briuwe
stN.
‘Gebräu’, eine bestimmte (auf einmal gebraute) Menge
Bier:
ze ieglichem mal, so er ein prav priwet [
pro praxatione
integra
]
UrkGeisf
430
(13. Jh.);
swer breuwet und daruͤber niht hat gesworn, der gibt von ieclichem
prauwe funf pfunt ze puͦzze NüP
153;
ein ieclich breuwe [...] sol daz gantze brauwe in
einer kuͦfen miteinander geren ebd.
154
MWB 1 1021,19; Bearbeiter: Hoffmann
briuwe
swM.
‘Brauer’
daz ein chriek was zwischen der stat vnd den briwen UrkCorp
349,19.
476,4;
dem prewen
[
praxator
]
[...]
git man [...] ze ieglichem mal, so er ein prav priwet, ein
metzel [...] gersten UrkGeisf
430
(13. Jh.);
der ein becke wêre und ein briuwe Eckh (Pf)
540,4;
StRAugsb
43,10;
NüP
152.
– als Teil von Personennamen:
her Hainrich der priwe UrkCorp
633,12.
2062,24
u.ö.;
ein bruder, der hiez Heinrich der prew EbnerChrist
5,23.
5,26
MWB 1 1021,27; Bearbeiter: Hoffmann
briuwel
stM.
‘Anstifter, Verursacher’ (zu
briuwen
2
):
si sprach [zum Teufel Beliâl
]
‘urloup der helle, / briuwel [Hs.
prueuel
] aller sünden, / du maht mich niht geschünden,
du scholt mich niht bestân [...]’
MargAntiochVI
397
(vgl. Anm.z.St.)
MWB 1 1021,37; Bearbeiter: Hoffmann
briuwen
stV. (IIa)
Part.Prät. gebriuwen und gebrouwen.
1 eigentl. ‘etw. (Bier) brauen’
2 übertr. ‘etw. (zumeist negative Dinge [jâmer, mort, schaden,
tôt u.ä.]) bereiten, bewirken, verursachen’
1
eigentl. ‘etw. (Bier) brauen’
daz nieman vͤber al vnser lant ze Beirn dehein pier briwen sol, weder
altez noch niwez maltz [...], ez si denn
[...]
UrkCorp
1796,20;
swer in æiner meil vmbe die vorgenanten stat siudet oder briwet, schenchet
oder mvͤltzet ebd.
2383,35;
auch ir phister muͤgen bier bruͤwen
WüP
14,7;
ez sol auch nieman kain pier schenken denne der es selber breuwet NüP
153;
UrbBayS
4,209;
Lilie
50,25;
PrBerth
1:150,16.
–
sô ist gebrouwen mir daz bier / und ist wol gemalen mier /
[...] sô bin ich armüete frî Helmbr
1401;
des höus ist mir zerrunnen. / mir ist gebachen noch
gemaln, gebruwen ist mir selten Tannh
14,52;
(bildl.:)
dû [Reimmar von Zweter] dœnediep, / dû briuwest
âne malz ein bier Marner
11,55.
–
‘etw. (Arznei, Gewürzwein) mischen, zubereiten’
dis arzenîe briuwen / Mêdêâ sus begunde KvWTroj
10728;
der wirt hab danch, / daz er so wol geprawen het. / jch getranch disem
chlaret / nie niht geleiches Krone
2503.
1705.
– phras. (vgl. TPMA 11,450f.):
daz dû dir selber gebriuwen habest, daz trink ouch selber PrBerth
1:435,20.
1:323,29;
Ottok
67281
2
übertr. ‘etw. (zumeist negative Dinge [jâmer, mort, schaden,
tôt u.ä.]) bereiten, bewirken, verursachen’
dizze [den Verrat] hastu gepruwen,
/ du trinchest iz intruwen Rol
6106;
do brav er des kvniges tot ReinFu
K,2171;
diu [
liebe
] briuwet in
ir herzen / die senfte bî dem smerzen, / bî vröude kumber unde nôt Tr
13023;
KLD:GvN
48:5,4.
– mit Dat.-Obj.:
wan si [Ehefrau] mir schaden
briuwet / mit disem werden edeln man KvWHerzm
94;
dar umb si vil grosses mortt, / woltten dem kromer
[...] gebruwen han GTroj
15126;
KvWHvK
567;
KvWLd
1,199;
Ottok
93132.
– mit Präp.-Obj. ûf:
sie [...] rechen den gewalt, / den uf mich briwet
Tybalt Rennew
21174.
18358;
die [Juden] mort rat uf in
bruwen / und en brachten in den tot HeslApk
10654;
Ottok
8151.
13748.
–
jâmer ~
:
KvWTroj
24447.
36485;
KLD:Kzl
7:2,4;
MinneR 44
56.
–
kriec ~
:
KvWSilv
3969;
KvWTroj
1294.
1489.
–
kumber ~
:
Martina
83,68;
Rennew
16364
(La.).
–
leit ~
:
StrKarl
7158;
Rennew
18540.
–
mort ~
:
RosengD
604,4;
KvWHvK
571;
GTroj
3972.
23945.
–
rât ~
:
KvWTroj
49652;
Dietr
2675.
6835;
SM:Had
20:1,2.
–
schaden ~
:
KvWTroj
26121;
CrescC
310;
Rab
528,6.
–
sünde ~
:
Renner
7333;
SM:JvR
1:7,8.
–
wunder ~
:
MF:Gottfr
1:1,3;
KvWEngelh
5427;
KvWTroj
7777.
13420
MWB 1 1021,42; Bearbeiter: Hoffmann
briu|wërc
stN.
‘das Bierbrauen’
wer hier von eynem phaffen kouffet bier addir duͤnnebier addir waz von
bruwerke queme, der sal der stat eyn phunt phennege geben StRHeiligenst
27;
eyn iclich byrouͤge [Brauer] , der selbir
bruͤwegefeze hat, der gebit [...] 1 den. zcuͤ
bruͤwerke WeistErf
138
MWB 1 1022,28; Bearbeiter: Hoffmann
briz
stM.
‘Kalbsbries’ (?):
zvͦ gefuͤlten kuͦchin nim des
do [l. do des?] briz vnd zvͦ slahe
den mit eyern BvgSp
13
MWB 1 1022,35; Bearbeiter: Hoffmann
brobest
stM.
→
probst
MWB 1 1022,38;
brobestîe
stF.
→
probstîe
MWB 1 1022,39;
brocke
swM.
‘Brocken, abgebrochenes Stück (Brot)’, nur im Pl.
belegt:
wan avch di hündel ezzent von den brocken [
de micis Mt
15,27] di da vallent von dem tisch irr herren EvAug
36,14
u.ö.;
si hûbin ûf daz da ubir bleip, zwelf korbe vol
brockin [
fragmentorum plenos
]
EvBeh
Mt 14,20.
Mc 6,43;
als der arme Lazarus fúr des richen mans túr
[...] hiesch die brocken siner gnaden
Tauler
284,23.
340,32;
EnikWchr
5381
(La. zu brôt)
MWB 1 1022,40; Bearbeiter: Hoffmann
bröckelîn
stN.
Dimin. zu brocke:
gib in der broͤckelin von dime richen tische
Tauler
340,30;
Seuse
491,30;
swaz den andern [von der
Mahlzeit] uber bleip, / die brokeln nam si nach ir site
Vät
23125;
dc du ez [das Brot] brechest und dc du ain sniton,
ain broͤcheli [...] den armen gebest PrSchw
1,60
MWB 1 1022,49; Bearbeiter: Hoffmann
brocken
swV.
vgl.
brücken2
.
‘etw. (Brot, auch Salz) in kleine Stücke teilen’
daz brôt ist mir gebrocket / gelîche als einem huone KvWEngelh
2210;
da nam sie das heiß brot und legt es in milch klein
gebrocket Lanc
567,28;
nim saltz daz gebrocket si SalArz
77,28.
–
‘etw. in etw. hineinbrocken’
dar in [in das muos
] sach man si brocken
/ die aller grösten mocken [Brotstücke]
Bauernh
227
(=
MeierBetz
197
);
vnd nam brot vnd braket [= brockete
]
brosman in ein legellen VitasPatr
137,22
MWB 1 1022,56; Bearbeiter: Hoffmann
brœde, brôde
Adj.
s.a.
blœde
.
‘schwach, kraftlos’
ich bin ein broͤder mensch und bin anderm gewalt
undertan [...]. so bist du ein geweltiger herre dem elliu
dinch undertan sint PrOberalt
40,22.
85,5;
die hêrin zwelfbotin, wie brôde si hiute der heilige Crist
vant unde wie chreftic er si machôte Spec
76,11;
ir sit iunc oder alt / ir sit prode oder balt
VMos
65,18;
der kecke, niht der broͤde WhvÖst
3880.
–
der [Josef] was ein witewæ̂re, /
alter, gut vnd gewære, / brode sines libes Wernh
D 1711;
unser leben und den gedanc / sach er ze brœde und alze kranc
RvEBarl
4200;
PrOberalt
116,11.
–
‘nichtig, wertlos, vergänglich’, häufig in geistlichen Texten in
Verb. mit erde, lîp, menscheit, vleisch, werlt u.a.:
ûz hertem leime tet er gebeine, / ûz brôder erde hiez er daz
fleisk werden Gen
196;
Kchr
11132;
SuTheol
74;
SüklV
797.
–
die armuͦt ditzes brôdin lêbinis Spec
86,21;
die boͤsen girde unsers broͤden leibs
PrOberalt
43,29;
der brode lichename ist diu deû, / di sele ist diu
fruͦwe Rol
268.
–
do sein guͤt dez gerucht daz er unser broͤde
menscheit an sich nam und unser suͤnt truch PrOberalt
125,7;
Wernh
D 4187;
HeslApk
20411.
–
daz der armi mennische brôdir nature wâre, daz er lihti sûnti
Spec
11,16;
Kchr
8846.
–
also wart daz brode vleisc des heiligen Christes vur die
gotheit gemartert Spec
103,25.
27,1;
Eracl
493;
HeslApk
4667.
–
wen die werlt ist also brode / daz niemant hie hat vollen
stadel HeslApk
16078;
RvEBarl
4769;
SM:UvS
35:5,4.
–
do verkos er [Johannes
Evangelist] die zerganchlichen minne des broden wibes
Spec
28,5;
HeslApk
3720
MWB 1 1023,3; Bearbeiter: Hoffmann
brœde, brôde
stF.
‘Schwäche; Hinfälligkeit, Vergänglichkeit’
die ime [Christus] bî sint durch
geloube unt durch rethiu werche unt die ime uerre sint durch ire brôde
[
fragilitate
]
JPhys
2,38;
wie getanir brôde die lerare uor der chunfte des heiligin
geistis warn, [...] unde nach siner chunfte, wie getanir
sterche si do wrdin Spec
75,5;
von brôde verlurn die engel die wunne Kchr
8809;
als er ûf daz ors gesaz, / dô zergie sîns lîbes brœde
UvZLanz
3759;
Litan
757;
Vät
22049.
– häufig menschliche/unser ~
:
clagen [...] mennischlicher brôde, /
daz diu werlt anders niht enist / wan stuppe unde mist Wernh
466;
HeslApk
12764;
Rol
3008;
do unser herre [...] ruͦchte
in dise werlt ze chomin unde er unser mennischlichi brôde an sich genam
Spec
15,13;
AvaLJ
210,2;
TrSilv
832;
MarseqS
29;
durch unser broͤde sein wir in diu suͤnde
gevallen PrOberalt
116,19.
–
vleisches ~
:
also sundic und als erdic / ich waz vons vleisches brode
HeslApk
9367;
SuTheol
158.
–
werltlîche/ irdische ~
:
nv lat die werltlichen girde vnde brode Spec
47,33;
Rol
3953;
ir [Marias] name uns wîsunge gît /
ze unserm heimôde / ûz irdischer brôde Wernh
1106;
und [
ich
] weiz die
kranken üppekeit, / die dirre welte brœde treit RvEBarl
5724
MWB 1 1023,35; Bearbeiter: Hoffmann
brœdecheit, brôdecheit
stF.
‘Schwäche, Hinfälligkeit’
vnd er [der Abt] si iemer sorcsam vber sin selbis
brodicheit [
fragilitatem
]
BrHoh
64;
StatDtOrd
54,22;
die liute [...] habent erliten disiu leit / von
siechtuom und von brœdikeit: / der fûlet unde schrindet, / der ander ist verblindet.
/ der natûre krancheit / machet in diu selben leit LBarl
1445;
Albert
592;
Herb
12837.
– häufig menschliche/unser ~
:
der reine Krist / mensche durch uns worden ist / und durch
unser schulde leit / menschlîche brœdekeit RvEBarl
3896;
RvEAlex
9780;
PrLpz
330,1;
der unser brodicheit / mit siner gotheit / bedechet hat so
schone Wernh
D 4395;
MarldA
305;
Mechth
7:3,7.
–
des vleisches / des lîbes ~
:
div brodecheit des uleissces dwinget des mennesscen
moͮt ze hazze, ze vbermoͮt, [...] ze aller
slahte bosheit Spec
121,33;
Litan
437;
die wenicheit und broͤdicheit unsers toͤtlichen
libes PrOberalt
6,26;
Spec
87,5
MWB 1 1023,60; Bearbeiter: Hoffmann
brœdeclich
Adj.
‘verwerflich’
got insihit nieht sô uerre̜ ane die brôdiklichen missetât sô
daz anegenge der willigen bechêrde̜ TrudHL
39,20;
der vleischlîch gelust / mit brœdeclîcher âkust / uns armen
brâhte den tôt RvEBarl
2468;
Vät
4096
u.ö.;
ane alle brodecliche gelust, / mit dugentlicher wollust / was ir fruntschaft
[Vermählung] understriht Elis
1499
MWB 1 1024,15; Bearbeiter: Hoffmann
brœdeheit
stF.
‘Schwäche’
war umb der ewig vater sinen sun unser broͤdheit an
sich liezze nemen und in mensch liezz werden PrOberalt
116,4
MWB 1 1024,23; Bearbeiter: Hoffmann
brodel
stN.
zu
brodeln
; vgl.
brot
stN.
‘Brühe’
si im der lip inder heiz, so [...]
gip im ein prodels [l. prodel?] ab
eins [l. einer
] henne SalArz
74,4
MWB 1 1024,26; Bearbeiter: Hoffmann
brœdelich
Adj.
‘verwerflich’
Leviathan, [...] / manigen starken
hat gevalte / [...], / zu dem er sich gesellet / mit
brodelicher akust / untz daz er vellet in gelust Vät
673;
godes liebe an diesen zwein / verjagete brodelichen mein; / ir beider reine
otmudekeit / verdreip des fleishes geilheit Elis
1706
u.ö.
MWB 1 1024,29; Bearbeiter: Hoffmann
brodeln
swV.
‘brodeln, dampfen’
hin in den berg mit im rait er, / dar inne ez vast wundert, / ez
bruͤdelt und dundert / in dem gebirge vaste WhvÖst
4396;
fur war doch kan ich keinen snartz [Makel] / der
zarten zu gemodeln [ihr beimessen] , / wann syden
[sieden] und brodeln / mus sie in wirden goldes ertz
Minneb
2376
MWB 1 1024,35; Bearbeiter: Hoffmann
brôdemî
stF.
‘Hinfälligkeit, Vergänglichkeit (des irdischen Lebens)’
ir minnont tisa brodemi / unde wanint iemer hie sin
MemMori
3
MWB 1 1024,42; Bearbeiter: Hoffmann
brœdigen
swV.
‘jmdn. schwächen’
alse die guͦten mit micheler gesuntheite sint
gekreftiget, also sint die úbelin mit micheler vncrefte gebródiget
Lucid
159,23
MWB 1 1024,45; Bearbeiter: Hoffmann
brœdîn
stF.
‘Schwäche’
odin, prodin [Hs. prodit
] ,
loshait, boshait: / dem ist daz gotes wort leit, / daz muoz allez samt sin / in der
gotes abulgin [Zorn]
Hochz
79
MWB 1 1024,49; Bearbeiter: Hoffmann
brogære
stM.
‘gewalttätiger Mensch’
ir morder, ir rouber, ir broger, mit allen spiezen möhtet ir mich niemer
keiner sünde betwingen, wan ich lieze mich ê tœten PrBerth
2:222,38;
wan sie brechent iu ê an manigen enden abe dise abebrecher und broger ebd.
2:120,20
MWB 1 1024,53; Bearbeiter: Hoffmann
brogen
swV.
‘sich (gegen jmdn.) erheben, jmdm. trotzen’
1 ohne Obj. 1.1
‘sich erheben, prahlen, großtun, übermütig sein’
1.2 von Pferden: ‘sich in die Höhe richten, aufbäumen’
2 mit Präp.-Obj. ‘sich gegen jmdn. erheben, wenden; jmdm.
trotzen’ ;
1
ohne Obj.
1.1
‘sich erheben, prahlen, großtun, übermütig sein’
in sînes sunes lande [Palästina] broget / diu
heidenschaft Walth
12,10;
so beginnent si mit worten brogen / von rouben, brennen und von slahen
Renner
6950;
wie er progt, ez wiͤrt bechant, / wie sein vater
weillent waͤr Teichn
196,46.
252,29.
672,20
u.ö.;
swelch herz von hohvart broget SHort
2140;
GTroj
20967;
swaz uf die erde trat / und uf der erden progete, /
kunige, vursten, vogete, / die starken und die richen HeslApk
12071;
von zorne sie begunden brogen EvStPaul
6340;
Wh
163,7;
Ottok
16496;
JvFrst
7254.
– mit Adverbien:
ich sihe noch manigen hôhe brogen, / der doch gar lützel milte hât
Renner
18936;
Schlegel
260;
hohverticlichen progende JTit
2349,2;
swie vaste Terramer nu broget, / swanne du wilt, daz
ist erwant Rennew
13492;
UvEtzAlex
14034.
– in Paarformeln:
beidiu man und wîp [...]
brangend unde brogent / ze Nurenberg in zogent Ottok
73289;
swie sêre wir brangen unde brogen Renner
24059;
waz hilfet, daz man sêre / mit worten schallet unde broget?
KvWTroj
7143;
KvWEngelh
4612;
gebrogen und gedröuwen ebd.
4077.
– subst.:
wenn er sich nicht uͤber naͤm / mit
seinem hochvertigen progen Teichn
333,51;
haz und hertes brogen EvStPaul
12660;
KvHeimHinv
278;
OrtnAW
356,2
1.2
von Pferden: ‘sich in die Höhe richten, aufbäumen’
daz ros begunde sêre brogen, / wan er ruort ez mit den
sporn UvZLanz
408;
zehant er über die brucke zogt / und sîn ors vil vaste
brogt EnikFb
2652;
EnikWchr
27904
2
mit Präp.-Obj. ‘sich gegen jmdn. erheben, wenden; jmdm.
trotzen’;
meist mit gegen/wider:
er was [...] mit grosser heres chraft gezogt /
gegen ainen kunig der gegen im progt Seifrit
224;
ze Samaria uz zogeten / und gein den vienden brogeten
RvEWchr
34916;
JTit
2188,2;
WhvÖst
14723;
der broget nû gein ir [die Witwe] mit gewalt,
und ir wirtes friunde PrBerth
1:330,31;
der mit kleinem guote broget / gein den die rîch oder edel sint
Renner
1756;
Freid
147,7.
–
wie sew wider ein ander progen [in einer
Streitfrage]
Teichn
442,124.
– selten mit über/ûf:
über si [die Verkünder des christl.
Glaubens] wart ofte gebroget: / so was ie got selbe ir voget
Serv
641;
grôz krancheit hie ob [La. ober
] iu
brogt Georg
3840;
dâ wart gedröut und gebroget / ûf den rœmeschen voget StrKarl
8813.
5675.
8983
MWB 1 1024,59; Bearbeiter: Hoffmann
brohsen
swV.
s.a.
brogen
.
‘lärmen, einen Aufruhr machen’
‘so laßt mich ee zu bette gan’, sprach sie,
‘das mich niemant hie sehe, ob man das brochsen [Lärm durch das
Herauslösen des eisernen Fenstergitters] hör!’
Lanc
639,7;
der vil künsche tegen / ainen grossen beren sach, / der vast
gegen dem viche brach, / den sach er serre brochssen [:
ochssen
]
GTroj
1515.
–
‘brodeln, gären’
als ungehaben win, der brocht [La.
brochzet
] in dem vasse Tauler
168,20
MWB 1 1025,44; Bearbeiter: Hoffmann |