Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
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b – bachhelling
bächîn – backwërc
bacolôn – badestubære
badestube – balde
baldecheit – balmunden
balmunt – balsamtrôn
balsamtropfe – ban, bane
1ban – banekîe
banël – bänkelîn
banken – bantac
bant|âder – banzins
banzûn – bârbrët
1barc – bârkleit
barkorn – barmhërzeclîche
barmhërzege – barten
bartenære – base
Baseler, Basler – bate
bate, pate – bearbeiten
bearren – bechersamenære
becherweide – beckenknëht
beckenkol – bedancheit
bedarf (?) – bedingen
bedirmen – bedrangen, bedrengen
bedrât – begâben
begâbunge – begelimpfen
begenagen – begin
begîne – beglîmen
beglîmunge – begrîflich
begrîflîcheit – behaft
behaftec – behaltunge
behandeln – beheimsuochen
beheiʒen – behern
behêrren – behoven
behten – behuoflich
behuoren – beie
beie – beinîn
beinîsen – beiʒe
1beiʒe – bekantlicheit, bekentlicheit
bekantnisse, bekentnisse – bekerzen
bekicken – beklipfen
beklocken (?) – bekorunge
bekorungnisse – beküelen
bekumberhaft – belæren
belasten – belîbelich
belîben – belônære
belônen – bemaln
bemangen – bemurmeln
bemüseln – benedîunge
benediz – bennen
bennige – bequâme
bequæme – bërc|êrîn
bërcgar – bërcphenninc
bërcrëht – beredenunge
beredet – 1berennen
2berennen – bërhtnaht
berhtram – berillîn
berîmeln – bërlich
bërlîn – bernisch
bërnklâ – bêrswîn
bertenære – beruofære
beruofen – besamentlîchen
besamenunge – beschatzære
beschatzen – beschemen
beschemenisse – beschînen
beschirm – beschouwunge
beschremen – besebelicheit
beseben – besetzunge
besëʒ – besîtes
besitzære – beslîʒen
besloʒ – besnöuwen
besnüeren – besprëchære
besprëchen – beste
bestëchen – bestiure
bestiuren – bestürzen
bestutten – besuochnisse
besuochunge – bët
betagen – bëtelære
bëtelærinne – bëtemësse
betemmen – bëtewîn
bëtewîp – betrahtegen
betrahten – betrogenlich
betrônen – betrûren
betrûrigen – bettemunt
betten – betûchen
betüemen – betwungenheit
betwungenlich – bevellicheit
bevern – bevliehen
bevlieʒen – bevür
bevürhten – bewærnüsse
bewarsam – bewëlgen
bewëllen – bewindeln
bewinden – bezâfen
bezaln – beziln
bezimbern – beʒʒer
beʒʒerære – bî bestân
bîbilde – bíderben, bedérben
biderbenen, bederbenen – bîenkar
bîenswarm – bieʒenblat
bieʒenkrût – bîhtât
bîht(e) – bilchmûs
bildære – bildoht
bildunge – bilsensaf
bilsensâme – bineʒ
binide – birden
bir(e) – birnwîn
birsære – bischolf
bî schrîben – bî slâfen
bî|slëht – bît
bitære – bittern
bitternis – biurlîn
biuschen – bîvilde
bîvilden – bîzeichenen
bî zëmen – blahsen
1blæjen – blâsehorn
blæselîn – blatengîr
blatenrinc – blëchhantschuoch
blëchrinc – bleichvëlt
blende – blîche
blîchen – blîkloz
blîkolbe – bliuclich
bliuge – blôdern
blotschen – blüemunge
blüetebërnde – bluomental
bluomenvar – bluotgieʒen
bluotgieʒende – bluotstürzunge
bluotsûgende – bobenthalben
boc – bogelîn
bogen – 2bolle
bollen – 3bor
bor-, enbor- – (borliep,) enborliep
bormære – bortengewant
bortiure – bote
botech – bou
bouc – boummate
boum|öle – bôʒwurz
brâ – brâ|hâr
bræhen – brantlich
brantreite – brâwelîn
bræwen – brëhenen
brëhentac – brenken
brenn-, bern(e)-, birnschatz – bretsche
      brenn-, bern(e)-, birnschatz stM.
      brennære stM.
      brennen swV.
      brenngadem stN.
      brennholz stN.
      brennîsen stN.
      brennoven stM.
      brennstein, börnstein stM.
      brente swF.
      brêse swF.
      bressel stF.
      brëst stM.
      brëste swM.
      brëstec Adj.
      brëstelîn stN.
      brestelinc stM.
      brësten stV. (IV)
      brëstenhalp Präp.
      brëstenlich Adj.
      brësthaft Adj.
      brëstlich, brëstenlich Adj.
      brët stN.
      brëtelîn, britelîn stN.
      brëtervëlt stN.
      bretsche swF.
brëtsnîdære – brieschen
brievære – brionie
brîsære – briulêhen
briumeister – briuwe
briuwe – brohsen
bronie – brôthalle
brôtheit – bruch
bruch – bruckenambet
bruckenære, bruggenære – brüeterîn
brügel – brünnære
brunne – brünselbërc
brünseln – bruoderhûs
bruoderkint – brust
brust – brûtdëgen
brûtdrüʒʒel – brûtsanc
brûtschaft – buckel
buckelære – büellîn
büeʒære – buhsboum
bühse – bûlslac
bulzen – buoben
buobengâbe – buochisch
buochkamere – buoliân
buollîn – buppe
bur – burcgrâvenambet
burcgrâvenrëht – burcmeisterlêhen
burcmeisterschaft – burcstal
burcstat – bürde
bürdelîn – burgergemeine
bûr|gerihte – Burgunder
Burgunjoys – bursenære
bursît – büschelîn
buschoff – bütelin
bûtelîn – bûvëlt
bûvisch – buʒʒel

   brenn-, bern(e)-, birnschatz - bretsche    


brenn-, bern(e)-, birnschatz stM. ‘Geldzahlung, um sich von Plündern und Niederbrennen freizukaufen’ (s.a. brantschatzunge stF.): allit dat gelt ind ander gut, dat van beyden syten gedingd of geloift was van geuangen, of van birnschatze, of van eyncherhande dynktzalen [Zahlungen] UrkNiederrh 3,339 (a. 1345); vortme sal unse here van Kolne gelden den bernschatz den luden van Esch, den si vergolden hant bis op diesen dach ebd. 3,157 (a. 1321); nisi forte ingruente bello [...] contingeret totam villam solvere conbustionis exactionem, quod vulgariter dicitur et de iure dici possit bernescatz UrkKaisersw 119 (a. 1292)

MWB 1 989,11; Bearbeiter: Hoffmann

brennære stM. 1 ‘Brandstifter’
2 ‘Silberbrenner’
3 als Bestandteil von Personennamen
   1 ‘Brandstifter’ die noch den geist der schalcheit habent, daz sint die raubær, daz sint die dieb, die brennære und die chirchbruͤchel PrOberalt 41,15; daz ir sie schirmen sult vor dieben und vor roubern unde brennern PrBerth 1:144,38; diebe vnt roubære, / chirchen brennære / vnd schachmordære Warnung 363; vmb di prennær, di nahtes oder tags verholn brennen, setzen wir also [...] UrkCorp 1800A,37. 2345,9; UvZLanz 3783; StRBrünn 359; Helbl 15,744    2 ‘Silberbrenner’ daz auch man die prenner by iren zeichen bechennen mug StRRegensb 97; ez sol auch dhein vnderchauffel noch anders nieman silber vail tragen [...], ez ensei dann der burger vnd dez prenners zeichen dar an, der ez gebrant hab ebd. 98    3 als Bestandteil von Personennamen: vgl. die Belege WMU 1,287.

MWB 1 989,24; Bearbeiter: Hoffmann

brennen swV. auch bernen ( Roth 4613; Lilie 17,31. 64,36; UrkCorp 37,38. N548A,10. 3470,23 ), vgl. 2 5Mhd. Gr. § L 91; s.a. burnen swV. – Part.Prät. neben gewöhnl. gebrant vereinzelt gebrennet ( JPhys 19,27; Ipocr 55; PrOberalt 97,3; Barth 132,29; SalArz 79,43; HvNstAp 2524; StRMünch 477,11 ). 1 tr.
1.1 ‘etw. anzünden’
1.1.1 allg.
1.1.2 speziell: ‘Brandstiftung verüben, brandschatzen’ ;
1.2 ‘etw./jmdn. verbrennen’
1.2.1 ‘etw. durch Brand zerstören’
1.2.2 ‘etw. zu Pulver verbrennen’ (meist zu med. Zwecken)
1.2.3 ‘etw. als Heizmaterial, Beleuchtung, Räucherwerk, Opfer verbrennen, abbrennen’
1.2.4 ‘jmdn. mit dem Feuertod bestrafen’
1.3 ‘etw. unter Einwirkung der Hitze des Feuers herstellen, bearbeiten’
1.3.1 ‘Edelmetall schmelzen, durch Feuer reinigen’
1.3.2 ‘Tongefäße durch Brennen härten ’
1.3.3 ‘Kalk brennen’
1.3.4 ‘eine Flüssigkeit destillieren’
1.4 ‘jmdn. (ver)sengen, durch große Hitze quälen, peinigen, jmdm. Verbrennungen zufügen,’
1.4.1 allg.
1.4.2 speziell: ‘etw. (Wunde/Warze u.ä.) ausbrennen’
1.5 ‘etw. / jmdn. durch Brand zeichnen’
1.5.1 ‘ein Brandzeichen an einem Pferd anbringen’
1.5.2 ‘ein Maß durch ein eingebranntes Zeichen kennzeichnen’
1.5.3 ‘jmdn. (als Strafe) mit einem Brandmal versehen, brandmarken’ (vgl. LexMA 2,566)
2 intr. (selten, statt brinnen stV.)
2.1 ‘brennen, in Flammen stehen’
2.1.1 eigentl.
2.1.2 übertr.
2.2 ‘leuchten, glänzen’
   1 tr.    1.1 ‘etw. anzünden’    1.1.1 allg.: des helphantis pein und sin hût [...], suâ man siu prennet [ fuerint succensa ] . dannen fliehent [...] elliu fiantlichiu dinch JPhys 8,33; des elephanten pain geprant verjagt die slangen und vergift BdN 136,1; man beluͦht iz [das Kind] , so man diu tauͤf cherczen ob im prennet Konr 23,90. – übertr.: ‘jmdn. entflammen’ brande sie mich niht, sô hæte ich senfte dol: / sus hât mich diu minneclîche enzündet [...] : / laschte sie mich mit ir minne, mir wær deste baz KLD:GvN 32: 4,6; dich brand dat vuͥr des ruͥen sere MarlbRh 66,31    1.1.2 speziell: ‘Brandstiftung verüben, brandschatzen’; mit Akk. d.S. ‘Gebäude, Dörfer, Städte in Brand setzen’ heiz brechen unde brennen / ir uile unreine betehus Rol 952. 7206; sie roubeten vnd branten, / allez daz sie beranten. / daz lant in gluten allez schein Herb 3903. 16129; do zuntins an und brandin sa / die stat RvEWchr 21417; si riten in ir lant unde branten ir bürge und ir stete unde verwuosten allez daz dâ ze wüesten was BuchdKg 44,3; VAlex 980; SpdtL 225,10; MF:Mor 33a:1,4. – mit Akk.  d.P. ‘jmdn. durch Brandstiftung schädigen’ den künec von Irlanden, / den brant er unde herte UvZLanz 7101; si herten unde branden sih / beide ein andir durh gerich RvEWchr 19812; herzog Heinrichen / begund er sterclichen / rouben unde brennen Ottok 23908; weri abir [...] daz in ein andir man brenti, die umi gram weri Mühlh 174,4; der einen man slehet oder vâhet oder raubet oder brennet sunder mortbrant, [...] den sol man allen daz haubet abeslahen SpdtL 204,2; UrkCorp N548A,10. 935,45; StRAugsb 94,23. – mit ausgespartem Obj.: die cristinen weren / cumen in me lande, / die roubeten unde branden GrRud δ 32; daz er roubt und brande / und verwuoste über al / [...] dâ der bischolf iht het Ottok 36315; Tr 18829; swer tages oder nahtes heinlichen brennet [...] daz heizzet mort brant, den sol man radebrechen SchwSp 84a. – subst.: rouben, brennen, übel râten, / daz ist nû ein gæber sitte SM:UvS 10: 2,5; reche wir daz brennen, / dazs uns alle hant getan Dietr 3215    1.2 ‘etw./jmdn. verbrennen’    1.2.1 ‘etw. durch Brand zerstören’ so haizze ich daz unchraut ze samme pinten, daz man iz prenne [ ad conburendum Mt 13,30] PrOberalt 46,21; als fiwer daz brennet den walt [interl. zu qui conburit siluam ] unde als lovch brennenter die perge PsM 82,15; do liefen si, da si iͤr czoͮber buͦch heten, [...] vnd branten die Konr 5,80; EnikWchr 24856; wenn man daz holz geprennet, dâ wirt weizer asch auz BdN 314,33; PrMd (J) 349,20. daz gebeine unde daz inêdere [Eingeweide] / daz pranten si gare VMos 41,13; ioh brant der serpant / daz ros undir im ze tôt Eilh R,1656; ein viur [...] kumet mit gote [...], daz brennet al umbe und umbe allez, daz got wider im vindet Eckh 5: 53,14    1.2.2 ‘etw. zu Pulver verbrennen’ (meist zu med. Zwecken): brenne die wisvlvn [Wiesel] ze pvluere vnde salbe die drvse Ipocr 111. 337. 345; der brenne des gîres bein ze bulver unde mache dar ouz ein phlaster Barth 155,25 u.ö.; ein tier ist wunderlîcher art, genennet leozephenâ, / ûz dem ein pulver wirt gebrant / daz birt dem lewen nôt KLD:Kzl 16: 3,3; BenRez 8; SalArz 80,26; Lanc 568,13. ~ und pulveren: die faulen küten geprant und gepulvert sint guot für den siehtuom BdN 320,32; gegen des menschen biz vrumet kelber bein, so si gebrant werden vnde gepuluert vnde mit honige getempirt SalArz 75,54; menschen hore gebrant unde gepulvert unde gemaln pfeffer getan zusamne Macer 78,11    1.2.3 ‘etw. als Heizmaterial, Beleuchtung, Räucherwerk, Opfer verbrennen, abbrennen’ wande alleine dez ich bedarf ze minem guͦt ze brennede oder ze buwende UrkCorp 3505,7. 10,34. 603,13; und swer in der innern stat reisach prennet, der geit diu selben puͦsse StRMünch 273,25. daz öl [...] daz ist gar lauter und ist guot ze prennen in den lampen BdN 323,30; zwene phenninge ze dem liethe, das si brennen sun ze gesazzesten ziten in vnsirire vrowen munster ze Basil UrkCorp 155,27; daz si ælliv iar suln machen ein chertzen vz einem vierdunge wahsses vnd suln die brennen uf sanct Margareten alter ebd. 1701,17. dar umb prennt man in [Weihrauch] auch in den gotshäusern BdN 377,30; dâ wurden hundert phunt gebrant / mixtûre mirre und alôes KvHeimUrst 816. do dis opfer was bereit / und in den alter geleit, / als mans brennen solte RvEWchr 33693; daz opfer daz man ê brant / und ez gegen himel sant EnikWchr 3503    1.2.4 ‘jmdn. mit dem Feuertod bestrafen’ lit ein iude bi einer cristenin, vindet man si bi einander an der hantgetat, so sol man si beidiu brennen StRAugsb 57,5; dô erteilt man im die hurde, / darûf man in brennen solde Ottok 32570. 45501; in kan im [dem Mörder] nâch sîner schulde keine marter vinden: / [...] in wil sîn ouch niht brennen noch zerliden noch schinden / noch mit dem rade zerbrechen Walth 85,14; Lanc 223,24. daz fiur daz get vor im und brennet alle die im niht dinen wolten [ et inimicos ejus in circuitu consumet Anm.z.St.] PrOberalt 14,7; TrSilv 843; si slûgen wîb unde man / und branten si al in eine glût SAlex 2283; Herb 3862. – häufig in Aufzählungen von Todesarten christl. Märtyrer: man viench si, man warf si in die karchære, man brante si, man hoͮbete si Spec 26,26; swie si gechruͤtzet wurden sam Petrus, swie si gehaubt wurden sam Paulus, swie si gebrennet wurden sam Laurencius, iedoch heten si die zuͦversicht der ewigen froͤuden PrOberalt 97,3; huite wirstu sente Laurentien genoz, / den di haiden uf dem roste pranten Rol 6190; Eracl 4229; Konr 10,107. 20,41; RvEBarl 924    1.3 ‘etw. unter Einwirkung der Hitze des Feuers herstellen, bearbeiten’    1.3.1 ‘Edelmetall schmelzen, durch Feuer reinigen’ álso lûter [...] sámo daz gebránta sílber Will 52,16; also daz viur brennet / uz tem chofer daz golt HimmlJer 361; wie sin gesmide was betragin / mit rot gebrantin golde Athis D 113; golt rôt / unt silber wîze gebrande Wernh 3711. A 4028; als man ein golt prüevet und versuochet und brennet in einem eitoven Eckh 5: 48,10. 5:49,3; der furste geben wolde / zehen pfund von golde / wol geprant und gewegen HvNstAp 15558; viercig marc gebrantes silbers UrkCorp 236,44; MarlbRh 66,5; Ipocr 160. – subst.: wêre aber, das in dem fv̓re mit dem brennenne [des Silbers] v̓ber die sechzen pfenninge zweier pfenninge me abgienge UrkCorp (WMU) 1325A,35. – übertr. im Vergleich: nu daz diu küniginne Îsôt / Brangænen [...] hæte / durnehte in alle wîs bekant / und in dem tegele gebrant / unde geliutert alse ein golt Tr 12940; dem golde glîche ich wol den man / des herze ist sô geliutert und sô reine / daz in der bôsheit hitze enkan / niht brennen KLD:Kzl 16: 4,12; Damen 6,2    1.3.2 ‘Tongefäße durch Brennen härten ’ swenne er si [ erdiniu vaz ] hete gebrant, / swelhez er danne ganz vant, / daz uber guldet er zehant StrKD 151,6    1.3.3 ‘Kalk brennen’ nim ein chalch, der ouz chiselingen gebrennet sî Barth 132,29; sumeliche steine, die wurdent [...] in daz fúr geworfen vnde wurdent gebrant ze eime kalke Lucid 161,12; und swaz man kalchs pey der stat geprennt hat oder noch da prennet, den sol man nicht von hinnen fuͤren StRMünch 477,11    1.3.4 ‘eine Flüssigkeit destillieren’ ûz rôsen brennet man ein wazzer KvWLd 32,61; man verbuͤtt auch allermengelich [...] daz nieman kein win machen sol [...] mit gebrantem wine, denne allein mit kemmen und mit bern [mit Stielen und Weintrauben] WüP 98,4; vnd ouch wyn gesotin odir gebrant, gemischt czu dem moste, machit den wyn stet [haltbar] Pelzb 140,14    1.4 ‘jmdn. (ver)sengen, durch große Hitze quälen, peinigen, jmdm. Verbrennungen zufügen,’    1.4.1 allg.: er fluhet sam man in brenne HimmlJer 156; swen in [Roland] die haiden horent nenne, / si fliehent sam man si prenne Rol 2946. 7922; ist er rehte dar chomen / [...] daz viur [das glühende Eisen] in nine brennet VRechte 249; und brande sinir zungen ort, / das er îe darnah sinú wort / mit lispindir zungin sprah RvEWchr 9064; wenn man ez [ daz tier ] jagt, sô wirft er seinen waichen mist auz dem leib [...], und wen des mistes smack berüert, den prennt er BdN 123,33; ist daz dû in vast in der hant druckst, sô prennt er [der Stein] dich an die hant sô sêr, daz dû sein niht geleiden maht ebd. 455,18; Lucid 29,11. – mit erspartem Obj.: er kan beide krefteklichen brennen und trostlichen kuͤlen Mechth 1: 44,75; Lucid 127,17; SalArz 70,58. – von der Sonne: des tages brante mich diu hizze, / unter dache ich niener swizte Gen 1473; uber tach div sunne niht brennet dic [interl. zu non uret te ] noh der mane uber naht PsM 120,6; Himmelr 10,1; BdN 86,25. – vom Höllenfeuer: daz wir die veint icht sein die daz fiur brennet daz nimmer erlischet, die unsæligen, die verworchten PrOberalt 109,15; daz helle fiûr scol si iemír brennen Rol 7676; ob mich der helle gluot / immer solde brennen Ottok 13149. – (subst.) Part.-Adj.: daz gebrante (gebrante stat/lide) ‘Brandwunde’ wirouch gestossen mit aldem smere heilet daz gebrante Macer 87,5; wirouch gestossen unde mit gensin- oder mit entensmalze getempert, hilf den gebranten lidden mit bestrichen ebd. 87,11; lylien wurzeln gesoten mit smere [...] machet das daz har wider wechset an der gebranten stat, ob mans da mite bistrichet ebd. 16,5 u.ö.; und wenn er gepulvert ist, sô hilft er den gepranten wunden BdN 452,8. – ‘eine Empfindung des Brennens hervorrufen’ vnde rinnet etwenne eine heize vuchte. uz dem houbete di di naselocher brennet SalArz 66,58; causon ist di brennende sucht ebd. 68,30; die tôt nezzel, diu prent niht und ist doch gestalt sam ain nezzel BdN 423,13; diu ander haizt die kriechisch nezzel, diu ist klainer und prent vester wan diu gemain nezzel ebd. 423,15. ein dúrrir durst der brennet mih RvEWchr 20892    1.4.2 speziell: ‘etw. (Wunde/Warze u.ä.) ausbrennen’ áls ába dîu ûzzera rínta eiusdem pomi, in vuîne getrúnkeníu, duálm máchet dén, dîe man scál snîdan óder brénnan Will 128,20; wenn man den [ stain ] zerreibt und mischt in mit ezzeich und gibt in den, dei man prennen schol oder sneiden, sô werdent si sô gar unenpfintleich an irem leib BdN 452,19. und brenne di blatern [Hämorrhoiden; vgl. Anm.z.St. ] bi einem fiure, unz si breste BenRez 38a; wil dû wercen vertrîben, sô nim einen halm unde brenne die wercen mit des halms lide Barth 149,13; unde puluer denne in alle stete, dy du gebrant hast, mit dem genanten puluir Albrant 3,6    1.5 ‘etw. / jmdn. durch Brand zeichnen’    1.5.1 ‘ein Brandzeichen an einem Pferd anbringen’ von Samarcône / ein insigel was gebrant / an des orses buoc Wh 232,7; ein marc [Merkzeichen] er vant: / des grâles wâpen was gebrant, / ein turteltûbe, an sînen buoc Parz 540,26; sie entragen vorn an den stirnen / (als dar die ros sin gebrant) / [...] Antecristes gemerke HeslApk 19339    1.5.2 ‘ein Maß durch ein eingebranntes Zeichen kennzeichnen’ und sol auch fuͤrbaz mer chain schenck wein geben an chainer kandel dann diu geprant und bezaichent ist mit der stat zaichen StRMünch 426,4; und all fuͤtrer und gastgeben suͤllen gerechtew und prantew viertail haben ebd. 411,23    1.5.3 ‘jmdn. (als Strafe) mit einem Brandmal versehen, brandmarken’ (vgl. LexMA 2,566): ist aber er [der Münzfälscher] niht ein gewis man, so sol man uber in rihten mit der schreiat [Pranger] unde durh die zên brennen StRAugsb 108,19; ist ez [das Diebesgut] aver uͤber zwenundsechtzich pfenning, so sol man in durch die zend prennen StRMünch 331,5. 331,18; daz man sol ainen menschen [...] brennen durich daz wange UrkCorp 3167A,28    2 intr. (selten, statt brinnen stV.)    2.1 ‘brennen, in Flammen stehen’    2.1.1 eigentl.: dâ daz fiur aller sêrest brande Eracl 1218; das das gewelb alles brante da von Lanc 616,13. 77,2; der brennende berc Ethna / brennende in dem lande lit, / den man siht brennin zallir zit RvEWchr 2943; dar umb brennet die erde, / daz sie gereiniget werde HvNstGZ 6160; daz feur, enprant in grüenem holz, prennet vester wann in dürrem, wan ez muoz sêrer arbaiten BdN 71,30. 73,14. 95,4; Mühlh 175,24. – im Höllenfeuer: er muͦz brennen ewiclich HvNstVis 459; die do her in der helle pin / gebrant hant umb ir missetat HvNstGZ 7144    2.1.2 übertr.: sag selve, wiͤ din herz duͦ brende / van diser vröud unzellich groz MarlbRh 44,6; niͤ mensch enbrande mir geliche, / ich brand van minn’ in erdriche / als Seraphin in himelriche ebd. 107,32 u.ö.; si brante sere in einvaltiger minne Mechth 5: 23,185. 6:15,26 u.ö.; sin übermut in großem zorne brante Mügeln 56,8 u.ö. – Part. Präs.: o du vliessender got an diner minne, o du brennender got an diner gerunge, o du smelzender got an der einunge mit dinem liebe Mechth 1: 17,3; dis ist ein tag der warheit und des brennenden trostes, / der pfingestag ebd. 1: 45,14 u.ö.    2.2 ‘leuchten, glänzen’ umb das bette stunden vier michel kerczen und branten Lanc 429,4. 428,33; En 4601; mit einer laternen, dâ inne ein lieht brenne StatDtOrd 73,18; HeslApk 8206; MarlbRh 13,39; Mechth 7:36,51. reht als ein lieht das vaste / git lieht mit brennendem glaste RvEWchr 2063; ir augen branten als ein gluͤt, / als swebel und bech duͤt HvNstVis 497. dar luchte daz Rotheres wif / vor andren wiuen [...] / als ein bernender iachant Roth 4613; die rose bernet sua si steit, / van der vuͦricher varwen die si het Lilie 64,38

MWB 1 989,41; Bearbeiter: Hoffmann

brenngadem stN. s.a. burnegadem . ‘Edelmetallschmelze’ wellen wir, das alle prenngadem ab sein, den unser wechsler sol haben ein prenngadem eder zwai, da alles golt inne geprant werde WeistÖ 1:201,23 (a. 1346); [Einnahmen] de domo lanaria, de schrotambach, de brennegademe [= ustio argenti; vgl. Anm.z.St.] UrkSchles 3,11 (a. 1303)

MWB 1 993,61; Bearbeiter: Hoffmann

brennholz stN. ‘Brennholz’ er schol auch prenn holtz nemen von vnserm vorst UrkObAltaich 167 (a. 1325); daz dez vorgnanten Friderichs erben [...] daz hultzin hus [...] sullen haben vnd besitzen zu einem ewigen erbeburglehen, vnd dar zu brennholtz vnd weide als ein burgman on geuerde UrkWürzb 41,423 (a. 1350); die buweholtz haben woltent / odir berreholtz bedurffen soltent Pilgerf 9789; WeistGr 4,571 (14. Jh.)

MWB 1 994,5; Bearbeiter: Hoffmann

brennîsen stN. ‘Brenneisen’ cauterium: brennisan ferrum quo animalia urentur SummHeinr 2:40,168; cauterium vel cauteriolum [...] : brennisen ebd. 2:216,146. 1:252,306

MWB 1 994,14; Bearbeiter: Hoffmann

brennoven stM. ‘Brennofen’ nun hat ir junkfrow in den zitten ain brenn offen gemachet in dem bomgarten an die ringmur, da sy der saͤlligen kúnginen rosen uff brant, won sy von ir krankhait wegen des wassers wol bedorft Stagel 110,27. – Dimin.: das bren oͤffeli Stagel 110,32

MWB 1 994,18; Bearbeiter: Hoffmann

brennstein, börnstein stM. ‘Bernstein’ gagates haizet ain aitstain [La. agestein ] oder prennstain. den vint man in dem land Lycia pei Preuzen und in Britannia BdN 447,10. – als Bestandteil des Griechischen Feuers (zu diesem s. LexMA 4,1711f.): uß swevel, bech ein für, / uß harze, börnstein, ungehür / wirt, das da keines wages stür / verleschet, wo mans schüßet hin Mügeln 216,2

MWB 1 994,24; Bearbeiter: Hoffmann

brente swF. ‘hölzernes Gefäß ’ wir seczen vnd orden, daz ein yegliche person [als Maß] sol haben recht vrn, prenten, stär, mütt, es sey zw wein oder czw öl StatTrient 142. – Zur Herkunft des Wortes und seiner reichen (ital. u. dt.) Verbreitung im Alpenraum vgl. SchweizId 5,753-758.

MWB 1 994,32; Bearbeiter: Hoffmann

brêse swF. zu brîse stF. und brîsen stswV.? ‘Fischernetz’ abir ist glîch daz rîche der himele einer bresen [ simile... sagenae ] gelâzen in daz mer EvBeh Mt 13,47

MWB 1 994,38; Bearbeiter: Hoffmann

bressel stF. → braʒel

MWB 1 994,42;

brëst stM. auch brist ([: ist] Herb 15154). ‘Mangel, Schaden, Verlust’ die enheten deheinen brest, / swaz wol bereiten helden zam UvZLanz 8072; ez ist den vogeln ein grôzer brest [La. gebrest ] , / alliu jâr ein niuwez nest Freid 145,21; ob im oder deheinem dem sinen dehein brest [ gebrest 1800A,3 ] widerfuͤr UrkCorp 1800B,3; were aber das das gelt von deme brvͤiele [= brüel ] crenker wurde, den brest sol man gliche abeslahen allen den vorgenanten clohstern ebd. N103,29; JvFrst 190. 10008; WernhMl 286. 5297. 6042

MWB 1 994,43; Bearbeiter: Hoffmann

brëste swM. 1 ‘Mangel an etw., Fehlen von etw. (jmdm.)’
1.1 mit Gen.-Attr.
1.2 mit Präp. an
1.3 ohne nähere Bestimmung ‘Fehlen von Besitz: Armut, Not’
2 ‘körperlicher oder geistiger Mangel, Fehler, Unvollkommenheit’
2.1 allg.
2.2 spez. ‘Krankheit, Gebrechen’
3 ‘Schaden, Verlust’
4 ‘Zerwürfnis, Streit’
5 ‘Bruch’
   1 ‘Mangel an etw., Fehlen von etw. (jmdm.)’    1.1 mit Gen.-Attr.: al die wile die selbe mv̓li [...] wassers niht bresten hât UrkCorp 1957,5; unde [die Mondfinsternis] ist werlicher ein breste dez maneschines MNat 11,5; daz man dâ luftes bresten hât KvWTroj 20153; lânt iu niht swære sîn, daz ir / hânt des wirtes bresten! ebd. 20927    1.2 mit Präp. an: im wart vil manic breste kunt / an spîse und an gewande KvWAlex 290; und ist enhain ding, etswer habe bresten dar an PrGeorg 165,7    1.3 ohne nähere Bestimmung ‘Fehlen von Besitz: Armut, Not’ in menger hand wise / die armen si do trosten / und von ir bresten losten SHort 10630; die [Engel] liessent si [Maria] nút bresten han / [...] mit der hymel spise WernhMl 12576; daz diu milte künne geben / bresten unde ein armez leben KvWLd 24,3. den [ endes tac ] enwendet breste noch genuht UvZLanz 1615; dâst wunsch und niender breste KLD:BvH 14: 2,6; PrGeorg 261,24. bresten lîden/doln: wir leyden solchen presten / das wir so werden gesten / mugen icht der kost geben HvNstAp 993; swie grôzen bresten ich nû dol Er 550; KvWTroj 2055    2 ‘körperlicher oder geistiger Mangel, Fehler, Unvollkommenheit’    2.1 allg.: ân allen wandel ist mîn frouwe / [...] und sô rehte wolgestalt, da ist niender breste bî KLD:Wildon 2:3,3; wer lebt dem man niht wandels giht? / nieman ist âne bresten gar KvWLd 25,101. 32,222; KvWTroj 1456; do kam er tegelich zuͦ Jherusalem in und schalt do und stroffete do und seite do den juden iren bresten Tauler 16,1. 73,11; EnikWchr 27286; SHort 7801; SpitEich 5,8. âne allen bresten ‘vollkommen’ ir oͮglider eben und schlecht, / aͮn allen bresten, wol gerecht WernhMl 964. 5749. 5897    2.2 spez. ‘Krankheit, Gebrechen’ daz ich dein tochter wol geledigen muͤg von allem irm bresten PrOberalt 63,36; WernhMl 7297 u.ö.; wenn man venichlkraut [...] izzet sam ander gesoten kraut, daz ist auch für die vorgenanten presten guot BdN 401,6; were oͮch daz der viervndzweinziger deheiner also alt wûrde oder werenden siehtagen [...] oder bresten hette UrkCorp 1797A,20; UrkEnns 5,341 (a. 1323)    3 ‘Schaden, Verlust’ detrimentum: breste SummHeinr(Ho) 6,36; vnd sulnt vns vnd vnsere luͮte pfenden vmbe den bresten, den svͥ denne hant UrkCorp N499,42. 1895,43; und süllent die gyselschafft leisten und halten, alse lange untze das der breste wirt ufgerichtet UrkEls 2,78 (a. 1302)    4 ‘Zerwürfnis, Streit’ die satzvnge vnd die svͦne [...] vmb den bresten, so wir zeinander hatten UrkCorp 3057,25. – Weitere Belege SchweizId 5,842.    5 ‘Bruch’ des zîtes ordenunge dir niht anegenges vindet, / dîn êwikeit des endes breste niht ze valle bindet KLD:WvBreis 1:1,6

MWB 1 994,54; Bearbeiter: Hoffmann

brëstec Adj. ‘zerbrechlich’ ih brestiger habin scherne [l. havenscherbe, Topfscherbe] , / waz ob ih morgen sterbe? Litan 483 (vgl. ich prustigiz havenscirbe Litan(M) 419 )

MWB 1 995,46; Bearbeiter: Hoffmann

brëstelîn stN. ‘kleiner Mangel’ manger hirat uz dem lant / nach dem glantz mit zechen schant / und lat aini [Frau] neben sin / nu mit ainem brestelin Teichn 596,70

MWB 1 995,50; Bearbeiter: Hoffmann

brestelinc stM. ‘Gartenerdbeere’ (vgl. SchwäbWB 1,1355): wilt du machen ein guͦt bigeriht, / so nim sydeln sweyz, / [...] vnd nim bromber vnd bresteling / daz ist daz aller beste ding BvgSp 54

MWB 1 995,54; Bearbeiter: Hoffmann

brësten stV. (IV) 1 ‘brechen, reißen’
1.1 absol. ‘(zer-, auseinander-, auf-)brechen, reißen’
1.2 mit Präp.-Obj.
1.2.1 mit sachl. Subj. ‘durch/in/aus etw. dringen’
1.2.2 mit persönl. Subj. ‘aus etw. hervorbrechen, von etw. loskommen’
2 ‘mangeln, fehlen’ (in dieser Bed. weit seltener als gebrësten )
2.1 unpersönl.
2.1.1 mit Gen.-Obj.
2.1.2 gewöhnl. mit Gen.- und Dat.-Obj.
2.1.3 mit Gen.- und Präp.-Obj. ( an )
2.1.4 mit Präp.-Obj. ( an ) und Dat.-Obj.
2.2 mit persönl. Subj.
2.3 mit sachl. Subj.
   1 ‘brechen, reißen’    1.1 absol. ‘(zer-, auseinander-, auf-)brechen, reißen’ er [Michael] tete demo tievele einen slach, daz der himel under ime brast Gen 36; an dem niunten tage, [...] / brestent die steine AvaJG 11,2; Ipocr 191; Barth 148,30; da prast im sin guͦt spiez Rol 5594; des brast dâ vil der helme und manec hêrlîcher rant NibB 2209,4; daz dürre holz ime hage: / daz pristet unde krachet Parz 172,19; daz rigel und sloz und porte brast KvHeimUrst 2039; KvHeimHinv 1034; AvaLJ 160,3; der [der auf einem zugefrorenen See geht] waiz nicht, zu welhem mal / under im presten wiͤrt ein schal, / daz er vellet an den grunt Teichn 305,34. da wart so vil visch gevangen, daz diu netze brasten PrOberalt 132,21; vor ungedolt er sich sô want / daz brast etslîch sîn wunden bant Parz 587,24; daz die riemen vor einem knie / brâsten dort und hie Wh 78,28; UvZLanz 1933. – in med. Kontext: brenne di blatern [gemeint sind vîcblâtern, Hämorrhoiden; vgl. Anm.z.St.] bi einem fiure, unz si breste; si weshet [wächst] niht me BenRez 38a. 42; da uon di aderen brestin di in der nasen sin SalArz 5,23; Tr 15216; so geschiecht im als dem wunten man / der dw wunten hailt zu gach, / daz seu presten [aufbrechen] wiͤrt her nach Teichn 151,56. done macht er nicht mere, / daz herce in im prast Rol 6520; eya, herze, nv brist! / la mine sele hinnen varn! Herb 14046; Lanc 63,24; Wig 7680; RvEBarl 13185; Rennew 23966. – subst.: dâ wart von speres bresten krach, / die drumzen man ûf vliegen sach UvLFrd 464,5; StrDan 5046; PleierGar 4455; mit bresten wirt di erde zubrochin [ confractione confringetur terra ] , mit stosin wirt di erde zustosen, mit bewegunge wirt di erde beweget Cranc Jes 24,19. – mit adv. Bestimmungen (enzwei, ze stucke(n), voneinander): an swellen ast er trat, / wi sciere der inzwai brast! Kchr 5464; er stîz in ze tal uber einem stein, / daz ime sîn hals enzwei brast VAlex 231; daz diu stange enzwei brast Rennew 1405; Wig 8445; UvEtzAlex 9446; StrDan 1665; der scaft prast zestucke Rol 3037; uns warf der wint an einen stein, / daz unser schif ze stucken brast RvEGer 3999; in cleiniu stücke KvWSchwanr 960; ze mangen stücken Wig 549; WolfdA 602,3; Wernh A 4605; BdN 296,17. – im Sprichwort: dehein boge sô guot ist, man müge in spannen, biz er brist Freid 108,2. – bildl.: dô brast ir freuden klinge / mitten ime hefte enzwei Parz 103,18; ebenso Wig 10124 und JTit 1558,2    1.2 mit Präp.-Obj.    1.2.1 mit sachl. Subj. ‘durch/in/aus etw. dringen’ mit dem sper stach er daz / ez im durch daz herze brast Wig 2113. 1997; durch den schilt und durch den arm im brast / von der tjoste hurte daz sper PleierGar 1484; Dietr 9440; (bildl.:) dô brast ir jâmer durch die schem Parz 710,15; und deß harnasches glast / mit schone durch di sunne prast HvNstAp 13598; HvNstGZ 558. nu ward sie vor irm tode zu eime petrisen und lag biz in daz ander jar, daz locher in sie brasten unde daz daz blut von ir ran EbnerChrist 20,13; die mynne ir in das hertze prast, / das sy nicht mochte gewencken HvNstAp 1651. Sîfride dem vil küenen von munde brast daz bluot NibB 458,1. 1010,2; daz blvͦt in [...] / brast vz beden ovgen Wenzl 320. úntz ein stymme von im [dem wurm ] prast, / daz ab den paumen laub und ast / muͦste vallen Dietr 1664; Mügeln 237,6. und wart versenket manic last, / der ab den schiffen allen brast KvWTroj 25470; do brast dar nach der regen cze tal Konr 1,34    1.2.2 mit persönl. Subj. ‘aus etw. hervorbrechen, von etw. loskommen’ zwei jar lag er [Herodes] in panden. / do er en dannen prast, wie luzel der chinde genas AvaLJ 34,3; dem wâren gote gemahelte er daz hûs [die Kirche] , / die tievel brâsten oben ûz, / sumelîche in daz abgrunde Kchr 206. – ‘auf etw./jmdn. eindringen’ und so wir dann hie gestriten, / so suln die not vesten / hinde oͮf die veinde bresten Dietr 6323; si prasten mit ir mæhtich wer / an einem orte in daz her ebd. 6454. 9733; Georg 468    2 ‘mangeln, fehlen’ (in dieser Bed. weit seltener als gebrësten ):    2.1 unpersönl.    2.1.1 mit Gen.-Obj.: den [Schatz] habe wir here widere brâht, daz sîn niene bristet Gen 2291; swas da abegat oder bristet dez vorgenanten silbers, daz svͤle wir gentzliche ervollen UrkCorp (WMU) 1311,14. N733,33    2.1.2 gewöhnl. mit Gen.- und Dat.-Obj.: breste uns der pfîfen, sô vâhen ze sange KLD:BvH 1: 2,2; dâvon mir von ir noch trôstes brist SM:Had 29: 3,6. 31:1,7; man gît iu kampfes hiute, / uns breste denne liute / und burger unde geste KvWTroj 31118; Bit 4509. – meist negiert: er machte ez [das Schiff] lanc vnde wit, / [...] allenhalben harte fast, / daz im nichtes niht brast Herb 304; UvZLanz 1556. 2008. 5169; nâch sînem willen brast im niht, / swes man zer welte rîcheit giht RvEBarl 3365; wand ir deheines dinges brast, / daz eine frouwen in der jugent / mit schœne zieret und mit tugent KvWPart 8760; KvWTroj 5795    2.1.3 mit Gen.- und Präp.-Obj. (an): an der selben hiligen schrift da enbrast nichtes, ez waz alles da vil voͤllichlichen PrOberalt 35,17; an ime brast al der tugende niht, / der hêrre haben solte Tr 260; KvWTroj 19940    2.1.4 mit Präp.-Obj. (an) und Dat.-Obj.: er was gar aller sælde vol, / wan daz im brast an guote KvWEngelh 265; dû wærest gar gefrîget / vor aller slahte meine, / wan daz dir ein vil cleine / an ganzer wirde bristet KvWTroj 6659; nu brist mir an den ougen sît, / diu wellen mir entwesen Virg 455,9    2.2 mit persönl. Subj.: ob einer von den fieren abe gat, dc men an des stat einen andern welen sol von der wegen er bristet UrkCorp (WMU) N11,41. 838,42    2.3 mit sachl. Subj.: unde bristet [versagt] der hals und mach niht guoter stimme hân Barth 157,5

MWB 1 995,58; Bearbeiter: Hoffmann

brëstenhalp Präp. ‘wegen des Fehlens’, mit Gen.: und bist brestenhalb diner hentschue an dinen henden / sere verwondt Pilgerf 10432

MWB 1 997,46; Bearbeiter: Hoffmann

brëstenlich Adj. brëstlich

MWB 1 997,49;

brësthaft Adj. ‘mit einem gesundheitlichen Schaden behaftet’ nu bin ich [...] ein man / der da ist eyme kemppen glich getaen, / und weiß mich nit bresthafft sin, / sonder an allen mynen gliedern gesont sin Pilgerf 4996; nu warent dise fúchtekait [die vier complexiones ] / och an Cristus menschait, / und doch aͮn allen bresten gar: / [...] und hettent sament kainen strit / mit kainer widerwærtekait / an bresthafter gelegenhait WernhMl 6066

MWB 1 997,50; Bearbeiter: Hoffmann

brëstlich, brëstenlich Adj. 1 ‘mit Mängeln behaftet, schädlich’
2 ‘drückend, bedrängend’
   1 ‘mit Mängeln behaftet, schädlich’ brestlichen smertzen / jetten vs dem grunde / vnd [...] / reine tugende seijen dar MinneR 471(Pf) 9,21; ein brestenlîch gebreste / der hôhen muot kan senken Hadam 147,1    2 ‘drückend, bedrängend’ des ritters prestliche pin / erkantte dü miltte an der stund GTroj 8778

MWB 1 997,59; Bearbeiter: Hoffmann

brët stN. Pl. bret(e) ( Wh 242,19, Tr 2222, Eckh 1:264,7, Helbl 13,92) und breter ( UrkCorp 548A,32, StRMünch 191,16 u.ö.). 1 ‘Brett, Latte, Bohle’
2 ‘Schildbrett, Schild’
3 ‘Spielbrett’
4 ‘Brett zum Geldzahlen, Zahlbrett’ (s.a. zalbrët )
5 ‘Leichenbrett, Bahre’ (s.a. bârbrët )
   1 ‘Brett, Latte, Bohle’ asser: prêt VocBV927 3:359,2; als ûf des meres wâge / ein schefbrüchiger man / ûf einem brete kæme dan / ûz an daz stat gerunnen Er 7065; dâ durch [durch ein Fenster] rahter die hant / und leit im ûf ein bret ein brôt Iw 3305; dorno so teyle di substancia [...] vnd lege sy vf eyn bret, das do breyt si vnde slecht vnd ouch reyne Pelzb 133,23; Barth 152,16; StrKD 58,II 127; BvgSp 8. – für bauliche Zwecke: swelich sagmuͤlner dez paumes, den er ze pretern sagen wil, abhakchet mer danne diu scherv [der untere, kegelförmige Teil des gefällten Baumstammes] StRMünch 280,27; daz man fuͤrbaz [...] alliu haͤwser und staedel [...] nicht anders sol decken dann mit pretern oder mit ziegeln ebd. 478,13; HvNstAp 13358; daz ûzer bret an der tür Eckh 5: 422,8; Kreuzf 7589    2 ‘Schildbrett, Schild’ den schilt er gegen dem wurfe bôt / [...] zehant enzunde sich daz bret / und verbran im von der hant Wig 6977; swâ er den schilt erreichte, / daz herte bret erweichte Er 5537; ir schiltriemen sint nacket blôz / und unverdecket von den breten Wh 242,19. er [der Greif] was mit trackenbluote rôt / gemâlet ûf des schiltes brete KvWTroj 30899; En 5767; UvZLanz 4423. 1167    3 ‘Spielbrett’: – für Schach: ein schâchzabelgesteine, / unt ein bret, wol erleit [mit Einlegearbeiten verziert] , wît Parz 408,21; ein schâchzabel [...], / an brete und an den spangen [Beschläge] / vil schône und wol gezieret Tr 2222; ûf dem bret dem roche / ander gestein ist undertân Georg 150; die zway tyrlein [Springer] / ob dem prette HvNstAp 8776; sô hiez er machen [...] in daz bret vier und sehzic velt HvBer 9509 u.ö. – für Tricktrack: sus wurden würfel dar geleit / und ein bret schœn unde sleht, / ûf dem der wunneclîche kneht / dâ spilte mit der künigîn KvWTroj 15895. 15888; er warf sî [die Würfel] wider ûf daz bret, / er warf diu ses ouch alliu driu HvBer 9363. ûf dem brete spiln/zabeln: si spilten beide ûf dem brete UvTürhTr 1017; swenne ir denne ûf dem brete / schâchzabels [...] / spiln mit im beginnent Flore(S) 4673; Krone 22754; Tr 9889; der sun der zabelte ûf dem brete Schlegel 135. in dem brete zabeln/(ver)spiln: dâ funden si besunder maniger hande spil, / in dem brete zabelen, schermen under schilden Kudr 353,3; er lerte sie spielen in dem brett SalMor 4,4; swaz man in dem pret verspilt uͤber 60 dn StRMünch 415,23. – bildl.: div luge vnt div vntriwe / vf dem bret machet riwe / da man die sel setzet hin / durch der svnden gewin Warnung 1364. 1406; GFrau 1094    4 ‘Brett zum Geldzahlen, Zahlbrett’ (s.a. zalbrët ): er sazt sich nider zuo dem bret, / er nam im alle die gebær, / als er in grôzen trehten wær, / wie er daz guot bewante HvBer 8781; nû setzent ûf unde zellent / drîzic unze ûf daz bret Flore(S) 5077    5 ‘Leichenbrett, Bahre’ (s.a. bârbrët ): du lijst uf dem blozen bret / dar uf man dich zu grabe dret HvNstVis 37; aschen unde erden / hiez er im schutten ûf ein bret / und lie sich heben ab dem bet / ûf den aschen hernider: / ‘diu zît ist komen, daz ich wider / gedîhen sol ze aschen [...] ’ Ottok 21876

MWB 1 998,1; Bearbeiter: Hoffmann

brëtelîn, britelîn stN. ‘kleines Brett’ asserula: bretel VocBV927 3:359,3. – als bemaltes Wappen: manic herzeichen gar ahtbêr [...] sô dirre und der / an ein drîeckot britelîn [La. bertelin ] / heizet mâlen [...] / ein tierlin oder ein vogellîn / [...], / seht, sô wil er ein herre sîn! Renner 1071. – als Buchdeckel (anders Anm.z.St.; vgl. jedoch FWB 4,1097 mit Belegen für bret als Bucheinband): ein goltsmit ich mir würken bat / zwei britelîn von gold aldâ: / dar in bant man daz büechel sâ UvLFrd 141,5

MWB 1 999,1; Bearbeiter: Hoffmann

brëtervëlt stN. Bed. unklar (Grundstück mit einer Holzhütte, aus Brettern gebauter Unterstand?): din tritelvuoz, din obedach, din zunge diu wirt lam; / so kumt ein schur unde ouch ein hagel daz boeset dines mundes gelt ─ / noch volge mir geselle, vriunt, und buwe ein bretervelt FvSonnenburg 37,12

MWB 1 999,12; Bearbeiter: Hoffmann

bretsche swF. ‘äußere grüne Schale der Walnuss’ (vgl. SchweizId 5,1017): beswæret wart sîn [des Affen] tumber muot, / do er die bitterkeit bevant / der bretschen, und dar nâch zehant / begreif der schalen hertekeit Boner 2,8

MWB 1 999,19; Bearbeiter: Hoffmann