Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
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b – bachhelling
bächîn – backwërc
bacolôn – badestubære
badestube – balde
baldecheit – balmunden
balmunt – balsamtrôn
balsamtropfe – ban, bane
1ban – banekîe
banël – bänkelîn
banken – bantac
bant|âder – banzins
banzûn – bârbrët
1barc – bârkleit
barkorn – barmhërzeclîche
barmhërzege – barten
bartenære – base
Baseler, Basler – bate
bate, pate – bearbeiten
bearren – bechersamenære
becherweide – beckenknëht
beckenkol – bedancheit
bedarf (?) – bedingen
bedirmen – bedrangen, bedrengen
bedrât – begâben
begâbunge – begelimpfen
begenagen – begin
begîne – beglîmen
beglîmunge – begrîflich
begrîflîcheit – behaft
behaftec – behaltunge
behandeln – beheimsuochen
beheiʒen – behern
behêrren – behoven
behten – behuoflich
behuoren – beie
beie – beinîn
beinîsen – beiʒe
1beiʒe – bekantlicheit, bekentlicheit
bekantnisse, bekentnisse – bekerzen
bekicken – beklipfen
beklocken (?) – bekorunge
bekorungnisse – beküelen
bekumberhaft – belæren
belasten – belîbelich
belîben – belônære
belônen – bemaln
bemangen – bemurmeln
bemüseln – benedîunge
benediz – bennen
bennige – bequâme
bequæme – bërc|êrîn
bërcgar – bërcphenninc
bërcrëht – beredenunge
beredet – 1berennen
2berennen – bërhtnaht
berhtram – berillîn
berîmeln – bërlich
bërlîn – bernisch
bërnklâ – bêrswîn
bertenære – beruofære
beruofen – besamentlîchen
besamenunge – beschatzære
beschatzen – beschemen
beschemenisse – beschînen
beschirm – beschouwunge
beschremen – besebelicheit
beseben – besetzunge
besëʒ – besîtes
besitzære – beslîʒen
besloʒ – besnöuwen
besnüeren – besprëchære
besprëchen – beste
bestëchen – bestiure
bestiuren – bestürzen
bestutten – besuochnisse
besuochunge – bët
betagen – bëtelære
bëtelærinne – bëtemësse
betemmen – bëtewîn
bëtewîp – betrahtegen
betrahten – betrogenlich
betrônen – betrûren
betrûrigen – bettemunt
betten – betûchen
betüemen – betwungenheit
betwungenlich – bevellicheit
bevern – bevliehen
bevlieʒen – bevür
bevürhten – bewærnüsse
bewarsam – bewëlgen
bewëllen – bewindeln
bewinden – bezâfen
bezaln – beziln
bezimbern – beʒʒer
beʒʒerære – bî bestân
bîbilde – bíderben, bedérben
biderbenen, bederbenen – bîenkar
bîenswarm – bieʒenblat
bieʒenkrût – bîhtât
bîht(e) – bilchmûs
bildære – bildoht
bildunge – bilsensaf
bilsensâme – bineʒ
binide – birden
bir(e) – birnwîn
birsære – bischolf
bî schrîben – bî slâfen
bî|slëht – bît
bitære – bittern
bitternis – biurlîn
biuschen – bîvilde
bîvilden – bîzeichenen
bî zëmen – blahsen
1blæjen – blâsehorn
      1blæjen swV.
      2blæjen swV.
      blæjen stN.
      blæjunge stF.
      blâmensier stM.
      blæ|muot stM.
      blanc Adj.
      blanc stSubst.
      blancgevar Adj.
      blancheit stF.
      blancros stN.
      blancval Adj.
      blancvar Adj.
      blanden stV. (VIIa)
      blandine stF.
      blanke swF.
      blanken swV.
      blappenblap M.
      blas Adj.
      blas stN.
      blâs stMN.
      blâsære stM.
      blâse swstF.
      blâsebalc stM.
      blâsehorn stN.
blæselîn – blatengîr
blatenrinc – blëchhantschuoch
blëchrinc – bleichvëlt
blende – blîche
blîchen – blîkloz
blîkolbe – bliuclich
bliuge – blôdern
blotschen – blüemunge
blüetebërnde – bluomental
bluomenvar – bluotgieʒen
bluotgieʒende – bluotstürzunge
bluotsûgende – bobenthalben
boc – bogelîn
bogen – 2bolle
bollen – 3bor
bor-, enbor- – (borliep,) enborliep
bormære – bortengewant
bortiure – bote
botech – bou
bouc – boummate
boum|öle – bôʒwurz
brâ – brâ|hâr
bræhen – brantlich
brantreite – brâwelîn
bræwen – brëhenen
brëhentac – brenken
brenn-, bern(e)-, birnschatz – bretsche
brëtsnîdære – brieschen
brievære – brionie
brîsære – briulêhen
briumeister – briuwe
briuwe – brohsen
bronie – brôthalle
brôtheit – bruch
bruch – bruckenambet
bruckenære, bruggenære – brüeterîn
brügel – brünnære
brunne – brünselbërc
brünseln – bruoderhûs
bruoderkint – brust
brust – brûtdëgen
brûtdrüʒʒel – brûtsanc
brûtschaft – buckel
buckelære – büellîn
büeʒære – buhsboum
bühse – bûlslac
bulzen – buoben
buobengâbe – buochisch
buochkamere – buoliân
buollîn – buppe
bur – burcgrâvenambet
burcgrâvenrëht – burcmeisterlêhen
burcmeisterschaft – burcstal
burcstat – bürde
bürdelîn – burgergemeine
bûr|gerihte – Burgunder
Burgunjoys – bursenære
bursît – büschelîn
buschoff – bütelin
bûtelîn – bûvëlt
bûvisch – buʒʒel

   1blæjen - blâsehorn    


1blæjen swV. auch blæwen, blægen, blêgen, pflâgen; Part. auch st. geblân ( FabelCorp 34,11 ). 1 ‘wehen, blasen’ (vom Wind)
2 ‘ein Feuer durch Blasen anfachen, Feuer speien’
3 ‘auf-, anschwellen; stärker werden’
3.1 intr.
3.2 refl.
4 ‘ aufblasen, anschwellen lassen; Blähungen verursachen’
4.1 mit Akk.-Obj.
4.2 ohne Akk.-Obj.
5 übertr. ‘jmdn. überheblich machen; sich aufblähen, groß tun’
6 ‘sich ärgern, schmollen’ (refl., intr.)
   1 ‘wehen, blasen’ (vom Wind): die winde, die so sere waent / gen mir von Barbarie, / daz si so rehte unsuoze blaent Tannh 13,51; der vogel wirt niht sanges lût, / die wîl Auster und Borêas sich hebent unde blænt Wartb(S) 157,6. – ‘etw. durch Wehen, Blasen entstehen lassen’ hohe beginnent die winde wæn, / die mvzzen chalten reiffen blæn Warnung 1914    2 ‘ein Feuer durch Blasen anfachen, Feuer speien’ daz fiwer, daz gie vast entwer, / sam ez ein esse plæte Dietr 8804; daz fiwer ouz ir helmen bran, / sam ez ein blespalch blæte Rab 748,5; daz viur [...] des die wuͤrme so scharpf / uz den halsen pflagen WhvÖst 12427    3 ‘auf-, anschwellen; stärker werden’    3.1 intr.: swem der bouch geblæt ist unde der die wazersuht hât, der nem alare Barth 153,1; den blehenden milzen Macer 28,7; nû schowe in [Leiche des Verstorbenen] an: al enmitten / dâ ist er geblæt als ein segel Erinn 631; die hend waren im geblat und vol blutes von großen schlegen Lanc 253,3; EnikWchr 8572; Part.-Adj., subst.: vergihten, halzen unde krumben, / geblæten unde ouch malæten LvRegFr 4832. – von der Hitze: ye mer man auf daz fewer laͤt, / so dw hitz ie vaster plaͤt Teichn 145,28. – subst. Inf. s. blæjen stN.    3.2 refl.: sô blæt sich der bouch Barth 158,9; SalArz 47,30; daz der wazzersuchtege bliuar ist vnde sich allinthalbin blet ebd. 55,54; welch ros futirrech ist, daz bleit sich unde streckit alle wyre von im Albrant 3,10. – vom Gewitterhimmel: die himel sich dô blæten sêr / mit einem starken sturmwint: / vil manig durnslag geswint / huob sich nâch den blizzen dô HeroLeander 336    4 ‘ aufblasen, anschwellen lassen; Blähungen verursachen’    4.1 mit Akk.-Obj.: daz wazzer daz wedir zcu kalt ist noch la daz blet den buch SalArz 19,53; Macer 58,3; Pelzb 134,31; wer hönig in sich trinket, daz niht geschäumt ist, den plæt ez BdN 293,33. 365,12; von dem wazer wart sie [Maus] geblan FabelCorp 34,11; hastu gesehen ie / daz zaichen in dem segel, / daz dort des windes degel / blaget und spennet WhvÖst 329. – bildl.: dâ blæt der eiterîne nît / dem vriunde misselinge / an iegelîchem dinge, / daz er gehœret unde gesiht, / und enhüetet nieman vor im niht Tr 15060; den comentiur von Pulst, / der der untriu geswulst / zeinander het geblæt Ottok 61187    4.2 ohne Akk.-Obj.: girstin brot ist kalt vnde trucken [...]. iz blehet vnde machet getwanc SalArz 9,35. 15,39; der pônen rind plæent mêr wan ir mel BdN 402,21. 351,8    5 übertr. ‘jmdn. überheblich machen; sich aufblähen, groß tun’ als diu uzzekait [l. ûzsetzecheit ] blêget die hût, als blêget diu hôchvart den menschen PrSchw 1,115; daz wort heilet an unz daz unreine geswulste der ubelen hochferte di sich ze allen ziten blewet und uberhebet HlReg 31,24; wez blestu dich, krotenbalg? / dir ist berait der hellgalg, / wiltu dich nit hofart massen SHort 435; Martina 118,111. – Part.-Adj.: der mir nichtz geben hat / und geplaeter fuͤr mich gat, / fuͤr den gen ich auch geplaet Teichn 47,101    6 ‘sich ärgern, schmollen’ (refl., intr.): er blêet sich, wirt ein man baz geêrt / denne er Renner 14387; daz si sich blægent wider dich Boner 84,37; etlich mentschen sint als úbel und als úbels willen, und blaͤgent sich umb ain klain ding PrGeorg 53,9; in im selb er grimt und plaet / ymmer mer von disem ding Teichn 269,30

MWB 1 852,5; Bearbeiter: Tao

2blæjen swV. ‘blöken’ sô er Betlahen dâ nante, / sîn rehtiu sprâch sich dâ verwante / und blæget als ein lembelîn LvRegFr 3134; daz er gelich eime schafe / alhie vor uns allen ble Pass III 234,21. 234,26; wen di monchi machin der epgote fest, [...] so singin si unde bleyn sam di schof MarcoPolo 62,16; Helysei prophete do he geborn wart, do blete daz guldine kalb in dem israhelischin volke JenMartyr 38

MWB 1 853,10; Bearbeiter: Tao

blæjen stN. ‘das Aufschwellen, -blasen; Blähung’ lâ dîn blægen sîn! Boner 46,14; des buches blen Macer 4,4; daz kraut [...] entsleuzt die wind und daz plæen in dem leib BdN 411,15 u.ö. – Pl.: daz öl [...] ist auch guot für diu plæen und für alle die siehtüem, die von haizer sach koment BdN 405,13

MWB 1 853,19; Bearbeiter: Tao

blæjunge stF. ‘Blähung’ wann der wein süeß ist, so schadet er dem magen und gepirt ventositat und pläung HvHürnh 52,5. 28,16. 50,4; daz kraut entlœst plæung in dem leib BdN 382,20. – bildl.: [Frau Hoffart:] in mir ist nit me dan wint und rauch; / da bin ich als eine uffgeblasen blase auch [...]. / durch myne bleonge und groeße / kann ich nit gesehen myne fuͤße Pilgerf 7607

MWB 1 853,25; Bearbeiter: Tao

blâmensier stM. aus afrz. blanc maingier ‘weiße Speise’; auch mensierblâ mit pseudoetymol. Anlehnung an blâ (Suolahti 1,68; Rosenqvist 2,199). – ein Gericht (von Geflügel oder Fisch) mit weißer Mandelmilch und Zucker: der woͤlle machen einen blamenser, der neme dicke mandelmilch vnd huͤner bruͤste geceyset [Part. Prät. von zeisen ‘rupfen’] vnd tuͦ daz in die mandelmilch BvgSp 76. 3. 77. 77a; du hast gepraten und gesotten / visch, vlaisch, wild und zam, / blamanschier, den du lopsam / mahtest SHort 4094; blamenschier was dâ tiuwer Georg 1925; Renner 9814

MWB 1 853,33; Bearbeiter: Tao

blæ|muot stM. ‘Aufgeblasenheit; Zorn’ tumor mentis: blemut, bleunge VocAbstr 360

MWB 1 853,45; Bearbeiter: Tao

blanc Adj. 1 ‘glänzend, hell, weiß’
2 Besonderes
   1 ‘glänzend, hell, weiß’ in grüene mac man schouwen / bluomen blâ brûn rôt gel blanc KLD:Kzl 12: 1,8; KvWLd 3,3; seht, wie der winter die werlt gekleidet hât! / uns gît mit grimme sîn kunft blanke wât SM:KvL 1: 1,12; mîn hemde sô blanc NibB 670,2; hosen und halsberc wâren blanc Wh 295,11; Eracl 4949; RvEAlex 6903; dîn nagel lûter unde blanc Greg 2916; durch die kovertiure der blanke sweiz dô flôz / von den guoten rossen NibB 1882,2; sîn zeichen was ein wîzer swan / von hermîne blanc gesniten KvWSchwanr 1013; vffe blankin marhe Roth 4932; Rol 597; SpdtL 81,10; sîn arme und sîne hende / wol gestellet unde blanc Tr 3339; Herb 2495; ir hende wîz, ir kelen blank SM:Had 11: 2,8; Heimrîches blanker bart Wh 251,10; sîn liehtez hâr, daz ê was blanc, / was nû vervilzet unde lanc RvEBarl 15335; des lâ von dîner [Marias] brüste werden blanke milch geflœzet! KvWLd 32,36; Albania, da wip und man / sint in wizir varwe gar / schoͤne, blanc und wiz gevar RvEWchr 2075. blanken schîn haben/bieten/geben: der sô blanken schîn / dort hât Wh 273,8; daz selbe wilt / [...] bôt einen liehten, blanken schîn KvWSchwanr 1020; ez [Zelt] gab blanken schin / mit roͤte, diu gemischet was WhvÖst 15420    2 Besonderes: bî dem blanken brûn, Umschreibung für die weibl. Scham: er vant die rehten hirzwurz, / diu im half daz er genas / sô daz im arges niht enwas: / diu wurz was bî dem blanken brûn Parz 644,1. blankez brôt, blanker wîn: das essen truͦg er mit im dan / und dar zuͦ blanke derbe brot RvEWchr 18256; das di blanken wyne [...] starkir sint wen di rotin Pelzb 136,1. 136,3 (vgl. aber: do er den blanken [schimmernden] roten win gos in iren roten munt Mechth 1: 22,58). alders ~ ‘vom Alter grau’ Heimrîch der alders blanke / und niht der muotes kranke Wh 266,3. 145,14 (vgl. von alder blanc UvEtzWh 4741. 7566 ). ~ werden ‘alt werden’ ich bin alsô worden blanc, / daz ich niur einn gesellen hân, / an den ich mich wol müge gelân HvBer 4951. 5115. daz blanke lant, Bed. unklar, viell. das freie, offene, zu großer Jagd geeignete Ackerland: welle wir niht mit vröuden sîn / zem blanken lande zwêne tagen / beizen, birsen unde jagen? UvTürhTr 1085 (vgl. varnt zem rôten lande ebd. 1094 ); daz er denne rîte / gein dem blanken lande hin HvFreibTr 4213 (vgl. Bechsteins Anm.z.St.)

MWB 1 853,47; Bearbeiter: Tao

blanc stSubst. s.a. blenke stF. 1 ‘Glanz, weiße Farbe’
2 ‘weiße Schminke’
   1 ‘Glanz, weiße Farbe’ ouch er [der Heilige Geist] von dem himel swanc / uz der stat syn luter blank TvKulm 5574; so wolde ich der vogel sanck / prysen ind der plomen planck KarlGalie 8975; pey der swertz chent man planch, / pey der chelt chent man hitz Teichn 439,78; davon ist im [Teufel] swartz noch plankch / noch chain gestalt czu schreiben pey. / er ist gestalt und formen frey ebd. 564,3762    2 ‘weiße Schminke’ ir varewe lieht unde gût, / rehte als milich unde blût, / wol gemischet rôt und wîz, / âne blank [Laa. blencke, blanke ] und ân vernîz En 5172

MWB 1 854,31; Bearbeiter: Tao

blancgevar, blancvar Adj. ‘weiß von Farbe, glänzend’ diu vierde juncfrouwe wîs / truog obz der art von pardîs / ûf einer tweheln blanc gevar Parz 244,17; harnasch blanc gevar ebd. 443,9; ein pfært, daz was blanc geva TürlArabel *R 256,22; diu ander ler [gemeint: die Buchstaben] was blanc var WhvÖst 13937

MWB 1 854,44; Bearbeiter: Tao

blancheit stF. ‘weiße Farbe’ von blankeit [La. blancheit ] ein spaldenier / zieret’ im den lîp wol DietrGlesse 648

MWB 1 854,51; Bearbeiter: Tao

blancros stN. ‘Schimmel’ albidus vel pallidus: blancros, bleichros SummHeinr 1:145,423

MWB 1 854,54; Bearbeiter: Tao

blancval Adj. (Haarfarbe:) ‘hellblond’ (?) vnd der geblvͤmet Kybalin, / dez har gap blanch valwen schin TürlArabel Forts. 691

MWB 1 854,56; Bearbeiter: Tao

blancvar Adj. blancgevar

MWB 1 854,59;

blanden stV. (VIIa) Prät. 3. Pers. Pl. bluonden statt blienden ist wohl als reimbedingte Angleichung an stuonden zu betrachten. ‘sich vorbereiten’ der tag der was getaget / daz uf die gelieben stuͦnden. / gein vræuden sie sich bluͦnden / mit hertzen und mit muͦte Rennew 32350

MWB 1 854,60; Bearbeiter: Tao

blandine stF. inblandine

MWB 1 855,1;

blanke swF. planke

MWB 1 855,2;

blanken swV. blenken

MWB 1 855,3;

blappenblap M. ‘Plapperer’ Rüedelîn, du bist ein junger blappenblap! SM:UvS 22: 7,1

MWB 1 855,4; Bearbeiter: Tao

blas Adj. 1 ‘bleich, fahl’
2 ‘kahl’
3 übertr.
3.1 ‘schwach, gering, arm’
3.2 in Verbindungen mit Verben
   1 ‘bleich, fahl’ menschlich bilde si schone adir blas, / her [Smaragd] git ie den wedirschin / als ein clar spigel glesin Brun 1587; bleich und blas ebd. 9983; unz dî vorburc gar vorbran, / und alliz daz darinne was / wart alsam ein asche blas NvJer 22981. 24061; daz her zumâle wart so blas / und sô gar vorzagete, / daz iclîchir jagete / kegn lande ebd. 21273    2 ‘kahl’ wært ir starc als Samson was, / ich liez mich roufen, daz ich blas / würd an minem houbet Widersp 64    3 übertr.:    3.1 ‘schwach, gering, arm’ sagt mir, liupper herre, dûhte ich iuch sô blas, / daz ir mir mîn grüffel nâmet unverdienter dinge? Neidh WL 9:3,4; do gotes lob da wart blas Macc 1280. – subst.: wa ein herr freuntleich leb / mit eim plasen der nicht hat Teichn 47,79    3.2 in Verbindungen mit Verben: des lebens ~ belîben ‘sterben’ ouch sach man [...] / vil manchin gerne von der burc / nemen sulchis vallis turc, / daz er bleib des lebins blas NvJer 7767. – einer Sache ~ werden ‘einer Sache beraubt sein’ ich selber gar verraten bin / ioch aller werdikeit von in, / priesterschaft bin ich worden blas / die doch uf mich geboren was Macc 10751. – jmdn. (lebens) ~ machen ‘jmdn. töten’ darin ir swert vorzerte / unde machte lebins blas / alliz, daz darinne was / traginde menlîchin lîb NvJer 16183; er vîng ôt unde machte blas / alliz, daz darinne was ebd. 20312. 11447. – eine Sache (jmdn. einer Sache) ~ machen ‘(jmdm.) etw. verderben, vernichten’ daz kint, der werlde heilant, / wirt lîdin mertirlîchen tôt / [...] und dî craft des bôsin / tûvilis gar machin blas NvJer 5793; dâmite [mit dem Schwert] dû dî vîande / des volkis von Israhêl / nidirwirfis sundir vêl / und sî machis êren blas ebd. 2470

MWB 1 855,6; Bearbeiter: Tao

blas stN. ‘brennende Kerze, Fackel’ ein blinder man gienk eines nahtes uf der straze, / dem brande ein blas in sîner hant Rumelant 3,57b; Brun 9872; UvEtzAlex 26418; HeslApk 8317; er [...] verbrande die stat als ein blas Macc 2876; da hete diu ware minne ein blas / entzündet Frl 7:2,4; wen ir rede iczunt was / von des heilgen geistes blas / werlich ein ynvuer stark TvKulm 5592. 3087

MWB 1 855,41; Bearbeiter: Tao

blâs stMN. ‘Hauch, Atem; Blasen’ man sprichet von des aspis blase / des menschen lib gar vortwase Brun 2782; diu [ sêle ] vert von mir als ein blâs / und lât mich ligen als ein âs Freid 18,2; Renner 6085; von des hornes blase HeslApk 7726. 20213. der [ geist ] muz vor sinen got varn, / der in mit sinem blase / disem irdischen ase / von sinem adem in bliez ebd. 17993; des heilgen geistes blas Hiob 14046; dez tiuͤfelz blaz Teichn 536,39. den ~ tuon, sînen ~ blasen: daz her [Engel] den blaz tete HeslApk 14354; also gas [= gâhes ] , / als got gebleset sinen blas, / als ir ein ouge zu geslat ebd. 18106. ein ~ phîfen: ‘drutz, nit pfiff! ez gilt din koͤrpel, / wa du pfiffest nu ain blaß’ Teichn 591,31

MWB 1 855,49; Bearbeiter: Tao

blâsære stM. ‘jmd., der ein Blasinstrument spielt, Bläser’ Roͮlant unt di sine / cherten mit micheleme nide / an der haiden bette hús. / sine blasare musen dar uz: / si erslugen si alle samt Rol 4170. 4179; StrKarl 5176. 5191; daz des chaiseres plasare / pliesen al geliche Rol 6070. – als Bestandteil eines Personennamen: UrkCorp (WMU) 924,22. – bildl. ‘Prahler, Schwätzer’ ein solich cokart [Narr] und blesere, / der mit syme wynde sich ruͤmet sere Pilgerf 7840

MWB 1 855,63; Bearbeiter: Tao

blâse swstF. 1 ‘(Wasser-, Luft-)Blase’
2 ‘Harnblase’
3 als Teil eines Blasinstrumentes (vgl. Eitschberger, Musikinstr., S. 235ff.)
4 Phras.
   1 ‘(Wasser-, Luft-)Blase’ so der wazzir suchtege zu swollin si als ein blase uol wazzirs SalArz 55,57; di bloze, di do sich [...] bewisit sam eyn glas, ist das di snelle czubricht, so ist der wyn gut Pelzb 139,24. 139,26    2 ‘Harnblase’ ein stein wirt [...] etwenne in der blase uon einer grozen leimiger vuchte SalArz 58,43; der harn mac etwenne nicht uz gen uon der blase ebd. 60,9; Macer 43,4. 39,4; OvBaierl 32,21; von der plasen [Überschrift] . diu plâse oder diu plâter ist ain vaz des harmprunnens BdN 34,10; kain vogel hât ain plâsen ebd. 165,19    3 als Teil eines Blasinstrumentes (vgl. Eitschberger, Musikinstr., S. 235ff.): dar nâch kumt ein ander tôr, / der bringet ein blâsen und ein rôr [Dudelsack?] . / die blâsen er drücket ze maniger stunde / hin und her vor sînem munde, / daz im die backen donent dâ bî Renner 12458f.    4 Phras.: alle din gewalt, der is / in dime kranken ase, / als windes vol ein blase, / der zuhant uzbrichet, / als man sie durchstichet Pass III 641,16; in mir [Frau Hoffart] ist nit me dan wint und rauch; / da bin ich als eine uffgeblasen blase auch Pilgerf 7604; vgl. TPMA 2, 19. die luoderer, / den bûch und blâse wirt selten lêr Renner 9836; wanne manigen menschen ist nimmer wol, / in sî denne mage und blâse vol ebd. 9968; mir ist noch blâse und mage lêr! ebd. 10536. – basierend auf dem Kinderspiel, dem Hund eine mit drei Erbsen gefüllte Schweinsblase an den Schwanz anzuhängen und ihn so umherzutreiben (Wießner, Komm., S. 168f.; TPMA 2, 19; DWB 2, 67): er gap versengelt wol, rehte als im wær an gebunden / ein swînes blâse, alsô man den wilden hunden tuot Neidh WL 24:10a,2; in einer blâsen drî erweiz / jagent einen hunt vil manigen kreiz, / den er niht liefe und gar verbêre / ob diu blâse voller wêre Renner 16539

MWB 1 856,9; Bearbeiter: Tao

blâsebalc stM. ‘Blasebalg’ nidene an dem gewelbe / lâgen viere und zwênzich blâsebelge SAlex 6016; und an ieglîch esse ort / wâren hie unde dort / zwei hundert blasbelg grôz EnikWchr 24465; uz mangem wilden velle / si [Windmühlen] blaspalge triben WhvÖst 11857; Cranc Jer 6,29. – bildl.: du sal den blasbalch, die gunst des heiligen geistes vernemen, / de dir sal den starken wont [= wint ] der guͦder andehte geven Lilie 15,33; [Frau Hoffart:] myn blaßbalg uppige ere ist genant Pilgerf 7657 u.ö. – in Vergleichen: wante se [Lunge] alz eyn blazblach ys ouer daz herze, dat et dy kalden lucht in sych ty vnde dy hytte myt deme ademe vt drife OvBaierl 9,3; glicherwis als eyn blosbalc, / mit dem man uf blest eyn vuer / in eyme oven ungehuer Hiob 15226; daz fiwer ouz ir helmen bran, / sam ez ein blespalch blæte Rab 748,5

MWB 1 856,46; Bearbeiter: Tao

blâsehorn stN. ‘Horn (als Blasinstrument)’, hier als Scheltwort: er schedelundez [klapperndes] blasehorn, / daz den wintvank hat verlorn! Jüngl 913

MWB 1 856,63; Bearbeiter: Tao