bach
stFM.
‘kleiner Fluß, Bach, Rinnsal’
1 von fließendem Wasser 2 von anderen Flüssigkeiten (v.a. Blut, Tränen) 3 übertr. (meist mit Gen. zur näheren Bestimmung) 4 phras.
1
von fließendem Wasser:
ein riviere ich da gesach: / durch den fores gienc ein bach / ze tal übr ein planiure Tannh
3,30;
von dem grôzen phlûme kam / kleiner bech sô vil Ottok
53015;
alsô entspringent die päch und die prunnen BdN
103,4;
swaz man aus den rindern wirfet, daz sol man tragen in den pach und sol sein niht lazzen in der stat StRMünch
202,9.
– Bestandteil des locus amoenus:
vf wisen vnde vf owen / fluzzet da manic bach. / da ist zv minnen gut gemach: / luter brunne, grune walt, / forest harte wol gestalt, / boume breit vnde lanc, / blumen schin, fogel sanc / vnde wurze maniger leige Herb
14340
2
von anderen Flüssigkeiten (v.a. Blut, Tränen):
das dot slagen was so groß / das ain pach von in floß / von plut, von roß und mannen, / wol ain meil von dannen HvNstAp
7634;
daz Sigestap der küene den bluotegen bach / hiu ûz herten ringen, daz was dem helde zorn NibB
2284,2;
das aus deinen fuessen / bluetes ran ein michel bach HvBurg
3613;
das redet sy mit jamer groß. / ain pach ir auß den augen floß HvNstAp
2338;
daz im sin antlitze ervloz / zu tal von der ougen bach MarLegPass
21,401;
ein brvnne ze Rome erspranch; da ran ein bach oles vz Spec
21,15
3
übertr. (meist mit Gen. zur näheren Bestimmung):
du bist ein lust miner gotheit, ein turst miner moͤnschheit, ein bach miner hitze Mechth
1: 19,4;
schaw dann in der fuͤrsten leben. / da ist auch nur ungemach. / so ye tieffer eren pach. / so ye groͤsser arbeit Teichn
564,2922;
über alles leides bach ist hoffenung ein steg Mügeln
36,1;
wer in des fluches lach / und in des grimmen todes bach / getriben wirt ebd.
166,6;
uß alder künste bach ebd.
112,4;
lat fuͦrbaz rinnen / die aventuͦr in kunst bach WhvÖst
16029
4
phras.:
(jmdm.) als ein slac in die/einen bach sîn
‘(für jmdn.) völlig unbedeutend/wertlos sein, jmdm. egal sein’
→ slac
MWB 1 398,13; Bearbeiter: Diehl
bachad
stM.
‘Barnikelgans’ (vgl. LexMA 1,1474f. ─ wohl Schreibfehler in der lat. Vorlage de bachate statt de barliate):
bachadis haizt ain bachad und haizt etswâ ain wek. daz ist ain vogel, der wehst von holz BdN
172,24
MWB 1 398,52; Bearbeiter: Diehl
bachblat
stN.
‘Huflattich’ (vgl. Marzell 4,850ff.):
pachblaͤtter mit honig UrkKlostern
1,XLIV Anm. 8
(14. Jh.)
MWB 1 398,57; Bearbeiter: Diehl
bache
swM.
‘Schinken, Speckseite’
von ainem bachen der ains phundes waert ist zwen phenninge StRAugsb
26,22;
ez sol auch nieman keiner slahte vihe triben oder bachen, durre fleisch oder fische fuͤren von der stat WüP
36,2;
einen mutte und einen bachen / den wil ich ze miete hân Eracl
3434;
die Kerndner auch diutsch kunnen. / der êrn muoz man in gunnen. / hirsbrîn ist ir spîs, / daz izzt der jung und der grîs. / geizîn bachen habent si vil EnikWchr
27527
MWB 1 398,60; Bearbeiter: Diehl
bächelîn
stN.
Dimin. zu bach:
und samnent sich die tropfen ze samen von ainem hol zuo dem andern, unz daz ain pächlein dar auz wirt und auz vil pächleinne wirt ain grôzer pach BdN
102,32.
474,21;
ir wizzet wol daz bechelîn, / daz von dem brunnen dâ gât Tr
14432;
der erde bachelin PsM
H 14,2;
vier rosvarwen baͤchlú PrGeorg
70,1
MWB 1 399,6; Bearbeiter: Diehl
bächeln
swV.
‘jmdn. wärmen’ (vgl. bachern):
du solt ez zuͦ dem fúr tragen / und beraiten im die wagen / und bachelen dabi SHort
1583.
–
‘sich wärmen an etw.’
sô sich bechelnt gein der sunnen / und ûf tuont diu müschellîn Renner
20120;
als hât der tiufel ir genuoc gewunnen, / die sich gein der werlde wunnen / mit wollust bechelnt und mit êren ebd.
20129
MWB 1 399,13; Bearbeiter: Diehl
bachen
stV.
→
backen
MWB 1 399,21;
bachern
swV.
‘wärmen’ (vgl. bächeln):
dem sol des [...] gotzhus amtman holz geben, das die selb frow das selb kint erlich ze baden und gebachren mug die nacht WeistGr
4,334
(Ende 14. Jh.)
MWB 1 399,22; Bearbeiter: Diehl
bachgenôʒ
stswM.
‘Müller’
missehelle, als zwisschent den ersamen luten den meistern und der becker gezunfte hie zu Spire uf einesite und den bachgenozsen und ir gezunft uf die andersite ist gewesen UrkSpeyer
406,13
(a. 1340)
u.ö.
MWB 1 399,26; Bearbeiter: Diehl
bachhelling
M.
‘Abgabe für die Bachbenutzung’
und die kamerer sint fry [...] von alle dem rechte, dat man nennet bachhellinge UrkTrier
315,2
(a. 1350 kopial)
MWB 1 399,31; Bearbeiter: Diehl
bächîn
Adj.
‘(Fleisch) vom Schwein’
den iuncvrouwen git man niht pæchins vleisch, niwr gruͤnes [
nisi recentes carnes, et non bernine
]
UrkGeisf
424
(13. Jh.)
MWB 1 399,35; Bearbeiter: Diehl
bachlêhen
stN.
an einen Bach grenzendes Lehen oder Wasserrechte (?):
von den vogteyen genant pachlehen in dem dorffe Wenigenperchofen [...] que solvunt v metretas avene UrbBayS
5,507;
item curia in Pfol dicitur esse ducis et pahlehen ebd.
4,289
MWB 1 399,39; Bearbeiter: Diehl
bachmeister
stM.
‘Aufseher über Bäche’
in deser wis sal man zwene bachmeystere haven, die die bach truweligin bewaren, dat si blive in irme fluͦsse UrkStVerf
222
(a. 1341);
StRBern
1/2:359,10
MWB 1 399,45; Bearbeiter: Diehl
bachminze
swF.
‘Bachminze’
fluischa (?): bachminza GlHvB
403,20
MWB 1 399,49; Bearbeiter: Diehl
bachrëht
stN.
Nutzungsrechte an einem Bach:
vnd veraygen vnd geben den gaistlichen mannen [...] einen freyen, ledigen vnd vertigen muͤlslach [...] mit wagrecht und pachrecht, vnd mit allen rechten, eren, nuͤtzen guͤlten vnd gewonheiten UrkSchäftl
162
(a. 1343)
MWB 1 399,51; Bearbeiter: Diehl
bachruns
stF. oder M.
‘Wassergraben’
mit allem réht, so dar zvͦ hoͤret, das si holz oder velt, akker oder wisen, bach oder bachrv́nse UrkCorp (WMU)
3004,1
MWB 1 399,57; Bearbeiter: Diehl
bachsnëcke
swM.
‘Wasserschnecke’
die vierden sint pachsneken, die in den pächen und in den süezen wazzern wonent BdN
258,33
MWB 1 399,61; Bearbeiter: Diehl
bachstat
stM. oder N.
‘Bachufer’ (hier als Bestandteil eines Personennamens):
Chvͦnrat an bachstade von Silennvn UrkCorp (WMU)
634,2
MWB 1 400,1; Bearbeiter: Diehl
bachswîn
stN.
‘Mastschwein’ (vgl. bache):
sex porci, qui dicuntur bacsvin sive specsvin, debent esse dati in festo Andree UrkHerford
135
(13. Jh.);
ein bachswin einer halben loetigen margk werd UrkHenneb
2:101,7
(a. 1351)
MWB 1 400,4; Bearbeiter: Diehl
backe
swM.
‘Backe, Kinnlade’ (von Mensch und Tier):
diͤ sleg, diͤ sluͦgen dins sunes backen MarlbRh
67,7;
die backen dicke feizzet, / die kunst niht kunst geheizzet Physiogn
215;
mit demselben schlag schlug er im den lincken backen abe mit dem oren Lanc
58,19;
er leit sinen backen in syn hant und leynte off synen ellebogen ebd.
306,8;
das ime die trehene úber die backen herabe runnent MerswBgR
175;
wer stilt under vier und fünf schilling pfenningen, den sol man durch den baggen brennen StRFeldk
140;
und min gevater [...] / durch die backen ist gebrant Renner
18380;
Samson, / der die grôzen maht an ime trûch, / daz er mit eines eseles bachen ein tûsint liutes erslûch VAlex
1264;
sust sal er [Christus] al der backen / gezoumen [am Zügel führen] und betwingen / di zu im nicht enswingen [nicht zuwenden]
TvKulm
736.
– phras. (?):
des sal man ken [gegen] im wachen / und regen hi di bachen / mit erbeit an underlaz / und mit beten TvKulm
5860.
– übertr.:
tugende spürt er [der Arge] sam daz wilt / ein nasewîser bracke; / doch mestet sich mit ir ungerne sînes herzen backe KvWLd
32,252
MWB 1 400,9; Bearbeiter: Diehl
backel
stN.
‘Bündel’ (vgl. packe):
swelh trager zin schrotet der sol von dem saume dri phenninge naemen unde niht mer. unde der binder von dem selben saume zwene. [...] von eime saume wollen viere. von einem backel darnach unde es groz ist StRAugsb
50,21
MWB 1 400,32; Bearbeiter: Diehl
backen
stV. (VI)
auch bachen.
‘(etw.) backen, ausbacken’
si chochete unde buoch Kchr
10683;
daz was sam div semele. div gebahchen ist mit deme honege VMos
78,24;
legez [eine Teigtasche] in siedenz smaltz vnd backez harte BvgSp
27;
lege sie [Krapfen] in ein pfannen vnd la sie backen ebd.
59;
daz gemischte broͤt, daz man becket uf den kauf WüP
90,2;
man moht niht gebachen / noch ezzen gemachen EnikWchr
23965.
– übertr.:
so muͤstu als unmessig vegfúr liden, und solt gebachen und gebraten werden Tauler
138,19.
– subst. ‘etw. Gebackenes’
ein guͦt gebackenz BvgSp
44;
so man oͤl gehaben mac, so sol man den vrowen an vnser vrowen tac gepachens [lat. pastille
] gebn UrkGeisf
422
(13. Jh.).
–
‘etw. dörren’
ouch machstu in der svnnen backin allirleyge frucht Pelzb
134,13.
–
‘etw. braten, rösten’
backe in [den Hecht] vf eime huͤlzinen roste vnd brat in gar schone BvgSp
17;
gebacken vogel druf gesetzet ebd.
94.
–
‘fest werden’ (intr.):
nime ein chürbez unde bewil daz in einem teige unde wirf ez in einen oven, unz der taich gebache; sô nim den souch, der ouz dem chürbez rinne, unde gip im ze trinchen Barth
152,22.
– phras. ‘selbst satt gebt ihr den Hungernden kluge Ratschläge’
ir redet als der gebachen hât Neidh(HW)
16,2 App.;
du redest als der gebakken hat Minneb
4406
MWB 1 400,38; Bearbeiter: Diehl
backenbôʒ
stM.
‘Ohrfeige’
mit grozen valken bozzen [Schläge so hart wie beim Falken der Beutegriff ─ La. baken bozzen
] / wart im der slac vergolten Rennew
1220
MWB 1 401,1; Bearbeiter: Diehl
backenkarre
swM.
nicht näher bestimmbares Fuhrwerk:
von dem backen karren mit gewande zwen phenninge UrkCorp (WMU)
548ABC,22,41
MWB 1 401,5; Bearbeiter: Diehl
backenknûʒ
stM.
‘Ohrfeige’
dô huob sich der tanz von dem rûzze: / der tôn durh die biunde / schal rehte als ez allez brunne: / hôhe sprunge, geile baggenknûzze SM:Go
2: 7,4;
hôhe sprünge, rôte baggenknûzze ebd.
2a: 6,4
MWB 1 401,8; Bearbeiter: Diehl |