blatenrinc
stM.
‘Brustharnisch’
das ê was scone unte ganz, / daz wart geworphen, daz iz hinc / dhem manne unz
uf dhen platenrinc BraunschwRchr
8257
MWB 1 861,38; Bearbeiter: Tao
blatenslaher
stM.
‘Plattenschmied, Harnischmacher’
wir verbieten, daz nieman [...] von deheinem
goltsmide dehein werck ze pfant nem, niur als vil dez waerchlons gesein mach,
[...] und auch von cheinem sabuͤrchen [l.
sarwürken; Zusatz im Satzungsbuch B: und von plattenslahern
noch von deheinem hantwerchsman
]
StRMünch
216,24App.
– als Bestandteil eines Personennamen:
unser lieb pruͤder Martein der plattensloher und Peter der goltsmit
UrkRegensb
544
(a.1342)
MWB 1 861,42; Bearbeiter: Tao
blatensmit
stM.
wie blatenslaher, hier als Bestandteil von Personennamen:
umb Heinr. den plattensmit UrkRegensb
741
( ca. 1325 -1350).
746.
749
MWB 1 861,52; Bearbeiter: Tao
blâtere, blâter
swstF.
1
‘(Wasser-, Luft-)Blase’
2
‘Harnblase’
3
‘Pustel, Geschwür’
4
‘Brustwarze’
5 als Teil eines Blasinstrumentes (vgl. Eitschberger, Musikinstr., S. 235ff.;
blâse Pos. 3 )
1
‘(Wasser-, Luft-)Blase’
wann oft gillt er [Donner] sam der
ainem ain plâtern voller luftes auf dem haupt zerslüeg BdN
92,31;
unz er [Donner] daz wolken
zerpricht an ainer seiten sam der luft die plâtern tuot ebd.
92,35;
bulla: blatera SummHeinr
2:197,145
2
‘Harnblase’
niderhalb des magen gêt ein wazzersaga / in die blâterun untir
zwisken hegedruosen Gen
182;
diu plâse oder diu plâter ist ain vaz des harmprunnens
BdN
34,11;
sô hât der mensch den harnstain in der blâter
Barth
130,9;
SalArz
115,43;
den stein in der plâter(n) (zer)brechen
ebd.
12,55;
BdN
341,34.
321,18;
swel wip rinnende blatern haben SalArz
63,54;
wenn man in [Drachen] verjagen wil
[...], sô nimt man ain aufgeplâsen plâtern und sleht
dar auf mit coralleinn gärtleinn BdN
270,15.
–
‘Gallenblase’
nim des rephvnes gallun vnde sine blatervn
Ipocr
93
3
‘Pustel, Geschwür’
sin aber di blatern zu einer wrate [=
warze
] geratin, so sal man [...]
SalArz
28,6.
28,13;
di blatern di uzsetzigen hant an dem antluze ebd.
92,4;
so an dem brande blatern werden ebd.
79,52.
79,46;
ein blater als ein eie ebd.
31,17
(ähnl.
EnikWchr
7998 );
di swarzen blatern Macer
30,8;
OvBaierl
72,6;
ir [der Frau Welt] lîp was voller
blâtern / und ungefüeger eizen KvWWelt
222;
RvEWchr
10217.
– im Sinne von vîcblâter:
der die vichblatern hab, der nem hirzin unslit oder buchines
[...] und brenne di blatern bi einem fiure, unz si
breste BenRez
38a.
– übertr.:
die muter wirt der dohter blater, / die dohter an ir muter kert
EvStPaul
8423
(vgl. Lc 12,53);
geistliche blotern Tauler
95,25.
95,26.
– als Scheltwort:
dû an güet ein vippernater, / dû fræzigiu wolfes blater
[fressendes Geschwür; s.a. wolf
] , / dû schamlôsiu hundes muoter Ottok
63496
4
‘Brustwarze’
ir [des weiblichen Teufels] har das
waren slangen, / dy hiengen ir auff di wangen. / aydexen und natren / von dem halse
untz auff di platren / hingen auß ir velle HvNstAp
9022
5
als Teil eines Blasinstrumentes (vgl. Eitschberger, Musikinstr., S. 235ff.;
blâse Pos. 3):
wo in der blater grüfte / und in dem ror von meisterlicher
hende / gebrochen wirt die lüfte, / da sachet sich ein phifen sunder wende
Mügeln
316,9
MWB 1 861,55; Bearbeiter: Tao
blâterkopf
stM.
wohl ‘aufgedunsener Kopf’ (vgl. SchweizId 3,414), hier als Beiname:
auch ander sein guot freund / kamen mit mair Betzen dar: / Dietrich der
übelfar, / Cuonrat der platerkopf [La. plotterkopf
] / und auch maier Nastropf MeierBetz
23
MWB 1 862,36; Bearbeiter: Tao
blæterlîn, blæterl
stN.
Dimin. zu blâter.
‘kleine Blase’
die [
swammen
] sint prait und dick und oben rôt mit weizen plæterln
BdN
402,8;
der siehtum sleht an der stat her auz mit klainen
pläterleinn ebd.
417,35;
wâ der wurm über ains menschen plôze hant gêt, die unwirdigt
er und læzt plæterl nâch im ebd.
301,11.
275,15
MWB 1 862,42; Bearbeiter: Tao
blâtern
swV.
zu blâter F.
refl., ‘sich aufblähen’
alle dw werlt mit iͤr sach / ist als ein vaym in einem pach / der nympt vom
wazzer sein gestalt. / wann er dann ein weil auf walt / und sich platert in dem see,
/ so wiͤrt ez ein wazzer als ee Teichn
22,59
MWB 1 862,49; Bearbeiter: Tao
blâterphîfe
swF.
ein Blasinstrument (vgl. Eitschberger, Musikinstr., S. 236 und 241):
daz wir windischen treten / nâch der blâterphîfen Helbl
14,49
MWB 1 862,55; Bearbeiter: Tao
blâterspil
stN.
ein Blasinstrument (vgl. Eitschberger, Musikinstr., S. 235f. ):
schalmayen und tamburen, / pusaun, horen und plater spil, /
deß was da ane zale vil HvNstAp
10504
MWB 1 862,58; Bearbeiter: Tao
blâtersuht
stF.
‘Blatternkrankheit, Pocken’
diu blâtersuht si ane chom, / si wurden ze ubeleme lobe Exod
1763.
2071
MWB 1 862,62; Bearbeiter: Tao
Blatvüeʒe(n), Platvüeʒe(n)
Pl.
‘Blatt-, Plattfüßler’ (volkssprachl. Bezeichnung für Skiapoden; vgl. Chr.
Gerhardt, Beiträge, ZfdA 133[2004], 187f.):
iz [Mantel] brachtin blatvuze /
Aspriane zo eren Roth
1871;
dar nâch fuor er zehant / in der platfüezen [La.
blathufen
] lant. / die wârn griulîch gestalt: / er wær junc oder alt, / er het
einen fuoz als ein schilt / und was eislîch als ein wilt EnikWchr
21120;
die einougen und die breitfüezen [La. platfuͦzzen
]
ebd.
21149;
ein volc [...] / ungestalt und unsüeze, / die hiezen
blatevüeze. / [...] swen ez wil unweter werden, / sô recken
die unwerden / die füeze ûf [...] / und schirmen sich vor
dem weter dâmite ErnstD
3828;
ErnstB
4671
(La.).
4716
(La.).
– Vgl. Plathüeve
MWB 1 863,1; Bearbeiter: Tao
blatwërfen
stN.
‘das Umblättern’
unz er [Esel] wol gelernet hate / daz selbe
blatwerfen gar StrAmis
253.
263.
269
MWB 1 863,16; Bearbeiter: Tao
blâvar
Adj.
‘blaufarbig; blutunterlaufen’
cianeus: blavaruwer SummHeinr
2:243,01.83;
man sach da gele glizzen, / daz grune vnde daz blavare
Herb
1315;
in einem vanen blâvar Bit
9792;
sein pluom ist plâvar oder gelvar BdN
394,29.
424,8;
ime geswal der arm behendelich gross und ward blawvar Seuse
44,12
MWB 1 863,19; Bearbeiter: Tao
blâvogellîn
stN.
‘Blaumerle’ (? vgl. Suolahti, Vogelnamen, 49):
turdus: blaifoͤgeli VocOpt
44.211
MWB 1 863,26; Bearbeiter: Tao
blâvuoʒ
stM.
eine Falkenart (vgl. Suolahti, Vogelnamen, 338):
wer sölte niht über die tumpheit schrîen, / ob einer vür sperwer rœtelwîen /
koufte und blâfüeze vür hebich? Renner
5467;
mit valkchen und mit plafuessen / sach mans auf raiger paissen Seifrit
7997;
ach, hett ich einen blafuß für den falken
Mügeln
404,1;
Pilgerf
7075.
8908
MWB 1 863,28; Bearbeiter: Tao
blâweitîn
Adj.
‘waidblau’
sin [des personif. Mai] ros ist die heide breit; /
so ist die decke sin / blaweitin blüemelin Herbst
34
MWB 1 863,35; Bearbeiter: Tao
blæwen
swV.
→
1blæjen
MWB 1 863,38;
blæwen
swV.
‘etw. blau machen’
der ander gar in himel varwem schine / als der saphir mit ciclade geblewet
JTit
3777,3;
ein ciclade geblewet was al sin dach der sarwe ebd.
3779,1;
der swan mit perlîn was durchgraebt / und der ougen sehen mit saphier geblaebt
Loheng
5322
MWB 1 863,39; Bearbeiter: Tao
blâwling
stM.
Fisch mit bläulicher Färbung:
fuͥnfzig zins blaweling von far und fach und von den hofstetten FWB
4,567
(Kläuli, Schweiz.Urbare; a. 1331)
MWB 1 863,45; Bearbeiter: Tao
blâze
swM.
eine Bezeichnung des verkleideten Narren (vgl. ahd. blâzen
‘blöken’, AWB 1, 1188 )? Oder als dialektale Var. zu
blôʒ
(vgl. Anm.z.St.)?
dô sach si den blôzen [= Konjektur; Laa. blaczen,
vmberaten, tvͤmmen
] , / der ein tôre solde sîn HBirne
232
MWB 1 863,49; Bearbeiter: Tao
blebzen
swV.
→ blabezen
MWB 1 863,55;
blech
stM. oder stN.
vgl. blek Schiller/Lübben 1,354.
‘Platz, Fläche’
do wolde he eine kyrche buwin vnd inhatte des blechis nicht genuch von eime
steinigin berge vnd anderhalb von dem wazzire JenMartyr
43;
also geschath iz, daz von deme einigin korne also manich winstok wuchs, daz an
also cleinin bleche also sich breite, daz sie darundir sazin, als vndir eime dache
ebd.
55
MWB 1 863,56; Bearbeiter: Tao
blëch
stN.
Pl. auch blecher (
WolfdD
1052,2.
2014A,2
).
1
‘Platte, Plättchen aus Metall, Blech’
2
‘Platte aus Horn’
1
‘Platte, Plättchen aus Metall, Blech’
lege im ein durkel blech uon blie uf di lenden
SalArz
59,47.
si slugen das di starcken plech / nider riren von den platten
HvNstAp
7758;
ain slac frumt, do entslozzen / vil wart der niete bleche WhvÖst
8185;
Loheng
2199;
WolfdD
1052,2.
2014A,2;
eyn blyen blech Hiob
7797;
yserine blech ebd.
14804;
vnde truͦc der bischof denne vor an dem ende ein guldin
blech, daran waz geschriben ein name vnsers herren Lucid
86,11;
si [
diu wât
] was lanc unde breit, / allenthalben drûf geleit / dickiu blech von
golde Er
1994;
KvWTroj
3990;
[Martinas Gürtel] was nach gotis willen greh, / noch hate
ringgen noch daz plech Martina
22,28;
JvKonstanz
710.
– Sprichw. (?):
niuwiu blech in alten pfannen / sint tumme site an alten mannen
Renner
23467
2
‘Platte aus Horn’
eine brünje [...], / daz was
heidenischez werc / von breiten blechen hürnîn Wig
7374;
diu [
blate
] was gesniten wol ze lobe / ûz eines kocatrillen hût. /
[...] / ir glanzen blech und ir geleich / beliben
ungeschertet. / ûz stahele wol gehertet / wâren si gemachet KvWTroj
3718
MWB 1 864,1; Bearbeiter: Tao
blëchelîn, blëchel
stN.
Dimin. zu blëch.
‘Plättchen’
di mine rede man schribe, / also das sy stete blibe, / mit eynem gryffel
yserin / in eyn blyen blechelin Hiob
7796;
der wein, dâ goldes plechel inn erlescht sint, ist den
milzsühtigen guot BdN
475,3
MWB 1 864,25; Bearbeiter: Tao
blëchhantschuoch
stM.
‘Handschuh aus (Eisen-) Blech’
wer zv sulchem krige oder zvm gevechte chumt mit einem panzer oder mit einer
platen oder mit eynem spizigen swert [...] oder mit
plechhantsuchen oder mit eysenhantsochen [...] vnd des
vbersagt wirt StRPrag
29;
den eysenbúhel er vff sich pandt, / zwen plechhentschuh straich er an sein
handt Neidhc
72:3,6
MWB 1 864,31; Bearbeiter: Tao |