bluotsûgende
Part.-Adj.
‘blutsaugend’
durstic menschen blutes / als die blut sugende eglen HeslApk
14543
MWB 1 910,18; Bearbeiter: Plate
bluotsuht
stF.
‘Blutfluss, krankhaftes Ausfliessen von Blut’
die was mit der blutsucht / bekummert manigen tac gewesen Pass III
26,2
MWB 1 910,21; Bearbeiter: Plate
bluotsühtec
Adj.
‘an Blutfluss leidend’
daz von Cristo ein wib genas, / die lange blutsuchtic was Pass III
336,16;
PassI/II
57,50
MWB 1 910,24; Bearbeiter: Plate
bluotsweiʒic
Adj.
‘blutnass’
alleine worde iz al zu ruwen / sinen blutsweizigen liden / doch wart iz nie nicht
vormiden / alles des die propheten / von im gesprochen heten HeslApk
15353
MWB 1 910,27; Bearbeiter: Plate
bluottragærinne
stF.
‘Blutader’ (im Ggs. zu anderen âder genannten
Gefäßen):
dar umb daz ez [
hirn
] nit
pluotes hât ist kain âder in im klain noch grôz, die ain pluottragerin sei
BdN
6,29.
7,15
MWB 1 910,31; Bearbeiter: Plate
bluottrinker
stM.
‘Blutsäufer, Mörder’
wâ sitzest dû vor mînen ougen, Kâîns genôze, der sînen bruoder dâ ermorte?
[...] nû dunket mich, ich habe manigen bluottrinker vor
mînen ougen PrBerth
1:277,12.
1:92,8
MWB 1 910,35; Bearbeiter: Plate
bluottropfe
swM.
meist bluot(e)s tropfe.
‘Blutstropfen’
kunde er bluttrophen rot / geweinen vmbe die selben not / daz duchte in nicht zv
sure PassI/II
338,45;
unde syn sweiz waz alse blutes tropphen vallende uf dy erde EvBerl
61,32
(Lc 22,44);
ez geschiht auch ze stunden, daz rôtez wazzer regent sam
pluotstropfen BdN
82,8;
Lanc
57,30;
PrGeorg
258,24;
Pilgerf
3457
MWB 1 910,40; Bearbeiter: Plate
bluotvar
Adj.
1
‘von Blut gefärbt’
2
‘blutfarben’
1
‘von Blut gefärbt’
do ran dem gotes werden der sweiz an die erde, / der was
pluotvarwe AvaLJ
130,4;
die bluotvarwen helde unde ouch harnaschvar / trâten ûz dem
hûse NibB
2088,2;
ougen werden etwenne blut uar uon eime slage
SalArz
38,32
2
‘blutfarben’
Esau, der durch rote / sinis libes Edom in hebreyscher zungen genant was, daz
sprichet zu dutsche: der blutvare Cranc
Vorr. Abd 330,4;
und daz der fruht saf rôt ist und pluotvar
BdN
330,10
MWB 1 910,48; Bearbeiter: Plate
bluotveim
stM.
‘Blutschaum’
sô daz harn ist wîz unde dicke, sô ist der mensch flecmaticus; der
hât des pluotveimes ze vil gevangen, der ist lanchræche unde swîget gerne
Barth
128,14
MWB 1 910,58; Bearbeiter: Plate
bluotvergieʒen
stN.
‘Blutvergießen’
der comêt bedäut auch streit und verræterei und untrew und
etleicher grôzen fürsten tôt und gemeincleich vil pluotvergiezens BdN
76,12.
76,21;
czu plutvergiessen stet all sein muͤtt [
sperabat
mortem
]
PsMb
27(Glossar)
MWB 1 910,62; Bearbeiter: Plate
bluotvergieʒer
stM.
‘Blutvergießer, Mörder’
den blutvergießer [
virum sanguinum Ps 5,7]
PsMb
27(Glossar);
künig Etzel der ertrank in sines selbes blute, / sint er ein
blutvergießer was Mügeln
24,16
MWB 1 911,4; Bearbeiter: Plate
bluotvlieʒen
stN.
‘das Bluten’
diu pleter gestôzen helfent für daz pluotvliezen auz der nasen
BdN
423,22.
121,27
MWB 1 911,9; Bearbeiter: Plate
bluotvlôʒ
stMN.
‘Blutfluss’
ein man [...] hatte lange den blutfloz gehat. alse balde
alse he sich gelobet hate zu dem lieben heiligen, do wart he gesunt Köditz
80,13
u.ö. (stets M.);
hover und krankú lider / mach er och gesunt do wider: / das bluͦtflos er
genarte, / gen niement er sich sparte WernhMl
7293
MWB 1 911,12; Bearbeiter: Plate
bluotvluʒʒede
stF.
‘Blutfluss, Hämorrhoide’
emorrois: bluͦtfluzzida SummHeinr
1:194,293.
2:52,342
MWB 1 911,19; Bearbeiter: Plate
bluotwurm
stM.
eine Schlangenart, bei deren Biss Blut hervorströmt:
emorois [= haemorrhois
] : bluͦtwurn
VocOpt
46.036
MWB 1 911,21; Bearbeiter: Plate
blut
Adj.
‘bloß, nackt’
eins alten strûzes jungiu kint, / die wîl sî blut und dennoch blint / in dem neste
lâgen Reinfr
20904
MWB 1 911,24; Bearbeiter: Plate
blutnacket
Adj.
‘völlig nackt’ (zu blut
‘bloß’, vgl. Anm. z. St.):
du [Minne] sist blutnacket unde blint / und treist vil
snidender wafen Frl
4:16,3
MWB 1 911,27; Bearbeiter: Plate
blûwec
Adj., Adv.
→
blûc
MWB 1 911,30;
blûweclich
Adj., Adv.
→
blûclich
MWB 1 911,31;
blûwen
stV.
→
bliuwen
MWB 1 911,32;
boa
F.
‘Boa’
von der boa. boa ist ain slang, diu wont in dem land Calabria
BdN
265,4
MWB 1 911,33; Bearbeiter: Plate
bobe
Präp. mit Dat.
aus bî obe.
‘oberhalb’
diu arke was oberhalp der [La. bober =
bobe der
] stat Kchr
7562;
mit din naciburin zuein binidumi unde pobume [=
bobe ime
]
Mühlh
171,6.
172,8;
ander siet des berges gein Erforte liget dierthalp akker bobe Siverdes akkere
UrkCorp (WMU)
3099,2
MWB 1 911,35; Bearbeiter: Plate
boben
Präp., Adv.
aus bî oben(e).
‘über, oberhalb’
1 Präp. 1.1 mit Dat. 1.2 mit Akk. 2 Adv.
1
Präp.
1.1
mit Dat.:
fon den dingin di pobin deme baume sint, alse di sonne Parad
58,12;
wi de furstein van himelriche her abe kument zu den di iren herren lobent
[...], wi si umbe si geint und boven in swebent in
den luften HlReg
18,6;
daz bose vursten lesterlich / herschaft han gewaldeclich / inlanden boben
dem volke Hiob
12981;
sam er im solde wesen glich / und als er were der kunsten rich / boben
gote ebd.
6429
1.2
mit Akk.:
dy kunge des volkes synt herren bobyn sy, unde dy gewalt habyn ubir sy, dy
heizen woltetik EvBerl
61,4;
swer icht minnet boben Got [...] mus sin eweclich
verlorn HeslApk
23128;
bobin alle ding her geledin hat Brun
12243
2
Adv.:
Cristes himel vart, / mit der Got Crist hat [...]
gesaczt ob alle ding / boben uf der himel ring / und ob aller himel dach
TvKulm
5028;
do stunt her [Stern] boben do daz kynt waz
EvBerl
8,28;
zu himelriche boben Daniel
2053.
–
von boben her zu tal Hiob
4598;
biz ir geclarit werdit mit der tugende von bobene EvBerl
98,28
MWB 1 911,41; Bearbeiter: Plate
bobenheit
stF.
‘das Obenauf-, Überlegensein’
si wellent also helig sin, das si sich in die ewigen gotheit
wellent ziehen und legen bi der ewigen heligen menscheit únsers herren Jhesu Christi.
wenne sich die vindent in bobenheit [„sich am Ziel ihrer Wünsche
glauben” (Vollmann-Profe, Mechth.)] , so gebent si sich in den
ewigen vluͦch, si wellent doch die heligosten sin Mechth
7: 47,10;
funf dinc hindern den menschen in geistlîcheme lebene, daz her nicht vort ingêt
[...]. daz dritte: daz ein mensche wil pobinheit haben di
wîle her noch undertênic solde sîn HvFritzlHl
188,15
MWB 1 911,63; Bearbeiter: Plate
bobenthalben
Präp. mit Dat.
‘oberhalb’
swer vro wolle gesitzen / bobenthalben der sunnen / in den himelischen wunnen
HeslApk
14973
MWB 1 912,12; Bearbeiter: Plate |