benëmen
stV.
1
‘etw. (weg-)nehmen’
2
‘jmdm. etw. nehmen’
2.1 mit Dat.d.P. 2.2 mit Präp.-Gefüge 3
‘jmdn. einer Sache berauben’ (überw. refl. mit Gen.d.S.)
1
‘etw. (weg-)nehmen’
minze [...] benimt ouch di
vͤrdruͤzzecheit Macer
25,29;
der nît benimet den lîb Spec
149,30;
der herte strît der werte unz iz diu naht benam
NibB
2085,1;
ôhî waz der benæme / seneder sorge und herzenôt!
Tr
12356;
frid benimet [beendet] krieg PrGeorg
212,11;
der wein [...] benimt trauren und
pringt vräud BdN
352,18;
Mechth
3:Reg. 36
2
‘jmdm. etw. nehmen’
2.1
mit Dat.d.P.:
der hvnger im die vrevde benam ReinFu
K,444;
er ime beneme daz leben Gen
2847;
die heten iu den sige gegeben / unde mir benomen daz
leben Iw
7408;
benem wir die zal [ziehen ab
von] neunzig graden, so beleibent zwen und virzig grad
KvMSph
32,5;
MF:Mor
22:3,3.
– mit Nebensatz:
der tôt hât mir benomen, / daz ich niemer überwinde mê
MF:Reinm
16: 1,5 .
– phras. (rechtl., mit erspartem Obj.): ëʒ benëme jmdm.
êhafte/echte nôt
‘jmd. ist aus rechtl. anerkannten Gründen verhindert’
were aber [...], daz ime ehaftige not beneme
UrkCorp (WMU)
2070,12;
her muͦz aber dem buͦrchgraven wetten zên phvnt, izne beneme ime echt
nôt ebd.
51,44
2.2
mit Präp.-Gefüge:
unde der lûft benam den heilant uon ir oͮgin
Spec
68,26;
wenn man ir saf trinkt mit ezzeich, daz benimt des
pluots lauf von inwendig auz dem leib BdN
408,31
3
‘jmdn. einer Sache berauben’ (überw. refl. mit Gen.d.S.):
do di meit [...] / ires kindes benomen wart
Brun
5294;
daz er sîn gût und sîn leben / mac in der vînde hende geben, / ouch in des mac
benemen wol Kreuzf
1129;
er sich seins prunnen hât benomen BdN
108,19.
–
‘sich (einer Klage, Forderung) entziehen’
sol er sich vor dem geriht offenlichen benemen mit zwain zvͦ im
UrkWittelsb
2,50
(a. 1294);
UrkCorp (WMU)
847,2.
1100AB,17;
daz gwaldiclîche / sînes vater rîche / an ime quême, /
des zinsis er sih benême SAlex
2518;
dem hâte er sich durch daz benomen, / daz er zer heimuot
möhte komen RvEBarl
14919
MWB 1 574,4; Bearbeiter: Diehl
benemmen
swV.
→
benennen
MWB 1 574,43;
benëmunge
stF.
‘Wegnahme’
wie er [der Mensch] von gotte gesuͦchet wurt mit
benemunge aller lustlicher fúrwúrffe Tauler
142,1 App.;
stummelunge der glide oder des lebens benemunge DRW
1,1541
(Kuttenberg; 14. Jh.)
MWB 1 574,44; Bearbeiter: Diehl
benen
swV.
→
banen
MWB 1 574,49;
benennen, benemmen
swV.
1
‘jmdn./etw. nennen, benennen, bestimmen’
2
‘jmdm. etw. festsetzen, übertragen’
3 Part.-Adj.
1
‘jmdn./etw. nennen, benennen, bestimmen’
von Abraham und sinem kind, / das Ysaac benemmet was KvHelmsd
1787;
lât iu benennen sîne kraft Wh
34,27;
nu was diu hôhgezît geleit, / benennet unde besprochen
Tr
537;
des muͦsten [...] / in Asia vil gar dú lant /
dienstis sin aldar benant RvEWchr
3667.
3751;
si sint dri benempt und ain gewaͦr Got PrGeorg
234,18;
UrkCorp (WMU)
N408,24.
904,45;
SSpAug
142,19.
–
die tôtlîchen arbeit / vluhen die vür koche wâren benant
Wh
289,9;
die heiden hin zer vlust / sint alle niht benennet ebd.
307,15.
307,11.
307,28;
diu her ze helfe im wâren benant ebd.
342,6;
sol ir got Tervigant / si ze helle hân benant ebd.
20,12;
manec starker sarjant / ûf die reise wart benant Parz
721,14
2
‘jmdm. etw. festsetzen, übertragen’
koment her, erwelten mîn! / daz rîche iu sol bereitet sîn, /
daz iu an anegenges vrist / geordent und benennet ist RvEBarl
3658;
darnach so sol der maister ime ain zeit benenne, darinne er
versvch, ob im daz leben des spitals fvge SpitEich
5,24;
daz er vns hat benemet zweilf mark silbers UrkCorp (WMU)
1721,14.
–
als ez der süezen Minne / wol zeiner clûse wart benant
Tr
17223;
im ze spîse was benant / unvertiger liute lebn RvEAlex
2194;
und wart diu stat darzuo [als Kampfplatz]
benant Ottok
3925
3
Part.-Adj.:
daz sie mit küneclîcher schar / in vuorten hêrlîche / in sîn
benantez [(ihm) zugewiesenes] rîche
RvEBarl
13458;
ze Kaldea in der gegende weit / waren bey der selben zeit / benanter kunige
drey / edel vnde frey / ovf einem tagedinge Wernh
A 3907;
bi einimi binantin tagi Mühlh
118,26;
allez daz guͤt [...] benant [mit einer
Anwartschaft versehen] oder vnbenant,
[...] aygen oder lehen UrkCorp (WMU)
609,18.
– formelhaft in Rechtstexten (als) vor benant, benennet
‘bereits erwähnt’
swaz voͤr belutet ist vnd benemmet UrkCorp (WMU)
877,20
u.ö.
MWB 1 574,50; Bearbeiter: Diehl
benennunge
stF.
‘Benennung, namentliche Aufführung’
vnd div benennvnge ist geschehen da ze Pazzavwe UrkCorp (WMU)
N446,29
MWB 1 575,25; Bearbeiter: Diehl
benentnisse
stN.
‘Benennung’ (hier: von Beweispunkten in einem Zeugenbeweis):
horet denn ienre an dem benentnisse, daz he gewinnen muge daran mit sime
gezuge, he sprichet wol also StRFreiberg
116,27.
186,28
MWB 1 575,28; Bearbeiter: Diehl
benetzen
swV.
‘jmdn./etw. benässen’
möhte ez ouch allez daz ze wazzer machen und benetzen allez, daz bî im wære
Eckh
3:460,8.
–
die hund habent ain pœs gewonhait, daz si die aller schœnsten
stet verunrainent und benetzent BdN
126,15.
126,17;
kumt ez von der blasen, so benetzit her sich
OvBaierl
86,13
MWB 1 575,33; Bearbeiter: Diehl
bengel
stM.
‘Knüppel, Keule’
sîn kneht der sluoc ûf sîniu lide / mit einem starken bengel KvWEngelh
2767;
mit swerten und mit bengeln / huob sich ein solich tengeln / und slahen ûf in
KvWPart
14327;
hundert ritter, hundert chnecht / wol nach ritterleichem recht; / mit dem
pengel, mit dem swert / wiert yeder man von in gewert Suchenw
30,153;
Renner
7028;
iedoch het er ir diu gelide / harte wol gestreichet, / mit bengeln so
erweichet Kerbelkraut
82.
–
‘Dreschflegel’ (?):
da liefen vnsir vrowen zvͦ vnd sluͦgen vnsir knechte mit bengeln vnd mit
schufelen UrkCorp (WMU)
902,22
MWB 1 575,40; Bearbeiter: Diehl
bengeln
swV.
‘umherlaufen, -irren’ (Iterativum zu
2bangen):
die mit mir in ellend hie / noch wallen und bengeln SHort
4417
MWB 1 575,53; Bearbeiter: Diehl
benîchen
V.
‘sich neigen, fallen’
ich gloube wole, daz si in [den
Teufel] ave vallen sæhen, / die in e wilen sahen unsamfte benichen
/ also die donerstrale, die me sihit gahes verblichen Himmelr
3,27
MWB 1 575,56; Bearbeiter: Diehl
beniden
Adv., Präp.
1 Adv. ‘unten’
2 Präp. ‘unterhalb’
1
Adv. ‘unten’
binidin unde pobin Mühlh
155,23;
dâ dî nû stât / benidene ûf ander sît / der Wîzlin NvJer
7691;
das do bowin ist vnde benydin [im
Weinfass] , das trynkit man, abir das mittilste das behelt man
Pelzb
137,18.
121,32
2
Präp. ‘unterhalb’
der hat mir alles das benomen, das beniden der gotheit wonet
Mechth
4: 12,22.
6:31,30;
das man das rys snyt von syme stamme benedin deme knoufe
Pelzb
120,17.
120,19;
boben der mole und ouch benede der mole UrkErf
2,208
(a. 1345)
MWB 1 575,60; Bearbeiter: Diehl
benîden
stV.
(sw. Part. WvRh )
‘jmdn. (um etw.) beneiden’
künec unde hof die wâren dô / ze sînem willen gereit, / biz
sich diu veige unmüezekeit, / der verwâzene nît, / [...] /
under in begunde üeben, / [...] / daz sin [d.i.
sie in
] der êren beniten / unde der werdekeite, / die der hof an in leite
Tr
8324;
wer sich dez wil machen frey / und sich von dem neid entslahen, / der ge nur
in einer plahen / under ein stieg und leg sich nider, / so beneit in niemen sider
Teichn
438,24.
–
nieman sîn werc noch sîn wort, / noch sîn gelücke noch sîn hort / von der
reinen mägde zart / benîdet noch verkêret wart WvRh
1492
MWB 1 576,7; Bearbeiter: Diehl
benider
Präp. mit Dat.
‘unterhalb’
alse Moyses sprichit daz wazzere pobin [oberhalb]
uns und benidere uns sin Parad
26,30;
sines gotes gesteltennisse, / nich vollen gotliche, / wen ein
teil mensliche. / benider der gotheit, / vber der menscheit, / da enzwischen was ez
ein [etwas]
Herb
18214
MWB 1 576,20; Bearbeiter: Diehl
benihte
Adv.
→
beniute
MWB 1 576,27;
benît
stN.
‘Kandiszucker, Penidzucker’ (aus afrz. penote, penide bzw. aus
mlat. saccharum penidium):
zucker süeze, honec, bênît / diun wurden nie sô süeze als ein wort, des man nû
phlît RvZw
113,1;
eines graben [l. graven
] lop gezukkert ist, / gehoneget suezer wan benit Damen
6,2
MWB 1 576,28; Bearbeiter: Schnell
beniute
Adv.
‘auf keine Weise, überhaupt nicht’
der guͦt Got / bi núti wil dez súnders tot SHort
8738.
975;
daz erst ist hert daz man in beniuti biegen kan won er [der
Stein] brichet e PrWack
35,11;
des sön wir lân beniute / ald aber drumbe sterben Reinfr
21218.
22490
MWB 1 576,34; Bearbeiter: Schnell
benken
swV.
‘Bänke aufstellen, einen Platz bereiten’
dar benketer vlizeliche / mit aldime stole Roth
1604;
ir liezet mich hir dursten, / daz ir mir nicht enschenctet, / als ir zuen
sunden benctet / und zu iz vleisches unmazen, / da wart ich uze gelazen
HeslApk
20326;
hie wart gebenket schone / tuch vnde brot uf geleit PassI/II
36,17;
Kudr
38,3.
– übertr.:
sie [Walther, Reinmar] han mit sange in eren hove
dem vrouwen lobe gebenket Frl
5:119G,19
MWB 1 576,40; Bearbeiter: Schnell
bennec
Adj.
1
‘mit einem Bann belegt, in einem Kirchenbann befindlich’
2
‘in einen Bannbezirk gehörend’
1
‘mit einem Bann belegt, in einem Kirchenbann befindlich’
und svlen sich halten as paͤnnig, biz si avz dem panne sin
gelazen SpitEich
17,7.
17,19;
swer ovch den, der von bruchen des lantfridis meineidic, bennic vnd ehtic
wirt, behaltet, behuset oder behovet UrkCorp (WMU)
879W,19;
der herre muste ouch uzgan, / als ein benniger man / den nicht zur kirchen let
sin ban Pass III
410,63;
Teichn
576,146.
–
‘ausgestoßen, verflucht’
abir du benniger, unmynnesamir vorste Israhel, des tag komen ist entscheidin
in der zit der bosheit Cranc
Ez 21,25
2
‘in einen Bannbezirk gehörend’
daz nieman [...] denkein bendigen visch vachen sol
noch uz irme runse keren sol ane mins herren des abbetes willen UrkCorp (WMU)
244AB,13;
vischet ein man in fremden wazern diu baennik
sint [die durch einen Bann der allgemeinen Benutzung entzogen
sind] , [...], dem sol man abe die hant
slahen StRAugsb
163,15
MWB 1 576,50; Bearbeiter: Schnell
bennen
swV.
→
bannen
stV.
MWB 1 577,5;
bennige
F.
→
winege
MWB 1 577,6;
benœtecheit
stF.
‘Bedrängnis, Not’
wiltu milde pflegen, / dine macht die saltu wegen; / die zit merk und
benotekeit / und aller lute wirdekeit Secret
375
MWB 1 577,7; Bearbeiter: Schnell
benôtegen
swV.
‘jmdn. zwingen, nötigen’
Martines vater ez do schuf, / daz sin sun begriffen wart / und benotiget vil
hart / zu ritterlicher saze Pass III
593,2;
versprechen wir [....], daz wir [...] sie
[die Stadt Friedberg] benodigen oder bedrangen in
keinerhande weys wider recht UrkFriedb
179
(a. 1349)
MWB 1 577,11; Bearbeiter: Schnell
benôten
swV.
‘in Not sein’ (zu benôtet sîn vgl. benœten):
der kvnic [...] benote von minnen /
durch eine kvneginnen Herb
5256
MWB 1 577,18; Bearbeiter: Schnell
benœten
swV.
‘jmdn. zwingen, bedrängen, in Not bringen’, oft mit Gen.:
er hette sie benotet, / gewunt vnd ertotet
Herb
12931;
EvStPaul
1162;
mich möhte halt alliu disiu werlt einer houbetsünde niht benœten
PrBerth
1:426,7;
swaer den andern anlaufet mit gewafenter hant
[...] unde benoetet in sins libes
StRAugsb
113,1;
Tr
12893;
UrkCorp (WMU)
2383,40;
OberBairLdr
176.
–
benôtet sîn
‘in einer Notlage sein’
Hector was benotet: / sie slugen im sin ros darnider
Herb
5349;
die ûzgesanden benôtet sîn, / herre, sendet helfe in! Kreuzf
3983;
weme hastu gegeben rat? / lichte deme der nicht inhat / wisheit und benotet
ist? Hiob
10077.
– mit präp./adv. Erg. umbe, dâr umbe (nur in
Rechtstexten):
swenne vnde swa si benoͤtet werdent vmbe den vorgenanten hof
UrkCorp (WMU)
1055,40;
da si in vmb benoͤtte heten ebd.
3459,21;
benoetet in der vogt darumbe StRAugsb
57,6;
MGHConst
6,2:65,41
(a. 1331);
StRMeran
420
MWB 1 577,21; Bearbeiter: Schnell |