brust
stFM.
1
‘Brechen, Bruch’
1.1
‘Einbrechen’ (von Mauern) 1.2
‘Rechtsbruch’
2
‘körperliche Verletzung’
3
‘Fehlen, Mangel (an etw.), Abbruch’
1
‘Brechen, Bruch’
1.1
‘Einbrechen’ (von Mauern):
maniger hant geruste, / diu zuo der mûr bruste / solden nutze sîn
Ottok
77713.
71213
1.2
‘Rechtsbruch’
sô solden dise [...] an den kunic varn / und im
klagen die verlust / und des lantfrides brust, / diu dâ wær getân / an des
herzogen man Ottok
44350
2
‘körperliche Verletzung’
ouch mohte man des goumen / brust ûf maniges pherdes grâte, / manic
schiltkneht ouch hâte / an rucke und ûf ahsel biule / als die bôzkiule Ottok
35154
3
‘Fehlen, Mangel (an etw.), Abbruch’
mîner freuden brust / an kunic Ottackern ist ergangen Ottok
17602.
– (jmdm.)
~ werden/sîn (an etw.) u.ä.:
were aber das an den nûtzzen des vorgenanten houes brust alder gebreste wrde
UrkCorp (WMU)
2970,37;
daz vns an der gulte vnser schultheizen amtes vnd ander vnser amte nit brust
ist ebd.
1831,35
u.ö.;
ich Fides, der gelaube, / pin der di herczen raube / zergênleicher wollust, /
der muz dir, tohter, werden brust Syon
148.
–
~ haben mit Gen.:
der paider freuden haben si prust MvHeilGr
2126.
–
~ tuon an etw.:
fleuch der werlt rum, / [...] dorzu tu dir selber
prust / doran, daz da haißet leibes gelust MvHeilGr
2167
MWB 1 1064,23; Bearbeiter: Tao
brustbein
stN.
‘Brustbein, Brust’
wie schône ir ûz der wæte schein / ir kele unde ir brustbein,
/ ir arme unde ir hende Tr
17602;
ir [der beiden Schlafenden] arme
unde ir hende, / ir ahsel unde ir brustbein / diu wâren alsô nâhe in ein / getwungen
unde geslozzen ebd.
18205;
er sluͦg im ab munt und nasen, / daz brustbain er zerstuckt
WhvÖst
8407
MWB 1 1064,47; Bearbeiter: Tao
brustbinde
stF.
‘Brusttuch, Brustbinde’ (Übers. von fascia
pectoralis, vgl. Heyne, Hausaltertümer 3,312):
wye mag eyne juncvrowe vorgessen ires gesmides adir eyne brut irer
brustbynden? Cranc
Jer 2,32;
wo crusb har waz, do wirt sin ein glatz, und ein cilicium wirt
vorsten [ersetzen] den brustbinden
stat [
pro fascia pectorali cilicium
]
ebd.
Jes 3,24
MWB 1 1064,54; Bearbeiter: Tao
1brüstec
Adj.
‘zerbrechlich’
ich prustigiz havenscirbe, / waz ob ich morgen stirbe? Litan(M)
419
MWB 1 1064,61; Bearbeiter: Tao
2brüstec
Adj.
‘mit einer Hühnerbrust ausgestattet’ (? vgl. Glossar
z.St.):
welch tier sich darin [im Zeichen des
Widders] birt, / brüstig und lenden smal es wirt
Mügeln
302,6
MWB 1 1064,63; Bearbeiter: Tao
brüsteldruc
stM.
‘liebevolle Umarmung’
si tet imz kunt / friuntlîch mit umbevange / und ouch mit
manigem brüsteldrucke dô SM:Had
34: 2,3
MWB 1 1065,3; Bearbeiter: Tao
brüstelîn, brüstel
stN.
Dimin. zu
brust
.
1
‘kleine Brust (eines Kindes)’
2
‘weibliche Brust’ 3
‘Brustseite’
4
‘Zitze’
1
‘kleine Brust (eines Kindes)’
daz erstracte im sîniu brüstelîn Parz
118,17;
alsô [bei einer Frühgeburt] wart
ain diernkindel geporn, daz het hangendeu prüstel und hâr under der üehsen
BdN
488,1
2
‘weibliche Brust’:
– allgemein:
ir brüstlîn an brust si dwanc MF:Wolfr
2: 5,6;
güetlîch triuten, küssen suoze, drucken brust an brüstelîn
KLD:UvL
41: 6,2;
mit lûterlîcher liebe maht / twanc sie in an ir brüstelîn UvEtzWh
905;
der tohter brinnet man [d.h. die Amazonen]
zehant / zesewenhalp daz brüstel abe, / daz si dester ringer habe / beidiu swert
unde sper RvEAlex
18131;
von den prüstlein
[Kapitelüberschrift] . diu prüstel an den frawen
sint gemacht von der nâtûr auz waichem lindem flaisch BdN
25,2.
– als nährende Mutterbrust:
daz diu mûter diͤn / dich souget ûz ir
pruͤstelin GvJudenb
390;
dô du [...] souctest mich, muoter mîn, / mit
dînen kiuschen brüstelîn WvRh
15993.
906;
ir [allegor. Grammatica]
bruͦstelin waren milche vol / wider der juͦngfrauwen site
HvNstGZ
804;
daz fünfzehend [Zeichen für das männliche
Geschlecht des ungeborenen Kindes] ist, daz auz dem rehten
prüstel ê milich gêt wanne auz dem lenken BdN
41,6.
– im Hinblick auf das äußere Aussehen, die Schönheit, den erotischen
Reiz:
ir brüstelîn, / als si gedræt solden sîn. / diu stuonden blanc hôch
sinewel Parz
258,25;
Loheng
3124;
er huop der juncvrouwen ûf ir gewant / [...] dô
sach er stên ir brüstelîn / alsam zwei pardîsepfelîn Rädlein
119;
HvNstAp
11918;
sô stênt schône ir tinne, / ir houbt, kelen, nak, ir
kinne, / ir brüstel, ir ougen, des man sol / wol dar war gerne nemen
SM:Had
53: 3,3
3
‘Brustseite’
ez ist auch daz herz [...] ze mitelst
in der prust, ân daz ez sich ain klain naigt gegen dem denken prüstlein
BdN
26,19
4
‘Zitze’
sô diu verhermuoter gepirt, sô gibt si daz êrst prüstlein irm
sun und niht der tohter BdN
122,12;
Aristotiles spricht, daz ain visch ainen hals hab noch ain
mansruoten noch mansgezeugel noch tütel oder prüstel ebd.
242,18
MWB 1 1065,6; Bearbeiter: Tao
brüsten
swV.
s.a. gebrüstet Part.-Adj.
1 refl. ‘(in Erwartung von etw.) freudig erregt sein, (vor etw., nach etw.)
fiebern’
2 intr. ‘die Brust zum Kampf darbieten’ (? vgl. Anm. z.St.)
1
refl. ‘(in Erwartung von etw.) freudig erregt sein, (vor etw., nach etw.)
fiebern’
manigen ritter bruͤsten / sah man sich gein strit WhvÖst
5981;
brusten und ufen / sich ward ieglichs muͦt: /
[...] hie wart der turnay guͦt ebd.
14708;
schier wart si geruͤstet, / ir hoher muͦt sich bruͤstet /
gæn der angesiht ebd.
12700;
was vræuden wil betagen / hie Wildhelm! ob min sagen / ez kan fuͤr orn
bringen, / dar in in hertzen dringen / schol ez mit gelust / dem daz sich ie gebrust
/ gæn wirde schapelbluͤmen [dem das Herz nach den Kranzblumen der
Ehre strebte]
ebd.
13204
2
intr. ‘die Brust zum Kampf darbieten’ (? vgl. Anm.
z.St.):
jâ, in der vîende furte / gienc hê dâ brüsten, / untrôsten
[entmutigen] unt entrüsten [außer
Fassung bringen] , / wen hê gên im sach rîden Göllh
27
MWB 1 1065,47; Bearbeiter: Tao
brustenier
stN.
‘Brustpanzer des Pferdes’ (der vor dem Sattel befindliche Teil
der Eisendecke des Pferdes, vgl. Schultz, Höf. Leben 2,102):
ob diu ors bi lebene da beliben? / daz muͦsten guͦte brustenier
da wenden JTit
4748,3
MWB 1 1066,1; Bearbeiter: Tao
brustgezierde
stF.
‘Brustschmuck’
daz rationâle [liturgischer Schulter- oder Brustschmuck des
Bischofs (LexMA 7,460)] ist ein brustgezierde von sîden und von
golde DvASchr
355,6
MWB 1 1066,6; Bearbeiter: Tao
brustklopfen
stN.
‘das Schlagen an die Brust’
brustklopfen, siufzen, tougen blicke / triegent einveltige liute dicke, /
swenne si die hânt vür heilige liute, / die dirre gebêrde vil künnen hiute
Renner
13261
MWB 1 1066,10; Bearbeiter: Tao
brustlëder
stN.
‘lederner Panzer des Pferdes’ (?, vgl.
brustenier
):
ob si do iht bestrauften / brustleder, bain und landenier? WhvÖst
17797;
daz edel ros hie und dort / die enge mit der sterke brach, / brustleder,
haidenbain man sach / sinen buhurt brechen ebd.
14980;
KgvOdenw
1,77
MWB 1 1066,15; Bearbeiter: Tao
brustleffel
stM.
‘Brustbein’
cartilago: brustlefel SummHeinr
2:217,158;
[Anweisung zur Bekreuzigung: ] so miz den ubir din herze
in modum crucis unde von deme brustleffile zoͮ deme nabile unde miz denne von
eime rippe unz an daz andire MuriGeb
13
MWB 1 1066,21; Bearbeiter: Tao
brustlich
Adj.
‘brechbar’
sus wart ein brustlich osterbrot Frl
7:1,18.
– unklar, ob hierher, ‘das Abbrechen übend’(? vgl. FrlWB,
49):
wer zeret brustlich vroun Minne gut? Frl
3:26,3
MWB 1 1066,27; Bearbeiter: Tao
brustrûmen
stN.
Bed. unklar:
zorn wâget sêle, êre und lîp, / er roubet, mordet, luodert, brennet, /
[...] zuht muoz swîgen, er wil brehten, / reht getar
gein im niht vehten, / kein tôrwarte ist bî sîner tür, / brustrûmen stôzet schier
her vür / wirt, gesinde mit den gesten, / rîche und arme, bœse mit den besten
Renner
14038
MWB 1 1066,31; Bearbeiter: Tao
brustsiechtuom
stM.
‘Krankheit im Brustbereich’
swelch harn ist misseuar vnde ein teil inswartz vnde hat der
oben an der reize [zu reiʒ stM., reiʒe stF.
‘Linie’, hier ‘Oberfläche’] kleine kornel,
der bezeichent den brustsichtum SalArz
115,27
MWB 1 1066,38; Bearbeiter: Tao
brustslac
stM.
‘Schlag an die Brust’ (Gebärden der Wehklage, der Reue):
daz liut dort und hie / wüefens und schrîens pflac. / vil manegen grôzen
brustslac / sluogen in diu werden wîp KlageB
878;
jamers wüeff vnd brustslege, / oft we vnd leides ege, / verrizzen gewant,
zerworfen har, / erblichniu leich vür varwe klar, / hertzen bresten, liden chrachen
Krone
11535;
diu begunde ir selber phlegen / vil tougenlich mit brüsteslegen Mantel
803
MWB 1 1066,43; Bearbeiter: Tao
brustsloʒ
stN.
‘Brustpanzer’ (vgl.
brustwer
):
wi durft mir nu ware, / daz ich hete ein brustsloz / vur sin
[des Teufels] vreislich scoz, / vur sine scerphen
strale SüklV
748
MWB 1 1066,53; Bearbeiter: Tao
brustsuht
stF.
‘Krankheit im Brustbereich’
der huste wirt dicke uon der brustsuchte
SalArz
44,16.
45,5;
gut fur den husten vnde den lungen sichtum vnde zu der
brustsucht [
den sichtum in der brust
wiederaufnehmend]
108,24.
103,19.
106,16.
MWB 1 1066,57; Bearbeiter: Tao
brustswëre
swM.
‘Schmerz, Krankheit im Brustbereich’
liquiricia ist goͮt vur die huͦsten unte vur den
brustsweren PrüllK
45
MWB 1 1066,62; Bearbeiter: Tao
brustvël
stN.
‘Zwerchfell’
diafragma: brustvel VocOpt
1.111
MWB 1 1067,1; Bearbeiter: Tao
brustwer
stF.
1
‘Brustwehr’ (Schutzmauer, die die Kämpfenden bis über die Brust deckt und schützt) 2
‘Brustpanzer’ (s.a.
brustsloʒ
)
1
‘Brustwehr’ (Schutzmauer, die die Kämpfenden bis über die Brust
deckt und schützt):
so lit taz allihe here / oben an der brustwere / der
himelischen burge HimmlJer
289;
si gingen offinbâre / an ir zinnen stân / unde frâgeten uns
sân / von ir brustwere / umbe daz uncundige here, / wannen daz comen wêre
SAlex
5751;
dâ wart helm und ringe / sô vil von im verschrôten, / daz si in mit den tôten
/ mahten eine brustwer / gein dem ungetouften her StrKarl
9855;
StrKD
70,104;
do zewurfen sie die brustwer / vil vaste mit den mangen ErnstB
1584.
2242
2
‘Brustpanzer’ (s.a.
brustsloʒ
):
diu brustwere darf aver niht sin / weder horn noch bein / noch
stal noch stein; / da wurde ich under irslagen. / rehten glouben sol ich haben /
unde di waren riuwe / unde die guoten triuwe SüklV
753
MWB 1 1067,3; Bearbeiter: Tao
brût
stF.
1
‘Braut am Hochzeitstag, Neuvermählte, Ehefrau’
1.1 allgemein 1.2 in Verbindungen mit Verben. 1.3 in Vergleichen 2 in christl. Allegorie und Symbolik 2.1 als Braut Gottes, Christi, der Dreifaltigkeit; von der Christenheit, christl.
Kirche, Mutter Maria, menschlichen Seele, frommen Christen, Geistlichen (s.a.
gotesbrût
) 2.2
des tiuvels brût 3
‘Beischläferin, Geliebte’
4
‘junge Frau’
5 als Bestandteil einer Pflanzennamenübersetzung
1
‘Braut am Hochzeitstag, Neuvermählte, Ehefrau’
1.1
allgemein:
sineme sune ze wibe, / [...]
zeiner gemahelen unde zeiner bruͦte VMos
21,2;
do riten mit der broute / chindische loute, / riter
gemeite, / herlich gereite Hochz
301;
swen ein wert bruteguom / mit sinir brut zu hove reit
Athis
C* 49;
nu was [...] / des landis lantsite alda, / swer
wip da nam, das er iesa / vater und muͦter alzehant / kleidir gap und
solih gewant [...]: / die brut er damit erte / und
vater und muͦter bider zit RvEWchr
24426;
si wânde iedoch, si wær sîn wîp: / [...] des
morgens si ir houbet bant. / dô gap im bürge unde lant / disiu magetbæriu brût
Parz
202,27;
HvFreibTr
872;
die mynnickliche / Lucina, die schwanger praut
HvNstAp
2353;
Dyamenā di kunigein / ward von im ain stoltze praut
ebd.
13413.
14239;
NibB
589,3.
1927,4;
Wernh
A 670;
EnikWchr
1210;
ez wirt ofte ein übel hût / eines rîchen mannes brût, /
diu bitter ist und sûre Eracl
2622
1.2
in Verbindungen mit Verben.
–
baden:
daz diu brout so wol gebadet wart Hochz
603.
–
heim leiten:
so man eine liebe brut hein leitit, so sleht man den sumber vor ir und
gigit unde swegilet und videllet ingegen ir, und mit meniger hande seiten
spil inphahit man si PrGeorg
307,20.
–
nemen:
daz der broutegom dar chom / unde die brout zuo im
nam, / daz bezeichent [...]
Hochz
340;
der di frouwen Gedrût / hêt genumen dâ ze brût [zur
Frau]
EnikWchr
A II,470.
–
werben:
do hiez er einen sinen trout / werven ein brout
Hochz
882.
–
zuo legen:
di preutte wurden [ in der
Hochzeitsnacht zu ihren Bräutigamen] zu gelaitt
HvNstAp
5933.
5928
1.3
in Vergleichen:
von dere himeliscen Jerusalem, / diu gezimberet ist den
reinen / uz den lemtigen steinen, / die Johannes sah
[...], / nider stigen sam eine brut / von den
himelen zuo der erde HimmlJer
8
(vgl. Apc 21,2);
PassI/II
229,88;
ain froͮde wart do unter in / sam si aine
bruͦt scolten fuͦren Rol
7747;
er fuor sô wol gekleidet sam eines edeln ritters brût
NibB
1885,4;
man sach der Sameiten / vil manchen man [Tote,
Verwundete] hin leiten, / als man die dûtschen brûte tût
LivlChr
10075.
–
sam die briut(e) rîten, gên
‘festlich geschmückt einhergehen’, dann auch geradezu
‘sich in glücklichen Verhältnissen befinden, es sich gut gehen
lassen’
der vierd tac diu mitwoch hiez, /
[...] den êrten koufliute. / si giengen sam die
briute. / die leiten ir opfer schôn / einem got
[...]. / der selb hiez Mercurius
EnikWchr
20314;
die liute, / di dâ sam di briute / rîtent und ouch
gênt / und iriu hûs mit freuden stênt / und selten iht leides wirret / und
si des nieman irret ─, / die sint von Sem gar / und ouch von Japhêt ebd.
3074.
27534
2
in christl. Allegorie und Symbolik
2.1
als Braut Gottes, Christi, der Dreifaltigkeit; von der Christenheit, christl.
Kirche, Mutter Maria, menschlichen Seele, frommen Christen, Geistlichen (s.a.
gotesbrût
):
–
so stat got vnde vihtet vnbe sine brut, die
cristenheit Lucid
139,14;
daz sint die brutluͤft da got selber der
bruͤtgam ist, da die hilig christenheit diu brut ist
PrOberalt
34,35;
HeslApk
15008;
PrGeorg
208,6;
Mechth
1:22,54.
–
du kunigin [...], /
bizeihinot ecclesiam. / du sol wesin sin [Gottes]
brut LobSal
221.
–
die brût unt die gemahelen / die got im selben erkôs,
/ unt diu ir magetuom nie verlôs Wernh
5724;
ja mugen wir si loben gerne / des himels frouwen unde
brût ebd.
1313;
do was ich alleine brut der heligen drivaltekeit
Mechth
1: 22,48.
–
gotis brut, du seli adilvrowi
[...] / der lichami ist der seli chamerwib
SuTheol
275;
ich [die minnende Seele] bin
ein vollewahsen brut, ich wil gan nach minem trut Mechth
1: 44,63;
und úber diz tugent alle sont ir úch flissen der minne, dú ist ain
brutmantel der selen, da mit si wirt got gefuͤget ze ainer brut
PrGeorg
241,10;
du [Seele] warst gesloffen / in ain
untugenthafte haut, / wie du doch warst Christes praut HvBurg
1644.
3121.
6476;
Gnadenl
3:M1,324.
–
der brautgaum ist vnser herre, der heilige Christe.
die bruͤte sint alle die, die rehte vnd christenlichen in disem leib
gelebet habent Konr
22,73;
allerschönst [gemeint
Maria] vür allen godes brüden MarlbRh
62,14;
bit dinem mund gods brüde lere, / wat herzen, wat
word si sulen haven, / als man si loft ümb godes gaven ebd.
74,8;
godes kind ind godes brüde ebd.
100,4.
–
an dir lernent diͤ geistliche luͥde, /
diͤ sunderliche godes brüde, / wiͤ si ir herze halden sülen
MarlbRh
78,2.
10,10
2.2
des tiuvels brût:
– von einem Riesen:
hir veret des tuvelis brut Roth
1055.
– im Vergleich, von einem hässlich aussehenden weiblichen
Meerungeheuer:
ûz des meres grunde gienc ein ungehiurez wîp: / si truoc an ir lîbe
von schuopen eine hût. / si sach ouch dem gelîche sam si wære des tiuvels
brût WolfdA
470,4.
– in der Verwünschung:
waz hât der künic ze trût! / jâ sol si
[Brünhild] in der helle sîn des übeln tiuvels
brût NibB
450,4
(vgl.
des tiuveles wîp ebd.
438,4).
3
‘Beischläferin, Geliebte’
swîge ich stille, / so ergât des tiuvels wille / und wirde mînes bruoder brût
Greg
387;
swer under in wolt haben ein brût, / der kom zuo einem hûs gegân
EnikWchr
20344;
wer hienge mich dar umbe, ob ich iuch gewünne mir ze einer briute? Kudr
1029,4;
mîn herre Menelâus, / [...] hât mich niht alsô gar
unwert, / daz ich des wünschen welle, / daz ir mîn slâfgeselle / werdent unde ich
iuwer brût KvWTroj
21819;
ezn wirt dehein veilliu broͧht / dem wisem manne
nimmer troͧt StrKD
31,29.
31,103;
den engeln wârn geslichen nâch / die unreinen liute / und wolden hân ze briute
/ die engel mit ir huore; / sô unrein was ir fuore EnikWchr
4128;
daz sî dir geseit vor disen liuten lût: / si [Susanna, vgl. Dn
13] was eines jungen brût ebd.
18832.
–
in den fünf steten vor genant [
Gomorra, Sodomâ
u.a.] / wâren liut inn erkant, / die nimmer bœser mohten sîn.
/ man und degenkindelîn / hêten si ze briute, / die selben bœsen liute
EnikWchr
4075
4
‘junge Frau’
wir [...] froweten unsih alle / der
seltsênen brûte. / ih und mîne lûte / wir wolten dâr blîven. / unde nâmen si ze
wîben SAlex
5319.
–
trût ~
als Anrede an die Angebetete:
trût brût, sich mich an! KvWLd
26,11
5
als Bestandteil einer Pflanzennamenübersetzung:
cicorea haizet etswâ sunnenwerbel und etswâ ringelkraut und
haizt auch ze latein solsequium oder sponsa solis, daz spricht der sunnen praut
BdN
394,20
MWB 1 1067,20; Bearbeiter: Tao
brûtbette
stN.
auch bruttebette.
‘Brautbett, Hochzeitsbett’
do si gitorste an ein bruttebette / chomen mit dem manne Litan(M)
672;
Cranc
Joel 2,16;
HvFritzlHl
162,5;
swaz ein man und ein fraw vederbat [
=
vederwât
] an ir praeutpett pringent StRMünch
368,19;
dc siu got mit minnen giziehe zi sîneme prûtpete
TrudHL
138,25.
138,20.
140,15;
dv solt ze broutbette gan / in dem himele obene
Wernh
A 2146;
swenne der ewig got zuͦ der minnelustigen sele in das
notlich brútbette wil gan Mechth
6: 1,108;
enpfahe, herre, dine brúte [...] und
leite si in din brútbette ebd.
7: 30,7.
5:11,24;
Tauler
207,5.
– in Vergleichen:
sam der brutegovm fuͦr genter uz dem brûtbette
sinem [
procedens de thalamo suo
]
PsM
18,6.
H 31,3;
der suße Jhesus [...], / ein got
gantz in der drivalt: / in dem glichen rame / als ein juͤnger
bruͤtgame / der von dem bruͤtbette get, / und dem sin juͤgent
wol an stet: / sin antlitze, als ez lache / und nuͤwe freude mache
HvNstGZ
7470.
– übertr.:
dv [Maria] bist daz brutbette / mit alles herzen
lutercheit / daz gode alleine waz bereit PassI/II
145,69;
Vät
27583
MWB 1 1069,19; Bearbeiter: Tao
brûtdëgen
stM.
‘Ehemann’
der vil alte brûtdegen [Joseph] /
der was gewesen under wegen / drî mânôt unt ein halbez jâr Wernh
3139;
der elliv herze wol mach / uon sorgen belosen, / derne wolte
den froͮdelosen / vnd den reinen brutdegen / niht lazzen underwegen ebd.
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MWB 1 1069,41; Bearbeiter: Tao |