effelîn
stN.
Dimin. zu affe
‘Äffchen’
alt und junge äffelein / di waren in dem garten fein
HvNstAp
13337.
19594
MWB 1 1497,25; Bearbeiterin: Baumgarte
effen, affen
swV.
1
‘jmdn./sich zum Narren machen, täuschen’
2
‘sich bewegen wie ein Affe’
affen
1
‘jmdn./sich zum Narren machen, täuschen’
do [am Brunnen] wart aber geeffet
der gief [Dummkopf] . / Ysengrin
[...] / sinen schaten sach er dinne, / er want, daz iz
sin minne / were ReinFu
K,866;
swaer aber ze sinen tagen komen ist, laet sich der aeffen,
der habe den schaden StRAugsb
126,16;
du hast dich selben geaffet StrKD
32,137;
daz sie aller werlde spot / nicht enmochte geeffen Pass III
619,13;
Iw
3546;
Wh
399,2
2
‘sich bewegen wie ein Affe’
→
affen
MWB 1 1497,28; Bearbeiterin: Baumgarte
effenlich
Adj.
→
affenlich
MWB 1 1497,38;
efferîe
stF.
‘betrügerisches Spiel’
si [...] betruͤgt in auch noch hut fur war. /
[...] / da von, vil suße mynne, /
[...] / umb ditz efferye / bit ich daz ir wolt richten
mir / uber sie nach miner gir Minneb
3958
MWB 1 1497,39; Bearbeiterin: Baumgarte
effinne
stF.
→
affinne
MWB 1 1497,44;
ege
F.
→
egede
stswF., →
agene
F.
MWB 1 1497,45;
ege
stFM.
‘Furcht, Schrecken’
dáz sîe míh besûochen. súmstunt mít ége. súmstunt mít smêiche
Will
73,5;
si sâhen vil dike / die grôzen himelblike, / die unmâzen
donreslege. / der chunich lait sô grôz ege, / daz er dannen muose entrinnen
Kchr
15345;
si teten im angest und ege JvFrst
5532;
Tund
1160;
Krone
10706.
1750
u.ö.
MWB 1 1497,46; Bearbeiter: Diehl
ege|bære
Adj.
‘erschreckend, furchterregend’
si wart zeinem slangen / grôzzem unde langem, / harte egebâre Exod
705;
nv horint furbaz als e / uon dem iungsten gerihte me / daz ist so egebere / so
grimme so swere Martina
203,71;
sîn varwe, [...] / diu wart noch rœter danne ein
bluot / und gap vil egebæren schîn KvWEngelh
5159;
RvEBarl
4564
MWB 1 1497,53; Bearbeiter: Diehl
ê|gëbære
stM.
‘Gesetzgeber’
want der herre unse richter, der herre unser egeber, der
herre unse kunig wirt uns seligen Cranc
Jes 33,22
MWB 1 1497,61; Bearbeiterin: Baumgarte
ege|bærlich
Adj., Adv.
‘erschreckend, furchterregend’ (vgl.
egesbærlîche
):
vnde sol gedenchin an die egberlichvn vrteilda dis heiligin
apostoli BrEng
25;
din name ist egberlich / allen den gewerlich / die in niht erkennint / und ane
vorhte nennint Martina
73,91;
so schriet er [der Pfau] vil egeberlich und weket
sich selben PrGeorg
262,21
MWB 1 1498,1; Bearbeiter: Diehl
ê|gedâht
Adj.
‘oben genannt, zuvor erwähnt’
so erteilt man oͮch in dem egedachten hof, das die gotzhus lút noch der vogt
kein einung machen sullent noch ab lan ân des gotzhus amptman WeistGr
1,162
(Anfang 14. Jh.);
UrkAarau
43
(a. 1332)
MWB 1 1498,9; Bearbeiterin: Baumgarte
egedære
stM.
‘jmd., der mit der Egge arbeitet’
erpicarius: egdere VocBV926
3:449,49;
erpicarius: egider VocBV287
3:669,21;
erpicarius: egidare SummHeinr
2:58,53;
arpagarius: egidare ebd.
1:146,434
MWB 1 1498,15; Bearbeiterin: Baumgarte
egede
stswF.
kontrahiert eide, auch aete (
Teichn
130,3
).
‘Egge’
er [der eynhorn
] wil sich zu dir nicht vrunden, / daz er dir dine egde zy / glich dem
pherde Hiob
14453;
swaz in enkegen reit, / daz wart vor in nider geleit / als
der hanf vor der eiden Ottok
7360;
des mannes sât die er mit sînem phluoge würket, diu ist
verdienet, alse diu egede dar abe gât SpdtL
214,13;
erpica vel arpaga: egida, eide SummHeinr
1:367,356;
aratrum et eiden UrbNAlteich
157.
– in Anspielung auf die Fabel vom Frosch, der unter die Zähne der Egge gerät
‘Man muss so viele Schläge erleiden, wie man Herren hat’ (vgl. Dicke/
Grubmüller, Nr. 165, TPMA 4,80f., 7,210f.):
‘allez herren!’ sprach der frosch, / gie diu eid über in, / ‘wie ich mit in
bekumbert bin!’ Helbl
8,531;
Teichn
130,3.
130,93
MWB 1 1498,19; Bearbeiterin: Baumgarte
egedëhse
swF.
auch eudechse und aydexe.
‘Eidechse’
sleht man ir [der Schlange] den
swanz ab, er wehset ir wider von nâtûr, sam der egdehsen BdN
260,8
u.ö.;
neme grune eudechsen vnde egelin SalArz
27,4;
aydexen und natren HvNstAp
9021;
lacerta, dicta quod brachia habeat: egidehsa SummHeinr
1:154,554
u.ö.;
egedehsa JPhys
12,1;
Renner
7304
MWB 1 1498,35; Bearbeiterin: Baumgarte
ëgele
swF.
‘Blutegel’
nim die egulun. div des mannes bluít svge. vnde brenne sie ze
pulvere Ipocr
344;
man schüll die egeln mit dornen stechen
[...], unz si die vergift lâz, die si in dem wazzer
genomen hât von den fröschen BdN
306,35
u.ö.;
PrBerth
2:110,27;
Pilgerf
8277
MWB 1 1498,43; Bearbeiterin: Baumgarte
ege|lich
Adj., Adv.
auch eige-.
‘schrecklich, furchterregend’ (vgl.
egeslich
):
égilich bíst du sámo uuóle gedrángeta zélt
scára [dichtgedrängte Schlachtreihe] . uuante dú
nehêina lúkkon ne lâzes dén malignis spiritibus Will
101,8
u.ö.;
sumeliche flurn begarewe ir scônen varwe: / si wurten swarz
unt egelîch Gen
656;
so wil er an dc iungest geriht hin nider gan gruͥlich und eglich PrSchw
1,136;
Tund
1291;
so scriet er [der Pfau] vil eigeliche vnd weckit
sich selben PrWack
56,68
MWB 1 1498,49; Bearbeiter: Diehl
êgëlt
stN.
‘anlässlich einer Eheschließung aufgebrachter Geldbetrag’ (vgl. die zahlreichen
späteren Belege DRW 2,1217f.):
dedit donavit suo dilecto filio [...] et
[...] sponse sue pro sponsaliciis seu matrimoniali
pecunia, id est czu egeylde vulgariter, unum marcellum liberum DRW
2,1217
(StArchBresl.; a. 1284);
ab eyn man synem wibe eyn gelt gelabete, unde er vorborgete das gelt: wenn man
em die metegifft mete gebe, so solde er dem wibe ire morgingabe, ader daz êgelt
vorschriben vor die metegifft RbMagdeb
278,8.24.29
MWB 1 1498,59; Bearbeiterin: Baumgarte
êgelübnisse
stN.
‘Eheversprechen’
e geluͤbnuͤzz ist also: welicher mensch siben iar hat oder mer, vnd gelobt
einem andern ein e, [...], so sol er dar nach chain andrew
nemen RechtssA
E10,3
MWB 1 1499,6; Bearbeiterin: Baumgarte
êgemechede
stN.
‘Ehepartner’ (Mann oder Frau):
ist auch daz sich zwai egemaechide gesament mit der e
StRAugsb
153,18;
wenne denn sein egemächit [...] von
todes wegen abgienge ebd.
259,28
u.ö.
MWB 1 1499,10; Bearbeiterin: Baumgarte
egen
swV.
auch ekken.
‘eggen’
alse sulin wir gotis chint den garten puewen:
[...] wir sulin sâgin [säen]
mit ten gotes worthen, wir sulin ekken miter undirschidunge TrudHL
57,33;
si begunden sæn, dar nâch egen Parz
124,29;
wenne ein garte oder ein acker geeget wurt von dem unkrute,
so blibet do ettewenne ein wurtzelin von dem unkrute in dem tieffen grunde
Tauler
398,18.
63,32
MWB 1 1499,14; Bearbeiterin: Baumgarte
êgenant, êgenamt
Adj.
‘vorher bereits genannt’
hie werdin gerefsit [getadelt] die ê
genanthin magide TrudHL
7,23;
der egenant hof datz Harthaym UrkCorp
3186,24;
Tauler
97,2;
Mügeln
42,5
u.ö.
–
die banwarten gebruͤder oder únser erben oder wer daz egenempt in hett
UrkHeiligkreuztal
182,6
(a. 1333)
MWB 1 1499,22; Bearbeiterin: Baumgarte
êgenôʒe
swM.
‘Ehemann’
nv wolde si ouch hie besehen / ob si deme egenozen / in den suchten
[Krankheit] grozen / icht zv staten mochte kumen
Pass I/II
41,61
MWB 1 1499,29; Bearbeiterin: Baumgarte
egerde
swF.
‘nach mehrjähriger Beackerung als Wiesen- oder Weideland genutztes Flurstück’,
auch ‘ungenutzter Weinhang’ (vgl. LexMA 3,1399f. s.v. Driesch 1 und
4,337 s.v. Feldgraswirtschaft):
dirre hof het och das reht, das er sol haben ahte rinder, die sollent gon uff
die egerden zu weide WeistGr
1,674
(a. 1320);
ich sol vͦch, waz egerdan in daz gvͦt hórent, in rehten bu bringen
UrkBebenh
20,115
(a. 1322);
UrkCorp (WMU)
853,36.
– hierher oder gleichbedeutendes gerte (vgl. Anm.z.St.):
wan dô si zu himele fur, dô quam Kristus ir selber zugegen mit allen heiligen
und engelen, und dô bleip der himel wuste und niman dar inne alsô ein gerte
HvFritzlHl
178,9.
– in der Wendung in egerden
‘unbeackert, nicht bearbeitet’
ein acker nebent deme stivbenwege in westermaten, drie in egerdin
UrkCorp
N101,18;
ein ander jâr er sich vermaz, / daz erz ein [La. en
] egerde lieze MF:Her
5:5,5;
übertr.:
der beider stuonden die tische vol, / wan man ir alsô ze vlîze phlac, / daz ir
niht vil in egerden lac KvFuss
2428;
[er tat nicht] als der keiser wolde, / dez wille lac in
egerdon Martina
177,85
MWB 1 1499,33; Bearbeiterin: Baumgarte
eges-
s.a. → eis-
MWB 1 1499,55;
ege|sam
Adj.
‘schrecklich, furchtbar’ (vgl.
eissam
):
die jungen wurme egesan GTroj
11858;
mitt ainem schlage egesan ebd.
12127
MWB 1 1499,56; Bearbeiter: Diehl |