Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
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b – bachhelling
bächîn – backwërc
bacolôn – badestubære
badestube – balde
baldecheit – balmunden
balmunt – balsamtrôn
balsamtropfe – ban, bane
1ban – banekîe
banël – bänkelîn
banken – bantac
bant|âder – banzins
banzûn – bârbrët
1barc – bârkleit
barkorn – barmhërzeclîche
barmhërzege – barten
bartenære – base
Baseler, Basler – bate
bate, pate – bearbeiten
bearren – bechersamenære
becherweide – beckenknëht
beckenkol – bedancheit
bedarf (?) – bedingen
bedirmen – bedrangen, bedrengen
bedrât – begâben
begâbunge – begelimpfen
begenagen – begin
begîne – beglîmen
beglîmunge – begrîflich
begrîflîcheit – behaft
behaftec – behaltunge
behandeln – beheimsuochen
beheiʒen – behern
behêrren – behoven
behten – behuoflich
behuoren – beie
beie – beinîn
beinîsen – beiʒe
1beiʒe – bekantlicheit, bekentlicheit
bekantnisse, bekentnisse – bekerzen
bekicken – beklipfen
beklocken (?) – bekorunge
bekorungnisse – beküelen
bekumberhaft – belæren
belasten – belîbelich
belîben – belônære
belônen – bemaln
bemangen – bemurmeln
bemüseln – benedîunge
benediz – bennen
bennige – bequâme
bequæme – bërc|êrîn
bërcgar – bërcphenninc
bërcrëht – beredenunge
beredet – 1berennen
2berennen – bërhtnaht
berhtram – berillîn
berîmeln – bërlich
bërlîn – bernisch
bërnklâ – bêrswîn
bertenære – beruofære
beruofen – besamentlîchen
besamenunge – beschatzære
beschatzen – beschemen
beschemenisse – beschînen
beschirm – beschouwunge
beschremen – besebelicheit
beseben – besetzunge
besëʒ – besîtes
besitzære – beslîʒen
besloʒ – besnöuwen
besnüeren – besprëchære
besprëchen – beste
bestëchen – bestiure
bestiuren – bestürzen
bestutten – besuochnisse
besuochunge – bët
betagen – bëtelære
bëtelærinne – bëtemësse
betemmen – bëtewîn
bëtewîp – betrahtegen
betrahten – betrogenlich
betrônen – betrûren
betrûrigen – bettemunt
betten – betûchen
betüemen – betwungenheit
betwungenlich – bevellicheit
bevern – bevliehen
bevlieʒen – bevür
bevürhten – bewærnüsse
bewarsam – bewëlgen
bewëllen – bewindeln
bewinden – bezâfen
bezaln – beziln
bezimbern – beʒʒer
beʒʒerære – bî bestân
bîbilde – bíderben, bedérben
biderbenen, bederbenen – bîenkar
bîenswarm – bieʒenblat
bieʒenkrût – bîhtât
bîht(e) – bilchmûs
bildære – bildoht
bildunge – bilsensaf
bilsensâme – bineʒ
binide – birden
bir(e) – birnwîn
birsære – bischolf
bî schrîben – bî slâfen
bî|slëht – bît
bitære – bittern
bitternis – biurlîn
biuschen – bîvilde
bîvilden – bîzeichenen
bî zëmen – blahsen
1blæjen – blâsehorn
blæselîn – blatengîr
blatenrinc – blëchhantschuoch
blëchrinc – bleichvëlt
blende – blîche
blîchen – blîkloz
blîkolbe – bliuclich
bliuge – blôdern
blotschen – blüemunge
blüetebërnde – bluomental
bluomenvar – bluotgieʒen
bluotgieʒende – bluotstürzunge
bluotsûgende – bobenthalben
boc – bogelîn
bogen – 2bolle
bollen – 3bor
bor-, enbor- – (borliep,) enborliep
bormære – bortengewant
bortiure – bote
botech – bou
bouc – boummate
boum|öle – bôʒwurz
brâ – brâ|hâr
bræhen – brantlich
brantreite – brâwelîn
bræwen – brëhenen
brëhentac – brenken
brenn-, bern(e)-, birnschatz – bretsche
brëtsnîdære – brieschen
brievære – brionie
brîsære – briulêhen
briumeister – briuwe
briuwe – brohsen
bronie – brôthalle
brôtheit – bruch
bruch – bruckenambet
bruckenære, bruggenære – brüeterîn
brügel – brünnære
brunne – brünselbërc
brünseln – bruoderhûs
bruoderkint – brust
brust – brûtdëgen
brûtdrüʒʒel – brûtsanc
brûtschaft – buckel
buckelære – büellîn
büeʒære – buhsboum
bühse – bûlslac
bulzen – buoben
buobengâbe – buochisch
buochkamere – buoliân
buollîn – buppe
bur – burcgrâvenambet
burcgrâvenrëht – burcmeisterlêhen
burcmeisterschaft – burcstal
burcstat – bürde
bürdelîn – burgergemeine
bûr|gerihte – Burgunder
Burgunjoys – bursenære
bursît – büschelîn
buschoff – bütelin
bûtelîn – bûvëlt
bûvisch – buʒʒel

   brucklêhen - brûne    


brucklêhen stN. ‘Brückenlehen’ pruklehen in Brittelbach, tenet Hainricus filius aduocati UrbBayS 5,510; aber daselb ein pruklehen giltet vi schilling UrbBayJ 449

MWB 1 1042,1; Bearbeiter: Hoffmann

bruckmetze swM. Maß für Obst, das als Brückenzoll gefordert wird: swer obs in die stat fuͤret, ez sei gruͤn oder duͤrr, traet der wagen einen mutte oder mer, do von gibt man einen prugkmetzzen ze zolle StRMünch 236,14; und der prugkmetze sol nicht merer sein dann ein viertail von einem rechten galvay ebd. 236,16

MWB 1 1042,5; Bearbeiter: Hoffmann

brucknagel stM. ‘Brückenschmied’ (vgl. Nölle-Hornkamp, Handwerkerbez., S. 286f.), nur als Personenname belegt: Heinreich der prukenagel, Wernhart der schriber, Otte der Halebrukker vnd ander zeuge UrkCorp 3378,19

MWB 1 1042,12; Bearbeiter: Hoffmann

bruckrëht stN. ‘Brückenzoll’ welch burger von F. chumt gegen P. mit ainem wagen, der sol geben 4 ß ze pruckrecht DRW 2,536 (SteirGBl; a. 1342)

MWB 1 1042,17; Bearbeiter: Hoffmann

bruckslac stM. ‘Brückenbau’ man sol auch di prvk von dem zolle slahen [...], wær aber daz ein newer prvkslag mvͤst geschehen, daz sol mit dez hertzogen hilf vnd genaden geschehen UrbBayS 4,193; von dem prugkslag StRMünch 353,22; LügenrS 7 (Hs.)

MWB 1 1042,20; Bearbeiter: Hoffmann

bruckwëc stM. ‘Brückenweg’ vnde ein zweiteil an den bruckewege bi jvncherre Wiriche UrkCorp N722,3

MWB 1 1042,26; Bearbeiter: Hoffmann

brüederlîn stN. Dimin. zu bruoder stM.: sich den guͦten nehesten dîn / rehte als dîn bruͦderlîn / unde als dû dich selben tuͦst Kröllwitz 196; dru des kunges bruderlin Macc 11807; Jhesu, zartes bruderlin! / aller selikeit ein stift! HvNstGZ 2074. – ‘Ordensbruder’ ein brûdirlîn, ein knottir [Franziskaner; vgl. Anm.z.St.] , / daz was genant der Ottir NvJer 26064

MWB 1 1042,29; Bearbeiter: Hoffmann

brüeje stswF. ‘heiße Flüssigkeit, (Fleisch-)Brühe’ der vuchs dem stork ein schalkheit bôt: / die spîse er dô gar versôt, / daz dâ nicht wan ein brüege wart Boner 37,11; das huon mit der warmen brüegen MerswBgR 165; neme sur wiseln [Kirschen] vnd brech in die stile abe vnd siede sie in eynem hafen mit ir eigin bruͤ BvgSp 84 u.ö.

MWB 1 1042,37; Bearbeiter: Hoffmann

brüejen swV. 1 tr.
1.1 ‘jmdn. ansengen, verbrennen’
1.2 ‘etw. (geschlachtete Tiere) mit kochendem Wasser übergießen, brühen’
2 intr. ‘brennen, glühen’
   1 tr.    1.1 ‘jmdn. ansengen, verbrennen’ do des der arm man enbeiz, / do bruͦt ez in an den munt StrKD 62,25; daz in daz fiur niht bruote, / daz von im [dem Drachen] dranc besunder, / daz was ein vremdez wunder KvWTroj 9858; man hiez och ysen glüegen / da mitte nitlich brüegen / mengen werden gotis trut Martina 101,100. 211,28 u.ö.; EbvErf 1578; RvEWchr 9075; Teichn 10,11. – übertr.: des brut die afterruwe sam ein nessel min herze sunder wan Mügeln 402,6. – mit Refl.-Pron.: heit un dan goit [Gott] unsculdic gimachit [beim Feuerordal] , daz he sich nicht gibruit inheit Mühlh 112,24; wie stark und wie heiz her [ Cerberus ] was? / daz Sibille und Ênêas / sich von der hitze brûten En 3217    1.2 ‘etw. (geschlachtete Tiere) mit kochendem Wasser übergießen, brühen’ verher diu mag er [ fleismanger ] daheime wol brvͤn in sime huse unde staechen StRAugsb 200,6; nim ein verkelin, daz drier wuͦchen alt si, vnd bruͤ daz kuͤle vnd zvͤhe im daz har allez abe BvgSp 8    2 intr. ‘brennen, glühen’ got tuot in [den Marienverehrer] vrî / der helle, diu dâ brüejet LobGesMar 37,14; wie daz fure da [in der Hölle] bruoget / daz da niht endes pfliget Martina 217,82. – übertr.: und dar nach die minne minr und me bruͤget Tauler 230,9. – subst.: swer linin tuch mit viure / leget uf ez [das helfenbein ] , zu stiure / mit kalder art sin helfe tut brüen dem tuche tiure [macht das Verbrennen unmöglich; vgl. Anm.z.St. u. BdN 135,24 ] Frl 5:24,5

MWB 1 1042,44; Bearbeiter: Hoffmann

brüel stM. auch bruͤgel u.ä. (WMU, S. 300); von mlat. bro(g)ilus; wohl stammverwandt mit bruoch ‘Sumpfland’ (Kluge, S. 154). 1 eigentl. ‘Brühl; feuchte Wiese, eingefriedetes Wiesengelände, das zum Herrenland gehörte’ (vgl. LexMA 2,751)
2 übertr.
   1 eigentl. ‘Brühl; feuchte Wiese, eingefriedetes Wiesengelände, das zum Herrenland gehörte’ (vgl. LexMA 2,751): woldet ir [Geiß] volgen mîner lêre, / ich [Löwe] bræhte iuch zeinem brüele. / dâ ist luft und küele, / gras, bluomen unde klê Bîspel(Pf) 20,9; her Jûpiter, [...] / der hete sînen hof geleit / ûf eine wisen liehtgevar: / dâ von was er der êrste dar / zuo dem erwelten brüele [ : gestüele ] KvWTroj 939. 3872; KvWKlage 4,8; KvWPart 16496; so sint die gruonen brvole / gevalwet vnd die heiden / von lihter wæte gescheiden Martina 250,18. 47,96 u.ö.; EckenlE2 229,10; JTit 6110,3; Neidhc 17:5,14. – in Urkunden: habet etiam ibi archiepiscopus .ii. prata que dicuntur brule UrkMittelrhein 2,395 (a. 1220); an wise, diu haisset der stûche [...] vnd lith indem bruel des hofes ze Ammern UrkCorp 2326,29 u.ö.; unse [der Gemeinde gehörende] zwo weiden, die da heissen die zwen brüle, die da gelegen sint hinder dem hof zu Nennich UrkMoselQ 199,33 (a. 1348). – als Bestandteil von Ortsbezeichnungen: die mattun die heizet des vassers bruͤgel UrkCorp 2909,40; dim conuenth der swestervn andem Brvͤle ze sant Gallin ebd. 278,24    2 übertr.: daz ich der tugende cleider / so lüzil han an mich gesnitten / dez muoz ich nach toren sitten / erfrorn wan [l. varn?] vnd kvele / uf dirre welte brvele Martina 73,20; jn ir brüel [bildl. für die weibliche Scham] zefuort er daz broz, / daz mit blüete was entsprungen Krone 11726

MWB 1 1043,10; Bearbeiter: Hoffmann

brüelen swV. ‘brüllen’ reht als ein ohse brüelen [ : erküelen ] / begunde er mit der stimme KvWTroj 27320; man hôrte in [den Bären] brüelen als ein rint / von sîner angestlichen nôt KvWPart 18366; diz sprach mit lutem ruofe / [...] brüelende mit clagelicher luot / [...]der tievil varnde dur den luft Martina 13,39. 97,32. 190,82; er luote [Hs. brügelt; l. brüelte ] alsam ein ohse Virg 527,8 (vgl. Anm. zu WolfdD(J) 8:308,3 )

MWB 1 1043,42; Bearbeiter: Hoffmann

bruesam Adj. ‘abschreckend’ ich bitte die diz buch lesen, / daz sie en niht lazen wesen / bruesam [ ne abhorrescant ] dirre buche schrift / durch mancherleie sache stift; / sie sullen die sache uben / niht zu verderbnisse pruben / sunder daz sie uns ein vorbint / allen zu bezzerunge sint Macc 8697

MWB 1 1043,51; Bearbeiter: Hoffmann

brüet|ei stN. ‘Brutei’ ez verderbent auch diu prüetair dicke von ainem gæhen donr oder von des habichs stimme BdN 194,25

MWB 1 1043,57; Bearbeiter: Hoffmann

brüeten swV. 1 tr.
1.1 ‘etw. erwärmen, erhitzen; etw. (Eier) ausbrüten’
1.2 ‘jmdn. aufziehen, erziehen’
1.3 übertr. ‘etw. ersinnen, aushecken; hervorbringen’
2 intr. ‘brüten’
   1 tr.    1.1 ‘etw. erwärmen, erhitzen; etw. (Eier) ausbrüten’ so salbent si ir diu ougen unt bruͦtent [ fouent ] sia, unze si gesehent wirdit JPhys 25,5; jz ist deme magin gut wan iz prutet in SalArz 22,25; brvͤtend [interl. zu fouendo ] PsM H 5,2. si legit ir eier in die hizze unte bruͦttet [ excoquat ] si in der wirme des sunnen JPhys 24,13. siu nimit einer ander perdice ir eier unt bruͦtet [ fouit ] siu JPhys 23,7; der vogel wont in dem mer und prüett seineu air siben tag BdN 172,6 u.ö.; ich brüet mîn eiger [...] als mîn geslecht tuot anderswâ Boner 49,49; swenn er sîn eiger hât verlorn, / dar ûz er brüetet sîne fruht KvWTroj 34133. von imbin ein michil swarn, / der drin durch nisten was gevarn / und hate [...] / gebruͤtet drinne honegis vil RvEWchr 20587    1.2 ‘jmdn. aufziehen, erziehen’ als ein vogel sîn vogelîn / ammet unde brüetet, / alsô het si dich behüetet, / almeistic an ir arme erzogen Wh 62,27; reht als ein huon ir hüenelîn / hât under den vetachen sîn / gezogen und gebrüetet, / also hât si mîn gehüetet EnikWchr 7075; ErzIII 116,3. – mit erspartem Obj.: du [Gott] zvhis vnde bruͦtis, / du sterkis vnde behutis Litan 155    1.3 übertr. ‘etw. ersinnen, aushecken; hervorbringen’ alsus enliez sîn gedanc / brüeten deheinen kranc / in sînem reinen herzen LvRegFr 2250; dar na sol wir uns hudin, / dat wir die sunden anderwerf brueden Lilie 73,35; minn alle tugende brüetet, / sam sîniu kindelîn daz huon KvWTroj 2542; er sælic man, / [...]der reine schame brüete RvZw 198,12; ein schalchait pruten Teichn 398,52. 189,39; valsch brüeten WernhSpr 35,12; Eracl 2642    2 intr. ‘brüten’ die vogel, die vil hüenl pringent mit ainander, die gepernt oder prüetent gar haimleich BdN 165,32; si prüetent auch paideu, er und si, in zwain zeiten ebd. 181,1; HvBurg 850; do diu krâ ûz [fertig] gebrüetet hât Boner 49,57. – ‘brütend sitzen’, übertr.: ich gibe den edelen rat vil guten, / daz sie mit williglichen sinnen brüten / ob ritterschaft und minnen spil [sich ernsthaft darum bemühen] , / so daz die wolgemuten / wip freischen reine tat in ir handelunge Frl 11:14,2

MWB 1 1043,60; Bearbeiter: Hoffmann

brüeterîn stF. ‘Brüterin’ diu krâ mocht in nicht spîse geben, / des muoste si verliern ir leben: / die [von der Krähe ausgebrüteten] jungen hebke griffens an. / [...] sus starp diu arme brüeterîn Boner 49,82

MWB 1 1044,38; Bearbeiter: Hoffmann

brügel stM. ‘Knüppel, Keule’ man sach dâ swerte vil erwegen / unde ûf heben manegen brügel KvWPart 14415; diu swert enwurden niht gespart / und die vil starken brügele KvWEngelh 2735; brügel werffen ward gespiltt / uss mannes kreften uff in do GTroj 6808; ein strîten / mit prügeln und mit schîten BFrau 590. 414

MWB 1 1044,42; Bearbeiter: Hoffmann

brugge stswF. brucke

MWB 1 1044,49;

bruggen swV. brücken1

MWB 1 1044,50;

bruht(e) stF. 1 ‘Gesetzesbruch’
2 ‘Widerstand’ (?)
   1 ‘Gesetzesbruch’ so sal [...] der erschbuschof van Kolne of syn amptman, in des gerichte de bruchte gescheit is, dat richten UrkNiederrh 3,148 (a. 1320)    2 ‘Widerstand’ (?): sin veterlich gehilwe [Gewölk] / mit süzicheit die brucht [La. den pruch ] betwanc / an der naturen gilwe [Blässe] Frl 7:1,14

MWB 1 1044,51; Bearbeiter: Hoffmann

brummen swV. 1 ‘brüllen, brummen, summen’
2 ‘ertönen (lassen)’ , von Blasinstrumenten (vgl. Eitschberger, Musikinstr., S. 166f.)
   1 ‘brüllen, brummen, summen’: – vom Löwen: ein michel gebure [...] bringt zwen lewen an einer ketten geleitet sere bruͦmmende und sere eistlich gebarende Lanc 629,23; ein grimmig bere und ein bruͤmende loͤwe Mechth 5: 11,18; HvFritzlHl 8,10. – vom Teufel: das brummen und das grimmen und das bissen und das nagen, das er [Teufel] do tet in sinen banden, das ist unsprechlich Mechth 7: 39,44. – von Bienen und Hornissen: unz daz aineu [Biene] under in zwir oder dreistund geprumt oder gehumt gegen dem liehten tag BdN 289,15. 290,13. 290,14. si [Hornissen] prumment grausenleich mit irn stimmen ebd. 300,27    2 ‘ertönen (lassen)’, von Blasinstrumenten (vgl. Eitschberger, Musikinstr., S. 166f.): pusawmen und trumen̄ / hiessen sy da prumen̄, / horen und schalmeyen̄ HvNstAp 7330; als ain wahter, der mit aim herhorn prummet gegen dem tag BdN 289,17. – s.a. gebrummen stN.

MWB 1 1044,58; Bearbeiter: Tao

brummieren swV. zu brummen. ‘dumpf tönen, brummen’ pusaumen und prummen [La. pusawnen ließ man prumiern (: drumiern) ] , / pawcken und trumen / slug man da, das es erhal HvNstAp 11137

MWB 1 1045,13; Bearbeiter: Tao

brumsen swV. zu brummen . ‘brummen’, im Vergleich: pei dem merohsen verstên ich ainen iegleichen eifrær, der in seim haus promsent ist als ain per und gelebt nümmer güetleichen mit seiner hausfrawen noch mit seim gesind BdN 237,20

MWB 1 1045,18; Bearbeiter: Tao

brûn Adj. 1 als Farbenbezeichnung mit verschiedenen Nuancen: ‘braun, dunkel, dunkel-, hell-, schwarz-, rotbraun, braunviolett’
1.1 allgemein
1.2 bezogen auf Personen, Körperteile (bes. Augen, Augenbrauen, Haare)
1.3 bezogen auf Tiere
1.4 bezogen auf Pflanzen
1.5 bezogen auf Stoffe, Kleidungen und sonstige Gegenstände
1.6 in umschreibenden Ausdrücken
1.7 übertr.
2 vom Glanz des Metalls (auch des Glases): ‘glänzend, funkelnd’
   1 als Farbenbezeichnung mit verschiedenen Nuancen: ‘braun, dunkel, dunkel-, hell-, schwarz-, rotbraun, braunviolett’    1.1 allgemein: ain mittell farbe unnder weiß und schwartz das ist praun HvHürnh 76,30; nim abfeilinch vnd rostiges eisen vnd waiches pech vnd lazze das lange vnder einander sieden; das wirt schön prawn auf rotem tuch BairFärb 1,3; und wem träumt, daz er vil swarzer ding sehe oder prauner ding [...], der hât vil in im der materi, diu dâ haizt diu swarz colera oder melancolia BdN 53,15    1.2 bezogen auf Personen, Körperteile (bes. Augen, Augenbrauen, Haare): Antilocus was [...] ein wol gewassen brun man Herb 12945; brûn rôt wîz ist diu vil reine guote, / von den varwen sô getân daz nie engel schœner wart / an ze schouwen KLD:UvL 39: 6,3; almehtec schepfer [...], / du bist ein brûner jungelinc und ein altherre grîse KvWLd 32,17; daz ich brûn [ nigra ] bin, ich bin doch schœne und wol gestalt; aber diu sunne hât mich entverwet [Ct 1,4] Eckh 5: 114,11; BdN 461,15; braun, rodehaft [rötlich ] ist ir [der Choleriker] varwe gar Physiogn 61; der ist ainr stumpfen nâtûr, der gar weiz ist oder gar praun und hât ainen grôzen pauch und krump vinger BdN 51,16; die ougen brun, swartz, clar Herb 7696; liehtiu ougen, dâ bî brûne brâ, hâstu und zwei rôtiu wängelîn KLD:UvL 46: 4,1; brun, krus, lanc was im daz har Herb 3170; ir brûnez hâr, ir ougen klâr, / ir rôter munt KLD:GvN 46: 3,3; und was sîn hâr brûn unde reit KvWSchwanr 1025; juncherre wîs [Gott] , du wære grîs: / nu zieret dich ein brûner vahs KvWLd 1,18; braun har und niht zu dunne gar, / daz nimt guter tugende war Physiogn 117. – von Blutergüssen: wuͦrde ein man mit steben geslagen vffe sinen rucke vnde buͦch vnde die slege bruͦn weren vnde blâ vnde vf erhaben UrkCorp 51,38=606,15 (Stadtrecht Magdeburg/Breslau)    1.3 bezogen auf Tiere: so ist daz vierde ros braun StrKD 6,199; eins edelen valken ougen brûn SM:Wi 9: 6,1; daz [Eichhorn] ist rôt in etleichen landen und in andern landen ist ez praun oder grâw BdN 158,8    1.4 bezogen auf Pflanzen: diu heide was von bluomen gar / rôt, wîz, weitvar, / brûn, grüene unde gel, / swarz, mervar, wolkenhel, / tusenvêch, trûbeblâ, / stahelbleich, îsengrâ, / purpurbrûn, sîdeval UvZLanz 4751; in grüene mac man schouwen / bluomen blâ brûn rôt gel blanc KLD:Kzl 12: 1,8; RvEBarl 9308; KLD:UvL 29:1,7; SM:KvL 18:1,9; SM:AvR 3:1,7; SM:Had 19:1,3; marrubium haizt marobel [...]. daz kraut [...] ist zwaierlai: daz ain weiz, daz ander swarz. daz weiz ist gevar sam ob sein pleter gesprengt sein mit melb, aber daz swarz ist praun und hât der sprinkel niht BdN 409,4; diͤ wize lilj der reinicheide, / diͤ brun viol der otmuͤdcheide MarlbRh 6,24    1.5 bezogen auf Stoffe, Kleidungen und sonstige Gegenstände: einin wapinroc er vuorte, / [...] von brunime samitte / gesnitin Athis B 41; Tr 10900; Wh 407,7; brûn scharlachen was ir roc Parz 232,26; Wh 63,22; Wig 8871; ein rîcher triblât, / brûn UvZLanz 4818; da was ein kolter gebreit / von sulcher zierheit, / etwa wiz als ein sne, / etiswa grune als ein cle, / etiswa brun, etiswa rot Herb 7237; der zobel brûn unde breit En 1723. 5198; Athis D 147; Eracl 3813; ein schapel, / daz was weitîn unde gel, / rôt, brûn unde wîz Wig 853; des roc was gel unde brûn / in ein ander geparrieret ebd. 11297; Lanzeletes pavilûn, / wîz, grüene, rôt, brûn UvZLanz 9081; dar inne sule [= sûle ] in alle sit / grune, rot, wiz, bla, / brun, gel, swartz, gra Herb 1816; ein palas hêt diu künigîn / daz was märmelsteinîn, / gezieret wol begarwe, / von vier hande varwe: / rôt, brûn, weitîn und gel Wig 226. – in Vergleichen: der zobel was dar ane / breit, brûn alse ein bere En 775; manchen belz wîten / bestellit brûn als ein brâmbere Eilh(L) 2075; er [ein kostbares Goldgewebe] was von timît innen vol, / vil brûner danne ein vîolate, / reht ebenbrûn der gloien blate Tr 11121    1.6 in umschreibenden Ausdrücken: – für die weibliche Scham: er vant die rehten hirzwurz [...]: / diu wurz was bî dem blanken brûn Parz 644,1; ez [Hemd] ruorte etwaz brûnes / an ir huf Tit 81,4 (= JTit 759,4 ); der brûnen bluomen anger u.ä. HvFreibTr 3782. 5969 ( → bluome 1). – für die Brustwarze: diu [Säuglinge] sie an ir brüstelîn / leite [...]. / daz brûne an der wîze / dâ sô wünniclîchen stuont: / in beiden gap siez in den munt UvEtzWh 2258    1.7 übertr.: iuwer lûter edelkeit / ist worden tunkel unde brûn KvWPart 8439    2 vom Glanz des Metalls (auch des Glases): ‘glänzend, funkelnd’ di christen heten da gefrumt / manigen helm prunen / blaich unt uerhouwen, / manige sele zu der helle Rol 4579. 2661. 3345; KarlGalie 11655; er sluc sin brun ysen / hine gein Parisen Herb 13967; vil der brûnen klingen SM:Go 1: 2,1; mit brûnen scharpfen swerten UvZLanz 8079; sîn [des Schwertes] brûniu varwe diu wart bleich Er 9261; Eracl 1309. 4965; do begunden die recken / mit den brunen ecken / howen, schroten, sniden / den wapenroc von siden / vnde den halsberc dar vnde Herb 4985. 9906. 13034. Elmend A 764; der brune stahel schrit den rinc, / so daz daz fur dar vz ginc Herb 8757. daz dach ein rîcher samît was, / var als ein brûnez glas Er 8943. – Lit.: Jacobsohn, Farben, S. 86-89.

MWB 1 1045,23; Bearbeiter: Tao

brûnât, brûnît, brûnet stM. mlat. bruneta, brunetum, afrz. brunet(t)e; Endung -ât im Anschluss an die Stoffnamen auf -ât, -ît im Anschluss an samît oder aus afrz. -êt (Palander 109, Suolahti 1, 34 und 71; Frings/Linke zu MorantGalie 5144; Brüggen, Kleidung, S. 270f.). – ‘feiner dunkelgefärbter Kleiderstoff (wohl aus Wolle)’ vier chnappen mit brvnet / gechleit vnd mit rose Krone 6887; scharlachen und brûnât / daz wære dâ ein swachiu wât StrDan 6569; Ottok 7690. 19630; dat en was scharlachen noch brunit, / mer yd was der beste samyt KarlGalie 3594. 3358; grone ind brunyt ebd. 13449; MorantGalie 5144; fritschâl, brûnât, vêhe veder Helmbr 1345; ein kleit von brûnîte KvWEngelh 1308; vmbe dri vnd sehzic marche silbers [...] vnd vmbe ainen brunates mantel UrkCorp (WMU) 709,19

MWB 1 1047,1; Bearbeiter: Tao

brûne stF. briune

MWB 1 1047,18;