Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
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b – bachhelling
bächîn – backwërc
bacolôn – badestubære
badestube – balde
baldecheit – balmunden
balmunt – balsamtrôn
balsamtropfe – ban, bane
1ban – banekîe
banël – bänkelîn
banken – bantac
bant|âder – banzins
banzûn – bârbrët
1barc – bârkleit
barkorn – barmhërzeclîche
barmhërzege – barten
bartenære – base
Baseler, Basler – bate
bate, pate – bearbeiten
bearren – bechersamenære
becherweide – beckenknëht
beckenkol – bedancheit
bedarf (?) – bedingen
bedirmen – bedrangen, bedrengen
bedrât – begâben
begâbunge – begelimpfen
begenagen – begin
begîne – beglîmen
beglîmunge – begrîflich
begrîflîcheit – behaft
behaftec – behaltunge
behandeln – beheimsuochen
beheiʒen – behern
behêrren – behoven
behten – behuoflich
behuoren – beie
beie – beinîn
beinîsen – beiʒe
1beiʒe – bekantlicheit, bekentlicheit
bekantnisse, bekentnisse – bekerzen
bekicken – beklipfen
beklocken (?) – bekorunge
bekorungnisse – beküelen
bekumberhaft – belæren
belasten – belîbelich
belîben – belônære
belônen – bemaln
bemangen – bemurmeln
bemüseln – benedîunge
benediz – bennen
bennige – bequâme
bequæme – bërc|êrîn
bërcgar – bërcphenninc
bërcrëht – beredenunge
beredet – 1berennen
2berennen – bërhtnaht
berhtram – berillîn
berîmeln – bërlich
bërlîn – bernisch
bërnklâ – bêrswîn
bertenære – beruofære
beruofen – besamentlîchen
besamenunge – beschatzære
beschatzen – beschemen
beschemenisse – beschînen
beschirm – beschouwunge
beschremen – besebelicheit
beseben – besetzunge
besëʒ – besîtes
besitzære – beslîʒen
besloʒ – besnöuwen
besnüeren – besprëchære
besprëchen – beste
bestëchen – bestiure
bestiuren – bestürzen
bestutten – besuochnisse
besuochunge – bët
betagen – bëtelære
bëtelærinne – bëtemësse
betemmen – bëtewîn
bëtewîp – betrahtegen
betrahten – betrogenlich
betrônen – betrûren
betrûrigen – bettemunt
betten – betûchen
betüemen – betwungenheit
betwungenlich – bevellicheit
bevern – bevliehen
bevlieʒen – bevür
bevürhten – bewærnüsse
bewarsam – bewëlgen
bewëllen – bewindeln
bewinden – bezâfen
bezaln – beziln
bezimbern – beʒʒer
beʒʒerære – bî bestân
bîbilde – bíderben, bedérben
biderbenen, bederbenen – bîenkar
bîenswarm – bieʒenblat
bieʒenkrût – bîhtât
bîht(e) – bilchmûs
bildære – bildoht
bildunge – bilsensaf
bilsensâme – bineʒ
binide – birden
bir(e) – birnwîn
birsære – bischolf
bî schrîben – bî slâfen
bî|slëht – bît
bitære – bittern
bitternis – biurlîn
biuschen – bîvilde
bîvilden – bîzeichenen
bî zëmen – blahsen
1blæjen – blâsehorn
blæselîn – blatengîr
blatenrinc – blëchhantschuoch
blëchrinc – bleichvëlt
blende – blîche
blîchen – blîkloz
blîkolbe – bliuclich
bliuge – blôdern
blotschen – blüemunge
blüetebërnde – bluomental
bluomenvar – bluotgieʒen
bluotgieʒende – bluotstürzunge
bluotsûgende – bobenthalben
boc – bogelîn
bogen – 2bolle
bollen – 3bor
bor-, enbor- – (borliep,) enborliep
bormære – bortengewant
bortiure – bote
botech – bou
bouc – boummate
boum|öle – bôʒwurz
brâ – brâ|hâr
bræhen – brantlich
brantreite – brâwelîn
bræwen – brëhenen
brëhentac – brenken
brenn-, bern(e)-, birnschatz – bretsche
brëtsnîdære – brieschen
brievære – brionie
brîsære – briulêhen
briumeister – briuwe
briuwe – brohsen
bronie – brôthalle
brôtheit – bruch
bruch – bruckenambet
bruckenære, bruggenære – brüeterîn
brügel – brünnære
brunne – brünselbërc
brünseln – bruoderhûs
bruoderkint – brust
brust – brûtdëgen
brûtdrüʒʒel – brûtsanc
brûtschaft – buckel
buckelære – büellîn
büeʒære – buhsboum
bühse – bûlslac
bulzen – buoben
buobengâbe – buochisch
buochkamere – buoliân
buollîn – buppe
bur – burcgrâvenambet
burcgrâvenrëht – burcmeisterlêhen
burcmeisterschaft – burcstal
burcstat – bürde
bürdelîn – burgergemeine
bûr|gerihte – Burgunder
Burgunjoys – bursenære
bursît – büschelîn
buschoff – bütelin
bûtelîn – bûvëlt
bûvisch – buʒʒel

   bîʒ - blægen    


bîʒ stM. von biʒ, biz nicht immer zu unterscheiden. ‘Beißen’ [Satan,] der Even riet des obzes bis [ : itewîz ] HeslApk 21318. 10003. 12987; daz heil / daz uns Eva benam / von dez apfels bis und Adam HvNstGZ 1942; sin dot nam uns von itwiz, / sin sterben waz der helle biz ebd. 1952. den ~ bîzen: HeslApk 1701; des beiz her des todes biz / des ewigen vordamnisses ebd. 11576; bi dem ersten wibe, / daz den vorbotenen biz beiz ebd. 16669 u.ö.

MWB 1 846,35; Bearbeiter: Tao

bîʒære stM. ‘jmd., der beißt’, viell. etymologisierend zu bolus ‘der Wurf, Bissen’: des andirn [zweiten Namens des Teufels neben Sathan ] han ich nicht vorgezzen, / ich meine daz her ouch alsus / in latine heizet Diabolus, / daz sprichet: ein bizere Brun 6568

MWB 1 846,44; Bearbeiter: Tao

bîʒeclich Adj. eigentl. ‘bissig’, hier von großer Schlagkraft gesagt: si habeten an daz selbe velt / uf geslagen manec gezelt / ostenan zesamene / mit pizeclicheme magene. / si ne heten forte [= vorhte ] nechein VMos 77,10 (z.St. vgl. Wells, VMos., S. 165)

MWB 1 846,50; Bearbeiter: Tao

bîzeichen stN. 1 ‘ein zur Erklärung gegebenes Bild, Beispiel, Gleichnis; (warnendes oder nachzuahmendes) Beispiel’
2 ‘Vorbild (in typologischer Deutung), Präfiguratio; sichtbares Zeichen (mit geistlicher Bedeutung)’
3 ‘Bedeutung’
4 ‘Wunderzeichen’
5 ‘Kennzeichen’
   1 ‘ein zur Erklärung gegebenes Bild, Beispiel, Gleichnis; (warnendes oder nachzuahmendes) Beispiel’ – jmdm. (ein, diu) ~ geben: [Christus] gab uns damit [mit der Fußwaschung] bizeichin, daz er mit deme heiligem wazzir unde mit sinem heiligem bluͦte, dei ûz siner sîten runnin, uertiliget alle unser sunte Spec 49,7; EvStPaul 13432; daz bat kan uns bîzeichen geben, / er vâhet an ein niuwez leben HvBer 2080; Pilgerf 3120. an jmdm. daz ~ haben u.ä.: gnad git man nit dem, der sich dar zü nit füget: vnd das haben wir manig byzaichen. zü dem ersten mal an dem, der [...] Gnadenl 3:A2,138; das bijzeichen hastu an sant Benedictus Pilgerf 4187. an jmdm./etw. ~ nemen: wiltu an yme nemen / byzeichen Pilgerf 4601; dar an saltu bijtzeichen nymmen / obe sij [Seele] aen dich moge missedun ebd. 6089. ein ~ sagen: vnd das du es dester bas merkest, so wil ich dir sagen ain bizaichen Gnadenl 1,25. ein ~ setzen: wonde aber nieman mich lihte noch niht verstat, so wil ich ein bizeichen setzin. nim ein wurmel [...] MNat 3,5.    2 ‘Vorbild (in typologischer Deutung), Präfiguratio; sichtbares Zeichen (mit geistlicher Bedeutung)’ diu heilicheit, diu darane [an der Kreuzigung Jesu Christi] ist, diu betivttet die piczeichen aller vnserer vorderen, swas si an ir opher begiengen vnd an ander saczunge, diu in geseczet was an den zeichenen der heiligen wissagen Konr 11,57; swaz in der alten ê ergie, / daz was ein bîzeichen ie / der dinge, diu von Christes zît / diu christenheit ze tuone phlît LvRegSyon 745; daz bîzeichen [Sakrament der Eucharistie] ist heiliclich, / wand man diu zeichen dâ begât, / wie Krist den tôt erliten hât ebd. 3163; daz ander bizaichen ist, daz si [Tauben] der wurme noh der kevere niht izzet Spec 36,1    3 ‘Bedeutung’ daz ergie an grozze bizaichen niht. er bezaichenot daz er si verlozzen wolte PrOberalt 71,18; do der blinde den hæiligen namen irhorte, want er des namen bizeichen wol verstunt, do rief er dar mit disen worten: Jesus [...]! PrHoff 96,23; daz diu geschiht wære geschehen / von gotelîchem geræte / und daz sie bîzeichen hæte LvRegFr 885; dô [...] sîn sin niht moht erreichen / der gesihte [Vision] bîzeichen ebd. 3429 u.ö.    4 ‘Wunderzeichen’ als ein biceichen [interl. zu prodigium ] worden bin ich mangen PsM 70,7    5 ‘Kennzeichen’ bizeichen und ir wapen, da bi man sie erkennen solt Lanc 612,21

MWB 1 846,56; Bearbeiter: Tao

bîzeichenen swV. bezeichenen

MWB 1 847,41;

bî zëmen stV. ‘zu jmdm. passen’ die fiole bi der erden steit, / inde bezeigenet uns die demuͦdicheit, / die zemet den megethen wale bi, / dat si gode deste werdere si Lilie 65,47

MWB 1 847,42; Bearbeiter: Tao

bîʒen stV. (Ia) 1 ‘(in) etw. beißen’
1.1 ‘etw. zerbeißen ’
1.2 dan ~ ‘durch Beißen entfernen’
1.3 in Gebärden des Zorns, der Angst usw.
1.4 zur Nahrungsaufnahme: ‘etw. essen, fressen’
1.4.1 mit Gen./ Akk.-Obj.
1.4.2 mit Präp.-Obj.
2 ‘jmdn./ein Tier durch einen Biss, einen Stich verletzen, verwunden’ (meist tr.)
3 übertr. auf seelische Schmerzen: ‘jmdn. quälen, peinigen’
4 in unpers. Konstruktion mit ez als Subj.: ‘schmerzen, weh tun’
5 ‘einen beißenden Reiz verursachen, scharf schmecken, brennen’
6 vom Schwert: ‘schneiden, eindringen’
   1 ‘(in) etw. beißen’    1.1 ‘etw. zerbeißen ’ diu mûs geriet daz netze gnagen / und mit den zenen bîzen. / daz netze geriet sich rîzen / enzwei Boner 21,43    1.2 dan ~ ‘durch Beißen entfernen’: der [Löwe] kratzet unde beiz dan / holz und erde unz er gewan / ein gerûme ûzvart Iw 6747    1.3 in Gebärden des Zorns, der Angst usw.: he [...] beiz in die stangin, / daz die uoris flamme / dar uz uoren dicke Roth 4660; fvrn Hersante schande was niht kleine, / sie beiz vor zorne in die steine ReinFu K,1182; ich bizze wol durch einen stein, / ich bin sô muotes ræze, / hei waz ich îsens æze! Helmbr 408; ê daz dû [ Pleherîn ] in [ Tristan ] getörstest jagn, / [...] du bizzest in den vinger ê, / daz er bluote und tætest dannoch mê: / du bræchest ûz diu ougen dîn! UvTürhTr 1975. der zorn im an sin herze kam [...]. / sine zene er zv samne beiz, / sine ougen er vurkarte Herb 418; swelch man sich des vor grimme flîzet, / daz er den munt zesamen bîzet / und hin und her sîn ougen spitzet Renner 4496    1.4 zur Nahrungsaufnahme: ‘etw. essen, fressen’    1.4.1 mit Gen./Akk.-Obj.: der aver des anderen [ obezes ] bîzzet Gen 262; unde hüete daz dû der wurze iht enbîzest, des gewünstû schaden Barth 139,4; daz er in [Käse] solde bizin an [= âne ] in ReinFu K,225; sweme wart ein slach oder ein stôz, / der was des gewissen tôdes / unde ern beiz dar nâch niemer brôtes VAlex 1238. den biz an etw. gebîzen: ir werdet gote glich, / gebizet ir dar an den biz HeslApk 895    1.4.2 mit Präp.-Obj. – mit in: in den kæse er vaste beiz UvTürhTr 2528; vil vrâzlich er [Wolf] dô in si [Geiß] beiz Boner 11,6. – mit abe: abe einem huone er gebeiz / drîstunt Er 8649; ab dem brôte beiz er zehant Wig 4995; sümliche bizent ab der sniten / und stozents in die schüzzel wider / nach geburischen siten TannhHofz 45    2 ‘jmdn./ein Tier durch einen Biss, einen Stich verletzen, verwunden’ (meist tr.): kratzen unde bîzen kunde ez [Bär] niht den man NibB 950,1; Iw 6761; swen ein wutender hunt bizet SalArz 75,27; Macer 4,7; StRAugsb 114,7; sô den menschen die wurme bîzent in dem bouch, der nem [...] Barth 158,15; HeslApk 19117; do hâte ich ir hant so lieblîch vaste [...], / davon si beiz mich in mîn hant SM:Had 2: 5,2; MF:Reinm 67:2,4. – von Insekten, Blutegeln: Roͮlanten hat lichte ain prem gepizzen Rol 6085; (Heilverfahren:) setze egelen an den slaf. wollin di da nicht bizen, so netze den slaf mit wine, so bizen si zu hant SalArz 33,24. die wunde ~ ‘durch Beißen eine Wunde zufügen’ die wunden, die ain töbiger hunt hât gepizzen BdN 323,13. – übertr.: mîn vrouwe enbîzet iuwer niht Iw 2269. – refl.: daz si niht nement ir mundes war / und bizent in die vinger sich / und in die zunge TannhHofz 148. al umbe sich ~ : ReinFu K,791    3 übertr. auf seelische Schmerzen: ‘jmdn. quälen, peinigen’ si hofte ir alda buzen / des vngemaches daz si beiz PassI/II 370,81; din gewißen, / die dich bizzet und hat gebizzen HvNstGZ 6295. – subst. ~ der conscienzjen ‘Gewissensbiss’ die wort sancte Bernhartz: ‘so wir in essent, so werden wir von ime gessen; sin essen ist das stroffen unser conciencien, das bissen der conciencien Tauler 312,12; das bewiset sich mit maniger wise, mit lidunge, mit bissen der conciencien ebd. 396,16    4 in unpers. Konstruktion mit ez als Subj.: ‘schmerzen, weh tun’ swem gerne wullet oder den is in den magen bisset, der neme [...] Macer 12,7; di minze [...] heilet, dem is von der ruͦre in dem buche bysset ebd. 25,26    5 ‘einen beißenden Reiz verursachen, scharf schmecken, brennen’ wand in der pheffer sêre beiz SAlex 2123; der [Zimt] baz zengert unde bisset an der zungen Macer 84,3. – Part.-Adj.: ez hât auch die art, daz ez die peizenden scherpf in den wunden und in den geswern vertreibt BdN 335,30. 356,34; die peizenden swäm, die den menschen in dem leib nagent ebd. 341,2    6 vom Schwert: ‘schneiden, eindringen’ daz ingeini [keine (anderen Schwerter)] baz nibizzin Anno 20,13; daz [Schwert] snîde und bîze allez, daz ih ez heize Segen4 2; ich trag oͮch, das da bisset, / ain vil guͦt swert an miner hant EckenlE2 64,3

MWB 1 847,46; Bearbeiter: Tao

biʒhër Adv. s.a. biʒ Präp., Konj. 1.3; auch mit verstärkendem al. – ‘bis jetzt’ alle die volchwîch / die von Darios zît / al bizher sint geschên VAlex 1514; alle lut [...] die man gesprechen mac / von hinnen biz an den sunes tac / oder munt ie gesprach biz her HeslApk 1369. 13689; alle hochgezit bitzehar die dis jor lang sint gewesen Tauler 114,19; WüP 89,44. 95,3

MWB 1 849,3; Bearbeiter: Tao

bîziht stF. ‘Beschuldigung, Bezichtigung’ diu suone wurd von ir getân, / op der künec wolde lân / bîziht ûf ir sweher Lôt Parz 728,7; im gab [...] / sin vater ein juncfrouwen gut, / riche, schone und wol behut / von allerhande biziht Vät 10285; sage an ob war si oder niht / der zweier vrouwen biziht / unde ir manige bosheit [...]! ebd. 24338; îdoch weiz ich nicht, / waz des widdirsatzis bizicht / ûf den kunic wêre NvJer 26731. 20262. 20266; StRFreiberg 44,16

MWB 1 849,11; Bearbeiter: Tao

bîziune, bitze Subst. ‘umzäuntes Grund-, Ackerstück’ ein pizvne bi sante Lienharte UrbBayÄ 88. 72; dv́ eine mat, dv́ lit in dem bizin UrkCorp (WMU) 1950,19; i acker in den bitzen nebent Wilhelme dem kv́rsener ebd. N90,32. 2941,6

MWB 1 849,21; Bearbeiter: Tao

bîzunge F. ‘Verleumder’ wie doch an wijbes miszefart / der man clein schuld hab, / er wu̍rde besprochen villicht darab / von argen bizungen [viell. als biʒ-zunge ‘bissige Zunge’ zu lesen? (vgl. Anm. z.St.)] Krone 24104

MWB 1 849,26; Bearbeiter: Tao

biʒʒe swM. 1 ‘Biss’
2 ‘Bissen, Stück’
3 als Verstärkung der Negation: niergen bizzen, niendert bizzen ‘kein bisschen, nicht im Geringsten’
   1 ‘Biss’ ist aber, daz er [der Tafelrunde Unwürdige] gesitzet dar, / der êrste bizze meldet in / und wirt wan laster sîn gewin HvFreibTr 1387    2 ‘Bissen, Stück’ in den kêse dô beiz er / [...] und warf der küneginne / einen bizzen gein dem munde HvFreibTr 5201; Jesus bôt / Jude daz îngetunkte brôt / (ich mein den nazzen bizzen) JvFrst 2889; dy koster der wyn di sullin vru kostin, wen si habin iren munt vnd ire czungin wol gewaschin, vnde sullin dry bissin brotis e essin odir vire Pelzb 137,28; BvgSp 50    3 als Verstärkung der Negation: niergen bizzen, niendert bizzen ‘kein bisschen, nicht im Geringsten’ daz doch ist nirgen bissen war Minneb 1296; trwͤen, du bist nyndert bißen wunt ebd. 4424 u.ö.

MWB 1 849,31; Bearbeiter: Tao

blâ Adj. auch blâb. 1 ‘blau’
2 ‘blutunterlaufen (infolge von Schlägen); bleich, blutleer’
   1 ‘blau’ die gruͤne varue het er [Regenbogen] uon dem wassere, die blawe uon dem lufte Lucid 58,14; ist daz houbet siech in dem hirne, sô ist daz harn blâ unde louter Barth 128,30; SalArz 111,15; mange decke snêwîze, / gel, brûn, rôt, grüen unde blâ Tr 667; diu künegîn mit ir blanken hant / gelâsûrten dictam / al blâ mit vînæger nam Wh 99,24; der beste [ jâchant ] ist blâ als ein saphîr Volmar 174; den schilt fuort er von lâsûr blâ / geverwet KvWTurn 626; in grüene mac man schouwen / bluomen blâ brûn rôt gel blanc KLD:Kzl 12: 1,8; swer plawe varb machen welle, der nem lasawr in ezzeich vnd [...] BairFärb 11,1. – in der Farbensymbolik für Beständigkeit, Treue: sage mir [...] was ist bla? / ich sprach das ist stetekeit: / der liep gegen herzeliebe treit. / [...] doch siht man mangen blowes tragen, / moeht d’ rok die warheit sagen, / er seite ein ander’ mere SechsFarbenI 70; das blo kleit das meint unwandelberkeit, nút das man sich hútte uͤbe und morne sloffe lasse Tauler 379,35; pei plâwer varb verstê wir gemaincleich stætikait, wan ez ist ain reht himelvarb BdN 214,6    2 ‘blutunterlaufen (infolge von Schlägen); bleich, blutleer’ wuͦrde ein man mit steben geslagen vffe sinen rucke vnde buͦch vnde die slege bruͦn weren vnde blâ vnde vf erhaben UrkCorp (WMU) 51,38; der arm mac iu werden blâ / von der leder herte Helbl 8,462; die der warte pflâgen / enliezen sich nicht trâgen, / sie enmachten vollenclîchen dâ / den heiden ire kopfe blâ LivlChr 4270. dar auff waren kamerweyb / und manig unleutseliger leyb / mit gerumphen wange, / dutten waich und lange, / manig kalter plaber munt: / dise was plaich, dise was ungesunt HvNstAp 17921

MWB 1 849,46; Bearbeiter: Tao

blæbalc stM. ‘Blasebalg’ sam liut erine bilde hiez er im vil giezen. / [...] und innen vol mit fiure, daz’z in zem munde uz wete, / zu sehene ungehiure, wan ie ir einz ein blebalk under blæte JTit 6208,2

MWB 1 850,17; Bearbeiter: Tao

blabezen, blebzen swV. ‘stammeln; plappern, schwatzen’ balbutio: blapizon SummHeinr 2:105,33; blatero [...]: blebbezen ebd. 2:196,137; balbutio: blabbizon, stamelo ebd. 2:196,138

MWB 1 850,22; Bearbeiter: Tao

blabisen (?) swV. vgl. ausführlich Rosenqvist 1,88. – nur Part. Prät. ‘mit Bart versehen’ eickelich heyden man, / der da gereden quam, / hadde eynen knecht vur eme gaen, / geblabiset [ habentes larvas barbatas ] sunder wayn / mit eyme groessen barde Karlmeinet 371,2

MWB 1 850,26; Bearbeiter: Tao

blâblâ stN. (?) ‘Blabla’ ich wil hie shribvn, / von disen tvmben wibvn, / was hie wirt plapla gvsprochvn Röhrich 1,202 (Reichenau, St. Georg/Oberzell, Wandfresko, vgl. auch Röhrich 3,907)

MWB 1 850,32; Bearbeiter: Tao

blach Adj. vgl. blachmâl stN. und Etymol.Wb.d.Ahd. 2, 154f. s.v. blah-. 1 ‘dunkelfarbig, schwarz’
2 ‘bleich, blass’
   1 ‘dunkelfarbig, schwarz’ einen roc nâch sînem muot / gesniten vil gewære / ûz einem Pöltingære [Tuch von St. Pölten, das nicht als vornehm galt, vgl. Anm.z.St.] , / daz was in der græwe blach Helbl 1,315    2 ‘bleich, blass’ ouch vil snelle von im entweich / sîn liehtiu varwe, diu wart bleich, / sîn antlitze blach unt missevar, / sîn reidez hâr dünne gar AlexiusA 323; slach [La. blach ] und hungrig was sîn lîp Boner 63,30

MWB 1 850,36; Bearbeiter: Tao

blâch stMN. (?) zu 1blæjen? ‘das Wehen, Blasen’ doch namen si ir [der ohnmächtigen] vrouwen war. / man druͦc si vor di kirchdur / an des windes blach hin fur, / daz si den luft enphienge / unde aber maht gevienge Elis 1940; daz wir verlân des stades grien / und den segel innezien / hôch ûf in des windes blâch / und uns zur verte lâzen gâch Erlös 927; ir segel vinc des windes blâch ebd. 3851

MWB 1 850,47; Bearbeiter: Tao

blach|mâl stN. ‘Niello-Verzierung’ (Technik der Goldschmiedekunst, vgl. LexMA 6,1145): dô hete der chunich einen naff swâr, / dâ an stunden guldîne plachmâl VAlex 418 (ähnl. SAlex 493); als der mit gvͦtem vlizze / rein blahmal smelzt in golde, / svs saz der minn holde / der mvnt dikk vnd rot TürlArabel *A 79,13; daz [Dach] was von rotem golde, / mit plahmal uber blenket JTit 365,2. – Vgl. blach Adj.

MWB 1 850,56; Bearbeiter: Tao

blachmâlen swV. ‘mit Niello-Verzierungen versehen, niellieren’ wâhe góld kétenon [...] in wúrme wîs gebláhmâlot mít sílbere Will 18,4; wâhe golt ketenne [...], gebroͮht in wurmes wîs, geblecmâlet mit silbere TrudHL 23,23; vgl. Ct 1,10

MWB 1 851,1; Bearbeiter: Tao

blachsalz stN. gekörntes Salz (im Ggs. zum in Formen gepressten), das in Säcken aus blahen transportiert und im Kleinen verkauft wird?: die [Salzhändler] suͤllen einen pfenninch von dem fuͦder geben, [...] ie von drein scheiben einen pfenninch. und von plahsaltz, swaz ein wagn getragen mach, gibt man zwen pfenninge StRMünch 233,8; und von dem charren, der plahsaltz traet, gibt man einen pfenninch ze zolle ebd. 233,15 (vgl. Glossar z.St.); dez ersten geit man ie von der scheiben saltz [...] einen Oͤtinger phenning, fvͤret aber er plachsaltz, daz raittet vnd ahtet der zolnær nah seinen trewen ze scheiben vnd zollet ez danne nah der scheiben UrbBayS 4,197. – Vgl. blahe swF.

MWB 1 851,6; Bearbeiter: Tao

bladac Subst. ein Wein: do gab man der sichen / guten wein von kriechen: / pinel, kiper und schavernach, / malmasiam von pladach [La. malvasiam vnd bladak ] , / muscatel, moras und lautertrangk HvNstAp 2767

MWB 1 851,20; Bearbeiter: Tao

blâdem stM. 1 ‘das Wehen, Blasen’
2 ‘Blähung’
   1 ‘das Wehen, Blasen’ daz in der Beier lande / der wint zefuorte und zetrande / mit sînem blâdem und sûs / manic grôzez hûs Ottok 33864    2 ‘Blähung’ der mage bleet sich etwenne uon eime plademe SalArz 49,37; cresse [...] tzuvuret [...] den pladen in deme libe ebd. 11,50; cumil [...] dempfet den pladim der in dem buche ummeget ebd. 13,56 u.ö.

MWB 1 851,25; Bearbeiter: Tao

blægen swV. 1blæjen

MWB 1 851,33;