beleiden
swV.
‘jmdm. Leid zufügen, jmdn. kränken’
wir han gedolt vil grozen pin / von Terramer vil manigen tac. / daz leit uns
vil ringe wac / wan als wir nu sin beleidet Rennew
6353
MWB 1 558,50; Bearbeiter: Schnell
beleimen
swV.
‘etw. beschmutzen’ (zu leim):
[der arge
] des mut hie schande gall beleimet MügelnII
Gr 2,18
MWB 1 558,54; Bearbeiter: Schnell
beleinen
swV.
‘etw. schmücken’
vnd wurden so [...] / die helme beleynet / mit
rîjlîchen zymieren Krone
22120
MWB 1 558,57; Bearbeiter: Schnell
beleitære
stM.
‘Begleiter’
herr, din goͤtlicher fronlicham, den ich hút in der mess enpfie
[...], der muͦss min behuͤter und min beleiter sin hin
zuͦ dinem goͤtlichen antlút Seuse
89,19.
–
‘Leittier’
die vogel fliegent scharot sam die kränch und der êrst an der
schar füert die andern und ist ir belaiter BdN
185,10
MWB 1 558,60; Bearbeiter: Schnell
beleitærinne
stF.
‘Begleiterin’
und bat si, daz si [...] ir beleiterin und schirmerin
were Seuse
37,19
MWB 1 559,3; Bearbeiter: Schnell
beleiten
swV.
1
‘jmdn. leiten, anführen, lenken’
2
‘jmdn. (schützend) begleiten’
3
‘amtliche Beschau halten, Grenze begehen’ (in Rechtstexten)
1
‘jmdn. leiten, anführen, lenken’
di uon Brittanne, / zwaincec tusent manne, / Neuelun si
belaite: / si sint helde wol geraite Rol
7833.
8241;
nû beleite mîne sinne / [...] / phlege dû mîner zunge
/ mit dîner wîsunge Aneg
9;
got hêrre [...] / bewar Îsôte an
disem wege; / beleite sunder alle ir trite Tr
14647;
PrOberalt
33,17;
Spec
97,29;
PsM
C 4,17;
Ottok
15719
2
‘jmdn. (schützend) begleiten’
so si von disem libe schaident, so belaitent si die hiligen
engel zuͦ dem himelrich PrOberalt
49,8.
168,24;
nu denchet dar an, daz got [...]
iuch baidiu hie bescherme vor allem vbel vnd belait iuch Konr
23,121;
die liehten engel huͤtent sin, die heiligen beleitent in Seuse
284,27;
Rol
1536.
–
‘jmdm. Geleit(-schutz) geben’
ûz huoben sich die hêrren. / si belaite der chaiser rîche /
durch diu lant ze Chriechen Kchr
10427;
si rûmten vrœlîchen des künec Guntheres lant. / do beleiten
si ir mâge vil verre ûf den wegen NibB
702,1.
1287,3;
swele bvrger von der stat wil varn, den sulen wir belaiten von der stat aine
mile UrkFürstenb
2,22
(a. 1305);
Gen
1576;
UrkCorp (WMU)
879HSa,22,4;
GTroj
21497;
HvNstAp
1262
3
‘amtliche Beschau halten, Grenze begehen’ (in Rechtstexten):
die ingesessin merker [...] wollten ir mark beleiden
KlKsr
4,20;
vnd sullen dan die usgeseszen merker mit den ingeseszin ir mark beleiden, alz
verre als sie ir macht getragen mag ebd.
4,20;
[Schöffen, Rat und Bürger verkaufen] Conrade van Herin
[...] alsulgin ubirgrif unde ubirbu, als wir beleidit
unde bewisit han an irme stucke landis UrkWetzl
1,418
(a. 1324)
MWB 1 559,5; Bearbeiter: Schnell
beleitunge
stF.
‘amtliche Beschau’ (zu beleiten 3):
die ingesessin merker [...] wollten ir mark beleiden,
vnd gewunnen dan widersatzunge von etzlichen luten, daz sie von gewelde wegen musten
die beleidunge nider legen KlKsr
4,20;
UrkWetzl
1,418
(a. 1324)
MWB 1 559,37; Bearbeiter: Schnell
belemen
swV.
‘jmdn./etw. verletzen (so dass eine Lähmung eintritt)’
swelich man den anderen belaͤmeth, und wert he ist verwunnen met den
screimannen na rechte, he hevet sine hant verlorn UrkCorp (WMU)
2,22;
belemet ein vihe daz ander vor dem herter, unde schuldiget
man den hirten dar umbe SpdtL
210,12
MWB 1 559,43; Bearbeiter: Schnell
belengenlich
Adj.
→
belangenlich
MWB 1 559,50;
belesten
swV.
‘jmdn. (mit etw.) belasten, jmdn. beeinträchtigen’ (vgl.
belasten):
herre, ich bite iuch des durch got / daz ir mich in dem harnash lat. / min lip
ez so gewonet hat / daz ez mich nit belestet Rennew
11459.
11452;
nu horet wie der wirde / si mich tut nuͦ belesten Minneb
1997;
nu merkent vnd uch sehent fur, / daz uwern corpern iht gebur, / daz sie
belestet vnd beleit / sin von frazheit vnd drunkenheit EvStPaul
9996.
– übertr.:
die daz wort horent vnd belesten / sich lant [sich damit beladen
lassen, die Worte behalten]
EvStPaul
7187
MWB 1 559,51; Bearbeiter: Schnell
belgelîn
stN.
Dimin. zu balc. ‘Hülle’
–
‘Knospenhülle’
als von dem süezen touwe / diu rôse ûz ir bälgelîn / blecket niwen werden
schîn Parz
188,11;
touwic rôse gen der sunnen, diu sich ûz ir belgelîn / hât zerspreitet
KLD:UvW
2:3,1;
mitten in der rosen fin / wart ein schones belgelin
HvNstGZ
1786.
1788.
–
‘Herzbeutel’
daz herce citeret etwenne von der vuchte di sich gesamenet
hat in den belgiln di umme daz herce gen SalArz
45,36;
daz herz ist gesetzt in ain pälglein, daz ist wol als dicke
sam aines menschen haut BdN
27,27.
–
‘Fruchtblase’
in ainem gänglein, daz hât diu nâtûr gemacht zwischen dem
pälglein, dâ mit si daz kint umbhüllet in der muoter leib BdN
34,7.
–
‘Nachgeburt’
treibt er daz tôt kint auz der muoter und zeuht daz pälgel
her für, dâ daz kindel inn ligt in der muoter, daz ze latein secundina haizt
BdN
360,30;
sô zeuht si ir die gepurt her für mit dem pälglein ebd.
388,21.
417,26.
–
‘Ohrtrommel’
daz ain fremder rauch beslozzen wirt in dem pälglein, der vert
hin und her und stôzt an die wend [des Ohres]
BdN
11,15.
11,23.
–
‘kleiner Sack, Kropf’
wenn den vogel [Kropfgans] hungert,
sô zeuht er daz ezzen wider auz dem sack und izt ez anderwaid, und dar umb muoz er
haben etleicheu pälgelein pei dem snabel, dâ er daz ezzen des êrsten ein schieb
BdN
209,27
MWB 1 559,63; Bearbeiter: Schnell
bëlgen
stV. (IIIb)
‘sich empören; zürnen’ (vgl. bolgen swV.):
dû sich Lûcifer dû ce ubile gevieng, / vnt Adam diu godis wort ubirgieng, /
duͦ balch sigis [l. sich es
] got desti mêr Anno
3,3;
vile mahte si sih es
gemuon [bemühen] , er newolte sîn nieht tuon; / vil
mahte si sih es belgen, er newolte ir volgen Gen
1892;
nescolte er ouch sich des belgen ob si ime newolte volgen?
ebd.
961.
– möglicherweise swV.:
daz ist al ein spot, des belget sich got Gen
515
MWB 1 560,26; Bearbeiter: Diehl
bëlhunt
stM.
eher ‘schöner Hund’ (von afrz. bel) als ‘bellender Hund’
(vgl. Anm.z.St.):
dat ingesegil si besach / [...] / dar ane eyne
guͦlden strale stuͦnt, / eyn belhuͦnt up lasuͦre / na der Minnen euentuͦre
MinneR 484
167
MWB 1 560,36; Bearbeiter: Diehl
belîbec
Adj.
‘verharrend’
[er ist ] von adel sines blutes / in rechter stete blibig
Mügeln
329,15
MWB 1 560,41; Bearbeiter: Diehl
belîbelich
Adj., Adv.
‘bleibend, dauerhaft’
ein anvahender mensch, e daz der in got beliplich gevestnet werde, der mag als
reht lihte veriert [in die Irre geführt] werden
Seuse
366,7;
na beliplicher ald unbeliplicher wise ebd.
193,27
u.ö.
MWB 1 560,43; Bearbeiter: Diehl
belîben
stV. (Ia)
1 intr. ‘bleiben, verharren’
1.1 ohne Ergänzung 1.2 Part.-Adj. ‘bleibend, dauernd’
1.3 als Überleitung im Erzählvorgang ‘ein Thema ruhen lassen, beenden’
(z.T. mit Ergänzung, vgl. auch 1.7.2 ) 1.4 mit Ergänzung zur Angabe eines Ortes oder bestimmten Zustands 1.5
‘sterben, auf dem Kampfplatz bleiben’ (oft tot ~
) 1.6
‘jmdm. (übrig-)bleiben, jmdm. gehören’ (überw. mit Dat.d.P.) 1.7 in der Wendung
~ lâʒen
1.7.1
‘jmdn./etw. zurücklassen’
1.7.2
‘etw. unterlassen, beenden’
2 tr. 2.1
‘jmdm. etw. belassen’
2.2
‘etw. unterlassen’
1
intr. ‘bleiben, verharren’
1.1
ohne Ergänzung:
weder ich belîbe oder var Tr
1531;
Eracl
2717;
wer zebreste ode ganz beste, / wer belibe ode im abege
StrKD
151,28;
daz êwic wesen, daz er ist gewesen und daz er nû ist und daz er iemer
blîben sol Eckh
2:501,5;
lât diz laster under uns drîn / verswigen unde beliben
[unerwähnt] sîn Tr
12144;
si beliben [zögerten] auch lenger nicht, / si
liezzen tauffen sich in got Märt
2692;
si sprach: trutz, diu rede von iu belîbe
MF:Reinm
64: 1,4;
nu ist manic jar bliben [vergangen]
HvNstGZ
50;
[sie] sahen wol das der thorney aller
beleib [stockte] , darumb das der ritter gewunt was
Lanc
199,21.
–
wie himel und die erde han ir bliben / von im
Mügeln
299,9;
belîbens mac hie niht gesîn Tr
1551;
KvWSchwanr
1536;
Wh
103,7
1.2
Part.-Adj. ‘bleibend, dauernd’
alle geste und alle froͤmede luͥte, sie sint varende, blibende oder
wesende UrkBasel
4:15,17
(a. 1315);
blibende und werende Tauler
86,2;
daz in diu dinc, [...], niht
enhindernt noch kein blîbende bilde in in setzent Eckh
5: 209,8;
KvMSph
30,2
1.3
als Überleitung im Erzählvorgang ‘ein Thema ruhen lassen, beenden’
(z.T. mit Ergänzung, vgl. auch 1.7.2):
hie ensaget nv niht me / daz welsche buch von Iosane /
noch von sinem wibe. / rede alhie auch blibe, / als sie da ist bliben
Herb
1180;
die rede dar blibe HeslApk
2541
u.ö.;
RvEWchr
3088;
dâ schol diu red beleiben BdN
386,33
1.4
mit Ergänzung zur Angabe eines Ortes oder bestimmten Zustands:
sô wist er wol sîne vart, / war er lief und wa er beleip
UvZLanz
1551.
–
manig sprechent, daz die hund niht mügen beleiben ân
die menschen BdN
126,3;
ouch sal ie die stad bie irer vriheit blibin UrkFriedb
127
(a. 1334);
du enmacht in disem leben nicht mer beliben, du must
von hinne schaiden PrOberalt
143,14;
StatDtOrd
36,5;
Spec
27,11;
da enbleip niht stein vf steine Herb
1626.
–
daz ich durch dich belîbe vrô SM:Tu
6: 7,2;
wilt ir werden ind bliven selich
MarlbRh
35,18;
swaz diu welt mir ze leide tuot, / daz belîbet von mir
ungeklaget MF:Reinm
3: 3,7.
–
wann ich muß ein wil noch alhie bliben siczen
Lanc
54,9;
er bleib still stan und schampt sich ebd.
469,30
1.5
‘sterben, auf dem Kampfplatz bleiben’ (oft tot ~
):
waz ime dâ helede tôt peleib VAlex
702;
da stunt vffe gescrieben, / daz er in strite was tot
bliben Herb
6100;
da beliben alle syn gesellen dot und gefangen, biß an dry
Lanc
3,3
u.ö.
–
an der martir si beliben, / ze himele sint si gestigin
Rol
231;
da bleip man vnde phert / vffe deme ringe
Herb
7816
u.ö.;
wære im niht wan Vîvîanz / ûf dem velde Alischanz /
beliben Wh
53,13;
diz wâren die besten vriunde mîn. / die dâ beliben in
dem strîte ebd.
259,5.
436,30
1.6
‘jmdm. (übrig-)bleiben, jmdm. gehören’ (überw. mit Dat.d.P.):
waz wolt ir nv mere? / vch blibet daz zv lone, /
[...] / vch blibet daz riche Herb
7319;
wær mîn schulde grœzer iht, / so belibe mir der lîp niht
Iw
176;
ouwê wie wênic uns denne belibe! Wh
147,7;
Wig
3630;
UrkCorp (WMU)
597,10.
– selten mit Gen.:
vnd sol daz vor genant gvͦt des gotshavs
[...] beleiben UrkCorp (WMU)
1646,17.
–
‘erhalten bleiben’
er hatt pucher geschriben / von hoher kunst: ist uns
peliben HvNstAp
13498
1.7
in der Wendung
~ lâʒen
1.7.1
‘jmdn./etw. zurücklassen’
Gotelint diu schœne die herberge lie / hinder ir
belîben NibB
1305,2;
er enliez dâ niht belîben / swaz im ze nutze tohte
Wh
91,16;
er lie belîben sîn gewant. / hærîn kleit leit er
zehant / an sich RvEBarl
695;
sîn guot er dort belîben lie. / von sînes vater lande
er gie ebd.
5793.
–
sint nu fúnfzig rehter da, / wiltu die stete blibin lan
[verschonen] ? RvEWchr
4742
1.7.2
‘etw. unterlassen, beenden’
der künic sprach: lât belîben den mortlîchen zorn
NibB
872,1;
dîn tumpheit lâ noch belîben Eracl
3839;
lât alle rede belîben / und heizet brieve schrîben
ebd.
1743;
NibB
663,1;
Tr
12503;
daz mære man dô belîben lie Wig
2726.
– als Überleitung im Erzählvorgang ‘ein Thema ruhen lassen’
wir sulen dise rede lan bliben eine wile
Lucid
17,5;
hie mite lân wir belîben / sîn nâtûre kalte, /
wan mir nieman zalte / iht mêre von des steines kraft
UvZLanz
8540;
nu laßen wir die rede beliben und sprechen furbas
von dem konig Claudas Lanc
26,5
u.ö.
2
tr.
2.1
‘jmdm. etw. belassen’
dieselben gnad wellen wir auch stet beleiben allen abten, pröbsten,
prelaten und den spitalen BairFreibr
5
(a. 1311)
2.2
‘etw. unterlassen’
der wart des lîbs sô kranc, / daz er ân sînen danc / die reise beleip
Ottok
60123.
15123;
die beliben die andern vart ebd.
30899;
owê des und immer wê / daz ich die vart belîben sol: / daz tuot mir anders
denne wol UvLFrd
50,29
(vgl. Anm.z.St.).
– Lit.: D. Rosenthal, Studien zur Syntax und Semantik des Verbs
bleiben, Göteborg 1984
MWB 1 560,48; Bearbeiter: Diehl
belîbenlich
Adj.
‘bleibend’
in blîbenlîcher wesenlicheit Eckh (Pf)
417,11
MWB 1 562,16; Bearbeiter: Diehl
belîbunge
stF.
‘Verhaftetsein’
nu sagent etliche von den schoͤnsten dingen, wie es in alles so wol zehanden
ist gegangen, und was in alles licht und lústlich, [...]
noch denne bevinde ich si in einer verblibunge [La. blibunge
] da Tauler
203,29
MWB 1 562,18; Bearbeiter: Diehl
belicken
swV.
‘verlocken’
und hette ich ir minnen gelicket [La. vnde hete mich ir
minne belicket
] , / ich hete mich lihte getaufet, / da mit ir minne gekaufet
Rennew
11804
MWB 1 562,23; Bearbeiter: Diehl
belieben
swV.
‘jmdn. mit Liebe beschenken’
nâch liebes stætem liebe / wart si von liebes diebe / betrogn, ein teil
beliebet RvEAlex
863.
– subst. ‘Belieben’ (?):
is stet an mir nit an min blieben Pilgerf
6981
MWB 1 562,27; Bearbeiter: Diehl
beliegen
stV.
‘jmdn./etw. verleumden’
ouch en ist nieman sô ummâre sô der nîtspottâre, / der ime daz
ze frumikheite zûhet daz er sînen tiureren beliuget Gen
770;
hêrre, nû scônet iwer worte! / gehaltet iwer êre! / ich
vurhte vil sêre, / ich sî wider iuh belogen Kchr
15452;
er verweiz ie genôte / dem getwerge Melôte, / daz ez in hæte
betrogen / und ime sîn reine wîp belogen Tr
14928;
des wirt er so vernidet, / belogen und gehazzet /
[...] / von den tugentlosen StrKD
56,93.
–
ja nü wart die rede nye belogen [als unglaubwürdig
erwiesen] , / die man lang hat gesprochen, / vnd wart auch nye
zerbrochen Krone
17199
MWB 1 562,32; Bearbeiter: Diehl
beliewen
swV.
‘mit Lauben umgeben’
daz hûs daz was sinwel, / beliewet umb und umbe wol
Wig
228
MWB 1 562,45; Bearbeiter: Diehl
beligen
stV.
1 intr. ‘zum Liegen kommen, liegen bleiben, verharren’
2 tr. 2.1
‘etw. belegen, bedecken’
2.2
‘jmdn./etw. belagern’
2.3
‘mit jmdm. schlafen’
1
intr. ‘zum Liegen kommen, liegen bleiben, verharren’
sin houbit scol huite dar umbe beligin [zu Boden
fallen]
Rol
3706.
4649;
got muoz binamen mit mir gesigen / oder mit mir sigelôs
beligen Tr
6782;
den sluoc er, daz er dâ belac / unversunnen und betoubet HvFreibTr
5212;
sweder iwer dâ beligt [unterliegt] , / nâch dem mîn
frouwe jâmers pfligt Parz
697,3;
alhy so billicht der vreuden schyn MinneR 497
10;
zuletst belac [schwand] darûf ir mût NvJer
11364.
–
‘sterben, auf dem Kampfplatz bleiben’ (oft tôt ~
):
waz dâ werlte tôt belach VAlex
892;
in dem walfloze / belagen si tot alle samt
Rol
4353;
nv walde es got, ob ich gesige / oder tot hie belige
Herb
11686.
–
der kaiser nachte genote / sinin uil lieben toten, / di
im belegen waren Rol
8643.
3887;
also ist Hector belegen Herb
10939
2
tr.
2.1
‘etw. belegen, bedecken’
dâ was mit den tôten / der wech aller belegen En
7175;
künec Lôt mit den sînen / der hete des veldes vil belegen
UvZLanz
2821;
als her daz wal dan hat belegen, / als man zu rechte sal pflegen
HeslApk
19025;
nochdann hatt myn frau all wege thun belegen mit rittern
und mit knechten Lanc
319,2
2.2
‘jmdn./etw. belagern’
jst oͮch, das men vf etzliche stat der vorgenanten varende wirt oder si
beliget UrkCorp (WMU)
1788AB,28;
ein schœne burc bî dem mer: / di belac daz kreftige her
UvZLanz
120;
daz er die werc dâ het uf brâht / und sie belêge mit der maht
Kreuzf
6354;
ClosChr
141,4;
Lanc
98,11
2.3
‘mit jmdm. schlafen’
an varendeme wîbe [...] mach die man nôt dûn unde
sîn lîph verwirken, ob her se ân iren dank belegit SSp
135,22;
bôsheit dranc / in zu sulchir virne, / daz er eine dirne
[...] unkûschlich mit gewalt belac NvJer
26009;
nu wizzet, liebiu muoter mîn, ich belige den knaben werden Neidh
SL 2:6,4;
(vgl. jedoch Wießner, Komm., S. 6)
MWB 1 562,48; Bearbeiter: Diehl
belîmen
swV.
‘etw. (mit etw.) bekleben’
ich sprach niuwelîche, wes schult daz wære, daz der mensche des niht ensmecket
und sprach, ez wære des schult, daz sîn zunge belîmet wære mit anderm unvlâte
Eckh
1:387,6
MWB 1 563,21; Bearbeiter: Diehl
belîp
stMN.
‘Bleibe, Ruhe’
binden / wolt er den geist in sînen lîp, / sô daz er stæteclîch belîp / bî im
haben müeze Reinfr
21472;
minn hertze bi mir hat kain belip / vnde strebet allewent hin zuͦ ir
JvKonstanz
A,2434/20;
JMeissn
A 1:25,17
MWB 1 563,26; Bearbeiter: Diehl |