Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
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b – bachhelling
bächîn – backwërc
bacolôn – badestubære
badestube – balde
baldecheit – balmunden
balmunt – balsamtrôn
balsamtropfe – ban, bane
1ban – banekîe
banël – bänkelîn
banken – bantac
bant|âder – banzins
banzûn – bârbrët
1barc – bârkleit
barkorn – barmhërzeclîche
barmhërzege – barten
bartenære – base
Baseler, Basler – bate
bate, pate – bearbeiten
bearren – bechersamenære
becherweide – beckenknëht
beckenkol – bedancheit
bedarf (?) – bedingen
bedirmen – bedrangen, bedrengen
bedrât – begâben
begâbunge – begelimpfen
begenagen – begin
begîne – beglîmen
beglîmunge – begrîflich
begrîflîcheit – behaft
behaftec – behaltunge
behandeln – beheimsuochen
beheiʒen – behern
behêrren – behoven
behten – behuoflich
behuoren – beie
beie – beinîn
beinîsen – beiʒe
1beiʒe – bekantlicheit, bekentlicheit
bekantnisse, bekentnisse – bekerzen
bekicken – beklipfen
beklocken (?) – bekorunge
bekorungnisse – beküelen
bekumberhaft – belæren
belasten – belîbelich
belîben – belônære
belônen – bemaln
bemangen – bemurmeln
bemüseln – benedîunge
benediz – bennen
bennige – bequâme
bequæme – bërc|êrîn
bërcgar – bërcphenninc
bërcrëht – beredenunge
beredet – 1berennen
2berennen – bërhtnaht
berhtram – berillîn
berîmeln – bërlich
bërlîn – bernisch
bërnklâ – bêrswîn
bertenære – beruofære
beruofen – besamentlîchen
besamenunge – beschatzære
beschatzen – beschemen
beschemenisse – beschînen
beschirm – beschouwunge
beschremen – besebelicheit
beseben – besetzunge
besëʒ – besîtes
besitzære – beslîʒen
besloʒ – besnöuwen
besnüeren – besprëchære
besprëchen – beste
bestëchen – bestiure
bestiuren – bestürzen
bestutten – besuochnisse
besuochunge – bët
betagen – bëtelære
bëtelærinne – bëtemësse
betemmen – bëtewîn
bëtewîp – betrahtegen
betrahten – betrogenlich
betrônen – betrûren
betrûrigen – bettemunt
betten – betûchen
betüemen – betwungenheit
betwungenlich – bevellicheit
bevern – bevliehen
bevlieʒen – bevür
bevürhten – bewærnüsse
bewarsam – bewëlgen
bewëllen – bewindeln
bewinden – bezâfen
bezaln – beziln
bezimbern – beʒʒer
beʒʒerære – bî bestân
bîbilde – bíderben, bedérben
biderbenen, bederbenen – bîenkar
bîenswarm – bieʒenblat
bieʒenkrût – bîhtât
bîht(e) – bilchmûs
bildære – bildoht
bildunge – bilsensaf
bilsensâme – bineʒ
binide – birden
bir(e) – birnwîn
birsære – bischolf
bî schrîben – bî slâfen
bî|slëht – bît
bitære – bittern
bitternis – biurlîn
biuschen – bîvilde
bîvilden – bîzeichenen
bî zëmen – blahsen
1blæjen – blâsehorn
blæselîn – blatengîr
blatenrinc – blëchhantschuoch
blëchrinc – bleichvëlt
blende – blîche
blîchen – blîkloz
blîkolbe – bliuclich
bliuge – blôdern
blotschen – blüemunge
blüetebërnde – bluomental
bluomenvar – bluotgieʒen
bluotgieʒende – bluotstürzunge
bluotsûgende – bobenthalben
boc – bogelîn
bogen – 2bolle
bollen – 3bor
bor-, enbor- – (borliep,) enborliep
bormære – bortengewant
bortiure – bote
botech – bou
bouc – boummate
boum|öle – bôʒwurz
brâ – brâ|hâr
bræhen – brantlich
brantreite – brâwelîn
bræwen – brëhenen
brëhentac – brenken
brenn-, bern(e)-, birnschatz – bretsche
brëtsnîdære – brieschen
brievære – brionie
brîsære – briulêhen
briumeister – briuwe
briuwe – brohsen
bronie – brôthalle
brôtheit – bruch
bruch – bruckenambet
bruckenære, bruggenære – brüeterîn
brügel – brünnære
brunne – brünselbërc
brünseln – bruoderhûs
bruoderkint – brust
brust – brûtdëgen
brûtdrüʒʒel – brûtsanc
brûtschaft – buckel
buckelære – büellîn
büeʒære – buhsboum
bühse – bûlslac
bulzen – buoben
buobengâbe – buochisch
buochkamere – buoliân
buollîn – buppe
bur – burcgrâvenambet
burcgrâvenrëht – burcmeisterlêhen
burcmeisterschaft – burcstal
burcstat – bürde
bürdelîn – burgergemeine
bûr|gerihte – Burgunder
Burgunjoys – bursenære
bursît – büschelîn
buschoff – bütelin
bûtelîn – bûvëlt
bûvisch – buʒʒel

   bîten - bittunge    


bîten stN. zu bîten stV. ‘Verweilen, Warten, Säumen, Zögern’ dô wart der jeger bîten bî ein ander niht ze lanc NibB 931,4; den halben tac, die ganzen naht / in dem klôster er beleip. / [...] des bîtens het in doch bevilt Wh 126,5; dô wart ein liebez bîten von schœnen kinden getân NibB 1163,4. – in der Wendung âne/sunder ~ : daz wil ich ane biten / iu gar aigenliche sagen WhvÖst 394; di gûtn zenander er geselt / ûf di rechten sîten, / di bôsen sunder bîten / mûzen zû der tinken sîn JvFrst 8248. 8610

MWB 1 830,5; Bearbeiter: Tao

bîten stV. (Ia) sw. Part. Prät. gebît bei Herb 6663. 7897. 13518. 1 ‘verweilen, warten, zögern’ , ohne Obj.
2 ‘auf jmdn./etw. warten, jmdn./etw. erwarten’
2.1 mit Gen.-Obj.
2.2 mit Dat.-Obj.
2.3 mit Präp.-Obj. ( an, nâch, zuo )
3 ‘jmdm. Zeit für etw. geben, jmdm. eine Frist einräumen’
   1 ‘verweilen, warten, zögern’, ohne Obj.: er nebeit sâ nieht, er sprach: ‘nû wese lieht.’ Gen 51; war umbe bîtet Hagene [...], / daz er niht gâhet strîten [...] ? NibB 125,1. 2206,2; ich bin [...] / gunêret ob ich rîte / und geschendet ob ich bîte Iw 4886. – mit (temporaler) Adverbialbestimmung: mir geuellit uile uͦbele / daz wir so lange hi biten Rol 3775; bîtet unz morgen NibB 1486,3. 147,1; Iw 2763; er hât von kinde hie gebiten [gelebt] / in mîme hove mit grôzer zuht: / er begienc nie sölhe ungenuht Wh 190,28    2 ‘auf jmdn./etw. warten, jmdn./etw. erwarten’    2.1 mit Gen.-Obj.: er hiez si in Palestîna bîten bezzere wîla Gen 1096; des [Riesen] sî dâ biten Iw 4915. 956; ich muoz des tages hie bîten [auf den Anbruch des Tages warten] ebd. 6158; Tr 1666; Kudr 321,4. ~ unde warten: in der stat, da si [Apostel] der heilant bîtin hiez unde wartin des geheizzis, des er in getan hete Spec 77,31. 68,15; daz der tac enpfienge / ein ende ân alle sûme, / des wart von ir vil kûme / gebiten und gewartet KvWTroj 8515; UrkCorp 1197B,21,31    2.2 mit Dat.-Obj.: irret aver den êhafte nôt der ez mit reht erben sol, dem muoz man bîten unz er komet; sô sol man im reht bieten SpdtL 123,16 (vgl. SSp(W) 1:28 )    2.3 mit Präp.-Obj. (an, nâch, zuo): [...] hiez er allen sagen, / [...] daz si nâch dem sumere von des winters stunten solten bîten Kudr 37,4; ez nâhent zuo den zîten, daz si zuo dem sê [auf die Seefahrt] / niht lenger wolten bîten nâch jenen [um jene zu holen] , den vil wê / was in fremeden landen mit starken arbeiten ebd. 1074,2; si svllen ovh an einander beiten vnd warten vierzehen tag / in des chvnges hof UrkCorp 1197B,13    3 ‘jmdm. Zeit für etw. geben, jmdm. eine Frist einräumen’ – mit Dat.d.P. und Akk.d.S.: einen rîter vund ich [...], / ob man mir vierzec tage bite Iw 4152; sô ist hie site, / swer ûf den anderen clage, / daz er im wol vierzec tage / kampfes müeze bîten ebd. 5745. 5754; diͤ zît wil ich dir peiten noch, / niht lenger ich gepeiten mac GvJudenb 4530. – mit Dat.d.P. und Gen.d.S.: die wîle und mich got / wil in sîner huote hân, / sô enmac mir niht missegân: / und wil er mirs niht bîten, / sô mac ich ze disen zîten / alsô mære sterben Er 8150. – nur mit Dat.d.P.: nu hat dier got verlichen vrist / das du dich sullest verslichten / mit im und verrichten / aller deiner missetat. / wie wol er dier gepiten hat! HvBurg 1206

MWB 1 830,15; Bearbeiter: Tao

bitevart stF. bëtevart

MWB 1 831,1;

bî tragen stV. 1 ‘etw. in der Nähe von etw. tragen’
2 ‘etw. zu jmdm. bringen’
   1 ‘etw. in der Nähe von etw. tragen’ die truogen lieht dem silber bî; / vier kint vor missewende vrî Parz 234,27    2 ‘etw. zu jmdm. bringen’ daz [ achmardî ] truoc mîn juncfrouwe uns bî Parz 810,12

MWB 1 831,2; Bearbeiter: Tao

bî trëten stV. 1 ‘an etw. herantreten’
2 ‘beiseite treten’ , übertr. ‘(eine Erzählung) unterbrechen’
   1 ‘an etw. herantreten’ den estrîch er [mit Mehl] besæte, / ob ieman bî getræte / dem bette dar oder dan, / daz man in spurte ab oder an Tr 15148    2 ‘beiseite treten’, übertr. ‘(eine Erzählung) unterbrechen’ hie tret ich ein teil bi / von Apocalipsi HeslApk 17751. – subst., âne bîtreten ‘ohne Ausflüchte’ ey, nu sage mir ein teil / mit warheit ane bitreten, / wen sal man nu anbeten? Pass III 382,1

MWB 1 831,7; Bearbeiter: Tao

bîtrit stM. 1 ‘Tritt zur Seite’ , im Funktionsverbgefüge einen ~ von jmdm. nemen
2 ‘Abweg’
   1 ‘Tritt zur Seite’, im Funktionsverbgefüge einen ~ von jmdm. nemen: daz si doch einen bitrit / nindert von im namen Pass III 525,94    2 ‘Abweg’ daz er des mochte / wandern uz des gelouben gelit / in einen valschen bitrit Pass III 467,72

MWB 1 831,16; Bearbeiter: Tao

bitschart stM. aus afrz. bichat (bichier), nur in Dattenried im Elsass in der Gegend von Belfort belegt (Rosenqvist 2,198). ein Getreidemaß: ein vierndenteil einez cehenden, der giltet ix bitschart roggen vnd ix bitschart habern WeistGr 4,26; UrbHabsb 1:37,4; bitzschart ebd. 1:39,7

MWB 1 831,22; Bearbeiter: Tao

bitte stF. zu biten stV. ‘Gebet’ sich schoͤpfer din hantgetot vnd hilff ir noch der bitt Frl 5:1,12 (Sonderlesungen Gk)

MWB 1 831,28; Bearbeiter: Tao

bitter Adj. 1 sinnlich, konkret
1.1 ‘bitter schmeckend, übelriechend’
1.2 ‘scharf, schneidend, spitz’
2 übertr.
2.1 ‘qualvoll, schmerzlich’
2.2 ‘heftig, groß; erbittert’
2.3 ‘Verderben bringend, böse, furchtbar’
2.4 bezogen auf eine Person (oder Personifikation): ‘böse; zornig, wütend; Furcht einflößend’
   1 sinnlich, konkret    1.1 ‘bitter schmeckend, übelriechend’ diu mirre ist bitter, da mit pflogen die alten loͤut ir toten mit bestrichen PrOberalt 32,5; MarlbRh 45,34; der boum der do truk butir vrucht Pelzb 124,1; ich sihe die bittern gallen mitten in dem honige sweben Walth 124,36; zeineme wazzer si chomen, / daz was pitter [Ex 15,23] VMos 51,5; biz der win bitter wirt uon der wermute SalArz 39,50; Eckh 5:52,12; Ipocr 141; die liute [...] entvunchent ir arômatâ, / daz dirre süeze smac deme [dem Leichnam] / sîn bitter smecken beneme KvHeimHinv 568. – subst.: swelch man in sinem munde / kein bitter nie nicht hat geliden, / wie wil er smiden / der süze kraft? Frl 6:4,2. – in Vergleichen: daz keiner slahte nezzelcrût / nie wart sô bitter noch sô sûr / alse der sûre nâchgebûr Tr 15049; ich bin verdorben als ein mist, / sam bitter als ein galle KvWKlage 16,2. – bildl.: diu bitter nîtgalle, / der truhsæze Marjodô Tr 15686    1.2 ‘scharf, schneidend, spitz’ ir wâpencleider [...], / diu sich von slegen rizzen / und von den swerten bitter KvWTurn 809; auch sach die minnen riche / sin hende unde sine fuze / durchslagen gar unsuze / mit nageln bitter unde scharp Elis 1915 (zu 2.1?). – von ätzendem Gift: daz dehein eiter sî sô bittir / daz ez ime scade oder wider ime chraft habe Gen 102; wan dû bist bitters eiters vol Iw 156    2 übertr.    2.1 ‘qualvoll, schmerzlich’ [Maria] erloste in uon der bitteren helle Spec 99,8. 129,6; duͦ din sun dat bitter krüze leit MarlbRh 35,36; bitter smerze / lêret mich daz ich von sender nôt / gelige an hôher wunne tôt KvWLd 15,48; an dem vierzehenten tage so wirt diu biterste chlage AvaJG 16,1. 1311; mit bitteren trehenen Ägidius 203. 664. der bittere tôt (lat. mors etymologisierend zu amarus): dô dû sâhe wîb scôniste, wîb liebeste / den bitteren tôt chiesen Gen 1688; an deme galgen suln sie kiesen / den vil bitteren tot GrRud Cb 30; SAlex 1170; Herb 16505; si wâren aber in dem herzen / mit dem heiligen geiste erliuhtet, / [...] daz si deheiner slahte nôt / noch den bittern tôt / nimmer mêr gevorhten KvHeimUrst 1196; weinet bit mir al sin not, / weint bit mir sin bittern dot MarlbRh 35,4; si [ die valscheit der welte ] lonete mir mit dem bitteren tode Mechth 4: 28,8    2.2 ‘heftig, groß; erbittert’ dâ hûb sich der bitteriste strît, / dâ ich noch ie abe hôrte gesagen VAlex 920; Lanc 65,7; dem wart mit slegen bitter / sô nôt und alsô wê getân KvWTurn 898; do hetten die sinen genomen / vil bittern schaden, leit groz Herb 5124; 751; der unser angest bitter / beriuwen lâze sîniu lit KvWSchwanr 828. 1522; nû wil ich iu bescheiden daz, / wie herzeminne und bitter haz / ein vil engez vaz besaz Iw 7042; alse die guͦten ein suͦze frúntschaft samenent, also martilet die úbelen ein biter vigenschaft Lucid 160,2    2.3 ‘Verderben bringend, böse, furchtbar’ mít bítteremo flûoche Will 136,17; dat bitter mer [lat. mare etymologisierend zu amarus ] der sünden MarlbRh 16,36; Mechth 7:3,56; Konr 11,88; dâ von ze jungest bitter / wart ir ende leider KvWHerzm 36; SM:JvR 1:8,3; diz merke ein ritter, dem ze bitter / al sîn fröude werden mac, / ob er langer ûf den tac / wil spulgen hinne süezer minne KvWLd 15,17; SM:HvF 1:2,10    2.4 bezogen auf eine Person (oder Personifikation): ‘böse; zornig, wütend; Furcht einflößend’ waz hât der bitter tôt getân / an dem clâren süezen kiuschen vrebel! Wh 253,28; des bittern viandes nit Wernh D 2845; ez wirt ofte ein übel hût / eines rîchen mannes brût, / diu bitter ist und sûre; / und nimt ein armer gebûre / vil lîhte dâ wider eine, / diu lûter ist und reine Eracl 2623; vil herren sint nu bitter; / er si knecht oder ritter, / swer ir willen begat, / der muz verdienen, swaz er hat, / ane lop und ane danch StrKD 4,115; er was ein man vierschrœtec / mit einer wîten brüste, / er hæte zuo verlüste / gefrumet mangen ritter. / er dûhte sich gar bitter, / und wart iedoch bestanden KvWTurn 166; rôt under sînen ougen / wart er von zorne bitter KvWTroj 19129; kein löuwe noch kein serpant / nie wurden alsô bitter, / sô der kürlîche ritter / in sîner grimmekeite was ebd. 35251; er sach vil swarzer pferde, / uf den mit unwerde / pech swartze lute riten, / die mit archlichen siten / alle waren bittere Vät 26579

MWB 1 831,31; Bearbeiter: Tao

Bitterbûch Name eines Riesen: nu soltu vehten alzehant / mit eime risen küene, / der ist geheizen Bitterbûch Virg 879,4. 879,7

MWB 1 832,53; Bearbeiter: Tao

bittere stF. 1 ‘bitterer Geschmack, Bitterkeit’
2 ‘Bitternis, Schmerz, Leid’
3 ‘Bosheit, Schlechtigkeit’
   1 ‘bitterer Geschmack, Bitterkeit’ wan von der bitter der mirren so sturben die wuͤrm PrOberalt 32,7; [ dî brüste mîn, ] dî gîzen balsim unde wîn, / milch, honig âne bittere NvJer 22030    2 ‘Bitternis, Schmerz, Leid’ daz er dîe bíttere des tôdes dúrh míh uuólta lîdan Will 20,3. 21,6; gegen einer iegelîchen sunde er gedâhte / einer ebengelîcher buoze: / die bittere gegen der suoze, / die er lîden solde Aneg 2672; wilder lattuoch was ouch ire maz: / der riwe bittere zaicte daz SiebenZ 70; der tiefel underwindet sich / mit jemerleicher pitter dein, / wiltu nicht gelaubig sein Märt 10061; NvJer 23832    3 ‘Bosheit, Schlechtigkeit’ waz ist div galle? daz ist div bittere unserr sunden. der bittere wil got daz wir ane sîn unde daz wir uergezzen unsers zornes, uerlazzen daz unreht Spec 125,17; Wernh D 1019; daz wir alle bitter und alle uͤbel lazzen und vlizzen uns der guͤte und der senfte und der heiligen gedulticheit PrOberalt 114,31; BrEng 72

MWB 1 832,56; Bearbeiter: Tao

bitter(e)cheit stF. → bitterkeit

MWB 1 833,12;

bittergrimme Adj. verstärktes grimme: der [Sünder] leit iæmerlichen tot, / wan bittergrimme wirt sein not / an ende immer mere / mit smerzendem sere Warnung 502

MWB 1 833,13; Bearbeiter: Tao

bitterheit stF. s.a. bitterkeit. 1 ‘Bitterkeit, Schärfe, Schneide’ , bildl.
2 ‘Bissigkeit, Verbitterung’
   1 ‘Bitterkeit, Schärfe, Schneide’, bildl.: dat scharpe swert giͤnc durch din herze, / dat was de ruͥ ind ouch de smerze, / des bittercheit [Hs. bitterheit bei Grimm, ZfdA 10 (1856), S. 114] din herz durchsneit MarlbRh 114,21    2 ‘Bissigkeit, Verbitterung’ ih han gesundot in nide, in abunsta, in hazze, in ungeuuardi, in elnunge, in allereo ubelero flizzicheite, in allereo bitterheite WessobrGlBI 144,10

MWB 1 833,17; Bearbeiter: Tao

bitteric Adj. ‘bitter, qualvoll’ also blutigete der tot / mit bitterer [La. bitteric, s. Glossar] unsuze / Crist dort sine vuze, / siten, hande, rucke / der menscheit zu gelucke HeslApk 7807

MWB 1 833,26; Bearbeiter: Tao

bitterkeit, bitter(e)cheit stF. 1 ‘bitterer Geschmack, Bitterkeit’
2 ‘Schmerz, Leid’
3 ‘Bissigkeit, Verbitterung, Zorn’
4 ‘Tod’
   1 ‘bitterer Geschmack, Bitterkeit’ daz ander teil [der colera ] get tzu der galle vnde wont da, daz daz blut vnde al der lip reine blibe uon der bitterkeit di an ir ist vnde ouch daz di galle uon ir habe tzu der labunge SalArz 3,52; ez [Honig] sänftigt den würzen und den kräutern und andern dingen [...] ir pitterkait BdN 293,18; die êrsten [Eigenschaft] hât si [Wermut] von irr hitz und von irr pitterkait ebd. 381,23    2 ‘Schmerz, Leid’ sus hup sich die svre zit, / die svrde vnd die bitterkeit Herb 7389; daz in der stat die frouwen / von der grozzen bitterkeit / weinten so, daz ir kleit / von den zeheren wurden naz ebd. 7921; diͤ bittercheit ser din herz besuͦchte, / duͦ Herodes dinen sun suͦchte MarlbRh 20,21; HvNstGZ 5053; BdN 315,34    3 ‘Bissigkeit, Verbitterung, Zorn’ ich habe gisundôt in nîde, in urbûnste, in hazze, in giuâride, in ellinunge, in aller bittirgheite BambGlB 144,9; alle piterkeit vnd zorne vnd vnwirdikait vnd schreien vnd alle rede, die wider gotes oder wider der heiligen ere ist, div svlen zemal von ive [= iu ] vertriwen sin vnd alle boͤsait SpitEich 42,2; deu sint vns elliv von vnser plodicheit ein materi der svnden: hochfart oder travricheit, vngedvlt oder verlazzenheit, zagheit oder vngewarlichiv sicherheit, pitercheit oder vnordenliches gelvst DvAPatern 303; in in stont vil gebresten, hochfart, geswindekeit, bitterkeit, eigenwillekeit, kriegelicheit Tauler 30,1    4 ‘Tod’ der keiser [...] wolde lieber siech wesen, / danne also [d.h. durch ein Bad im Blut der Kinder] schedelich genesen / mit der kindere bitterkeit Pass III 67,49

MWB 1 833,30; Bearbeiter: Tao

Bitterkrût Name eines Riesen: Bitterkrût, der starke man [...]. / er ist der küensten risen ein Virg 885,2

MWB 1 833,63; Bearbeiter: Tao

bitterlich Adj., Adv. 1 ‘qualvoll, schmerzhaft’
2 ‘heftig, stark; sehr’
3 ‘böse, schrecklich, zornig’
   1 ‘qualvoll, schmerzhaft’ alse die guͦten mit micheler wolluste sint gefrówet, also sint die ubelin mit biterlicher nóte getrureget Lucid 159,21; duͦ du in also bitterliche / sterven segs ind schemeliche MarlbRh 57,7. 44,30; KvHelmsd 1858; HvNstGZ 3695; rûm mir stet und lant mîn / oder ich heiz dir mit nôt / tuon den bitterlîchen tôt EnikWchr 14192; daz gelüppe vrumete im smerzen / [...] und bitterlîche quâle HvFreibTr 6325; so zugen si inen bitterliche die hut abe und wurfent si in einen siedenden kessel Mechth 5: 14,10. 5:9,24. [ Sarrazîne, ] die er warf an daz gevelle / der bitterlîchen helle Kreuzf 644    2 ‘heftig, stark; sehr’ dâ mit er vor der hende den schilt dem küenen man / sluoc sô bitterlîchen, daz im des vil zebrast NibB 495,3; der muoz ze dirre selben frist / mit bitterlichen swertes slegen / mich ûz mînem rehte wegen KvWSchwanr 689; daz er bitterlichen wâinti Spec 44,2; Rol 6434; UvZLanz 6849; si vorhte bitterlîchen den Dietrîches lîp NibB 1749,2; wande ich [...] nie gesehen hân / sô bitterlîch erzürnet sô manegen ritter guot ebd. 1986,3; ich hân ein bitterlîchen strît EnikWchr 25360; WernhMl 1845; ir ungemach / wart so bitterlichen gros ebd. 10061    3 ‘böse, schrecklich, zornig’ da engegene [im Ggs. zu den Seligen] wirt div sundige sele leider bitterlichen enphangen Spec 146,19; daz chan er [Teufel] wol bestæten / mit bitterlichen ræten Wernh D 4856; ze bitterlichem ende / mit starken slegen er si treip KvWHvK 592; er [Luzifer] gruͤsset si [Verdammte] grúwelich und sprichet bitterlich Mechth 3: 21,32

MWB 1 834,1; Bearbeiter: Tao

bitterlicheit stF. ‘Schrecklichkeit’ die bitterlicheit des fúres das ist das wort, das got sol sprechen an dem jungesten tage: »gant von mir, ir vervluͦhten, in das ewige fúr!« Mechth 6: 29,31

MWB 1 834,33; Bearbeiter: Tao

bittern swV. 1 intr. ‘(jmdm.) bitter, unangenehm sein, werden’
2 tr. ‘(jmdm.) etw. bitter, unangenehm machen; verbittern’
3 Part.-Adj., subst. als etymologisierende Übers.
   1 intr. ‘(jmdm.) bitter, unangenehm sein, werden’ do gewan iz [Buch] alda zu stunt / des suzen honiges smacken / zwischen minen kenebacken / und bittert in minem buche HeslApk 15321 (Apc 10,10); swer denne durch êre und senftez leben / pfaffe ist [...], / dem bittert honic und süezet gift / und volget wênic der heiligen schrift Renner 3271; ist diu zunge bekleidet mit bitterkeit [...], swie süeze der wîn sî [...], er muoz ie bittern Eckh 5: 228,8; StrKD 6,366; Martina 78,65. – ‘mit jmdm. zanken’ swie si [Lea und Rahel] geswester waren, so bitterten sie doch als die gellen gein einander PrBerth(K) 111    2 tr. ‘(jmdm.) etw. bitter, unangenehm machen; verbittern’ dien [Säuglingen] man ir muoter brüste / bittert dur ungelüste, / dâ von diu kint erwindent / sûgens, sô si bevindent / der bitterkeite, sô dar an / ist gestrichen und getân WvRh 4919; Mügeln 268,12; sie suzen den himel tron / und bieten ewigen lon / und bittern vur [= viur ] der helle HeslApk 14969. 14965; daz dritte ist swergemude [Edelmut] , daz kein pine gevelschin noch gebitirin mac Parad 62,32; Tauler 62,39    3 Part.-Adj., subst. als etymologisierende Übers. : chunich dere bitterenten [interl. zu regem Amorreorum ] PsWindb 134,11

MWB 1 834,37; Bearbeiter: Tao

bitternis stSubst. ‘Bitterkeit, Leid’ so daz dis volk gemeinlich nicht / hette gehat zu vreuden phlicht, / daz sy gehindert hette leyt, / daz nicht want biternisse treyt Hiob 1298

MWB 1 834,63; Bearbeiter: Tao

bitterolf stM. 1 Schimpfname für einen grausamen Wüterich
2 als Personenname
   1 Schimpfname für einen grausamen Wüterich: ir senefrîcher biterolf, / ir tuot alsam der wolf Georg 4173    2 als Personenname: Johannes Bitterolfe deme jungen UrkCorp 637,1; Bitrolf sô hiez der selbe degen Bit 39; Biterolf ebd. 201; Wartb Fl 14,Überschr.

MWB 1 835,3; Bearbeiter: Tao

bitterunge stF. ‘Bitternis’ si gâben im tranc, / hantigen wîn sunder danc / und gemischt mit galle. / in Marci spruches halle / nennet man di mischunge / von der mirre bitterunge. / sust hîz der wîn ‘mirratum’ JvFrst 8536

MWB 1 835,9; Bearbeiter: Tao

bittervîge swF. ‘bittere, unreife Feige’ Will 41,1; uuante also dîe bítteruîgon uóre kúndent, daz dîe rîefon unte dîe sûozon nâh súlen kúmen, also sínt díu legalia pręcepta umbra ueritatis et gratiae ebd. 41,7

MWB 1 835,14; Bearbeiter: Tao

bittunge stF. ‘Bitte, Gebet’, hier ‘Weissagung’ erchuche bittvnge [ suscita precationes erfülle die Weissagungen Sir 36,17] PsM Per 3,17

MWB 1 835,19; Bearbeiter: Tao