Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
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e – ëbenbürtecheit
ëbendol – ëbenguot
ëbenheilec (?) – ebenisch
ëbenjunc – ëbenmenden
ëbenmensche – ëbenstrenge
ëbensuoʒe – ëbenwette
ëbenwîch – êbrëchærinne
êbrëchec – eckerich
eckerlîn – edelkeit
edelkint – effede
effelîn – ege|sam
eges|bærec – êhaftec, ehtec
êhafteclîche – ehten
ehter – eichermel
eichgrabe – eidigen
eierære – eigenerge
eigengeborn – eigenschaft
eigenschaftlich – einbærkeit
einbærunge – einent
einenthalp, einenthalben – einhalp, einhalben
einhël – einlift
einlifthalp – einöuge
einöugec – einstirn
einstrîtec – einvach
einvalt – einworhte
einwort, einwürte – eischtac
eischunge – eiterbluome
eiterbrâme – eitertrache
eitervar – êkonvrouwe
ekub – elfenbein
elfenbeinîn – ellendeclich
ellenden – elmëʒ
elne, elle – emb-
ember – emʒlîche
en – enbicobe
enbieten – enbore
enbœrec – ende
endeblat – endeschaft
endeslac – enein hëllen
enein komen – engegenen
engegengân – engelkeiserinne
engelkôr – engelvürste
engelwësen – englîmen
englimmen – enhundert
enîdrus – enklieben
enklœʒen – enmitten
enmittenzwei – enphrüenden
enphüelen – ensîten
enslîbe (?) – ent-
ent|ænegen – enthalben
enthalt – enthitzen
enthiuten – entlegen
entlêhenen – entliutern
entlocken – en|toben (?)
ent|ordenen – ent|rigeln
ent|rîhen – entsagen
entsagunge – entschîben
entschicken – entsebelich
entseben – entslîchen
entsliefen – entspitzen
entsprëchen – entsüenen
entsunkenheit – entvëlhen
entvëlhigen – entvliehen
entvlieʒen – entwachen
entwâfenen – en|twelmen
en|tweln – entwësenen
entwëten – envalten
envar – ênzeclich
enzeichenen – enzückunge
enzündærinne – ephichwurz
ephimera – erargen
erarmen – erbarmen
erbarmhërze – erbeclîche
erbedienest – erbe|insigel
1erbeiten – erbelôsunge
      1erbeiten swV.
      2erbeiten swV.
      erbeitsælec Adj.
      erbeiʒ stF.
      1erbeiʒen swV.
      2erbeiʒen swV.
      erbe|junchêrre swM.
      erbekint stN.
      erbeknabe swM.
      erbekünicrîche stN.
      erbelant stN.
      erbelêhen stN.
      erbelêhenschaft stF.
      erbelêhenunge stF.
      erbelgen swV.
      erbëlgen stV.
      erbelich Adj., Adv.
      erbelinc stM.
      1erbellen swV.
      2erbellen swV.
      erbëllen stV.
      erbelôn stMN.
      erbelôs Adj.
      erbelôse stF.
      erbelôsunge stF.
erbeman – erbeschilt
erbeschrîn – erbeveste
erbevîent – erbieten
erbietunge – erblœʒen
erblüejen – erbrogen
erbrüeten – ërden-, ërtmëʒʒer
ërden-, ërtvruht – erdiuten
erdoln – êregîtec
êregîtikeit – êrenhüetære
êrenhüge – êrenvest
êrenvrëch – ergëben
ergëbenheit – ergetzen
ergëtzen – erglitzen
erglîʒen – ergrisgramen
ergriulen – erharn
erharten – erhogen
erhœhen – eringrieʒ
erinnern – erkennelich
erkennen – erklepfen
erklîben – erkræjen
erkrallen – erkuolen
erkuolunge – erlegen
erlêhenen – êrlich
erlîden – ér|lôn
erlônen – erlusten
erlustigen – ermelzipf
ermen – ernacken
ernaʒʒen – ërnesthaftic
ërnesthafticheit – erqueln
erqueschen – errîhen
erringen – erscheinunge
erschellen – erschrîben
erschricken – ersîhen
ersiht – ersnellen
ersnîden – erstandunge
erstarken – erstieben
erstîgen – ersuochære
ersuochærinne – ërtbærec
ërtber – ërtgerüste
ërtgruft – ertougen
ertouwen – ertücken
ertumben – ervære
ervâren – erviselunge
erviuhten – ervreisen
ervriesen – erwahsen
erwæjen – erwëgen
erwëgen – erwermen
erwern – erwîtern
erwîʒen – erzeigen
erzeigunge – erziugen
erziugunge – eschenbürnen
ê|schillinc – esellîp
eselmære – esser
estel, estelîn – ëtevil
ëtewâ – etzweide
etzwise – êwelich
ê|wëlten – ê|wise
ê|worhte – ëʒʒesac
ëʒʒic – eʒʒisch|türlîn

   1erbeiten - erbelôsunge    


1erbeiten swV. arbeiten

MWB 1 1797,55;

2erbeiten swV. ‘(auf etw.) warten, (etw.) erwarten, abwarten’ 1 ohne Obj.
2 mit Obj.
2.1 mit Gen.-Obj.
2.2 mit Obj.-Satz
   1 ohne Obj.: kvͦme irbeite der kivninc here, / unz ime der morginsterre / kuͦnte den tac TrSilv 154; Iblis dô vil kûme erbeit, / wenne Lanzelet kæme UvZLanz 7702; erbeitet si [Mechthilds Sehnsucht] alsus dur mich [Christus] untz in die jungesten zit, so kumt wider zesamne sel und lip Mechth 6: 15,12; Cranc Jer 3,2; Herb 2870. 4146; Eckh 3:367,2    2 mit Obj.    2.1 mit Gen.-Obj.: ob in [den Kaiser] guotes unde liute nieman erbeiten lât, / sô var er balde und kom uns schiere Walth 10,19; swer aber erbeitet rehter zit, biz daz er begerunge gewinnet zessenne, der sol alzestunt essen MNat 8,7; myn herre Gawan hett die fynde darzu bracht das ir keyner synes slages getorst erbeyten Lanc 407,6 u.ö.; UrkCorp (WMU) 255,6; Tauler 21,3    2.2 mit Obj.-Satz: vil kûme erbeite Sîvrit, daz man dâ gesanc NibB 301,1. 660,1; [Riwalin] erbeite kûme, daz si [Blanscheflur] wider / und alsô vil ze creften kam Tr 1440; und [er] hett der frauwen den nuwen ritter gepriset, das sie kum erbeit das sie yn gesehe Lanc 147,5; Rol 2909; Tauler 20,32

MWB 1 1797,56; Bearbeiter: Richter

erbeitsælec Adj. arbeitsælec

MWB 1 1798,15;

erbeiʒ stF. areweiʒ

MWB 1 1798,16;

1erbeiʒen swV. zu 1beiʒen. 1 intr.
1.1 ‘aufbegehren, sich widersetzen’ mit präp. Erg. gegen
1.2 ûf jmdn. ‘sich richten auf jmdn.’ hierher oder zu 2erbeiʒen
2 tr. ‘jmdn. aufstacheln, reizen’
2.1 ‘jmdn. anspornen, antreiben, hetzen’
2.2 ‘jmdn. reizen, provozieren’
   1 intr.    1.1 ‘aufbegehren, sich widersetzen’ mit präp. Erg. gegen: gar alle vorchte [hast Du, Hiob,] hin geleit, / daz du torstes ye irbeyzen / ken gote und da by reyzen / zu disputirende mit dir Hiob 5885. 12345. 6467; es nachet kamphes spil, / [...] / ain strittberliches raiczen / und uf der vart erbaiczen / gen dem vil alten draken WernhMl 6826. – refl.: nu ist kumn di hochvart geil, / [...] / und hat di swert irreizet / daz iclich sich irbeizet / ken dem andern grimmiclich TvKulm 4082    1.2 ~ ûf jmdn. ‘sich richten auf jmdn.’ hierher oder zu 2erbeiʒen: uf swen sin mut irbeizet, / daz der nicht kan vor im genesen, / her enwolle im undertanic wesen HeslApk 15970; diz wort [Apc 22,3] sus gemeinet ist: / die stule gotes heizet, / uf die sin wille irbeizet, / gemeinlich al die cristenheit ebd. 22708    2 tr. ‘jmdn. aufstacheln, reizen’    2.1 ‘jmdn. anspornen, antreiben, hetzen’ hi von si wart erbeizet, / zu dugent me gereizet Elis 3839. 8049; den strit ein iechelich mensche vermide / hete er nicht [erg. einen bösen Engel] der in reizte / vnde vf den strit erbeizte Pass I/II 337,56; uber daz so ist ir sin derpeizzet / uff mich in haßes ungedult Minneb 4694. – refl.: siner viende widersatz, / die sin homut e reizte, / dar uf sich erbeizte, / daz sie in wolden bougen [beugen, bezwingen] MarLegPass 24,232    2.2 ‘jmdn. reizen, provozieren’ Maria, hab ich iht gesait, / oder sage ich fuͤrbaz ihtes / so weltliches getihtes / daz suͤnde muͤge raitzen, / dar umm mich niht erbaitzen / nu la des hellen grien [Anm.z.St.: hellengrifen?] grif! WhvÖst 10476; Job hat mir nicht gesprochen zu / do mite er mich irbeyzet / hette zornlich und gereyzet, / als er uch gereyzet hat Hiob 12095

MWB 1 1798,17; Bearbeiter: Richter

2erbeiʒen swV. zu 3beiʒen, vgl. auch abe- und nider erbeiʒen . ‘absteigen, aussteigen’ 1 ‘absitzen, (vom Reittier) absteigen’
2 ‘vom Schiff an Land gehen’
3 im weiteren Sinne ‘sich abwärts bewegen, herab lassen’
3.1 konkret
3.2 bildl.
   1 ‘absitzen, (vom Reittier) absteigen’ des tievels kempfe Cosdrôas / und des wâren gotes wîgant / erbeizten bêde sâ zehant / und liezen diu ros stên Eracl 5070; er rebaizte an die erde Kchr 5945; Brangæne wolte erbeizet sîn Tr 12767. 16037; Lanc 37,34; Rol 8250. 6587. die suln auch in sinem huse erbaizen vnd herberge haben UrkCorp (WMU) 722,15. – übertr. ‘sich auf ein festes Fundament stellen’ [die Fürsten] nach ir geburt ie uf den adel erbeizen Frl 11:6,7. – wohl hierher (zu stân mit Inf. vgl. Grimm, Dt. Gr. 4,106): vil mænige [der turnierenden Tiere bei Christus in der Wüste] sprungent hoch enbor: / so luffent aber dise in vor / zoͤchten und raiczen. / die stuͦndent doͤrt erbaiczen [begannen sich niederzulassen] / und hieltent uf der warte hin / als den ze stritte was der sin WernhMl 7034    2 ‘vom Schiff an Land gehen’ mit eim schiffelin reine [...] / es [ ein getwerg ] brohte Wolfdietrich v́ber den se so breit. / do erbeisset er zuͦ dem sewe, vnder eine steines want WolfdD 1312,3; der erbeizte von dem mer / ûz den schiffen mit sînem her / vor Tyrê Kreuzf 649; dô er erbeizte ûf daz lant Ottok 3993    3 im weiteren Sinne ‘sich abwärts bewegen, herab lassen’    3.1 konkret: so man uff der erden kreizzen / den sne zum ersten sicht derbeizzen [rieseln, fallen] / und so ez uz den luͤften / wirt nibeln und tuͤften Minneb 4292; der sich selb ein maister haizzet / und auf maister stuel erbaizzet [niederlässt] Teichn 564,2706    3.2 bildl.: der [Christus] mac vil wol stark heizen, / sint her getorste irbeizen / uf diesen engestlichen tot HeslApk 10118. 17704; wen allez daz schalkheit heizet, / daz ist gar uf in [den Antichrist] irbeizet ebd. 18556; [ minne ] die mich hat gar bekreist / und by mir ist erbeist Minneb Prolog 3,15

MWB 1 1798,51; Bearbeiter: Richter

erbe|junchêrre swM. ‘erbberechtigter junger Adliger’ ich sael doen wer [Schutz bieten] / Karlle myme erffjuncheren KarlGalie 1384

MWB 1 1799,24; Bearbeiter: Richter

erbekint stN. ‘erbberechtigter Nachkomme’ ebruch benymt gewisheit noch / des worhaften erbekindes Hiob 11703; Loys het doch wisheit vnd sin, / vnd wær des keisers erbekint TürlArabel *A 34,15; daz si wol zv dem mvͤnzzampt welent irev erbchinder vnd irev eninchel von svͤnen, ir vaͤter sein tod oder lebentikch, daz erbchinder sint vnd nicht irev chefschinder [l. kebs- ] UrkWittelsb 2,357 (a. 1339); StrKD 112,57. – bildl.: [die mit mir (Jesus) in den Himmel kommen] di haizent minuí rechten erbe kint Rol 7696. – übertr.: diu selb vorht [Furcht aus Selbsterhaltungstrieb] ist ain dienerin, diu dient dem nutz und niht der lieb und ist ain betwungen vorht. aber diu êrst vorht [die zuvor genannte kindliche Ehrfurcht] ist ain erbkint und ist neur gepauwen auf lauter lieb und auf stætikait BdN 462,6

MWB 1 1799,27; Bearbeiter: Richter

erbeknabe swM. ‘Erbfolger’ wer solde im wîzen daz / ob er sêle, lîp und lebn / ze wâge ungerne wolde gebn / umb einen solhen erbeknabn [hier: im Ehebruch gezeugtes Kind] ? RvEAlex 1081

MWB 1 1799,44; Bearbeiter: Richter

erbekünicrîche stN. ‘erbliches Königreich’ daz er [Gott] iwerm gebot / hât gemacht undertân: / diu lant, diu man iuch weiz hân / iwer erbekunicrîch Ottok 79198

MWB 1 1799,48; Bearbeiter: Richter

erbelant stN. ‘ererbtes Land, angestammter Grundbesitz’ 1 auf Weltliches bezogen
2 auf Glaubenswahrheiten bezogen
2.1 das Himmelreich als Erbland der Kinder Gottes
2.2 das Heilige Land als irdische Heimat Christi
   1 auf Weltliches bezogen: der junge fúrste von Brabant / hatte botschaft gesant / sinem erbelande RvEWh 14913; im wurden wüeste / sîniu erbelant Ottok 17453 u.ö.; vnd geloben fuͤr vns, vnser erben vnd nachkomen am kuͤnigriche von Beheim vnd vnsere erblande UrkHohenz 3,233 (a. 1351); En 5915. ez [Kanaan (Gn 13,14f.)] waz ouh ir erbe lant, / das gotis geheiz in hate benant RvEWchr 13594    2 auf Glaubenswahrheiten bezogen    2.1 das Himmelreich als Erbland der Kinder Gottes: die engel fuͤrten sie zu hant / gein himel in ir erbelant HvNstGZ 5909; daz [der Kreuzestod Christi] gab uns friliche widervart / in unser alt erbelant VEzzo 352; Litan 882    2.2 das Heilige Land als irdische Heimat Christi: wes wilt dû verhenge, / daz dû dîn rehtez erbelant [Galiläa] , / darin dû, wârer heilant, / bist gezogen und geborn, / wilt lâzen werden verlorn Ottok 49417; rich, hêrre, dich und dîne muoter, der megde kint, / an den, diu iuwers erbelandes viende sint Walth 10,10

MWB 1 1799,52; Bearbeiter: Richter

erbelêhen stN. ‘erbliches Lehen, in Erbleihe vergebenes Gut’ mîn urbor und mîn êre, / die ich in disen landen hân, / die wil ich lîhen unde lân / mînem vater Rûâle, / [...] / daz ez sîn erbelêhen sî Tr 5803; so lech si mir dc selbe gvͦt wider ze rechtem erbe in erbelens rechte UrkCorp (WMU) 92,28; ez enerbet nieman lehen. wan der vater vf den svn. daz heizet erbe lehen SchwSp 183b; UrkAargau 2:1,466,6 (a. 1307); StRAugsb 155,21

MWB 1 1800,10; Bearbeiter: Richter

erbelêhenschaft stF. ‘(Recht über ein) Erblehen’ sol die erblechenschaft sinen kinden [...] vorbehalten sin UrkZürich 8,145 (a. 1306 kopial); die erblenschaft und dz erblen, dz wir da har gehebt hein an dien guͤtern UrkBern 7,99 (a. 1345)

MWB 1 1800,19; Bearbeiter: Richter

erbelêhenunge stF. ‘Erbleihe’, Vereinbarung über ein Lehen mit erblichem Nutzungsrecht: daz div erbelehenvng stæte belibe, dar vber gebe wir in disen brive UrkCorp (WMU) 461,43

MWB 1 1800,24; Bearbeiter: Richter

erbelgen swV. auch erbalgen ( Gen 1051 ); s.a. erbolgen swV. 1 ‘jmdn. erzürnen, erbosen’
2 ‘etw. an etw. stoßen, verletzen’
3 ‘jmdn. strafen’
   1 ‘jmdn. erzürnen, erbosen’ daz sie die lieben gotes brut / erbelget hæten uber lvt Wernh D 3430; daz wir in [Gott] erbalgen Gen 1051; unser got ist sô erbalget von den sunden JJud 1278; solti [...] ein geweltigir vriwent zvͦ iwerme hûse chomin, mit allim vlizze wrde iwer hûs gechert unde gereinit, daz iwet da ware, daz dei oͮgin iwers vriwendis irbêlgiti Spec 73,25; PsM H 53,6; PrOberalt 128,15. – refl. ‘zornig werden’ des irbelget der schalk [der Antichrist] sich / und lezet sie zu tode slan HeslApk 16006    2 ‘etw. an etw. stoßen, verletzen’ got der hat sinen engeln geboten daz si dich behuͤten, daz du dinen fuz iht erbelgest an dem stein [ ne forte offendas ad lapidem pedem tuum Lc 4,11] PrOberalt 60,5. 60,7. 60,12    3 ‘jmdn. strafen’ sie [ die leiden zoͮberâre ] nemohten dô nieht mêre / gestên wider die gotes scalche, / wande er [Gott] si erbalchte / mit siechtuͦme Exod 1754

MWB 1 1800,28; Bearbeiter: Richter

erbëlgen stV. 1 tr. ‘jmdn. erzürnen, erbosen’
2 refl. ‘sich ärgern, zornig werden, zürnen’
3 meist als Part.Prät., häufig mit Dat.d.P. ‘erzürnt, aufgebracht, verärgert’
   1 tr. ‘jmdn. erzürnen, erbosen’ die ime [dem Antichrist] denne gevolgent, got si erbelgent; / die ave an dem geloube gestênt, vile wole der ding ergêt Gen 2874; he bidde och vor die on havent erbolgen Lilie 20,28; Spec 131,7. – mit Gen.d.S.: die [Engel] niht des newellent, / des dich, herre, mug erbelgen Vateruns 118    2 refl. ‘sich ärgern, zornig werden, zürnen’ erbilget er sich wider mich, / sciere bin ich erslagen Exod 556; do erbalc sich der degen / Roͮlant mit zorne Rol 5058; Kchr 1494; TrSilv 799. – mit Gen.d.S.: des irbalch sich got uone himele VMos 47,20; der engel sprach, er wolte got sîn, / des erbalc sih mîn trehtîn Kchr 2410    3 meist als Part.Prät., häufig mit Dat.d.P. ‘erzürnt, aufgebracht, verärgert’ er was erbolgen harte Rol 8225; swelch wip mir ist erbolgen / durch disen rat, diu tut wol schin, / daz si ir mannes meister wil sin StrKD 86,210; umbe disiu wort waren ime die iuden erbolgen JPhys 27,5; Märt 8066; KLD:UvL 16: 6,1; PrOberalt 19,13. – mit Gen.d.S.: des wârens im erbolgen / und truogen im vil grôzen haz Eracl 412; mines muͦtes was ich ime irbolgen Rol 2172; ReinFu K,1256; StrKD 130,12. – Part.-Adj. (attr. nur mit muot): mit erbolgem muote / daz volc uber den berch saich Kchr 14602. 7367; dô liezens dar riuschen / mit erbolgenme muote UvZLanz 2547; sô wizzet daz er uns ist / erbolgenes muotes / und deheines guotes / wider uns gedenchet KvHeimUrst 1247

MWB 1 1800,48; Bearbeiter: Richter

erbelich Adj., Adv. adv. auch -lîchen. ‘erblich’ 1 Adj.
1.1 ‘erbberechtigt’
1.2 ‘vererbbar, erblich’ (für alle Zeiten, unwiderruflich)
2 Adv.
2.1 als Erbschaft
2.2 ‘dauerhaft’
   1 Adj.    1.1 ‘erbberechtigt’ stete ze habenne iemer me fivr mich vnd mine erbelichen nahkomen ælliv div reht UrkCorp (WMU) 834AB,39; ire kindere, erbin ofe erfliche naykomelinge UrkSiegen 203 (a. 1350). – ‘durch Erbfolge bestimmt’ (vgl. erbehërre ): erbliche herren, ir sit / schuldic im [dem Bauern] zu aller zit / vride, genade schaffen Daniel 1823    1.2 ‘vererbbar, erblich’ (für alle Zeiten, unwiderruflich): vmbe vnse erfliche reit [Rechte] in deme dorp zuͦ Lynse UrkCorp (WMU) 146,8; Nikil Mölstein hat gekauft eyn halbe mark czinses erblich auf Remel baders erbe UrkGlatz 74 (a. 1342); UrkSiegen 81 (a. 1313); UrkWürzb 45,133 (a. 1338). – ‘dauerhaft, ewig’ [der Teufel] alliz menschlich kvnne fraz / dvͦrch sinen erbelichen haz PrHess 57,62    2 Adv.    2.1 als Erbschaft: were iz sache daz der junge marcgrave von Missen ane libis erben abe ginge, daz daz lant erblichin an on [l. in (seinen Vormund)] solde gevalle Köditz 30,22; min vater des hate ahte, / daz er ez vil wol bedahte, / wer nach im hie erbeliche / solde besitzen daz riche Macc 9539; nieman hat recht, des riches gut zu besitzen erblich, dan des riches dinstman KlKsr 3,5; NvJer 18088; StiftStBernh 247    2.2 ‘dauerhaft’ dat wir inde vnse nakuͦmelinge, die na der zit ze Guleghe greuen sint, ze Kolne burgere worden sin inde wesen suͦlen erffliche UrkCorp (WMU) 69AB,38. – in der Wendung ~ verkoufen: unter Ausschluss des Rückkaufrechtes, d.h. für alle Zeiten ‘als erbliches Gut verkaufen’ das wir [...] unser dorff [...] erblichen vorkoufft haben und in krafft desis brieffs erbelichen und ewiglichen vorkouffen DRW 3,102f. (BürgelUB.; a. 1333); wir [...] hant virkauft den juncfrauwin zu Keppele erfligin an daz geluchte [zur Beschaffung der Beleuchtung] al unsir gut UrkSiegen 190 (a. 1348). – in der Paarformel ~ unde êwelîche ‘für alle Zeiten, unwiderruflich’ wijr [...] herren zo Burensheim doyn kunt [...] dat wijr [...] verkouffen ind verkoufft hayn [...] deyme kapittele van sent Gereone zu Collen erffligen ind eweligen, fredeligen ind vrij zo halden ind zo besitzene [...] unse vadye [Vogtei] zo Huͦsen UrkGerKöln 363 (a. 1336 kopial); UrkDOKobl 1,408 (a. 1348); UrkKaisersw 252 (a. 1348). unde geloben [...] den selben kauf erffeliche eweliche unde ummer me stede veste unde unverbrucheliche zo handinne UrkDOKobl 1,408 (a. 1348)

MWB 1 1801,14; Bearbeiter: Richter

erbelinc stM. ‘Erbe’ ab sein gut czugehore adir gebore sienen erbeling ader sienen herren DRW 3,105 (Stobbe,Beitr.; a. 1338)

MWB 1 1802,1; Bearbeiter: Richter

1erbellen swV. von Tierstimmen ‘schreien, brüllen’ ein tiêr heizzit onager daz ist ein tanesil der nerbellot nîh ÄPhys 7,1. 7,3; do sach sÿ [das Drachenweibchen] die iungen tot vnd irn lieben man. / sÿ erbellet also ein osse, der wurm freisan WolfdD 1848,3

MWB 1 1802,4; Bearbeiter: Richter

2erbellen swV. ‘den Ballen (des Fußes) verletzen, verdrehen’ zwo dick solen lait er an / daz hat er vmb daz getan / das er die fuͤezze nit erbelle Barfüsser 85. – übertr.: von dez tunren schal / der so vorhteclich erhal / wart ir frovde gar erbellet Martina 159,43

MWB 1 1802,10; Bearbeiter: Richter

erbëllen stV. ‘zu bellen anfangen, bellen’ dar nach ein hunt erbal, / daz alle liute, die do lebten, horten sinen schal Tannh 16,9; an einer stat ein hunt erbal, / daz ez über al die werlt erschal Freid 109,10; di tier liessen stymme / senfften und grymme; / di hunde pellen [La. pollen; konjiz. erpullen ] / das di perg erhollen HvNstAp 13127; Erz III 90,29. – übertr. ‘erschallen, erklingen’ die erde ouch erbal / von deme lobelicheme done Pass I/II 131,46; nu vugete sichz daz in irdoz / ein stimme als eines menschen lut. / uber stoc unde uber crut / lugeten sie do uberal / wa von in die stimme irbal Vät 25402. 39925

MWB 1 1802,16; Bearbeiter: Richter

erbelôn stMN. ‘dauerhafter, ewiger Lohn’ sa wil vns Krist dan senden / in sin faderlichiz lant, / daz er deme menschen hat benant / zvͦ eime erbelone / dort in des hymmelis throne PrHess 23,49. 11,186

MWB 1 1802,29; Bearbeiter: Richter

erbelôs Adj. 1 ‘ohne Erben, erbberechtigte Nachkommen’
2 ‘von der Erbschaft ausgeschlossen’
   1 ‘ohne Erben, erbberechtigte Nachkommen’ diu frouwe was wol siben jâr / [...], / daz sie kindes niht wart swanger. / [...] / sie wânden belîben erbelôs Eracl 204; [das Königreich war] niht erbelôs beliben doch, / wan ez lebte dannoch / sîn vrecher sun Achilles KvWTroj 11175; si klagten beidiu tiure daz ir lant wurde erbelôs OrtnAW 170,4; AlexiusF 269; UrkCorp (WMU) 1816,16. swaz sô sus getânes dinges erbelôs erstirbt, herwête [männl. Ausrüstung] , erbe oder gerâde [weibl. Gebrauchsgegenstände] , daz sal man antwerten deme richtêre SSp (W) 1:28,1    2 ‘von der Erbschaft ausgeschlossen’ der keiser hat den vettern virboten, daz sie die kint nicht vnrecht erbeloz machen KlKsr 2,11; dû muost ein basthart sîn êlôs und erbelôs PrBerth 1:413,29; des himeles machet er unsih erbelos Glaub 622; UrkCorp (WMU) 1368,24; SSp (W) 1:17,2. – übertr.: getichtes des gar spêhen, / [...] / bin ich ein erbelôser man / und hân mich doch genumen an / zu volbringene diz mêr HvFreibTr 9. – ‘in ererbten Rechten beeinträchtigt’ alle schullen sweren ze dem heyligen, das sy an alle argelist einer iglichen mul geben ir mazz, di si zv recht haben schol, also das nymant do von erblos werde StRPrag 59

MWB 1 1802,33; Bearbeiter: Richter

erbelôse stF. ‘Erbschaftssteuer’ viginti octo solidos prenotatos et sex denarios cum bonis ipsis, de quibus idem solidi solvebantur, ac omnia iura, utpote bettemunde, erbelose [...] tradidimus UrkErf 1,33 (a. 1210). 1,276 (a. 1290)

MWB 1 1802,58; Bearbeiter: Richter

erbelôsunge stF. ‘Erbschaftssteuer’ waz gutis in dem vorgenantin dorfe zu Mewirsburg [...] vorkouft adir gekouft wirt [...], darvone sal di erbelosunge den obgenantin burgern und der stat [...] gevallin UrkErf 2,233 (a. 1348)

MWB 1 1802,63; Bearbeiter: Richter