bange
swM.
‘Bedrängnis’
des ellendis bange / den mût im sô beswarte, / daz er widirkarte / in daz land
sînre gebort NvJer
17495;
nû gab ein Ruze im sulchin rât, / der ouch dâ saz gevangen, / daz er in den
bangen / gelobte wachses einen stein [Gewichtseinheit] /
gote und der magit rein ebd.
23057
MWB 1 424,52; Bearbeiter: Diehl
bangecheit
stF.
auch bandecheit (vgl. Frnhd. Gr. § L63,4).
1
‘Angst’
2
‘Bedrängnis’
1
‘Angst’
der mensche der got luterliche meinet, in den kummet ouch ettewenne bandekeit,
und ein trurikeit er habe got nút gemeinet Tauler
93,19;
nút jomer noch bandikeit ebd.
73,19.
106,24
2
‘Bedrängnis’
und das im smakt und das er suͦcht, des envint er nút me und stot in grossem
starkem getrenge und in bancheit Tauler
213,25.
43,8.
– Lit.: Pleuser, Tauler, S. 96ff.
MWB 1 424,58; Bearbeiter: Diehl
1bangen
swV.
‘bange, ängstlich werden’ (unpersönl. mit Dat.d.P.):
in begonde sêre bangin, / want in was der spîse labe / vil gar itzunt gegangin
abe NvJer
12332;
nâch des marcgrêvin abevart, / [...] begonde den
Nattangin / grûwin unde bangin / von vorchte grôz ebd.
13354.
20661;
mir bestont tzuͦ hant ze banghen MinneR 409
15
MWB 1 425,3; Bearbeiter: Diehl
2bangen
swV.
‘eilen, rasch gehen’ (eher hierher als zu baneken, vgl. Hübners
Glossar sowie bengeln):
vurbaz wurden sie [die Babylonier] bangen / in daz
hus daz gotis was. / dar uz namen sie die vaz / guldin gut, die da waren
Daniel
128;
willic armut, din genucht / ist nu vil gar vergangen. / nieman wil zu dir
bangen, / der da gebe gut durch got ebd.
2832
MWB 1 425,10; Bearbeiter: Diehl
bangesetzede
stNF.
‘Banngesetz’
si hant ouch vber vischer ban gesetzet vnde vber vogele, hie sprichet ban
gesetzede SchwSp
108a
MWB 1 425,18; Bearbeiter: Schnell
bangewerf
stN.
‘Abgabe an den Bannherrn’
vnd vmbe das sol sin vri bangewerfes, der in diseme selben hove ist
UrkCorp (WMU)
N818,4
MWB 1 425,21; Bearbeiter: Schnell
banhaber
swM.
‘Bannhafer’; Hafer, der an den Bannherrn zu entrichten ist:
daz torf ze Habchenshein [...] git uͦch jerlich 2
amen wins ze cinse und 10 quartalia banhabern UrbHabsb
1:12,6;
in vigilia beati Johannis baptiste [...] vii
sextarios avene nomine census et pro iv sextariis avene eadem die et eodem tempore
nomine banhaber UrkBasel
3:36,30
(a. 1292)
MWB 1 425,24; Bearbeiter: Schnell
banhaft
Adj.
‘mit einem Bann belegt’
banhaft machen, vnd in den grozzen pan tuͦn, daz mag ein pischolf, ein abpt
RechtssA
B2,4;
wär aber daz der panhaft mensch wär in den pan getan durch ungelawben oder
checzerey RechtssB
B14,269
u.ö.
–
‘mit einem Sonderrecht belegt’ (zu
1ban 2.2):
swer niht panhaftes guͦt hat, der geit ie vi. pfenning in dem jar dreistunt
dem rihter UrbBayS
4,125
MWB 1 425,32; Bearbeiter: Schnell
banhaftec
Adj.
‘mit einem Bann belegt’
ditz ist, wenn panhaftig leut muͤgen in die kirchen gen oder nicht
RechtssA
B10,1;
auch muͤgen chinder die in der eltern gewalt sind, gemainschaft haben mit irn
eltern die panhaftig sind, und auch die eltern mit irn panhaͤftigen chindern, die in
irm gewalt sind ebd.
B14,34
– subst.:
wurd auch ein panhaftiger ze einer wirtschaft geladen
[...] so solt man in doch meiden RechtssA
B14,237
u.ö.
MWB 1 425,41; Bearbeiter: Schnell
banhërre
swM.
‘Bannherr’, Gerichtsherr, Inhaber der Banngewalt:
swer in das geriht bevolhen wirt uf den lip, den sol der banher die erst naht
behalten vnce morne vf den mitendag UrkCorp (WMU)
N816,6;
keme aber yeman froͤmder dar [...], der sol den
lantgraven dienen vnd oͮuch den banherren eine zit in dem jor UrkRapp
224,25
(a. 1314).
224,27
u.ö.
MWB 1 425,50; Bearbeiter: Schnell
banholz
stN.
‘Bannwald’, der durch Bann der allgemeinen Benutzung entzogen ist (vgl.
2HRG 1,444f.):
swer eins holtz, ez sey aygen oder lehen, dez er gesezzen sey pey rechter nutz
und gewer an all ansprach, daz mug wol sein panholtz gehaizzen OberBairLdr
76;
swer holtz in den voͤrsten vnd in den panholzen vber des hvͤters willen nimt,
der sol ez gelten mit der zwigvͤlt UrkCorp (WMU)
475AB,8;
UrkEnns
4,283
(a. 1298);
es werdent von úch in disen tagen / ir [der besiegten Feinde,
vgl. Rg II,3,19] ban holz abe geslagen RvEWchr
35974
MWB 1 425,58; Bearbeiter: Schnell
banholzære
stM.
Anwohner eines Bannwaldes (?):
ein guͦt ze Dietinkon [...], das die banholzer buton
[l. bûweten
]
UrkCorp (WMU)
1899,40
MWB 1 426,6; Bearbeiter: Schnell
banichen
swV.
→
baneken
MWB 1 426,9;
banier
stF.
‘Korb’ (aus afrz. panier):
nu het ouch sich vil gar verholn / Parzivâl her ûz gestoln. / ûz einer banier
er nam / ein starkez sper von Angram Parz
703,23
MWB 1 426,10; Bearbeiter: Diehl
banierære
stM.
‘Bannerträger’
do dise tvrnierer / vnd beide panierer / hielten auf der praerie Krone
764
MWB 1 426,14; Bearbeiter: Diehl
baniere
stFN.
auch bannir, banir, baner, paner, panier.
1
‘Fahne, Banner, Feldzeichen’ (vgl. LexMA 1,1419) 2 Teil weibl. Kopfbedeckung
1
‘Fahne, Banner, Feldzeichen’ (vgl. LexMA 1,1419):
eine riche baniere / vuorter an sinir hant / (die was verre
bekant), / nach sinin scildin gesnitin Athis
B 62;
ein schoͤnú baner gat in vor; den volgent alle die nach
Mechth
4: 22,32;
swer oͮch rehte gînoz ist des antwerkes [...], der
sol zallen ernsten ir gibottes vnd ir banîer warten UrkCorp (WMU)
80,32;
HvNstAp
3763.
–
si kâmen alle samet gevlogen / mit vliegenden banieren
Tr
5573;
alz die egenanten von Zürich mit ir offennen baner uzluffen AbschEidgen
266
(a. 1351);
vnder siner baniere / wart der Troygiere / dri hundet
erslagen Herb
4541;
HvFritzlHl
234,2.
– übertr. auf die unter dem Banner Versammelten, ‘Fähnlein, Einheit’
di panier hetten zway tausent man, / den schilt und
schwert wol stund an HvNstAp
3767
2
Teil weibl. Kopfbedeckung:
diu legent an daz houbet allen irn flîz: / nu sleier gel, nu houpttuoch wîz, /
nu diz drum hin, nu jenz drum her, / nu banier ûf Renner
12602
MWB 1 426,17; Bearbeiter: Diehl
baniervarwe
stF.
‘Farbe des Banners’
sin schilt ste [richte sich] in der ziͤr / nach der
panir varbe Minneb
2985
MWB 1 426,38; Bearbeiter: Diehl
baniervëlt
stN.
‘Wappenfeld im Banner’
uwer banir velt von golde schin. / dar innen von jacinckten fin / lige ein
woge geliche, / verwirket meisterlich Minneb
2915.
2939.
2905.
3647
MWB 1 426,41; Bearbeiter: Diehl
banierwâpen
stN.
‘Feldzeichen’
daz banier wapen ‘Osterrich’ / dem jungen fuͤrsten werdeclich / ain zaichen
was siner schar WhvÖst
17623
MWB 1 426,45; Bearbeiter: Diehl
bänkelîn
stN.
Dimin. zu banc:
scamnellum: bankilin SummHeinr
1:370,397;
scamnellum: benkelin ebd.
2:86,210
MWB 1 426,48; Bearbeiter: Diehl
banken
swV.
→
baneken
MWB 1 426,51;
bankert
stM.
→
banchart
MWB 1 426,52;
bankorn
stN.
‘Bannkorn’, Getreideabgabe an den Bannherren:
so man denne den ersten ban gesnidet, so soͤlent sie anegan ir bankorn samenen
von der iucharten eine garbe UrkCorp (WMU)
N815,37;
et dingsilber, bannkorn possessores persolvent, census vero numerales fratrum
universitas UrkStraßb
4,1:13,30
(a. 1225 kopial)
MWB 1 426,53; Bearbeiter: Schnell
banlêhen
stN.
‘vom Bannherrn erteiltes Lehen’
so giltet [...] das banlen fuͥr kese 7 s[chilling]
und 9 haller UrbHabsb
1:460,2;
item de feodo, quod dicitur banlen, pro 10 caseis s[chilling] 6 minus 2
d[enarii] Constantienses ebd.
2:167,1.
2:220,4
MWB 1 426,60; Bearbeiter: Schnell
banlich
Adj.
‘schrecklich, verderblich’ (zu bane stswM.):
als aber eteswer / in dem her, [...], / von den
slangen wart wunt / und in icht war zu keiner stunt / von würmen vergifte vol, / daz
si banlîchen dol / liten dort oder hie HvFreibKr
482
MWB 1 427,1; Bearbeiter: Diehl |