brasten
swV.
‘prasseln, krachen’, nur subst. Inf. belegt:
als ob der donre slüege enzwei / mit kreften einen ganzen walt, / sus wart ein
brasten manicvalt / von scheften und von lanzen KvWTroj
36922.
12241;
do sin wirtinne [Loths Frau] nu horte hinder ier dc
fiur und dc groze braston do sach si umbe sich PrSchw
1,25
MWB 1 971,34; Bearbeiter: Hoffmann
brât
stN.
‘Fleisch, Weichteile des Körpers’
und [der Löwe] zart
im [dem Riesen] cleit unde brât / als lanc sô der
rücke gât / von den ahseln her abe Iw
5053;
er sluge sines swertes ort / durch Diomedes sarewat / in sin
fleisch vnde in sin brat Herb
9926;
brât und lide im tâten wê Parz
215,27.
75,6.
153,9;
în gedrücket dur daz brât / biz ûf daz bein ze grunde KvWTroj
38438.
37522.
38516
MWB 1 971,41; Bearbeiter: Hoffmann
brâtære
stM.
‘Bratenwender’ oder ‘Schlemmer’ (ausführl.
zur Bed. AWB 1,1324):
ardalio: pratere VocBV926
3:428,51;
ir habt âne swær / einen edelen brâtær / in iuwer kuchen hie
ze stunt, / [...] ez ist der künic von Engellant
EnikFb
1444
u.ö.;
sô wirt der brâte harte dünne [La. C wirt dem brater harte
harte [!] kleinē
]
KLD:Schulm
1:1,13.
– als Bestandteil von Personennamen:
Haug der Prater, Albrecht der Prater UrkCorp (WMU)
304,37,38
MWB 1 971,49; Bearbeiter: Hoffmann
brâte
swM.
1
‘Fleisch, Weichteile des Körpers’
2
‘zum Braten geeignetes Stück Fleisch, Braten’ (vgl. Dalby, Mediaeval Hunt, 37f.)
1
‘Fleisch, Weichteile des Körpers’
zwene der viervndzweinzigen schowent des klegers wunden, ob si gange dvr hvt
vnd dvr braten, also daz es mvge heizen ein blvͤtiger slag UrkCorp
1797A,3;
si [die Vögel] zartten yme [dem
Riesen] das fleisch ab / mit so gijrischer vngehab, / das sie jne
dorch slügen / vnd jne bisz vf das hertz nügen / vnd zerteilten sine braden
[La. sein braten
]
Krone
14140;
sage mir, vil trût geselle, / wie sint dîn [des
Hundes] brâten und dîn belle / sô veizet und ouch dîn balc sô vol?
Renner
7350
2
‘zum Braten geeignetes Stück Fleisch, Braten’ (vgl. Dalby,
Mediaeval Hunt, 37f.):
nû schant erz [das Reh] dâ erz
weste / veizet und aller beste, / und nam des einen brâten dan Iw
3903;
Tr
2902;
der hunt was wol beraten, / einen grozen braten / trug er in dem munde
ErzIII
90,10.
–
dv wirdest meister vber die braten ReinFu
K,687;
ez briet sîn vleisch vür sich dar, / unz daz ez rehte wart gewar, / daz nû
der brâte sûste / und in der hitze brûste Schrätel
221.
–
er [Herbst] wil manig her
birâten / veizzer brâten unde wil / trachten vil darzuo si machen vol
SM:Had
20: 1,5;
veizze swînîn brâten ebd.
18: 1,4;
dise salse ist guͦt zvͦ scheffinem braten
BvgSp
32a;
zvͦ rinderinen braten ebd.
33;
die wol gemachten pratten HvBurg
5565;
sô man teilt spec, würste und brâten Renner
15542;
GTroj
8058;
EnikWchr
6112.
– bildl.:
wir suln den kochen râten, / [...] daz sî der
vürsten brâten / snîden grœzer baz danne ê, / doch dicker eines dûmen
Walth
17,14;
her Vogelweide von brâten sanc: / dirre
brâte [der in der Glut liegende Koch] was dicke
und lanc Wh
286,19
MWB 1 971,58; Bearbeiter: Hoffmann
brætelîn
stN.
‘kleiner Braten’
praten / sol man uns daz pretlein, / und daz die fisch
gesoten sein! Teichn
560,17
MWB 1 972,27; Bearbeiter: Hoffmann
braten
swV.
zu mnl. praten (MNW 6, 634f.).
‘plaudern, schwatzen’
siv bratent vnde schallent, / siv runent vnde kallent Martina
127,23;
weib, du außerwelte frucht / las túme minner braten Neidhc
1:2,10
MWB 1 972,30; Bearbeiter: Hoffmann
brâten
stV.
(VIIa)
1 tr. 1.1 mit sachl. Obj. ‘etw. (Fleisch, Eier, Früchte) braten, rösten,
dörren’
1.2 mit persönl. Obj. ‘jmdn. braten, mit dem Feuertod
bestrafen’
2 intr. ‘gebraten werden’
2.1 mit sachl. Subj. 2.2 mit persönl. Subj. 2.3 übertr.
1
tr.
1.1
mit sachl. Obj. ‘etw. (Fleisch, Eier, Früchte) braten, rösten,
dörren’
iz was in alzoges verboten / beidiu rôch unde gesoten, /
in was daz geraten / daz si ez [das Lamm] solten
braten VMos
41,12;
ein schone swin, [...] / daz
fulte si und brietez wol StrKD
58(A),91;
ein gebraten gefultez ferhelin BvgSp
8;
vulle da mite ein gans vnde brate di
SalArz
81,40;
zwêne gebrâten gâlander Parz
622,8;
junge gebratene huͤnre BvgSp
28;
BdN
245,3.
–
so gip ime tageliche gebratenv aiger ze ezzinne
Ipocr
213;
ein toter [Dotter] eins
gebrâten eiges Barth
133,13.
–
lylien wuͦrzeln gebraten in der aschen
Macer
16,1;
nim einen gebraten apfel SalArz
40,23;
gebetiz [geröstetes] brot
mit gebraten mandilkernin ebd.
51,21;
wer die aicheln prætt und si izt BdN
343,33;
gebratene birn BvgSp
10;
ein gebraten milich ebd.
25.
47.
– mit näherer Bestimmung:
gebratin uleisch an deme spizze SalArz
17,57;
brat di [Leber] uf eime
roste sere ebd.
34,47;
oͮch muͦsst das osterlamb gehúr / gebraten werden bÿ dem
fúr KvHelmsd
1102;
brat sie gar vf eime huͤlzinen roste
BvgSp
18;
fuͤlle den teyc vnd teilez vnd brat den in
smaltze oder in butern ebd.
43;
brate ez sanfte ebd.
8;
die brat niht volle gar ebd.
30;
schône er ez [Wild] briet
HvFreibTr
3357.
– häufig sieden und ~
:
bedaz er getete die mandâte / sô was daz ezzen gesoten
jouch gebrâten Gen
879;
sîn salse was diu hungers nôt, / diuz im briet unde
sôt Iw
3280;
maneger slahte spîse / gesoten und gebrâten
Wh
133,27;
EnikWchr
18253;
daz allerlai geprâten piren gesünter sein denn rôch
und gesünter geprâten wan gesoten BdN
341,11
1.2
mit persönl. Obj. ‘jmdn. braten, mit dem Feuertod
bestrafen’
der vil ungehiure [der
Antichrist] , der bratet si in dem fiure. / fur diu tier er si
leget AvaA
1,5;
HeslApk
15671;
unde dv, herre sancte Laurenti, / dv wurde gebraten ufe
deme roste Litan
674;
PrLpz
26,19;
alsam diu driu kint tâten, / dô man si wolde im oven brâten LvRegFr
3054;
PrBerthKl
3,88;
Lanc
541,7.
–
so muͤstu als unmessig vegfúr liden, und solt
gebachen und gebraten werden licht bis an den jungsten tag
Tauler
138,19.
337,24
2
intr. ‘gebraten werden’
2.1
mit sachl. Subj.:
hiet er [der Adler] des stains
niht, sô prieten seineu air von grôzer hitz in dem nest BdN
167,2;
vnde la di leber braten vorbaz SalArz
39,6;
stec ez an einen spiz vnd laz ez braten
BvgSp
47
2.2
mit persönl. Subj.:
si [die Verdammten] sutten und
brieten mit einander Mechth
3: 15,35.
3:21,65;
und muͦs man ie do [in der
Hölle] beliben und bachen und braten Tauler
168,1;
der richter [...] / gestoßen
wart an einen spieß, / zu Rome man in braten sach Mügeln
207,8
(oder als tr. aufzufassen?);
MarlbRh
104,27
2.3
übertr.:
von minnen hette er sulche not: / sin herze brit vnde sot
Herb
11468;
aines gruses trost / der mir begiesz dez fuͤres rost / in dem myn
hertze brattet KonstBrf
13,91
MWB 1 972,35; Bearbeiter: Hoffmann
brâtenruch
stM.
‘Bratengeruch’
swer so gienge vor die tur [des
Gasthauses] , / der mohte braten ruch [
cocturae
odorem
] vernemen Vät
16883;
den [l. bî dem
] braten
ruch den suzen, / virstant den lustlichen gedanc ebd.
16894
MWB 1 973,29; Bearbeiter: Hoffmann
brâthuobe
F.
‘Brathufe’, Hof, der eine spezielle Abgabe für die herrschaftl.
Küche entrichten muss:
x agri, qui dicuntur brathuve, qui non dant decimam;
[...] et nota, quod iste mansus dicitur propterea
brathuve, quia antiquitus dabant ferrum, quod spiz vocatur, ad coquinam
archiepiscopi de isto manso WeistErf
126
MWB 1 973,34; Bearbeiter: Hoffmann
bratsche
swF.
aus afrz. broche (Suolahti 1,71).
‘Schmucknadel’
die selben meide viere / druͦgen glich geziere, /
[...] borten unde harbant, / bratschen unde furspan, /
surkot unde kidele an Elis
905;
sie hatte bratschen, vingerlin, / spenalden unde vorspan, / surkot unde mantel
an ebd.
1886
MWB 1 973,41; Bearbeiter: Hoffmann
brâtvisch
stM.
‘gebratener Fisch’
von einem bratfische / ein teil er az mit in do
HvNstGZ
4400
MWB 1 973,47; Bearbeiter: Hoffmann
brâtvleisch
stN.
‘gebratenes Fleisch’
die tische wurden bereitet mit tischlachen guot. / wîn und wilpræte
[La. brotfleische
] daz man darûf truoc
RosengD
617,2;
swelhe katfleisch [Kutteln?] vnd bortfleisch
[...] veil haben, die suln ez obwendik der steine veil
haben StRRotenb
497
MWB 1 973,49; Bearbeiter: Hoffmann
brâtwurst
stF.
‘Bratwurst’ (vgl. Heyne, Hausaltertümer 2,294):
aletica: bratwurst VocBV926
3:617,25;
mordella: pratvurst VocBV927
3:356,32
MWB 1 973,55; Bearbeiter: Hoffmann
bratzeln
swV.
→
braʒʒeln
MWB 1 973,58;
brâwelîn
stN.
‘kleine Braue’
dú ogen luter und clar / [...] gabent minneclichen schin.
/ dar ob man sach dú braͤwelin SHort
7084
MWB 1 973,59; Bearbeiter: Hoffmann
bræwen
swV.
1 Jagdterminus: ‘die Augen eines Falken durch Vernähen der unteren
Augenlider verschließen’ (vgl. Dalby, Mediaeval Hunt, 38a), hier übertr. 2
‘eine Einfassung in Form einer brâ bilden’
1
Jagdterminus: ‘die Augen eines Falken durch Vernähen der unteren
Augenlider verschließen’ (vgl. Dalby, Mediaeval Hunt, 38a), hier
übertr.:
dez wurden siv [...] in bosem willen beclæwet / uon
dem tievil gebræwet / vf der svnden luoder Martina
159,54
2
‘eine Einfassung in Form einer brâ bilden’
eins edelen valken ougen brûn, / die sicht man blicken ûz dem
wîzzen kasten, [...] / darumb gebræwet ist ein zûn, /
darunder sicht man liechte wengel rasten SM:Wi
9: 6,4
MWB 1 973,62; Bearbeiter: Hoffmann
braʒel, branʒel, breʒel
stF.
aus afrz. bracel (Suolahti 1,70; Rosenqvist 1,89).
‘Armschiene (als Teil der Rüstung)’
iser hosen vnd hersnier, / stivalikein vnd lendenier, /
hvͤrtenir, kofen vnd prassel [
: hel
]
TürlArabel
Forts. 58.
hvrtenir, brassel vnd kvrsit ebd.
*A 132,24;
daz bluͦt in daz gevilde / durch brassel wart gereret
WhvÖst
8525;
der enkegen [der trete entgegen] hern
Uolrich / von Walsê ûf dem acker / und sî dâ gar wacker / mit sînen branzeln
[
: veln
]
Ottok
77500;
brâzel [Hs. pramzzell
]
Helbl
14,62;
do sy mit ir weyssen hant / mir dy pressel auf pant
HvNstAp
11897
MWB 1 974,8; Bearbeiter: Hoffmann
braʒʒeln, bratzeln
swV.
‘prasseln, krachen’ (s.a.
brasteln
):
sam dâ tännein holz prastelt [La.
braszelt
] in ainem feur BdN
93,2.
– übertr.:
ich wen min hertz wurde sich
erbuͤrn [erheben] , / daz ez vor leide wurde
bratzeln / und also torlich atzeln [schwatzen wie eine
Elster]
Minneb
1627
MWB 1 974,20; Bearbeiter: Hoffmann
brëch
stM.
‘Vertragsbruch’
brechen wir diz [Burgfrieden] an irme libe oder
anme huͦse, [...] so sin wir inphallen an vnsern
leenen, [...] die solen halbe weesen des grauen vnd die
anderhalbe des an deme der brech geschiit UrkCorp
904,4
MWB 1 974,26; Bearbeiter: Hoffmann
brëchære
stM.
1 jmd., der ein Gebot bricht 2 Handwerker, der Mauern abbricht
1
jmd., der ein Gebot bricht:
unde sprechet in an, / er sî ein brecher iuwer ê WvRh
9322;
ez ist niempt ain suͤndig man / denn ain brecher
gotez ban Teichn
589,126
2
Handwerker, der Mauern abbricht:
dô wurden si ze râte, / daz si santen drâte / nâch brechern
und nâch mûrær EnikWchr
12009
MWB 1 974,31; Bearbeiter: Hoffmann
brëchærinne
stF.
‘Aufbrecherin’
die handt [des Diebs] ist eine loch
macherynne / der huͤser und entdeckerynne, / der kisten eine brecherynne
Pilgerf
9596
MWB 1 974,38; Bearbeiter: Hoffmann
brëche
Adj.
→
vridebrëche
MWB 1 974,42;
brëche
stF.
‘Instrument zum Brechen des Flachses’
cramula: preche VocBV927
3:358,55
(vgl. Anm.z.St.)
MWB 1 974,43; Bearbeiter: Hoffmann
brëche
stN.
→
gebrëche
stN.
MWB 1 974,46;
brëche
swM.
1
‘Gebrechen, Fehler; Krankheit’
2
‘Schaden’
3
‘Zerwürfnis, Streitpunkt’
1
‘Gebrechen, Fehler; Krankheit’
he sal sinis selbins brechin clagin / vnd vremidir suͦnde stille dagin
JenMartyr
101.
99;
man vint nyndert chain man / der volchomenleich muͤg
gesprechen, / er sey reich an allen prechen, / leibs und guͤtz
Teichn
387,16;
das sie newr von got hat einen brechen / das ist mir ymmer laidt Neidhc
78:12,5.
–
sîn wîp daz allez ane sach [La. do Jobs
weib den prechen sach
] , / daz er sölhen ungemach /
leit sô dulticlîchen / durch got EnikWchr
13347
2
‘Schaden’
swer im [
dem spitale von Regenspurch
] dar
vber dhainen brechen tet mit ihtev UrkCorp
2480,13
3
‘Zerwürfnis, Streitpunkt’
ob das geschaͤhe, [...] das si vmbe dikain
sache mit ain andir zirbraͤchin sich, da ensoltti enwedirri tail niht
zvͦ tvͦn, e das si ain ander beschaidinlichin vnd gvͦtlichin
iern brechin liessin virsten UrkCorp (WMU)
1829,37
MWB 1 974,47; Bearbeiter: Hoffmann |