beburnunge
stF.
‘Verbrennung’
noch beburnunge [
secundum combustiones
] dinir vetir der konige [...] werdin si dich
beburnin Cranc
Jer 34,5
MWB 1 457,29; Bearbeiter: Schnell
bëch
stN.
aus Baumharz gewonnene, zähe, klebrige Flüssigkeit; meist lässt sich nicht
unterscheiden zwischen ‘Pech’ (dunkel, bei der Destillation von Baumharz
gewonnen) und ‘Harz’ (hell, aus dem Holz von Nadelbäumen austretend)
1 in allgemeiner Verwendung 2 häufig in der Paarformel
unde swëbel meist bildl. für ‘Hölle’
3 in formelhaft-intensivierenden Vergleichen 3.1
swarz als ein
, swerzer dann ein
o.ä. zur Bezeichnung tiefer Schwärze (zum Bildungstyp vgl.
swarz ) 3.2
klëben als
‘fest an etw. kleben’
4 Sprichw. (vgl. TPMA 9,62)
1
in allgemeiner Verwendung:
den paum [Fichte] haizent etleich
piceam, dar umb, daz harz dar auz switzet, wan pix haizt pech oder harz ze latein
BdN
339,3;
sie namen heiß bech und bichten im
[Lancelot] die hende innwendig und beide dieher umb
die ende da yn das schwert [Schwertbrücke] schniden solt
Lanc
629,3;
nim abfeilinch vnd rostiges eisen vnd waiches pech vnd lazze das
lange vnder einander sieden BairFärb
1,2.
– als Grundstoff bei der Herstellung von Arzneimittel:
so mache eine salbe uon wachse vnde uon peche vnde uon putter
SalArz
58,9;
win, wirouch, pfeffer, peh, milch zusamne getempert heilet
vrische wunde Macer
87,4.
78,10;
Ipocr
266;
Albrant
3,62
2
häufig in der Paarformel ~
unde swëbel meist bildl. für ‘Hölle’
ich hore wol sagen, / daz er [der
Teufel] niht nehabe / niemanne ze gebenne / wane bech unde swebel
SüklV
737;
do hiez er einen ouen gluen vnd hiez piglen [
pigel, ein wenig Pech] vnd pech vnd swebele darin
zerlazzen vnd hiez si darinne werfen Konr
14,90;
da búrnet suebel vnde bech, da die selen inne werden
gewizeget, die erlóst suln werden Lucid
10,1;
AvaJG
27,6;
RvEBarl
12477;
HeslNic
3296
3
in formelhaft-intensivierenden Vergleichen
3.1
swarz als ein
~ , swerzer dann ein
~ o.ä. zur Bezeichnung tiefer Schwärze (zum Bildungstyp vgl.
swarz):
sîn ros [...] lûhte alsam ein
swarzez bech KvWSchwanr
1044;
GTroj
3452;
ez sahen auch suͤmlieh daz der mane oben vil rot waz und
niden swartz sam daz pech PrOberalt
10,18;
ain mor, [...] der was schwertzer
dann ain pech HvNstAp
438;
HvNstVis
476;
Lanc
561,25
3.2
klëben als
~
‘fest an etw. kleben’
alein nu klebe diz lasterblech [nämlich die Vorsilbe
un-
] / an manigen worten als warmez bech Renner
9227;
daz hemde klepte im an der hût / alsam ein harz und als ein bech
KvWTroj
38429
4
Sprichw. (vgl. TPMA 9,62):
swer heizez bech rüeret, / meil er dannen füeret [wer sich mit
Schlechtem einlässt, trägt Schaden davon]
Freid
118,5
MWB 1 457,32; Bearbeiter: Schnell
bëchec
Adj.
‘pechhaltig, voller Pech’
vngesmackiz wazzere ist manchirleie: einiz ist gesalcin, einiz
svebelic, daz dritte pechic SalArz
19,55.
20,3;
die burcgrâven stolz / des bechigen holz / legten sô vil an, / daz ez ûf bran,
/ unde [...] / diu burc dâvon enzunt Ottok
77793.
– übertr.:
swenne Got sigenumftic / gesitzet in sinen stul / unde in pechigen pful
[in die Hölle] / zu ewiclichen noten / gewirfet alle
toten HeslApk
16304
MWB 1 458,14; Bearbeiter: Schnell
bechelîn
stN.
→
bächelîn
MWB 1 458,23;
becheln
swV.
→
bächeln
MWB 1 458,24;
bëchen
swV.
‘von Pech brennen’
daz hellefuͤr so bechet / daz ich im gern entruͤnne Rennew
10816
MWB 1 458,25; Bearbeiter: Schnell
becher
stM.
1
‘Becher, Trinkgefäß’
2 Becher als Maßeinheit (mit Gen.d.S.)
1
‘Becher, Trinkgefäß’
den becher huop die künegin, / si sprach [...]
Parz
34,10;
swer auch die trinkvaz bricht in den winhoͤfen, ez sin glas,
becher oder krusen [Krüge]
WüP
55,2;
becher, köpf [Becher mit Deckel] und angstær
[Gefäß mit engem Hals]
Helbl
1,661;
der blies in einen becher / den schûm von dem biere Helmbr
1166;
EnikWchr
5342;
TannhHofz
89;
Eckh
5:30,5;
SummHeinr
2:92,138
2
Becher als Maßeinheit (mit Gen.d.S.):
unde salt denne dar zu tun einen halben pecher putern
SalArz
116,8;
einen halben becher wines und als vil honges
BenRez
37;
UrkCorp (WMU)
2830AB,18.
– in festen Wendungen:
–
~
vol:
nym starken wyn unde encianez eynin bechyr wol unde eynen
leffil wol salczis Albrant
3,63;
einen becher vollen wînes SpdtL
196,21;
sechs becher vol wines UrkCorp (WMU)
N392,43.
733,9.
–
bî/zuo dem
~
‘becherweise’
der bi dem vierteil vnd bi dem becher git, der sol ouch Endinger mes gen
UrkCorp (WMU)
383,22;
verkuͦft er es [ein Fuder Wein] zem becher, so git
er von dem pfunt iiij d[enarios] ebd.
248AB,31
MWB 1 458,27; Bearbeiter: Schnell
becherære
stM.
‘Hersteller von (Holz-)Bechern’ (vgl. Schultz, Höf. Leben 1,378f.):
die becherere [erg. sollen machen] alle die
bechere, der der bischove bedarf [...] und der koufer
meister der git daz holtz, und git alle tage dem bischove becherere holtz
StRStrassb
77,112;
sporer, draͤchsel, schaeffler, sybrer, pechrer StRMünch
430,13;
der probest, der kamer, der kuster, becherar, Múioldus, Haiderelberch, die
priestir alle sint UrkCorp (WMU)
1324,6
MWB 1 458,49; Bearbeiter: Schnell
becherlêhen
stN.
‘Becherlehen’ (Lehen, dessen Abgabe in Bechern bestand):
ez mag auch der hertzog [...] an schuezzellehen, an
pecherlehen nieman ze rehtem lehen geleihen UrbBayJ
530;
zwene schaz vor dez kiusters hove vnde sechs schaz in dem becherlehen
UrkCorp (WMU)
N 393,22;
item in Hocheim est quartale mansi, quod vocatur becherlen WeistErf
81
(a. 1332)
MWB 1 458,59; Bearbeiter: Schnell
bechersamenære
stM.
‘Bechereinsammler’
ez sol auch kein winmezzer uber den winruͤffer
[Ausrufer] und den bechersemner mer denne zwene knehte
haben WüP
17,2
MWB 1 459,3; Bearbeiter: Schnell
becherweide
stF.
‘Zechgelage’
sie wenent beiagen den pris / an der becherweide, / des gewinnen sie beide /
laster vnde schande Frgm1
28
MWB 1 459,7; Bearbeiter: Schnell
bechîn
Adj.
→
bächîn
MWB 1 459,10;
bëchmuos
stN.
‘Pechbrei’
daz der trache von einem pechmuse [
offa picis
] starb adir daz Belis pristere eliche begriffen wurden Cranc
Vorr. Dan 272,15
MWB 1 459,11; Bearbeiter: Diehl
bëchstein
stN.
‘Pechstein’ (ein Mineral):
sîn wâfen daz was allez swarz, / daz ê in liehter varwe
schein; / sîn ros was als ein bechstein / erstarret und bestecket Wig
6755
MWB 1 459,15; Bearbeiter: Diehl
bëchswarz
Adj.
‘pechschwarz’
die selben zwô varwe / vil gelîche teilten sich, / wan ein bechswarzer strich
/ an der stirnen [des Pferdes] ane vie Flore(G)
2750
MWB 1 459,19; Bearbeiter: Diehl
bëchtranc
stN.
‘Pechtrank’
sweffel vnd bechs werden sie [in der Hölle] vol. /
daß ewick bechdrank / nemen sie zu hab dank Luzifer
5,228
MWB 1 459,23; Bearbeiter: Diehl
bëchvalle
stF.
→
bëchwëlle
MWB 1 459,26;
bëchvar
Adj.
‘pechfarbig, schwarz wie Pech’
bechvar den vinstern helle [interl. zu piceus tenebris
tartarus
]
PsM
H 102,8;
der tiuvel pfligt der ritterschaft / under einem vanen pechvar Helbl
7,315
MWB 1 459,27; Bearbeiter: Diehl
bëchvlühtec
Adj.
‘pechtriefend’
von dem zwivalden lone: / den guten in sime trone, / den bosen in den argen /
pechvluchtic hellezargen HeslApk
15300
MWB 1 459,31; Bearbeiter: Diehl
bëchwâge
stF.
‘Pechwaage’
auch sol der colmeister haben ein bechwagen, dor an sol man wegen alles bech,
das in der stat gekaufft StRPrag
83
MWB 1 459,35; Bearbeiter: Diehl
bëchwalle
stN.
‘wallendes Pech’ als Beschreibung der Höllenstrafen:
zehant do vielen si alle / in dc ewig bechwalle PrWack
261,50
MWB 1 459,38; Bearbeiter: Diehl
bëchwëlle
stswF.
‘Pechflut’, Welle aus (siedendem) Pech, als Beschreibung der Hölle:
si wæren rîch oder arm, / si muosen ze helle. / swen diu pechwelle / dâ niht
volliclîchen twanc Aneg
2246;
diu tor der innern helle; / dâ sint die swarcen pechwelle / mit den häizzen
fiures flammen Erinn
728;
da mit wil ich / dir vil gerne gelten, /
[...] / daz du mich mit dinem bluote / chouftest von
der helle / unde von der heizen bechwelle SüklV
349.
162.
– hierher wohl auch:
daß sint die fursten [der Hölle] alle / auß der
bechvalle Luzifer
5,36
MWB 1 459,41; Bearbeiter: Diehl
bëchwëllec
Adj.
‘von brodelndem Pech wallend’
dâ er sehe vliezzen / die bechwelligen bache / unt der fiwerschober chrache
Erinn
941;
wie ungeloubich ez wære / der iu daz möchte fur gerechen, / wie man siu
[in der Hölle] beginnet zechen / mit bechwelliger
hitze ebd.
971
MWB 1 459,52; Bearbeiter: Diehl
beckære
stM.
‘Bäcker’ (vgl. becke swM.):
die beckere haben eine innunge hi in der stat zu Vriberc StRFreiberg
241,12;
daz ir becker buͦchen / brot in godes ere Elis
3490;
dy schenkin unde dy becker MarcoPolo
22,11
MWB 1 459,58; Bearbeiter: Diehl
beckærinne
stF.
‘Bäckerin’
da is also gemalen wart, / liebe da her vor tradt / und wolte da syn
obenerynne / das brot zu machen, und beckerynne Pilgerf
2718
MWB 1 459,63; Bearbeiter: Diehl |