brünseln
swV.
1
‘züngeln’
2
‘verbrannt riechen’
1
‘züngeln’
wenne du wandirst in dem vuer, so wirdist du nicht vorbrinnen, und der vlamme
wirt nicht brunsiln an dir [
non ardebit in te
]
Cranc
Jes 43,2
2
‘verbrannt riechen’
daz vierd zaichen was, daz vil grôzer nebel wurden sêr
prünseln und stinken in den herbsten und in den wintern BdN
111,2;
daz wirt dan swebel, und dar umb prünselt sein smack sô vast
ebd.
480,31
MWB 1 1052,61; Bearbeiter: Tao
brunsen
swV.
‘verbrannt riechen’
da brunsete ir gesmide / von dem fure, daz dar vz spranc
Herb
10386
MWB 1 1053,5; Bearbeiter: Tao
brunst
stF.
auch brunse
Virg
263,8;
selten stM. (
PassI/II
216,19;
ErzIII
6,104
).
1
‘Feuer; Hitze’
1.1
‘Feuer, Brand’
1.2
‘Hitze, Glut’
1.3 bildl. 2
‘Überhitzung, Brand, Brandwunde’ 3
‘Brunst, Brunstzeit’
1
‘Feuer; Hitze’
1.1
‘Feuer, Brand’
und was diu brunst [das Feuer, das die
Räuber gelegt hatten] vergolten / nâch des blœdes wirtes bete
UvZLanz
3822;
dâ sach er von der mûre zetal / eine brunst in dem walde
Wig
4298;
swâ golt geliutert wirt alsô daz es niht mêre gunters
[Unreines, Falsches] hât, / dâ minret sich sîn
tugende niht / von keiner brünste schaden KLD:Kzl
16: 4,4;
die [Kinder] verdurben von der
brunst GTroj
22980;
das wir von Moÿsi lesen, / dem in dem gruͤnen boͤschen / mit
brunst unerloschen / got schon und loblich erglast KvHelmsd
330.
– von leuchtenden Himmelskörpern:
so lat uns, herre [Meister Clinsor aus
Siebenbürgen] , werden kunt / den selben wunderlichen funt
/ unde den godelichen rat, / des ir goume genomen hat / an der sterren
brunste Elis
263;
wo ufzien über der lüfte lant / irdischen, feisten
dunst / die stern von der naturen gunst, / da sachet sich ein michel brunst:
/ die flamm cometa ist genant Mügeln
263,7.
– das unauslöschliche Feuer der Hölle:
du must ouch dulden [...] in der helle liden
steten brunst ErzIII
6,104;
der [Sünder] sol ein iegeliches zil /
weinen und sorgen, / wan er hute oder morgen / vellet in der hellen brunst
Vät
7433.
40882;
mâze machet gottes gunst, / so hât unmâze der helle
brunst / gemêret SM:JvR
1: 7,12;
jmdn. in den ban und in die êwigen brunst künden
Ottok
2901.
– metonymisch ‘brennendes
Räucherwerk’
der [Engel] stuent vor dem altare / gots
haldende ein guldin rouch vaz. / [...] do wart im
in daz vaz gegeben / ein brunst allen guten smacken eben [Apc
8,3f.]
HeslApk
12794.
13140
1.2
‘Hitze, Glut’
er [Flamme] wart alumme beizen /
mit brunsten des kunges man, / die er bi dem oven stan / vant
Daniel
1439;
daz feur macht mit seiner prunst etleich weiziu dinch
swarz BdN
72,5.
350,25
1.3
bildl.:
ir tet so we dez jamer prunst Vät
39788;
wîbes gunst / sorgen brunst / löschet mit der minne kunst
/ swem ir güete fröide gan KLD:Kzl
10: 2,6;
Minneb
2030;
zornes brunst
Vät
4139;
swie ich von der sunden brunst / versenget was und virstalt ebd.
25660;
Hiob
8796;
alsô sänftigt der hailig gaist den smerzen der sêl, den
diu prunst diser werlt hât prâht BdN
73,26;
wer des trinkt, der wirt enzünt mit der prunst der
unkäuschen gir ebd.
483,15.
–
der tugenden brunst Vät
33654;
din hertze sol reht brinnen von goͤtlicher tugend, und in der
brunst solt du die gnad enphahen PrGeorg
66,31;
got zoch sie us und inne / von erbermd in sólich minne / daz ir
gehúgg, will, fúrnunst / warent stæt in minnender brunst SHort
8130;
der salamandern geleichet ain prinnendeu sêl, diu sô
vast glüet in den flammen und in der prunst der götleichen minne, daz si
kain flaisch an ir hât unrainer gir BdN
278,18;
wann wer mynt an [
= âne
]
muͤtes brunst, / der ist falsch Minneb
2211;
der [Gott] sin wort uz sante, / Marien
entprante / mit sines heiligen geistes brunst / durch willen menschlicher
gunst HeslApk
373.
7613;
des herren [= hêren
] geistes
brunste ebd.
15779;
got in sînes geistes brünste SM:EvS
1: 12,1
2
‘Überhitzung, Brand, Brandwunde’:
– als Krankheitserscheinung, Brandverletzung bei Menschen:
das saf getrunken heilet di brunst Macer
75,8;
wer sein saft trinket [...], der
verleuset seinen unkäuschen gelust gar vast, und benimpt hitz oder prunst, dâ
mit ain mensch überhitzet ist BdN
312,11;
der stain [...] senftigt die
inwendigen prünst und verstellt den swaiz und benimt der augen und der stirn
smerzen ebd.
457,29;
sô dû hart verbrinnest, sô nime spech und einer henne
smer [...] unde salbe die brunst mit dem smalz, sô
heilet sî Barth
158,26;
BdN
369,20;
si [
lilie
] ist guot
zuo der prunst, diu von haizem wazzer geschiht ebd.
406,12.
– bei Tieren:
wenne si [Tiere] tôt sint und
man si aufsneidet, sô sint si inwendig gel von der prunst colêra
BdN
88,20.
– bei Pflanzen (Mehltau):
wenne daz miltaw gevallen ist, sô prüeft man ez aller
êrst an dem dritten tag oder an dem vierden und ist danne daz
[
getreide
] gel oder swarz worden,
dar auf ez sitzet, und diu varb bedäut prunst der materi BdN
87,4
3
‘Brunst, Brunstzeit’
(vgl.
brunft1
und
brunft2
):
diu wol gelêrte künigîn / schoup in diu kriuter ûz erkorn / ouch eines alten
hirzes horn, / der in der brunst erslagen was KvWTroj
10699;
wenne diu katz den katern suocht in der prunst irr unkäusch
BdN
152,9.
220,11;
sô deu zeit ist irr [der
Rebhühner] unkäusch, sô streckent si ir züngel zesamen und hitzent
alsô sêr in der prunst irs gelustes ebd.
216,12
MWB 1 1053,8; Bearbeiter: Tao
brünstec
Adj.
1
‘brennbar’
2
‘glühend, leidenschaftlich’
1
‘brennbar’
lút, holtz, gras, bluͦmen, gewant, stain, bain und allez daz brunstig
sin mag PrGeorg
305,9
2
‘glühend, leidenschaftlich’
rôt ûzen, daz sol innen / ein brünstic herze haben, / daz muot und herze
brinnen / ûf rehte girde nâch der minne laben Hadam
245,2
MWB 1 1054,36; Bearbeiter: Tao
brünsteclich
Adj.
‘brennend’, hier übertr.
‘leidenschaftlich’
do entwurt Mynne die richterin / [...]: ‘fraw
Truwe, ich wolde / daz ich der rede solde / nach ein ander horen hundert; / wann ich
wol merk daz lundert [lodert] / min fuͤr in
im [dem Diener der Frau Treue] gar brunsticlich.
[...]’ Minneb
5359
MWB 1 1054,42; Bearbeiter: Tao
brünstlich
Adj.
‘glühend, leidenschaftlich’
dez [Schnee] lait ich in den munt, / do wart ich
swanger ze stunt / von der bruͤnschlichen gir / die ich hett do zu dir
SchneekindB
26;
so wir got brúnstlicher minnen, so wir gewislicher vnd clarlicher in sehen
RvBib
89,4
MWB 1 1054,49; Bearbeiter: Tao
brunstopher
stN.
‘Brandopfer’
waz sal mir di zal uwirs opphirs? spricht der herre. ich bin vol: brunstopphir
der steren unde das smaltz der veisten und das bluyt der kelbir und der lemmer und
der bocke wolde ich nicht Cranc
Jes 1,11;
uwir brunstopphir leget zu uwirm slachten [
victima,
Schlachtopfer] und vrezzet daz vleisch ebd.
Jer 7,21.
Jer 6,20
MWB 1 1054,55; Bearbeiter: Tao
brunstviur
stN.
Scheiterhaufen zum Verbrennen der Leichen:
rogus: brunstfur VocOpt
12.086
MWB 1 1054,63; Bearbeiter: Tao
brûnval
Adj.
‘hellbraun’
der rok was brun val, von hertem gezwirnetem garne
Mechth
5: 23,149
MWB 1 1055,1; Bearbeiter: Tao
brûnvar
Adj.
s.a.
brûngevar
.
‘braun’
brun, krus, lanc was im [Hector]
daz har; / vf sinen schuldern ez im lac, / als man es zv den geziten pflac. / vnder
sinen augen gar / ein schone ritter brunfar Herb
3174;
sin [Jesu Christi] ovgen warent brvnvar vnde gar
lvter Lentulusbrief(W)
575
MWB 1 1055,3; Bearbeiter: Tao
brunzen
swV.
Intensivum zu brunnen.
‘Harn lassen, pissen’
brunzen in die aschen JvNürnberg
202;
bruntze ich v́ch in den schos, daz ist lasterlich getan WolfdD
1274,4;
ain witwe als hoflich brunzet / durch ainer nadel oͤr LügenrM
108
MWB 1 1055,9; Bearbeiter: Tao
bruoch
stF.
‘kurze Hose’ (die die Männer unter Hemd und Obergewand tragen,
vgl. Brüggen, Kleidung, S. 210):
ir habet hosen unde bruͦch Exod
2516;
[Vorschrift für die Kleidung der Bauern:] siben elne ze
hemede unt ze bruoch, / rupfîn tuoch Kchr
14799;
ire gewæte, die da [im Himmelreich]
sint, ist daz ewige lieht, / [...] si nelegent ze næhiste
dere liche hemide noch bruoche Himmelr
9,5;
diu frouwe nam ein sactuoch: / si sneit im hemde unde bruoch, / daz doch an
eime stücke erschein, / unz enmitten an sîn blankez bein Parz
127,2.
588,15;
StrKD
51,42;
EnikWchr
A I,28;
Neidh
WL 27:7a,11;
Helmbr
710;
Rennew
36042;
im hanget dü bruoch um die bain Bauernh
522.
428;
er liez sin bruch nider / und kerte sinen ars wider / balde gein des ofens
munt SalMark
1545
MWB 1 1055,14; Bearbeiter: Tao
bruoch
stNM.
meist N. (s. WMU 1,301f.), selten M.
1
‘Sumpf’
2
‘Morast, Unrat’
1
‘Sumpf’
mit marwen vüezen ungeschuoch / streich er walt unde bruoch Greg
2768;
daz sint die wilden lute, / die wir noch vinden hute / under formen
manicvalden / in bruchen und in walden, / in wazzeren und in bergen HeslApk
20060;
beide berge unde brûch / macheten ime di wege lanc
SAlex
4893;
uf velden unt in prûchchen GvJudenb
3114;
an einem bruche stunt der [Widder]
Daniel
5996;
Cranc
Dan 8,3;
man hôrte banier snurren / als ûf dem sê ein segeltuoch, / und
als ein rôr daz in den bruoch / der wint mit sturme neiget KvWTurn
744;
KvWTroj
36878.
– als Name einer Burg:
biß sie bi jhen burg kamen da ein michel teil gebrúchs
umb ging. und darumb was die burg ‘Zu dem Bruͦch’ geheißen
Lanc
397,33
2
‘Morast, Unrat’
in pruͦch unt in graben / wurden si
[Götzenbilder] geworfen Rol
3528;
sie wurffen den bruͦch hantvollecht off yn und
wuczeten [
= wûchzeten ‘schrien,
brüllten’] uff yn, als er ein dieb were und man yn zum
galgen furen solt Lanc
605,15.
– bildl.:
und von dem bruche der sunden / di zu dem tode schunden, / nymit Got den
sunder mancherwys Hiob
12565;
du salt wissen das ich [personif.
Habgier] geborn bin / in dem hellischen bruche und dar uß kommen
bin Pilgerf
9432
MWB 1 1055,31; Bearbeiter: Tao
bruochech
stN.
auch bruchich, bruchete;
Kollektivum zu bruoch stN.; zum Suffix vgl. Mhd. Gr. Wortb. § S
51ff.
1
‘Sumpfgewässer, -gelände’
2
‘Lachen, Tümpel’
1
‘Sumpfgewässer, -gelände’
palus, paludis aquosa et [La. vel
]
lutulenta aqua [La. terra
]
[...]: bruͦcheha [Laa.
bruͦch, môs
]
SummHeinr
2:405,201;
palus, paludis [...]: bruchech odir pfutze
VocAbstr
362;
doch mag iclîche sêle ir vegefûr lîden wô got wil: di einen in eime berge, di
anderen in eime bruchiche HvFritzlHl
234,34
2
‘Lachen, Tümpel’
manchirley vysche wirt daz wazzir habin [...]. abir
an synin ubirn [Ufern] und in dem bruchete
[
in palustribus
] werdin sy nicht heyl
Cranc
Ez 47,11
MWB 1 1055,58; Bearbeiter: Tao
bruocheht
Adj. (?)
‘unfruchtbar’ (?):
dar nach bant sij [Frau
Gehorsamkeit] mir die hende / und sagete mir da gar behende / das
is zu male nit endochte / alles das werck das ich machen mochte, / und were alles
bruchette [afrz. brehaïns, vgl. Anm. z.St., in der
kontextgerechter bruchiht ‘brüchig’ erwogen
wird] / und auch nit zu male gerechte / ich dede is dann durch sij
Pilgerf
13373
MWB 1 1056,7; Bearbeiter: Tao
bruochgürtel
stM.
‘Hosengürtel’
al wîz gewant im was bereit. / von golde unde sîdîn / einen bruochgürtel zôch
man drîn. / scharlachens hosen rôt man streich / an in Parz
168,4;
so werde alle div noturft [= nôtdurft
]
von dem abbete gegebin, daz ist: div kvgile, der rock, socco, hosin, bruhkvrtil,
meizir, [...]
BrHoh
55;
daz er in der nider wete / einen bruchgurtel hete / von siden und von golde
Rennew
36032;
Leutsolten do zerprach / sein pruochgürtel entzwai MeierBetz
292;
er gab ÿm durch den bruͦchgirtel ein vngefiegen slag, / daz ÿm der
girtel vnd die bruͦch vnder den fuͤssen lag WolfdD
802,3;
Lanc
475,4.
– Vgl.
nidergürtel
MWB 1 1056,15; Bearbeiter: Tao
bruochlôs
Adj.
‘ohne Hose’, hier subst. als Name einer Person:
der maier Bärschi sippe was: / [...] Wächtinger und
Bruochlosz Bauernh
112
MWB 1 1056,28; Bearbeiter: Tao
bruochrüde
swM.
‘Schoßhund’ (doppeldeutig: ‘Penis’? vgl.
bruchmeise DWB 2,413 und bruchwurm FWB 4,1239):
ez wart nie frow so hoch erborn, / sy naͤm ain
bruͤchruͤden fuͤr ain aichhorn [zum Eichhörnchen
als Spielzeug s. Schultz, Höf. Leben 1,450]
LS177
28
MWB 1 1056,31; Bearbeiter: Tao
bruochseckel
stM.
‘Hosenbund’
er gap im durch den bruchseckel einen sô kreftiglîchen schlag, / daz im die
bruch und der bruchgürtel under den füszen gelag WolfdD(H)
802,3
MWB 1 1056,37; Bearbeiter: Tao
bruochstinkende
Adj.
‘nach Morast stinkend’
da werfen sie die gimmen, / [...] vor die
bruchstinkenden swin HeslApk
15858
MWB 1 1056,41; Bearbeiter: Tao
bruochwëc
stM.
‘Weg an, in einem Bruch’
aber iii zweiteil in Value ban, zwei ginhalp des bruͦchweges
vnd eins disehalp UrkCorp (WMU)
N150,28.
N184,41
MWB 1 1056,44; Bearbeiter: Tao
bruoder
stM.
1 als Verwandtschaftsbezeichnung ‘leiblicher Bruder’
2 übertr., im christl. Sinne 2.1
‘Nächster, Mitmensch; Mitchrist, Glaubensbruder’
2.2
‘Mönchsbruder, Ordensbruder, Klostergeistlicher’
2.3
‘Wallfahrer’
1
als Verwandtschaftsbezeichnung ‘leiblicher Bruder’
dînes bruoderes bluot Gen
636;
der junger brûder ebd.
599;
PrMd (J)
349,30;
der eldir brûdir ebd.
349,32;
mînes bruoder hant NibB
1626,2;
die drî [...], / der ein ist
truhsæze hie, / und sîne bruoder, die mir ie / wâren nîdec und gehaz
Iw
4112;
der heiden [Feirefiz] was von herzen vrô, / daz
sîns pruoder [Parzivals] prîs alsô / stuont, daz sîn hant
erstreit / sô manege hôhe werdekeit Parz
773,2;
Môrolt dîn bruoder der was dir / nâher gesippe danne mir
Tr
10649;
bruoder unde swester nement
ungezweieter [vollbürtiger] bruoder unde swester erbe
vor den brüedern und vor den swestern diu gezweiet von vater unde von muoter sint
SpdtL
206,6
2
übertr., im christl. Sinne
2.1
‘Nächster, Mitmensch; Mitchrist, Glaubensbruder’
unsern bruoder, der sin
[Gottes] chint ist, / minnen sam uns tet Crist
Vateruns
57.
169;
daz ir euren pruͤdern diu eu leit getan habent,
[...] vergebet uz eurem hertzen
PrOberalt
129,2;
von div, liebe brvͦder vnde swester, da nah svlt ir
niht forschen, wie der gotes svn von gote geborn si, vil wol svlt ir ez
gloͮben Spec
24,3;
ir bulute, unser broͮdere, ir sit geheizzen ein
uoͮz der christenheit, wan ir allez daz arbeitet, des div christenheit
lebet ebd.
142,3;
do nam der bischolf Quiriacus zuͦ zim der
guͦten pruͦdere, die geloͮbech waren worden von den
czeichen des heiligen cruces Konr
10,158;
RvEBarl
15879.
– Mensch als Bruder Christi:
got niwil nieht haben florn daz er durch uns wart
giborn. / wir sculn in loben daz er uns zi bruoder wil haben
Gen
2785;
die rehten sint / sine [Jesu
Christi] bruoder unde siniu chint, / mit im ain gaist unde
ain muot, / vlaisch, gebaine unde bluot, / erben unde siptail, / getailen an
dem erbetail. BenGeb
36;
Crist, / der durch siner bruodir not / leid den
schantlichen tot Vateruns
59
2.2
‘Mönchsbruder, Ordensbruder, Klostergeistlicher’
swer genesen wolde, / der mochte dar [im
Wald] gerne broder sin / wir munichin uns, trut herre min
Roth
5172;
die mvnche mvsten wazzer han, / ein brvder begonde zv dem
bvrnen gan ReinFu
K,960;
einen jungen man / [...], der hæt an / als ein
bruoder gewant LvRegFr
4461;
die brûdere von dem dûtschen hûs / die enhatten kirchen odir clûs /
dannoch in deme lande LivlChr
717.
–
(die) minner(n) brüeder
‘Minoriten’
predigere, minnor bruder, ander gaistlich
liuͤte StRAugsb
178,24;
UrkCorp (WMU)
3368,7.
N138,13.
–
die wîzen bruoder
‘Prämonstratenser’
nâch den vier orden wart gesant. / [...] sî
kâmen sâ ze hant, / barfüezen und die predigær /
[...]. / [...] die
wîzen bruoder. / die Augustîner [...]
HvBer
8959
2.3
‘Wallfahrer’
aber di anderen brudere [vgl. 168,3
pilgerîme
] swuren sich ûz, daz si dar vone nicht
inwisten HvFritzlHl
168,17
MWB 1 1056,47; Bearbeiter: Tao
bruoderbrôt
stN.
Brot, wie es unter den Ordensbrüdern üblicherweise gegessen wird:
den brûderen, die dâ zu bûze sitzent
[...], den sal man geben brûderbrôt unde brûdertranc,
als man gibet an den convent StatDtOrd
81,14
MWB 1 1057,39; Bearbeiter: Tao
bruoderhof
stM.
‘gemeinsame Wohnung der Domherren’ (?):
sü fundent ouch in dem kelre ein großes loch gegraben durch die mure wider den
bruderhof ClosChr
88,6
MWB 1 1057,44; Bearbeiter: Tao
bruoderhûs
stN.
‘Haus, Unterkunft von Klosterbrüdern’
eines abtz vnd des gotzhus friger hof ze Engelberg sol gan von des kilchoues
ort in das alt ochsentürli ob dem bruͦderhus, vnd von dem ochsentürli an das
ort der frowen chloster WeistGr
1,2
MWB 1 1057,48; Bearbeiter: Tao |