brantreite
stF.
‘Feuerbock, Gestell zum Auflegen der Holzscheite’ (vgl. Heyne,
Hausaltertümer 1,118 und 243):
andena: brantraite. ferrum trivm pedum super quo ponuntur ligna ad faciendum
focvm VocBV926
3:645,34;
andena: brantreit VocOpt
10.060.
–
havenstein, fürisen [Steingut und Feuereisen] / kan
ich niergent bewisen; / hoheln [Kesselhaken] und
brantreiden / hant sich gar von mir gescheiden KgvOdenw
13,29;
sulch droich [raubte] dat bette, sulch den pot, /
[...] sulch droich den haich ind die
brantreide [Hs. brantrichten
] , / dat irme
live wart zo leide HagenChr(G)
1343
MWB 1 970,6; Bearbeiter: Hoffmann
brantschade
swM.
‘Schaden durch Brandstiftung’
vor den brantschaden vnd namen [Raub] , die sie ye
getan haben in dyser zweyunge UrkRhStädteb
166
(a. 1342)
MWB 1 970,18; Bearbeiter: Hoffmann
brantschatzen, brantschetzen
swV.
‘Geld durch Branddrohung erpressen; niederbrennen und plündern’
(vgl. DRW 2,449):
und kriegetent darus [aus der Stadt Brumat] uf daz
bistuͦm mit brande und brantschetzende ClosChr
139,20;
daz der greven von Solmes marschalk [...] bi nacht
unde bi slafinder diet unser ingesezzin burgere nachtbranten, brantschaczeten unde
in ir pherde, kuwe, viehe [...] da namen UrkWetzl
1,662
(a. 1349)
MWB 1 970,22; Bearbeiter: Hoffmann
brantschatzunge, brantschetzunge
stF.
‘Geldzahlung, um sich von Plündern und Niederbrennen
freizukaufen’ (vgl. DRW 2,449 unter brandschatz und
brandschatzen; s.a.
brennschaz
stM.):
alle gevangen, brantschetzung vnd reysge habe sullen vnd wellen wir gleych
teylen, nach der manzal UrkHohenz
3,212
(a. 1350);
wir sprechen ouch in derselben suͤne, daz alle geuangen
[...] vnd alle gedinge vnd brantschatzunge sollent sin
ledig vnd loys UrkWürzb
39,299
(a. 1327).
40,248
(a. 1339);
UrkLudw
206
(a. 1342);
von der ersten brantschetzunge oder schetzung, die er von unsern vienden nymet
DRW
2,450
(Würdtwein, Subs; a. 1334);
UrkMoselQ
440,20
(a. 1341/42)
MWB 1 970,31; Bearbeiter: Hoffmann
brantstat
stF.
‘Brandstätte’
daz sev die prantstat mit samb den vmbseczen habent beschaut vnd geschaczt,
daz si so tewr nichten ist, als daz versezzen purchrecht UrkKlostern
1,323
(a. 1348)
MWB 1 970,45; Bearbeiter: Hoffmann
brantstiure
stF.
‘Unterstützung bei Brandschäden’ (vgl. SchwäbWB 1,1349):
unsern purgern ze prantstewr und ze ainer hilffe
[...] alle gewohnleichen stewr
[...] ze 5 ganzen jaren [...]
gelazzen DRW
2,451
(Stampfer, MeranChr; a.1339)
MWB 1 970,49; Bearbeiter: Hoffmann
brantsûl
stF.
‘Grenzpfahl’ (?):
vnd den widemacher datz Hinterperch, als in der phlvk bevangen hat, vnd den
acher datz Crepach vnd di alten hofstat datz Telfs als si di prantsevl bevangen
habent UrkCorp
2556,28
MWB 1 970,54; Bearbeiter: Hoffmann
brâslac
stM.
auch brâwenslac.
‘Wimpernschlag, Augenblick’
so chumt der jungiste tach also sciere so ein braslach
AvaJG
17,8;
diz leben niht geherten [dauern]
mac, / wan als ein kurzer brâwenslac [La.
braslac
]
RvEBarl
8496;
daz vor got tausent jar / sein als der gestrig tach, / der heut ist als ein
proenslach MvHeilGr
1936;
Martina
256,35
MWB 1 970,59; Bearbeiter: Hoffmann
brast
stM.
‘Lärm’
da schutte sich der vierde ast; / es ward ain galm und ain
prast: / do saß auff galadrius / und der edel pellicanus / und di susse nachtegal
HvNstAp
13154
MWB 1 971,1; Bearbeiter: Hoffmann
brasteln
swV.
‘prasseln, krachen’:
– von brennendem oder brechendem Holz:
er [der Donner] prastelt auch oft
sam dâ tännein holz prastelt [La. braszelt
] in
ainem feur BdN
93,2;
dâ von sprach her Salomôn: / ‘ein tummer brastelt [La.
brasselt
] in sînem zorn / als under einem hafen
rösche dorn [trockene Dornen] .’ Renner
14026;
es prastlate als ain grosser walt / den der wint nider wät /
und di pawme zedrät HvNstAp
6270.
7586;
WhvÖst
6483.
– von Feuer:
und dar umbe, ê diz her zuo kome [dass das Holz
ganz im Feuer aufgeht] , sô ist dâ iemer ein rouch, ein widerkriec,
ein prasteln, ein arbeit und ein strît zwischen viure und holze Eckh
5: 34,2;
dez fures brasteln Minneb
3291;
alse der vlamme prastilt [
sicut sonitus
flammae
] einis vuers, daz da vorswendet stuppiln Cranc
Joel 2,5;
HistAE
529.
–
brasteln vnd krachen [Hs. brachen
] /
horte er vil vor yme da. / darvnder entzundte sich da / ein zü male groszes fùwre
Krone
27401;
da [beim val der
Sünder] hebt sich ein rasteln, / ein krachen und ein brasteln / als
alle berge vallen HvNstGZ
7437.
– von Menschen:
mîn herze wirt in jâmer dâ
verkastelt [eingeschlossen] , / swenn ich mich lieb
durch leide / verwegen wil, daz ez mit krachen brastelt Hadam
483,7;
dô quam sô her [zu der belagerten Burg] mit grôzir
bracht / geprastilt gene hûte, / dî mit vordroznim mûte / dort was gehaldin ubir tac
NvJer
19170
MWB 1 971,5; Bearbeiter: Hoffmann
brasten
swV.
‘prasseln, krachen’, nur subst. Inf. belegt:
als ob der donre slüege enzwei / mit kreften einen ganzen walt, / sus wart ein
brasten manicvalt / von scheften und von lanzen KvWTroj
36922.
12241;
do sin wirtinne [Loths Frau] nu horte hinder ier dc
fiur und dc groze braston do sach si umbe sich PrSchw
1,25
MWB 1 971,34; Bearbeiter: Hoffmann
brât
stN.
‘Fleisch, Weichteile des Körpers’
und [der Löwe] zart
im [dem Riesen] cleit unde brât / als lanc sô der
rücke gât / von den ahseln her abe Iw
5053;
er sluge sines swertes ort / durch Diomedes sarewat / in sin
fleisch vnde in sin brat Herb
9926;
brât und lide im tâten wê Parz
215,27.
75,6.
153,9;
în gedrücket dur daz brât / biz ûf daz bein ze grunde KvWTroj
38438.
37522.
38516
MWB 1 971,41; Bearbeiter: Hoffmann
brâtære
stM.
‘Bratenwender’ oder ‘Schlemmer’ (ausführl.
zur Bed. AWB 1,1324):
ardalio: pratere VocBV926
3:428,51;
ir habt âne swær / einen edelen brâtær / in iuwer kuchen hie
ze stunt, / [...] ez ist der künic von Engellant
EnikFb
1444
u.ö.;
sô wirt der brâte harte dünne [La. C wirt dem brater harte
harte [!] kleinē
]
KLD:Schulm
1:1,13.
– als Bestandteil von Personennamen:
Haug der Prater, Albrecht der Prater UrkCorp (WMU)
304,37,38
MWB 1 971,49; Bearbeiter: Hoffmann
brâte
swM.
1
‘Fleisch, Weichteile des Körpers’
2
‘zum Braten geeignetes Stück Fleisch, Braten’ (vgl. Dalby, Mediaeval Hunt, 37f.)
1
‘Fleisch, Weichteile des Körpers’
zwene der viervndzweinzigen schowent des klegers wunden, ob si gange dvr hvt
vnd dvr braten, also daz es mvge heizen ein blvͤtiger slag UrkCorp
1797A,3;
si [die Vögel] zartten yme [dem
Riesen] das fleisch ab / mit so gijrischer vngehab, / das sie jne
dorch slügen / vnd jne bisz vf das hertz nügen / vnd zerteilten sine braden
[La. sein braten
]
Krone
14140;
sage mir, vil trût geselle, / wie sint dîn [des
Hundes] brâten und dîn belle / sô veizet und ouch dîn balc sô vol?
Renner
7350
2
‘zum Braten geeignetes Stück Fleisch, Braten’ (vgl. Dalby,
Mediaeval Hunt, 37f.):
nû schant erz [das Reh] dâ erz
weste / veizet und aller beste, / und nam des einen brâten dan Iw
3903;
Tr
2902;
der hunt was wol beraten, / einen grozen braten / trug er in dem munde
ErzIII
90,10.
–
dv wirdest meister vber die braten ReinFu
K,687;
ez briet sîn vleisch vür sich dar, / unz daz ez rehte wart gewar, / daz nû
der brâte sûste / und in der hitze brûste Schrätel
221.
–
er [Herbst] wil manig her
birâten / veizzer brâten unde wil / trachten vil darzuo si machen vol
SM:Had
20: 1,5;
veizze swînîn brâten ebd.
18: 1,4;
dise salse ist guͦt zvͦ scheffinem braten
BvgSp
32a;
zvͦ rinderinen braten ebd.
33;
die wol gemachten pratten HvBurg
5565;
sô man teilt spec, würste und brâten Renner
15542;
GTroj
8058;
EnikWchr
6112.
– bildl.:
wir suln den kochen râten, / [...] daz sî der
vürsten brâten / snîden grœzer baz danne ê, / doch dicker eines dûmen
Walth
17,14;
her Vogelweide von brâten sanc: / dirre
brâte [der in der Glut liegende Koch] was dicke
und lanc Wh
286,19
MWB 1 971,58; Bearbeiter: Hoffmann
brætelîn
stN.
‘kleiner Braten’
praten / sol man uns daz pretlein, / und daz die fisch
gesoten sein! Teichn
560,17
MWB 1 972,27; Bearbeiter: Hoffmann
braten
swV.
zu mnl. praten (MNW 6, 634f.).
‘plaudern, schwatzen’
siv bratent vnde schallent, / siv runent vnde kallent Martina
127,23;
weib, du außerwelte frucht / las túme minner braten Neidhc
1:2,10
MWB 1 972,30; Bearbeiter: Hoffmann
brâten
stV.
(VIIa)
1 tr. 1.1 mit sachl. Obj. ‘etw. (Fleisch, Eier, Früchte) braten, rösten,
dörren’
1.2 mit persönl. Obj. ‘jmdn. braten, mit dem Feuertod
bestrafen’
2 intr. ‘gebraten werden’
2.1 mit sachl. Subj. 2.2 mit persönl. Subj. 2.3 übertr.
1
tr.
1.1
mit sachl. Obj. ‘etw. (Fleisch, Eier, Früchte) braten, rösten,
dörren’
iz was in alzoges verboten / beidiu rôch unde gesoten, /
in was daz geraten / daz si ez [das Lamm] solten
braten VMos
41,12;
ein schone swin, [...] / daz
fulte si und brietez wol StrKD
58(A),91;
ein gebraten gefultez ferhelin BvgSp
8;
vulle da mite ein gans vnde brate di
SalArz
81,40;
zwêne gebrâten gâlander Parz
622,8;
junge gebratene huͤnre BvgSp
28;
BdN
245,3.
–
so gip ime tageliche gebratenv aiger ze ezzinne
Ipocr
213;
ein toter [Dotter] eins
gebrâten eiges Barth
133,13.
–
lylien wuͦrzeln gebraten in der aschen
Macer
16,1;
nim einen gebraten apfel SalArz
40,23;
gebetiz [geröstetes] brot
mit gebraten mandilkernin ebd.
51,21;
wer die aicheln prætt und si izt BdN
343,33;
gebratene birn BvgSp
10;
ein gebraten milich ebd.
25.
47.
– mit näherer Bestimmung:
gebratin uleisch an deme spizze SalArz
17,57;
brat di [Leber] uf eime
roste sere ebd.
34,47;
oͮch muͦsst das osterlamb gehúr / gebraten werden bÿ dem
fúr KvHelmsd
1102;
brat sie gar vf eime huͤlzinen roste
BvgSp
18;
fuͤlle den teyc vnd teilez vnd brat den in
smaltze oder in butern ebd.
43;
brate ez sanfte ebd.
8;
die brat niht volle gar ebd.
30;
schône er ez [Wild] briet
HvFreibTr
3357.
– häufig sieden und ~
:
bedaz er getete die mandâte / sô was daz ezzen gesoten
jouch gebrâten Gen
879;
sîn salse was diu hungers nôt, / diuz im briet unde
sôt Iw
3280;
maneger slahte spîse / gesoten und gebrâten
Wh
133,27;
EnikWchr
18253;
daz allerlai geprâten piren gesünter sein denn rôch
und gesünter geprâten wan gesoten BdN
341,11
1.2
mit persönl. Obj. ‘jmdn. braten, mit dem Feuertod
bestrafen’
der vil ungehiure [der
Antichrist] , der bratet si in dem fiure. / fur diu tier er si
leget AvaA
1,5;
HeslApk
15671;
unde dv, herre sancte Laurenti, / dv wurde gebraten ufe
deme roste Litan
674;
PrLpz
26,19;
alsam diu driu kint tâten, / dô man si wolde im oven brâten LvRegFr
3054;
PrBerthKl
3,88;
Lanc
541,7.
–
so muͤstu als unmessig vegfúr liden, und solt
gebachen und gebraten werden licht bis an den jungsten tag
Tauler
138,19.
337,24
2
intr. ‘gebraten werden’
2.1
mit sachl. Subj.:
hiet er [der Adler] des stains
niht, sô prieten seineu air von grôzer hitz in dem nest BdN
167,2;
vnde la di leber braten vorbaz SalArz
39,6;
stec ez an einen spiz vnd laz ez braten
BvgSp
47
2.2
mit persönl. Subj.:
si [die Verdammten] sutten und
brieten mit einander Mechth
3: 15,35.
3:21,65;
und muͦs man ie do [in der
Hölle] beliben und bachen und braten Tauler
168,1;
der richter [...] / gestoßen
wart an einen spieß, / zu Rome man in braten sach Mügeln
207,8
(oder als tr. aufzufassen?);
MarlbRh
104,27
2.3
übertr.:
von minnen hette er sulche not: / sin herze brit vnde sot
Herb
11468;
aines gruses trost / der mir begiesz dez fuͤres rost / in dem myn
hertze brattet KonstBrf
13,91
MWB 1 972,35; Bearbeiter: Hoffmann
brâtenruch
stM.
‘Bratengeruch’
swer so gienge vor die tur [des
Gasthauses] , / der mohte braten ruch [
cocturae
odorem
] vernemen Vät
16883;
den [l. bî dem
] braten
ruch den suzen, / virstant den lustlichen gedanc ebd.
16894
MWB 1 973,29; Bearbeiter: Hoffmann
brâthuobe
F.
‘Brathufe’, Hof, der eine spezielle Abgabe für die herrschaftl.
Küche entrichten muss:
x agri, qui dicuntur brathuve, qui non dant decimam;
[...] et nota, quod iste mansus dicitur propterea
brathuve, quia antiquitus dabant ferrum, quod spiz vocatur, ad coquinam
archiepiscopi de isto manso WeistErf
126
MWB 1 973,34; Bearbeiter: Hoffmann
bratsche
swF.
aus afrz. broche (Suolahti 1,71).
‘Schmucknadel’
die selben meide viere / druͦgen glich geziere, /
[...] borten unde harbant, / bratschen unde furspan, /
surkot unde kidele an Elis
905;
sie hatte bratschen, vingerlin, / spenalden unde vorspan, / surkot unde mantel
an ebd.
1886
MWB 1 973,41; Bearbeiter: Hoffmann
brâtvisch
stM.
‘gebratener Fisch’
von einem bratfische / ein teil er az mit in do
HvNstGZ
4400
MWB 1 973,47; Bearbeiter: Hoffmann
brâtvleisch
stN.
‘gebratenes Fleisch’
die tische wurden bereitet mit tischlachen guot. / wîn und wilpræte
[La. brotfleische
] daz man darûf truoc
RosengD
617,2;
swelhe katfleisch [Kutteln?] vnd bortfleisch
[...] veil haben, die suln ez obwendik der steine veil
haben StRRotenb
497
MWB 1 973,49; Bearbeiter: Hoffmann
brâtwurst
stF.
‘Bratwurst’ (vgl. Heyne, Hausaltertümer 2,294):
aletica: bratwurst VocBV926
3:617,25;
mordella: pratvurst VocBV927
3:356,32
MWB 1 973,55; Bearbeiter: Hoffmann
bratzeln
swV.
→
braʒʒeln
MWB 1 973,58;
brâwelîn
stN.
‘kleine Braue’
dú ogen luter und clar / [...] gabent minneclichen schin.
/ dar ob man sach dú braͤwelin SHort
7084
MWB 1 973,59; Bearbeiter: Hoffmann |