an aim
andern sehe guͦtes, daz es sich dar nach bilde und sich ordne PrGeorg
56,11.
339,17;
swas Got uf erde ie begie, / daz hat er ús verlassen hie / ze lere und och ze
bischaft SHort
4609.
9256
2
‘belehrende Geschichte (Gleichnis, Parabel, Fabel), Sprichwort’
diz merke an einer bîschaft, / diu seit von der grôzen kraft,
/ die diu gotes erbärmede hât RvEBarl
4225;
des hœre eine bîschaft ebd.
11622;
dis bîschaft sî den geseit, / die hertiu wort mit hertekeit / der worten
wellent gelten Boner
41,59.
26,3.
33,43;
ûz dem besten wîne scharpher ezzich wirt, / swenne er sich
verkêret: / diu bîschaft mich lêret, daz ich wirde sûr KvWLd
19,13
3
‘Ausdeutung, Auslegung, Lehre’
ist dînen sinnen iht ze snel / ze merkenne diz bîspel, / sô
wil ich dirz ze tiute sagen, / die rehten bîschaft niht verdagen
RvEBarl
4708;
daz [ausgeführte Beispiel mit dem königlichen
Gewand] ist ebene [verständlich] genuc,
/ die bischaft, die ich meine: / die gotheit vil reine / ich bi der varwe merke, /
bi der wollen sterke / sin heilige menscheit, / swaz die urlouges an ir leit, / so
bleib die edele gotheit / davon ie vri und unbeweit Pass III
83,7.
82,95
4
‘Vorbedeutung; Zeichen’
er [Gedeon] ilte balde unde gie / do er das
worzeichen lie, / das er dar ane besehe / wes im sin bischaft jehe / und ob er solte
do gesigen RvEWchr
18389;
ich wil ze diute kêren / daz swert und ouch den sunnenwagn, / die rehte
bîschaft von im sagn RvEAlex
986;
swaz von ir [Fackel in Hecubas Traum] schînes
crefte / lac hôher bîschefte, / daz wart erfüllet schiere KvWTroj
23720.
23667.
niun vogele, die der slange fraz, / begunden si betrahten / und in ir herzen
ahten, / waz bîschaft an in læge ebd.
24205.
–
zu Rome in deme tempele / sach man ienes
[abtrünnigen] landes got / sich verkart haben
durch spot, / und durch bischaft gewere / dem abgote der Romere / hete er gekart
den hindern, / als ob er wolde hindern / sin ere und der nicht achten
Pass III
576,21;
ob lichte ein lant sich entsluc / und trat uz ir gehorsam, / die geschicht
man hie vernam / mit bischaft der exempele
[Götzenstatuen]
ebd.
576,17
MWB 1 818,44; Bearbeiter: Tao
bischof
stM.
auch bischolf, buschoff (
KarlGalie
12633 ).
1
‘Bischof, Priester’
2 als Bestandteil einer Ortsbezeichnung und der Personennamen s. WMU 1,259f.
1
‘Bischof, Priester’
– christlicher:
Antyoch, da wart er [der Apostel
Petrus] inne ein biscof AvaLJ
209,2;
den daz vingerl unt der stap ist geben / unt ander vil bezäichenlîch
gewant, / dâ von si bischof sint ginant Erinn
64;
so wuͦnschent uns heilige biscofe / umbe got gnaden / mit
anderen unseren magen / unt peuelhent uns der erde Rol
6048;
bischove und prêlâten [...]
segenten daz gerihte Tr
15637;
die bischolf die der hiligen christenhait pflegent
PrOberalt
78,8;
der künic hevet den êrsten [
herschilt
] , die bischolf und die äbte und äbtissinne, die gefürstet sint,
diu hevent den andern, die leien fürsten den dritten SpdtL
83,16.
– jüdischer und sonstiger heidnischer:
er [Pharao] gab ime
[Joseph] ein rîche wîb, / eines piskofes tohter
Gen
2092;
do sprach der biskof Cayphas des daz ambahte was
AvaLJ
103,1;
des chone hiez Elisabeth uon des bischolfis Aâronis
geslahte Spec
80,17;
vnd sint ditz der [Mainzer] juden namen: Moyses
der juden bischof, Frvmolt der juden meister [Rabbiner als
Vorsteher und Richter einer Judengemeinde]
UrkCorp (WMU)
1729,6;
die biscoffe heidinische, den daz leit was, daz man die
abgote cebrach PrMd(J)
351,26
2
als Bestandteil einer Ortsbezeichnung und der Personennamen s. WMU 1,259f.
MWB 1 819,32; Bearbeiter: Tao
bischofkrône
stF.
‘Bischofsmütze, Mitra’
cidaris: bischofcroͮn VocOpt
18.038.
18.039
(tiara)
MWB 1 819,59; Bearbeiter: Tao
bischoflich
Adj.
auch pischolflich.
‘bischöflich, priesterlich’
di dinistmin [...] / bizeichnont
bischoflichi man, / di dinunt imo in plichti LobSal
230;
ein geleite an den wec des ewigen heiles / si din biscoflich
gerte / zu unsir jungistin hineuerte Litan
796;
Bonus
29;
daz wir den selben chavf vnd avch die gabe von vnserm pischolflichen gewalt
bestætigiten UrkAltenb
111
(a. 1305);
der tete sich bischoflich an / und opferte da gote san Macc
2593
MWB 1 819,61; Bearbeiter: Tao
bischofschuoch
stM.
‘Bischofsschuh’
sandalia: bischofschuͦch VocOpt
17.153
MWB 1 820,7; Bearbeiter: Tao |