Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
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b – bachhelling
bächîn – backwërc
bacolôn – badestubære
badestube – balde
baldecheit – balmunden
balmunt – balsamtrôn
balsamtropfe – ban, bane
1ban – banekîe
banël – bänkelîn
banken – bantac
bant|âder – banzins
banzûn – bârbrët
1barc – bârkleit
barkorn – barmhërzeclîche
barmhërzege – barten
bartenære – base
Baseler, Basler – bate
bate, pate – bearbeiten
bearren – bechersamenære
becherweide – beckenknëht
beckenkol – bedancheit
bedarf (?) – bedingen
bedirmen – bedrangen, bedrengen
bedrât – begâben
begâbunge – begelimpfen
begenagen – begin
begîne – beglîmen
beglîmunge – begrîflich
begrîflîcheit – behaft
behaftec – behaltunge
behandeln – beheimsuochen
beheiʒen – behern
behêrren – behoven
behten – behuoflich
behuoren – beie
beie – beinîn
beinîsen – beiʒe
1beiʒe – bekantlicheit, bekentlicheit
bekantnisse, bekentnisse – bekerzen
bekicken – beklipfen
beklocken (?) – bekorunge
bekorungnisse – beküelen
bekumberhaft – belæren
belasten – belîbelich
belîben – belônære
belônen – bemaln
bemangen – bemurmeln
bemüseln – benedîunge
benediz – bennen
bennige – bequâme
bequæme – bërc|êrîn
bërcgar – bërcphenninc
bërcrëht – beredenunge
beredet – 1berennen
2berennen – bërhtnaht
berhtram – berillîn
berîmeln – bërlich
bërlîn – bernisch
bërnklâ – bêrswîn
bertenære – beruofære
beruofen – besamentlîchen
besamenunge – beschatzære
beschatzen – beschemen
beschemenisse – beschînen
beschirm – beschouwunge
beschremen – besebelicheit
beseben – besetzunge
besëʒ – besîtes
besitzære – beslîʒen
besloʒ – besnöuwen
besnüeren – besprëchære
besprëchen – beste
bestëchen – bestiure
bestiuren – bestürzen
bestutten – besuochnisse
besuochunge – bët
betagen – bëtelære
bëtelærinne – bëtemësse
betemmen – bëtewîn
bëtewîp – betrahtegen
betrahten – betrogenlich
betrônen – betrûren
betrûrigen – bettemunt
betten – betûchen
betüemen – betwungenheit
betwungenlich – bevellicheit
bevern – bevliehen
bevlieʒen – bevür
bevürhten – bewærnüsse
bewarsam – bewëlgen
bewëllen – bewindeln
bewinden – bezâfen
bezaln – beziln
bezimbern – beʒʒer
beʒʒerære – bî bestân
bîbilde – bíderben, bedérben
biderbenen, bederbenen – bîenkar
bîenswarm – bieʒenblat
bieʒenkrût – bîhtât
bîht(e) – bilchmûs
bildære – bildoht
bildunge – bilsensaf
bilsensâme – bineʒ
binide – birden
bir(e) – birnwîn
birsære – bischolf
bî schrîben – bî slâfen
bî|slëht – bît
bitære – bittern
bitternis – biurlîn
biuschen – bîvilde
bîvilden – bîzeichenen
bî zëmen – blahsen
1blæjen – blâsehorn
blæselîn – blatengîr
blatenrinc – blëchhantschuoch
blëchrinc – bleichvëlt
blende – blîche
blîchen – blîkloz
blîkolbe – bliuclich
bliuge – blôdern
blotschen – blüemunge
blüetebërnde – bluomental
bluomenvar – bluotgieʒen
bluotgieʒende – bluotstürzunge
bluotsûgende – bobenthalben
boc – bogelîn
bogen – 2bolle
bollen – 3bor
bor-, enbor- – (borliep,) enborliep
bormære – bortengewant
bortiure – bote
botech – bou
bouc – boummate
boum|öle – bôʒwurz
brâ – brâ|hâr
bræhen – brantlich
brantreite – brâwelîn
bræwen – brëhenen
brëhentac – brenken
      brëhentac stM.
      breht stM.
      brehten swV.
      breinkorn stN.
      breisier stM.
      breit Adj.
      breitdistel stMF.
      breite stF.
      breiten Adv.
      breiten stF.
      breiten swV.
      breitern swV.
      breites Adv.
      breithant stF.
      breitinc stM.
      breitleteche F.
      breitunge stF.
      Breitvüeʒe sw Pl.
      brellen V.
      brëm Subst.
      brëme swM.
      brëmen stV.
      brëmen swV.
      bremzelich Adj.
      brenken swV.
brenn-, bern(e)-, birnschatz – bretsche
brëtsnîdære – brieschen
brievære – brionie
brîsære – briulêhen
briumeister – briuwe
briuwe – brohsen
bronie – brôthalle
brôtheit – bruch
bruch – bruckenambet
bruckenære, bruggenære – brüeterîn
brügel – brünnære
brunne – brünselbërc
brünseln – bruoderhûs
bruoderkint – brust
brust – brûtdëgen
brûtdrüʒʒel – brûtsanc
brûtschaft – buckel
buckelære – büellîn
büeʒære – buhsboum
bühse – bûlslac
bulzen – buoben
buobengâbe – buochisch
buochkamere – buoliân
buollîn – buppe
bur – burcgrâvenambet
burcgrâvenrëht – burcmeisterlêhen
burcmeisterschaft – burcstal
burcstat – bürde
bürdelîn – burgergemeine
bûr|gerihte – Burgunder
Burgunjoys – bursenære
bursît – büschelîn
buschoff – bütelin
bûtelîn – bûvëlt
bûvisch – buʒʒel

   brëhentac - brenken    


brëhentac stM. ‘Dreikönigsfest (6. Januar)’ (s.a. bërhttac ): dar zvͦ schol man ainen besundern iartach alle iar an dem prehem tag begen StiftZwettl 660 (a. 1318); an dem heiligen prehentag UrkStVeit 64 (a. 1347); prehent tag UrkWittelsb 2,402 (a. 1348)

MWB 1 982,19; Bearbeiter: Hoffmann

breht stM. braht

MWB 1 982,25;

brehten swV. auch brahten ( AvaJG , TrudHL , LvRegSyon , Teichn ). ‘laut reden, schreien; lärmen’ ob dem mere si [ vische und merwunder ] vehtent, vil lute si brahtent AvaJG 6,3. AvaLJ 99,1. 97,3; das du wenig redest und nit zuͦ lut brechtest Seuse 481,11; ich hôrt dich in der louben lûte brehten / mit einem stolzen ritter Neidh SL 23:9b,2; TrudHL 118,22; LvRegSyon 995; KonstBrf 99,15. do war [l. wart ] gerúefet und gebreht / sam e: ‘du henken, henken!’ SHort 9447; sô wir tanzen, reien, springen, / vehten, brehten, lûte singen Renner 19710; daz der mentsch nit sol han braͤhtend stimme noch schrigend PrGeorg 85,12; schallen unde brehten Reinfr 16571. gegen jmdn. ~ (s.a. widerbrehten ): manigen frouwen ist übel gelungen, / die gein iren wirten brehten wölten Renner 12863; unnd sagt mir da bey recht / wie Angelburg het gen ir gebrecht FrSchw 6472; Glaub 1561. – subst.: dô daz grôze brehten / und den ungefüegen schal [...] / hôrten die helde guot Ottok 81262; sich huop dâ [beim Fest zu Ehren des Bacchus] michel ringen / unde ein brehten unde ein toben KvWTroj 16409 u.ö.; michel ruͤfen, / bræchten und wuͤffen, / schrigen, klagen WernhMl 4130; JvFrst 6936; Reinfr 16628; KvHeimUrst 1358. daz ~ (sîn) lân: der kvnic selbe gebot, / daz sie ir brechten liezen sin ReinFu K,1365; ob dem tische lat daz brehten sin, / so ir ezzent TannhHofz 69; daz si nicht iͤr prachten lie / so man gotez dienst begie Teichn 88,7. âne ~ : man sol och senfte stimme han so man redet: daz ist schône ane ruͤffenn und ân braͤhtenn PrGeorg 334,26; sin zunge vil gesprache was, / gar sittig aͮn bræchten WernhMl 5701. 8098

MWB 1 982,26; Bearbeiter: Hoffmann

breinkorn stN. brîenkorn

MWB 1 982,60;

breisier stM. aus afrz. brasier, vgl. Tobler/Lommatzsch 1,1127; Felder, Krone, S. 144. ‘Kohlenglut’ tiefer sne vnd dikes eys / tet im also groze not, / [...] het er die rede gewest / dor [= dô er ] ze Tintagvel auf der vest / saz bei dem breisiere [...] / er müest da haim beliben sein Krone 3673

MWB 1 982,61; Bearbeiter: Hoffmann

breit Adj. Adv. sehr selten (s.u. 1). 1 ‘weit, ausgedehnt, flächenmäßig groß’
2 ‘breit, nach links und rechts ausgedehnt’
2.1 als Gegensatz zu ‘schmal, eng’
2.2 ‘von einer bestimmten Breite’ ;
3 ‘groß’
3.1 ‘zahlen- und umfangmäßig groß’
3.2 von Abstrakta: ‘bedeutend, gewichtig, groß’
4 ‘weit verbreitet, bekannt’
   1 ‘weit, ausgedehnt, flächenmäßig groß’: – von der Erde: ûf diser breiten erden Eracl 2295; der [...] die praiten erde in siner hant beslozzen hat Konr 11,49; twingende die cristenheit / uber alle die werlt breit HeslApk 19330; breiter denne die welt, tieffer denne das mer Mechth 1: 40,3. – vom Meer: des breiten mers salzes smac Wh 62,12; es was eyn tieff mere und breyt Lanc 6,8. – allg. von einer größeren Fläche (Feld, Wiese, Heide u.a.): da gelobeten si den champh / zu dem braiten uelde Rol 8901; vnde quam an ein gefilde breit Herb 1978; eine schœne wise breit Eracl 1862; der anger und diu heide breit KLD:Kzl 15: 1,2; ein breit insele in dem mer UvZLanz 7995; der hof was wît unde breit Parz 805,24. – von Pflanzen, bes. Bäumen: ein öleboum, der was mâze grôz, / nider unde doch billîche breit Tr 14609; MarlbRh 9,9; Parz 162,8; ein boum mit löubern niht ze breit UvZLanz 4439; gar praiteu pleter BdN 93,18; bluomen breit / siht man ûf den heiden SM:WvT 3: 1,6; uon breites wegeriches saffe SalArz 51,29 .   – von Händen und Füßen: er hiez Dodines der wilde / mit den breiten handen UvZLanz 7099; wan er [der Vogel] hât ainen praiten fuoz ze swimmen und hât ainen andern gespaltenen fuoz ze gên auf dem lande BdN 212,5; und der fuoz ist sô prait, daz er ainen grôzen schaten gibt gegen der sunnen ebd. 490,19 (s.a. breitvüeʒe ). breit alsam ein wanne Iw 443; breit als ein schußel Lanc 529,5; die breiten schilde Eracl 2674; samit vnde pfellile breit Roth 787; ein zobel ze rehte breit Wig 8905; manec teppech breit Parz 82,29; vf einer tabelen breit Herb 9304; schœne frowen / tragent alle hüete breit SM:Had 11: 1,3; Eracl 3819; Wig 2417. – Adv.: da von schinet si [die Sonne] sleht unde breit MNat 1,9; daz ander dinc, daz uns des nidern sunnen schînes irret, daz wir sîn wîte unde breite verirret sîn, daz ist der nebel PrBerth 1:395,10; alse der mân wol verre über lant / liuhtet des nahtes wol lieht unde breit, / sô daz sîn schîn al die welt umbevêt MF:Mor 1: 1,5    2 ‘breit, nach links und rechts ausgedehnt’    2.1 als Gegensatz zu ‘schmal, eng’: – von Straßen, Wegen, Wasserläufen: ein engez pfat, daz was niht breit Wig 4493; Parz 142,5; der breit wekch der den menschen hintz dem tode laitet PrOberalt 4,4; EvAug 14,2; wir haben noch zwaigere wege gewalt, / [...] der eine ist brait unt wit, / [...] der ander enge unt smal HimmlJer 456; der wâc was in ze breit NibB 1527,3; die brücke [...], / diu über daz breite wazzer gie UvZLanz 7655; Parz 285,6. – von Körperteilen: sîn antlütze was wol ellen breit Iw 437; ir scheitel wîz und niht ze breit Wig 870; ein stirn, die breit ist zu vil, / der uppickeit sich vlizzen wil Physiogn 145; wer praiteu naslöcher hât, der ist unkäusch BdN 45,27; sin schultern waren breit und starck Lanc 328,8. ~ und smal: mit einem borten [...] / dâ het sie sich gegurtet mite, / der was ze breit noch ze smal Eracl 3807; ir slâ wart smal, diu ê was breit Parz 249,7; Wh 314,11; Will 114,12. ~ und lanc: ein umbe hanch, / der was breit und lanc VMos 56,28; daz heilige crûce hat uier mazze. ez ist breit, ez ist hoch, ez ist lanc, ez ist tief Spec 104,7; den [ sal ] funden si berihtet den recken über al / mit vil rîchen betten, lanc unde breit NibB 1824,3; sîn bart lanc unde breit Wig 4402    2.2 ‘von einer bestimmten Breite’; mit Maßangabe im Gen. (s.a. breite stF. unter 1): siu [die Stadt] was einer mîle breit VAlex 724; vnde sol iegelich hofstat sin hundert schvͦch lang vnd fûnfzig breit UrkCorp (WMU) 248A,43; umb den helm ein lîste gie / von golde zweier vinger breit Wig 7386; BvgSp 90; der [Sarg] was wol vier fúß breit und zweyer dick Lanc 615,17; kegin eyner spennen breyt Pelzb 129,2. ze mâze ~ : lengiu swert, ze mâzze breit SM:Go 1: 2,4; zv mazze lanc, zv mazze breit, / als ein sark solde sin Herb 10788; eine schœne strâze, / diu was ze guoter mâze / breit Tr 2579; Wig 7094    3 ‘groß’    3.1 ‘zahlen- und umfangmäßig groß’ sîn afterchumft wart vile breit Gen 917; wie er nach der toufe stifte / ein ander christenhait, di wuohs sit und ist nu brait AvaLJ 49,3; Eracl 2495; von du wart ime sin len [Lehensgüter] breit Roth 4891. Alexander und sîn here breit SAlex 3760; eine vil breide menie Roth 2983; Mügeln 352,4    3.2 von Abstrakta: ‘bedeutend, gewichtig, groß’ daz chint was gotes wisheit, / sin gewalt ist michel unte breit VEzzo 180; dâ gotes êre breiter und grœzlîcher ane læge Eckh 5: 21,2; uns ist uon gote geboten, daz wir die minnen, die uns leide toͮnt; so breit ist div minne Spec 136,10; ir rôter munt / hât mih verwunt, / des ist mîn ungemüete breit SM:HvS 1: 3,6; mînes herzen freude breit / was Gahmuretes werdekeit Parz 109,21; RvEBarl 13972. – ~ und lanc/wît: Terramêrs rîcheit / was kreftic, wît und breit Wh 9,28; daz wît gemezzen leit, / beidiu sô lanc und ouch sô breit, / deis al diu heidenschaft enphant ebd. 253,2; SM:Te 13:3,9; sendez trûren lanc breit unde dicke / wirt mir zallen stunden kunt KvWLd 13,15. – ~ werden ‘anwachsen’ sîn riwe smal, sîn vreude breit / wart dô Parz 640,9; über al diz her wirt ze breit / der jâmer durh dich einen Wh 457,6; RvEBarl 3591. 13721; dirre gedanc wart vil breit Herb 1881; TrSilv 388. – ~ machen ‘vergrößern’ sô mache ich iuwer sælde breit / mit guotes grôzer rîcheit RvEBarl 8985; Mechth 5:11,30    4 ‘weit verbreitet, bekannt’ dem kvnige was vil leit, / daz Jasones lop was breit / von lande zv landen Herb 170; der verholniu mære machte breit Parz 643,5; du gebârest vil gelîche / einem man des werdekeit / ist mit mæren harte breit: / bistu Artûs genant, / sô ist dîn name verre erkant ebd. 767,8. ~ werden ‘sich verbreiten’ schiere wart daz mære breit: / in daz rîche wart geseit, / wie ez was ergangen RvEBarl 8101. 2122; Herb 13708; Parz 63,30

MWB 1 983,3; Bearbeiter: Hoffmann

breitdistel stMF. ‘Breitdistel’ (zur Identifizierung der Pflanze s. AWB 1,1342): labrum ueneris: breitdistele VocBV947 3:542,37

MWB 1 984,57; Bearbeiter: Hoffmann

breite, breiten stF. breiten z.B. Mechth 7:18,45; KvMSph 24,23. 26,3. 53,1 u.ö. 1 ‘seitliche Ausdehnung, eine der drei Dimensionen eines Körpers, Breite’
2 ‘flächenhafte Ausdehnung, Weite, große Fläche’
3 ‘großes Ackerstück, Stück aus der gemeinsamen Ackerflur der Gemeinde’ (DRW 2,484; s.a. gebreite )
4 ‘Erdzone, geographische Breite’
5 übertr. ‘Größe in Bezug auf Bedeutung, Wichtigkeit’ ;
   1 ‘seitliche Ausdehnung, eine der drei Dimensionen eines Körpers, Breite’ swer oͮch dekain smale linwat vf vnserm marcht choͮfet oder verkoͮfet, div niht die reht braiti habe UrkCorp (WMU) 584,10; dâ [auf dem Pferd] lac ûf ein gereite [Sattel] , / smal ân alle breite Parz 257,2. 179,19. unser hende die schuͤlen wir auch chruͤtzen an diu brait [Querbalken] des heiligen chruͤtzes PrOberalt 6,7 u.ö.; nû volget er einem wanke dan, / der in einen wec leite / über des palas breite Iw 6432; KvWTurn 646. – in Verbindung mit anderen Maßbegriffen (Länge, Höhe, Tiefe): div wîte des huses gestet in uiere mazzen: an der breite, an der lenge, an der hohe, an der tieffe Spec 135,26. 104,8; HimmlJer 51; ir zefuͦrtet daz gedrenge; / an der breite und an der lenge / hiewet ir ein vil tiefes pfat [im gegnerischen Heer] Rennew 7768; RvEAlex 5668; siner [des Paradieses] breiti und siner lengi der vant ich kein ende Mechth 7: 57,2; si [ sele ] ist zumale ein lutir geist sunder alle materielichkeit und alle gropheit, groze, lenge, breite, alleine si geistliche groze habe Parad 99,2; Eckh 1:182,3. an (der) ~ mit Maßangabe: sie [die Stadtmauer] wart wit vnde groz, / daz sie innen ir besloz / an wite vnde an breite / [...] zwo grozze tagefart Herb 1775; es [das Zelt] was zwaintzig elen hoch [...], / sechtzig elen es an der leng hatt, / zwelff an der praitte HvNstAp 3948; dv́ selbe houestat ist an der lenge ehtewe vnd zwenzic schuͦhe vnd viêr vingere vnd an der breîte fv́nf vnd zwenzic schuͦhe UrkCorp (WMU) N717,21. hande/ vuozes/ hâres ~ (z.T. von breit Adj., Adv. nicht eindeutig zu scheiden): sie hetten vf der erden / nirgen einer hende breit, / ez enwere allez beleit Herb 9572; Parz 386,25; Tr 11117; done wolden dise zwêne doch niht hôher stân [zurückweichen] / zweier hande breite NibB 1866,3; ûz gotes minne er nie getrat / eines halben vuozes breit / in dirre welte unstætekeit RvEBarl 11273; nie hâres brait gestrûchen SM:Go 2a: 6,10; der [Würde des Priesters] mac da nicht werden min / von siner unheilikeit / alsam eines hares breit HeslApk 13084; Eckh 5:40,17    2 ‘flächenhafte Ausdehnung, Weite, große Fläche’ der breite und ouch der wîte / bedorfte Terramêrs her, / do si ûz den schiffen von dem mer / ieslîcher reit zuo sîner schar Wh 12,22. 16,16; über des gevildes breite, / [...] dâ reit der künec peizen her Parz 721,24. 92,1; und sitzet [...] uf des berges breite HeslApk 19057; under des himels breite Daniel 5943; des manden breite Mügeln 297,11; Eckh 2:165,2. 3:152,6. – ‘flaches Feld, Ebene’ dô reit über ein breide / gegen einer wegescheide / Wâlwein, [...] / und leisiert über die plâne UvZLanz 2363. 4663    3 ‘großes Ackerstück, Stück aus der gemeinsamen Ackerflur der Gemeinde’ (DRW 2,484; s.a. gebreite ): monasterium [...] habebit [...] de agris curie nostre [...], qui dicuntur Praitten, decimam totaliter UrkWeltenb 113 (a. 1220); ibidem agri, qui dicuntur preiten UrbBayJ 340 (= UrbBayS 3,638 ); daz ich [...] han verchauft meins aygen gvͤtez [...] ain praiten, di da leit ob dez wegez gegen Vronhofen vnd ain prait hinter dem ziegloven StiftStBernh 246 (a. 1328); daz wir [...] verchauffet haben [...] des Engelprechtz hof vnd ainen pavmgarten vnd ein wis vnd ein praiten, daz allez an den selben hof stozzet ebd. 247 (a. 1346)    4 ‘Erdzone, geographische Breite’ die vir klainen ebenverrer [Parallelkreise zum Äquator] und der [...] ebennehter [Äquator] underschaident an dem himel fuͤnf praiten oder funf reich [ quinque zonas sive quinque regiones ] KvMSph 32,23; ez sint auch den fuͤnf snuͤren an dem himel [ zonis in celo ] fuͤnf praiten [ plage in terra ] antwuͤrtend auf der erden ebd. 32,25; in der praiten dez ebennehters [ in superficie equinoctialis ] ebd. 52,2; ein igleich zaichen [Tierkreiszeichen] hat in der leng dreizzig grad und zweliff in seiner praitte Sphera 69,28. – Weiteres zur Verwendung als geographischer Terminus s. Deschler, Astron. Term. (Register S. 465) und Glossar zu KvMSph .    5 übertr. ‘Größe in Bezug auf Bedeutung, Wichtigkeit’; gewöhnl. mit anderen Maßbegriffen: daz wir in lenge unde in breite zieren daz leben / nach dinen hulden Himmelr 5,28; die lenge und ouch die breite / treit iwer prîs die krône / ob anderen prîsen schône Parz 654,12; o heligú tieffin aller diemuͤtekeit, o miltú breitin aller gaben, o erlichú hoͤhin aller minne, Jhesu Christe Mechth 7: 18,45. 5:11,31; groze der libe ligit weder an lenge noch an breide, mer si ligit an grozirme adile Parad 88,32. 15,7; HeslApk 22927; Tauler 369,12; LvRegFr 1373. – zur Umschreibung der unermesslichen Größe Gottes (nach Eph 3,18): das ir múgent begriffen mit allen heiligen weles si die hoͤhi, die breiti und die tieffi und lengi [ latitudo et longitudo et sublimitas et profundum Eph 3,18] Gotz Tauler 174,25; ebenso Eckh 1:182,5; dîner hœhe und dîner breite, / dîner tiefen antreite / wart nie gezilt anz ende Wh 1,29; der âne breite und âne lenge, / ân end ist und ân anegenge LvRegSyon 1. – selten ohne weitere Maßbegriffe: die minne hat so groze breide, / dat si nimanne van ire in wilt gescheiden Lilie 57,37; also get dez gewaltez prait / fuͤr daz recht recht uͤber all Teichn 208,14. 464,867. 703,8

MWB 1 984,60; Bearbeiter: Hoffmann

breiten Adv. ‘weit ausgedehnt’ und alsô irret uns diu erde gar wîten unde breiten, daz wir des nidern sunnen niht gesehen mügen PrBerth 1:393,25

MWB 1 986,39; Bearbeiter: Hoffmann

breiten stF. breite

MWB 1 986,42;

breiten swV. 1 tr.
1.1 ‘etw. ausbreiten (auf einer Fläche, über/vor jmdn.) ’
1.2 ‘etw. (Name, Nachricht u.ä.) verbreiten, verkünden, bekannt machen’
1.3 ‘etw. größer machen, erweitern, vermehren’
2 refl.
2.1 ‘sich ausbreiten, ausdehnen’
2.2 ‘sich verbreiten, in einen weiteren Umkreis gelangen’
2.3 ‘in einem weiteren Umkreis bekannt werden’
2.4 ‘sich vergrößern, anwachsen’
   1 tr.    1.1 ‘etw. ausbreiten (auf einer Fläche, über/vor jmdn.) ’ dô hiez der künic tuoch breiten / und ouch den tisch bereiten EnikWchr 13011; der paum [...] praitt sein est sam diu puoch tuot BdN 317,8. 319,5; man sol nemen einen teyc vnd sol den duͤnne breiten BvgSp 5a; sam daz golt cyclâde breitet sînen glast KvWLd 19,34; HeslApk 2182. ûf etw. ~ : ûf den estrich sie dô breite / einen tepech Eracl 300; vnde [ sie ] hizzen vf deme sande / breiten vber al daz felt / ir pauelun vnde ir gezelt Herb 357. 10664; ein wenig gewuͤrtz gebreit vf ein blat BvgSp 56; Eckh 2:135,2; BdN 83,30. uber jmdn. ~ : vnd lobten den hailant, / der [...] seine hant / het gepraitet vber sie Wernh A 2805; üver uns armen din guͤde breide MarlbRh 69,36; der [...] praitt die flügel seinr miltichait über arm läut BdN 203,22; Tr 11007. vor/vür jmdn./etw. ~ : diu alte küniginne wîs / ein bette hiez bereiten, / dâ für ein teppech breiten Parz 578,6; he [Gott] wonit in eime lichte daz unzugenclich ist [...] und ein dinstirnisse ist for un gebreidit, daz niman irluchtin mac Parad 43,2; Tr 12203; Wernh A 110. – bildl.: sin tugen was vndersniten / [...] mit guten siten; / [...] / vnd dar vber gebreit / milde vnde wisheit Herb 3135; aldus gedane bladere sal man up die gesuollene hercen breiden, / dat si brechen inde verlisen den wont der stolzheide Lilie 18,12    1.2 ‘etw. (Name, Nachricht u.ä.) verbreiten, verkünden, bekannt machen’ dîn námo ist uuîteno gebrêitet, uuánte uóne dir Christo hêizzen uuír Christiani Will 3,2; nû ist diu christenhait mit dînem namen gebraitet Kchr 10551; Wernh 2961; Wig 9299; HeslApk 2960. – Ruhm: den ich gebot daz si swigen, die enswigen nicht, si breiten mein er und mein lop PrOberalt 152,23; Ectoris lob was gebreit / von sterke vnde von manheit Herb 1675; Mechth 1:22,34; Mügeln 21,4. – Botschaft, Nachricht: und ist diu selbe künde / sô wîten gebreitet, / sô manege wîs zeleitet Tr 4745. 12145; nû was ouch âne lougen / diu wârheit sô gebreitet, / der zwîvel abe geleitet KvHeimUrst 1209; so wil ich mich arbaiten / und iuwere maͤre braiten RvEWh 2296; BdN 299,22; Pelzb 130,4; unde dese wort wurden gebreytit [ divulgabantur Lc 1,65] in Judeam ubir alle daz gebirge EvBerl 136,6; ebenso EvAug 76,1. 126,9    1.3 ‘etw. größer machen, erweitern, vermehren’ driu riche, / [...] / dei du zeches unde antreites, enges und breites, als du wil, / hohes und nideres Himmelr 2,7; sîn andâht mag ein ieclîch man / nâch sînem willen leiten, / smalen oder breiten, / kürzen oder lengen, / vrîen oder twengen Tr 17046; si [die Seele] wirt auch nicht gepraitt noch gelengt noch gerekcht nach dem leib in irem wesen KvMSel 329; Parz 583,6; PrGeorg 107,27. e was drifalt ir leit, / nv wart ez fierfalt gebreit Herb 5395. 7904; Parz 202,16; ir maht diu was gebraitet / tæglich von tage ze tagen WhvÖst 17302; er [ carbunkelstain ] praitt des menschen gedank BdN 437,19. ich wil dich hœhen und wil dich grôz machen und wil dîn geslehte breiten und wil dich herre machen über ein grôz volk Eckh 2:7,2; PrOberalt 34,34; Mechth 6:37,39; als der cederboͮm uf dem berge wirt gebreitet [interl. zu multiplicabitur ] PsM 91,13. – bildl. vom Herzen: ‘weiter machen, öffnen’ swenne daz herce gebreittet wirt [ dilatato corde ] in unsaglicher svzze der minne BrAsb Prolog; und zerfliessent denne von suͤskait [...] und wirt gebraitet ir hertz [ dilatabitur cor tuum Is 60,5] PrGeorg 185,12    2 refl.    2.1 ‘sich ausbreiten, ausdehnen’ der hœher [Baum] praitt sich niht sô vast sam der nider BdN 316,32; wenn man daz golt hamersleht, sô klært ez sich und entweicht dem hamer und praitt sich überal ebd. 475,18 u.ö.; in dise drie wege gieng der grosse túfel in sin [Herodes’] grosses herze und breite sich in alle sine fúnf sinne Mechth 5: 23,102    2.2 ‘sich verbreiten, in einen weiteren Umkreis gelangen’ der hunger sich breite in die werlt wîte Gen 2126    2.3 ‘in einem weiteren Umkreis bekannt werden’ duo braitte sich des kuniges æhtesal, / si flouch uberal Kchr 6385; daz mere breitte sich san Herb 502 u.ö.; Konr 7,13; PrOberalt 145,13; Lanc 308,3    2.4 ‘sich vergrößern, anwachsen’ daz hêr sich do braite. / di cristin sich bereiten, / si sigen uaste in diu lant Rol 273; mîn kumber wil sich breiten MF:Wolfr 7: 1,10; sus breitet sich der riwen slâ Parz 533,5; Wh 27,30; sus wart diu vraise sich braiten WhvÖst 8297; daz ser [Geschwür] [...], daz sich breitet unde vlichtet Macer 72,14; PrOberalt 146,19; KvWLd 32,302

MWB 1 986,43; Bearbeiter: Hoffmann

breitern swV. 1 ‘etw. vermehren, vergrößern’
2 ‘etw. verbreiten, bekanntmachen’
   1 ‘etw. vermehren, vergrößern’ sant Paulus sprichet, daz er gotes durch got enbern wolte, umbe daz gotes êre gebreitert würde Eckh 5: 40,8    2 ‘etw. verbreiten, bekanntmachen’ dennoht solt du es [ bosshait ] von mir nit braitren won in dem sinne daz ez entweder mir oder im selben [...] zuͦ bessrung kome PrGeorg 195,27

MWB 1 988,6; Bearbeiter: Hoffmann

breites Adv. ackerbreites

MWB 1 988,13;

breithant stF. ‘flache Hand’ (als Gegensatz zur Faust; s.a. tëner stM.) oder ‘Innenseite der Hand, Handfläche’ (s.a. inhant stF.): yr: tenre; plana: braithant; pugnus: fust VocBV926 3:439,8. – Zur Stelle s.a. AWB 1,1341

MWB 1 988,14; Bearbeiter: Hoffmann

breitinc stM. ein flacher Kuchen (vgl. AWB 1,1349f.): placente: praitinge VocBV926 4:217,13

MWB 1 988,19; Bearbeiter: Hoffmann

breitleteche F. auch breitleche. ‘Große Klette’ (Arctium Lappa L.; vgl. Marzell 1,374-384; AWB 1,1350): bardana: breitleche VocBV947 3:537,24; lappa inuersa: breitleteche ebd. 3:542,46

MWB 1 988,21; Bearbeiter: Hoffmann

breitunge stF. ‘Ausdehnung’ das der sel kraft gepraitt vnd getailt ist in dem leichnam nach der praittung [ dimensio ] vnd groͤzz vnd tail des leichnams KvMSel 167; merung, praitung, grözz vnd leng ebd. 530

MWB 1 988,25; Bearbeiter: Hoffmann

Breitvüeʒe sw Pl. ‘Skiapoden’ (vgl. → Blatvüeʒe): dô Julius hêt verjeit / mit strît und mit wîsheit / die Einougen und die Breitfüezen [La. platfuͦzzen ] [...] in daz verr Indiâ EnikWchr 21149

MWB 1 988,30; Bearbeiter: Hoffmann

brellen V. ‘brüllen, tosen’ daz ir aber gerne mich / fraget der aventuͤr / wa von daz ungehuͤr / weter also brelle [ : helle ] WhvÖst 4403

MWB 1 988,34; Bearbeiter: Hoffmann

brëm Subst. bræm

MWB 1 988,37;

brëme swM. Fem. Wh 335,8 (La.); priem BdN 292,30. ‘Bremse, Stechfliege’ tabanus: breme SummHeinr(Ho) 18,71; culex haizt ain prem. daz ist ain würmel grœzer dann ain gemaineu vlieg BdN 299,9; Isidorus spricht, daz der prem daz lieht liep hab ebd. 299,15 u.ö. Roͮlanten hat lichte ain prem gepizzen / da er slief an dem grase Rol 6085; GTroj 6173; ze jungst die hungrigen bremen dar uf vallent mit ir geselleschaft und daz genagen bein zemal enploͤzent Seuse 125,15. 426,14; rûzen als der brem Boner 40,39; der bremen hôchgezît zergât, / sô der ougest ende hât Freid 146,7; ErzIII 96,1. wibeln, kefern unde bremen, / humel, wefse und diu spinne Renner 19744. 16315; mucken, fliugen und bremen StrKD 124,29. 78,85. sîn triwe hât sô kurzen zagel, / daz si den dritten biz niht galt, / fuor si mit [umgeben von] bremen in den walt Parz 2,22; ainer ku die mit ir swantz / fliegen, premen von ir jaigt Teichn 595,31. – in Vergleichen: swaz iemen kumbers durh iuch neme, / daz ahtet ir als ein kleine [La. cleiniv ] breme / viele ûf einen grôzen ûr Wh 335,8; den [Götzen] so vil als einem bremen / niht rehter crefte was gegeben Martina 223,68

MWB 1 988,38; Bearbeiter: Hoffmann

brëmen stV. brimmen

MWB 1 988,62;

brëmen swV. bræmen

MWB 1 988,63;

bremzelich Adj. ‘feurig, leuchtend’ man sach dâ manigen klâren lîp / an vrouwen, die ouch munde tragen / bremzelîch unde rôsenvar: / man möhte viur hân drûz geslagen KgTirol B 6,6 (zu dem Vergleich s. Parz 257,20).

MWB 1 989,1; Bearbeiter: Hoffmann

brenken swV. zu branc stM. und brangen swV. ‘im Kampfgetümmel stolz dahinstürmen’ als daz weter die schuͤr / in hol gebirge senket, / also wart gebrenket / durch die punder biz daz sie / ze samen komen WhvÖst 8354

MWB 1 989,6; Bearbeiter: Hoffmann