brôtbeckenstiure
stF.
‘Abgabe der Brotbäcker’
die brotpecken suln geben ze meien sibenzehen vnze heller ze brotpeckensture,
ze hornunge alseuil. dise brotpeckensture suln geben alle di ir wannen ze marckte
setzent UrkCorp
29,2,3
MWB 1 1030,45; Bearbeiter: Hoffmann
brôtbeschouwære
stM.
‘Aufseher über den Brotverkauf’
und waz ouch die selben brôtbeschouwer brôtes nement und absagent, daz selbe
brôt sol man after des niht verkoufen StRMeran
416;
und swer die brôtbeschouwer übel handelt, ez sî mit worten oder mit werken,
der sol geben ze pêne fünf pfunt ebd.
MWB 1 1030,50; Bearbeiter: Hoffmann
brœtelîn
stN.
Dimin. zu brôt:
daz da in aim schine ains broͤtlins verborgen ist dú hailig mentschhait
und dú hailig sele PrGeorg
198,24;
Seuse
291,30.
–
das si alle ir tage mit dem vihe uf dem velde hetten gegangen und ir
broͤtlin mit irem sweisse gewunnen hetten Tauler
200,18.
243,16.
– Bezeichnung für einen Bäcker, nur als Teil eines Personennamens belegt
(Nölle-Hornkamp, Handwerkerbez., S. 110):
svben mvtte rogen vnd svben mvtte gerstvn vnd sehs hvͤnre, die Abreht
Broͤteli gap UrkCorp
1730,12
MWB 1 1030,57; Bearbeiter: Hoffmann
brœten
swV.
‘jmdm. Brot verschaffen’
wir suln uns alle brœten, / den zadelwurm [Hunger]
tœten, / der uns dicke hât genagen Helbl
3,247
MWB 1 1031,4; Bearbeiter: Hoffmann
brôteshalben
Adv.
‘dort, wo jmd. seinen Vorteil findet’
ir sit ein smeichære. / an iwern worten ist wol schin, / ir welt broteshalben
sin FabelCorp
22,104
MWB 1 1031,7; Bearbeiter: Hoffmann
brôtëʒʒære
stM.
‘Angehöriger des Haushalts’
ensullin wir noch dikeyne unser brotezere beclaget werden DRW
2,518
(Mainz Erzstift/MünchenReichsArch; a. 1343)
MWB 1 1031,11; Bearbeiter: Hoffmann
brôtëʒʒe
swM.
‘Angehöriger des Haushalts, Diener’ (vgl.
brôt
3.2
):
het och ein man ein kint, daz sin brotezi is, also daz he iz
nicht von umi gimutschart inheit [so dass er es nicht von sich getrennt
hat]
Mühlh
177,14;
das chein purger chein zinsman noch dhein wremden man ze dinste hate
[La. habe
]
[...], er sei danne sein protezze oder sein mage oder sein
geborn wrunt StRPrag
29.
11;
lidlon [Arbeitslohn] eyns gedingeten protess
SchöffIglau
110
u.ö.;
StRFreiberg
259,22
MWB 1 1031,15; Bearbeiter: Hoffmann
brôtgaʒʒe
swF.
‘Brotgasse’, als Straßenname:
ein hvs in brotgassun UrkCorp
N239,3(WMU);
dis ist gezivg [...]Heinrich in brotgasse ebd.
N239,16
MWB 1 1031,25; Bearbeiter: Hoffmann
brôtgeschouwe
swM.
‘Brotbeschau’
wer och ze dem rat erwelt wird und wer och zuͦ dem brotgeschowen,
zuͦ dem flaischgeschowen alder flaischschaͤtzen gesetzt wirt
StRFeldk
144
MWB 1 1031,28; Bearbeiter: Hoffmann
brôthalle
swF.
‘Verkaufshalle der Bäcker’
una mensa, in qua venditur panis, in foro communi, quod dicitur Under den
broithallen UrkFrankf
2,79
(a. 1317)
MWB 1 1031,32; Bearbeiter: Hoffmann
brôtheit
stF.
‘Wesen des Brotes’
wesin, materie und forme und alliz daz brotheit ist, daz wirdit zu male
gewandelit in den lichamen Christi Parad
56,4;
di sinewellikeit und di wize und waz man da sihit und smeckit, licht und
svere, daz enist nicht brotheit, mer ez ist ein aneval
[Akzidens] des brodis ebd.
31,15
MWB 1 1031,36; Bearbeiter: Hoffmann
brôthüetære
stM.
1
‘Brotbeschauer’
2
‘Brotverkäufer’
1
‘Brotbeschauer’
ez schuln auch die brothuter alle [...] swern, diser
gesetzze zu ruͤgen [...] und schuͤllen auch
alle wochen rugen NüP
83
2
‘Brotverkäufer’
swelher prothuͤtter dem selben
pecken [Lohnbäcker] prot verchauffet, der geit die
selben puͦzz StRMünch
433,7;
ein iegleich prothuͤtter sol pfant nemen, daz im sein pfenning
vergelten mag, und sol ez behalten acht tag darnach ebd.
434,8
(z.St. s.a. brôtverkoufære)
MWB 1 1031,43; Bearbeiter: Hoffmann
brôthûs
stN.
1
‘Verkaufshaus der Bäcker’
2
‘Haus des Brotes’ , etymologisierende Übers. des Ortsnamens
Bethlehem (vgl.
brôt
4
)
1
‘Verkaufshaus der Bäcker’
man sol auch alle semeln, die alle pecken in dirre stat pachent, vaile haben
in der stat brothause bei den flaischbenken gelegen und anders nindert in kainem
prothause NüP
83;
wir setzen, das die rockenere ir brot allein unter dem brothaus
verkauffen, verbitten auch ernstlich, das si daselbst kain kisten oder andere
behaltnus, sonder allain bencke haben, daruf si das brot verkauffen
WüP
6c,3;
ez sol auch bi iedem tische in dem broͤthuse
[...] ein wage sin mit eime gewihte ebd.
89,26;
daz brothus in der stat ze Wirtzburch gelegen, daz wir
[...] kauft haben vmb tusent pfunt haller
UrkWürzb
40,216
(a. 1338);
daz ober prothvͦs UrkCorp
580,17;
StRFreiberg
251,4
2
‘Haus des Brotes’, etymologisierende Übers. des Ortsnamens
Bethlehem (vgl.
brôt
4
):
Bethlêêm sprichit alse vil alse ein spîse oder ein brôthûs, und meinet daz
êwige leben HvFritzlHl
30,27
MWB 1 1031,52; Bearbeiter: Hoffmann
brôtkorp
stM
‘Brotkorb’
die junger von den tischen / bruchprotes, greten, vischen / fulten do vil
schiere / brot corb dristunt viere SHort
8832
MWB 1 1032,7; Bearbeiter: Hoffmann
brôtkouf
stM.
‘Brotverkauf’
ez suln die maister auch alle tage den brotkauf versuͦchen NüP
82;
unde swelhes satzes der burggrafe unde die burger ze rate
waerdent uber den brotkauf, des suln si gehorsam sin, unde suln daz bewarn mit dem
burggrafen burger unde becken die man darzu nimt StRAugsb
196,28.
–
‘Verkaufspreis für Brot’
ez sol der broͤtkauf ie also besten dieselben wuchen. wer aber sin
broͤt hoher verkauffet, [...]
WüP
89,16
MWB 1 1032,10; Bearbeiter: Hoffmann
brôtloube
swF.
‘Verkaufsraum, -halle der Bäcker’
daz alle protlauben und eisenkasten und schergaden unde kreme und
huͦtergaden [...] niht hoher gepauwen werden denne
als si von alter her sint gewesen NüP
167;
[Einnahmen von den] mensis panificum in foro
positorum [!] , que brôtlauben vulgariter appellantur
UrkEssl
132
(a. 1293).
–
zehen schillinge pfenninge zinsez vf eine brotbancke vnder der
brotloͤbe ze Offenburg UrkCorp
2536,27;
vnd bischach diz ze Meskilch vnder der brotloben ebd.
N676,32
MWB 1 1032,19; Bearbeiter: Hoffmann
brôtmeister
stM.
nur in Basel belegt.
‘Brotmeister’, Aufsichtsbeamter über Müller und Bäcker (vgl.
Nölle-Hornkamp, Handwerkerbez., S. 101f.):
was stoͤssen und bresten oͧch die brotpecken und die múller und
der múller knechte undereinander gewunnent von missemalendes wegen, des
soͤllent si komen ze beiden teilen fúr ir ietweder sechse und fúr den
brotmeister UrkBasel
4:122,12
(a. 1335).
– meist in Verbindung mit Personennamen (vgl. WMU 1,297):
Rudeger Brotmeister, Heinricus Uullarius [...] et
alii quam plures UrkBasel
1:77,43
(a. 1226);
her Vͦlrich dez brotmeisters svn UrkCorp
412,16
u.ö.
MWB 1 1032,30; Bearbeiter: Hoffmann
brôtmeisterin
stF.
Nonne, die den Tischdienst im Refektorium versieht:
sie waz brotmeistrin, und sahen die frawen daz sie oft, swenn der covent
gezzen het, mer brotez auf hub denne sie den frawen geben het EbnerChrist
43,33
MWB 1 1032,43; Bearbeiter: Hoffmann
brôtmeʒʒer
stN.
‘Brotmesser’
daz nieman [...] dhein lenger mezzer
an im tragen dann ein brotmesser daz einer spann lang sie StRAugsb
256,24
MWB 1 1032,48; Bearbeiter: Hoffmann
brôtsac
stM.
‘Brotbeutel’
die [
boten
] truͦgen ringú cleider
an / unde giengen alse noch húte / gant verre komene lúte: / mit diken berten
langen, / mit cleidern gar zerhangen, / brot secke tragende und
barel [Flaschen]
RvEWchr
16398;
gots gnade gibt dem weller den brotsack: durch den brotsack ist verstanden der
heilige glaube Pilgerf
Bildbeischrift vor 3247
MWB 1 1032,51; Bearbeiter: Hoffmann
brôtschal(e)
stswF.
‘Verkaufsstätte der Bäcker’ (wie brôtbanc,
brôttisch):
dise stúkke, es si zoln, fleisschale, brotschale older jarmerit zins, die wir
inen verkoͮft han UrkBern
6,229
(a. 1335);
der phister brief vmb die brotschal StRBern
1:198,28
u.ö.;
daz man enhein fleis veil haben sol usserond dien benken wider die brotschal
hinab SchweizId
8,533
(AaZof.StR; a.1342)
MWB 1 1032,59; Bearbeiter: Hoffmann
brôtschouwære
stM.
‘Aufseher über den Brotverkauf’
wen die brotschower an zwaienwerdigem brot [Brot im Wert von zwei
Pfennigen] schuldig gebent daz er ze klain gebachen hab
StRÜberl
26;
und welhi daz gebott úbervarend, die sont die brotshower den wetphenninger
[Einzieher der Geldbuße] uf den aiden sagen und
schuldig geben ebd.
26;
und als ez die xiii des râtes mit den brôtschouwern schaffent, sô sullent sie
ez schouwen und sullent ez handeln âne geværde StRMeran
416;
StRFeldk
157;
StRBern
1:346,28
MWB 1 1033,3; Bearbeiter: Hoffmann
brôtschrîbære
stM.
‘Lohnschreiber’
Ott, der prodschreiber DRW
2,522
(WienGQ; a. 1318)
MWB 1 1033,14; Bearbeiter: Hoffmann
brôtswamme
swM.
eine Pilzart (zum Namen vgl. AWB 1,1426):
flangus: protswamme VocBV926
3:580,70
MWB 1 1033,16; Bearbeiter: Hoffmann
brôttisch
stM.
‘Verkaufsstand für Brot’
daz kein pecke der hie ze der stat gesessen ist, dehain prot veil haben sol
weder vͦf wægennen noch vͦf karren nîwan alleîn vͦf den
prottischen UrkCorp
580,21;
davon er für sich gie / zü den prottischenn hin. / aus zoch
er dye phennig sin Märt
10595.
– als Einnahmequelle:
daz ich minen brottisch an dem Bærlaiche [...] geben
han durh miner sele willen [...] hince sant Margareten ze
rehtem aigen UrkCorp
508,36
MWB 1 1033,19; Bearbeiter: Hoffmann |