Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
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b – bachhelling
bächîn – backwërc
bacolôn – badestubære
badestube – balde
baldecheit – balmunden
balmunt – balsamtrôn
balsamtropfe – ban, bane
1ban – banekîe
banël – bänkelîn
banken – bantac
bant|âder – banzins
banzûn – bârbrët
1barc – bârkleit
barkorn – barmhërzeclîche
barmhërzege – barten
bartenære – base
Baseler, Basler – bate
bate, pate – bearbeiten
bearren – bechersamenære
becherweide – beckenknëht
beckenkol – bedancheit
bedarf (?) – bedingen
bedirmen – bedrangen, bedrengen
bedrât – begâben
begâbunge – begelimpfen
begenagen – begin
begîne – beglîmen
beglîmunge – begrîflich
begrîflîcheit – behaft
behaftec – behaltunge
behandeln – beheimsuochen
beheiʒen – behern
behêrren – behoven
behten – behuoflich
behuoren – beie
beie – beinîn
beinîsen – beiʒe
1beiʒe – bekantlicheit, bekentlicheit
bekantnisse, bekentnisse – bekerzen
bekicken – beklipfen
beklocken (?) – bekorunge
bekorungnisse – beküelen
bekumberhaft – belæren
belasten – belîbelich
belîben – belônære
belônen – bemaln
bemangen – bemurmeln
bemüseln – benedîunge
benediz – bennen
bennige – bequâme
bequæme – bërc|êrîn
bërcgar – bërcphenninc
bërcrëht – beredenunge
beredet – 1berennen
2berennen – bërhtnaht
berhtram – berillîn
berîmeln – bërlich
bërlîn – bernisch
bërnklâ – bêrswîn
bertenære – beruofære
beruofen – besamentlîchen
besamenunge – beschatzære
beschatzen – beschemen
beschemenisse – beschînen
beschirm – beschouwunge
beschremen – besebelicheit
beseben – besetzunge
besëʒ – besîtes
besitzære – beslîʒen
besloʒ – besnöuwen
besnüeren – besprëchære
besprëchen – beste
bestëchen – bestiure
bestiuren – bestürzen
bestutten – besuochnisse
besuochunge – bët
betagen – bëtelære
bëtelærinne – bëtemësse
betemmen – bëtewîn
bëtewîp – betrahtegen
betrahten – betrogenlich
betrônen – betrûren
betrûrigen – bettemunt
betten – betûchen
betüemen – betwungenheit
betwungenlich – bevellicheit
bevern – bevliehen
bevlieʒen – bevür
bevürhten – bewærnüsse
bewarsam – bewëlgen
bewëllen – bewindeln
bewinden – bezâfen
bezaln – beziln
bezimbern – beʒʒer
beʒʒerære – bî bestân
bîbilde – bíderben, bedérben
biderbenen, bederbenen – bîenkar
bîenswarm – bieʒenblat
bieʒenkrût – bîhtât
bîht(e) – bilchmûs
bildære – bildoht
bildunge – bilsensaf
bilsensâme – bineʒ
binide – birden
bir(e) – birnwîn
birsære – bischolf
bî schrîben – bî slâfen
bî|slëht – bît
bitære – bittern
bitternis – biurlîn
biuschen – bîvilde
bîvilden – bîzeichenen
bî zëmen – blahsen
1blæjen – blâsehorn
blæselîn – blatengîr
blatenrinc – blëchhantschuoch
blëchrinc – bleichvëlt
blende – blîche
blîchen – blîkloz
blîkolbe – bliuclich
bliuge – blôdern
blotschen – blüemunge
blüetebërnde – bluomental
bluomenvar – bluotgieʒen
bluotgieʒende – bluotstürzunge
bluotsûgende – bobenthalben
boc – bogelîn
bogen – 2bolle
bollen – 3bor
bor-, enbor- – (borliep,) enborliep
bormære – bortengewant
bortiure – bote
botech – bou
bouc – boummate
boum|öle – bôʒwurz
brâ – brâ|hâr
bræhen – brantlich
brantreite – brâwelîn
bræwen – brëhenen
brëhentac – brenken
brenn-, bern(e)-, birnschatz – bretsche
brëtsnîdære – brieschen
brievære – brionie
brîsære – briulêhen
briumeister – briuwe
briuwe – brohsen
bronie – brôthalle
brôtheit – bruch
bruch – bruckenambet
bruckenære, bruggenære – brüeterîn
brügel – brünnære
brunne – brünselbërc
brünseln – bruoderhûs
      brünseln swV.
      brunsen swV.
      brunst stF.
      brünstec Adj.
      brünsteclich Adj.
      brünstlich Adj.
      brunstopher stN.
      brunstviur stN.
      brûnval Adj.
      brûnvar Adj.
      brunzen swV.
      bruoch stF.
      bruoch stNM.
      bruochech stN.
      bruocheht Adj. (?)
      bruochgürtel stM.
      bruochlôs Adj.
      bruochrüde swM.
      bruochseckel stM.
      bruochstinkende Adj.
      bruochwëc stM.
      bruoder stM.
      bruoderbrôt stN.
      bruoderhof stM.
      bruoderhûs stN.
bruoderkint – brust
brust – brûtdëgen
brûtdrüʒʒel – brûtsanc
brûtschaft – buckel
buckelære – büellîn
büeʒære – buhsboum
bühse – bûlslac
bulzen – buoben
buobengâbe – buochisch
buochkamere – buoliân
buollîn – buppe
bur – burcgrâvenambet
burcgrâvenrëht – burcmeisterlêhen
burcmeisterschaft – burcstal
burcstat – bürde
bürdelîn – burgergemeine
bûr|gerihte – Burgunder
Burgunjoys – bursenære
bursît – büschelîn
buschoff – bütelin
bûtelîn – bûvëlt
bûvisch – buʒʒel

   brünseln - bruoderhûs    


brünseln swV. 1 ‘züngeln’
2 ‘verbrannt riechen’
   1 ‘züngeln’ wenne du wandirst in dem vuer, so wirdist du nicht vorbrinnen, und der vlamme wirt nicht brunsiln an dir [ non ardebit in te ] Cranc Jes 43,2    2 ‘verbrannt riechen’ daz vierd zaichen was, daz vil grôzer nebel wurden sêr prünseln und stinken in den herbsten und in den wintern BdN 111,2; daz wirt dan swebel, und dar umb prünselt sein smack sô vast ebd. 480,31

MWB 1 1052,61; Bearbeiter: Tao

brunsen swV. ‘verbrannt riechen’ da brunsete ir gesmide / von dem fure, daz dar vz spranc Herb 10386

MWB 1 1053,5; Bearbeiter: Tao

brunst stF. auch brunse Virg 263,8; selten stM. ( PassI/II 216,19; ErzIII 6,104 ). 1 ‘Feuer; Hitze’
1.1 ‘Feuer, Brand’
1.2 ‘Hitze, Glut’
1.3 bildl.
2 ‘Überhitzung, Brand, Brandwunde’
3 ‘Brunst, Brunstzeit’
   1 ‘Feuer; Hitze’    1.1 ‘Feuer, Brand’ und was diu brunst [das Feuer, das die Räuber gelegt hatten] vergolten / nâch des blœdes wirtes bete UvZLanz 3822; dâ sach er von der mûre zetal / eine brunst in dem walde Wig 4298; swâ golt geliutert wirt alsô daz es niht mêre gunters [Unreines, Falsches] hât, / dâ minret sich sîn tugende niht / von keiner brünste schaden KLD:Kzl 16: 4,4; die [Kinder] verdurben von der brunst GTroj 22980; das wir von Moÿsi lesen, / dem in dem gruͤnen boͤschen / mit brunst unerloschen / got schon und loblich erglast KvHelmsd 330. – von leuchtenden Himmelskörpern: so lat uns, herre [Meister Clinsor aus Siebenbürgen] , werden kunt / den selben wunderlichen funt / unde den godelichen rat, / des ir goume genomen hat / an der sterren brunste Elis 263; wo ufzien über der lüfte lant / irdischen, feisten dunst / die stern von der naturen gunst, / da sachet sich ein michel brunst: / die flamm cometa ist genant Mügeln 263,7. – das unauslöschliche Feuer der Hölle: du must ouch dulden [...] in der helle liden steten brunst ErzIII 6,104; der [Sünder] sol ein iegeliches zil / weinen und sorgen, / wan er hute oder morgen / vellet in der hellen brunst Vät 7433. 40882; mâze machet gottes gunst, / so hât unmâze der helle brunst / gemêret SM:JvR 1: 7,12; jmdn. in den ban und in die êwigen brunst künden Ottok 2901. – metonymisch ‘brennendes Räucherwerk’ der [Engel] stuent vor dem altare / gots haldende ein guldin rouch vaz. / [...] do wart im in daz vaz gegeben / ein brunst allen guten smacken eben [Apc 8,3f.] HeslApk 12794. 13140    1.2 ‘Hitze, Glut’ er [Flamme] wart alumme beizen / mit brunsten des kunges man, / die er bi dem oven stan / vant Daniel 1439; daz feur macht mit seiner prunst etleich weiziu dinch swarz BdN 72,5. 350,25    1.3 bildl.: ir tet so we dez jamer prunst Vät 39788; wîbes gunst / sorgen brunst / löschet mit der minne kunst / swem ir güete fröide gan KLD:Kzl 10: 2,6; Minneb 2030; zornes brunst Vät 4139; swie ich von der sunden brunst / versenget was und virstalt ebd. 25660; Hiob 8796; alsô sänftigt der hailig gaist den smerzen der sêl, den diu prunst diser werlt hât prâht BdN 73,26; wer des trinkt, der wirt enzünt mit der prunst der unkäuschen gir ebd. 483,15. der tugenden brunst Vät 33654; din hertze sol reht brinnen von goͤtlicher tugend, und in der brunst solt du die gnad enphahen PrGeorg 66,31; got zoch sie us und inne / von erbermd in sólich minne / daz ir gehúgg, will, fúrnunst / warent stæt in minnender brunst SHort 8130; der salamandern geleichet ain prinnendeu sêl, diu sô vast glüet in den flammen und in der prunst der götleichen minne, daz si kain flaisch an ir hât unrainer gir BdN 278,18; wann wer mynt an [ = âne ] muͤtes brunst, / der ist falsch Minneb 2211; der [Gott] sin wort uz sante, / Marien entprante / mit sines heiligen geistes brunst / durch willen menschlicher gunst HeslApk 373. 7613; des herren [= hêren ] geistes brunste ebd. 15779; got in sînes geistes brünste SM:EvS 1: 12,1    2 ‘Überhitzung, Brand, Brandwunde’: – als Krankheitserscheinung, Brandverletzung bei Menschen: das saf getrunken heilet di brunst Macer 75,8; wer sein saft trinket [...], der verleuset seinen unkäuschen gelust gar vast, und benimpt hitz oder prunst, dâ mit ain mensch überhitzet ist BdN 312,11; der stain [...] senftigt die inwendigen prünst und verstellt den swaiz und benimt der augen und der stirn smerzen ebd. 457,29; sô dû hart verbrinnest, sô nime spech und einer henne smer [...] unde salbe die brunst mit dem smalz, sô heilet sî Barth 158,26; BdN 369,20; si [ lilie ] ist guot zuo der prunst, diu von haizem wazzer geschiht ebd. 406,12. – bei Tieren: wenne si [Tiere] tôt sint und man si aufsneidet, sô sint si inwendig gel von der prunst colêra BdN 88,20. – bei Pflanzen (Mehltau): wenne daz miltaw gevallen ist, sô prüeft man ez aller êrst an dem dritten tag oder an dem vierden und ist danne daz [ getreide ] gel oder swarz worden, dar auf ez sitzet, und diu varb bedäut prunst der materi BdN 87,4    3 ‘Brunst, Brunstzeit’ (vgl. brunft1 und brunft2 ): diu wol gelêrte künigîn / schoup in diu kriuter ûz erkorn / ouch eines alten hirzes horn, / der in der brunst erslagen was KvWTroj 10699; wenne diu katz den katern suocht in der prunst irr unkäusch BdN 152,9. 220,11; sô deu zeit ist irr [der Rebhühner] unkäusch, sô streckent si ir züngel zesamen und hitzent alsô sêr in der prunst irs gelustes ebd. 216,12

MWB 1 1053,8; Bearbeiter: Tao

brünstec Adj. 1 ‘brennbar’
2 ‘glühend, leidenschaftlich’
   1 ‘brennbar’ lút, holtz, gras, bluͦmen, gewant, stain, bain und allez daz brunstig sin mag PrGeorg 305,9    2 ‘glühend, leidenschaftlich’ rôt ûzen, daz sol innen / ein brünstic herze haben, / daz muot und herze brinnen / ûf rehte girde nâch der minne laben Hadam 245,2

MWB 1 1054,36; Bearbeiter: Tao

brünsteclich Adj. ‘brennend’, hier übertr. ‘leidenschaftlich’ do entwurt Mynne die richterin / [...]: ‘fraw Truwe, ich wolde / daz ich der rede solde / nach ein ander horen hundert; / wann ich wol merk daz lundert [lodert] / min fuͤr in im [dem Diener der Frau Treue] gar brunsticlich. [...]’ Minneb 5359

MWB 1 1054,42; Bearbeiter: Tao

brünstlich Adj. ‘glühend, leidenschaftlich’ dez [Schnee] lait ich in den munt, / do wart ich swanger ze stunt / von der bruͤnschlichen gir / die ich hett do zu dir SchneekindB 26; so wir got brúnstlicher minnen, so wir gewislicher vnd clarlicher in sehen RvBib 89,4

MWB 1 1054,49; Bearbeiter: Tao

brunstopher stN. ‘Brandopfer’ waz sal mir di zal uwirs opphirs? spricht der herre. ich bin vol: brunstopphir der steren unde das smaltz der veisten und das bluyt der kelbir und der lemmer und der bocke wolde ich nicht Cranc Jes 1,11; uwir brunstopphir leget zu uwirm slachten [ victima, Schlachtopfer] und vrezzet daz vleisch ebd. Jer 7,21. Jer 6,20

MWB 1 1054,55; Bearbeiter: Tao

brunstviur stN. Scheiterhaufen zum Verbrennen der Leichen: rogus: brunstfur VocOpt 12.086

MWB 1 1054,63; Bearbeiter: Tao

brûnval Adj. ‘hellbraun’ der rok was brun val, von hertem gezwirnetem garne Mechth 5: 23,149

MWB 1 1055,1; Bearbeiter: Tao

brûnvar Adj. s.a. brûngevar . ‘braun’ brun, krus, lanc was im [Hector] daz har; / vf sinen schuldern ez im lac, / als man es zv den geziten pflac. / vnder sinen augen gar / ein schone ritter brunfar Herb 3174; sin [Jesu Christi] ovgen warent brvnvar vnde gar lvter Lentulusbrief(W) 575

MWB 1 1055,3; Bearbeiter: Tao

brunzen swV. Intensivum zu brunnen. ‘Harn lassen, pissen’ brunzen in die aschen JvNürnberg 202; bruntze ich v́ch in den schos, daz ist lasterlich getan WolfdD 1274,4; ain witwe als hoflich brunzet / durch ainer nadel oͤr LügenrM 108

MWB 1 1055,9; Bearbeiter: Tao

bruoch stF. ‘kurze Hose’ (die die Männer unter Hemd und Obergewand tragen, vgl. Brüggen, Kleidung, S. 210): ir habet hosen unde bruͦch Exod 2516; [Vorschrift für die Kleidung der Bauern:] siben elne ze hemede unt ze bruoch, / rupfîn tuoch Kchr 14799; ire gewæte, die da [im Himmelreich] sint, ist daz ewige lieht, / [...] si nelegent ze næhiste dere liche hemide noch bruoche Himmelr 9,5; diu frouwe nam ein sactuoch: / si sneit im hemde unde bruoch, / daz doch an eime stücke erschein, / unz enmitten an sîn blankez bein Parz 127,2. 588,15; StrKD 51,42; EnikWchr A I,28; Neidh WL 27:7a,11; Helmbr 710; Rennew 36042; im hanget dü bruoch um die bain Bauernh 522. 428; er liez sin bruch nider / und kerte sinen ars wider / balde gein des ofens munt SalMark 1545

MWB 1 1055,14; Bearbeiter: Tao

bruoch stNM. meist N. (s. WMU 1,301f.), selten M. 1 ‘Sumpf’
2 ‘Morast, Unrat’
   1 ‘Sumpf’ mit marwen vüezen ungeschuoch / streich er walt unde bruoch Greg 2768; daz sint die wilden lute, / die wir noch vinden hute / under formen manicvalden / in bruchen und in walden, / in wazzeren und in bergen HeslApk 20060; beide berge unde brûch / macheten ime di wege lanc SAlex 4893; uf velden unt in prûchchen GvJudenb 3114; an einem bruche stunt der [Widder] Daniel 5996; Cranc Dan 8,3; man hôrte banier snurren / als ûf dem sê ein segeltuoch, / und als ein rôr daz in den bruoch / der wint mit sturme neiget KvWTurn 744; KvWTroj 36878. – als Name einer Burg: biß sie bi jhen burg kamen da ein michel teil gebrúchs umb ging. und darumb was die burg ‘Zu dem Bruͦch’ geheißen Lanc 397,33    2 ‘Morast, Unrat’ in pruͦch unt in graben / wurden si [Götzenbilder] geworfen Rol 3528; sie wurffen den bruͦch hantvollecht off yn und wuczeten [ = wûchzeten ‘schrien, brüllten’] uff yn, als er ein dieb were und man yn zum galgen furen solt Lanc 605,15. – bildl.: und von dem bruche der sunden / di zu dem tode schunden, / nymit Got den sunder mancherwys Hiob 12565; du salt wissen das ich [personif. Habgier] geborn bin / in dem hellischen bruche und dar uß kommen bin Pilgerf 9432

MWB 1 1055,31; Bearbeiter: Tao

bruochech stN. auch bruchich, bruchete; Kollektivum zu bruoch stN.; zum Suffix vgl. Mhd. Gr. Wortb. § S 51ff. 1 ‘Sumpfgewässer, -gelände’
2 ‘Lachen, Tümpel’
   1 ‘Sumpfgewässer, -gelände’ palus, paludis aquosa et [La. vel ] lutulenta aqua [La. terra ] [...]: bruͦcheha [Laa. bruͦch, môs ] SummHeinr 2:405,201; palus, paludis [...]: bruchech odir pfutze VocAbstr 362; doch mag iclîche sêle ir vegefûr lîden wô got wil: di einen in eime berge, di anderen in eime bruchiche HvFritzlHl 234,34    2 ‘Lachen, Tümpel’ manchirley vysche wirt daz wazzir habin [...]. abir an synin ubirn [Ufern] und in dem bruchete [ in palustribus ] werdin sy nicht heyl Cranc Ez 47,11

MWB 1 1055,58; Bearbeiter: Tao

bruocheht Adj. (?) ‘unfruchtbar’ (?): dar nach bant sij [Frau Gehorsamkeit] mir die hende / und sagete mir da gar behende / das is zu male nit endochte / alles das werck das ich machen mochte, / und were alles bruchette [afrz. brehaïns, vgl. Anm. z.St., in der kontextgerechter bruchiht ‘brüchig’ erwogen wird] / und auch nit zu male gerechte / ich dede is dann durch sij Pilgerf 13373

MWB 1 1056,7; Bearbeiter: Tao

bruochgürtel stM. ‘Hosengürtel’ al wîz gewant im was bereit. / von golde unde sîdîn / einen bruochgürtel zôch man drîn. / scharlachens hosen rôt man streich / an in Parz 168,4; so werde alle div noturft [= nôtdurft ] von dem abbete gegebin, daz ist: div kvgile, der rock, socco, hosin, bruhkvrtil, meizir, [...] BrHoh 55; daz er in der nider wete / einen bruchgurtel hete / von siden und von golde Rennew 36032; Leutsolten do zerprach / sein pruochgürtel entzwai MeierBetz 292; er gab ÿm durch den bruͦchgirtel ein vngefiegen slag, / daz ÿm der girtel vnd die bruͦch vnder den fuͤssen lag WolfdD 802,3; Lanc 475,4. – Vgl. nidergürtel

MWB 1 1056,15; Bearbeiter: Tao

bruochlôs Adj. ‘ohne Hose’, hier subst. als Name einer Person: der maier Bärschi sippe was: / [...] Wächtinger und Bruochlosz Bauernh 112

MWB 1 1056,28; Bearbeiter: Tao

bruochrüde swM. ‘Schoßhund’ (doppeldeutig: ‘Penis’? vgl. bruchmeise DWB 2,413 und bruchwurm FWB 4,1239): ez wart nie frow so hoch erborn, / sy naͤm ain bruͤchruͤden fuͤr ain aichhorn [zum Eichhörnchen als Spielzeug s. Schultz, Höf. Leben 1,450] LS177 28

MWB 1 1056,31; Bearbeiter: Tao

bruochseckel stM. ‘Hosenbund’ er gap im durch den bruchseckel einen sô kreftiglîchen schlag, / daz im die bruch und der bruchgürtel under den füszen gelag WolfdD(H) 802,3

MWB 1 1056,37; Bearbeiter: Tao

bruochstinkende Adj. ‘nach Morast stinkend’ da werfen sie die gimmen, / [...] vor die bruchstinkenden swin HeslApk 15858

MWB 1 1056,41; Bearbeiter: Tao

bruochwëc stM. ‘Weg an, in einem Bruch’ aber iii zweiteil in Value ban, zwei ginhalp des bruͦchweges vnd eins disehalp UrkCorp (WMU) N150,28. N184,41

MWB 1 1056,44; Bearbeiter: Tao

bruoder stM. 1 als Verwandtschaftsbezeichnung ‘leiblicher Bruder’
2 übertr., im christl. Sinne
2.1 ‘Nächster, Mitmensch; Mitchrist, Glaubensbruder’
2.2 ‘Mönchsbruder, Ordensbruder, Klostergeistlicher’
2.3 ‘Wallfahrer’
   1 als Verwandtschaftsbezeichnung ‘leiblicher Bruder’ dînes bruoderes bluot Gen 636; der junger brûder ebd. 599; PrMd (J) 349,30; der eldir brûdir ebd. 349,32; mînes bruoder hant NibB 1626,2; die drî [...], / der ein ist truhsæze hie, / und sîne bruoder, die mir ie / wâren nîdec und gehaz Iw 4112; der heiden [Feirefiz] was von herzen vrô, / daz sîns pruoder [Parzivals] prîs alsô / stuont, daz sîn hant erstreit / sô manege hôhe werdekeit Parz 773,2; Môrolt dîn bruoder der was dir / nâher gesippe danne mir Tr 10649; bruoder unde swester nement ungezweieter [vollbürtiger] bruoder unde swester erbe vor den brüedern und vor den swestern diu gezweiet von vater unde von muoter sint SpdtL 206,6    2 übertr., im christl. Sinne    2.1 ‘Nächster, Mitmensch; Mitchrist, Glaubensbruder’ unsern bruoder, der sin [Gottes] chint ist, / minnen sam uns tet Crist Vateruns 57. 169; daz ir euren pruͤdern diu eu leit getan habent, [...] vergebet uz eurem hertzen PrOberalt 129,2; von div, liebe brvͦder vnde swester, da nah svlt ir niht forschen, wie der gotes svn von gote geborn si, vil wol svlt ir ez gloͮben Spec 24,3; ir bulute, unser broͮdere, ir sit geheizzen ein uoͮz der christenheit, wan ir allez daz arbeitet, des div christenheit lebet ebd. 142,3; do nam der bischolf Quiriacus zuͦ zim der guͦten pruͦdere, die geloͮbech waren worden von den czeichen des heiligen cruces Konr 10,158; RvEBarl 15879. – Mensch als Bruder Christi: got niwil nieht haben florn daz er durch uns wart giborn. / wir sculn in loben daz er uns zi bruoder wil haben Gen 2785; die rehten sint / sine [Jesu Christi] bruoder unde siniu chint, / mit im ain gaist unde ain muot, / vlaisch, gebaine unde bluot, / erben unde siptail, / getailen an dem erbetail. BenGeb 36; Crist, / der durch siner bruodir not / leid den schantlichen tot Vateruns 59    2.2 ‘Mönchsbruder, Ordensbruder, Klostergeistlicher’ swer genesen wolde, / der mochte dar [im Wald] gerne broder sin / wir munichin uns, trut herre min Roth 5172; die mvnche mvsten wazzer han, / ein brvder begonde zv dem bvrnen gan ReinFu K,960; einen jungen man / [...], der hæt an / als ein bruoder gewant LvRegFr 4461; die brûdere von dem dûtschen hûs / die enhatten kirchen odir clûs / dannoch in deme lande LivlChr 717. (die) minner(n) brüeder ‘Minoriten’ predigere, minnor bruder, ander gaistlich liuͤte StRAugsb 178,24; UrkCorp (WMU) 3368,7. N138,13. die wîzen bruoder ‘Prämonstratenser’ nâch den vier orden wart gesant. / [...] sî kâmen sâ ze hant, / barfüezen und die predigær / [...]. / [...] die wîzen bruoder. / die Augustîner [...] HvBer 8959    2.3 ‘Wallfahrer’ aber di anderen brudere [vgl. 168,3 pilgerîme ] swuren sich ûz, daz si dar vone nicht inwisten HvFritzlHl 168,17

MWB 1 1056,47; Bearbeiter: Tao

bruoderbrôt stN. Brot, wie es unter den Ordensbrüdern üblicherweise gegessen wird: den brûderen, die dâ zu bûze sitzent [...], den sal man geben brûderbrôt unde brûdertranc, als man gibet an den convent StatDtOrd 81,14

MWB 1 1057,39; Bearbeiter: Tao

bruoderhof stM. ‘gemeinsame Wohnung der Domherren’ (?): sü fundent ouch in dem kelre ein großes loch gegraben durch die mure wider den bruderhof ClosChr 88,6

MWB 1 1057,44; Bearbeiter: Tao

bruoderhûs stN. ‘Haus, Unterkunft von Klosterbrüdern’ eines abtz vnd des gotzhus friger hof ze Engelberg sol gan von des kilchoues ort in das alt ochsentürli ob dem bruͦderhus, vnd von dem ochsentürli an das ort der frowen chloster WeistGr 1,2

MWB 1 1057,48; Bearbeiter: Tao