endeslac
stM.
‘gewaltiger Schlag, Rundumschlag’
ieslich prediger [...] wunden
heilet, wunden slet / mit siben valden endeslegen, / swenne die predigere legen /
daz gotes wort dem volke vor HeslApk
20639;
da slet der tuvel sinen slac / mit siben valden ende slegen
ebd.
20659
MWB 1 1621,21; Bearbeiter: Runow
endespil
stN.
‘Entscheidung (im Spiel oder Wettkampf)’ (hier für den Geschlechtsakt):
er [Gregorius] was starc und si [seine
Schwester] ze kranc, / daz erz âne der guoten danc / brâhte ûf ein
endespil. / dâ was der triuwen alze vil Greg
395
MWB 1 1621,27; Bearbeiter: Runow
endes|tac
stM.
→
endetac
MWB 1 1621,32;
endestrît
stM.
‘letzter Kampf’
der strit wirt der endestrit, / swenne so der strit geschet /
daz Crist Antecristen slet / [...] / vor dem jungesten tage
HeslApk
17746
MWB 1 1621,33; Bearbeiter: Runow
endetac, endestac
stM.
‘letzter Tag’
1
‘Ende, Tod’
2 rechtsspr. ‘letzter Termin’
1
‘Ende, Tod’
der engel zuht einen ast, / daz er alsô lûte brast; / dâ von Jôsêp erschrac, /
er wânde ez wær sîn endetac KvFuss
1502;
noch was diu kristenheit ze wer / sô daz man von ir tât / den
endes tac [noch am jüngsten Tag] ze sprechen hât
Wh
404,30;
dar nâch wirt iu von mir genant / der, der daz spil von êrst ervant
[...], / geleb ich des buoches endestac HvBer
90;
Parz
337,14;
HeslApk
3872.
– hierher oder zu 2:
swer aber sæjet in daz leben, / dem wirt ein leben dort
gegeben, / daz niemer mêre ersterben mac. / ouch hât der tôt niht endes tac. /
diz ist der guoten zuoversiht RvEBarl
3314
2
rechtsspr. ‘letzter Termin’
daz die noder [Notare] von gewer oder enttagen, wie
lang oder wie gros die sindt, zu verschreiben sollen nicht mer nemen
[...] dan xii den. StatTrient
134
MWB 1 1621,37; Bearbeiter: Runow
endezil
stN.
‘Ziel, Erfüllung’
diu [Isolde] sleich
[...] / lîse unde stætelîche
[...], / suoze gebildet über al
[...], / als si diu Minne dræte / ir selber zeinem
vederspil, / dem wunsche zeinem endezil Tr
10898.
–
‘Ende’
winter hât ein endezil KvWLd
29,11;
der rehte Crist [...], / den got her
abe senden wil / an der werlte ende zil HvNstGZ
5311;
stete vruntschaft [...] / biz an des libis endezcil
PfzdHech
228,30;
WernhMl
915
MWB 1 1621,54; Bearbeiter: Runow
endezît
stF.
‘letzter Abschnitt, Ende (einer Zeitspanne)’
ûf des tages endezît Demantin
10257;
sô müezen wir daz rîche lân, / wan des tôdes endezît / uns
den burgæren [den Teufeln] gît RvEBarl
5173
MWB 1 1621,63; Bearbeiter: Runow
endieʒen
stV.
‘erschallen, ertönen’
daz andre teil sich gar irwûc / der vlucht [...] /
mit geschreie harte grôz, / daz ouch in daz her irdôz [La.
indoz
] , / und der zegelîche schal / daz grôze her intherzte al, / daz sî
griffin an dî vlucht NvJer
8980
MWB 1 1622,3; Bearbeiter: Runow
en|dinnen
Adv.
‘drinnen’
nu prüeve man unde wîp, / wie rehte unreine sî der lîp / des menschen dâ
endinnen. / swaz wir sehen rinnen / ûz uns, deist niht wan unflât LvRegFr
195
MWB 1 1622,8; Bearbeiter: Runow
endivia
F.
‘Endivie’ (Cichorium Endivia, vgl. Marzell 1,988):
gip im [dem Fiebrigen] purzel
zezzen. vnde endiuiam SalArz
67,57
MWB 1 1622,12; Bearbeiter: Runow
en|drabes
Adv.
‘im Trab’
die gest balder den entrabs / kerten an tóber
[Trompeter] dan SHort
3174
MWB 1 1622,15; Bearbeiter: Runow
endrengen
swV.
‘jmdn. bedrängen’
er muͦst entwichen und dackte sich so er langest mocht mit
sym schilt. das halff yn nit viel, wann yn der ander mit slegen endrenget
Lanc
149,13
MWB 1 1622,17; Bearbeiter: Runow
en|driu
Adv.
‘in drei (gleiche) Teile’
do nam der kvnic sin ende. / sin hovbet im en drev spielt, /
in nevne sich sin zvnge vielt ReinFu
K,2243;
vnd swas dar vber in der herschaft wirdet nvzes, das suln wir vnder vns teilen
indrv UrkCorp (WMU)
151,44;
daz her wart geteilt mit heil / reht endriu an diu seil. /
daz dritteil muost diu schef ziehen EnikWchr
19006;
Er
7140;
Ottok
18743.
– bezogen auf die Dreifaltigkeit Gottes:
er ist got alters eine / und iedoch endriu genamt
Wig
8196;
got herre, [...] drivalt inein
gedrungen unde einlich indriu geflohten / bist dû KvWLd
32,5
MWB 1 1622,21; Bearbeiter: Runow
en|drîʒec
Adv.
‘in dreißig Stücke’
daz herte bret [der Schild] erweichte / daz ez sich
wol endrîzic kloup Er
5538
MWB 1 1622,33; Bearbeiter: Runow
endrumern
swV.
‘etw. zertrümmern’
ietweders schilt dâ [beim Aufeinanderprallen der tjostierenden
Ritter] nider brach / und wurden ouch der helme bar. / alsus sî
von dem stiche gar / wurden beide entrümmert Reinfr
907
MWB 1 1622,36; Bearbeiter: Runow
endunge
stF.
1
‘Ende, Abschluss’
2
‘Begriff, Definition’ (vgl.
endelîcheit
,
2
)
1
‘Ende, Abschluss’
obe got wil, ez würt vollant, / wie ez umbe die endunge si / und waz geschehen
mir mag do bi ParzRapp
306,4.
–
‘abschließendes Urteil’
von den [
ratgeben
] alles dingens vnd aller vrtail wirde vnd stætev beschaidenhait
vnd endvnge sol bechoͤmen UrkCorp (WMU)
2345,11;
daz gedinge volleging nüt, wan der kunig und die Tennemarker brochent ire
gelübde. des kerte der kunig wider und der bischof von Kolle, one endunge
ClosChr
146,4
2
‘Begriff, Definition’ (vgl.
endelîcheit
,
2
):
zuo der naturen dez gesteltnüsses der sinlicher dinge behöret
ein sinlichü materie, dü da gesast wirt in ir endunge [
in eius definitione
] , alse fleische unde gebein in die endunge des menschen
ThvASu
44,18.
254,19
MWB 1 1622,41; Bearbeiter: Runow
endürnen
swV.
refl. ‘sich der Dornen entledigen’, hier übertr. ‘sich besänftigen’
her [Gott] von dem beginne / mit
schult ie uf uns zornete. / die vede sich entornete / do got ans vrone cruce
schreit, / do wart zwischen der menscheit / und got ein offen stigel
HeslApk
10344
MWB 1 1622,57; Bearbeiter: Runow
ene
stM.
→ ane stswFM.
MWB 1 1622,63;
en|e-
s.a. ent|e-
MWB 1 1623,1;
en|ëben, nëben
Adv., Präp.
auch neben(t), enneben(t), i(n)neben.
1 Adv. 1.1 lokal ‘neben, nebenan, an der Seite’
1.2 direktional ‘seitlich, zur Seite’ , mit Präp. ûʒ/ abe 2 Präp. 2.1 lokal mit Dat. ‘neben’
2.2 direktional mit Akk. ‘neben … hin, an die Seite’
2.3 temporal mit Dat. ‘gleichzeitig mit’ ; nur Lanc in der
Wendung
~ dem tage
‘bei Tagesanbruch’
1
Adv.
1.1
lokal ‘neben, nebenan, an der Seite’
sie fuorten zwêne an der hant, / vor, enneben unde nâ, /
sehse hie, zwelve dâ Eracl
2883;
er sluͦch in enebin [seitlich] an daz hoͮbet
En (Fm)
12469;
neben, hinden, vür, zen wenden Wh
281,13;
den wald am Stain gantzen vnd gar enhalb hin ab gen der Gent gen Poͤzzeil
vnd neben hin ab auf die Rab UrkCorp
N355B,42.
–
‘nebeneinander’
Alexander chom mit grôzer chrefte / unt tet sceph
zesamen hephten / imer zwai unt zwai neben VAlex
855
1.2
direktional ‘seitlich, zur Seite’, mit Präp. ûʒ/ abe:
daz der preister die hende ennebent vz reckit nach dem
crúce Lucid
89,11;
do sü alsus nebent abe zogetent ClosChr
82,3;
das kint was behende und sprang enneben ab und schlug
synen meister mit dem bogen off syn heubt ein michel wunde Lanc
40,9
2
Präp.
2.1
lokal mit Dat. ‘neben’
die hie von der werlt cherent. / die sizent da ineben gote
in der scare der zwelfpoten AvaJG
20,6;
ich was eteswenne vrô, / dô mîn herze wânde nebent der
sunnen stân MF:Mor
29: 2,2;
eîn hûs lit ze Rinvelden [...] enebent Dietriches
hûs UrkCorp (WMU)
1306,5;
NibB
1722,2.
– in der Verbindung
~ (ein)ander:
si stuonden neben ein ander dâ Wig
7305;
ie zwô und zwô gelîche / neben ein ander giengen
ebd.
7410;
danach sehz ackere nebenander UrkCorp
N101,33.
– vereinzelt mit Gen.:
mit samt [...] den zwaín leiten
[Abhängen] neben des weíngartens
UrkCorp
2204,29
2.2
direktional mit Akk. ‘neben … hin, an die Seite’
nebin Prophiliasin / legite sich Cardiones
Athis
D 50;
diu wirtîn satzt in neben sich / an ir sîten vaste
UvZLanz
620;
der künec blicte neben sich / aldurch ein venster
wünniclich KvWSchwanr
245;
Iw
5996;
Tr
11009.
–
‘auf gleiche Höhe, in die Nähe von’
do si [die Leute von Araby
] komen ze Rom neben den widerkerer
[Wendekreis] des krebs KvMSph
46,22
2.3
temporal mit Dat. ‘gleichzeitig mit’; nur Lanc in der
Wendung
~ dem tage
‘bei Tagesanbruch’
des morgens fru was Lancelot neben dem tag uff
Lanc
615,5;
des morgens was er neben dem tage uff und wapent sich
ebd.
620,25.
627,21
MWB 1 1623,2; Bearbeiter: Runow
enëbenlîche
Adv.
‘in gleicher Weise wie, vergleichbar mit’
entmeile, wa gemeilet ist / hie min lip, vater Jhesu Crist, /
daz mine sele dort vor dir luze [leuchte] , / in ebenlich
der sonnen huze [Gleißen]
Brun
12619
MWB 1 1623,46; Bearbeiter: Runow
enëbenslëht
Adv.
‘gleichermaßen’ (vgl.
ëbenslëht
):
Johannes friunt, verhenge ez [die Jordantaufe] nû!
/ üns beiden zimt enebensleht, / daz wir erfüllen daz reht / und wir behalten diu
gebot WvRh
7322
MWB 1 1623,51; Bearbeiter: Runow
enein
Adv.
auch inein.
1
‘in eins, zu einem, zusammen’
2
‘untereinander, miteinander’
3
‘gleich, gleichermaßen ohne Unterschied’
1
‘in eins, zu einem, zusammen’
zuo uns kam diu werde minne / unde slôz uns beide vaste in
ein KLD:UvL
57: 4,2;
Wig
9475;
drivalt inein gedrungen unde einlich indriu geflohten / bist
dû [Gott]
KvWLd
32,5;
disiu einunge [der Seele mit Gott]
ist vil næher, dan der einen tropfen wazzers güzze in ein vaz wînes: dâ wære wazzer
und wîn, und daz wirt alsô in ein gewandelt, daz alle crêatûren niht enkünden den
underscheit vinden Eckh
5: 269,6.
5: 33,4;
LvRegSyon
4209.
–
‘übereinstimmend, einig, eins’
ir beider wille stellet sich inein SM:Had
50: 1,3;
diu vier rat [allegorische Räder am Wagen der
Seele] wârn enein, / ie einez in dem andern schein
LvRegSyon
2743.
– hierher (oder zu 3?):
schiere do er beraitet wart / und sinú dinc gesazte en ain
[geordnet hatte (?)]
RvEWh
575
2
‘untereinander, miteinander’
sôs ir state under in zwein / niht wol mohten gehaben inein,
/ sô dûhte si der wille guot, / der gelieben dicke sanfte tuot Tr
16412;
wer getrüege iemer under uns zwein / sô grôze vriuntschaft
inein [wer brächte … zustande] ? ebd.
8488.
14314
u.ö.;
SuTheol
254
3
‘gleich, gleichermaßen ohne Unterschied’
si vohten freislîchen / zwêne tage al in ein [
equaliter pugnaverunt
]
SAlex
2141;
nie bas gestritten / wurde von rittern zwain. / ir baider
hertzen waren in ain / verrigeltt gar mitt gewaltt GTroj
7674
MWB 1 1623,55; Bearbeiter: Runow
enein bringen
V.
‘jmdn. versöhnen’
Alexander [...] giench sînem fater zû
/ [...] / und brâht in unt sîne mûter in ein
VAlex
440.
–
‘etw. vereinbaren’
ain suͤne wart under in zwain / mit dem gedinge braht en ain
/ das der kúnic von Engellant / sine tohter sa ze hant / dem Spanjol gaͤbe
RvEWh
8130
MWB 1 1624,19; Bearbeiter: Runow
enein hëllen
stV.
‘übereinstimmen, einer Meinung sein’
ern vant niht stætes an in zwein. / sin gehullen sô noch sus
inein Tr
894;
sî sprach ‘nû sage mir sînen namen.’ / ‘vrouwe, er heizet her
Îwein.’ / zehant gehullen sî in ein. / sî sprach ‘deiswâr, jâ ist mir kunt / sîn
name [...]’ Iw
2108;
das merreteil der ratlute, obe siu in ein alle niht gehellent UrkCorp
728,21.
– ironisch:
spriche ich ja, si sprichet nein, / sus so hellen wir enein
Tannh
9,14.
8,24
MWB 1 1624,25; Bearbeiter: Runow |