bîʒ
stM.
von biʒ, biz nicht immer zu unterscheiden.
‘Beißen’
[Satan,] der Even riet des obzes bis [
: itewîz
]
HeslApk
21318.
10003.
12987;
daz heil / daz uns Eva benam / von dez apfels bis und Adam
HvNstGZ
1942;
sin dot nam uns von itwiz, / sin sterben waz der helle biz
ebd.
1952.
–
den ~ bîzen:
HeslApk
1701;
des beiz her des todes biz / des ewigen vordamnisses ebd.
11576;
bi dem ersten wibe, / daz den vorbotenen biz beiz ebd.
16669
u.ö.
MWB 1 846,35; Bearbeiter: Tao
bîʒære
stM.
‘jmd., der beißt’, viell. etymologisierend zu bolus
‘der Wurf, Bissen’:
des andirn [zweiten Namens des Teufels neben Sathan
] han ich nicht vorgezzen, / ich meine daz her ouch alsus / in latine
heizet Diabolus, / daz sprichet: ein bizere Brun
6568
MWB 1 846,44; Bearbeiter: Tao
bîʒeclich
Adj.
eigentl. ‘bissig’, hier von großer Schlagkraft gesagt:
si habeten an daz selbe velt / uf geslagen manec gezelt /
ostenan zesamene / mit pizeclicheme magene. / si ne heten forte [=
vorhte
] nechein VMos
77,10
(z.St. vgl. Wells, VMos., S. 165)
MWB 1 846,50; Bearbeiter: Tao
bîzeichen
stN.
1
‘ein zur Erklärung gegebenes Bild, Beispiel, Gleichnis; (warnendes oder
nachzuahmendes) Beispiel’
2
‘Vorbild (in typologischer Deutung), Präfiguratio; sichtbares Zeichen (mit
geistlicher Bedeutung)’
3
‘Bedeutung’
4
‘Wunderzeichen’
5
‘Kennzeichen’
1
‘ein zur Erklärung gegebenes Bild, Beispiel, Gleichnis; (warnendes oder
nachzuahmendes) Beispiel’
– jmdm. (ein, diu) ~ geben:
[Christus] gab uns damit [mit der
Fußwaschung] bizeichin, daz er mit deme heiligem wazzir unde
mit sinem heiligem bluͦte, dei ûz siner sîten runnin, uertiliget alle unser
sunte Spec
49,7;
EvStPaul
13432;
daz bat kan uns bîzeichen geben, / er vâhet an ein niuwez leben
HvBer
2080;
Pilgerf
3120.
–
an jmdm. daz ~ haben u.ä.:
gnad git man nit dem, der sich dar zü nit füget: vnd das haben wir manig
byzaichen. zü dem ersten mal an dem, der [...]
Gnadenl
3:A2,138;
das bijzeichen hastu an sant Benedictus Pilgerf
4187.
–
an jmdm./etw.
~ nemen:
wiltu an yme nemen / byzeichen Pilgerf
4601;
dar an saltu bijtzeichen nymmen / obe sij
[Seele] aen dich moge missedun ebd.
6089.
–
ein ~ sagen:
vnd das du es dester bas merkest, so wil ich dir sagen ain bizaichen
Gnadenl
1,25.
–
ein ~ setzen:
wonde aber nieman mich lihte noch niht verstat, so wil ich
ein bizeichen setzin. nim ein wurmel [...]
MNat
3,5.
2
‘Vorbild (in typologischer Deutung), Präfiguratio; sichtbares Zeichen (mit
geistlicher Bedeutung)’
diu heilicheit, diu darane [an der Kreuzigung
Jesu Christi] ist, diu betivttet die piczeichen aller vnserer
vorderen, swas si an ir opher begiengen vnd an ander saczunge, diu in geseczet was
an den zeichenen der heiligen wissagen Konr
11,57;
swaz in der alten ê ergie, / daz was ein bîzeichen ie / der dinge, diu von
Christes zît / diu christenheit ze tuone phlît LvRegSyon
745;
daz bîzeichen [Sakrament der Eucharistie] ist
heiliclich, / wand man diu zeichen dâ begât, / wie Krist den tôt erliten hât ebd.
3163;
daz ander bizaichen ist, daz si
[Tauben] der wurme noh der kevere niht izzet
Spec
36,1
3
‘Bedeutung’
daz ergie an grozze bizaichen niht. er bezaichenot daz er si
verlozzen wolte PrOberalt
71,18;
do der blinde den hæiligen namen irhorte, want er des namen bizeichen wol
verstunt, do rief er dar mit disen worten: Jesus [...]!
PrHoff
96,23;
daz diu geschiht wære geschehen / von gotelîchem geræte / und daz sie
bîzeichen hæte LvRegFr
885;
dô [...] sîn sin niht moht erreichen / der gesihte
[Vision] bîzeichen ebd.
3429
u.ö.
4
‘Wunderzeichen’
als ein biceichen [interl. zu prodigium
] worden bin ich mangen PsM
70,7
5
‘Kennzeichen’
bizeichen und ir wapen, da bi man sie erkennen solt
Lanc
612,21
MWB 1 846,56; Bearbeiter: Tao
bîzeichenen
swV.
→
bezeichenen
MWB 1 847,41;
bî zëmen
stV.
‘zu jmdm. passen’
die fiole bi der erden steit, / inde bezeigenet uns die demuͦdicheit, / die
zemet den megethen wale bi, / dat si gode deste werdere si Lilie
65,47
MWB 1 847,42; Bearbeiter: Tao
bîʒen
stV. (Ia)
1
‘(in) etw. beißen’
1.1
‘etw. zerbeißen ’
1.2
dan ~
‘durch Beißen entfernen’ 1.3 in Gebärden des Zorns, der Angst usw. 1.4 zur Nahrungsaufnahme: ‘etw. essen, fressen’
1.4.1 mit Gen./ Akk.-Obj. 1.4.2 mit Präp.-Obj. 2
‘jmdn./ein Tier durch einen Biss, einen Stich verletzen, verwunden’ (meist tr.) 3 übertr. auf seelische Schmerzen: ‘jmdn. quälen, peinigen’
4 in unpers. Konstruktion mit ez als Subj.: ‘schmerzen, weh tun’
5
‘einen beißenden Reiz verursachen, scharf schmecken, brennen’
6 vom Schwert: ‘schneiden, eindringen’
1
‘(in) etw. beißen’
1.1
‘etw. zerbeißen ’
diu mûs geriet daz netze gnagen / und mit den zenen bîzen. / daz netze
geriet sich rîzen / enzwei Boner
21,43
1.2
dan ~
‘durch Beißen entfernen’:
der [Löwe] kratzet unde beiz
dan / holz und erde unz er gewan / ein gerûme ûzvart Iw
6747
1.3
in Gebärden des Zorns, der Angst usw.:
he [...] beiz in die stangin, /
daz die uoris flamme / dar uz uoren dicke Roth
4660;
fvrn Hersante schande was niht kleine, / sie beiz vor
zorne in die steine ReinFu
K,1182;
ich bizze wol durch einen stein, / ich bin sô muotes ræze, / hei waz ich
îsens æze! Helmbr
408;
ê daz dû [
Pleherîn
] in [
Tristan
] getörstest jagn, / [...] du bizzest in
den vinger ê, / daz er bluote und tætest dannoch mê: / du bræchest ûz diu ougen
dîn! UvTürhTr
1975.
–
der zorn im an sin herze kam
[...]. / sine zene er zv samne beiz, / sine ougen
er vurkarte Herb
418;
swelch man sich des vor grimme flîzet, / daz er den munt zesamen bîzet /
und hin und her sîn ougen spitzet Renner
4496
1.4
zur Nahrungsaufnahme: ‘etw. essen, fressen’
1.4.1
mit Gen./Akk.-Obj.:
der aver des anderen [
obezes
] bîzzet Gen
262;
unde hüete daz dû der wurze iht enbîzest, des gewünstû
schaden Barth
139,4;
daz er in [Käse] solde bizin
an [= âne
] in ReinFu
K,225;
sweme wart ein slach oder ein stôz, / der was des
gewissen tôdes / unde ern beiz dar nâch niemer brôtes VAlex
1238.
–
den biz an etw. gebîzen:
ir werdet gote glich, / gebizet ir dar an den biz HeslApk
895
1.4.2
mit Präp.-Obj.
– mit in:
in den kæse er vaste beiz UvTürhTr
2528;
vil vrâzlich er [Wolf] dô in si
[Geiß] beiz Boner
11,6.
– mit abe:
abe einem huone er gebeiz / drîstunt Er
8649;
ab dem brôte beiz er zehant Wig
4995;
sümliche bizent ab der sniten / und stozents in die
schüzzel wider / nach geburischen siten TannhHofz
45
2
‘jmdn./ein Tier durch einen Biss, einen Stich verletzen, verwunden’ (meist
tr.):
kratzen unde bîzen kunde ez [Bär]
niht den man NibB
950,1;
Iw
6761;
swen ein wutender hunt bizet SalArz
75,27;
Macer
4,7;
StRAugsb
114,7;
sô den menschen die wurme bîzent in dem bouch, der nem
[...]
Barth
158,15;
HeslApk
19117;
do hâte ich ir hant so lieblîch vaste
[...], / davon si beiz mich in mîn hant
SM:Had
2: 5,2;
MF:Reinm
67:2,4.
– von Insekten, Blutegeln:
Roͮlanten hat lichte ain prem gepizzen Rol
6085;
(Heilverfahren:)
setze egelen an den slaf. wollin di da nicht bizen, so
netze den slaf mit wine, so bizen si zu hant SalArz
33,24.
–
die wunde ~
‘durch Beißen eine Wunde zufügen’
die wunden, die ain töbiger hunt hât gepizzen
BdN
323,13.
– übertr.:
mîn vrouwe enbîzet iuwer niht Iw
2269.
– refl.:
daz si niht nement ir mundes war / und bizent in die vinger
sich / und in die zunge TannhHofz
148.
–
al umbe sich ~
:
ReinFu
K,791
3
übertr. auf seelische Schmerzen: ‘jmdn. quälen, peinigen’
si hofte ir alda buzen / des vngemaches daz si beiz PassI/II
370,81;
din gewißen, / die dich bizzet und hat gebizzen
HvNstGZ
6295.
– subst.
~ der conscienzjen
‘Gewissensbiss’
die wort sancte Bernhartz: ‘so wir in essent, so werden wir von ime
gessen; sin essen ist das stroffen unser conciencien, das bissen der conciencien
Tauler
312,12;
das bewiset sich mit maniger wise, mit lidunge, mit bissen der conciencien
ebd.
396,16
4
in unpers. Konstruktion mit ez als Subj.: ‘schmerzen, weh tun’
swem gerne wullet oder den is in den magen bisset, der neme
[...]
Macer
12,7;
di minze [...] heilet, dem is von der
ruͦre in dem buche bysset ebd.
25,26
5
‘einen beißenden Reiz verursachen, scharf schmecken, brennen’
wand in der pheffer sêre beiz SAlex
2123;
der [Zimt] baz zengert unde bisset
an der zungen Macer
84,3.
– Part.-Adj.:
ez hât auch die art, daz ez die peizenden scherpf in den
wunden und in den geswern vertreibt BdN
335,30.
356,34;
die peizenden swäm, die den menschen in dem leib nagent
ebd.
341,2
6
vom Schwert: ‘schneiden, eindringen’
daz ingeini [keine (anderen Schwerter)] baz
nibizzin Anno
20,13;
daz [Schwert] snîde und bîze allez, daz ih ez heize
Segen4
2;
ich trag oͮch, das da bisset, / ain vil guͦt swert an miner hant
EckenlE2
64,3
MWB 1 847,46; Bearbeiter: Tao
biʒhër
Adv.
s.a.
biʒ
Präp., Konj. 1.3; auch mit verstärkendem al.
–
‘bis jetzt’
alle die volchwîch / die von Darios zît / al bizher sint
geschên VAlex
1514;
alle lut [...] die man gesprechen mac / von hinnen
biz an den sunes tac / oder munt ie gesprach biz her HeslApk
1369.
13689;
alle hochgezit bitzehar die dis jor lang sint gewesen Tauler
114,19;
WüP
89,44.
95,3
MWB 1 849,3; Bearbeiter: Tao
bîziht
stF.
‘Beschuldigung, Bezichtigung’
diu suone wurd von ir getân, / op der künec wolde lân / bîziht ûf ir sweher
Lôt Parz
728,7;
im gab [...] / sin vater ein juncfrouwen gut, /
riche, schone und wol behut / von allerhande biziht Vät
10285;
sage an ob war si oder niht / der zweier vrouwen biziht / unde ir manige
bosheit [...]! ebd.
24338;
îdoch weiz ich nicht, / waz des widdirsatzis bizicht / ûf den kunic wêre
NvJer
26731.
20262.
20266;
StRFreiberg
44,16
MWB 1 849,11; Bearbeiter: Tao
bîziune, bitze
Subst.
‘umzäuntes Grund-, Ackerstück’
ein pizvne bi sante Lienharte UrbBayÄ
88.
72;
dv́ eine mat, dv́ lit in dem bizin UrkCorp (WMU)
1950,19;
i acker in den bitzen nebent Wilhelme dem kv́rsener ebd.
N90,32.
2941,6
MWB 1 849,21; Bearbeiter: Tao
bîzunge
F.
‘Verleumder’
wie doch an wijbes miszefart / der man clein schuld hab, / er wu̍rde
besprochen villicht darab / von argen bizungen [viell. als
biʒ-zunge ‘bissige Zunge’ zu lesen? (vgl. Anm.
z.St.)]
Krone
24104
MWB 1 849,26; Bearbeiter: Tao
biʒʒe
swM.
1
‘Biss’
2
‘Bissen, Stück’
3 als Verstärkung der Negation: niergen bizzen, niendert bizzen
‘kein bisschen, nicht im Geringsten’
1
‘Biss’
ist aber, daz er [der Tafelrunde Unwürdige]
gesitzet dar, / der êrste bizze meldet in / und wirt wan laster sîn gewin
HvFreibTr
1387
2
‘Bissen, Stück’
in den kêse dô beiz er / [...] und warf der küneginne
/ einen bizzen gein dem munde HvFreibTr
5201;
Jesus bôt / Jude daz îngetunkte brôt / (ich mein den nazzen bizzen)
JvFrst
2889;
dy koster der wyn di sullin vru kostin, wen si habin iren munt
vnd ire czungin wol gewaschin, vnde sullin dry bissin brotis e essin odir vire
Pelzb
137,28;
BvgSp
50
3
als Verstärkung der Negation: niergen bizzen, niendert bizzen
‘kein bisschen, nicht im Geringsten’
daz doch ist nirgen bissen war Minneb
1296;
trwͤen, du bist nyndert bißen wunt ebd.
4424
u.ö.
MWB 1 849,31; Bearbeiter: Tao
blâ
Adj.
auch blâb.
1
‘blau’
2
‘blutunterlaufen (infolge von Schlägen); bleich, blutleer’
1
‘blau’
die gruͤne varue het er [Regenbogen]
uon dem wassere, die blawe uon dem lufte Lucid
58,14;
ist daz houbet siech in dem hirne, sô ist daz harn blâ unde
louter Barth
128,30;
SalArz
111,15;
mange decke snêwîze, / gel, brûn, rôt, grüen unde blâ
Tr
667;
diu künegîn mit ir blanken hant / gelâsûrten dictam / al blâ
mit vînæger nam Wh
99,24;
der beste [
jâchant
] ist blâ als ein saphîr Volmar
174;
den schilt fuort er von lâsûr blâ / geverwet
KvWTurn
626;
in grüene mac man schouwen / bluomen blâ brûn rôt gel blanc
KLD:Kzl
12: 1,8;
swer plawe varb machen welle, der nem lasawr in ezzeich vnd
[...]
BairFärb
11,1.
– in der Farbensymbolik für Beständigkeit, Treue:
sage mir [...] was ist bla? / ich sprach das ist
stetekeit: / der liep gegen herzeliebe treit. / [...]
doch siht man mangen blowes tragen, / moeht d’ rok die warheit sagen, / er seite
ein ander’ mere SechsFarbenI
70;
das blo kleit das meint unwandelberkeit, nút das man sich hútte uͤbe und
morne sloffe lasse Tauler
379,35;
pei plâwer varb verstê wir gemaincleich stætikait, wan ez
ist ain reht himelvarb BdN
214,6
2
‘blutunterlaufen (infolge von Schlägen); bleich, blutleer’
wuͦrde ein man mit steben geslagen vffe sinen rucke vnde buͦch vnde die slege
bruͦn weren vnde blâ vnde vf erhaben UrkCorp (WMU)
51,38;
der arm mac iu werden blâ / von der leder herte Helbl
8,462;
die der warte pflâgen / enliezen sich nicht trâgen, / sie enmachten
vollenclîchen dâ / den heiden ire kopfe blâ LivlChr
4270.
–
dar auff waren kamerweyb / und manig unleutseliger leyb /
mit gerumphen wange, / dutten waich und lange, / manig kalter plaber munt: /
dise was plaich, dise was ungesunt HvNstAp
17921
MWB 1 849,46; Bearbeiter: Tao
blæbalc
stM.
‘Blasebalg’
sam liut erine bilde hiez er im vil giezen. / [...]
und innen vol mit fiure, daz’z in zem munde uz wete, / zu sehene ungehiure, wan ie
ir einz ein blebalk under blæte JTit
6208,2
MWB 1 850,17; Bearbeiter: Tao
blabezen, blebzen
swV.
‘stammeln; plappern, schwatzen’
balbutio: blapizon SummHeinr
2:105,33;
blatero [...]: blebbezen ebd.
2:196,137;
balbutio: blabbizon, stamelo ebd.
2:196,138
MWB 1 850,22; Bearbeiter: Tao
blabisen (?)
swV.
vgl. ausführlich Rosenqvist 1,88.
– nur Part. Prät. ‘mit Bart versehen’
eickelich heyden man, / der da gereden quam, / hadde eynen knecht vur eme
gaen, / geblabiset [
habentes larvas barbatas
] sunder wayn / mit eyme groessen barde Karlmeinet
371,2
MWB 1 850,26; Bearbeiter: Tao
blâblâ
stN. (?)
‘Blabla’
ich wil hie shribvn, / von disen tvmben wibvn, / was hie wirt plapla
gvsprochvn Röhrich
1,202
(Reichenau, St. Georg/Oberzell, Wandfresko, vgl. auch Röhrich
3,907)
MWB 1 850,32; Bearbeiter: Tao
blach
Adj.
vgl.
blachmâl
stN. und Etymol.Wb.d.Ahd. 2, 154f. s.v. blah-.
1
‘dunkelfarbig, schwarz’
2
‘bleich, blass’
1
‘dunkelfarbig, schwarz’
einen roc nâch sînem muot / gesniten vil gewære / ûz einem
Pöltingære [Tuch von St. Pölten, das nicht als vornehm galt, vgl.
Anm.z.St.] , / daz was in der græwe blach Helbl
1,315
2
‘bleich, blass’
ouch vil snelle von im entweich / sîn liehtiu varwe, diu wart bleich, / sîn
antlitze blach unt missevar, / sîn reidez hâr dünne gar AlexiusA
323;
slach [La. blach
] und hungrig was sîn lîp Boner
63,30
MWB 1 850,36; Bearbeiter: Tao
blâch
stMN. (?)
zu
1blæjen?
‘das Wehen, Blasen’
doch namen si ir [der ohnmächtigen] vrouwen war. /
man druͦc si vor di kirchdur / an des windes blach hin fur, / daz si den luft
enphienge / unde aber maht gevienge Elis
1940;
daz wir verlân des stades grien / und den segel innezien / hôch ûf in des
windes blâch / und uns zur verte lâzen gâch Erlös
927;
ir segel vinc des windes blâch ebd.
3851
MWB 1 850,47; Bearbeiter: Tao
blach|mâl
stN.
‘Niello-Verzierung’ (Technik der Goldschmiedekunst, vgl. LexMA
6,1145):
dô hete der chunich einen naff swâr, / dâ an stunden guldîne
plachmâl VAlex
418
(ähnl.
SAlex
493);
als der mit gvͦtem vlizze / rein blahmal smelzt in golde, / svs saz der minn
holde / der mvnt dikk vnd rot TürlArabel
*A 79,13;
daz [Dach] was von rotem golde, / mit plahmal uber
blenket JTit
365,2.
– Vgl.
blach
Adj.
MWB 1 850,56; Bearbeiter: Tao
blachmâlen
swV.
‘mit Niello-Verzierungen versehen, niellieren’
wâhe góld kétenon [...] in wúrme wîs
gebláhmâlot mít sílbere Will
18,4;
wâhe golt ketenne [...], gebroͮht in
wurmes wîs, geblecmâlet mit silbere TrudHL
23,23;
vgl. Ct 1,10
MWB 1 851,1; Bearbeiter: Tao
blachsalz
stN.
gekörntes Salz (im Ggs. zum in Formen gepressten), das in Säcken aus
blahen transportiert und im Kleinen verkauft wird?:
die [Salzhändler] suͤllen einen pfenninch von dem
fuͦder geben, [...] ie von drein scheiben einen pfenninch.
und von plahsaltz, swaz ein wagn getragen mach, gibt man zwen pfenninge
StRMünch
233,8;
und von dem charren, der plahsaltz traet, gibt man einen pfenninch ze zolle
ebd.
233,15
(vgl. Glossar z.St.);
dez ersten geit man ie von der scheiben saltz [...]
einen Oͤtinger phenning, fvͤret aber er plachsaltz, daz raittet vnd ahtet der zolnær
nah seinen trewen ze scheiben vnd zollet ez danne nah der scheiben UrbBayS
4,197.
– Vgl.
blahe
swF.
MWB 1 851,6; Bearbeiter: Tao
bladac
Subst.
ein Wein:
do gab man der sichen / guten wein von kriechen: / pinel, kiper und
schavernach, / malmasiam von pladach [La. malvasiam vnd
bladak
] , / muscatel, moras und lautertrangk HvNstAp
2767
MWB 1 851,20; Bearbeiter: Tao
blâdem
stM.
1
‘das Wehen, Blasen’
2
‘Blähung’
1
‘das Wehen, Blasen’
daz in der Beier lande / der wint zefuorte und zetrande / mit sînem blâdem und
sûs / manic grôzez hûs Ottok
33864
2
‘Blähung’
der mage bleet sich etwenne uon eime plademe
SalArz
49,37;
cresse [...] tzuvuret
[...] den pladen in deme libe ebd.
11,50;
cumil [...] dempfet den pladim der in
dem buche ummeget ebd.
13,56
u.ö.
MWB 1 851,25; Bearbeiter: Tao
blægen
swV.
→
1blæjen
MWB 1 851,33; |