Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
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b – bachhelling
bächîn – backwërc
bacolôn – badestubære
badestube – balde
baldecheit – balmunden
balmunt – balsamtrôn
balsamtropfe – ban, bane
1ban – banekîe
banël – bänkelîn
banken – bantac
bant|âder – banzins
banzûn – bârbrët
1barc – bârkleit
barkorn – barmhërzeclîche
barmhërzege – barten
bartenære – base
Baseler, Basler – bate
bate, pate – bearbeiten
bearren – bechersamenære
becherweide – beckenknëht
beckenkol – bedancheit
bedarf (?) – bedingen
bedirmen – bedrangen, bedrengen
bedrât – begâben
begâbunge – begelimpfen
begenagen – begin
begîne – beglîmen
beglîmunge – begrîflich
begrîflîcheit – behaft
behaftec – behaltunge
behandeln – beheimsuochen
beheiʒen – behern
behêrren – behoven
behten – behuoflich
behuoren – beie
beie – beinîn
beinîsen – beiʒe
1beiʒe – bekantlicheit, bekentlicheit
bekantnisse, bekentnisse – bekerzen
bekicken – beklipfen
beklocken (?) – bekorunge
bekorungnisse – beküelen
bekumberhaft – belæren
belasten – belîbelich
belîben – belônære
belônen – bemaln
bemangen – bemurmeln
bemüseln – benedîunge
benediz – bennen
bennige – bequâme
bequæme – bërc|êrîn
bërcgar – bërcphenninc
bërcrëht – beredenunge
beredet – 1berennen
2berennen – bërhtnaht
berhtram – berillîn
berîmeln – bërlich
bërlîn – bernisch
bërnklâ – bêrswîn
bertenære – beruofære
beruofen – besamentlîchen
besamenunge – beschatzære
beschatzen – beschemen
beschemenisse – beschînen
beschirm – beschouwunge
beschremen – besebelicheit
beseben – besetzunge
besëʒ – besîtes
besitzære – beslîʒen
besloʒ – besnöuwen
besnüeren – besprëchære
besprëchen – beste
bestëchen – bestiure
bestiuren – bestürzen
bestutten – besuochnisse
besuochunge – bët
betagen – bëtelære
bëtelærinne – bëtemësse
betemmen – bëtewîn
bëtewîp – betrahtegen
betrahten – betrogenlich
betrônen – betrûren
betrûrigen – bettemunt
betten – betûchen
betüemen – betwungenheit
betwungenlich – bevellicheit
bevern – bevliehen
bevlieʒen – bevür
bevürhten – bewærnüsse
bewarsam – bewëlgen
bewëllen – bewindeln
bewinden – bezâfen
bezaln – beziln
bezimbern – beʒʒer
beʒʒerære – bî bestân
bîbilde – bíderben, bedérben
biderbenen, bederbenen – bîenkar
bîenswarm – bieʒenblat
bieʒenkrût – bîhtât
bîht(e) – bilchmûs
bildære – bildoht
bildunge – bilsensaf
bilsensâme – bineʒ
binide – birden
bir(e) – birnwîn
birsære – bischolf
bî schrîben – bî slâfen
bî|slëht – bît
bitære – bittern
bitternis – biurlîn
biuschen – bîvilde
bîvilden – bîzeichenen
bî zëmen – blahsen
1blæjen – blâsehorn
blæselîn – blatengîr
blatenrinc – blëchhantschuoch
blëchrinc – bleichvëlt
blende – blîche
blîchen – blîkloz
blîkolbe – bliuclich
bliuge – blôdern
blotschen – blüemunge
blüetebërnde – bluomental
bluomenvar – bluotgieʒen
bluotgieʒende – bluotstürzunge
bluotsûgende – bobenthalben
boc – bogelîn
bogen – 2bolle
bollen – 3bor
bor-, enbor- – (borliep,) enborliep
bormære – bortengewant
bortiure – bote
botech – bou
bouc – boummate
boum|öle – bôʒwurz
brâ – brâ|hâr
bræhen – brantlich
brantreite – brâwelîn
bræwen – brëhenen
brëhentac – brenken
brenn-, bern(e)-, birnschatz – bretsche
brëtsnîdære – brieschen
brievære – brionie
brîsære – briulêhen
briumeister – briuwe
briuwe – brohsen
bronie – brôthalle
brôtheit – bruch
bruch – bruckenambet
bruckenære, bruggenære – brüeterîn
brügel – brünnære
brunne – brünselbërc
brünseln – bruoderhûs
bruoderkint – brust
brust – brûtdëgen
brûtdrüʒʒel – brûtsanc
brûtschaft – buckel
buckelære – büellîn
büeʒære – buhsboum
bühse – bûlslac
bulzen – buoben
buobengâbe – buochisch
buochkamere – buoliân
buollîn – buppe
bur – burcgrâvenambet
burcgrâvenrëht – burcmeisterlêhen
burcmeisterschaft – burcstal
burcstat – bürde
bürdelîn – burgergemeine
bûr|gerihte – Burgunder
Burgunjoys – bursenære
bursît – büschelîn
buschoff – bütelin
bûtelîn – bûvëlt
bûvisch – buʒʒel

   brüchel - bruckenzol, bruckzol    


brüchel stM. ‘Brecher’ owê dû bœswiht êren kranc, / [...] dû aller sælikeit ein hagel, / dû frides und triwen bruchel, / dû manheit lôser kruchel [Krüppel] Ottok 63505

MWB 1 1036,25; Bearbeiter: Hoffmann

bruchelich Adj., Adv. 1 ‘gesetzes-, treubrüchig’
2 ‘Schaden bringend; gebrechlich, schwach’
   1 ‘gesetzes-, treubrüchig’ swaz in dem rîche bruchlîch lebt / und ouch dem rehten widerstrebt HvBer 2016; ob ein knecht an trewen laͤr / von seim herren czogen waͤr / pruͤchenleich an widertail Teichn 564,1107; wer dat sache, dat wir an eyngem de vurschreven punt, vurwarden ind stucke eins deils of zumale versumelich of bruchlich weren MGHConst 8:86,15 (a. 1346)    2 ‘Schaden bringend; gebrechlich, schwach’ der muz nach der gelust ouch han / biwilen bruchelichen val PassI/II 248,82; bruchelich [La. pricheleich ] leben Vät 10330

MWB 1 1036,29; Bearbeiter: Hoffmann

brüchen stN. unklar, ‘Mangel, Brüchigkeit’?: mit wilder rede spruͤchen, / die sunder valsches bruͤchen / sich ze rimen sliezzen WhvÖst 1456

MWB 1 1036,41; Bearbeiter: Hoffmann

brûchen swV. s.a. gebrûchen (häufiger belegt). 1 ‘jmdn./etw. brauchen, beanspruchen; etw. genießen; etw. ge-, verbrauchen, etw. benützen’
1.1 mit Gen.d.P.
1.2 mit Gen.d.S.
1.3 mit Akk.d.S.
2 refl. ‘sich mit etw. beschäftigen’
3 subst. ‘Genießen, Genuss’
   1 ‘jmdn./etw. brauchen, beanspruchen; etw. genießen; etw. ge-, verbrauchen, etw. benützen’    1.1 mit Gen.d.P.: swenn ich dîn aber dürftic bin / und dîn ze nœten brûchen sol, / sô kan ich dir [Schwan] geruofen wol KvWSchwanr 383; Joseph obe dir [ Jacob ] gestêt sô dir diu sêle ûz gêt, / dîn ougen er lûchet sô er dîn mêr nebrûchet Gen 2525; godes ane kummersal / [...] zu bruchene alters eine Elis 6932; HeslNic 3028    1.2 mit Gen.d.S.: mich bedûhte, dô ich mînes slâfes brûhte, / wie sunne und mâne zuo ze mir chôme Gen 1763. 2024; daz her syner leyn selue bruͦchen mach vnde auch behalden UrkCorp 3567,23    1.3 mit Akk.d.S.: die hente er brûchte zeineme iegelichen werche Gen 206; wer den esel brûchen sol, / der sol in spîsen Boner 89,61. snüer unde kleine hüllen, / hentschuohe, borten, stûchen, / die vrouwen solten brûchen KvWTroj 27488; Pollidamas der brûchte / sîn swert mit frecher hende ebd. 31934. so sol man bruchen die spise die warm unde fiuhter naturen sien MNat 7,20; so sol die ander mule dc wascer bruchen, ob sie ez bedarf UrkCorp 645,22; so svlnt sie von diseme selben guͦte cehen schillinge bruchen zuͦ dienste ime reuentor ebd. N107,17; ein girekeit vil ze habende oder lange ze bruchende Mechth 6: 4,9. wir súllent sú [die suͤssekeit Gottes] bruchen und nút gebruchen [Nutzen daraus ziehen und nicht nur Genuss] Tauler 100,9. ~ und nützen: KvWTroj 30186; UrkCorp 728,7    2 refl. ‘sich mit etw. beschäftigen’ wa ich mich selber bruch in aigenschaft rainer dinge, da ich gottes er nit bloͤslich inn main Lilie 77,4    3 subst. ‘Genießen, Genuss’ die sünder, die sich durch daz brûchen der crêatûre nâch irm luste wider got an ir sêle sêlikeit hindernt Eckh (Pf) 247,25; zuokunft ist ein niwiu freude von eime lieben friunde und ist ein unverdrozzenz brûchen sîner gegenwürtikeit ebd. 354,22

MWB 1 1036,44; Bearbeiter: Hoffmann

bruchhaftic Adj. ‘straffällig, zur Strafzahlung verpflichtet’ di [Pfennige] sal he brengen deme schultheißin in syn hus, di wile her isßit. thede he des nicht, he worde brochhafftig unseme hern StRHeiligenst 101

MWB 1 1037,19; Bearbeiter: Hoffmann

brüchic Adj. 1 ‘wort-, vertragsbrüchig’
2 ~ werden ‘(an etw.) Schaden nehmen’
3 jägerspr.: Jagdhunden wirt ~ , ihnen geschieht ein bruch (vgl. dort unter 1.2 ), sie verlieren die Spur des Wildes (vgl. Dalby, Mediaeval Hunt, 38b)
   1 ‘wort-, vertragsbrüchig’ welich vnser bruchic wirt an dem andern an den stvcken di hi vor bescriben stein UrkCorp 1816,41. 351,46; wellent sy pruchig werden an mir Teichn 620,19; als er der frawn gab die ler / die an der ee was worden pruchig ebd. 610,143. 613,18; were daz der edele man graue Heinriche bruchich oder vellic worde daz wi en heizen tun UrkThür 507 (a. 1313)    2 ~ werden ‘(an etw.) Schaden nehmen’ daz er wirt witzen bruchig / und an dem libe suchtig Minneb 1657    3 jägerspr.: Jagdhunden wirt ~ , ihnen geschieht ein bruch (vgl. dort unter 1.2), sie verlieren die Spur des Wildes (vgl. Dalby, Mediaeval Hunt, 38b): wist, wo junge welffe / nach einem hirtzen schone / her jagen in sußem done, / daz den gar dick bruchig wirt Minneb 1639

MWB 1 1037,24; Bearbeiter: Hoffmann

brûchlîchen Adv. ‘verkostend, genießend’ die innerliche raste do man sich haltet wúrdeclichen und bruchlichen [La. wirklichen vnd gebrúchlichen ] , also got sin selbes gebruchet in wurklicher wisen Tauler 402,26

MWB 1 1037,40; Bearbeiter: Hoffmann

bruchnisse stFN. ‘Streitigkeit, Zerwürfnis’ ob der kriege oder der bruche keiner uf erste, da von krieg oder bruchnisse furbaz muge werden UrkCorp 1126A,13; daz wi [...] vns vmme alle sachen vnde bruchnisse, di zcwischin vns gewest sin, eintrechtelich vnde gentzlich vor einet vnde berichtet habn UrkDresd 19 (a. 1309)

MWB 1 1037,45; Bearbeiter: Hoffmann

brûchnisse stF. ‘Genuss’ da [im Himmelreich] ist frovde ane maze, [...] godis werlich becantnisse, vollekvmen minne, selic brvhnisse SalHaus 36,6

MWB 1 1037,52; Bearbeiter: Hoffmann

bruchsilber stN. ‘Bruchsilber, Werksilber zum Einschmelzen’ das nieman [ze] Zúrich enkein silber, es si loͤtig oder bruchsilber, koͧffen sol FWB 4,1238 (Schnyder, Qu. Zürcher Wirtsch.; a. 1334/5)

MWB 1 1037,55; Bearbeiter: Hoffmann

brûchunge stF. ‘(myst.) Genuss, Genießen (Gottes)’ ouch spiset diz spise [Eucharistie] des volkomnen menschen inreliche ubunge und bruchung so daz der mensche [...] sich vil wesentlicher und stettiklicher ubet inwendig sich zefugen und zekeren zu guͦtlicher guͦtheit und zuͦ götlicher minne MvHeilFr 21 (Anm.); und [Gott] ist da aller meist in bekentnusse gottlicher nature [...] und an minne und an bruchunge und an dancnemekeit und an vereinunge der willen Vateruns(Sch) 41; do sprach er [Gott] : ich muͦs din schonen an der bruchunge beide din und min Mechth 7: 8,16

MWB 1 1037,59; Bearbeiter: Hoffmann

bruckære stM. ‘Brückenwächter, Brückenzöllner’ der brugger und der torwart, / der hirte und der banwart, / pfaffen, leigen, jung und alt, / [...] si lebent alle in gîtekeit Boner 9,41; vnd suͥllent och die ober brugger besorgen [...], daz sy die muren der graben beider jerlich jetten vnd daz krut vss machen, vmb daz die muren nit zerfallen StRBern 1:151,11. 1:191,18. – als Personenname: ein zweiteil [ acker ] nebent den bruckere UrkCorp N107,30; ein schvͦpozse [Grundstück] ze Hagenbach, die des brvggers wirten bvwet ebd. 552,8

MWB 1 1038,8; Bearbeiter: Hoffmann

bruckbrët stN. wohl ‘Brett für das hölzerne Gerüst am Ofen, das als Lagerstatt dient’ (vgl. brucke 2): do schenckten die leut [...]: / ainer gab ain pruckprett [Konjektur, vgl. Anm. z.St.; Hss.: pruͦchpett, pruchbet ] , / der ander hiesz ain schwingen / usz seinem huse pringen MeierBetz 227; Oder liegt hier bruochbette ‘Bett von leinenem Zeug’ (BMZ 1:111a,30) vor?

MWB 1 1038,19; Bearbeiter: Hoffmann

brucke, brücke stswF. auch brugge (überwiegend alem. Belege; u.a. RvEWh , SM:St , Seuse , WernhMl , GTroj , Boner ; vgl. auch WMU 1,298 u. FWB 4,1257f.). 1 ‘Brücke (über ein Gewässer)’
1.1 eigentl.
1.2 übertr. und bildl.
2 ‘Zugbrücke’
3 ‘erhöhtes Sitzgerüst aus Brettern’ (vgl. Schmeller, BWB 1,347; FWB 4,1241)
4 ‘Landungsbrücke, an der die Schiffe anlegen’
   1 ‘Brücke (über ein Gewässer)’    1.1 eigentl.: ze der Tîver sie schiere kâmen / ûf eine brücke, diu dâ was Eracl 1149; dô wart ein brucke alsô breit / über die Tuonou geworht, / daz darüber âne vorht / zehen neben einander riten Ottok 7727; die brücke, diu dervor / über ein drætez wazzer gie UvZLanz 3608; ein hûs enmitten drinne [im See] lac. / von dem lande gienc ein brücke dar ebd. 7163; EnikFb 1498; BdN 120,33; Virg 188,7. eine brükke steinîn grôz Parz 354,6; RvEWh 9177; ein brucke starc von holz Ottok 77376. 10866; ein schmale brucke, die sere böse was Lanc 214,23; uber eyn cleyn brúcken, die von hurden [Flechtwerk] was gemacht ebd. 6,3; die ander sit der brucken was ein barbekanie [Vorwerk] gemacht wol besloßen und veste ebd. 380,19. – in Verbindungen mit den Verben (wider) machen, slagen; ze-, niderbrechen: der kuninc hîz sîne man / grôze boume howan / und eine brucke machen SAlex 2631; ein bruck macht er über den Rîn, / diu maht niht bezzer gesîn EnikWchr 21169; Rennew 35557; UrkCorp N797,22; der herre det die brucken wiedder machen Lanc 384,13; ein êrlîch bruck lange / was über das wazzer geslagen EnikFb 2700; diu brucke, diu darüber gie, / die Unger zebrâchen die Ottok 11054; und swâ ein brucke oder ein stec / indert gie über einen bach, / zehant man daz nider brach ebd. 11085; Rennew 35569. âne ~ und âne stec: Dodines der wilde / der fuort den künec sô guoten wec, / âne brücke und âne stec, / daz er schiere heim kam UvZLanz 7318; hôch in den lüften sint mîn wege, / âne brugge und âne stege / über sê und über lant Boner 81,44. 9,6; Mechth 6:16,6. – in Aufzählungen mit anderen Weg- und Gebäudebezeichnungen: ûf brücke, in vurte, und an den wegen Wh 465,24; er hies machen guͦte wege, / bruggen, notúrfte stege / machot er durch der lúte not RvEWh 15548; Himmelr 10,13; Mühlh 149,15; da mit sult ir [...] / euwr stat zieren: / die turne wol formyren, / paide strass und weg, / graben, prucken unde steg HvNstAp 1186; sine grozin herschaft, / der dirre fúrste pflac hie vor, / rincmûre, brugge, búrge tor / zeigint mit gewalt alda RvEWchr 3621; GTroj 5250. – als Zollstätte: vnde chœ̂men die vber eine, daz si der brugge schrieben den zol, der von alter her reht wæ̂re UrkCorp 548A,18. swelhen wagen, geladen mit troͤgen [...], man uͤber diu prugke fuͤret, dovon gibt man zwen pfenning ze zoll StRMünch 236,8; UrkNAltaich 2,52 (a. 1347); wer über sîne brugge reit / oder gieng, ein phenning muost er geben Boner 76,4. – in Verbindung mit Ortsnamen oder als Teil von Namen: zeiner brücke [...] / diu hiez ze dem Stiebenden stege UvZLanz 7145; der ein [ wec ] geet zur brúcken vom Werte, und die ander straß get zu der Verlornen Brucken, die man spricht das sie under dem waßer ge Lanc 609,14; aine mv́lie, div bi dem wege lit vnder den nusboͮmen ob der brugge ze Ragæsch UrkCorp N 371,8; Heinrich den man sprichet an der Brugge ebd. 1306,6; hie bi waren gezv̓ge [...] Johans von Rinach, Heinrich Bokli, Peter an der Brugge ebd. 2671,9    1.2 übertr. und bildl.: di [Seligen] sint unser brucge, / si sulen unsich laiten / uz tisen arbaiten / ze der himelisgen Jerusalem HimmlJer 293; Rol 3948; ich bin Got, dez lebens weg, / ich bin bruͤcke und steg HvNstGZ 7187; WernhMl 14560; Mügeln 348,7. er was des râtes brücke AHeinr 70; vf diner wisheit brvggen Martina 110,105; so heizet daz gelücke / sines wesens brücke Frl 5:53,4. 5:88,4. ir mære [die Botschaft der Cundrîe ] was ein brücke: / über freude ez jâmer truoc Parz 313,14; die wol gezimierten / ir brücke wâren über bluotes vurt Wh 397,29; hoher muͦt wart ir [ Kyburc ] ein gast. / ir wolte nymmer jamers last / komen von dem rugge. / ir was enzwei diu brugge / die ir wunne solte tragen Rennew 1826; unreht gewalt, ze valle stê dîn brugge RvZw 64,7    2 ‘Zugbrücke’ dô er ze dem hûse kêrte, / dô wart diu brücke nider lân Iw 4373. 4978; bit die brüke iu nider lâzen / und offen iu die strâzen Parz 225,29; daz sie gein der porten giengen / und beide die ketenen viengen, / und zucten sie so vaste / daz diu brugge nider blaste Rennew 30614; die brucke zôch man ûf zehant / und beslôz daz tor vil vast als ê PleierGar 7446; Wig 4520; Kreuzf 5396. er sol machen ein vfgend bruͤggen UrkWürzb 40,266 (a. 1339); und hub nach im ein groß uffgend brucken Lanc 8,20    3 ‘erhöhtes Sitzgerüst aus Brettern’ (vgl. Schmeller, BWB 1,347; FWB 4,1241) vrouwe Japhîte diu reine / ûf eine hôhe brücke saz, / daz nie dehein brücke baz / von betten wart geslihtet, / mit tepten wol berihtet, / und mit liehten pfellen Wig 7469; wie wilt den winter dû genesen? / [...] dâ wil ich den strousak in die stuben tragen, / sô muoz oven unde brugge erwagen SM:St 11: 4,11    4 ‘Landungsbrücke, an der die Schiffe anlegen’ ich hân ein hôhez ors hie bî, / ich wænez ouch wol sô hôch sî, / mîne vrouwen, iuwer vriundîn, / daz ich si wol zer brucken în / sô schône gevüere, / daz si daz mer iht rüere Tr 13382 (vgl. schifbrucken 13368.71); weset alle hinne [im Innern des Schiffes] tougen! / wan knehte und marnære, / die vorschen der mære / ûf der brucke vor der schiftür ebd. 8697 (z.St. vgl. jedoch Sprenger, Germ. 22, 409: "hier wird wohl ein hölzernes Gerüst vor der Cajütenthür, zum Ausschauen errichtet, gemeint sein")

MWB 1 1038,27; Bearbeiter: Hoffmann

brückelât stN. ‘Brosame’ von dem armen Lazarus, dem er vffe ertriche hette die brúckelote [La. bröckle vnd die broͤsenly ] von sim tische verseit ElsLA 60,32

MWB 1 1040,11; Bearbeiter: Hoffmann

brückelîn stN. auch bruͥggelin UrkCorp 1614,10. ‘kleine Brücke’ sin roß lieff zu dem cleynen bruckelin und wonde daruber springen Lanc 387,1 u.ö.; min hus, daz an dem bruͤkline lit vor dem obren badhuse UrkCorp 736,27 u.ö.; vnd daz lehen leit enseit des pruckleins UrkWürzb 39,14 (a. 1315)

MWB 1 1040,15; Bearbeiter: Hoffmann

bruckemate stF. ‘Wiese bei einer Brücke’ ein halp acker vf die brucke matte nebent dem von Steffesvelt UrkCorp 3244A,4

MWB 1 1040,22; Bearbeiter: Hoffmann

1brücken swV. auch bruggen UrkCorp 36,16 u. GTroj 1312. 1 intr.
1.1 ‘eine Brücke bauen (über einen Fluss, Bach)’
1.2 ‘eine Bühne aus Brettern bauen’
2 tr. ‘etw. (Straße, Weg) mit einer Brücke über etw. führen’
   1 intr.    1.1 ‘eine Brücke bauen (über einen Fluss, Bach)’ nû hiez der von Brâbant / brucken sâ zehant / über den selben phlûm Ottok 58486; wir suln brucken uber die bach LivlChr 11901; daz ieman da brvggen welle vber Lindemage [Limmat] UrkCorp 36,16; StRMünch 237,13; vil maniger hiure brücket, der zu jare muz stegen Frl 8:4,5. – übertr.: wir söllen prugen und stegen [in der Erzählung übergehen] / gegen dem kinde usser korn / daz dü küngin hochgeborn / nach by ierem hertzen traitt GTroj 1312; fliuch [...] der schanden regen. / ze tugenden solt du brücken, stegen JMeissn A 1:10,17    1.2 ‘eine Bühne aus Brettern bauen’ den vrowen wart gebrucket alumbe, daz siz [den Kampf] wol sahen an allen siten JTit 1848,4; RvEAlex 9189    2 tr. ‘etw. (Straße, Weg) mit einer Brücke über etw. führen’ eine strâze er dô gevie, / diu was gebrücket über daz mos Wig 6768. – ‘etw. überbrücken, passierbar machen’ daz man zusamne rukte / sî [die Schiffe] und darûffe brukte / der breiten Memiln vlût al ubir NvJer 24127; dâ ist wâg unde mot / [...] daz zu rosse dâ dî vart / [...] ist vorspart, / iz sî der wintir danne sô hart, / daz mit sîner kelde art / er dî wege brucke ebd. 10305; JTit 3494,3

MWB 1 1040,25; Bearbeiter: Hoffmann

2brücken swV. ‘etw. in kleine Stücke zerbrechen’ (vgl. brocken ): man sach da niwe schilde hohe riden / und di helm uf houbet hoher rucken / und ruͦfen lute: ‘spera, sper!’ der horte man hie manic tusent brucken [La. brocken ] JTit 2106,4. – übertr.: anders iwer frouwe Enîde / unt ir muoter Karsnafîde / werdent durch die mül gezücket / unde ir lop gebrücket Parz 144,2

MWB 1 1040,51; Bearbeiter: Hoffmann

bruckenambet stN. ‘Verwaltung einer Brücke und der dafür eingehenden Gelder’ ad officium pontis, quod vocatur brucken ammecht pertinent infra scripta WeistErf 107; auch behalten wir vns vnd vnserm conuent alle vnser ampt, ez sy schultheizzen ampt foͤrstampt schroampte eycheampt vnd bruggenampt, waz dar zu gehoͤret vnd wie daz her komen ist UrkWürzb 40,311 (a. 1340)

MWB 1 1040,59; Bearbeiter: Hoffmann

bruckenære, bruggenære stM. ‘Brückenwächter, Brückenzöllner’ vmme den bruggener ist also gerêth [= gerihtet ] , daz im der herzoge wider legen [erstatten] sol, swas er den herzogen siner gv̆lte bewisen mach UrkCorp 1728,32; so ist vmme den von Nidelingen vnd den bruggener also gereth ebd. 1728,36

MWB 1 1041,3; Bearbeiter: Hoffmann

bruckenmachære stM. ‘Brückenbauer’ wo brucke odir bret da gebresten, / die bistu schuldig zu machen zu dem besten. / dar umb bistu bruckenmacher genant Pilgerf 566

MWB 1 1041,10; Bearbeiter: Hoffmann

bruckenmeister stM. ‘Brückenverwalter, -zöllner’ von eime huse uf me Kornmarkete, da Walther becker, Hartman bruckenmeisters eiden, inne wonet, eine mark UrkFrankf 2,181 (a. 1323)

MWB 1 1041,14; Bearbeiter: Hoffmann

bruckentor stN. ‘Tor an der Fallbrücke’ des berges was dennoch me / oberhalb dem sewe; / eines visches chewe / was des sewes bruggen tor WhvÖst 1199

MWB 1 1041,18; Bearbeiter: Hoffmann

bruckenzol, bruckzol stM. ‘Brückenzoll’ swer sô bruckenzol oder wazzerzol entvûret [nicht bezahlt] , der sal in vîrvalt gelden SSp(W) 2:27,1; SchwSp 90b; der prugkzol uͤber die Yser, der uͤnsern gnaͤdigen herren, den bischof von Freysingen, angehoͤrt ze Muͤnchen StRMünch 232,16; daz fuͦder weins oder metes geit zewen pfenning ze brugkzolle, daz man in di stat fuͤret oder daraus ebd. 233,18

MWB 1 1041,22; Bearbeiter: Hoffmann