b – bachhelling bächîn – backwërc bacolôn – badestubære badestube – balde baldecheit – balmunden balmunt – balsamtrôn balsamtropfe – ban, bane 1ban – banekîe banël – bänkelîn banken – bantac bant|âder – banzins banzûn – bârbrët 1barc – bârkleit barkorn – barmhërzeclîche barmhërzege – barten bartenære – base Baseler, Basler – bate bate, pate – bearbeiten bearren – bechersamenære becherweide – beckenknëht beckenkol – bedancheit bedarf (?) – bedingen bedirmen – bedrangen, bedrengen bedrât – begâben begâbunge – begelimpfen begenagen – begin begîne – beglîmen beglîmunge – begrîflich begrîflîcheit – behaft behaftec – behaltunge behandeln – beheimsuochen beheiʒen – behern behêrren – behoven behten – behuoflich behuoren – beie beie – beinîn beinîsen – beiʒe 1beiʒe – bekantlicheit, bekentlicheit bekantnisse, bekentnisse – bekerzen bekicken – beklipfen beklocken (?) – bekorunge bekorungnisse – beküelen bekumberhaft – belæren belasten – belîbelich belîben – belônære belônen – bemaln bemangen – bemurmeln bemüseln – benedîunge benediz – bennen bennige – bequâme bequæme – bërc|êrîn bërcgar – bërcphenninc bërcrëht – beredenunge beredet – 1berennen 2berennen – bërhtnaht berhtram – berillîn berîmeln – bërlich bërlîn – bernisch bërnklâ – bêrswîn bertenære – beruofære beruofen – besamentlîchen besamenunge – beschatzære beschatzen – beschemen beschemenisse – beschînen beschirm – beschouwunge beschremen – besebelicheit beseben – besetzunge besëʒ – besîtes besitzære – beslîʒen besloʒ – besnöuwen besnüeren – besprëchære besprëchen – beste bestëchen – bestiure bestiuren – bestürzen bestutten – besuochnisse besuochunge – bët betagen – bëtelære bëtelærinne – bëtemësse betemmen – bëtewîn bëtewîp – betrahtegen betrahten – betrogenlich betrônen – betrûren betrûrigen – bettemunt betten – betûchen betüemen – betwungenheit betwungenlich – bevellicheit bevern – bevliehen bevlieʒen – bevür bevürhten – bewærnüsse bewarsam – bewëlgen bewëllen – bewindeln bewinden – bezâfen bezaln – beziln bezimbern – beʒʒer beʒʒerære – bî bestân bîbilde – bíderben, bedérben biderbenen, bederbenen – bîenkar bîenswarm – bieʒenblat bieʒenkrût – bîhtât bîht(e) – bilchmûs bildære – bildoht bildunge – bilsensaf bilsensâme – bineʒ binide – birden bir(e) – birnwîn birsære – bischolf bî schrîben – bî slâfen bî|slëht – bît bitære – bittern bitternis – biurlîn biuschen – bîvilde bîvilden – bîzeichenen bî zëmen – blahsen 1blæjen – blâsehorn blæselîn – blatengîr blatenrinc – blëchhantschuoch blëchrinc – bleichvëlt blende – blîche blende stF. blenden swV. blendunge stF. blenke stF. blenkeln swV. blenken swV. blenkieren swV. blêren swV. blesset Adj. blesten swV. bletelîn stN. bleteren swV. bletiche F. bletze MN. bletzelîn stN. bletzen swV. blez stMN., swM. blî stNM., auch swM. blîalt stM. blîaltsîde F. blîant stM. blîât stM. blîbërc stM. blic stM. blîche Adj. blîchen – blîkloz blîkolbe – bliuclich bliuge – blôdern blotschen – blüemunge blüetebërnde – bluomental bluomenvar – bluotgieʒen bluotgieʒende – bluotstürzunge bluotsûgende – bobenthalben boc – bogelîn bogen – 2bolle bollen – 3bor bor-, enbor- – (borliep,) enborliep bormære – bortengewant bortiure – bote botech – bou bouc – boummate boum|öle – bôʒwurz brâ – brâ|hâr bræhen – brantlich brantreite – brâwelîn bræwen – brëhenen brëhentac – brenken brenn-, bern(e)-, birnschatz – bretsche brëtsnîdære – brieschen brievære – brionie brîsære – briulêhen briumeister – briuwe briuwe – brohsen bronie – brôthalle brôtheit – bruch bruch – bruckenambet bruckenære, bruggenære – brüeterîn brügel – brünnære brunne – brünselbërc brünseln – bruoderhûs bruoderkint – brust brust – brûtdëgen brûtdrüʒʒel – brûtsanc brûtschaft – buckel buckelære – büellîn büeʒære – buhsboum bühse – bûlslac bulzen – buoben buobengâbe – buochisch buochkamere – buoliân buollîn – buppe bur – burcgrâvenambet burcgrâvenrëht – burcmeisterlêhen burcmeisterschaft – burcstal burcstat – bürde bürdelîn – burgergemeine bûr|gerihte – Burgunder Burgunjoys – bursenære bursît – büschelîn buschoff – bütelin bûtelîn – bûvëlt bûvisch – buʒʒel
|
blende
stF.
‘Blendung, Blendwerk’
di werlt ist nicht wen ein blende / und ein kunterfeit an ende Brun
10232;
got behende du wundelich [Pron.-Adj. ‘alle Wunden’]
/ von uns swende so minneclich, / sunde blende die von uns brich / vil genende wol
endelich Macc
14393
MWB 1 868,16; Bearbeiter: Tao
blenden
swV.
1
‘jmdn. blind machen, blenden; das Sehvermögen mindern’
2 von 1 ausgehende bildl. und übertr. Verwendungen 2.1
‘jmdn. (etw.) (ver-)blenden, täuschen’
2.2
an etw. geblant sîn
‘etw. beraubt sein’
3
‘das Licht, den Glanz von etw. verblassen lassen; etw. (mit etw.) bedecken’
1
‘jmdn. blind machen, blenden; das Sehvermögen mindern’
an dem zehentim iâre gewan er Ierusalem unde
[...] blante den kûnich Spec
38,24;
daz Alexander [...] / sîne liute
habete gevangen / unde geblentet unde erhangen VAlex
1024;
Herb
17616;
Eracl
3054;
RvEBarl
11302;
jmdn. mit den molten ~
Jüngl
1235;
sei daz man der swalben kindel plent, in komen diu augen
wider BdN
201,13;
es wirt etwenne ein luter oͮge als schiere geblendet von wissem melwe als von
bleicher eschen Seuse
221,19
2
von 1 ausgehende bildl. und übertr. Verwendungen
2.1
‘jmdn. (etw.) (ver-)blenden, täuschen’
etslîcher hin zir spræche, / daz in ir minne stæche / und im die freude
blante Parz
217,3;
diu liebe kan wol blenden / einn man, daz er niht gesiht
/ und nimt im doch der ougen niht Eracl
2480;
hat dich der tufel geblant? / du bist mit sehenden ougen
blint Herb
9780;
totlicher sunden dampen / blendet im der ougen liecht Daniel
6771.
– mit Gen.:
du bist ein bischof genant / vnde doch der warheide [in
Bezug auf die warheit
] geblant / die din munt [...] / den
anderen solde machen kunt PassI/II
219,26.
– refl.:
daz si [...] ir gemüete / von dir
[Gott] wendent und sich blendent / und
êwiclich ir sêle schendent Renner
10711
2.2
an etw. geblant sîn
‘etw. beraubt sein’
wir sîn an êren hie geblant Virg
690,2
3
‘das Licht, den Glanz von etw. verblassen lassen; etw. (mit etw.) bedecken’
der göteliche schin, / des glanz die sunnen blendet KvWGS
1271;
aber das grosse liecht der sunnen das hat si
[Sterne] geblendet Tauler
378,24;
was di erde geblant / mit sne in winderziten, / so gienc er an di liten / und
schar den sne hin zu tal MarLegPass
21,42;
Cranc
Uzl 266,32
MWB 1 868,22; Bearbeiter: Tao
blendunge
stF.
‘Verblendung, Blindheit’
unde alse vil alse nah dem so enist got niht ein sache der blendunge [
excaecationis
] oder der verhertunge, alse er ouch dekein sache der sünde ist
ThvASu
180,27
MWB 1 868,57; Bearbeiter: Tao
blenke
stF.
1
‘weiße Farbe’
2
‘weiße Schminke’
1
‘weiße Farbe’
minnen kraft mit freuden krenke / frumt in bleich an sîner blenke Parz
810,30;
im gap dar diu künegîn ir hemde, / blanc sîdîn, als ez ir blenke ruorte
Tit
81,3;
JTit
1530,2;
ir mundes rœte und ouch ir armes blenke MinneR 30
654,4;
iwers helmes varwe [...], / diu ist von vier stücken
gar: / lâsûrblâ und silbervar, / daz ein teil swarz alsam ein kol, / daz stêt gên
der blenke wol Bit
2806;
sô trage ich wol in grâwe wîze strîfen. / geswîget Muot, daz bringet mir die
krenke, / mîn blenke müeste brûnen Hadam
234,6.
–
bî der blenke diu briune, Umschreibung für die weibl. Scham (vgl.
blanc
Adj.):
ez ist guot / daz man bî der blenke / die briune rüere Neidh(HW)
53,16
2
‘weiße Schminke’
ir varewe lieht unde gût, / rehte als milich unde blût, / wol gemischet rôt
und wîz, / âne blank [Laa. blencke, blanke
] und ân vernîz En
5172
MWB 1 868,62; Bearbeiter: Tao
blenkeln
swV.
‘wiederholt erklingen machen’
Gáselhere, nu blanckell dein tambúre! Neidhc
120:8,1
MWB 1 869,16; Bearbeiter: Tao
blenken, blanken
swV.
1
‘hell, weiß sein, glänzen’
2
‘glänzend weiß machen, erglänzen lassen’
3
‘sich hin und her bewegen’
1
‘hell, weiß sein, glänzen’
man sach helme und schilde / glîzen ûf dem gevilde, / die brunjen blenken sam
ein glas LivlChr
3283.
8341;
sîne cleidere sint worden schînende und alzuͦ vile blankinde alse der snê, und
alse kein verwer ûf der erden nicht mac blankinde gemachen EvBeh
Mc 9,2;
si sâhin einen jungelînc sitzende [...], bedackit mit
einer blankinden stôlin ebd.
Mc 16,5;
di blenkend natur gotis hat an sich genomen menschlich natur Eckh (J)
58,5
2
‘glänzend weiß machen, erglänzen lassen’
sô hât snê geblenket die heide, / dâ die bluomen gâben ê
liehten schîn SM:UvB
5: 1,4;
ritterliche da ir swert / der arme kraft da clancte [La.
blanckte
] / durch wapen, daz ez lancte / die sel von dem libe WhvÖst
17581
3
‘sich hin und her bewegen’
er klaffendez hufisen! / owe, er karrende tur! / er kirret wider unde fur /
als in slaf ein blenkende lin [Fenster]
Jüngl
919;
irú oͮgen sint in minú geblenket [in die meinen
gesenkt] , ir herz gegen mir geneiget, ir sel und ir muͦt ane
underlaz in mich geboͤget Seuse
224,29
MWB 1 869,18; Bearbeiter: Tao
blenkieren
swV.
‘glänzen lassen’
man sach vil mange wîze hant / ir vinger dâ blenkieren KvWTroj
28211
MWB 1 869,40; Bearbeiter: Tao
blêren
swV.
‘blöken’
ouch hôrte man in [Widder] blêren / alsam ein
jungez lembelîn KvWTroj
11044
MWB 1 869,43; Bearbeiter: Tao
blesset
Adj.
‘einen weißen Fleck an der Stirn habend’ (vgl. blasse DWB
2,71):
do ward dem Betzen / gegeben [...] auch ain plassetz
rösslein MeierBetz
46
MWB 1 869,46; Bearbeiter: Tao
blesten
swV.
‘platschen, klatschend (auf etw.) aufschlagen’
Gâwân holt unsenften zins, / dô er untz ors drîn [ins
Wasser] bleste Parz
604,3;
Malfer sluͦg einen so vaste / daz er uf die erden blaste, / von dem slage tot
er lag Rennew
23370
MWB 1 869,50; Bearbeiter: Tao
bletelîn, blätel
stN.
Dimin. zu
blat
stN.
‘Blättchen’
1 zu
blat
1 :
2 zu
blat
2.1
1
zu
blat
1:
den risen des niht verdrôz, / er swung in an den arm sîn / sam ein ringez
bletelîn EnikWchr
9868;
vnd thuͦt diß die krancke natur, das sy ausser einem bletlein machenn mag
eynen menschenn, so ist es gott vil müglicher, das er auß eynem brott moͤge machenn
seyn leychnam Eckh
2:475,11;
klein bluͤmlin noch ein bletlin noch enkein grassprúnglin Tauler
157,1;
Seuse
64,26.
– als Bild für die Vergänglichkeit:
er [der Mensch] sol ouch
merchen, daz sin leben / einem blætelin ist vil gelich. / daz en mach des niht
erwern sich, / der wint enwæ ez hin dan StrKD
81,27
2
zu
blat
2.1:
der mag [Magen] hât inwendig vil
häutelvasen reht sam klaineu plätlein an ainem püechlein BdN
32,8
MWB 1 869,55; Bearbeiter: Tao
bleteren
swV.
‘Blätter abpflücken’
die truogen nâch im rôsen dar, / gepletert vrisch und wol gevar UvLFrd
228,24
MWB 1 870,7; Bearbeiter: Tao
bletiche
F.
→ blateche
MWB 1 870,10;
bletze
MN.
→
blez
MWB 1 870,11;
bletzelîn
stN.
Dimin. zu
blez
.
‘Fleckchen, kleines Stück Land’
daz wir in dem banne ze Holzhusen [...] ein blezzili
eins bongartin hindir dem hûs [...] dem selbin herne Johans
Snewilin hein ze eigin gegebin UrkCorp (WMU)
381,42;
da lit oͧch ein bletzlin eins wîngarten; das giltet ze zinse 6 d.
UrbHabsb
1:324,13
MWB 1 870,12; Bearbeiter: Tao
bletzen
swV.
‘einen Flicken ein-, aufsetzen, etw. flicken’
do zemal was sy als arm das sy nit gewandes hat won ainen gebietzten gebletzet
rok, den sy an truͦg Stagel
103,2;
er waz ouch ein guͦter demutiker man und herre, dovon bletzet er in einre
hervart sin wambesche ClosChr
57,4
MWB 1 870,19; Bearbeiter: Tao
blez, bletze
stMN., swM.
1
‘ein kleines Stück Tuch, Flicken’
2
‘Flecken, ein Stück Land’
3
‘in kleine Stücke geschnittene Kaldaunen’
4
‘Plätzchen, Gebäck, Kuchen’
1
‘ein kleines Stück Tuch, Flicken’
sy getruͦg niemer besser gewand won als es der covent gab, und das selb was
dik als gar krank das sy fil bletz dar an machet Stagel
18,15;
nieman geruchet nuwen bletzen / hin an ein aldes cleit zu setzen
[Mc 2,21]
EvStPaul
2658.
– „wohl ein kleines schmales stück, das vorgebunden wird um den unterleib
warm zu halten; ein fleck, wie dieses wort noch in brustfleck gehört
wird“ (BMZ 1:204b,8):
min maget heizzet Metze / und spinnet an eime bletze KgvOdenw
13,118;
er graiff ir an den bletze, / si stiesz in uff den buch: / daz spil was
hert unde ruch Bauernh
268
2
‘Flecken, ein Stück Land’
vnd an demme selben hofi lit ein blez, da ein trotte vffi stat
[...]; eien [l. einen
] blez rebin hinder des Babistis hvs, daz ist eigen; jn demme tal och
ein blez, daz lit nebint eime blezce, daz hort ce demme kilwarttvemi vnd ist och
eigen; jn der berggazzen ein blez vnd in demme widemi hofi och ein blez
UrkCorp (WMU)
N92,34ff.;
da mitte ist daz vorgenante bletz gevrsâzet [ersetzt,
abgegolten] vnd sol îemerme vnserre stette sin ebd.
2704,36,37
u.ö.
3
‘in kleine Stücke geschnittene Kaldaunen’
ingwant bletze, term und magen / und ouch kragen zuo der
gluot. / herbest tuot in baz danne sumer ê SM:Had
20: 2,4.
44:2,1
4
‘Plätzchen, Gebäck, Kuchen’
dis geschach [...] an dem sunnentage, do man
vierzehen tage hatte bletz gessen UrkCorp (WMU)
2361,39;
ouch mak man si [Kirschen] trugin in
der sonnen vnd mak si sidin vnde gizen vnd plecze dar vs machin, besmerit mit
honege, vnd gelegit eyn placz vf den andirn in eyme toppe odir in eyner
tyne [= zeine ‘Korb’]
Pelzb
127,25;
kuchin odir plecze ebd.
133,11
MWB 1 870,25; Bearbeiter: Tao
blî
stNM., auch swM.
auch blîges (Gen.,
BrEng
1
), blîge (Dat., Akk.).
1
‘Blei’
2
‘Bleitafel; Bleisiegel; Richtblei’ , auch ‘Wasserleitung aus Blei’
1
‘Blei’
di turne sint mit crefte / gemuͦret in di luͦfte / mit
regelen beslozzen / mit plie begozzen VMos
64,16;
Kchr
11542;
VAlex
709;
Herb
1834;
den plîen machen wir ze golde Kchr
2087;
daz [
gesmeid
] ist sibenlai: golt silber gunderfai kupfer zin plei und eisen
BdN
474,5;
den [für schuldig Befundenen] sal
min wellindi blie in uri [ihre] orin giezi
Mühlh
108,22.
– in med. Anwendung:
nim daz gepuluerte vnde daz gebrande bli
Ipocr
165;
dem si [
ougen
] vil gezehern, der nem bli und daz wize des eies
BenRez
14;
ruten saf, rosenolei, ezzige, wiz bli, zusamene gemenget,
vertribet das da heiset heilic fiur Macer
8,17;
SalArz
52,53;
OvBaierl
95,16.
– in Vergleichen und Metaphern, bezogen auf die Eigenschaften des Bleis (die
Weichheit, das schwere Gewicht, die Farbe) und dessen niedrigeren Wert gegenüber
anderen Metallen:
der bihte der sint drie: / einiu ist gezalt zuo dem
chuphir unde zuo dem blie; / einiu heizzet silberin, / daz lat die bezzeron sin;
/ diu dritte ist guldin, / daz lat die heristen sin Hochz
619;
si traten iz [Gold] unter die
fuͦze; / unter dem miste siz lizen, / sam iz bli ware Rol
4215;
ertrunchen sint si als daz blie in wazzeren grozen PsM
C 4,10;
von den schulden sicherlich / sol yclich mensch wol vorchten sich / daz iz
durch der sunden bly / nicht in der zal der lyeben sy / durch der guten werke
gebrech Hiob
13793.
2618;
antwürte, valschiu Milte! / sît dir ist swære alsam ein blî
/ diu Kunst KvWKlage
19,3.
31,3;
di nunzehende [Farbe des Harns]
ist als ein strich uon einem bli vnde heizet liuidus SalArz
111,21;
OvBaierl
43,1;
so swartz sam ein bli ErzIII
56,166;
wie gelantz, wie stark ain helm sy, / des schwertes schnit als in ain bliy
/ tringtt, wen du es tuwingest dar GTroj
2156
2
‘Bleitafel; Bleisiegel; Richtblei’, auch ‘Wasserleitung aus Blei’
sô scrîp an ein plîge oder an eine zinîne tavel sînen namen
Barth
148,11;
HvNstAp
2562.
2655;
er hieß graben an ein pley / das ain kunig ir vatter sey ebd.
2542;
nû wellent siz zuo bringen / mit blî unde mit perment, / daz man grôzs her
über sent Ottok
52637.
8352;
des getihtes zimmer, / ob daz nâch winkelmezze sî / niht geschicket, noch nâch
mûrer meisters blî Loheng
7649.
–
aber daz wazzer, daz man in kupfer laitet, ist gar pœs
und schad, und daz man in plai laitet, ist pezzer; daz in hülzeinn rœrn von
vörhem holz gelaitet wirt, ist aller pest BdN
104,3
MWB 1 870,60; Bearbeiter: Tao
blîalt
stM.
auch blîât, blîant.
‘ kostbarer, golddurchwirkter Seidenstoff’ (vgl. Brüggen, Kleidung, S.
269f.):
Genelun uuͦrte einin blialt / uz golde gewebin
Rol
1611;
do taten an die geste / phellil vnd zindat, / mit golde herte
wol genat, / samit vnde blialt, / mit gesteine wol bestalt Herb
481.
10657;
Parz
235,10;
Tr
18149.
15199
MWB 1 871,46; Bearbeiter: Tao
blîaltsîde
F.
verdeutlichende Bildung zu
blîalt
:
uz pliat sidin wol gevar Sigun lie von ir slifen / von Lunders einen porten
clar JTit
1283,1
MWB 1 871,53; Bearbeiter: Tao
blîant
stM.
→ blîalt
MWB 1 871,56;
blîât
stM.
→ blîalt
MWB 1 871,57;
blîbërc
stM.
‘Bleibergwerk’
alles daz, daz daz egenant goczhaus hat in dem land Kerenden, leut und gut,
stet, vesten [...] goltperk und pleyberch UrkLudw
181
(a. 1337)
MWB 1 871,58; Bearbeiter: Tao
blic
stM.
1
‘Lichtstrahl, leuchtender Glanz, Blitz, Funke’
1.1 allgemein 1.2 speziell ‘Gewitterblitz’
2
‘Licht und Strahl der Augen, Blick, Anblick’
2.1 allgemein 2.2 Blick, der etwas Bestimmtes ausdrückt 2.3
‘Anschauen, Anblick’
2.4
ze ~
‘zum Anschauen, für den Anblick’ 2.5
des himels blic
‘Art, wie die Sterne im Augenblick der Geburt auf die Erde blicken,
Sternkonstellation’ 2.6 zeitl. für ‘sehr kurze Zeitspanne’
1
‘Lichtstrahl, leuchtender Glanz, Blitz, Funke’
1.1
allgemein:
daz regen noch der sunnen blic / niemer dar durch
[durch die Linde] enkumt Iw
576;
MF:Wolfr
7:3,8;
Wh
376,5;
von den blicken, / die der tac tet durch diu glas
MF:Wolfr
2: 5,1;
Wh
394,28;
si dûhte wie ein sternen blic / si gein den lüften fuorte Parz
103,28;
er sluoc, daz fiures blicke / hôhe von den helmen vlugen
UvZLanz
3172.
2067.
4496;
unt viel daz golt in den phuol, / daz ez nie rost
übermuol: / [...] ez erzeigete etswâ die blicke / daz
man sîn edelkeit bevant Wh
188,24;
KLD:UvL
16:4,4;
sêre verdriuzzet mich ir wâfen blike SM:Go
1: 6,10;
durhliuhtic edele steine, /
[...] die gein sunnen blic begiengen
Wh
409,26;
dâ wurden ir [der Rosen] liehte
blicke / zetreten: daz gap doch süezen wâz ebd.
144,4;
sîn [Rennewarts] blic durh
rost gap sölhiu mâl / als dô den jungen Parzivâl / vant mit sîner varwe glanz /
der grâve Karnahkarnanz / an venje in dem walde ebd.
271,17
1.2
speziell ‘Gewitterblitz’
so horet man diche doner unde bliche AvaJG
9,5;
SAlex
6721;
HvNstAp
6527;
daz sibente [Plage] waren
blikke VMos
39,24;
tûsent tûsent blicke Iw
649;
Wig
7284;
des drittin nachtis quam er vor deme tage mit grôzime
lîchte alse mit einime blicke unt stîz die ture ûzze deme angin
PrMd(J)
347,11
2
‘Licht und Strahl der Augen, Blick, Anblick’
2.1
allgemein:
als der mâne tuot, der sînen schîn / von des sunnen schîn
enpfât, / als kumt mir dicke / ir wol liehten ougen blicke / in daz herze mîn
MF:Mor
3: 1,8;
daz dem grôze sælde wære geschehen, / swen dâ reichte
ir [Alizes] ougen blickes swanc Wh
155,25;
ein edel stein und ein glas / gelîchent ein ander dicke.
/ von tumber ougen blicke / wirt vil wîser man betrogen Eracl
2106;
gar giftig ist sin [des
Basilisken] blick Mügeln
205,5.
– in Verbverbindungen:
in dirre selben wile / was die vinsternisse dic / so daz si mochten
keinen blic / gehaben wa si weren PassI/II
331,30;
Benedictus der gute / quam dar zu in dicke, / wand er in sinem blicke
[unter seiner Aufsicht] / sine schaf wolde
haben, / daz si icht mohten snaben / von des leiden tuvels spot
Pass III
221,58;
daz grimmige urteil, / daz von gote was gegeben / uber sin vil armez
leben, / hete er stete in blicke [vor Augen]
MarLegPass
23,189;
daz ir spilnden ougen swingen / unde uns werfen einen
blic KLD:BvH
10: 2,10;
dî sechste sache hât daz meinen, / daz man sich wâpint durch
irscheinen, / ûf daz dî vîende inpfâhin schric, / sô sî der wâpin nemin blic
[erblicken]
NvJer
3319
2.2
Blick, der etwas Bestimmtes ausdrückt:
die ureislichen blicke / sach man an deme konin man
Roth
4663;
Rol
5919.
887;
er tete die wuͦluine blicke ebd.
1418;
swinde blicke NibB
1749,4.
413,3.
1795,4;
friwentlîche blicke und güetlîchez sehen ebd.
353,1;
Iw
3795;
si begunden dicke in dem tage / ir ougen understricken /
mit inneclîchen blicken / in der menege und under liuten, / dâ blicke sulen
tiuten / und wehselmære meinen, / mit den man sich vereinen / aller gelieben
liebe mac Tr
12980;
dô ir ougen santen mir ir lôsen blik SM:Ta
2: 5,1;
leitlîche blicke unde grôzlîche riuwe
MF:Mor
13: 1,1
2.3
‘Anschauen, Anblick’
sie hêten grôzen mort begân / an orsen, ouch an den heiden hie, / nâch in
geströut lâgen die / uf dem velde dicke / in jâmerigem blicke Kreuzf
2024;
dirre sô vreislîche blic [des Todes des
Anführers] / gab den andrin sulchin schric, / daz sî ouch
ûfbrâchin sân / und ungesturmit zugin dan NvJer
5159;
fraw, erhor mich / durch den ellenden plich / da deines chindes menschait
/ dy marter an dem chreucz lait Hawich
3436;
darnach in der selben nacht / wisete got Martino, /
[...] einen blic
[Vision] , der sus geschach Pass III
593,95
2.4
ze ~
‘zum Anschauen, für den Anblick’:
swer mit einem vederspil / gern gahes vahen wil, / dem zeiget man vil dike
/ den vogel ze blike Krone
8082;
zu wunniklichem plick / stunden zwaintzig türn da, / da
[...] nie kain man an kainer statt / so schon turn
gesehen hat HvNstAp
1036;
der alte was gesezzen / gên dem sune [...] / alsô
daz der slüzzel hie [hing] / von dem gürtel eneben /
ze blicke, daz in der sun sach eben Schlegel
784.
– übertr. mit pejorativem Nebensinn ‘für den äußeren
Anschein’:
manger dienet wan ze plicke Jüngl
191.
201;
swes herze aber ist untriuwen vol, / der dienet ze blicke durch sîn
geniezen Renner
18235;
swer in der sêlden glaste vert, / der wirt wol von den liuten geêrt. /
[...] er gewinnet friunde ein michel teil, /
die sîn ze blicke nement war, / biz daz er wirt sîns guotes bar ebd.
23301
2.5
des himels blic
‘Art, wie die Sterne im Augenblick der Geburt auf die Erde blicken,
Sternkonstellation’:
des himels blick [vgl. Glossar
z.St.] und ouch die stat / die libe scheit in der gebürte eine
Mügeln
41,11;
vgl.
MügelnKranz
583
2.6
zeitl. für ‘sehr kurze Zeitspanne’
si cherten an die dicke, / si ualten in ainem blicke /
mer denne sechs tusent mán Rol
4284;
gedanc ist sneller über velt / denn der blic eines ougen
KLD:SvT
2,10;
wie snel ist eines ougen blic, / sô snel ist dâ ze Jôsaphat des algerihtes
ende Marner
1,47;
rischlich in der ougen blic [sogleich] / beruft
er sine kempfen Daniel
6958
(Dn 11,11).
– adv. Akk.:
alle di vroude und alle di suzekeit [...], di
sint alle also cleine da wider daz wir unseren herren einen blic sulen an
sehen, also ein drophe wasserez ist wider allen den wasseren di in deme mere
fliezent HlReg
24,16;
ach owe! schol ich nymmer / din gesehen ainen blik? WhvÖst
6707
MWB 1 871,62; Bearbeiter: Tao
blîche
Adj.
‘bleich, blass’
owe daz gebaine, / [...] das vil dick hat tragen /
menger hant rich gewant, / [...] dem lit ez vngeliche / so
iemerlichen pliche / da laider vnbedecket LS250
56;
ez was glestic und nindert blîch / an ir, swaz wîplich wirde mac, / erliuhtend
für den klâren tac HvBer
6437
MWB 1 873,44; Bearbeiter: Tao |