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ABCDEF s.VGHIJKL
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e – ëbenbürtecheit
ëbendol – ëbenguot
ëbenheilec (?) – ebenisch
ëbenjunc – ëbenmenden
ëbenmensche – ëbenstrenge
ëbensuoʒe – ëbenwette
ëbenwîch – êbrëchærinne
êbrëchec – eckerich
eckerlîn – edelkeit
edelkint – effede
effelîn – ege|sam
eges|bærec – êhaftec, ehtec
êhafteclîche – ehten
ehter – eichermel
eichgrabe – eidigen
eierære – eigenerge
eigengeborn – eigenschaft
eigenschaftlich – einbærkeit
      eigenschaftlich Adj.
      eigenschaftlicheit stF.
      eigenschalc stM.
      eigensgewer stF.
      eigensinnelich Adj.
      eigentuom stN.
      eigenunge stF.
      eigenvrouwe swF.
      eigenwiht stN.
      eigenwille swM.
      eigenwillec Adj.
      eigenwillecheit stF.
      eigenwîp stN.
      eigenzehent stM.
      eigeslich Adj.
      eilboum stM.
      eilf Num.
      eimber stM.
      ein Num., Pron., Art.
      einander Pron.
      einât stswFN.
      einbære Adj.
      einbærelich Adj., Adv.
      einbæren swV.
      einbærkeit stF.
einbærunge – einent
einenthalp, einenthalben – einhalp, einhalben
einhël – einlift
einlifthalp – einöuge
einöugec – einstirn
einstrîtec – einvach
einvalt – einworhte
einwort, einwürte – eischtac
eischunge – eiterbluome
eiterbrâme – eitertrache
eitervar – êkonvrouwe
ekub – elfenbein
elfenbeinîn – ellendeclich
ellenden – elmëʒ
elne, elle – emb-
ember – emʒlîche
en – enbicobe
enbieten – enbore
enbœrec – ende
endeblat – endeschaft
endeslac – enein hëllen
enein komen – engegenen
engegengân – engelkeiserinne
engelkôr – engelvürste
engelwësen – englîmen
englimmen – enhundert
enîdrus – enklieben
enklœʒen – enmitten
enmittenzwei – enphrüenden
enphüelen – ensîten
enslîbe (?) – ent-
ent|ænegen – enthalben
enthalt – enthitzen
enthiuten – entlegen
entlêhenen – entliutern
entlocken – en|toben (?)
ent|ordenen – ent|rigeln
ent|rîhen – entsagen
entsagunge – entschîben
entschicken – entsebelich
entseben – entslîchen
entsliefen – entspitzen
entsprëchen – entsüenen
entsunkenheit – entvëlhen
entvëlhigen – entvliehen
entvlieʒen – entwachen
entwâfenen – en|twelmen
en|tweln – entwësenen
entwëten – envalten
envar – ênzeclich
enzeichenen – enzückunge
enzündærinne – ephichwurz
ephimera – erargen
erarmen – erbarmen
erbarmhërze – erbeclîche
erbedienest – erbe|insigel
1erbeiten – erbelôsunge
erbeman – erbeschilt
erbeschrîn – erbeveste
erbevîent – erbieten
erbietunge – erblœʒen
erblüejen – erbrogen
erbrüeten – ërden-, ërtmëʒʒer
ërden-, ërtvruht – erdiuten
erdoln – êregîtec
êregîtikeit – êrenhüetære
êrenhüge – êrenvest
êrenvrëch – ergëben
ergëbenheit – ergetzen
ergëtzen – erglitzen
erglîʒen – ergrisgramen
ergriulen – erharn
erharten – erhogen
erhœhen – eringrieʒ
erinnern – erkennelich
erkennen – erklepfen
erklîben – erkræjen
erkrallen – erkuolen
erkuolunge – erlegen
erlêhenen – êrlich
erlîden – ér|lôn
erlônen – erlusten
erlustigen – ermelzipf
ermen – ernacken
ernaʒʒen – ërnesthaftic
ërnesthafticheit – erqueln
erqueschen – errîhen
erringen – erscheinunge
erschellen – erschrîben
erschricken – ersîhen
ersiht – ersnellen
ersnîden – erstandunge
erstarken – erstieben
erstîgen – ersuochære
ersuochærinne – ërtbærec
ërtber – ërtgerüste
ërtgruft – ertougen
ertouwen – ertücken
ertumben – ervære
ervâren – erviselunge
erviuhten – ervreisen
ervriesen – erwahsen
erwæjen – erwëgen
erwëgen – erwermen
erwern – erwîtern
erwîʒen – erzeigen
erzeigunge – erziugen
erziugunge – eschenbürnen
ê|schillinc – esellîp
eselmære – esser
estel, estelîn – ëtevil
ëtewâ – etzweide
etzwise – êwelich
ê|wëlten – ê|wise
ê|worhte – ëʒʒesac
ëʒʒic – eʒʒisch|türlîn

   eigenschaftlich - einbærkeit    


eigenschaftlich Adj. die Wesensmerkmale von etw. betreffend, ‘wesentlich’ Moyses der sprach: ‘ [...] got ist [...] ein einvaltig got’. so múgen wir doch also grossen fúrgang nemen an den sunderlichen eigenschaftlichen bescheiden namen die wir im zuͦ legen Tauler 276,24

MWB 1 1524,10; Bearbeiter: Schnell

eigenschaftlicheit stF. ‘das (dem Menschen) je Eigene’ so muͦssen alle die formen von not dannan die man in allen kreften ie enphieng: das kennen, das wissen, das wellen, die wúrklicheit, die fúrwúrflicheit, die bevintlicheit, die eigenscheftlicheit Tauler 257,24

MWB 1 1524,16; Bearbeiter: Schnell

eigenschalc stM. ‘leibeigener Knecht’ dem gote dem niht verborgen ist / und des eigenschalc du bist, / [...] / der müeze dich behüeten Tobiassegen 16; Elyezer des hern Abrahames eigen schalc PrLpz (L) 82,13; ich bin iedoch din eigen scalch SüklMill 37,3; KvFuss 1709

MWB 1 1524,22; Bearbeiter: Schnell

eigensgewer stF. eigengewer

MWB 1 1524,28;

eigensinnelich Adj. ‘dem eigenen (ungelehrten) Denkvermögen entsprechend’ wenne soliche büechere gehœrent leigen nút zuo, wenne ir ein teil [...] wellent es usrihten noch ir selber eigin sinnelichen wisen MerswSend 199

MWB 1 1524,29; Bearbeiter: Schnell

eigentuom stN. 1 ‘Eigentum, Eigentumsrecht’
2 ‘Eigenschaft, Ureigenes’
   1 ‘Eigentum, Eigentumsrecht’ Henricus [...] deberet mitti in possessionem predicte aree vuͦr heginduͦm UrkKölnSchr 2,5 (12. Jh.). – ‘Herrschaftsbezirk, Grundherrschaft’ in unser und unsers stiftes eigendom und gerichte UrkTrier 319,21 (a. 1351). – übertr.: habent wir von minnen zuͦ eren und zuͦ lobe Cristo in diser zit niht eigentuͦm, so ist aber der himel unser eigen gar Seuse 490,21; dar ümbe wolt’ ez nieman Got / verhengen, daz er stürbe / umb unser eigentuom Damen 4,11    2 ‘Eigenschaft, Ureigenes’ si suochet vürbaz, waz daz sî, daz got in sîner gotheit ist und in sînem eigentuome sîner eigenen natûre Eckh 1:172,2; Eckh (Pf) 682,26

MWB 1 1524,34; Bearbeiter: Schnell

eigenunge stF. ‘Eigentumsübertragung’ daz ouch unse gabe und unse eygenunge [...] stete unde veste blibe UrkMühlh 309 (a. 1314); die eigenunge, die wir dem reich getan haben mit der burch ze Colemberg UrkHohenz 2,350 (a. 1319). – wohl hierher ‘Eigentum’ geschriben stet also / in deutronomio [Dt 7,6] : / ‘ich han dich uzirwelit, / zu volke mir gezelit. / einunge [l. eigenunge, vgl. Anm.z.St.] saltu mir sin / di’enende dem gote din.’ Daniel 2249

MWB 1 1524,48; Bearbeiter: Schnell

eigenvrouwe swF. ‘Leibeigene, Hörige’ wir Engelschalhen von Suezzenhaim haben gelobt, da er vnser aigenvrowen nam zv einer rehten chonen, swaz im got chinde geb mit der selben vrowen, daz diu halbev weren vnsers herren [...] vnd halbeu vnser UrkCorp (WMU) 3171,27

MWB 1 1524,58; Bearbeiter: Schnell

eigenwiht stN. ‘hörige Frau’ ein prûzisch wîb, ein eiginwicht, / [...] dî intran / von der burg NvJer 13146

MWB 1 1525,1; Bearbeiter: Schnell

eigenwille swM. ‘eigenes Wollen, Eigensinn’ (im Ggs. zur christl. Gottergebenheit): waz ist eigen willen me / wen ein slange voller we? TvKulm 2301. 2291; eigenwillen muͦss ich lan, / ich muͦss durch got gezomet gan Seuse 397,15; Vät 21963; mensch, dein ist der aigenwill Suchenw 42,15; Pilgerf 13077; Tauler 65,28;

MWB 1 1525,4; Bearbeiter: Schnell

eigenwillec Adj. ‘dem eigenen Wollen folgend’ du solt wissen das kein eiginwillig mensche mag kuͦmen in dirre zit zuͦ sime ursprunge MerswNF 103,1; nuͦ habe es nút fúr úbele, wenne ich ettewaz dinen gebresten ruͦren muͦs. [...] ich bekenne [...] wol, das du [...] ein [...] vernúnftiger eiginwilliger man [bist] MerswWeltw 46,17

MWB 1 1525,11; Bearbeiter: Schnell

eigenwillecheit stF. ‘Befangenheit im eigenen Wollen’ (im Ggs. zur Gottergebenheit): in in stont vil gebresten, hochfart, geswindekeit, bitterkeit, eigenwillekeit Tauler 30,1; das ist eigene behagunge ir eigener wúrklicheit und ander hofartkeit und eigenwillikeit und guͦtdunklicheit ebd. 184,5 u.ö.; alle [...] got minnende menschen [...] moͤgent war nemmen [...], wie [...] schedelich eiginwillikeit und ungelossenheit ist MerswWeltw 42,9

MWB 1 1525,18; Bearbeiter: Schnell

eigenwîp stN. ‘leibeigene Magd’ serva: eigenwib VocOpt 41.087; ancilla: eigenwib ebd. 41.088

MWB 1 1525,27; Bearbeiter: Schnell

eigenzehent stM. ‘dem Grundherrn zustehender Zehnt’ daz mir mein genaedige fraw Hailca, die abbtezzin zu Geisenvelt, jren aeigen zehent zv Binden ferlassen hat UrkCorp (WMU) 290,16

MWB 1 1525,29; Bearbeiter: Schnell

eigeslich Adj. egeslich

MWB 1 1525,33;

eilboum stM. ‘Steineiche’ (Quercus ilex, vgl. Marzell 3,1211): ilex haizt ain eilpaum [...] der paum hât früht sam die aicheln BdN 325,9

MWB 1 1525,34; Bearbeiter: Schnell

eilf, eilft Num. einlif , einlift

MWB 1 1525,37;

eimber, eimer stM. einber stM.

MWB 1 1525,38;

ein Num., Pron., Art. die unter 1 zusammengefassten Verwendungsweisen sind nicht immer streng voneinander abzugrenzen, soweit es sich nicht um den reinen Zahlbegriff handelt. In subst. Gebrauch st. flektiert einer, einiu, eineʒ (nur selten sw.: er was der rîchsten eine Flore (S) 3368 ); adj. mit endungsloser Form im Nom. Sg. aller Genera sowie im Akk. Sg. N. und z.T. im Akk. Sg. F. (vgl. 2 5Mhd. Gr. § M 44; § M 55, Anm. 1); als Num. nach best. Art. i.d.R. sw. flektiert (Ausnahmen z.B.: mit dem einem worte Spec 150,11; dem einem sîn sælde schihte / daz er in genâden bat KvHeimUrst 756; Iw 6937 ). Selten aspirierte Formen: nu wil ih iu herron / heina war reda vor tuon SEzzo 2; nim heine hant folle salzes Ipocr 55. 1 Num.
1.1 Zähleinheit; eine Größe von mehreren bezeichnend
1.1.1 nicht-attr.
1.1.1.1 in Verbindung mit anderen Zahlen
1.1.1.2 auf eine unbestimmte Menge bezogen
1.1.1.3 in Verbindung mit ander (vgl. einander )
1.1.2 attr.
1.2 bei Verblassen der Zahlbedeutung treten verschiedene Konnotationen und Funktionen hervor
1.2.1 etwas mehreren Größen Gemeinsames bezeichnend ‘ein und derselbe (dieselbe, dasselbe), ungeteilt’ (vgl. auch 1.2.6.1 )
1.2.1.1 nicht-attr.
1.2.1.2 attr.
1.2.2 die Einheitlichkeit einer Größe bezeichnend
1.2.2.1 präd.
1.2.2.2 attr.
1.2.3 Singularität ausdrückend ‘einzig, allein’
1.2.3.1 nicht-attr.
1.2.3.2 attr.
1.2.3.3 als adv. Gen. ( eines ) ‘einmal’
1.2.3.4 verstärkt durch vorangestelltes alters ( alterseine )
1.2.4 ‘einsam, verlassen’
1.2.4.1 präd.
1.2.4.2 in Verbindung mit einem Gen. ‘ohne etw., frei von’
1.2.5 adv. ‘nur’ , häufig in Verbindung mit einer Negation
1.2.6 in Verbindung mit al
1.2.6.1 die Feststellung von Identität bzw. Einheitlichkeit verstärkend
1.2.6.2 die Konj. al verstärkend (vgl. aleine ) ‘wenn auch’
1.2.7 in Verbindung mit einer Präp. ein reziprokes Pron. bildend (oft synonym gebraucht zu einander )
1.2.7.1 after ~ ‘nacheinander’
1.2.7.2 bî ~ ‘beieinander, zusammen’
1.2.7.3 in ~ ‘zusammen, miteinander’ (vgl. enein )
1.2.7.4 mit ~ ‘miteinander, zusammen’
1.2.7.5 über ~ (vgl. überein )
1.2.7.6 under ~ ‘ineinander, zusammen’
1.2.7.7 von ~ ‘von-, auseinander’
1.2.7.8 wider ~ ‘gegeneinander’
2 Indef.-Pron.
2.1 eine Person oder Größe bezeichnend, die nicht vorerwähnt ist
2.2 eine im Kontext benannte Größe bezeichnend (mit Genuskongruenz zwischen Bezugsgröße und Pron.)
2.3 ein nicht genauer angegebenes Obj. bezeichnend
3 unbest. Art.
3.1 in Verbindung mit Subst.
3.2 beim Prädikatsnomen, bezogen auf Personenbezeichnungen
3.3 in Verbindung mit Pron.
3.3.1 Poss.-Pron.
3.3.2 Interr.-Pron., wëlch ~ ‘was für ein’
3.3.3 Indef.-Pron.
3.3.3.1 ~ solich ‘ein(e) derartige(r/  s)’
3.3.3.2 ~ iewëlch, ~ iegelich ‘jeder’
3.4 beim Vokativ
3.5 bei Personennamen ‘ein gewisser’
3.6 in unspezifisch pleonastischer Verwendung (vgl. 2 5 Mhd. Gr. § 133b; § 134)
3.6.1 bei Abstrakta
3.6.2 bei Stoffbezeichnungen
3.7 in Verbindung mit einem best. Art.
3.8 anstelle eines zu erwartenden best. Art.
3.9 in pl. Verwendung
3.10 Besonderheiten der Wortstellung
3.10.1 vor einem attr. Gen
3.10.2 zwischen Attr. und Subst.
3.10.3 beim zweiten Glied einer Zwillingsformel
   1 Num.    1.1 Zähleinheit; eine Größe von mehreren bezeichnend    1.1.1 nicht-attr.    1.1.1.1 in Verbindung mit anderen Zahlen: zwên und einer, daz sint drî Walth 95,14; calcedonius ist der zwelf stain ainer, die Johannes sach BdN 438,12. eins ist kein zal, doch ist es zal ein anefang Mügeln II La 4,4    1.1.1.2 auf eine unbestimmte Menge bezogen: so gewinn ich gerne einen [ vrumen man ] , / und anders deheinen, / den ich sô vrumen erkande / daz er mînem lande / guoten vride bære Iw 1909. – mit partitivem Gen.: den dîemant, den edelen stein, / gap mir der schœnesten ritter ein Walth 80,36; ez was der vrowen eine UvZLanz 4684; daz er [Matthäus] beide ist: der zwelf botin einir unt der vier êvangelistin ein PrMd (J) 350,9; MarldA 73. er was der rîchsten eine / under den burgæren Flore (S) 3368    1.1.1.3 in Verbindung mit ander (vgl. einander ): nu wurden sî ze râte, / der eine sus, der ander sô Reinfr 15659. – in Aufzählungen: daz einer kamerære / und der ander schenke wære, / und der dritte truhsæze Parz 666,25; einem gît er [Gott] wîsheit. / [...] dem andern kunstrîchen hort. / [...] dem dritten manegerhande list RvEBarl 76    1.1.2 attr.: einez unt zweinzich jâre die dû dînem ôheime dienôtest Gen 1684; ein Erich nach dem andern künik Eriche Rumelant 3,61a. – Abgrenzung vom unbest. Art. oft unsicher: ein vierteil eins korbes WüP 103,3; dar vmbe geben wur vnserre vroͮwvn [...] einen brief vnde haben oͮch wir vns selben ein UrkCorp (WMU) 88,45; so belibet den vrowen nit wan ein pfvnt geltez von allem dem gvͦte ebd. 571,9    1.2 bei Verblassen der Zahlbedeutung treten verschiedene Konnotationen und Funktionen hervor    1.2.1 etwas mehreren Größen Gemeinsames bezeichnend ‘ein und derselbe (dieselbe, dasselbe), ungeteilt’ (vgl. auch 1.2.6.1):    1.2.1.1 nicht-attr.: ich [Christus] unt min uater wir birn ein JPhys 3,20; Eckh 5:44,27; waz ist liep vnd leit / hant sie dehein vnderscheit / ich wene sie beide sin ein Herb 735; die frische rose nvwe / vnde ir [Polixenas] varwe, die von ir schein, / die waren glich vnde ein ebd. 16473; si wârn doch bêde niht wan ein Parz 740,28; Tr 13011; gottes gerihte und gottes gerehtekeit das ist nit alles ein Mechth 7:62,36. – in der Verbindung ~ wërden: daz der wille [...] ein wirt mit gote Eckh (Pf) 496,24; das si mit frúntschaft wurdent ain [in Freundschaft verbunden] / und ainmuͦtic ir frúntschaft schain RvEWh 13759    1.2.1.2 attr.: alle cristen unse brother sint, wande wir alle sin eines vader kint MfrkReimb 316; ich [Christus] unt mîn vater hân einen geist Eckh (Pf) 496,11; ir friunde unt ouch die geste die heten einen muot NibB 1370,1; an deme gebene ist nicht so gutes, / so daz man neme vnd gebe al eines mutes Elmend A 336; ich und er waren ein blut und ein fleisch Lanc 43,23; Kudr 414,4. – verstärkt in der Verbindung ~ und der sëlbe: und wúrket alles ein und der selbe geist Tauler 176,25    1.2.2 die Einheitlichkeit einer Größe bezeichnend    1.2.2.1 präd.: swaz ainvalt ist und aine, / daz enmach niemen getailen Kchr 3249; diu götlîche natûre ist ein, und ieglîchiu persône ist ouch ein und ist daz selbe ein, daz diu natûre ist Eckh 5:115,2; daz etwaz in der sêle ist, daz gote alsô sippe ist, daz ez ein ist und niht vereinet. ez ist ein, ez enhât mit nihte niht gemeine ebd. 1:197,9. nv was er sinnes also ein [zweifelte nicht] , / daz er sie wand erchennen, / als er si hort nennen Krone 8722    1.2.2.2 attr.: Samson, der [...] tusent manne zuͦ einem male [auf einmal] ersluͦc Lucid 146,15    1.2.3 Singularität ausdrückend ‘einzig, allein’    1.2.3.1 nicht-attr.: dir einemo, herro, sínt si [meine Sünden] chúnt, du eino máht si uirgéban BambGlB 148,5; si uorchten in ainen / mere denne zehen tusent man Rol 6239; niuwan eine Kâlogrenant, / der spranc engegen ir [der eintretenden Königin] ûf zehant Iw 105; von meinem sterben ain / wirt manig sel erlost Märt 4266; PrOberalt 61,7. wir zwei beliben eine Iw 331. – subst.: ich bin iemer der ander, niht der eine / der grôzen liebe, der ich nie wart vrî MF:Mor 11b:1,1; Jesus [...], / du bist einer, du bist dri Marner (W) 6:8,2. – Gen. eines in Verbindung mit dem Gen. eines Poss.-Pron.: ad tui solius consilium confugimus. nv gefliehen wir zvo din eines helphe PrWack 10,21; herre got, ich hân hie / keinen friunt wan dîn eines Georg 3647; in der Verbindung (mit sîn/  mîn) eines hant: mir ervaht mîn eines hant / ein vrouwen und ein rîchez lant Iw 3527; die nôtwer mac ein man bewîsen mit sîn einis hant StRZwick 210; so enschuldigot er sich mit sin einis hant UrkCorp (WMU) 248A,4    1.2.3.2 attr.: daz du mir do die einen froͮde / die ih hete benomen hast! Wernh D 510. – pl.: dâ was niemen lebende al der degene, / niwan die einen zwêne, Gunther und Hagene NibB 2308,2. – in der Verbindung ze einem mâle: sin [d.i. si ne, bezogen auf Brangæne] wart niht z’einem mâle [nicht nur einmal; oft] rôt / und missevar [bleich] von dirre bete [bezogen auf den Brautnachtbetrug] Tr 12460; wer siner [Baum des Lebens] fruht ze ainem mavl genoz. der lept ymmer mer [...] vntœtlich PrWack 33,14    1.2.3.3 als adv. Gen. ( → eines ) ‘einmal’ daz ich sîn schœne houbet noch eines müeze sehen NibB 1068,2    1.2.3.4 verstärkt durch vorangestelltes alters ( → alterseine ): diu vrouwe beleip mit ungehabe / alters eine bî dem grabe Iw 1598    1.2.4 ‘einsam, verlassen’    1.2.4.1 präd.: sô nescult ir mîn gibeine hie nieht lâzzen eine Gen 3031; den palas vint ir eine: / weder grôz noch kleine / vint ir niht daz dâ lebe Parz 561,17    1.2.4.2 in Verbindung mit einem Gen. ‘ohne etw., frei von’ nu lange stât diu heide val, / si hât der snê gemachet bluomen eine MF:Rugge 8:1,2; si ist wandels eine, / dâbî minneklich SM:WvT 3:3,7; MF:Mor 11a:1,1    1.2.5 adv. ‘nur’, häufig in Verbindung mit einer Negation: daz er wol möhte rîten in Etzelen lant, / daz rieten im die besten, die er dar under vant, / âne Hagen eine NibB 1458,3; mich fröit weder loub noch sunne, / niht wan ein ir lîb SM:KvL 10:2,8. – in der Verbindung niht eine …, sunder …: daz wir niht eine sin gemant uf zv stene. suͦnder ouch daz wir ho sten PrLpz (L) 129,9    1.2.6 in Verbindung mit al    1.2.6.1 die Feststellung von Identität bzw. Einheitlichkeit verstärkend: – adv. ‘genauso wie’ swenne sô di sunne / obene an den palas schein, / sô schein daz golt al ein / und der wâch der under [d.h. Gold und Wasser glänzten gleichermaßen] SAlex 5920; daz flêhen unde diu bete / [...] gienc in einen stein / und in ir herze al ein [ging in ihr Herz genauso wie in einen Stein, d.h. gar nicht] Flore (S) 5779. – präd. ‘(ein und) dasselbe’ man und wîp diu sint al ein; / [...] der enwederz sich gescheiden mac Parz 173,1. 203,5; stætiu liebe heizet minne. / liebe, minne ist al ein UvLFrd 430,2. man und wîp mir sint al ein Parz 116,26; swelche lîche man sô besiht, / gebalsemt vleisch, hût und bein, / der sint tûsent jâr al ein, / als ob si læge die êrsten naht Wh 451,28    1.2.6.2 die Konj. al verstärkend (vgl. → aleine ) ‘wenn auch’ alleine tete im sin wunde we, / er sluc vaste vmbe sich Herb 5904    1.2.7 in Verbindung mit einer Präp. ein reziprokes Pron. bildend (oft synonym gebraucht zu einander)    1.2.7.1 after ~ ‘nacheinander’ er sluc einen slac dar; / des wart genre wol gewar. / do sluc er zwene after ein; / also tet er da engein. / do sluc er dri Herb 5653; so hette er geschozzen dare / tusent phile afer ein ebd. 11741    1.2.7.2 bî ~ ‘beieinander, zusammen’ bî ein si lâgen KvWEngelh 3208; si wâren dâ bî ein gelegen ebd. 3202    1.2.7.3 in ~ ‘zusammen, miteinander’ (vgl. → enein ): zuo uns kam diu werde minne / unde slôz uns beide vaste in ein KLD:UvL 57: 4,2; si vohten freislîchen / zwêne tage al in ein SAlex 2141; biz daz sie in ein vereinet werdent Eckh 5: 33,4    1.2.7.4 mit ~ ‘miteinander, zusammen’ mit ein si aber gingen Elis 921 u.ö.    1.2.7.5 über ~ (vgl. → überein ): – ‘sämtlich, zusammen, gleichermaßen’ sie wolden alle vberein / Achillen hole mit gewalt Herb 13716; wir werden uber ein geschant MarLegPass 25,333; Athis A 96. – ‘übereinstimmend, miteinander einig’ wer möht überein uns bringen, / frouwe Minne, ezn tuo dîn swanc? KLD:BvH 17:5,4; die Salzpurgære / [...] des über ein wâren komen, / daz ze bischolf wart genomen / her Philipp Ottok 5235. – ‘völlig, ganz und gar’ an den [Gott] geloub ich über ein Georg 3099; ez sî wîp oder man, / daz sol mich niender rüeren, / noch über ein zefüeren ebd. 5086; och wais ich daz wol úber ain / [...], / daz [...] SHort 11212. 11080    1.2.7.6 under ~ ‘ineinander, zusammen’ du [Gott] dich ân urhap strickest / unde ân ende dringest under ein KvWLd 1,8; bleich unde rôt wart under ein / gemischet an in beiden KvWTroj 7770 u.ö.; Elis 1495    1.2.7.7 von ~ ‘von-, auseinander’ soliche liebe was in zwein, / daz sie beide sich von ein / verdolten keine wile Elis 1580; da si [...] gescheiden alle also von ein ebd. 5771    1.2.7.8 wider ~ ‘gegeneinander’ her Reimar unde her Walter / von der Vogelweide; / [...] die alle wolden singen / wider ein in kriges wis Elis 199    2 Indef.-Pron.    2.1 eine Person oder Größe bezeichnend, die nicht vorerwähnt ist: da mite vor [l. vuor ] ein der iz [den Transport] wol behote Roth 1041; iz ist niht von einem geschriben, [...] sunder von aller dirre werlt PrStPaul 52,17; lyp, eins ich dir raten wil! Minneb 5302. – in der Wendung âne/ wan daʒ eine: âne swaere / [...] ich waere, / wan daz eine, daz sich sent / mîn gemüete / nâch sîner güete, / der er mich wol hât gewent MF:Reinm 55:1,3; die tugent [...] hette Ector / an daz eine: er schilwete ein cleine Herb 3159; ân daz eine lâz ich vor, / daz mir offen sîn diu tor, / ob ir welt ze Palastîn Georg 4891    2.2 eine im Kontext benannte Größe bezeichnend (mit Genuskongruenz zwischen Bezugsgröße und Pron.): nemet die wal / under der rosse zal, / ein daz iuz liebiste sî Er 3568; der besten gâbe einiu, die got hât / dem menschen geben Renner 22167. – in Verbindung mit ander: ob zwene mit ein ander gingen uf einer strazen, wolde der eine so und der andere suͦs, so mochten sie schire zu strite cuͦmen PrLpz 384,39. swie oͮch eine dem andern gegen den oͮugen vrevenlich stechende triffet UrkCorp (WMU) 26A,21; einer ist hv́te hie, morn anderswa, einer stirbet, der ander wirt giborn ebd. 2583,38    2.3 ein nicht genauer angegebenes Obj. bezeichnend: pfiff mir ains, daz ich kan / tantzen Bauernh 448. – in der Wendung jmdm. einez gëben ‘einen Schlag, Tritt versetzen’ so mochte is mir gar balde / mit synem beslagen fuße eins geben / under myn augen und mich treffen eben Pilgerf 8773    3 unbest. Art.    3.1 in Verbindung mit Subst.: sô ist dâ iemer ein rouch, ein widerkriec, ein prasteln, ein arbeit und ein strît zwischen viure und holze Eckh 5:34,2; er [Gott] erwelt im ein armeu muter, er wart ze ainer armen stat geborn, er lie sich in ein armeu chrippe legen PrOberalt 31,31. eines liedes si begunden VEzzo 5; nû nam er einer stiege war Iw 6434; daz daz clain augäpfelein nimpt ain pild aines ganzen menschen oder ains grœzern dinges BdN 10,14. ez sint auch klaineu läutel, die wonent auf ainem perg in India, die haizent pigmêi BdN 490,35; si stunt an ainer warte Rol 8606; mir ist geschehen als einem kindelîne, / daz sîn schoenez bilde in einem glase gesach MF:Mor 32:1,1. ein vrouwe sol einen herren nemen Iw 6626; mir ervaht mîn eines hant / ein vrouwen und ein rîchez lant ebd. 3528    3.2 beim Prädikatsnomen, bezogen auf Personenbezeichnungen: Kain was ein accherman Gen 611; du gihst er sî ein koufman Parz 358,13; ir sît ein künegîn NibB 1746,3    3.3 in Verbindung mit Pron.    3.3.1 Poss.-Pron.: mîn kinne und ein mîn wange Walth 8,8; er sach einen sînen mâc NibB 2016,2; ein dîn fürste Turkentâls / den tôt von sîner hende enphienc Parz 128,8    3.3.2 Interr.-Pron., wëlch ~ ‘was für ein’ nu sehet, welich ein wundir da gescach VRechte 462. – im Ausruf: âvoy welch ein poulûn [Zelt] ! Parz 62,18; der meister sprach: ‘deist Tintajêl.’ / ‘Tintajêl? â welh ein castêl!’ Tr 3159    3.3.3 Indef.-Pron.    3.3.3.1 ~ solich ‘ein(e) derartige(r/  s)’ swenne ein sulich ding ergat Herb 1158 u.ö. – mit anschließendem Rel.-Satz (mit konsekutivem Nebensinn): ein solich not, [...] die ich nit begriffen mag Mechth 3:3,42; diu kerge ist ein solich sünde, / diu wîsen kan an bœse tât SM:JvR 1:15,8; ich wil faren in ein solche stat da man mir wol glauben sol Lanc 99,19. – mit anschließendem Konsekutivsatz: ich [...] han ein solich hus gesehen, das mich nie keines dinges so sere gewunderte Mechth 2:24,17; Herb 11631    3.3.3.2 ~ iewëlch, ~ iegelich ‘jeder’ daz tû mich habest ze scalche zeineme iewelichen tage werche Gen 2413; got der wil lazen / der sunde die maze / einem íwelen menschen / al nah sinen gensten Glaub 2192; ein ielich burger ist genoze sines guͦtes daz er koͧfit StRFreiburg 667. ein ieglich ungefuͤger bauch, / der ist ein trencker und ein slauch Physiogn 345; dri wile sint, die ein iegelich mennessce wol uurhten mac Spec 146,13; Konr 23,25    3.4 beim Vokativ: von Rôme voget [La. ain vogt ] , von Pülle künic [La. ain kv́nic ] Walth 28,1. 118,29; daz mir daz herze trûret tougen. / daz bedenke, ein schoenez wîp! MF:Gottfr 2:6,6; er sprach ‘genad, ain vroͮwe min!’ RvEWh 5165; sint gotte wilkum herre, ein edeler swert degen WolfdD 1363,1    3.5 bei Personennamen ‘ein gewisser’ das wir [...] enhein reht an den selben lúten han, die hie nach geschriben stant: ein Albreht der Mulner vnd sin bruͦder UrkCorp (WMU) 450,45. – vor einem exemplarischen Namen im Rechtsformular: so klagt er uch vber einen Heinriche, daz her ist komen binnen wichbilde UrkCorp (WMU) 51,42    3.6 in unspezifisch pleonastischer Verwendung (vgl. 2 5Mhd. Gr. § 133b; § 134):    3.6.1 bei Abstrakta: dâ nâch er [Gott] in [Adam] ane warf einen slâf vile starch Gen 294; ez wære ein unmanheit Iw 632; ez tet diu hûsvrouwe durch einen grôzen nît NibB 838,2    3.6.2 bei Stoffbezeichnungen: der [ kristenheit ] ist ein gift nû gevallen, / ir honec ist worden zeiner gallen Walth 25,18; ein wazzer iesch der junge man Parz 228,1; dâ legen uns an ein gras NibB 1623,3; Kudr 1196,4. – in Vergleichen: wiz als ein sne Herb 8561; wîz lûter sam ein îs En 8795; dar ûfe lâgen steine grüene sam ein gras NibB 436,2    3.7 in Verbindung mit einem best. Art.: er dâhte und dâhte als ein der man, / dem ez ze cleinem liebe ertaget Tr 15228. – in superlativischen Ausdrücken: jâ verlôs ich ein den besten [den Allerbesten] , den ie vrouwe gewan NibB 1233,4; diu was ein diu schœniste maget / von der uns ie wart gesaget Er 310; sî muose tôten sehen / einen den liebesten man / den wîp ze liebe ie gewan Iw 1315    3.8 anstelle eines zu erwartenden best. Art.: Alexander begunde dô streichen / ein ros [das Pferd wurde zuvor ausführlich beschrieben] , daz nie nichein man begunde weichen [lenken] VAlex 316; dannen gie dô Sîfrit zer porten ûf den sant [...], da er ein schiffel vant [sein zuvor mehrfach erwähntes Schiff] NibB 482,2; dô kêrter ûf die niwen slâ. / Cundrîen mûl die reise gienc, / daz ungeverte [Unwegsamkeit] im undervienc [entzog] / eine slâ dier het erkorn Parz 442,29. ez gienc eines tages [an eben jenem Tag] , als unser hêrre wart geborn / [...] künic Philippes schône Walth 19,5. – bei Standes- oder Amtsbezeichnungen: vnd habin den [ brief ] bisigilt mit ainis erbærin herrin jnsigil, abit Hain. von Jsnj UrkCorp (WMU) 2976,24; swc si dar vmbe gent, daz sol er halbes geben eîner æbtissin von Zivrich ebd. 245,35. – in der Königstitulatur (funktionsgleich mit artikellosem Gebrauch): wir Adolf [...] ein romescher kung vnd ein merer des riches UrkCorp (WMU) 2785B,12; an kvnc Rvͦdolf, von den gnaden gottes ain voct ze Rome an des stat ebd. 1444,39    3.9 in pl. Verwendung: – auf Personen bezogen: die êwiclîchen sterbent, daz sint eine, den ist wê, den andern den ist wirs PrBerth 1:125,39; so sint einu liute [eine Art von Leuten] da bi, / haizent Arimaspi HimmlJer 231. – bei Abstrakta: von einen gnâden ich iu sage Greg 3753; daz wart zeinen êrn getân / froun Cunnewârn der künegîn Parz 336,28; der hêrre [von Böhmen] ist guot, sîn lant ist sam: / wan deich mich einer dinge sêre bî in beiden scham RvZw 150,5. – bei Zeitangaben: zeinen pfingesten Iw 33; daz was in einen zîten [zu eben jener Zeit] , dô vrou Helche erstarp NibB 1143,1; zeinen stunden Wh 9,1    3.10 Besonderheiten der Wortstellung    3.10.1 vor einem attr. Gen: der was ein des keisers neve ErnstA 354,92; ein des wirtes sun Parz 551,19. dô hôrt ez ouch von Berne ein Dietrîches man NibB 2235,3; des antwurte dem künege ein Kriemhilde man ebd. 1753,1. 1642,3    3.10.2 zwischen Attr. und Subst.: mit zühten wîs ein man Parz 825,8; diu triuwe ist lieht ein spiegel KLD:WvBreis 1:6,1. – in Ausrufen ( ‘was für ein…!’): sô wol dir, wîp, wie rein ein nam! MF: Reinm 14: 3,1; daz die liute iht sprechen hin ze dir ‘wie bœse ein man.’ KLD:RdF 1:4,2    3.10.3 beim zweiten Glied einer Zwillingsformel: dîn werde minn, krôn unde ein lant [eine Krone und ein Land] Parz 302,10; strâze und ein pfärt begunde tragen / Gâwân gein der porte ebd. 403,12 – in mehrgliedrigen Reihungen beim letzten Glied: der durch uns starb, unde ouch genas [Christus] , / der keiser, unde herzoge, unde ein bischof was Rumelant 3,60b. – Lit.: Pretzel, Bed. S. 232ff., vgl. auch ders., Zum Prolog von Hartmanns ‘Gregorius’, in: FS G. Cordes, hg. Debus/ Hartig, Bd. 1, Neumünster 1973, S. 117-125.

MWB 1 1525,39; Bearbeiter: Runow

einander, aneinander Pron. selten flektiert, auch anander, enander, anenander. ‘einander, einer den/  dem anderen, (sich) gegenseitig’, ein gegenseitiges Verhältnis ausdrückend 1 allein stehend
2 in Verbindung mit Präp., z.B.
   1 allein stehend: des brôtes si sament brâchen, einen vrido under in sprâchen, / daz si einandere holt wâren, alles ubeles einandere verbâren. / einander si chusten unde scieden sich mit lusten Gen 1480; si zehiwen ain ander di schilte Rol 8923; dô gruozte manic man / vil güetlîche ein ander NibB 1308,2; all visch ezzent anander in dem mer BdN 242,33; Iw 6958; PrOberalt 133,12; KvWHerzm 551; diu parmherzichait und diu wârhait sint anenander begegent, diu gerehtikait und der frid habent anenander [ inter se Ps 84,11] geküsset BdN 361,22    2 in Verbindung mit Präp., z.B.: dise zwei geliebin / bi ein andir lagin Athis D 65; die vordrunge, die wir gegen ein ander hatten UrkCorp (WMU) 466,22; daz wir vridelichen unde guͦtlihen mit anandir lebin Spec 70,5; nach disen planeten hant die heiden ir tage in der wochin genant, unde zellent siu also nach einander MNat 5,18; die vbelen vnde die guͦten sint nu vnder enander vnde dunket vnz vil lúte guͦt, die ubel sint Lucid 140,4; das der helm oben von einander [auseinander] brach Lanc 82,7; daz wir uns zuo zein ander scharn Wh 343,18. sîn nôt sich in ein ander klampf [war in Konflikt mit sich selbst] Parz 350,10

MWB 1 1531,23; Bearbeiter: Runow

einât stswFN. einœte

MWB 1 1531,51;

einbære Adj. ‘einmütig, übereinstimmend’ si wâren beide einbære / an liebe unde an leide Tr 11730. 5246; mit einberm willen vnd mit gemeinem rate dvr v́nsers gotzhus nuz UrkCorp (WMU) 842,3; Reinfr 4234; Kröllwitz 985; diu want was wîz, eben unde sleht; / daz ist der durnehte reht: / der wîze und ir einbære [einheitlicher] schîn / dern sol niht missemâlet sîn Tr 16965. – mit Dat.: sô gelîch und alse einbære / was ir hâr dem golde Tr 10984

MWB 1 1531,52; Bearbeiter: Schnell

einbærelich Adj., Adv. adv. auch -lîchen. ‘übereinstimmend’ dc wir hern Margwarden von Yfental ze vogte genomen haben willecliche vnd mit einberlichem râte UrkCorp (WMU) 1046,11; in gantzer, warer, gleicher, eynbarlicher seligkeit Seuse 519,14. – Adv.: des was sîn herze und al sîn sin / einbærelîche an si geleit, / daz nieman dô dâ wider streit Tr 913. 10190; dú zergangen stat daz ist ernsthaftes geistliches leben, in dem man mir hie vor so einberlichen dienet Seuse 218,2

MWB 1 1531,61; Bearbeiter: Schnell

einbæren swV. ‘jmdn. mit jmdm. vereinigen’ alsô wirt got gainbarit mit sîner gemahelen TrudHL 94,2; und sach das er [Gott] sich als mineklich und als guͤtlich zuͦ miner sel fuͦgt das er recht geainbart ward mit ir und sy mit im Stagel 58,3. 58,34; und daz er die menscheit / einbaerte mit der gotheit WvRh 15234. 8403. – ‘unterschiedliche Parteien zu einer Einigung bringen’ swenne der abbut uon sante Gallun vnde das capitul geeinbert werden UrkCorp (WMU) 950,37

MWB 1 1532,7; Bearbeiter: Schnell

einbærkeit stF. ‘Übereinstimmung, Einheit’ die wile si [die Seele] einberkeit [mit Gott] nit enhat, so geminnete si got nie rechte; wand recht minnen lit an einberkeit Eckh 3:448,3. 2:420,4; wan liebi [...] benimet, als vil es mag, alle zweiheit und schlússet in einvaltig einberkeit Seuse 420,21; da warent wir [die Dreifaltigkeit] / in únserre ewigen drivaltekait / und unczertailten ainberkait WernhMl 6352. 14816

MWB 1 1532,17; Bearbeiter: Schnell