bleckze
swM.
‘Blitz’
ob ich wece als der blecze swert min [
si accuero ut fulgur gladium meum Dt 32,41]
PsM
C 6,41;
danchet blecze [stM.?] unde wolchen got [
benedicite fulgura et nubes domino Dn 3,73]
ebd.
C 7,73;
iedoch an dem regen sind plektzenn und toner schlahent nider,
die wasser aus diessent HvHürnh
18,2;
duo got mit sinem wistuome sinen ellenden wolt lonen, / vil harte erchomen si
sich, iz was blikche und tonere [La. ward bleczen vnd doner
] gelich AvaLJ
197,10
MWB 1 865,25; Bearbeiter: Tao
1bleckzen
swV.
‘blitzen; Blitze schleudern’
in dem schine bleczentes schaftes dines [
in splendore fulgurantis haste tue
]
PsM
C 5,11;
doner unde plecze [
fulgura coruscationem
]
ebd.
143,6;
bleckeze die blichezunge PsWindb
143,6;
ob der doner zaller vrist / slüege, swennez bleczend ist, / sô vorhte man in
aver baz / dan man tuot WälGa
13244;
er haizet donron und blechzon PrSchw
1,151.
– subst. Inf.:
daz blechzen PsM
76,19.
96,4
MWB 1 865,35; Bearbeiter: Tao
2bleckzen
swV.
Intensivbildung, vgl. 2
blecken stN.
‘blöken’
er slug in ain halben an den slaf, / das er
rerte [La. pläkczat
] als ain schaff / und vil nider auff den sant HvNstAp
9408
MWB 1 865,44; Bearbeiter: Tao
bleckzôt
stM.
‘Blitz’
ih sah Sathanan alse den blechzot uallen uon dem himile EvWM
921
(Lc 10,18)
MWB 1 865,48; Bearbeiter: Tao
blêgen
swV.
→
1blæjen
MWB 1 865,51;
bleich
Adj.
‘blass, fahl, weiß’
er wart uarlos unt plaih, / di ougen im uergiengen
Rol
6423;
UvZLanz
1980;
si wehselten genôte / bleich wider rôte; / si wurden rôt unde
bleich, / als ez diu Minne in understreich Tr
11918;
Wig
8970;
er ist bleich vnde misseuare / vnde vil vbel getan
Herb
12198;
Eracl
620;
mager unde bleich Iw
6212;
RvEBarl
1707.
15327;
der man [Schlafmohn] ist drierhande:
ein mit wisen bluomen, der ander mit rosenvaren, der dritte ein teil bleicher
Macer
31,3;
dis gold ist geliche dem golde von Arabia, daz da luter und schoͤn ist und
blaich PrGeorg
94,2.
93,15;
man siht oft ainen plaichen kraiz umb die sunnen oder umb den
mônen und haizent in die laien der sunnen oder des mônen hof BdN
96,19;
man schol die rôsen prechen, wenn si sich zemâl habent auf
getân und die zemâl rôt sint under den rôten rôsen, aber die plaichen oder die
underplaichen schol man hin werfen ebd.
344,19.
– mit von, vor:
von vorhten bleich und schamerot RvEWchr
7901;
blaich von zorne irs hertzen PrGeorg
12,22;
zu hant wurdes du gevar / vor zorne bleich odir rot Daniel
2975;
ze glîcher wîs, als dâ ein mensche rôt wirt von schame und bleich
Eckh
2:85,3;
vor grosser schame blaich WernhMl
1346.
– in Vergleichen:
bleich als ein was [= wahs
] ir wangen / vnd eime toten wol glich Herb
13384;
bleich als toten uarbe SalArz
110,57;
der nît sîn vahs vil tunkel verwet als ein bleich gehilwe
KvWLd
32,76;
ir liehter wünneclicher schîn / wart vil jâmerlich gevar /
bleich alsam ein asche gar KvWWelt
238.
– in Verbindung mit gevrumen, machen:
er gefrumete manigen haiden blaich Rol
5115.
4580.
6395;
des andern âbendes gienc sî dan / dâ sî ir vrouwen eine vant,
/ unde machte sî zehant / von vreuden bleich unde rôt Iw
2203
MWB 1 865,52; Bearbeiter: Tao
bleichacker
stM.
Übers. von ager fullonis
‘Walkerfeld’
czu ent der aycucht des ubirsten tiches an deme wege des blechackirs
Cranc
Jes 7,3
MWB 1 866,24; Bearbeiter: Tao
bleichære
stM.
‘Bleicher’
umb die blaicher StRAugsb
316,22;
sich svͤln auch die blaicher chaines tuͦches underwinden ze
blaichen wan daz die mezzere gemezzen habent ebd.
316,23.
– als Bestandteil von Personennamen:
Hainr. dem blaichær UrkCorp (WMU)
335,132;
Cvͦnrat der blaicher ebd.
2233,13
MWB 1 866,27; Bearbeiter: Tao
1bleiche
stF.
swF.
BdN
438,14.
1
‘heller, weißlicher Farbton, weiße Farbe; Blässe’
2
‘Platz, auf dem Stoffe gebleicht werden, Bleichplatz’
1
‘heller, weißlicher Farbton, weiße Farbe; Blässe’
– von Gold, Kleidung:
in der bleiche goldes [
in pallore auri
]
PsM
67,14;
dis gold ist geliche dem golde von Arabia, daz da luter und schoͤn ist und
blaich [danach in G(ZW): Waz ist abir bi der blaichi dez
goldes bezaichinot? daz ist der minne úbirvart
]
PrGeorg
94,2
(App.);
swie reine si [Christen] doch mit toufe sint
begozzen, / der da so wize cleidet, unkuͤsch tuͦt di blenk [La.
bleiche
] gar ubervlozzen. / sus wirt der touf geuneret JTit
226,4;
dise bleicheit [La. bleiche
] des kleides meinet einvaltikeit der wandelunge und
unannemlichheit und lidige lutere gelossenheit Tauler
379,31.
– von der Farbe der Haut:
ir rœselehten wangen / mit bleiche sint bevangen KvWEngelh
14;
mit bleiche wart im [dem Liebeskranken]
underweben / sîn rôsenblüendiu varwe ebd.
2176;
daz wort der herzoginne gie / in daz herze, dâ von sie ein roete gevie, /
die nam ir ab ein snelliclîchiu bleiche Loheng
6930
2
‘Platz, auf dem Stoffe gebleicht werden, Bleichplatz’
daz man chainen zwilich uz legen an die blaiche vor sant
Georin tage StRAugsb
316,28;
man hat der playch ainen besundern frid und scherm und pan
gelaet [= geleget
] und genomen da niden an dem Griezz StRMünch
406,18.
21.
22
MWB 1 866,34; Bearbeiter: Tao
2bleiche
F.
ein weiß, hell schimmernder Fisch:
solea: bleicha SummHeinr
1:160,661
MWB 1 866,60; Bearbeiter: Tao
bleichen
swV.
1 intr. ‘bleich werden, verblassen’ (s.a.
blîchen
2 ) 2 tr. ‘etw. bleichen, aufhellen; jmdn. erbleichen lassen’
1
intr. ‘bleich werden, verblassen’ (s.a.
blîchen
2):
si begunde harte blaichen Rol
8723;
sin ougen wurden trube, / sin nase begunde bleichen: / daz
was ein bitter zeichen Herb
10405;
bleichen unde blîchen / begunde ir varwe unde ir lîp
Tr
14318;
Alysen varwe diu wart rot / und dar nach wider bleichen. / diz was der minnen
zeichen Rennew
4655;
diu rede im solher vorhte jach, / daz man in sêre bleichen
sach RvEBarl
9114;
daz ich vor scham iht blaiche WhvÖst
2447;
in der ‘hœhe des berges’ dâ sint alliu dinc ‘grüene’ und niuwe; dâ sie vallent
in zîtlicheit, dâ bleichent sie und valwent Eckh
3:249,3;
der rubyn, clar carwunkel, / sardonycus, [...] / und
der saphir [...] / der muz ken der wisheit bleychen
Hiob
10863.
– Part.Präs.:
PsM
H 22,1.
– subst. Inf.: sunder (allez) ~
:
PassI/II
209,75;
NvJer
20032
2
tr. ‘etw. bleichen, aufhellen; jmdn. erbleichen lassen’
– mit Akk.d.S. :
daz tuoch bleichet sî [Sonne] , daz ez wîz wirt
Aneg
845;
sich svͤln auch die blaicher chaines tuͦches underwinden
ze blaichen wan daz die mezzere gemezzen habent StRAugsb
316,24.
69,27;
swer mit vlize / an der genaden wize / daz cleit lange bleichit
PassI/II
4,45;
van ruwen ind van unwerde / wandelde yr de varwe / ind wart geschaffen
dare / als eyn wys gebleichet doich KarlGalie
10365;
geværwet gruͤn alsam ain gras / was der schilt mit kunst, / so daz des
viures brunst / blaichet niht die gruͤn WhvÖst
3667;
[Rechtes Verständnis zum Pilger: ] du strelest und
bleichest yn [Leib] , / du spendelst und streichelst
yn Pilgerf
5704;
betrubnis wart mich angan / und daz antlitze bleichen Daniel
5955.
4579.
– mit Akk.d.P.:
si [
minne
] kann rotten und blaichen / von rechter liebi wib und man
MinneR 439
1624
MWB 1 866,62; Bearbeiter: Tao
bleichgevar
Adj.
→
bleichvar
MWB 1 867,33;
bleichgrüene
Adj.
‘blassgrün’
sô nim die blaichgrüenen salben unde strîch die in die nase
Barth
146,11
MWB 1 867,34; Bearbeiter: Tao
bleichheit
stF.
‘helle, weiße Farbe’
zwei kleine bildelin. das eine das ist in ein blo kleit gewunden
[...]. und do stet ein anders bi in einem bleichen
kleide mit uf gehaben henden, und stont alle beide barfuͦs
[...]. dise bleicheit des kleides meinet einvaltikeit
der wandelunge und unannemlichheit und lidige lutere gelossenheit Tauler
379,31
MWB 1 867,37; Bearbeiter: Tao
bleichlich
Adj.
‘blass’
nû was von dem recken [subst.Inf.] , / daz her ze
dem gezelt / die boten tâten über velt, / erwacht der ellensrîch / und gie ein teil
blûclich [La. plaichlich
] / für des paviluns tür Ottok
72013
MWB 1 867,44; Bearbeiter: Tao
bleichros
stN.
‘hellfarbiges Pferd, Schimmel’
albidus vel pallidus: blancros, bleichros SummHeinr
1:145,423
MWB 1 867,49; Bearbeiter: Tao
bleichrôt
Adj.
‘blassrot’
der man [Schlafmohn] ist
drierhande: ein mit wisen bluomen, der ander mit rosenvaren, der dritte ein teil
bleicher. under disen drin ist der wisse aller edelst.
[...] di rosenrot ist dar nach di beste.
[...] di dritte bleich rot, ob man der milch nutzet, si
gipt dem slaf Macer
31,7
MWB 1 867,52; Bearbeiter: Tao
bleichsal
Adj.
‘schmutzig blass’
die mir wilen waren rot, / mine wangen, die sint mir fal, /
vnde min varwe bleichsal / vnde wibelvar min munt Herb
12866
MWB 1 867,58; Bearbeiter: Tao
bleichvar, bleichgevar
Adj.
‘bleich, blass aussehend’
diu juncfrouwe bleich gevar / mit zuht ûf von ir venje stuont Parz
437,20;
gar krefftig was ir ungemach, / da von sÿ dik der selben stund / kust sinen
blaich farwen mund KvHelmsd
2290;
MinneR 476
457;
Morolff hette gemacht dri schar, / ein was swartz gefar, / di ander wis als
dann der sne, / so was die dritte bleich gefar SalMor
503,4.
562,3;
vil manig margariten / dar innen sin verkastet, / der schiͤn doch bleichvar
glastet / gein dem schilde, der dar under / brent in lobes fur lunder Minneb
2470;
daz kraut hât langeu pleter [...]
und sein pluom ist plaichvar oder gelblot BdN
396,16.
– jmdn.
~ getuon:
si getaten blaich uâr / manigen uermezen man
Rol
4424
MWB 1 867,62; Bearbeiter: Tao
bleichvëlt
stN.
wie
bleichacker
:
an der aytzucht des obirsten tyches an deme wege des blechveldis Cranc
Jes 36,2
MWB 1 868,13; Bearbeiter: Tao
blende
stF.
‘Blendung, Blendwerk’
di werlt ist nicht wen ein blende / und ein kunterfeit an ende Brun
10232;
got behende du wundelich [Pron.-Adj. ‘alle Wunden’]
/ von uns swende so minneclich, / sunde blende die von uns brich / vil genende wol
endelich Macc
14393
MWB 1 868,16; Bearbeiter: Tao
blenden
swV.
1
‘jmdn. blind machen, blenden; das Sehvermögen mindern’
2 von 1 ausgehende bildl. und übertr. Verwendungen 2.1
‘jmdn. (etw.) (ver-)blenden, täuschen’
2.2
an etw. geblant sîn
‘etw. beraubt sein’
3
‘das Licht, den Glanz von etw. verblassen lassen; etw. (mit etw.) bedecken’
1
‘jmdn. blind machen, blenden; das Sehvermögen mindern’
an dem zehentim iâre gewan er Ierusalem unde
[...] blante den kûnich Spec
38,24;
daz Alexander [...] / sîne liute
habete gevangen / unde geblentet unde erhangen VAlex
1024;
Herb
17616;
Eracl
3054;
RvEBarl
11302;
jmdn. mit den molten ~
Jüngl
1235;
sei daz man der swalben kindel plent, in komen diu augen
wider BdN
201,13;
es wirt etwenne ein luter oͮge als schiere geblendet von wissem melwe als von
bleicher eschen Seuse
221,19
2
von 1 ausgehende bildl. und übertr. Verwendungen
2.1
‘jmdn. (etw.) (ver-)blenden, täuschen’
etslîcher hin zir spræche, / daz in ir minne stæche / und im die freude
blante Parz
217,3;
diu liebe kan wol blenden / einn man, daz er niht gesiht
/ und nimt im doch der ougen niht Eracl
2480;
hat dich der tufel geblant? / du bist mit sehenden ougen
blint Herb
9780;
totlicher sunden dampen / blendet im der ougen liecht Daniel
6771.
– mit Gen.:
du bist ein bischof genant / vnde doch der warheide [in
Bezug auf die warheit
] geblant / die din munt [...] / den
anderen solde machen kunt PassI/II
219,26.
– refl.:
daz si [...] ir gemüete / von dir
[Gott] wendent und sich blendent / und
êwiclich ir sêle schendent Renner
10711
2.2
an etw. geblant sîn
‘etw. beraubt sein’
wir sîn an êren hie geblant Virg
690,2
3
‘das Licht, den Glanz von etw. verblassen lassen; etw. (mit etw.) bedecken’
der göteliche schin, / des glanz die sunnen blendet KvWGS
1271;
aber das grosse liecht der sunnen das hat si
[Sterne] geblendet Tauler
378,24;
was di erde geblant / mit sne in winderziten, / so gienc er an di liten / und
schar den sne hin zu tal MarLegPass
21,42;
Cranc
Uzl 266,32
MWB 1 868,22; Bearbeiter: Tao
blendunge
stF.
‘Verblendung, Blindheit’
unde alse vil alse nah dem so enist got niht ein sache der blendunge [
excaecationis
] oder der verhertunge, alse er ouch dekein sache der sünde ist
ThvASu
180,27
MWB 1 868,57; Bearbeiter: Tao
blenke
stF.
1
‘weiße Farbe’
2
‘weiße Schminke’
1
‘weiße Farbe’
minnen kraft mit freuden krenke / frumt in bleich an sîner blenke Parz
810,30;
im gap dar diu künegîn ir hemde, / blanc sîdîn, als ez ir blenke ruorte
Tit
81,3;
JTit
1530,2;
ir mundes rœte und ouch ir armes blenke MinneR 30
654,4;
iwers helmes varwe [...], / diu ist von vier stücken
gar: / lâsûrblâ und silbervar, / daz ein teil swarz alsam ein kol, / daz stêt gên
der blenke wol Bit
2806;
sô trage ich wol in grâwe wîze strîfen. / geswîget Muot, daz bringet mir die
krenke, / mîn blenke müeste brûnen Hadam
234,6.
–
bî der blenke diu briune, Umschreibung für die weibl. Scham (vgl.
blanc
Adj.):
ez ist guot / daz man bî der blenke / die briune rüere Neidh(HW)
53,16
2
‘weiße Schminke’
ir varewe lieht unde gût, / rehte als milich unde blût, / wol gemischet rôt
und wîz, / âne blank [Laa. blencke, blanke
] und ân vernîz En
5172
MWB 1 868,62; Bearbeiter: Tao
blenkeln
swV.
‘wiederholt erklingen machen’
Gáselhere, nu blanckell dein tambúre! Neidhc
120:8,1
MWB 1 869,16; Bearbeiter: Tao |