blîchen
stV. (Ia)
1
‘glänzen, blitzen, strahlen’
2
‘erbleichen, verblassen’ (s.a.
bleichen
) 3
‘vergehen, aufhören’
1
‘glänzen, blitzen, strahlen’
dô Ênêas [...] under allenthalben sach / diu gezelde
blîchen En
6073.
6721;
ir schilde schinen schone. / ir swert wol blichen
Herb
5228;
MorantGalie
3807.
4243;
KarlGalie
7415.
8658;
man ensach so kuischlich edel gesteine / nie [...] /
als men uys dem borne syt blichen, / die onder stont in des bornes gronde
MinneR 497
754;
blichende kel, arme blanc, / schone hende Herb
2495;
dan suͦlen die gerehte lude blichen, / alse die sunne in ires vader riche
Lilie
42,11.
– subst.:
aber von dem werke vellet ein spân ─ als dâ ein spân abevellet von einem
balken, den man houwet ─, ein blîchen, daz ist, dâ der engel mit sînem nidersten den
himel berüeret: dâ von grüenet und blüejet und lebet allez, daz in dirre werlt ist
Eckh
2:243,3.
– Sprichw. (vgl. TPMA 5, 130-132):
ja enis al nit golt daz dair blycht MinneR 64
67
2
‘erbleichen, verblassen’ (s.a.
bleichen
):
ein hemde kleine, / daz was wol gezieret, / gelesen vnde
geriddiret, / gebleichet vnde geblichen Herb
619;
bleichen unde blîchen / begunde ir varwe unde ir lîp
Tr
14318;
ey Sünn, dü laß dir swinnen / din trüben und din blichen MinneR 272
45;
in der ‘hœhe des berges’ dâ sint alliu dinc ‘grüene’ und niuwe; dâ sie vallent
in zîtlicheit, dâ bleichent [La. blichin
Parad
115,2
] sie und valwent Eckh
3:249,3;
êren schîn / blîchet als ein baldekîn / daz vernetzet wîn
KvWLd
23,37;
welch fürst Domicianus dem echter gelicht / und folget sinem
phad, des wirde immer blicht Mügeln
22,2
u.ö.
3
‘vergehen, aufhören’
idoch din stam [Wurzelstock] nicht blichen / ensal
[vgl. relinqueretur Dn 4,23 ]
Daniel
3694;
dar nar / alle opfer wec wichen, / gebete daz muz blichen [
deficiet Dn 9,27] , / ez wirt in deme templo / von
verstoren gar unvro ebd.
6496.
7369
(vgl. Dn 12,11)
MWB 1 873,50; Bearbeiter: Tao
blickelîn
stN.
Dimin. zu blic.
1
‘kleiner Lichtstrahl’
2
‘kurzer Blick, Anblick’ (?) 3
‘kurze Zeitspanne’
1
‘kleiner Lichtstrahl’
es beschiht wol zuͦ ettelichen stuͦnden das diesen menschen ein kleinnes
blickelin wrt gesant usser demm ursprunge, das si wol ettewas merkende sint das in
ein anders forbligkende und lúthende ist MerswNF
128,24
2
‘kurzer Blick, Anblick’ (?):
alle die min genuͤgklich begerent, allen den die in der worheit genuͤgklichen
diser geburt begerent, den wirt under wilen ein bliklin geschenket von diser geburt
Tauler
220,9
3
‘kurze Zeitspanne’
waz êren hât diz jâmertal / denne ein blickelîn kurz und smal? / und nieman
weiz, wie lange ez wert! Renner
870
MWB 1 874,22; Bearbeiter: Tao
blicken
swV.
1
‘leuchten, glänzen, blitzen’
2
‘geschehen, zuteil werden’
3
‘seinen Blick (auf ein bestimmtes Ziel) richten, schauen’ , meist mit Präp.-Obj. 4
‘jmdn./etw. erblicken’
1
‘leuchten, glänzen, blitzen’
michil wart der stahilscal. / daz fûr blickete ubir al, / dâ
si des schildes rande / zehiwen vor di hande SAlex
4661;
von swerten sach man blicken vil manegen swinden sûs
NibB
2077,2;
er gesach vf der warte / blicken gegen dem mer wert /
halsberg, schilt, helm, swert / vnde die baniren manicfare Herb
4189;
Parz
504,9;
Wh
330,14;
Agomennon wande, / daz im der claren svnnen schin / blicte
vnnder die ougen sin: / so wol was sie [Cassandra] getan
Herb
16355;
in also glicher kurzen vrist / als ein blicz gaes irschricket / und in ein
gadem blicket HeslApk
604;
swenne diu sêle gekêret ist von allen gewordenen dingen, von nôt muoz daz sîn,
daz got in ir glenze und blicke Eckh
3:229,3.
5:205,12.
– Part.-Adj. in blickender wise, zum Ausdruck der
Schnelligkeit:
Tauler
382,31.
– subst.: ‘Blitz’
gein himil strahte sine hant / Moẏses: do wart ein doz, / ein blickin und
ein hagil groz, / starch und ungehúre RvEWchr
10267
2
‘geschehen, zuteil werden’
vil salden wirt dir blicken, / di got an dir wert schicken Hiob
4293
3
‘seinen Blick (auf ein bestimmtes Ziel) richten, schauen’, meist mit
Präp.-Obj.:
–
ane:
die blicten an den êrinen slangen unde wrden sâ gesunt
Spec
101,31;
under wîlen blicken man Prünhilde sach / an vroun
Kriemhilde NibB
799,2.
1919,1;
Tr
9995;
KvWHvK
366;
KvWLd
3,22.
–
durch:
der künec blicte neben sich / aldurch ein venster
wünniclich KvWSchwanr
245.
–
hinder sich :
Abraham blichte hinter sih, dâ sach er einen ram êrlich
Gen
936.
–
in:
swem si lieplîch blickent tougen / in diu herzen mit den
ougen KLD:GvN
9: 4,7.
31:2,3.
48:3,4.
–
über ahsel (nâch jmdm.):
dô blihte über ahsel der Guntheres man / nâch einem
hergesellen NibB
1758,3;
dô blihte über ahsel Dancwart der degen ebd.
1937,2.
–
ûf sich (selben):
und alse sich ein mensche kerit in sich und blickit uf sich selbin
Parad
131,36.
28,28.
30,6.
68,16.
–
dar, dan:
si blicte underwîlen dar / und nam sîn tougenlîche war
Tr
11841.
12052;
Wig
4269;
RvEBarl
8157;
SM:HvS
3:1,7;
wol gebâren unde lieplîch lachen, / lieplîch blicken dar
und dan mit güete, / daz kan diu vil guote wol gemachen KLD:GvN
47: 3,2.
–
ûz:
dô blihte ouch ûz dem bluote der rêwende man
NibB
2300,3;
e denne iene vz den kielen / geblicketen mit der ougbra,
/ so stackete der phil da / oder in dem houbete der stein Herb
4333;
SM:Wi
9:6,2.
– mit dem Subst. blic als effiziertem Obj.:
bistu der merker ane [= âne
] , / so blicke loser blicke dri Frl
7:38,17
4
‘jmdn./etw. erblicken’
der edel fürste herre / bliktte verr durch den wald / ainen brunnen
GTroj
2007.
1730.
2577.
23468;
vrowen, [...] ir lazet uch vil drate / brengen in
unstetikeit. / gotis e wirt hin geleit, / zu der ir sit gestricket. / uf une
[= unê ‘Ehebruch’] ir uch schicket, / wen
ir kein mannen blicket Daniel
2893
MWB 1 874,35; Bearbeiter: Tao
blickenblacken
stN.
‘Geschwätz’
lâz din blickenblacken Helbl
3,317
MWB 1 875,28; Bearbeiter: Tao
blickezunge
stF.
‘Blitz’
bleckeze die blichezunge [
fulgura coruscationem
]
PsWindb
143,6
MWB 1 875,30; Bearbeiter: Tao
blickunge
stF.
‘Glänzen, Leuchten’
ein lúhtende crone, die spilete in ir blikunge also schone
als dú sunne in irm liehtosten done Mechth
4: 22,24
MWB 1 875,32; Bearbeiter: Tao
bliclich
Adj., Adv.
‘glänzend, leuchtend’
der bliclîchen bluomen glesten MF:Wolfr
6: 2,1;
Sigûnen glanz sol dîne varwe erblüen nâch den bliclîchen bluomen Tit
106,4;
denne blicket got so dicke bliklichen in den grunt das alles liden wirt dem
menschen ze klein. und in dem bliklichen in komende gottes in den grunt so kumet dem
menschen in einem blike in was er tuͦn sol Tauler
253,19.
20.
273,16.
376,16.
402,9
(La.)
MWB 1 875,35; Bearbeiter: Tao
blicschôʒ, blickschoʒ
stN.
(Mask.
MerswBrf
335 ).
‘Blitzstrahl’
den dunre und diu blicschôz / von viurînem lufte lât / dîn
[Gottes] kraft RvEBarl
56;
Martina
205,26;
ein groz ungewitere quam / mit blickschozze und donreslegen Pass III
117,41.
491,12;
WvRh
4481.
– in Vergleichen:
nu kom gehes zwischen in / ein fúrin wagen und oͮch die ros / gefaren als ein
blick schos / oder als ein windes brut RvEWchr
35752;
do kam ain gar schoͤnes liecht geches als an blikschoss Stagel
23,28;
HeslApk
603
(La. → blic 1);
siech auf wie der richter / mit allem zorn hat sein sper / als ein plikschos
ergluet, / da mit er dir den schaden tuet Vät
40609;
des [des Engels] antlütze was als ein blikschôz und
sîniu kleider wîz als der snê Eckh
2:173,7
(Mt 28,3)
MWB 1 875,44; Bearbeiter: Tao
blicz
stM. , blicze
swM.
auch blitz(e), mit Übernahme des -n aus den obliquen Kasus
in den Nom. Sg.
blitzen (
BdN
93,8
u.ö.;
Minneb
3412 ).
–
‘Blitz’
do bete sant Vitus vnd chomen vnmazlich tonre slege vnd
plicze vnd czeruielen div apgothuͦser elliu Konr
14,107;
dô quam ein bligze von deme himele und verbrante in ze aschen
HvFritzlHl
12,19;
als uns di wysen callen, / di blitze vil dicker vallen / in daz mer und di
koken / zu slaen Hiob
15262.
861;
Marner
1,30;
HeslApk
8443;
Daniel
1498;
das der wyn sich wandilt von donren vnd von blichsin
Pelzb
138,22.
– in Vergleichen:
biz daz der gerehte offenbære werde und schîne als ein blitze Eckh
2:259,1
(vgl. Is 62,1);
sin antlitz offenbar / glich was dem blikze vuwervar HistAE
4422
(Dn 10,6);
Daniel
6590;
EvBerl
88,5
(Mt 28,3);
EvBeh
Mt 28,3;
EvAug
60,16
(Mt 24,27);
ich sach Sathanam alse den blicz von dem himele vallin EvBeh
Lc 10,18;
und luchticlichen git er [
ir munt
] glitzen / reht sam ein uber heller blitzen, / der in der nacht
derschinet Minneb
3412
MWB 1 875,60; Bearbeiter: Tao
bliczen
swV.
‘blitzen; Blitze schleudern’
wanne her [König Cosdras
] wolde, her dunrete und bliczete unde regente und snîete
HvFritzlHl
199,4;
frost, hicze, hagel und regen, / blikzen, tonren uf den wegen / und grosse
starke winde / laid das guͦte gesinde WernhMl
3616;
(Part.-Präs.:)
vnd nach der reinunge so hoͤrt er [Moses] den ton
eines hornes von tonre vnd sicht bligzendv̍ blikschos, dv̍ liessen von in selben vil
glenzen RvBib
78,3;
noch süzer ist der formelicher vröuden tag, / der dir uz wibes bilde bliczet
durch din ougen in dins herzen eigen Frl
3:19,2
MWB 1 876,18; Bearbeiter: Tao
1blîde
stF.
‘Fröhlichkeit, Freude’
so sagt si [Maria] dank sere / irem
schepfere [...], / daz ir div werlt hie nidene / semftev
wort zvͦ sprach, / swer ir bleide angesach Wernh
A 1286;
selich moesse syn de zyt, / dat mir gescheyt is sulche blyt KarlGalie
10630;
du solt den munt besniden / mit so grozzer bleide / an rede vnd an speise /
daz er dich iht verwise / ze Babiloni LebenChristi
298
MWB 1 876,30; Bearbeiter: Tao
2blîde
stswF.
‘Wurfmaschine, Steinschleuder’
er vorhte keine mangen / noch dribog, darant noch bliden Rennew
14907;
herzog Heinrich an der vart / für die burc ûf den berc / blîden unde antwerc /
hiez balde rihten ûf Ottok
21389
u.ö.;
Martina
8,106;
Kreuzf
6451;
Minneb
110;
er liez bûwen zû hant / vier blîden harte grôz LivlChr
8215;
NvJer
11273;
swie wol die kasten sint geladen, / der grosten bliden stain
[können der Burg keinen Schaden zufügen]
SHort
6543;
ûz den blîden man starke warf / manigen stein swêre Kreuzf
2916;
daz si nit dorsten nahen / so verre als ie kain blid warf SHort
6535;
dir kumet [...] / zu hulfe der ertzengel / Mychael
[...] / unde wirfet von dir dan / sam ein blide jenen
man / in der helle bitterkeit Daniel
6848
MWB 1 876,38; Bearbeiter: Tao
blîde
Adj., Adv.
‘froh, heiter; freundlich’
1 Adj. 2 Adv.
1
Adj.
man sach da manigen helt balt / schönen unde bleiden Serv
131;
de was gehaissen Wide, / der kúnsche und der plide
RvEWh
514;
frou Êre im hôhen prîs beneme, / diu lûter und diu blîde
KvWKlage
29,6;
ich wil leben mit den blîden, / die ir zît vroelîche lîden MF:Veld
9,6;
welt ir daz niht vermîden, / sô müezt ir von den blîden / kêren gein der riuwe
Parz
530,12.
– als Prädikatsnomen:
vröw dich, vrow, bis blid ind vro! MarlbRh
39,21;
ir sült hôchgemuot sîn under schilde, wol gezogen, küene,
blîde, milde KLD:UvL
38: 2,2;
der schoene sumer gêt uns an, / des ist vil manic vogel blîde
MF:Veld
24:2;
blîd und lôse was ir reden Ottok
90463;
swie ich dar umme sterben schol, / so getruwe ich doch wol / der durch die
ich ez lide, / si werde nymmer blide / nach minem tode me gesehn WhvÖst
10398
2
Adv.:
swie blîde er pflege der zühte und swie schœne sî sîn lîp, /
er möhte wol erweinen vil wætlîchiu wîp, / swenne er begonde zürnen
NibB
415,1;
swie blîde er hie gebâre, er ist ein grimmer man ebd.
1753,3;
swiech dar umbe lache / und gebâre blîde Neidh
WL 27:3,6;
daz ich den ganc sô blîde an vie UvLFrd
282,27
MWB 1 876,54; Bearbeiter: Tao
blîdeclich
Adj., Adv.
‘fröhlich; freundlich; tugendhaft’
swer mit zühten treit der fröiden kranz, / und dem sîn muot
stât von wîben hô, / dem erloube ich sî [Tanzweise] ze
singen wol: / blîdeclîchen man si tanzen sol KLD:UvL
46: 1,6;
sin blidecliches kosen / vnd sin wiplicher sitt, / da verfahet er nü wenig mit
Krone
24440;
ich ward gevragt, von wi daz sey, / weil [solange]
ein magt ist mannez frey, / daz si bleidichleichen tuͤt / sam si hiet eins engels
mut, / untz iͤr wiͤrt der man gegeben Teichn
365,3
MWB 1 877,15; Bearbeiter: Tao
blîdekeit
stF.
‘Anstand, Benehmen’
versinne dich, liebiu tohter min! / [...] wie hastu
diner blydekait / so gar vergezzen, sit daz man sait / von dir in allen richen / daz
man dinn gelichen / an zuͤhten kund vinden niht? / die machstu hie gar enwiht
WhvÖst
10727
MWB 1 877,26; Bearbeiter: Tao
blîdenære
stM.
‘der mit der blîde Steine wirft’
blîdnær unde schutzen / heten si ot genuoc Ottok
58446
MWB 1 877,32; Bearbeiter: Tao
blîdenkaste
swM.
‘Gewichtskasten der Steinschleuder’ (Kasten mit Gegengewicht, der an einem
Ende des Hebelarms der blîde angebracht ist, vgl. LexMA 2,278):
nie blidenkaste so swere wart, ezn [Verlust des
gelückes
] würde im überswenker Frl
5:89,19
MWB 1 877,35; Bearbeiter: Tao
blîde(n)stein
stM.
1
‘Stein, der mit einer Wurfmaschine geschleudert wird’
2
‘Stein, der an der Kette eines Kriegsflegels hängt’ (vgl. Schultz, Höf. Leben
2,213f.):
1
‘Stein, der mit einer Wurfmaschine geschleudert wird’
und wurfe er den blîdenstein / wol zwelf schuo lanc vor allen sînen sellen
Boppe
1:30,11;
darumb er auch erworfen wart / mit einem blidensteine / zu Nidekg Hornb
4,27;
mir enwer nicht laide, / ob ein hagell pleidstain durch si gieng Neidhc
95:17,7
2
‘Stein, der an der Kette eines Kriegsflegels hängt’ (vgl. Schultz, Höf. Leben
2,213f.):
er truͦg ainen grozzen / slegel in der hende [...]. /
an des slegels ort / hiengen bliden stain WhvÖst
11941
MWB 1 877,41; Bearbeiter: Tao
blîdeschaft
stF.
‘Freude, Fröhlichkeit’
der blîdeschaft sunder riuwe hât / mit êren hie, dér ist rîche MF:Veld
6:1,1
u.ö.;
vröud ind blidschaf gif ouch mir! MarlbRh
36,2.
51,21;
daz got dine sele so wert vnde so edele gemachit hat, daz sie rehte blitshaft
oder frovde niet haben mac, siv enhabe iren sheppere got, an dem vnde bit dem sv
sich frowe SalHaus
33,28.
36,6;
Brun
4114;
weitere Belege bei Bartsch, Karlmeinet, S. 274.
MWB 1 877,52; Bearbeiter: Tao
bliegen
V.
Etymologie unklar.
‘mit jmdm. streiten’
vor got sin verwazzen / die mit in [
vrawen
] gerne bliegen! WhvÖst
12819
MWB 1 877,61; Bearbeiter: Tao
blîen
swV.
‘etw. mit Blei versehen, etw. mit etw. beschweren’
mit geblieten riemen slahen
HeslApk
4696;
sô wirt diu sêl niht gein val mit swære geblît Loheng
7669;
mit einer luter stimme / er [Löwe] in ir
[der Welfen] ore schriget, / div mit tode sint
gebliget, / daz div lebin gewinnent Martina
174,6
MWB 1 878,1; Bearbeiter: Tao
blîenîn
Adj.
‘bleiern’
dô liz her in [
Ignacius
] slahen mit blîenîn geiselen HvFritzlHl
78,16
MWB 1 878,8; Bearbeiter: Tao
blîjîn
Adj.
blîen, blîgîn.
‘aus Blei gemacht, bleiern’
do slvͦch sant Sebastian den tiͤufel mit einem pliͤgenen
cholben Konr
6,49.
13,19a;
der ander gêr ist blîen En
9928.
10217;
di mine rede man schribe, / [...] mit eynem gryffel
yserin / in eyn blyen blechelin Hiob
7796.
7797;
grôze knöphe blîjîn RvEAlex
16213;
ein blîen vingerlîn Volmar
906;
wenne der [
dunst
] den kalten pleienne huot rüert BdN
81,14;
die pleiein rœrn, dar inn man daz wazzer hie vor laitet
under der erden ebd.
480,10.
– in Vergleichen:
diu bercswære bürde / der verwâzenen huote / diu lac in in ir
muote / swære alse ein blîgîner berc Tr
17847
(vgl.
HvFreibTr
5284
);
als ein blîgîn berc unbewegelich Eckh
5: 412,2;
und swaz dar in gevellet, / smelzet sam ein blien klot [=
klôz
]
HeslApk
20625
MWB 1 878,10; Bearbeiter: Tao
blîkiule
swF.
‘mit Blei (Bleiknöpfen?) besetzte Schlagkeule’ (vgl. Schultz, Höf. Leben
2,213):
seht wa man aber zugie / und sluc in mit blikulen / so ungevuge bulen, / daz
man iamer an im sach Pass III
383,9.
639,49
MWB 1 878,26; Bearbeiter: Tao
blîkloz
stM. oder stN.
‘Bleikugel’, gemeint ‘Geißel mit Bleikugeln’
also hies er in mit blikloczen eine lange wile schlahen ElsLA
515,28
MWB 1 878,31; Bearbeiter: Tao |