banc|härtel
stN.
Dimin. zu banchart:
diu asp schadet den läuten von dem land Africa niht
[...], und dar umb legent die läut iriu kint für derlai
slangen. ist dan daz si die slangen laidigent, sô habent si si niht für ireu kint
und mainent, diu kindel sein pankhärtel BdN
263,2
MWB 1 422,29; Bearbeiter: Diehl
banchen
swV.
→
baneken
MWB 1 422,35;
banclachen
stN.
‘Tuch zum Bedecken von Bänken’
ein bette man dar truok / und ein bank lachen RvMunre
191;
pancale: banklachen VocBV927
3:358,17
MWB 1 422,36; Bearbeiter: Diehl
bancpolster
stM.
‘Polster für eine Bank’
alle meine panchpoͤlster und chuͤssein [Kissen]
genet und ungenet UrkEichst
2,402
(a. 1352)
MWB 1 422,40; Bearbeiter: Diehl
bancschillinc
stM.
‘Abgabe für Verkaufsstände’ (zu banc 2):
dis sint die nuͥtze, die der zoller hat, [...]: der
zol, die muntze, banchschilling und vronwage UrbHabsb
1:338,2
MWB 1 422,43; Bearbeiter: Diehl
banczins
stM.
‘Abgabe für Verkaufsstände’ (zu banc 2):
ez sind die puͤrger zuͤ rat worden mit der flaschechell
[Fleischhauer] willen, daz man an dem panchkzins in
ab sol slahen ein wag unslidtz fuͤr 10 sol[idos] allew jar StRMünch
536,27
(kopial);
mülgelte, vischentze, benkezinse UrkHohenb
471
(a. 1355)
MWB 1 422,47; Bearbeiter: Diehl
bande
swF.
‘Dienerschar’ (aus afrz. bande):
aber die hern von diesen landen / sint nit also mit yren banden / und sint
auch nit also getan; / dan so sij me diener han, / so sij merer hern wollen sin
Pilgerf
1236
MWB 1 422,54; Bearbeiter: Diehl
bandekeit
stF.
→
bangecheit
MWB 1 422,59;
banden
swV.
auch benden ( Martina ,
Tauler ).
1
‘jmdn. binden, in Fesseln legen’
2
‘etw. (Vieh) als Pfand einbehalten’
1
‘jmdn. binden, in Fesseln legen’
so scouwe alle mine note, / mit den ich pin bevangen, / e mich, herre, gebande
/ dehein nitlich rat FrauGeb
2,4;
so sol der rihter, in des gebiet er gefvͤrt oder gebandet wird, schaffen, daz
er in vierzehen tagen ledich werd UrkCorp (WMU)
1800AB,41;
sô hiezet ir si banden / und smæchlichen handeln Ottok
14622.
6219;
StRAugsb
181,21;
daz hastv frowe erwendit / dur dich ist er [der
Teufel] gebendit / da sin gewalt ein ende hat Martina
3,6.
116,92.
126,38.
– mit Refl.-Pron. ‘sich an eine Ordnung binden, sich einfügen’
und wel mensche sich mit willen und mit beratenem muͦte in dise ordenunge
gebent: bricht es dis bant, des nimet sich die heilige kilche an ze richtende
Tauler
242,26
2
‘etw. (Vieh) als Pfand einbehalten’
swer sein vihe treibet auf ein andern marche an gemaine waide. wirt ez
gepandet ez geit sechs pfenning SpdtL(E)
Ldr 160,1.
Ldr 159,2.
3
MWB 1 422,60; Bearbeiter: Diehl
bandich
stN.
→
bandinc
MWB 1 423,16;
bandinc
stN.
‘gebotenes Gericht’; die für ein bestimmtes Gebiet geltende, an festgesetzten
Tagen gebotene Gerichtsversammlung (vgl. banteidinc):
tempore sessionis iudicii [...] quod dicitur bandinc
DRW
1,1205
(Elsaß; 13. Jh. kopial);
bandich JelinekWB
48
(a. 1264)
MWB 1 423,17; Bearbeiter: Schnell
bane
stswM.
‘Untergang, Verderben’ (nicht immer deutlich zu trennen von
1ban 4):
sine wolten durch den tôt / noch durch dehaine werltlîche nôt
/ von der walstat chêren / noch verlâzen ir hêrren, / [...]
/ daz was ir aller bane Kchr
7107;
daz wart ze banne manegen liben. div rache sine gestilte den
gotes zorn VMos
75,28;
der engel allezane / tet michelen bane / uehe unde liuten Exod
2668;
in nâhet der bane / [...] / in nâhet der tôt ebd.
3042;
daz du dehainem christen man / niemir mere wurdest zeban!
Rol
6818
u.ö.;
SAlex
1166;
HeslApk
7242
MWB 1 423,23; Bearbeiter: Diehl
banec
Adj.
→
bennec
MWB 1 423,35;
baneken
swV.
auch banken, benken.
‘(sich/etw.) zur Übung oder zur Erholung, zum Zeitvertreib bewegen; spazieren
gehen; ausreiten’ (vgl. Vorderstemann, Fremdw., S. 49f.):
1 absolut 2 mit Akk., auch Refl.-Pron. 3 subst. (oft durch ~
‘zum Zeitvertreib’ )
1
absolut:
dar uͦf saz der cuͦne degen / unde reit banechen an daz velt
GrRud
I 46;
eteslîche banken wâren geriten / durh kurzwîle mit vederspil
Wh
236,2.
305,16;
sumliche gent zen brunnen, / die andern ritent schouwen
[...] / die banekent bi den frouwen
Tannh
13,8;
Lanc
297,30
2
mit Akk., auch Refl.-Pron.:
dise sprâchen wider diu wîp, / dise banecten den lîp, / dise
tanzten, dise sungen, / dise liefen, dise sprungen, / dise hôrten seitspil
Iw
66;
die ê lâgen sam die wîp / die wolden banchen nû den lîp UvEtzAlex
2344.
–
daz si eines morgenes frû / in den walt rîten wolde / und sich banechen
solde / und hôren die hunde / und korzen die stunde En
1674;
hie banket er sich ofte mite / wol schirmen, starke
ringen, / wol loufen, sêre springen, / dar zuo schiezen den schaft
Tr
2112.
– übertr.:
vnde baniche minen sin dar ane, / daz ich in bekere deste
baz Herb
88;
Tr
8022;
ist ieman dem diu Minne / gebænket
[umhertreibt] ie die sinne, / der ist gelæubig
dirre magt: / si wart gebænket und gejagt / von der Minne sus und so
WhvÖst
6950.
–
so mögent ir mynen ritter trösten und er uch
[...] und mögent uch banichen mit uwern worten
Lanc
300,36
3
subst. (oft durch ~
‘zum Zeitvertreib’):
es waren vierzehen tag / das ditz ritterleiche her / nie was
komen von dem mer, / da von tet daß panichen wol HvNstAp
6477;
der herzoge und diu herzogîn / die ahten eine reise / durh banekens eise
[Behagen] / niuwan durch kurzewîle: / dâ bî in einer
mîle / si wolten birsen unde jagn UvTürhTr
376;
RvEAlex
21211
MWB 1 423,36; Bearbeiter: Diehl
banekîe
stF.
‘Vergnügen, Zeitvertreib’
swaz ir aller vröude was, / daz was ir banekîe
Tr
8057;
si üebeten, [...], / den bracken
unde daz armbrust / mê durch ir herzen gelust / und durch ir banekîe / danne durch
mangerîe [Nahrungserwerb]
ebd.
17269;
dorch ritters banchenije Krone
25876;
Gauriel
3864
MWB 1 424,7; Bearbeiter: Diehl
banël
stN.
→
panël
MWB 1 424,14;
banen, benen
swV.
‘(jmdm.) etw. ebnen, bahnen, den Weg bereiten’
sost mîn wec hin zir gebant KLD:GvN
18: 4,3;
daz gein der helle manec stîc / wart en strâze wîs gebant
Wh
38,27;
Lanc
397,15;
daz si der werlt zu vare / mit reinem exemplare / beneten uns den weg vor
HeslApk
337;
do wart gebent der selden ban Frl
1:6,5;
RvEBarl
4152;
HvFreibTr
60
MWB 1 424,15; Bearbeiter: Diehl
bangarbe
stF.
‘Getreideabgabe an den Bannherren’
vnd hen die selben herren von Thennibach erlassen der bangarbe von allem dem
gvͤte, daz wir in nv hen gen UrkCorp (WMU)
1730,19;
die andern acker, die söllent bangarben geben nach gewonlichen dingen
UrbEls
284
MWB 1 424,23; Bearbeiter: Schnell
bangarte
swM.
‘Banngarten’; Garten, dessen Nutzung dem Grundherrn vorbehalten ist:
so sin dicze die guͦt die zuͦ dem vorgnanten huse gehoͤren: fuͤnf morgen
bangarten bie Karelstat gelegen, [...] aht pfenninge guͤlte
die da git Dyetherlin gnant von eim wingarten bie dem vorgnanten bangarten gelegen
UrkWürzb
40,400
(a. 1342)
MWB 1 424,29; Bearbeiter: Schnell
bange
Adj.
nur präd.
1
‘Verlangen, Sehnsucht haben’ nur unpersönl.: jmdm. ist 2
‘in Angst, Sorge sein’
1
‘Verlangen, Sehnsucht haben’ nur unpersönl.: jmdm. ist ~ :
nu was im also bange / von slafe, der in do betwanc / daz er da selbes sinen
ganc / volante gar, wand er entslief Pass III
20,19;
im was bange und gâch / wî er sich gerêche NvJer
8314.
– oft:
~ nâch jmdm./etw.:
de heilge Simeon, dem so lange / na disem kindlin was so
bange, / he had dis kinds begert allermeist MarlbRh
42,20;
Even alzu bange / noch dem virboten obze wart HistAE
86;
daz du komest zu lande / zu vor Spangen, na der dir ist so bange
WOsw
962
2
‘in Angst, Sorge sein’
îdoch in harte bange / waz unz alsô lange, / daz dî schif înquâmen
NvJer
5327;
Galyen was bange KarlGalie
9293;
im was leide unde bange / sin clage werte im lange WOsw
667;
MinneR 239
18
MWB 1 424,36; Bearbeiter: Diehl
bange
swM.
‘Bedrängnis’
des ellendis bange / den mût im sô beswarte, / daz er widirkarte / in daz land
sînre gebort NvJer
17495;
nû gab ein Ruze im sulchin rât, / der ouch dâ saz gevangen, / daz er in den
bangen / gelobte wachses einen stein [Gewichtseinheit] /
gote und der magit rein ebd.
23057
MWB 1 424,52; Bearbeiter: Diehl
bangecheit
stF.
auch bandecheit (vgl. Frnhd. Gr. § L63,4).
1
‘Angst’
2
‘Bedrängnis’
1
‘Angst’
der mensche der got luterliche meinet, in den kummet ouch ettewenne bandekeit,
und ein trurikeit er habe got nút gemeinet Tauler
93,19;
nút jomer noch bandikeit ebd.
73,19.
106,24
2
‘Bedrängnis’
und das im smakt und das er suͦcht, des envint er nút me und stot in grossem
starkem getrenge und in bancheit Tauler
213,25.
43,8.
– Lit.: Pleuser, Tauler, S. 96ff.
MWB 1 424,58; Bearbeiter: Diehl
1bangen
swV.
‘bange, ängstlich werden’ (unpersönl. mit Dat.d.P.):
in begonde sêre bangin, / want in was der spîse labe / vil gar itzunt gegangin
abe NvJer
12332;
nâch des marcgrêvin abevart, / [...] begonde den
Nattangin / grûwin unde bangin / von vorchte grôz ebd.
13354.
20661;
mir bestont tzuͦ hant ze banghen MinneR 409
15
MWB 1 425,3; Bearbeiter: Diehl
2bangen
swV.
‘eilen, rasch gehen’ (eher hierher als zu baneken, vgl. Hübners
Glossar sowie bengeln):
vurbaz wurden sie [die Babylonier] bangen / in daz
hus daz gotis was. / dar uz namen sie die vaz / guldin gut, die da waren
Daniel
128;
willic armut, din genucht / ist nu vil gar vergangen. / nieman wil zu dir
bangen, / der da gebe gut durch got ebd.
2832
MWB 1 425,10; Bearbeiter: Diehl
bangesetzede
stNF.
‘Banngesetz’
si hant ouch vber vischer ban gesetzet vnde vber vogele, hie sprichet ban
gesetzede SchwSp
108a
MWB 1 425,18; Bearbeiter: Schnell |