backel
stN.
‘Bündel’ (vgl. packe):
swelh trager zin schrotet der sol von dem saume dri phenninge naemen unde niht mer. unde der binder von dem selben saume zwene. [...] von eime saume wollen viere. von einem backel darnach unde es groz ist StRAugsb
50,21
MWB 1 400,32; Bearbeiter: Diehl
backen
stV. (VI)
auch bachen.
‘(etw.) backen, ausbacken’
si chochete unde buoch Kchr
10683;
daz was sam div semele. div gebahchen ist mit deme honege VMos
78,24;
legez [eine Teigtasche] in siedenz smaltz vnd backez harte BvgSp
27;
lege sie [Krapfen] in ein pfannen vnd la sie backen ebd.
59;
daz gemischte broͤt, daz man becket uf den kauf WüP
90,2;
man moht niht gebachen / noch ezzen gemachen EnikWchr
23965.
– übertr.:
so muͤstu als unmessig vegfúr liden, und solt gebachen und gebraten werden Tauler
138,19.
– subst. ‘etw. Gebackenes’
ein guͦt gebackenz BvgSp
44;
so man oͤl gehaben mac, so sol man den vrowen an vnser vrowen tac gepachens [lat. pastille
] gebn UrkGeisf
422
(13. Jh.).
–
‘etw. dörren’
ouch machstu in der svnnen backin allirleyge frucht Pelzb
134,13.
–
‘etw. braten, rösten’
backe in [den Hecht] vf eime huͤlzinen roste vnd brat in gar schone BvgSp
17;
gebacken vogel druf gesetzet ebd.
94.
–
‘fest werden’ (intr.):
nime ein chürbez unde bewil daz in einem teige unde wirf ez in einen oven, unz der taich gebache; sô nim den souch, der ouz dem chürbez rinne, unde gip im ze trinchen Barth
152,22.
– phras. ‘selbst satt gebt ihr den Hungernden kluge Ratschläge’
ir redet als der gebachen hât Neidh(HW)
16,2 App.;
du redest als der gebakken hat Minneb
4406
MWB 1 400,38; Bearbeiter: Diehl
backenbôʒ
stM.
‘Ohrfeige’
mit grozen valken bozzen [Schläge so hart wie beim Falken der Beutegriff ─ La. baken bozzen
] / wart im der slac vergolten Rennew
1220
MWB 1 401,1; Bearbeiter: Diehl
backenkarre
swM.
nicht näher bestimmbares Fuhrwerk:
von dem backen karren mit gewande zwen phenninge UrkCorp (WMU)
548ABC,22,41
MWB 1 401,5; Bearbeiter: Diehl
backenknûʒ
stM.
‘Ohrfeige’
dô huob sich der tanz von dem rûzze: / der tôn durh die biunde / schal rehte als ez allez brunne: / hôhe sprunge, geile baggenknûzze SM:Go
2: 7,4;
hôhe sprünge, rôte baggenknûzze ebd.
2a: 6,4
MWB 1 401,8; Bearbeiter: Diehl
backenslac
stM.
‘Ohrfeige’
zornec hub er uf die hant / und sluc ir einen backenslac Pass III
388,79;
njeman sal den andern beclagen vmbe bakkenslege oder vmbe scheltwort UrkCorp (WMU)
1161B,7;
von rehter liebe im daz gezam, / daz er daz kint bî sînem reiden hâre nam / und gap im einen backen slac bî ôre Loheng
16;
sich wie suͦze he was an der bittere martilien. sich [...] sine bacslege, sine halslege Lilie
2,31
MWB 1 401,13; Bearbeiter: Diehl
backenstôʒ
stM.
‘Ohrfeige’ (hier als Personenname):
dar kamen Mätzen frünt vil: / [...] / Bentz der Genspluom, / Girstibrot und Backenstosz, / Hungerstot und Sellosz Bauernh
89
MWB 1 401,22; Bearbeiter: Diehl
backenzan
stM.
‘Backenzahn’
molares vel genuini: bacchoceni, baccenzende SummHeinr
1:127,166;
sine zehene sint als lewenzehene und sine baczehene [
molares
] sin als lewenwelfis Cranc
Joel 1,6
MWB 1 401,26; Bearbeiter: Diehl
backgeschirre
stN.
‘Backgerätschaften’
cerialia dicuntur arma pistorium: bachgescirre SummHeinr
1:369,378
MWB 1 401,31; Bearbeiter: Diehl
backhûs
stN.
‘Backhaus, Backstube’
domum eorum, in qua ipse abitabat, et domum quod retro stat, quod dicitur ‘bachus’ UrkKölnSchr
1,362;
vnser havs datz Newenbvrch, [...] mit sampt dem pachhavs, daz dar zve gehoret UrkKlostern
1,179
(a. 1321);
umbe becken die in mvͤl dingent oder in bachhuser StRAugsb
8,38;
hin gienc er in ein bakhûs. / [...] ein viuwer er bereite, / als im der hunger geriet; / sîn kost er sôt unde briet Schrätel
167
MWB 1 401,34; Bearbeiter: Diehl
backîsen
stN.
‘Backgerätschaften’
cerialia dicuntur arma pistorum: bachisen SummHeinr
1:369,379
MWB 1 401,44; Bearbeiter: Diehl
backmeister
stM.
‘Bäckermeister, Aufseher über ein Backhaus’
man liset von eime jungen muniche, der ginc in daz bachûs, und dô solde der bachmeister den oven kêren; dô brach ime di rute und der wisch bleip an deme ringe ligende HvFritzlHl
108,37;
dar nâch sant er zehant / dâ man den pfistermeister [La. pagmeyster
] vant EnikWchr
5202
MWB 1 401,46; Bearbeiter: Diehl
backoven
stM.
‘Backofen’
nu stunt da nach gewonheit / ein bacoven groz genuc. / dar in man durre holtz truc / und eite [heizen] in einen halben tac MarLegPass
25,341;
sô man einen bakoven heizet und dar în leget einen teic von habern Eckh
5: 424,4;
loz sy [Gebäck] dorrin in dem bacofin noch deme das das brot vs genomen ist Pelzb
133,25;
gebrant als eyn bacovyn Cranc
Kl. Jer 5,10
MWB 1 401,54; Bearbeiter: Diehl
backschirre
stN.
‘Backgerätschaften’
cerialia dicuntur arma pistorum: bachscirri SummHeinr
1:369,379.
2:89,42
MWB 1 401,63; Bearbeiter: Diehl
backwërc
stN.
‘Bäckerhandwerk’
unam tabernam in villa Lobdow cum officiis carnium et panum, quod dicitur vulgariter mit dem bakwerke und vleischwerke DRW
1,1165
(Hainau/StArchBreslau);
unde zwene meistere sullen si [die Bäcker] haben [...], daz si rechten kouf schaffen unde ir gewerken rechte meistern an allen sachen, daz zu bakwerke gehort StRFreiberg
241,22
MWB 1 402,1; Bearbeiter: Diehl
bacolôn
stM.
→
bataloen
MWB 1 402,9;
bacslac
stM.
→ backenslac
MWB 1 402,10;
baczan
stM.
→ backenzan
MWB 1 402,11;
badære
stM.
‘Bader, Betreiber einer Badestube’ (vgl. LexMA 1,1339f.):
ein smit sol smiden, ein bader baden Frl
5:34,7;
die bader, die dâ badeten mich UvLFrd
227,6;
dar vmbe haben wir geben den baderen von der stat disen brief UrkCorp (WMU)
1331,18.
– in abwertenden Formulierungen:
er izzet als ein mader / und trinket als ein bader [trinkt viel, wohl phras., vgl. Anm.z.St.]
Jüngl
610;
ez wære vil sêre missetân, / wolt ir ditz kleinôt hie verlân. / die bader nement ez zehant UvLFrd
230,1.
– als Helfer bei Bränden:
ob ein fewr hie aufge in der stat, daz dann die amer darzuͦ lauffen mit iren zuͤbern und auch die pader mit iren schaefflein StRMünch
419,28.
508,5.
– als Bestandteil von Personennamen:
bruͦder Uͦlrich der Bader UrkCorp (WMU)
1012,18
MWB 1 402,12; Bearbeiter: Schnell
badærinne
stF.
‘Frau eines Baders’
daz [
guot
] , da diu baderin uf sitzet UrkCorp (WMU)
790,20.
– als Bestandteil von Personennamen:
ich vro Adelhait diu Baderin UrkCorp (WMU)
2586,20
MWB 1 402,28; Bearbeiter: Schnell
badegewant
stN.
‘Badekleidung’ (vgl. badewant):
Joseph sînen bruoderen gebete mit sabenînere wâte, / iegilicheme zwei badgwant sô man si bezzest dâ vant Gen
2478;
mîn kamerære dô zuo mir gie / und brâht mir al mîn badgewant UvLFrd
229,7.
229,26;
vestis mutatoria: badegwant SummHeinr
2:143,32;
Himmelr
9,2;
Abor
129
MWB 1 402,32; Bearbeiter: Schnell
badehemde
stN.
‘Badehemd’
daz badehemde er holde, / mantel und schuoch truog er dar PleierMel
816.
811;
ich wæn ieman möht vinden / ein badehemde alsô rîch ebd.
639;
nim mîn badhemd mit dir Helbl
3,14
MWB 1 402,39; Bearbeiter: Schnell
badehûs
stN.
‘Badehaus, öffentl. Badeanstalt’
daz wir in [den Juden] erloubten ein badhous ze machen, da si und iriu chint und ir gesinde inne batten StRAugsb
58,12;
des spitals badhouse, ebd.
58,19;
man sol zwen lantnær haben, die den vrowen daz bad machen, und die in dienen in dem badhus und daz bad reichen UrkGeisf
438
(13. Jh.);
als ich zuo dem badhûs kam, / der kneht von mir nam / daz gewant und leit ez hin Helbl
3,15;
wer also peicht an andacht, / das ist recht in aller der acht / alls der in aynem padhauss sitzt / und sich weder wescht noch switzt: / der hat mue und nutz verlorn Teichn
653,109;
[Steuer für] ir padhaus, daz si [das Kloster Schäftlarn] habent ausserhalbe der innern stat an dem graben, nahen pi Chaufringertore ligent StRMünch
55,13
MWB 1 402,44; Bearbeiter: Schnell
badekappe
swF.
‘Bademantel, Badeumhang’
ain riche badkappen zartt, / die Penuell, daz raine wib, / selber laitt an ieren lib / wen sy von bade solte tretten GTroj
8920
MWB 1 402,60; Bearbeiter: Schnell
badekeʒʒel
stM.
‘Badekessel’
[Verzeichnis von Hausgerät:] 4 wis kessel, 5 svarsz, 1 baitkessel, 4 pannen UrkKölnZunft
1:463,2
MWB 1 403,1; Bearbeiter: Schnell |